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Ich wartete präzise 16 Minuten, ehe ich mein Zimmer wieder verließ. Ich war neugierig, wie Felix das Training gestalten würde, wie ich leider zugeben musste. Und da die Fenster meiner Räume nicht in den Innenhof zeigten, war ich gezwungen, mich nach draußen zu begeben.

Meine Kleidung bestand noch immer aus dem Hosenanzug und den High-Heels, die Felix hoffentlich signalisierten, dass ich kein kampftaugliches Schuhwerk trug und mich noch immer nicht auf einen Kampf einlassen würde. Zusätzlich trug ich eine Sonnenbrille, damit mir Felix nicht an den Augen ablesen konnte, wie ich auf ihn reagierte.

Felix hockte im Schneidersitz auf der Brüstung der breiten Treppe des Palais, als ich unter freien Himmel auf die Terrasse trat. Mit einem breiten Grinsen und Grübchen begrüßte er mich.

„Ich wusste, dass du kommst, Renesmee. Die Frauen kommen immer zu mir." Er erhob sich und hüpfte aus dem Stand an meine Seite.

„Ich bin neugierig. Auf euer Training, aber nicht auf dich, Felix.", stellte ich klar.

Auf der anderen Seite des Innenhofes, an der Treppe, die von der mittelalterlichen Burg herabführte, saß eine ordentliche Gruppe Vampire. Es waren weit mehr, als ich erwartet hätte. Ich zählte 16 Personen, die in der Sonne glitzerten, während Felix und ich uns noch im Schatten befanden. Von den ranghohen Mitgliedern der Wache fehlten nur Jane und Renata, Aros Leibwächterinnen. Alec war jedoch anwesend; auch Gianna sah ich.

Ich fragte mich, ob Jane und Renata vom Training ausgenommen waren aufgrund ihrer Talente – aber warum war dann Alec hier? – oder weil Aro ihre Dienste im Moment benötigte.

Am unteren Ende der Treppe blieb Felix stehen. „Du bleibst am Besten hier, wenn du dich nicht anders entschieden hast." Er deutete auf die niedere Mauer, wo ich beide Male gegessen hatte. Dann joggte er los über den Innenhof, zog sich im Laufen die Anzugjacke und sein Hemd aus, bis er mit bloßem Oberkörper vor den anderen Mitgliedern der Wache stand. Seine Kleidung warf er zusammen mit seinen Schuhen achtlos auf eine der unteren Treppenstufen.

Ich traute meinen Augen kaum, was ich da sah! Felix beachtete mich nicht länger, ließ gleichzeitig aber auch nichts aus, um seinen Körper zur Schau zu stellen.

Felix klatschte in die Hände und begann dann im vulgärsten Italienisch, das ich je zu Ohren bekommen hatte, Befehle und Beschimpfungen zu brüllen.

Das Training hatte begonnen.

Jeder Vampir gehorchte Felix aufs Wort, egal ob begabt oder nicht.

Alec schien ohne sein Talent zu kämpfen; sein Trainingspartner war zuerst eine Frau, deren Namen ich nicht kannte, danach Demetri, dem er unterlag, dann Chelsea.

Die meisten männlichen Vampire legten nun zu Beginn der Ringkämpfe ihre Oberbekleidung ab – die weiblichen traten in engen T-Shirts oder in Sport-BHs an. Bald erkannte ich, dass Felix nur teilweise mit seinem Aussehen geprahlt hatte. Zum einen riss lockere Kleidung, weil sie im Kampf für ein Manöver erlaubte, den Gegner zu packen, doch anschließend erschwerte die bloße Vampirhaut es, den Kontrahenten festhalten zu können.

Alles lief wirklich so brutal und schonungslos ab, wie Carlisle es beschrieben hatte. Es war unglaublich, mit welcher Grausamkeit die Kämpfenden vorgingen.

Felix trennte gelegentlich zwei Ringer, die sich wortwörtlich in einander verbissen hatten; er teilte Ratschläge und Beschimpfungen aus, wenn einer sich einen Fehler erlaubte; er gruppierte Gegner neu, manchmal auch zwei gegen einen.

Stählerne Vampirkörper krachten aneinander, dass mir beinahe die Ohren schmerzten. Es wurde geknurrt, gefaucht, gebissen, geflucht. Bekam jemand Zähne zu spüren, was aus meiner Sicht zum Glück nur selten geschah, so wurden wüste Beschimpfungen ausgetauscht, an welchem Körperteil der andere ein Gegner noch saugen dürfe.

Die einzige Gelegenheit, bei der mir Felix grinsend einen Blick zuwarf, war, ehe er Demetri für sich selbst als Gegner wählte. Nun, ich hatte ihm erzählt, dass ich Carlisles Bericht seines ersten Kampfes kannte, also konnte er auch davon ausgehen, dass ich von seinem Kampf gegen Demetri wusste.

Die meisten der anderen Vampire unterbrachen das Ringen, um Felix und Demetri zu beobachten. Ein Raunen ging durch die Wache, es wurden Wetten abgeschlossen. Felix hatte ich noch nicht in Aktion gesehen, wohl aber Demetri, der jedes seiner vier Trainingsduelle gewonnen hatte.

Die beiden ungleichen Vampire nahmen einander gegenüber Aufstellung und Alec zählte bis Drei. Von der ersten Sekunde an gingen Felix und Demetri sich an die Kehle. Der Kampf dauerte kaum eine Minute, ehe Demetri unterlag. Felix hatte ihn in der Luft während eines Sprunges gepackt, hielt ihn an einem Oberschenkel und einer Schulter. Noch im Flug riss Felix ihm dabei das Bein auf den Rücken. Ein scharfes Knacken und Demetris Schmerzensschrei gellten von den Mauern des Innenhofes wieder, ehe Felix den kleineren Körper unter sich im Sand begrub.

„Felix gewinnt!", verkündete Alec. Während Felix sich erhob, kniete sich der Zwilling neben Demetri, dessen Körper erschlaffte. Felix ging neben Alec in die Hocke, drehte Demetri auf den Rücken und wieder knackten Knochen, schabten in Gelenken übereinander, als sie in die richtige Position, in der sie verheilen sollten, gezwungen wurden. Demetri bemerkte von alledem nichts, da Alec ihn vollkommen betäubt hatte. Felix tauschte wenige Dankesworte mit Alec, dann klopfte er sich den Staub von der Hose und erklärte das Training für beendet.

„Du elender Hurensohn!" Eine sehr üppige dunkelhaarige Vampirfrau baute sich mit in die Hüften gestemmten Fäusten vor Felix auf. „War das wirklich notwendig?!"

Felix richtete sich auf und überragte die Frau, die er geringschätzig betrachtete. „Reg' dich nicht auf, Heidi, bis heute Nacht ist Demetri so gut wie neu und er kann's dir wieder besorgen!" Felix verdrehte in Alecs Richtung die Augen, als wolle er sagen „Weiber!"

Heidi fauchte und bleckte die Zähne. Für einen Augenblick glaubte ich, sie würde Felix anspringen, doch dann drehte sie sich um und kniete neben Demetri, der gerade seine Sinne zurückzuerhalten schien, nieder.

Noch am Boden liegend fluchte Demetri in einer Sprache, die mir nicht geläufig war, während er sein Bein zu strecken versuchte. Alec half ihm auf die Beine, Heidi stützte ihn. Alec holte sein Hemd und sein Sakko von der Treppe, dann sprang er aus dem Stand auf einen Balkon im dritten Stock der Burg und war verschwunden.

Demetri und Felix unterhielten sich – beide gut gelaunt, obwohl der eine gerade den anderen schwer verletzt hatte – in der mir unbekannten Sprache, während Heidi noch immer wütend dabei stand. Nach einem Abschiedsgruß setzte Felix ein strahlendes Lächeln auf und schlenderte zu mir. Ohne Hemd.

„Nun, Renesmee, was denkst du?"

„Dass ich Recht hatte, nicht gegen dich zu kämpfen."

Felix lachte und setzte sich breitbeinig neben mir auf die Mauer. „Demetri und ich kämpfen seit mehr als zwei Jahrtausenden mit und gegeneinander. Unsere Chancen stehen Fifty-fifty und trotzdem können wir es nicht lassen. Es könnte sich ja noch eines Tages herausstellen, dass einer von uns der Bessere ist." Felix blickte auf die andere Seite des Hofes, wo Demetri inzwischen humpelte, während Heidi in seiner Nähe stand, und sagte spitz: „In den letzten 300 Jahren war es leider nicht mehr dasselbe, seit eine gewisse Person mir meinen besten Freund zu vergällen versucht." Bei den letzten Worten erhob er sogar die Stimme, obwohl Heidi und Demetri uns auch so in absoluter Klarheit hören konnten.

Heidis Augen sprühten Funken auf Felix, Demetri schüttelte nur den Kopf.

„Ist das der Grund, warum du mit mir flirtest, Felix?", fragte ich geradeheraus. „Weil dein bester Freund eine Gefährtin hat und du nicht?"

„Was bringt dich auf den Gedanken, ich würde mit dir flirten, Kleines?" In jeder anderen Situation wäre Felix' Lächeln charmant gewesen, doch ich war weder in der Stimmung für seinen Humor noch im Geringsten an ihm interessiert.

Mit schneidender Stimme entgegnete ich: „Vielleicht der Umstand, dass du hier bist und dein Hemd noch dort drüben auf der Treppe?"

„Erwischt." Felix zuckte mit den Schultern und ließ dabei seine Brustmuskeln hüpfen.

Ich beschloss, ein für alle Mal einen Schlussstrich zu ziehen.

Ich stand auf. „Felix, du solltest nicht vergessen, dass ich hierher gekommen bin, weil ich nach dem Tod meines Gefährten auf meinen eigenen Tod gehofft habe. Dass ich noch lebe, heißt noch lange nicht, dass ich verfügbar bin, verstanden?" Ich hatte mich in Rage geredet und ließ ihn nun stehen, zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit.

„Renesmee!" Felix lief mir die Treppe hinauf nach und schlüpfte vor mir in die Eingangshalle des Palais. Ich hatte keine Wahl als anzuhalten, wenn ich nicht im Laufen an seine nackte Brust klatschen wollte.

„Verzeih mir, ich wollte nicht unverschämt sein." Felix senkte sogar die Lider, während er sprach. „Ich flirte gerne, das ist alles." Er gab mir den Weg frei und verneigte sich förmlich. „Guten Tag, Herrin."

Guten Tag, Herrin. Was sollte das nun schon wieder? Dachte Felix etwa, ich würde mich bei den Königen über ihn beschweren?

Ich blätterte so lange in Carlisles Buch, bis mir stets Felix' Name zwischen den Zeilen auffiel, doch ich erfuhr nichts Genaueres über ihn. Er war noch vor Beginn der christlichen Zeitrechnung zur Wache gestoßen, das war alles.

Als ich das Ende der Seiten erreichte, fand ich zwischen den letzten leeren Seiten und dem Einband einen Umschlag mit einer Einladung zu einem Maskenball mit Aros Unterschrift sowie einen doppelt gefalteten Zettel, den mein Großvater dort hineingelegt hatte. Die Einladungskarte war auf der Vorderseite mit der Zeichnung einer venezianischen Maske, deren Gesicht je zur Hälfte lachte und weinte, versehen worden. Der Papierbogen, von viel schlechterer Qualität als das handgeschöpfte Papier des Notizbuches, war brüchig und an den Knickstellen löcherig. Jedoch enthüllte sich mir ein interessantes Geheimnis, als ich das Blatt glatt strich und las:

V., 16. Nov.

Aro erklärte mir, dass er einst Jane gebeten habe, ihr Talent zu benutzen, während er sie berührte. Mir erscheint es ein grausames Experiment, doch auf diese Weise war Aro in der Lage festzustellen, dass Janes Gabe eine physische ist. Sie fügt den Schmerz tatsächlich dem Körper ihres Opfers zu, nicht dessen Geist.

Jane, die sich stets in Aros Nähe aufhält, bot mir eine Kostprobe an. Ich hätte abgelehnt, hätte sie mir Gelegenheit zu einer Antwort gelassen, da ich bereits Zeuge ihres Talents geworden war, doch sie bereitete mir bereits Schmerzen, ehe sie das letzte Wort zu Ende gesprochen hatte.

Was für eine hinterhältige, abgrundtief bösartige Person!

Mein Körper fühlte sich an, als würde ich meine Haut aufplatzen und das Fleisch darunter in winzige Stücke gerissen. Durch meine Schreie hörte ich, wie Aro ihr befahl, meine Folter zu beenden, und sie tadelte.

Alec war es, der mir auf die Beine half. „Verzeih' meiner unbeherrschten Schwester, Carlisle.", sprach er, ehe er sich zu ihr umdrehte. „Janey, das war sehr unangebracht."

Sie lächelte nur unberührt. Bösartig und kaltherzig.

Ich beobachtete auf meiner Haut, wo keine Kleidung sie bedeckte, wie winzige Risse sich schlossen und heilten, während meine Haut, wo ich sie nicht sehen konnte, sich wie unter tausenden Nadelstichen anfühlte. Der Schmerz, abgesehen von dem unangenehmen Heilungsprozess, war rasch verflogen, sobald Jane ihre Fähigkeit nicht mehr gegen mich einsetzte.

Alec bat Aro, er möge seine und meine Anwesenheit entschuldigen, und geleitete mich in den Innenhof zwischen den Burgen in den Garten, der im Südwesten angelegt wurde.

Während unseres Gesprächs entschuldigte er sich nochmals für Janes Verhalten, anschließend beschrieb er sein Talent als genaues Gegenteil zu ihrem.

Keine Sorge, ich werde es nicht an dir ausprobieren, auch wenn du von mir keine Schmerzen zu befürchten hast. Mein Talent würde jede deiner Sinneswahrnehmungen abschneiden: Du wärst blind, ohne Gehör, ohne Tast- und Geruchssinn. Du wärst nicht in der Lage, dich zu bewegen, weil du kein Gefühl mehr für deinen eigenen Körper besäßest."

Ich erfuhr weiterhin, dass Aro durch Alec Gnade bei Hinrichtungen gewährt: Dem Verurteilten werden die Sinne genommen und dadurch auch der Schmerz, während er in Stücke gerissen wird.

Ich fragte Alec, warum er bei den sieben Vampiren, deren Tod ich mit ansehen musste, nie seine Gabe benutzte. Seine Antwort lautete, es sei zwar sein Talent, aber nicht seine Entscheidung, wem Gnade zustehe und wem nicht.

Ich zeige erste Anzeichen von Paranoia; in den vergangenen Stunden war ich ständig beschäftigt mit dem Gedanken, dass ich es nicht einmal bemerken würde, wenn Alec sich auf Befehl seiner Herren mir näherte.

Aro:

Liest durch die Berührung seiner Hände mit der Hand einer anderen Person deren Erinnerungen und Gedanken, von der Wiege bis zum jetzigen Moment. Die Bilder, die ich in meinem Geist sah, während er sein Talent bei unserer ersten Begegnung bei mir anwandte, waren unglaublich. Ich sah Dinge aus meinem menschlichen Leben, die ich für immer vergessen glaubte. Ein gefährliches Talent, das er klug nutzt. Ihm bleibt keine Lüge verborgen.

Sulpicia:

Ich begegnete ihr zu selten, um mit letzter Sicherheit beurteilen zu können, dass sie wirklich keine Gabe besitzt. Ich würde Aro auch zutrauen, die Gabe seiner Frau als Geheimwaffe im Verborgenen zu halten.

Caius:

Nicht begabt, so weit mir bekannt. Er ist gefährlich durch seine überlegene Intelligenz; ein bewundernswerter, tödlicher Stratege. Der wahre Anführer des Clans, nicht Aro, den er für sich sprechen lässt.

Athenodora:

Sollte Aufdringlichkeit bis über die Grenzen jeglicher Höflichkeit hinweg ein Talent darstellen, ist diese Frau wahrlich gesegnet. Noch bin ich mir nicht sicher, warum sie solches Interesse an mir bekundet.

Marcus:

Er nimmt die Stärke und Art einer Beziehung war, welche zwei oder mehr Personen als Paar und Gruppe untereinander pflegen. Liebe, Hass, Gleichgültigkeit; auch, ob ein Vampir ihm und den beiden anderen Königen loyal ergeben ist.

Er erwähnte nicht, ob Didyme ein Talent besaß, auch wenn ich es vermuten würde, da sie Aros leibliche Schwester war und Geschwister – wie Jane und Alec – gleichermaßen begabt zu sein scheinen.

Chelsea:

Ihre Fähigkeit ergänzt die des Marcus. Sieht er die Loyalität eines Vampirs zu sich und seinen Brüdern verblassen, kann sie die Person wieder an ihre Herren binden. Ich weiß nicht, ob sie insgeheim versucht, mich an die Volturi zu binden. Ich diskutiere gerne mit Marcus; er ist stets ein angenehmer Gesprächspartner. So interessant Aro auch ist, mit ihm endet die Hälfte aller Konversationen im Streit. Für Caius empfinde ich Verachtung und tiefe Abscheu. Ich tendiere zu glauben, dass ich noch nicht an die drei Brüder gebunden wurde, so lange ich zu negativen Gefühlen fähig bin.

Demetri:

Fährtenleser, Spürhund. Ist ihm einmal ein Vampir oder Mensch begegnet und lebt dieser noch, so ist er fähig, diese Person instinktiv überall auf der Welt aufzuspüren.

Felix:

Kein Talent im engeren Sinn, doch seine Körperkraft ist so groß wie die eines neugeborenen Vampirs.

Eleazar:

Ein Glücksgriff für Aro, da er potentielle Talente in Menschen wahrnehmen kann, auch wenn er nicht immer vorhersehen kann, wie genau sich das Talent in dem Vampir manifestieren wird. Er war es, der Alec und Jane für seinen Herrn fand, und sie mit Aro in der Anwendung ihrer Gaben schulte.

Renata:

Schild gegen körperliche Angriffe.

Katharina:

Kann leblose Gegenstände durch Blickkontakt in Brand setzten, etwa eine Kerze oder ein Kaminfeuer. Aro und Caius würden es wohl auch gerne sehen, könnte sie ihre Feinde in Flammen aufgehen lassen. Sie selbst sagte mir, sie könne einen Vampir erst dann in Brand setzten, nachdem seine Haut verletzt wurde. Was nicht heißt, dass sie nicht auch ein Haus anzünden kann, in dem sich Vampire aufhalten, wie sie es in den Rumänen-Kriegen nach eigener Aussage getan hat, um die Gegner in die Arme der Wache zu treiben.

Afton, Beverly, Corin, Frederica, Gabrielle, Rinaldo, Santiago, Salvatore, Tomaš:

Keine Gabe.

Es waren einige Namen dabei, die ich nicht kannte; besonders die talentierte Katharina fiel mir auf. Einige Personen gehörten nicht zu den Wachen, die beim Scheinprozess gegen meine Familie die drei Brüder begleitet hatten; manche Namen deckten sich auch nicht mit denen, die ich beim Training der Wache gehört hatte. Ich glaubte nicht, dass die Männer und Frauen wie Eleazar aus Volterra fort gegangen waren, da sowohl Eleazar wie die Volturi darauf beharrten, dass er das einzige Mitglied der Wache war, dem sie gestattet hatten, sie zu verlassen. Waren die anderen in einem Kampf gestorben? Oder waren sie für ein – vermeintliches? – Vergehen hingerichtet worden? Oder gar, weil sie einfach nur gehen hatten wollen?