Es waren fünf Wochen vergangen und heute war ein schwerer Tag für Tami. Es hatte sich im Nachhinein herausgestellt, dass die Firma, wo das Flugzeug von Tami's Vater zur Inspektion war, alte Materialien verwendet hatte, sodass die Maschine durch einen Kurzschluss abgestürzt war. Auch weitere Kunden hatten sich bei der Polizei gemeldet und heute war die Verhandlung, bei der Tami aussagen musste. So sass sie jetzt leichenblass neben Dave und Jon, der ihre Hand hielt und wartete, dass sie aufgerufen wurde.
"Miss Tami Hoskins", rief eine Beamtin und Tami folgte ihr in den Gerichtssaal. Jon und Dave setzten sich in die hinteren Reihen.
"Setzen sie sich Miss Hoskins. Ihr Name ist Tami Hoskins, geboren am Fünfzehnten Juli Neunzehnhundertneunundachtzig. Wohnhaft in der Greenwichstreet 8 in Tampa. Sind diese Angaben korrekt", kam vom Richter, der sie freundlich ansah.
"Ja Sir"
"Miss Hoskins, ich kann mir vorstellen, dass dieser Tag ihnen nicht leicht fällt, aber um das Strafmaß festlegen zu können, müssen sie uns leider noch einmal mitteilen, was sie an diesem Tage zugetragen hat."
Tami nickte und ein Kloß bildete sich in ihrem Hals. Sie holte tief Luft.
"Wir waren am Unfalltag in Pensacola, weil wir dort Bekannte besucht haben und sind morgens gegen Zehn zu dem kleinen Flufhafen an der Chesterstreet gefahren, wo unser Flugzeug stand. Mein Dad kontrollierte noch einmal alles und wir bekamen auch sofort die Starterlaubnis. Am Anfang lief auch alles prima, nur irgendwann hörten wir so ein knirschendes Geräusch, was seitlich unter uns zu sein schien. Es verschwand wieder kurz und wir haben uns nichts weiter dabei gedacht. Wir waren schon ziemlich nah an daheim, als ein heftiger Ruck das Flugzeug kurz nach unten zog. Mein Vater hat sofort reagiert und den Flughafen in Tampa alarmiert." Tami senkte den Kopf und ein Schluchzen durchfuhr sie.
"Lassen sie sich Zeit. Wenn sie eine Pause brauchen, ist das Ok," kam vom Richter. Ein Beamter kam mit einer Box und reichte ihr ein Taschentuch, welches Tami mit einem Nicken dankend annahm.
"Plötzlich bemerkte meine Mutter Rauch und schrie auf. Ich griff nach dem Feuerlöscher unter meinem Sitz und drehte mich nach hinten, um zu sehen, ob Feuer zu sehen war, aber ich sah auch nur den Rauch. Dann folgte wieder ein heftiger Ruck und mein Dad fing an zu schreien, dass wir den Kopf auf die Knie legen sollten. Mum fing fürchterlich an zu weinen und sie schrie, dass der Boden immer näher kommt. Ich hielt ihre Hand fest und starrte nur durch das Fenster auf das Feld. Dann spürte ich nur noch einen heftigen Schlag und Schmerzen, wie ich sie noch nie erlebt habe. Das nächste, an was ich mich erinnern kann ist das Krankenhaus, wo ich dann aufgewacht bin."
"Vielen Dank Miss Hoskins. Wir haben ihre Krankenakte mit ihrer Zustimmung vom Medical Center angefordert und haben uns alles angesehen. Ich muss ihnen sagen, dass ich sehr froh bin zu sehen, dass es ihnen wieder gut geht. Sie dürfen sich jetzt zu Mister Bautista setzen, wenn sie alles weiterverfolgen möchten oder den Saal verlassen."
"Vielen Dank, Sir. Aber ich möchte den Saal gerne verlassen. Egal, wie das Urteil ausfällt, es bringt mir meine Eltern nicht zurück."
Sie stand auf und ging den Gang entlang, wo Dave sie mit Tränen in den Augen in den Arm nahm. "Das hast du gut gemacht, Sweetie."
Im Flur musste Tami sich erst einmal setzen. Jon stand stumm neben ihr und fuhr mit der Hand sanft über ihren Kopf, denn er war verdammt stolz auf Tami. Dave's Anwalt kam kurz raus, um ihnen mitzuteilen, dass er sich sofort melden würde, wenn das Urteil gefallen war. Dave fuhr sie zu Jons Wohnung, da er zum Training musste.
"Ich komme heute später nach Hause Sweetie. Brauchst nicht auf mich zu warten. Wir sehen uns dann morgen Abend in Jersey, Jon."
Jon salutierte kurz vor ihm und schon war Dave verschwunden. In der Wohnung schmiss Tami ihre Jacke auf den Stuhl und setzte sich erst einmal auf die Couch. Jon ging in die Küche und kam wenig später mit einer Tasse Tee wieder.
"Danke, du bist echt lieb zu mir."
"Hey, lieb ist mein zweiter Vorname", antworte er neckisch. Er setzte sich neben sie und zog sie in seine Arme. "Ich bin stolz auf dich. Es war sicher schwer für dich."
"Ja, aber ich möchte, dass diese Firma ihre gerechte Strafe bekommt. Hast du gelesen, dass noch sieben weitere Leute sich gemeldet haben. Gott sein Dank ist da nichts schlimmeres passiert."
"Wenn das Gericht gerecht ist, dann dürfen die den Laden nie wieder aufmachen", fauchte Jon.
"Hmmm. Wann musst du eigentlich los?"
"Um Achtzehn Uhr geht der Flieger. Wir haben also noch drei Stunden für uns. Was willst du machen?"
Sie drehte sich so, dass sie auf ihm zum Sitzen kam, fuhr langsam mit den Fingern über sein Shirt und grinste ihn an. "Also ich wüsste da schon was"
Stürmisch zog er sie an sich heran und tauchte mit seiner Zunge kurz in ihre Mundhöhle. "Zu Befehl, mein kleiner Nimmersatt."
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Nach dem gemeinsamen Duschen fuhren sie zusammen ins Trainingscenter, wo Colby und Joe schon auf Jon warteten.
"Bis Freitag, mein Schatz. Ich liebe dich", hauchte Jon ihr ins Ohr, bevor er ihr noch einen zärtlichen Kuss auf die Lippen drückte.
"Ich dich auch. Pass auf dich auf", antwortete sie und ging dann in den Umkleideraum, wo Cindy sass und sich umzog.
"Hey Süsse, na wie läuft es? Steht unsere Verabredung heute Abend."
"Klar. Aber beim nächsten Mal müssen wir mal nachmittags essen gehen, damit unsere Naomi mit kann."
"Ja, das hat Bruce auch schon gesagt. Beim nächsten Mal wird es dann McDonald", meinte Cindy lachend.
"Wer macht heute das Training?"
"Windham und Leslie. Windham braucht jetzt zwei Wochen nicht weg, da Bray Wyatt abgetaucht ist."
Sie gingen in die Trainingshalle und als Tami gerade auf der Matte saß, klingelte ihr Handy.
"Hi Dave, was gibt es."
"Hallo Sweetie, Thomas hat mich gerade angerufen. Der Chef der Firma hat Acht Jahre bekommen und die Firma ist dicht."
"Das ist gut zu hören. So kommen nicht weitere Menschen zu schaden. Bis heute Abend"
"Bye Sweetie."
Windham und Cindy sahen sie neugierig an. "Acht Jahre und die Firma ist dicht", antwortete sie nur. Windham hob den Daumen und Cindy streichelte ihr über die Schulter. Sie trainierten zirka zwei Stunden, zogen sich dann im Center um und gingen in die Vorhalle, wo schon die anderen warteten. Bob stand schon mit dem Bus vor der Türe und fuhr sie dann ins Dragons, wo Cindy einen Tisch reserviert hatte. Es wurde ein lustiger Abend und Tami vergass für ein paar Stunden den Stress des heutigen Tages. Kurz vor Mitternacht setzte Bob sie zu Hause ab und todmüde stieg sie die Treppen hoch und öffnete die Türe zu ihrem Zimmer. Dort bekam sie grosse Augen, denn auf ihrem Schreibtisch stand ein grosser Strauss Rosen. An der Folie hing ein Karte und sie öffnete sie. "Hi Süsse, ich vermisse dich jetzt schon. Kann es gar nicht erwarten, dich wieder in meinem Arm zu halten. Ich liebe dich. Dein Idiot" Sie kramte in ihrer Tasche nach ihrem Hand und schrieb ihm eine SMS. "Hi, du verrückter Idiot. Ich liebe dich. Danke"
