Titel: Dating für Dummies
Autor: Laren aka Cyrrer
Disclaimer: Ich besitze absolut keine Rechte an Gundam Wing oder Torchwood. Und ich gedenke auch keinen müden Pfennig mit diesem Geschreibsel zu verdienen.
Betadank: an Zanna
Ich weiß, ich weiß. Es ist eine Ewigkeit her seit ich ein neues Kapitel hochgeladen hab. Das liegt am RL. Und daran dass sich die Charas irgendwie geweigert haben geschrieben zu werden seufz
Ich hoffe ihr habt auch weiterhin viel Spaß an der Geschichte
Duo schwebte praktische immer noch auf der Welle der Erleichterung, das Angebot von Heero war das Beste das ihm heute untergekommen war. Auch wenn das bedeuten würde, dass er jetzt die ganze Zeit hinter dem Sofa hocken musste. Alles war besser als in der Nähe von Axel zu sein.
Duo war noch etwas in seinen Gedanken vertieft, als er hörte wie Heero sein Buch entschlossen zuklappte und dann sagte, „Ok, es ist Zeit."
Vorsichtig drehte sich Duo zur Seite und lugte um die Sofalehne herum zu Heero. „Zeit wofür?"
„Zeit zu gehen."
„Ähm, bist du sicher?" Duo konnte sich nicht vorstellen dass es jetzt schon Zeit war die Party zu verlassen. Vielleicht für Heero, aber sicher noch lange nicht für Doro. „Wollen wir jetzt schon zurück in die Stadt fahren? Mach dir wegen mir keine Umstände." Das letzte was er wollte war dass Heero jetzt noch etwas extra für ihn tat. Es war schon nett genug dass dieser scheinbar bereit war Gras über ihr erstes Katastrophendate wachsen zu lassen und ihn vor Axel zu retten.
Heero lachte kurz und kehlig. „Hey, ich hab nicht vor die ganze Zeit neben dem Kamin zu sitzen."
„Du willst zurück auf die Party?" Duo gruselte sich ein bisschen.
„Das nun auch nicht," eine Art Schmunzeln war auf Heeros Gesicht zu sehen. „Die meisten Leute auf dieser Party sind echt nicht mein Geschmack. Ohne Doro würden mich keine zehn Pferde hierher schleppen können. Aber wie ich meine Freundin kenne wird es auch noch Stunden dauern bis sie von diesem Haufen genug hat. Zum Glück gibt es Alternativen."
„Alternativen?" langsam kam sich Duo wie eine Art Papagei vor.
Jetzt wirkte Heero plötzlich fast begeistert. „Genau. Nur ein paar hundert Meter von hier gibt es einen tollen Laden, wo man sehr viel interessantere Leute findet als hier. Und jetzt ist die beste Zeit dorthin zu gehen. Die Hauptattraktion des Abends müsste bald anfangen."
Duo war ein wenig verwirrt, irgendwie hatte er das Gefühl dass er irgendwann den Anschluss verpasst hatte. „Wird sich Doro nicht wundern, wenn du nicht mehr hier bist?"
Heero schüttelte den Kopf. „Quatsch. Sie weiß ganz genau was ich von Nichlas und seinen Freunden halte. Ihr ist klar dass ich im Laufe des Abends gehen werde, das stört sie nicht, sie weiß wo sie mich findet. Und jetzt komm, oder willst du den ganzen Abend hinter dem Sofa hocken?"
„Ich weiß ja nicht, es ist ganz nett hier," dachte Duo laut.
Heero lachte wieder trocken. „Axel wird ja vielleicht noch einen Kontrollgang in diesen Raum machen."
„OK, lass uns gehen." Wenn Heero mit solch schlagenden Argumenten kam, konnte Duo ihm einfach nicht widersprechen. Vorsichtig robbte Duo hinter dem Sofa hervor und dann reichte Heero ihm schon eine Hand um ihm beim aufstehen zu helfen. Als sein Blick das Gesicht von Heero traf, schenkte dieser ihm ein beruhigendes Lächeln.
Da Axel anscheinend irgendwo anders seine Suche nach Duo fortsetzte war es erstaunlich einfach sich aus dem großen Haus zu schleichen. Heero kannte sich in dem Haus aus und umsteuerte mühelos alle Partybereiche.
Während Duo dem anderen Mann folgte, musste er hart an sich halten um nicht zu kichern. Das hatte irgendwie schon etwas lustiges, wie sie sich hier von der Feier fortschlichen. So etwas kam sicher auch nicht allzu häufig vor. Und es machte sogar etwas Spaß. Besonders wenn man so seinem Horror-Date eins auswischen konnte.
Als sie dann endlich das große Haus verlassen hatten, atmete Duo befreit auf. Es war, als ob eine große Last von ihm gefallen war, jetzt würde Axel ihn garantiert nicht mehr finden. „Wohin müssen wir jetzt?" fragte er.
Heero hob seinen linken Arm und zeigte die Straße runter. „Hier längs. Es ist nicht weit."
„Was ist das eigentlich für ein Laden?" fragte Duo neugierig.
„Lass dich überraschen," ein leichtes Grinsen umspielte Heeros Mundwinkel.
Eigentlich hatte Duo heute schon genug Überraschungen erlebt. Trotzdem würde er es wohl auf eine weitere ankommen lassen.
Zumindest mit dem ‚es ist nicht weit' hatte Heero Recht behalten. Nach nur wenigen Augenblicken standen sie vor einem hell erleuchteten Gebäude. Duo guckte neugierig auf die Schaufenster und hatte das Gefühl dass ihm sein Unterkiefer herunterfiel. „Ein Buchladen? Du schleppst mich mitten in der Nacht in einen Buchladen?" Unglauben erfüllte Duo. Doch dann erinnerte er sich wieder dass er mit einem – wenn auch sehr netten – Nerd sprach. Jemand der anstatt auf eine Party zu gehen, lieber allein mit einem Buch saß. Er hätte das hier wahrscheinlich voraussehen können.
Heero lachte wieder kurz auf, dann sagte er, „Du wirst es überleben," und ging entschlossen auf die Eingangstür zu.
„Das schon, aber werde ich auch Spaß haben?" witzelte Duo. Ihm war es im Prinzip auch egal wo sie hingingen. Hauptsache die Richtung wies von Axel weg.
„Kommt auf einen Versuch an, oder?" gab Heero gekonnt zurück. Dann wandte er sich zur Eingangstür des Buchladens und öffnete sie. Duo folgte ihm auf dem Fuß.
Als sie den Laden betreten hatten, war Duo zunächst einmal über die Geräuschkulisse erstaunt. Aus allen Richtungen konnte man Fetzen von Unterhaltungen hören. Neugierig schaute Duo sich um. Sie hatten einen relativ großen Verkaufsraum betreten, der mittels einer Galerie sogar über zwei Etagen reichte. Wie in jedem Bücherladen gab es unzählige Regale an den Wänden, Regale die so gestellt waren dass sie Nischen bildeten. Was allerdings ziemlich ungewöhnlich war, waren die vielen Sessel, Sofas und Tische, die sich in den Nischen befanden. Und die Leute die um diese Uhrzeit in einem Buchladen saßen.
Während Duo noch versuchte die Umgebung vollkommen in sich aufzunehmen, trat eine braunhaarige Frau auf sie zu. Freudig begrüßte sie Duos Retter: „Heero, wie schön dass du es geschafft hast."
Erstaunt beobachtete Duo wie Heero die Frau kurz umarmte. „Als ob ich eine Lesung von Bethany verpassen würde. Hast du denn noch einen Tisch für mich und meinen Begleiter?"
„Klar, dein Lieblingstisch in der Fantasy Abteilung ist noch frei. Schön dass du heute nicht allein gekommen bist. Wen hast du uns denn mitgebracht?"
„Janet, dass hier ist Duo, ein Bekannter den ich vor Nichlas' Party retten musste. Duo, dass ist Janet, Besitzerin des besten Buchladens der Welt," stellte Heero sie vor.
„Eine der Besitzerinnen, meine Schwestern haben auch ein Wörtchen mitzureden" korrigierte die Frau mit einem Lächeln. „Schön dass du hierher gefunden hast, Duo. Du wirst sicher viel Spaß haben. Heero ist so unterhaltsam."
Duo nickte nur, er war immer noch damit beschäftigt das Ambiente des Raumes in sich aufzunehmen. Es war wirklich seltsam, wie die Einrichtung es Raumes eher wie ein Wohnzimmer wirkte. Wie ein Wohnzimmer für viele bunt zusammen gewürfelte Menschen.
Janet und Heero bewegten sich zielsicher in eine Richtung, und Duo folgte ihnen einfach. Nach wenigen Schritten hatten sie eine Regalnische erreicht in der ein leerer Tisch stand. Heero machte es sich in einem der Sessel bequem und zeigte Duo dass er sich in dem neben sich setzen sollte. Dann blickte Heero zu Janet. „Was ist denn die Spezialität des Tages?"
„Alice hat heute ein höllisch scharfes Chili gekocht."
„Das hört sich toll an. Einmal für mich bitte," dann drehte sich Heero zu Duo um. „Was möchtest Du? Die Spezialität des Tages ist meistens ziemlich genial."
Duo versuchte sein bestes nicht rot zu werden. Er konnte doch hier nichts bestellen, schließlich lag sein vermaledeites Portemonnaie noch in seiner Wohnung. Duo war fast peinlich davon berührt, dass er hier nichts würde bestellen können. Ungemütlich ruckelte er auf seinem Stuhl hin und her. „Ähm, für mich nichts bitte."
Heero sah ihn fast durchdringend an. „Duo, du hast doch garantiert nichts bei Nichlas gegessen. Du musst doch Hunger haben."
„Das schon, aber du weißt doch…" versuchte Duo so dezent wie möglich anzudeuten. Gott war das peinlich, besonders da Janet ihn direkt anblickte.
„Hey, kein Problem. Ich lade dich ein."
Duo verzog sein Gesicht. „Aber wir haben doch schon vorhin durchgekaut wieso ich kein Geld von dir annehmen kann," flüsterte er so leise wie möglich.
„Ich geb dir ja auch kein Geld. Ich lad dich zum Essen ein. Duo, da ist nichts dabei. Immerhin hab ich dich hierher mitgeschleppt. Und ich finde es viel gemütlicher wenn wir beide den Abend hier genießen. Ok?"
Duo seufzte. Heero hatte ja Recht. Er stellte sich hier gerade wie ein Kleinkind an. „Ok, Ok. Aber ich werde mich bei dir revanchieren."
„Gut, dann sind wir uns also einig," Heero nickte. „Dann auch eine Portion Chili für Duo."
„Ist notiert. Was wollt ihr beide trinken?" fragte Janet.
„Bier," entfuhr es Duo spontan. Dann wurde ihm wieder klar welches betrunkene Fiasko er bei seinem Date mit Heero angestellt hatte und hätte sich am liebsten auf die Zunge gebissen. Nach all dem was heute Abend passiert war, wollte er sich eigentlich nur von seiner besten Seite zeigen.
Er war schon kurz davor die Bestellung wieder zu ändern, als Heero sich ebenfalls ein Bier bestellte und Janet davon ging. Sie jetzt wieder zurück zu rufen, wäre noch peinlicher, als einfach nachher so wenig wie möglich von dem Alkohol zu trinken, befand Duo. Um sich abzulenken blickte er sich weiter in dem Raum um. „Was ist das hier für ein Ort?" fragte er dann plötzlich.
„Der wirklich beste Buchladen der Welt."
„Also Chili und Bier verbinde ich nicht unbedingt mit einer Buchhandlung," gab Duo zu bedenken.
Heero lachte kurz. „Ich gebe gerne zu dass er ungewöhnlich ist. Aber trotzdem der beste."
„Erzähl mir mehr über den Laden. Wie kommt man dazu so eine Buchhandlung aufzumachen?"
Heero lehnte sich gemütlich in seinen Sessel zurück. „Janet und ihre Schwestern haben das Haus von ihren Eltern geerbt. Und Janet wollte gerne den Laden weiterführen. Allerdings kann heute kaum noch ein Buchgeschäft überleben. Die Konkurrenz im Internet ist einfach viel zu groß. Da muss sich ein Geschäft schon sehr spezialisieren um Gewinn zu machen. Aber so eine Spezialisierung lohnt sich dann in einem so relativ kleinen Ort wie diesem eher nicht.
Und dann war da Alice, die als Konditorin lieber eine Bäckerei aufgemacht hätte. Aber für beide Läden gab es nicht genug Platz. Zumindest nicht für zwei getrennte Läden.
Ich weiß nicht wie lang die drei Schwestern darüber gegrübelt haben, aber irgendwann sind sie auf die Idee gekommen, es miteinander zu verbinden. Sie haben den Laden vollkommen neu gestaltet, haben überall diese Sitzecken eingebaut. Und Tagsüber werden unten am Tresen der beste Kaffee und die leckersten Kuchen verkauft. Das ist total gemütlich. Die Kunden können sich mit den leckeren Sachen in eine Ecke zurückziehen und gemütlich lesen. Wenn ich in der Woche mal entspannen will, dann fahr ich hierher."
„Man kann hier die Bücher lesen? Während man dabei trinkt und isst? Werden die Bücher dadurch nicht schmutzig?" Duo musste an seine armen Schätze denken, die so manchen Schokoeisfleck davongetragen hatten.
„Klar sind die Bücher im Regal etwas mitgenommen. Aber die sind ja auch extra nur zum lesen da. Wenn jemand ein Buch haben will, bekommt er natürlich ein neues aus dem Lager."
„Aber wieso lassen sie es denn überhaupt zu?" wunderte sich Duo.
„Na ja, so haben die Kunden die Möglichkeit in neue Bücher reinzugucken. Sei doch mal ehrlich, wenn man einen Autor nicht kennt kauft man selten seine Bücher – es sei denn man steht auf die Literatur die von Kritikern hochgejubelt werden. Aber das tut nicht jeder. Und hier hat man in einer netten Atmosphäre Zeit etwas in die Bücher reinzuschnuppern. Hier hab ich schon unheimlich viele neue Autoren ‚entdeckt'. Und da eigentlich jeder der hier zum schmökern herkommt dabei Kaffee und Kuchen verzehrt, ist es auch kein finanzieller Verlust wenn die Kunden dann mal kein Buch mitnehmen."
Duo nickte, so langsam verstand er die Strategie die hinter diesem Laden stand. „Und was ist dann heute Abend? Chili fällt nicht unbedingt in die Kuchensparte."
Heero lachte wieder kurz. „Nein, dass wohl nicht. Nachdem ihr neues Ladenkonzept ziemlich gut angekommen ist, ist Francis – die dritte Schwester – vor ein paar Jahren auf die Idee mit den Abendveranstaltungen gekommen. Sie öffnen jetzt auch Samstagabends den Laden, wobei es jeweils noch ein Rahmenprogramm gibt. Autoren aus der Gegend machen Lesungen aus ihren Werken, es gibt Musik und leckeres Essen. Eine tolle Mischung. Ich versuch so oft wie möglich dabei zu sein."
Irgendwie konnte Duo das verstehen. Er selbst war zwar eher jemand der am Wochenende tanzen gehen wollte, trotzdem hörte sich das hier auch nach Spaß an. Nach einem etwas ruhigeren, aber das war sicherlich für Typen wie Heero passend. Duo stellte noch ein paar weitere Fragen über den Laden. Es klang sehr interessant, und er war schon am überlegen ob er nicht vielleicht einen Bericht darüber im Radio machen sollte. Es gab sicherlich unter seinen Zuhörern noch mehr Leute die so eine Alternative interessant finden würden.
Während sie sich angeregt unterhielten, brachte Janet ihre Bestellungen. Und nach nur einem Biss wusste Duo, dass die Frau mit der Bezeichnung ‚höllisch scharf' nicht übertrieben hatte. „Holla," entfuhr es Duo und er griff automatisch nach seinem Bier.
„Ja," bestätigte Heero, „Alice hat nicht an Gewürzen gespart."
Duo nahm einen kräftigen Schluck. Dann wurde ihm wieder bewusst, dass er sich heute ja nicht wie ein Alkoholiker benehmen wollte. Ein wenig ärgerlich über sich selbst stellte er die Flasche wieder auf den Tisch. „Ich sollte mir noch nen Glas Wasser besorgen," murmelte er.
Heero zog seine Augenbraue hoch. „Wieso? Du weißt doch hoffentlich dass Wasser gegen Schärfe überhaupt nichts ausrichtet."
„Das schon…" Duo rutsche peinlich berührt auf seinem Sessel hin und her. Wie sollte er es Heero nur erklären ohne wie ein Idiot auszusehen.
„Hey, ich werd dich hier nicht sitzen lassen, nur weil du von deinem Bier trinkst," Heero schien auch so zu wissen was durch Duos Kopf ging.
Was die Sache nur noch schlimmer machte. Duo spürte wie er blitzartig rot wurde. „Na ja," gestand er, „Ich will halt nur nicht dass du mich für einen verkappten Alkoholiker hältst. Oder glaubst dass ich mich hier wieder wie bei unserem letzten Date aufführe."
Der Blick, den Heero ihm daraufhin zuwarf war sehr intensiv. Aber es lag nichts von dem Ärger oder der Abneigung in ihm, wie beim besagten Katastrophendate. „Ich glaub ich hab damals etwas überreagiert," sagte Heero dann.
Duo schüttelte vehement den Kopf. „Nein, hast du nicht. Ich war betrunken! Oder so gut wie. Und ich hab mich aufgeführt wie der letzte Idiot. Aber ich schwöre das lag nur an den Cocktails. Mir war gar nicht bewusst wieviel Alkohol die in sich hatten. Ich trink normalerweise nur nen paar Bier und stehe selten so neben mir wie an dem Abend."
„Das hab ich mir inzwischen auch gedacht," erwiderte Heero. Duo wollte was darauf sagen, aber Heero sprach einfach weiter. „Ich glaub bei dem Date ist so einiges schief gegangen. Und ja, du warst ein wenig angeheitert. Aber ich hab die Situation auch nicht gerade meisterhaft gehandhabt. Mann, hat Doro mir dafür eine Standpauke gehalten. Mir klingeln die Ohren immer noch davon."
„Sie hat DIR eine Standpauke gehalten?" Duo blickte Heero ungläubig an.
Dieser nickte. „Und wie. Darin ist sie eine Meisterin. Aber sie hatte auch Recht. Ich bin schon mit einer negativen Einstellung in das Date hineingegangen. Ehrlich gesagt hatte ich gar keine Lust auf ein Date, und hab mich von Doro eher genötigt gefühlt dorthin zu gehen. Ich wollte nicht wieder eine lange Rede darüber dass es nicht sein kann dass der beste Freund einer Partneragenturbesitzerin solo ist, über mich ergehen lassen. Und weil ich eigentlich keine Lust hatte, hab ich von vornherein nach Gründen gesucht das Date schlecht zu machen. Ich bin mir sicher, dass du nicht so schlimm warst, wie ich an dem Abend gedacht hab."
Duo wiegte seinen Kopf hin und her. „Ich weiß nicht, ich war nach den ganzen Cocktails schon ziemlich hinüber. Und ich hab wohl auch kein Fettnäpfchen ausgelassen."
„Aber so bist du ja nicht immer. Auch wenn du hinter Sofas hechtest." Heero lächelte.
„Oh Gott," Duo wurde wieder rot. „Du musst mich für eine wandelnde Katastrophe halten."
„Nein," kam es ernst zurück. „Nicht wirklich. Du bist lauter und lebendiger als die meisten anderen die ich kenn, aber du bist auch interessant."
Duo hätte am liebsten seinen Kopf auf die Tischplatte gedonnert. „Interessant?" hakte er noch mal nach.
„Auf eine gute Art," bestätigte Heero. „Und wenn du nichts dagegen hast, dann würde ich vorschlagen dass wir unser erstes Date einfach ad acta legen und nicht mehr daran denken. Wir haben uns da beide nicht mit Ruhm bekleckert, aber das muss uns ja nicht für immer verfolgen."
Damit konnte Duo leben. Sehr gut sogar. „Hört sich gut an." Dann nach ein paar Sekunden des gemütlichen Schweigens hakte er noch mal nach, „Doro hat dir wirklich eine Standpauke gehalten?"
„Und wie! Und sie ist verdammt gut darin."
„Das kannste laut sagen," bestätigte Duo. Auf Heeros gehobene Augenbraue hin antwortete er, „Mich hat sie nach dem Date auch einmal durch den Fleischwolf gedreht. Und sich danach von mir als Kunde getrennt." Duo schüttelte sich.
„Ach so," sagte Heero.
„Ach so was?" fragte Duo erstaunt.
Heero zuckte mit den Schultern. „Ich hatte mich schon gewundert wie du an jemanden wie Axel als Date kommst. Doro würde solche Arschlöcher niemals in ihre Kartei aufnehmen."
„Nein, Axel ist einer meiner Fehlgriffe aus dem Internet. Und glaube mir, nachdem was ich in den letzten Wochen so alles erlebt hab, scheint unser Date sogar noch eines der besseren gewesen zu sein. Du glaubst ja nicht was ich alles erlebt hab. Der pure Horror."
Und weil Heero ihn ein wenig ungläubig anschaute begann Duo damit einige der Highlights zu berichten. Wobei er und Heero immer öfters ins Lachen kamen. So gesehen hatte Duo dann doch noch seinen Spaß an diesen Dates. „Und dann musste ich die ganze Vorstellung der ‚Fliege an der Wand' durchstehen," empörte sich Duo.
Heero schüttelte sich. „Oh Gott, erinnere mich bloß nicht. Doro hat mich in die Premiere gezerrt. Danach war ich wirklich kurz davor unsere Freundschaft zu kündigen."
Duo freute sich endlich jemanden gefunden zu haben, der dieses Theaterstück für genauso gruselig hielt wie er. „Das allerschlimmste allerdings war, dass ich den Typen ein paar Tage später wieder getroffen hab. Zusammen mit meinem besten Freund. Die zwei sind jetzt fest zusammen und so absolut ineinander verliebt, dass man entweder eifersüchtig wird oder an Zuckerschock stirbt."
„Kann vorkommen. Scheint halt so, dass er eher zu deinem Freund, als zu dir gepasst hat."
„Sicher. Und ich will den zweien ihr Glück ja auch gar nicht streitig machen, aber wenn ich ehrlich bin, es nagt schon etwas an mir. Die finden sich so einfach und es macht sofort klick, und ich scheine mich durch eine nicht enden wollende Anzahl von Katastrophen zu kämpfen."
„Wieso bist du denn überhaupt auf der Suche? Jemand wie du sollte doch eigentlich keine Probleme haben Leute kennen zu lernen. Wäre es nicht besser, es einfach auf dich zukommen zu lassen?"
Duo wusste nicht genau was er darauf antworten sollte. Die Frage von Heero war so ernsthaft, dass es ihm komisch erschien jetzt von der Wette zu erzählen. Und außerdem die Wette war ja nicht der eigentliche Grund wieso er jemand suchte, oder? Die Wette war ja nur um Hilde klar zu machen dass sie nicht in allem Recht hatte. Und so begann Duo damit die wirklichen Gründe zu erklären. „Ich hab ein paar ziemlich miese Beziehungen hinter mir, Heero. Oh nichts wirklich schlimmes, aber ich bin jedes Mal mit einem blöden Gefühl zurückgeblieben. Ich scheine ein Händchen dafür zu haben nur die miesen Kerle zu finden. Irgendwie bin ich es leid nur an Typen zu geraten mit denen man außer Spaß im Bett nichts gemeinsam hat. Ich weiß es klingt schrecklich klischeegeladen, aber ich will mehr. Wirkliche Partnerschaft. Jemandem an meiner Seite mit dem ich mehr als das Bett teilen kann, jemanden den ich wirklich kenne. Oh Gott, ich hör mich wie ne Frau an."
Doch anstatt zu lachen schüttelte Heero den Kopf. „Also ich find das klingt ziemlich gut."
„Vielleicht, aber es ist schwer zu erreichen. Und zumindest dort wo ich suche scheinen die Typen ganz andere Ideen zu haben."
„Ich könnt ja mit Dorothy reden, damit sie dich wieder aufnimmt."
Das wollte Duo dann doch nicht, irgendwie war die Idee Doro wieder als Kunde entgegen zu treten nicht gerade erfreulich. Außerdem war Duo so gut wie sicher dass er überhaupt keine Dates mehr haben wollte. Inzwischen war ihm sogar die dämliche Wette egal, aber bei der Aussicht noch mal mit so jemandem wie Axel zusammen zu treffen lief es Duo eiskalt den Rücken runter. Dann blieb er lieber Solo. „Danke, ist nicht nötig," sagte er deshalb zu Heero. „Im Moment hab ich alles was ich brauch."
Heero lächelte ihn an. Wahrscheinlich hatte er auch nicht wirklich Lust gehabt seine Freundin um diesen Gefallen zu bitten.
„Übrigens," sagte Duo ein paar Augenblicke später. „Hast du Montag Abend Zeit? Ich würde dich gern zum Essen einladen. So als kleines Dankeschön für Heute."
Heero strahlte. „Das hört sich toll an. Aber du sollst dir doch keine unnötige Mühe machen."
„Ach was," Duo winkte ab. „Ich koche gern. Sehr gern sogar."
„Ich freu mich schon drauf."
Danach bewegte sich ihre Unterhaltung leichteren Themen zu. Kurze Zeit später begann dann auch das Rahmenprogramm im Laden. Erst las eine junge Frau aus ihrem neuesten Buch vor – was so interessant klang das Duo sich fest vornahm es so bald wie möglich zu kaufen. Danach gab es sogar noch etwas Lifemusik. Zwar war Folk nicht unbedingt nach Duos Geschmack aber es passte in das Ambiente der Buchhandlung.
Alles in Allem hatte Duo an diesem Abend sehr viel Spaß. Heero war eine erstaunlich nette Gesellschaft. Sie konnten sich über Gott und die Welt unterhalten und die unangenehme Erinnerung an Axel verschwand immer mehr.
Nach gut drei Stunden klingelte dann Heeros Mobiltelefon. „Doro will nach Hause," erklärte Heero.
Duo nickte nur, das hatte er schon vermutet. Fast zögernd stand Duo auf und folgte Heero. Er hatte wirklich viel Spaß in diesem Laden gehabt. Und er war sich absolut sicher, dass er darüber im Radio berichten würde.
Wenige Minuten später waren sie zurück bei dem Herrenhaus. Doro stand neben einem Auto das davor geparkt war. „Hast du dich schon wieder in deinem Buchclub verkrochen?" rief sie Heero entgegen.
„Also ich hatte einen sehr angenehmen Abend," erklärte Heero grinsend. „Mit sehr angenehmer Gesellschaft. Etwas das du wahrscheinlich nicht die ganze Zeit hattest."
„Gna, gna, gna," gab Dorothy zurück. Dann schien sie endlich Duo gesichtet zu haben. „Huch, wie bist du denn an Duo geraten?" fragte sie mit hochgezogener Augenbraue.
„Wir sind uns über den Weg gelaufen. Wir waren den Abend zusammen und haben uns gut amüsiert. Und ich hab Duo angeboten ihn nach Hause zu fahren."
„Soso," kam es von Doro zurück.
Duo wusste nicht was sie damit andeuten wollte. Und es war ihm auch egal. Heero hatte Recht gehabt, sie hatten sich gut amüsiert. Etwas das Duo zeigte dass nicht jeder Abend in einer Katastrophe enden musste. Vielleicht sollte er seine Suche nach Mr. Perfekt doch nicht ganz aufgeben. Irgendwo da draußen musste es ihn schließlich geben.
