„Hey Matt, Sora! Wartet… Bleibt doch stehen!"
Sora und Matt blieben ruckartig stehen und drehten sich um. Als sie die Beiden auf sich zu rennen sahen, mussten sie unbewusst schmunzeln.
„Meinst du sie wissen, dass sie Hand in Hand laufen?"
„Ich glaube nicht, aber lass sie uns einfach beobachten. Mal schauen wann sie es bemerken.", Sora musste bei ihrer eigenen Idee kichern. Matt nickte nur, denn schon kamen Tai und Mimi bei Ihnen an.
„Na, habt ihr genug gelacht? Dann können wir ja gehen."
Ohne eine Antwort abzuwarten zog Matt, Sora wieder mit sich. Tai tat es ihm unbewusst gleich und zog Mimi mit.
Schließlich kamen sie wieder im Speisesaal an, wo ein ungeduldiger Herr Ichitaka wartete.
„Meine Güte, was hat da so lang gedauert? Wo wart ihr?", Herr Ichitaka war wieder mal nahe eines Wutausbruches, hielt aber kurz inne.
„Also... das ist etwas sehr gewagtes."
„Bitte?", die vier Tutoren waren verwirrt, sie hatten mit einen kleinen Wutausbruch gerechnet, aber stattdessen sahen sie, wie Herr Ichitaka verwirrt auf Mimi und Tai blickte.
„Haben wir irgendwas im Gesicht oder warum starren sie uns so an?"
„Yagami, zügeln Sie Ihre Zunge, ich bin immer noch Ihr Lehrer. Und zu ihrer Frage: Nein Sie haben nichts im Gesicht. Ich dachte mir nur das es sehr viel Aufregung in Ihrer Beziehung geben wird."
„Welche Beziehung?", fragte Mimi verdutzt.
„Zwischen Ihnen und Herr Yagami."
„WAS?"
Mimi und Tai starrten Herr Ichitaka entsetzt an. Während Tai immer noch fassungslos aussah, lief Mimi leicht rosa an und überlegte
Wie kommt der nun darauf? Haben Tai und ich irgendwas gemacht, was darauf hindeuten könnte?, während Mimi nachdachte, senkte sie ihren Kopf und sah auf den Boden, dabei fiel ihr Blick auf ihre linke Hand, welche sich immer noch in Tais Hand befand und sich dort auch sehr wohl und vertraut anfühlte.
Vielleicht sollte ich Tai mal sagen, dass er mal meine Hand loslassen soll, die fängt nämlich an zu schwitzen. Ach Mimi woran denkst du denn schon wieder, es ist doch egal ob Tais Hand schwitzt oder nicht. Ich muss das Missverständnis aufklären und… Moment mal.. T..Tai hält MEINE Hand.. wie wo was?, plötzlich wurde Mimi bewusst, warum Herr ichitaka den Verdacht hatte.
Leise zischte sie zu Tai:
„Lass los."
„Hä, was soll ich loslassen?" Tai verstand nicht, was Mimi meinte, er musste erst nachdenken und den Grund für Herrn Ichitakas Verdacht herausfinden.
„Ich sagte: LASS LOS.", die letzen beiden Worte schrie Mimi schon fast und versuchte ihre Hand wegzuziehen.
Nun fiel der Groschen auch bei Tai, Ruckartig ließ er ihre Hand los.
„Denk bloß nichts Falsches von mir, ich hab dich nur hinterher gezogen mehr nicht."
„Das will ich auch hoffen."
„Ach, das heißt Sie sind doch nicht zusammen?" Herr Ichitaka ergriff wieder das Wort, kurz bevor Tais und Mimis Diskussion in einem sinnlosen Streit ausbrechen konnte.
„Nein, natürlich nicht." Beide riefen den Satz, trotz schweren Herzens, gleichzeitig aus.
„Na dann. Mich soll es nicht stören. Was ich Ihnen eigentlich mitteilen wollte ist, dass die Neuner den Rest des Tages frei bekommen haben. Das bedeutet wiederrum für Sie, dass sie ihre Koffer auspacken können. Sie haben einen eigenen kleinen Flur mit zwei Doppelzimmern, Zimmer 16 und 17. Hier sind die Schlüssel, wir treffen uns dann PÜNKTLICH um halb 8 im Speisesaal."
Herr Ichitaka übergab die Schlüssel Matt und Sora und verschwand anschließend im Gebäude.
„Na dann, auf in unsere Zimmer.", Mimi hackte sich bei Sora ein und beide liefen vor den Jungs her, in Richtung Zimmer.
Keine 5 Minuten später, standen die vier vor ihren Zimmern.
„So, am besten bezieht jeder sein Bett und packt aus und dann treffen wir uns in einer halben Stunde wieder hier."
Alle stimmten Soras Vorschlag zu und machten sich an die Arbeit.
Bei Mimi und Sora:
„Du Mimi, nimmst du mir das eigentlich immer noch übel?"
„Was meinst du?"
„Na wegen der Toiletten- Geschichte…"
„Ach was, das war doch lustig! Ich hab schon lange nicht mehr so gelacht."
„Gut. Ich dachte schon, du wärst nachtragend oder so."
„Keine Sorge Sora, du bist meine beste Freundin, dir kann ich alles verzeihen. Aber mal was anderes." Mimi setze ein schelmisches Grinsen auf.
„Du würdest doch liebend gerne mit Matt hier in einem Zimmer wohnen, oder? Dann wärt ihr ungestört und könntet alles machen was ihr wollt... Ihr beide -... ganz allein."
„MIMI!", Sora lief tiefrot an und war empört.
„Also, wovon redest du denn da schon wieder? Ich bin nicht so versaut wie du. Oder soll ich dich noch mal erinnern was du mir auf den Weg hierher erzählt hast?"
„Was meinste?"
„Na die Szene im Bus, saß da nicht Tai AUF dir? Nein, er LAG ja auf dir!"
„Das hatte nichts zu bedeuten."
„Ja klar… Wahrscheinlich willst du das was ihr im Bus angefangen habt, hier fortsetzen, nicht wahr?", nun war es für Mimi an der Reihe rot zu werden.
Als sie gerade etwas erwidern wollte unterbrach Sora sie und setzte noch einen drauf:
„Also wenn ihr hier Spaß habt, dann bitte nicht so laut. Immerhin seit ihr nicht allein hier und wenn Herr Ichitaka euch erwischen sollte dann könnte es Ärger geben."
„SORA!", Mimi war entsetzt, wie konnte ihre beste Freundin nur so etwas sagen?
Sora hingegen, lies sich vor Lachen aufs Bett fallen.
„Ich hätte besser meine Klappe halten sollen. Ich habe es dir nur erzählt damit du mit deinen Fragen aufhörst, aber nicht damit du mich aufziehst, denn das ist echt peinlich."
„Ach was, ich nenn das einen Fortschritt."
„Wie meinst du das?"
„Naja, keiner von euch Beiden hat jemals seine Liebe dem Anderen eingestanden, aber ihr geht schon richtig zur Sache."
„Wie Bitte? Wir haben nichts gemacht außer…"
„Außer der Tatsache, dass ihr „aufeinander" lagt und ihr euch beinahe geküsst habt."
Mimi hatte darauf nichts mehr zu erwidern und auch Sora wusste, sie hatte gewonnen.
„Keine Sorge Mimi, ich bin mir sicher, dass Tai das Gleiche für dich empfindet, wie du für ihn. Er ist halt ein bisschen langsamer."
Mimi stieß einen tiefen Seufzer aus.
„Wie du meinst, aber machen wir mal einen Themenwechsel: Was denkst du über T.K. und Kari?"
„Sie sind ein tolles Paar, das hab ich mir schon von Anfang an gedacht."
„Ja, als ich die Beiden im Bus gesehen hab, dachte ich mir schon, dass da irgendwas läuft."
Darauf mussten Beide Mädels kichern, als sie plötzlich von einem lauten Rumpeln unterbrochen wurden…
Währenddessen bei den Jungs:
„Also wir werden einfach nur abwarten und sie beobachten?"
„Ja, genau das machen wir."
„Und du meinst auf Davis ist verlass?"
Matt zweifelte, er hatte schon oft genug miterlebt, wie schief Tais Pläne gehen konnten.
„Ja doch! Davis vergöttert mich… Ich bin sein großes Vorbild."
Selbstbewusst und stolz grinste Tai Matt zuversichtlich an, dieser jedoch schüttelte ungläubig seinen Kopf.
„Man Matt, glaub mir! Wir kriegen unsere Infos."
„Na wenn DU das sagst! Apropos Davis, hast du es auch schon bemerkt?"
„Huh? Was soll ich bemerkt haben?"
„Naja, ich glaube er hat sich in Mimi verknallt!"
„WAS?", Tai fiel die Kinnlade hinunter.
„Wie… Wie kommst du denn DARAUF?"
„Na, hast du denn nicht gesehen, wie rot er geworden ist, als er sich bei Mimi entschuldigt hatte?"
„Matt, hör auf mich zu verarschen. Das kann nicht wahr sein."
„Ich mache keine Scherze, es war so. Wobei ich glaube nicht, dass…"
Noch bevor Matt seinen Satz zu Ende bringen konnte, schmiss Tai sein Bettlaken auf den Boden und stürmte auf die Zimmertür zu. Doch Matt der mit so einer Reaktion fast schon gerechnet hatte, schnellte auf ihn zu und hielt ihn zurück.
„Was hast du vor, Tai?"
„Ich werde Davis die Tracht Prügel seines Lebens verpassen!"
„Tai, beruhig dich! Das macht doch keinen Sinn. Es ist doch nicht so, dass du mit Mimi zusammen bist und die Beiden eine Affäre haben. Wahrscheinlich ist es eh nur eine kleine Schwärmerei von Davis."
Doch allein die Vorstellung, dass da etwas laufen könnte, zwischen Mimi und Davis, ließ Tais Herz vor Wut schneller schlagen und schmerzen.
„Er ist doch viel zu jung für Mimi.", leise murmelte Tai diesen Satz und machte dabei einen nachdenklichen Gesichtsausdruck.
Matt seufzte:
„Man, oh man, du musst sie ja abgöttisch lieben, wenn du schon auf Davis eifersüchtig wirst."
„Red keinen Scheiß, dass ist nur mein Beschützerinstinkt."
„Ja klar Tai… Und Sora ist nur meine beste Freundin.", Matts Sarkasmus war wieder einmal nicht zu überhören.
Tai wendete sich leicht gerötet und ertappt ab und fing an sein Bett zu beziehen, als das Unglück seinen Lauf nahm.
„Du Sora, ich glaube das Rumpeln kam aus dem Zimmer der Jungs, lass uns mal nach sehen, was da los ist." Sora nickte zustimmend und so machten sich Beide zu ihren Nachbarn auf.
„Hey Jungs, ist alles in Ordnung bei euch? Wir haben es Krachen gehört und …", Mimi unterbrach ihre Frage und starrte entgeistert auf eines der Betten im Zimmer. Sora, die sich wunderte warum Mimi stockte, folgte ihren Blick. Dann brachen beide in schallendes Gelächter aus.
Tai, der sein Bett beziehen wollte, war ausgerutscht, als er die Matratze anhob und war nun zwischen ihr und dem Gitter eingeklemmt, nur seine Beine waren noch zusehen.
Matt der seinen besten Kumpel zur Hilfe eilen wollte, hatte sich in seinem Bettlaken verheddert und ist der Länge nach auf das Bett, und somit auch auf Tai, gefallen.
Den einzigen Laut, den man noch vernahm, war ein schmerzhaftes Stöhnen von Tai.
„Mein Gott, was ist denn hier passiert?", die Mädels hatten sich wieder etwas beruhigt und sahen nun den Ernst der misslichen Lage. Sofort eilten sie zu ihren Freunden.
Liebevoll hievte Sora ihren Freund vom Bett und entwirrte ihm vom Bettlaken.
„Na Schatz, was machst du denn für Sachen?", zärtlich fuhr sie Matt mit ihren Handrücken über die Wange und lächelte.
„Danke Sora. Da zahlt es sich aus, so eine umwerfende Freundin bei sich zu haben."
„Genau, einer muss ja auf dich aufpassen."
Matt zog seine Freundin eng an sich und beide verloren sich in einem innigen Kuss.
Mimi hingegen hatte es währenddessen etwas schwieriger. Sie hatte es gerade geschafft die Matratze ein Stück anzuheben und schließlich zur Seite zu schieben.
Mein Gott, warum sind deren Matratzen so schwer, sind da Elefanten drin?
Doch dann eilte sie schnell wieder zu Tai und sah zu ihrer Erleichterung, dass dieser noch lebte und gerade versuchte sich aus der ‚Bettfalle' zu befreien.
Lächelnd kam sie auf Tai zugeschritten.
„Na, geht's dir gut?"
„Naja, alles scheint noch dran zu sein, aber könntest du mir helfen. Ich stecke hier irgendwie fest."
Wie kann das sein, dass er selbst in so einer total peinlichen, misslichen Situation immer noch so verdammt sexy aussieht?
„Natürlich, immer wieder zu diensten." Gesagt getan. Mimi ergriff Tais Hand und zog mit voller Kraft.
„Verdammt, warum bewegt sich da nichts."
„Weil du zu schwach bist." Mimi ließ abrupt los und Tai fiel wieder zurück.
„Was soll das heißen, weil ich zu schwach bin?", eindringlich sah Mimi Tai an.
„Mimi, so war das nicht gemeint. Ich wollte sagen, dass du nicht genug Kraft hast, weil du halt ein Mädchen bist. Und die sind ja generell schwächer als Jungs, also…"
„Komm mir nicht so, Tai. Du hast gesagt: weil ich ‚zu' schwach bin. Das heißt ich bin schwächer als alle Anderen.", Mimi hatte keine Ahnung warum, aber es machte sie wahnsinnig wenn sie jemand als schwach bezeichnete.
Schwach, der sollte sich mal Imeko anschauen, die mit ihren getunten Fingernägeln und ihren vier Schichten Make-up, die ist schwach. Sehr schwach, die könnte nicht mal einen Hamster verprügeln.
Mimi steigerte sich so sehr in die Sache hinein, dass sie ihre Umwelt total vergaß. Erst als Tai ihren Namen zum 16. Mal wiederholte, kam sie wieder zu sich.
„Huh? Was? Was ist Tai?"
„Ehm, wenn du dich so umschaust… Vielleicht bemerkst du dann, dass ich immer noch hier FESTSTECKE?"
„Was? Oh ja natürlich. Tut mir Leid. Ich war in Gedanken.", Mimi schüttelte noch ein Mal ihren Kopf um jegliche Gedanken an Imeko zu vergessen.
„Na klar, was denn sonst.", Tai sprühte nur so vor Sarkasmus.
„Ja, ja tut mir Leid.", schnell streckte Mimi ihre Hand aus und Tai nahm sie dankend an. Dann verlagerte sie ihr Gewicht soweit es ging nach hinten, um Tai besser herausziehen zu können.
„Verdammt, wie fest sitzt du darin eigentlich?", Zähneknirschend brachte Mimi den Satz hervor, da sie zu sehr damit beschäftigt war, ihr Gewicht zu verlagern.
„Jetzt gib dir doch mal ein bisschen mehr mühe. So schwer kann es doch nicht sein, mich hier raus zubekommen." Tai war genervt, er hatte es satt fest zu stecken und er wusste, wenn man Mimi ein kleines bisschen provozierte, würde sie bestimmt einen Adrenalinstoß bekommen und ihn somit herausziehen.
„Mein Gott, sogar Imeko ist stärker als du."
Das war zu viel für Mimi. Mit einem Ruck zog sie Tai heraus. Doch dieser hatte so viel Schwung, dass er prompt nach vorne überfiel und somit wieder einmal auf Mimi landete.
„Nimm das SOFORT ZURÜCK!"
„Bitte was?" Obwohl die Beiden sich wieder einmal in einer „misslichen Lage" befanden, hielt es Mimi nicht davon ab, Tai fertig zu machen. Da war der Vergleich mit Imeko zu viel.
„ICH BIN NICHT SO WIE IMEKO!"
Tai musste schlucken
Verdammt, die ist ja auf 180. Hab ich es mit dem Vergleich übertrieben?
„Ganz ruhig, das hab ich nicht ernst gemeint. Ich wollte dich nur anspornen, natürlich ist Imeko viel schwächer und strohdumm noch dazu."
„Das will ich auch hoffen für dich.", Mimi schnaufte, sie konnte Imeko einfach nicht ausstehen.
Diese miese Schlampe, wenn ich nur daran denke, wie sie mich vor der ganzen Klasse bloßgestellt hatte. Wie konnte sie mir diesen blöden Spickzettel unterjubeln und mich dann verpetzen. Niemals werde ich ihr das Verzeihen.
„Du Tai."
„Ja?"
„Könntest du jetzt von mir runtergehen?"
„Was? Oh ja natürlich."
Mit einem Ruck stand Tai auf und klopfte sich den nichtvorhandenen Staub von seinen Klamotten. Dann reichte er gentlemanlike, Mimi seine Hand hin und zog sie hoch.
„So und nun? Hey Matt, was …na toll", Tais heitere Miene veränderte sich zu einer genervten.
„Was ist Tai?" Mimi die Tai gegenüber stand, konnte Matt nicht sehen und somit auch nicht das was er machte.
Doch Tai deutete mit seinen Finger hinter sie, Mimi drehte sich um und verstand nun sofort auf was Tai so genervt blicken lies.
Vor ihnen waren Matt und Sora in einen innigen Kuss versunken und es schien nicht so, dass sie bald damit aufhören würden.
„Mein Gott…", Mimi entfuhr ein Seufzer.
„Komm Tai lass uns gehen, die werden heute nicht mehr damit aufhören. Es sei denn sie ersticken."
Damit zog Mimi Tai mit sich aus dem Raum.
