Während Kazui und Ichika in der Poststelle einbrachen und das große Lager nach dem Paket durchsuchten... Ließen sich ihre Eltern und Freunde mit den Mitgliedern der Untersuchungskommission vor dem Fernseher nieder um sich Keigos auf Band aufgezeichnete Erinnerungen anzusehen. Ob sie es wirklich sehen wollten wusste keiner von Ihnen. Doch nun hatten sie keine Wahl. Kazui und Ichika hatten etwas verbotenes gemacht und Keigo noch tiefer in die Schlagzeilen geritten. Doch das war nun zweitrangig. Den nun schob der Leiter der Untersuchungskommission behutsam die Videokassette in den Rekorder und drückte auf Play... insgesamt 40 Stunden Bildmaterial... Eine verblüffend lange Zeit um so lange am Stück wach zu sein...

Keigos Erinnerung, die sie durch seine Augen sahen, mit Untertiteln ausgestattet und im Dolby Stereo Format hören konnten, an jene so verhängnisvollen Tage, begannen zur Überraschung von jedermann an Bord eines Flugzeugs...

„Entschuldigen Sie bitte. Wir landen gleich, würden Sie bitte wieder die Lehne geradestellen." bat ihn eine Flugbegleiterin freundlich.

„Oh, natürlich!" sagte Keigo mit heiterem aber auch müdem und verschlafenem Ton. Und drückte einen Knopf neben ihm um seinen Sitz gerade zu stellen.

„Er war in einem Flugzeug?" fragte Ichigo verwirrt. „Ich dachte er wäre erst abgehauen nachdem wir enttarnt wurden?"

„Das glaub ich jetzt nicht! Er fliegt mit Nihon Air!" beklagte sich Kaneda als er den Namenszug der Fluggesellschaft mit der er damals abgestürzt war an der Wand vor Keigo erkannte. „Also das halte ich ihm jetzt vor..."

Tatsuki zischte ihn an ruhig zu sein und wies wieder auf den Bildschirm. Die Mitglieder der Kommission waren auch überrascht. Das stimmte nicht mit ihren Untersuchungsergebnissen überein...

Keigo blickte auf den Bildschirm vor ihm. Die interaktive Karte zeigte an das er gerade von Naha auf Okinawa zurück nach Tokio flog. Aufmerksam beobachteten sie Keigo wie er sich aufrichtete, seinen Müll der Flugbegleiterin gab und anschießend aus dem Fenster blickte. Die Bucht von Tokio schimmerte in der Morgensonne. Unzählige Schiffe waren unterwegs. Keigo sprach nicht sondern blickte einfach nur aus dem Fenster.

Der Leiter der Untersuchungskommission spulte etwas vor. Bis zu dem Moment als das Flugzeug gelandet und am Gate geparkt hatte...

Alles was Keigo, oder Andere gesagt hatten, zumindest das was er gehört hatte, wurde durch Untertitel dargestellt.

„Hallo, hier ist Keigo Asano!" sagte Keigo in sein Mobiltelefon. „Ich wollte nur sagen das ich gerade in Haneda gelandet bin. Ich bin mit etwas Glück in etwa einer Stunde im Studio."

„Und was geht mich das an!" sagte die gelangweilte Stimme des Empfangsmitarbeiters.

„Sie könnten es meinem Produzenten ausrichten! Ist schließlich Ihr Job!" sagte Keigo leicht gereizt und legte auf, wobei er gähnte. Er war müde. Er hatte nicht gut geschlafen, auch wenn er Business Class flog. „Wir sprechen uns noch!"

Keigo hatte gerade sein Smartphone in die Jackentasche gesteckt und seinen Trolley aus dem Handgepäckfach genommen als sein Telefon wieder klingelte. Es war ein Typ namens Shino...

„Shino Midori! Sein Agent!" murmelte der Kommissionsleiter und sah auf seine Liste.

„Morgen, Shino! Was ist?"

„Asano, bist du schon gelandet?"

„Ja, wir sind mit ner Stunde Verspätung gestartet." jammerte Keigo während er die Maschine verließ und durch die Fluggastbrücke ins Terminal ging. „Ich fahre direkt ins Studio. Wenn ich fertig bin fahr ich kurz nach Hause, nehme eine Dusche und fahre gleich zurück zum Flughafen. Ich muss morgen wieder in Okinawa sein."

„Wie gehen die Dreharbeiten voran?" fragte der Agent.

„Hä,... er ist für Dreharbeiten dort runter. Aber... jetzt ergibt das hier keinen Sinn oder..." der Leiter der Kommission war überrascht. Sie nahmen an Keigo wäre abgehauen weil er sie verraten hatte.

„Ganz gut, danke! Dieses Special, soll die Serie vor der Absetzung retten. Du hasst doch daran gedacht mir den Abendflug zu buchen?" fragte Keigo. Zu hören bekam er nur ein unsicheres schmunzeln. „Shino...?"

„Tut mir leid!" jammerte der Agent. „Das ist irgendwie untergegangen..."

„WAS? WOFÜR BEZAHL ICH DICH EIGENTLICH! ICH MUSS MORGEN FRÜH WIEDER IN NAHA SEIN!" schrie Keigo wütend. Jetzt klang er wieder wie damals in der Schule. „Awww... Gut das ich hier am Flughafen bin! Ich kauf mir schnell das Ticket und Check online ein..."

„Also ist Keigo nicht wegen uns abgehauen. Er war zum Arbeiten in Okinawa..." erkannte Orihime.

Sie sahen zu wie Keigo zum Ticketschalter ging, ein Ticket für die 22 Uhr Maschine kaufte, der Dame am Schalter ein Autogramm gab welches sie begeistert annahm und zu seinem Auto ging. Sie sahen zu wie Keigo in die Stadt fuhr, dabei laut zur Musik aus dem Radio mitsang und sich durch den Verkehr bis zum Hochhaus des Fernsehsenders durchzwängte. Er machte einen gutgelaunten und sorglosen Eindruck. Er schien auch nicht aufgeregt oder dergleichen. Es gab kein Anzeichen dafür das er den Moment abwartete. Sie spulten vor bis zu dem Zeitpunkt als er das Gebäude betrat und zum Empfang ging. Dort wartete bereits die Nachrichtensprecherin. Sie winkte und war sehr froh als Keigo da war.

„YUHU... ASANO!" rief sie erheitert.

„Makoto-chan, Guten Morgen!"

Da war das Miststück, dachten alle. Die Frau die damals das allererste mal im Fernsehen über sie gesprochen hatte und sie so verraten hatte... und die die Keigo gerade im Gefängnis besucht hatte und die ihn vor einem Millionenpublikum bloßgestellt hatte.

„Guten Morgen!" sagte sie und ging auf Keigo zu. Sie war sichtlich aufgeregt und erheitert. „Asano... es ist unglaublich! Ich habe eine Story die mir bestimmt eine Beförderung, wenn nicht gar noch mehr einbringt..."

„Du bist aber Aufgekratzt!" erkannte Keigo. „Was ist den los!"

Sofort wurden alle hellhörig. Ichigo entriss dem Shinigami die Fernbedienung und drehte den Ton lauter...

„Sag mal... Du kommst doch aus Karakura, oder?" fragte die Frau was Keigo nur mit einem verstimmten nicken beantwortete.

„Also, streng genommen bin ich aus Naruki! Aber ich bin in Karakura zur Schule gegangen! Wieso, was ist los?" Keigos Laune war schlagartig schlechter geworden. Er sprach nicht gerne über seine Jugend. Das hörte man an seiner Stimme.

„Wir haben gestern am späten Nachmittag ein Päckchen erhalten. Darin war ziemlich außergewöhnliches Material über eine Familie aus Karakura. Ich wollte dich fragen ob du sie vielleicht kennst..."

„ASANO-SAN! SIE WERDEN INS STUDIO D GEBETEN! ASANO-SAN BITTE INS STUDIO D!" hallte plötzlich die gelangweilte Stimme des Empfangsmitarbeiters durch die Eingangshalle und unterbrach sie.

Keigo drehte sich irritiert um. „Ich stehe direkt vor Ihnen, wieso sagen Sie das über Lautsprecher durch?"

„HEY, ICH MACHE HIER AUCH NUR MEINEN JOB!" maulte er wobei er immer noch in sein Mikrofon sprach. Er schaltete es erst aus als sein Telefon klingelte.

„Entschuldige Makoto-chan! Ich bin auf dem Sprung. Wir können gerne beim Mittagessen darüber sprechen. Ich muss los. Ich muss heute Abend zurück nach Okinawa fliegen. Was habe ich den damit zu tun?"

Die Frau konnte nicht antworten, da hallte wieder die Stimme des Mannes vom Empfang durch den Raum. „ASANO-SAN, WENN SIE MIT FLIRTEN FERTIG SIND SOLLEN SIE INS STUDIO D KOMMEN! IHR PRODUZENT WIRD LANGSAM UNGEDULDIG!"

„JA JA... Ich komme ja schon!" maulte Keigo zurück. „Sorry, wir sehen uns!"

Nickend verabschiedete sich die Nachrichtensprecherin als Keigo an ihr vorbei ging. „Okay, dann bis 12. Wir sehen uns in der Kantine..." sagte sie lächelnd und drehte sich um. „Wir gehen sowieso schon in der 10 Uhr Ausgabe damit auf Sendung. Du wirst schon sehen... das wird dich von den Socken hauen."

Keigo ging eine Treppe nach oben und in einen Flur der zu den Synchronstudios führte.

„Man, der Kerl vom Empfang ist heute mal wieder drauf! Er hat wohl seine Gehaltsabrechnung bekommen!" murmelte Keigo über den Typen vom Empfang.

Einige Shinigami im Haus fingen an zu lachen. Ichigo sah sich um und begriff nicht warum sie alle Keigo so witzig fanden. Dieser betrat eines der Studios und legte seine Jacke ab.

„Hey, ich bin da! Sorry, der Flug hatte Verspätung!" sagte Keigo und begrüßte die anderen.

Die nächste Stunde beobachteten sie, teilweise im Schnelldurchlauf Keigo dabei wie er seiner Arbeit nachging. Erst jetzt sahen sie das Keigo eigentlich mehr tat als nur einen Text abzulesen, was viele von ihnen dachten. Keigo musste sich in die Figur die er synchronisierte hineinversetzen und deren Emotionen wiedergeben. Man sah ihm an das ihm die Arbeit Spaß machte. So beobachteten sie wie er einige Episoden einer Anime-Serie und einen Werbespot synchronisierte bevor er sich müde auf einer Couch niederließ und kurz davor war einzudösen, das Bild im Fernseher wurde dunkler, aber dann wieder klarer als Keigo aufgeweckt wurde.

„Hey, aufwachen!" sagte der Produzent. „Wir gehen Mittagessen! Willst du mitkommen, oder vielleicht lieber ne Stunde Schlaf nachholen?"

„Mittag?" fragte Keigo und sah auf die Uhr. Es war kurz vor 12 Uhr mittags. „Oh, ich bin doch mit Makoto zum Essen verabredet! Danke aber, ich muss los!"

„Sag mal Asano... Was läuft da zwischen dir und Makoto Hirabata?" fragte sein Produzent.

„Wir essen nur zusammen!" murmelte Keigo. „Zwischen uns läuft nichts! Es kann da auch nichts laufen. Ihre Freundin hätte da was dagegen."

„Hä,... jetzt sag nicht das die auf... Frauen steht..." fragte sein Produzent mit großen Augen.

„Hey, das weißt du nicht von mir!" murmelte Keigo schmunzelnd...

Der Leiter der Untersuchungskommission sah besorgt auf seine Notizen. Bis jetzt ergab gar nichts einen Sinn. Sie dachten das Asano eine Affäre mit Ihr hatte, aber das konnte er jetzt auch Streichen...

Keigo ging zurück in den Eingangsbereich. Sie spulten vor bis zu der Stelle als er an einem Bildschirm ankam auf dem gerade das Programm des Nachrichtensenders Tokyo-Line lief, einem Schwestersender von Tokio-Eins. Der Sender bei dem Keigo unter Vertrag stand. Entsetzt erkannte er ein Foto der Kurosakis...

„Was zum..." murmelte er und eilte auf den Bildschirm zu vor dem sich eine Menschenansammlung gebildet hatte. „I... Ichigo..."

Hastig zwängte er sich durch die Menschentraube und starrte auf den Bildschirm...

Auch die Kurosakis erinnerten sich mit entsetzen an diese Berichte. Ihr Haus war zu diesem Zeitpunkt bereits von Menschen umzingelt...

Keigo las die Lauftexte am unteren Bildschirmrand. 'Shinigami existieren... Zerstörung der Stadt Karakura vor 12 Jahren geklärt... Shinigami nutzen künstliche Körper...'

Entsetzt wich Keigo zurück und sah sich eilig um.

„Oh, nein... Makoto...!" zischte er besorgt und hielt Ausschau nach Ihr. Als er sie nicht fand rannte Keigo davon und verkroch sich in einer der Kabinen in der nächsten Herrentoilette um sein Smartphone herauszukramen. Keigo wischte über den Bildschirm und rief Ichigos alte Nummer ab... „Aww... Bitte geh ran..."

Man konnte die Angst in seiner Stimme hören. Und dann den Frust als eine weibliche Stimme ihm sagte: „Die gewählte Nummer ist nicht vergeben!"

Die Nummer war längst nicht mehr aktuell. Wütend wählte er die Festnetznummer der Kurosaki-Klinik. „Kein Anschluss unter dieser Nummer!"

„Aww... Hoffentlich finden die einen weg das aus der Erinnerung der Leute zu löschen..." jammerte Keigo als er die kleine Kabine verließ und aus der Toilette hinausrannte. Besorgt sah er sich um und entdeckte Makoto Hirabata wie sie den Aufzug verließ und ihm lächelnd zuwinkte. Keigo rannte auf sie zu, packte sie am Arm und zerrte die völlig überrumpelte Frau in die nächste Besenkammer.

„HEY, NICHT SO GROB!" protestierte sie geschockt.

„MAKOTO:... BITTE... Sag mir das es nicht das war worüber du mit mir sprechen wolltest!" sagte er aufgeregt und mit schrillem Ton.

„Was brüllst du so! Ich habe die Story des Jahrtausends geliefert." sagte sie stolz.

„Du hasst nicht die Story des Jahrtausends geliefert, du hast die Büchse der Pandora geöffnet!" murmelte Keigo kleinlaut als er sich von ihr wegdrehte und um Fassung rang.

„Hä, was hast du gesagt? Du bist ja völlig durch den Wind!" sagte sie als sie langsam begriff worum es ging und die Arme verschränkte. „Sag mal,... kann es sein das du etwas darüber weißt..."

„NEIN!" antwortete Keigo geschockt. „Ich weiß nichts! Ich weiß von absolut gar nichts..."

Keigos Stimme wurde zittrig. Schweiß rann ihm das Gesicht runter. Ängstlich wollte er heraus aus der Besenkammer doch die Frau warf sich gegen die Tür und blockierte diese während sie Keigo mit strengem Blick in die Augen sah.

„Keigo... Wir haben Nachgeforscht! Ihr seid auf die gleiche Schule und sogar in die gleiche Klasse gegangen. Und ich sehe es an deinem Gesichtsausdruck das du offenbar mehr weißt als du zugibst... Bitte sag mir etwas!"

Keigo bekam weiche Knie. Erinnerungsfetzen blinkten auf.

„KEIGO! Hörst du überhaupt zu?!"

„Nein!" murmelte Keigo und drehte sich weg. „Ich... kenne Kurosaki... Aber... Ich weiß nichts über die Shinigami."

„Er lügt! Hört Ihr, er versucht seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen!" maulte Tatsuki.

„Aber... wieso... Ich dachte Sie hätten gesagt er wollte seine Bekanntheit damit steigern?" fragte Ichigo und sah den Mann von der Kommission an der verwirrt seine Notizen durchging.

„Woher habt ihr diese Fotos?" fragte Keigo geschockt.

„Die Fotos?"

„Ja, diese Fotos... Und diese Informationen?" fragte Keigo ängstlich. „Shinigami können doch gar nicht Fotografiert werden..."

„WAS HAT ER GESAGT?! KUROSAKI, HALTEN SIE DAS BAND AN!" schrie der Leiter der Kommission und Ichigo drückte auf Pause. „Spulen Sie einen Satz zurück..."

Ichigo tat dies und spulte bis zum letzten Satz zurück.

„Shinigami können doch gar nicht fotografiert werden..." wiederholte sich Keigos Stimme aus dem Fernseher.

„UND STOP!" rief der Leiter wieder und Ichigo drückte wieder auf Pause während der Shinigami die Akten durchging. „Das haben wir gar nicht bedacht!"

„Was?!" fragten mehrere anwesende gleichzeitig.

„Das was Asano da gerade gesagt hat." erklärte der Shinigami kleinlaut. „Es stimmt, das Shinigami nicht fotografiert werden können... zumindest wenn sie nicht im Gigai sind... deshalb haben wir uns gewundert woher die Fotos stammten..."

„Das bedeutet Keigo konnte diese Fotos nicht schießen..." erkannte Ichigo und spulte vor.

Im Schnelldurchlauf konnten sie sehen wie Keigo noch etwa eine halbe Stunde lang mit der Frau stritt bevor er von ihr in die Redaktion zu ihrem Schreibtisch geführt wurde...

„Hier ist es!" sagte sie kleinlaut während sie eine verschlossene Schublade aufschloss und ein kleines geöffnetes Paket herausholte. Es hatte genau die gleiche Größe und Form wie das was sie auf dem Überwachungsfoto gesehen hatten. „Ist gestern hier eingegangen. Fotos, Videos, Zeitungsartikel und Seitenlange Erklärungen und Schilderungen über alle Beteiligten. Von den Kurosakis bis hin zu deren Freunden und diesen Shinigami mit denen sie befreundet sein sollen..."

Keigo entriss ihr das Paket und fand tatsächlich dutzende Fotos, Datenträger und Papiere. „Wer hat euch das geschickt? Das Paket sieht genauso aus wie...meins..."

„Keine Ahnung?! Ohne Absender!" antwortete sie während Keigo das Etikett des Paketdienstleisters entdeckte. Es war an die Redaktion direkt Adressiert. Keigo prägte sich den Stempel der Filiale und die Uhrzeit ein an dem es Abgeschickt wurde. In einem unbeobachteten Moment griff sich Keigo einige Fotos und steckte sie heimlich ein...

„Was macht er da?" fragte Orihime und wies auf Keigo der einiges von dem Material klaute.

Keigo klaute einige Fotos, ein paar Zeitungsausschnitte und ein paar Dokumente bevor er den Karton wieder abstellte. Die Frau bekam glücklicherweise nicht mit was er tat.

„Du hältst meinen Namen da Raus ist das klar!" drohte Ihr Keigo im strengem Ton. „Vergiss nicht das du mir immer noch was Schuldig bist."

Widerwillig akzeptierte sie seinen Wunsch, seinen Namen so lange wie möglich da raus zuhalten. Keigo verließ daraufhin wieder hastig die Redaktion und fuhr mit dem Aufzug nach unten in die Synchronisation. Dort setzte her heimlich die Mikrofone außer betrieb um nach Hause gehen zu können...

„So ein Mist aber auch... Hier läuft ja auf einmal gar nichts mehr..." schimpfte der Produzent als er merkte das die Mikros scheinbar kaputt waren.

„So ein Pech aber auch... Naja... Dann gehe ich nach Hause. Wir sehen uns wenn ich aus Okinawa zurück bin!" sagte Keigo unschuldig und verließ so schnell er konnte das Studio bevor jemand merkte das er es war, der das Studio außer Betrieb gesetzt hatte.

Sie spulten vor...

Keigo fuhr über mehrere rote Ampeln und fuhr beinahe einen seiner Nachbarn über den Haufen als er parkte und zurück in seine Wohnung stürmte. Er warf seinen Koffer auf sein Bett und lief geschockt auf und ab.

„Ichigo, halt das Band an!" rief Yuzu.

Ichigo drückte wieder auf Pause und Yuzu kroch näher zum Bildschirm. Sie musterte genau das Bild das nun Keigos Wohnung zeigte.

„WOW! Asano-kun wohnt ja richtig schick..." sagte Orihime begeistert als sie seine Wohnung sah, doch Yuzu hob die Hand um sie zu bitten ruhig zu sein.

„Scchhhh... Dieser Raum." Yuzu hatte das Gefühl dieses geräumige Wohnzimmer mit seinen großen Fenstern, der weiten Terrasse und den vielen Pflanzen schon mal gesehen zu haben. „Dieser Raum kommt mir bekannt vor."

„Sie waren ja da! Da auf dieser Couch sind Sie gestorben." erklärte Kaneda und wies auf die Couch. „Dort ist die Küche und diese beiden Fenster waren kaputt als ich aufgewacht bin..."

Ichigo lies das Band weiterlaufen...

Keigo lies den Fernseher an um den Nachrichten zuzuhören während er seine Schubladen durchwühlte und etwas suchte und auch fand... den Durchschlag des Adressaufklebers von dem Paket das er abgeschickt hatte...

Jetzt war es Ichigo der das Band stoppte und auf den Zettel wies. „Seht mal, das ist von seinem Paket."

„Ichigo... Das Paket war an uns Adressiert!" sagte Orihime mit großen Augen und wies auf den Bildschirm.

Ichigo sah wieder auf den Bildschirm. Sie hatte recht. Der Stempel war aus der gleichen Filiale, die Uhrzeit wich nur um zwei Minuten ab... aber das Paket das Keigo abgeschickt hatte war nicht das mit dem Beweismitteln... es war ein Paket an Ihre Adresse... genauer gesagt... war es für Kazui...

„Wie kann das sein! Ich habe doch nicht..." murmelte Keigo. „Nein, nein das kann nicht sein!"

Keigo durchwühlte wieder die Schublade bis er eine Schachtel Zigaretten fand und sich eine ansteckte...

„Zum Teufel mit meiner Lunge!" murmelte Keigo und nahm einen tiefen Zug. „Ich dachte ich hätte aufgehört..."

„Seit wann raucht er denn?" fragte Mizuiro erstaunt.

Keigo nahm wieder die Quittung in die Hand und sah nochmal auf den Stempel mit der Uhrzeit. „Nein! Nein... das war unmöglich..."

Keigo legte die Quittung in eine Schale und kramte die Fotos die er geklaut hatte hervor um sie sich anzusehen. Auf die Rückseiten waren Namen und Notizen mit Datum gekritzelt.

„Shinigami können doch nicht fotografiert werden! Wie konnten die ein Foto von Kazui machen?" fragte Keigo laut und warf alle Fotos, die Dokumente und Artikel ohne sie zu lesen ebenfalls in die Schale, brachte diese nach draußen auf die Terrasse und zündete es mit seiner brennenden Zigarette an. „Kazui sieht doch ganz anders aus..."

„Er verbrennt die Beweise!" rief Isshin.

„Er wollte verhindern das sie auch ein Foto von Kazui veröffentlichen!" realisierte Ichigo. „Und er hat versucht Schadensbegrenzung zu betreiben..."

Die Mitglieder der Untersuchungskommission hatten sich über Ihren Notizen breit gemacht und steckten entsetzt die Köpfe zusammen. Plötzlich ergab keiner ihrer Ermittlungen mehr einen Sinn. Fast schon so als ob jemand das ganze geplant hatte...

„Aww... Ich befürchte... Uns ist ein schrecklicher Fehler unterlaufen!" jammerte der Leitende Shinigami kleinlaut und wurde ganz rot...

Ichigo war entsetzt. Sie beobachteten Keigos Erinnerung noch etwas weiter. Wie er alles verbrannte um zu verhindern das jemand etwas über Sie herausfand. Keigo konnte nicht wissen das jemand später seine Erinnerung an diesen Tag auf Band aufzeichnete, also konnte er es auch nicht fingieren. Er war an diesem Tag wohl wirklich selbst geschockt... Ichigo rang um Fassung. Alle anderen auch. Sie erkannten langsam, das sie Keigo wohl unrecht getan hatten...

„ICHIGO, STOPP DAS BAND!" schrie Yuzu plötzlich laut auf. Ichigo drückte instinktiv wieder auf Pause und Yuzu wies wimmernd auf den Bildschirm. Keigo hatte in der Zwischenzeit den Kühlschrank geöffnet um sich etwas zu trinken zu holen. Im Kühlschrank stand ein Krug mit Gazpacho. „Der Krug da... Dieses rote Zeug! Gazpacho!"

„Gazwas?" fragte Isshin.

„Gazpacho!" rief Yuzu. „Spanische Gemüsesuppe! Keigo hatte da Tabletten reingemacht um sich umzubringen... Ich habe das Zeug getrunken um mich selbst zu töten... Ich erinnere mich!"

Tränen liefen Yuzu über das Gesicht. Geschockt erinnerte sie sich nun wieder an die letzten Tage Ihres Lebens... Die Amerikaner, ihre Flucht, der Anwalt, der Selbstmordversuch... Weinend brach Sie zusammen und sank zusammen... All das Chaos war Ihre Schuld. So kam es ihr zumindest vor. Schluchzend legte sie ihren Kopf auf den Schoß ihres Vaters der sein bestes Tat sie zu trösten.

„Oh... Yuzu..." sagte Ichigo geschockt als er realisierte das seine Schwester tatsächlich Selbstmord begangen hatte. Wütend drehte er sich zur Untersuchungskommission um. „Wie konnte es nur so weit kommen?"

Beschämt hatten sich die Mitglieder der Kommission in eine Ecke des Raumes verkrochen. Der Leiter sank auf die Knie. „Ich... weiß nicht... was ich... sagen soll... Ich glaube... Ihr kleiner Freund... ist ein Sündenbock!"

„Keigo ist also nur ein SÜNDENBOCK!" schrie Ichigo wütend.

„Kurosaki-san, es tut uns leid... Aber... all unsere Ermittlungen gingen in Richtung dieses Päckchens das er Aufgegeben hatte..."

„Aber das Päckchen das er Aufgegeben hatte, war nicht an die Redaktion seines Senders adressiert." schrie Ichigo. „Es ist an unseren Sohn adressiert gewesen!

„Wir gingen davon aus, weil Asano versucht hat das Paket heimlich aufzugeben... das er... Wir... da waren nur 2 Minuten dazwischen... Wie oft kommt es vor das jemand... Irgendjemand muss gewusst haben das Asano ein Paket verschicken wollte. Und derjenige hat sich mühe gegeben das es genauso aussah. Wir dachten er hätte mit dieser Frau eine Affäre gehabt und er wollte ihr imponieren oder ihrer Karriere auf die Sprünge helfen..."

„Keigo hatte bis vorgestern noch eine Freundin! Ein ganz schönes Flittchen aber er war schon in einer Beziehung." erklärte Kaneda. „Außerdem sagte er mir das er von Anfang an wusste das die Lesbisch ist, also ergab das ohnehin keinen Sinn..."

„Also wo ist das richtige Päckchen?" fragte Ichigo wütend kurz bevor jemand die Tür aufschob und diese mit einem lauten knall aus dem Rahmen flog.

„PAPA, PAPA, PAPA..." schrie Kazui aufgeregt als er hinein rannte. Kazui rannte im Beisein von Ichika ins Haus und stolperte sofort. Dabei ließ er das Päckchen fallen das er aus der Poststelle geklaut hatte. Das Päckchen rutschte über den Boden, direkt bis vor Ichigos Füße. „Wir haben das Paket!"

Ichigo und alle anwesenden sahen mit schock auf das kleine Päckchen das nun in der Mitte des Raumes lag...

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