HoHoHo! Hier kommt das Weihnachtspitelchen...mit einem bißchen Hoffnung im Herzen, den üblichen Geheimniskrämereien und natürlich Missy Elliot, die die Dinge mal wieder etwas grader rückt...viel Spaß und frohe Weihnachten Euch allen!

12.You need another lover like you need a hole in your head

Vage glaubte er den Geruch von Besenpolitur zu erkennen, aber das was sein Gegenüber mit seinem Mund anstellte, lenkte von weiteren Beobachtungen ab. Keine seiner früheren Erfahrungen im Küssen hatten ihn auf dieses Inferno vorbereitet.

Nun ja, wenn er ehrlich war, war da auch nie viel gewesen. Cho Chang und äh… Cho Chang? Und das hier war zwar auch feucht, aber auf eine sehr erregende Weise. Kräftige Arme hielten ihn immer noch eng umfangen und er kam gar nicht auf die Idee sich dagegen zu wehren. Heiße Lippen knabberten an seinen und eine feuchte, heiße Zunge fuhr immer wieder darüber, bis er schließlich leise stöhnend seinen Mund öffnete.

Die Zunge des Anderen drang sanft in seinen Mund, kostete, spielte, tastete. Vorsichtig versuchte er das Spiel zu erwidern. Das wiederum ließ den Anderen aufstöhnen und der Kuss wurde wilder, intensiver. Schließlich rangen beide um Luft. Atmeten in kurzen, harten Stößen. „Wer zum Teufel bist du?" schaffte Harry schließlich kurzatmig zu fragen.

„Süßer, weißt du das denn immer noch nicht?" murmelte der Andere an seinem Ohr, was wiederum kleine Schauer durch seinen Körper rieseln ließ.

„Colin?" quiekte er. „Bei Merlin, heißt das ich, du…wir sind schwul?"

„Und du bist dir sicher, dass du die Zaubererwelt gerettet hast?" kam es zweifelnd von Creevey zurück. Er seufzte. „ Ich weiß nicht, warum man immer gleich alles kategorisieren muss. Können wir nicht einfach sagen, dass wir unglaublich spitz aufeinander sind?" Dabei fing er an an Harrys Ohr zu knabbern und ließ gleichzeitig seine Hände unter dessen Robe wandern.

Harry stöhnte wohlig auf: „Vielleicht hast du recht. Und wir können ja auch später darüber nachdenken" stammelte er.

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„Wie bitte?"

„Herm, bitte schrei nicht so. Ich kann nichts dafür dass euer schlauer Zauber anscheinend nicht so funktioniert hat, wie du dir das ausgedacht hast. Das nächste Mal, formulier halt genauer" fauchte Ginny nicht minder leise zurück.

Hermione stampfte wütend mit dem Fuß auf. Bemerkte dann allerdings Ginnys müdes, trauriges Gesicht und legte versöhnlich einen Arm um sie. „Bist du denn sicher, dass es das ist was du willst?"

Ginny schüttelte hysterisch lachend den Kopf. „Was ich will, ist das Draco vor der ganzen Schule seine unsterbliche Liebe gesteht und alle danach Jubeln und Applaus klatschen!" Sie beruhigte sich etwas. „Na ja, es wär' schon toll, wenn die ganze Sache wenigstens Aussicht auf Erfolg hätte, aber das hat es nicht, also warum uns gegenseitig nur noch mehr wehtun?"

„Aber du kannst doch nicht so einfach aufgeben" erwiderte Hermione fast verzweifelt.

„Doch, irgendwann muss mal gut sein. Und na ja, es schwimmen doch viele Fische im Ozean" schloss Ginny lahm.

„Herrgott Schwesterherz, du brauchst nen anderen Kerl so nötig wie ein Loch im Kopf" schoss Ron dazwischen.

„Danke Ron, wirklich sehr aufbauend und konstruktiv! Wenn ihr mich jetzt entschuldigen würdet, ich möchte mich jetzt mit Kopfschmerzen auf mein Bett zurückziehen und im Selbstmitleid baden! Schönen Tag noch" und damit rannte Ginny hoch zu ihrem Schlafsaal.

„Lass sie" Hermione hielt Ron an seinem Arm zurück. „Sie wird sich schon wieder beruhigen und außerdem sieht es deiner Schwester überhaupt nicht ähnlich, so schnell aufzugeben. Vielleicht braucht sie wirklich mal eine Auszeit."

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Als Zabini den Slytherin Gemeinschaftsraum betreten wollte, kamen ihm zwei völlig verstört wirkende Zweitklässler entgegen. Er ahnte böses.

„Lässt du deine Laune mal wieder an Unschuldigen aus?" fragte er den Blonden, der mit düsterem Gesichtsausdruck in die Flammen im Kamin starrte.

„Lass mich in Ruhe Zabini, geh und fick dein Wiesel!"

„Hola! Komm mal wieder runter, Kumpel! Wenn du zu blöde bist, die Kleine zu halten, dann halte mir bitte nicht mein intaktes Liebesleben vor!" Zabini war ernstlich sauer. Er mochte es nicht, wenn sein jeweiliger Liebhaber beleidigt wurde. Und Ron war wesentlich mehr für ihn, auch wenn er das nur unter Folter öffentlich zugeben würde. Er war schließlich ein Slytherin und hatte auch seinen Stolz.

„Sorry" quetschte Draco hervor. „Und ich bin nicht zu blöde sie zu halten, aber in dieser verzwickten Situation müssten wir beide bereit sein zu kämpfen. Und so wie es aussieht, hat sie den Kampf schon aufgegeben, bevor er richtig begonnen hat."

Zabini sah ihn prüfend an: „ Dann ist sie es vielleicht ja auch gar nicht wert" meinte er dann „ es gibt ja noch andere Fische im Ozean."

Draco stöhnte gequält auf: Du bist entschieden zu oft mit der Gryffindor Sippe zusammen und im Übrigen brauch ich ne neue Tussi so nötig, wie ein Loch im Kopf!"

„Es würde dich aber ablenken."

„Vielleicht will ich gar nicht abgelenkt werden. Ich finde in Selbstmitleid zu baden, ist gerade eine hervorragende Option. Vielen Dank!"

Zabini stand auf und schüttelte den Kopf: „Euch ist echt nicht mehr zu helfen." Damit verschwand er in Richtung Schlafräume.

Draco starrte immer noch in die Flammen. Vielleicht ist es genau das was wir brauchen: keine Einmischung mehr von irgendeiner Seite und ein bisschen Ruhe, um die Schlacht genau zu planen. Denn eines kann ich dir sagen Zabini, du Trottel, sie ist jeden Kampf wert!

Ah, bist du endlich zur Vernunft gekommen? Meldete sich seine Langvermisste innere Stimme zurück. Draco atmete auf, er brauchte jetzt ein klein wenig mentale Unterstützung. Und wenn diese von seiner sarkastischen, oberschlauen inneren Stimme kam, dann wäre das eben so. Besser als nichts. Ich glaub jetzt dreh ich vollkommen durch, ich erwarte Hilfe von einer imaginären Stimme.

Yep Kleiner, jetzt hat's dich wirklich erwischt! Draco hätte schwören können, dass die Stimme selbstgefällig grinste.

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Ginny saß gelangweilt im Geschichte der Zauberei Unterricht und sah mit blinden Augen aus dem Fenster. Neben ihr schnarchte Colin leise. In letzter Zeit bekam sie ihn nicht oft zu Gesicht und nachts schien er überhaupt nicht mehr zu schlafen, weil er in fast jedem Unterricht einschlief. Was in der letzten Zaubertrankstunde fast katastrophale Folgen gehabt hätte. Was war nur mit ihm los? Er rückte einfach nicht mit der Sprache raus.

Haben wir nicht alle unseren kleinen Geheimnisse ? meldete Sich Missy zu Wort. Huch, dachte Ginny. Du redest wieder mit mir? Bild dir nix drauf ein, mir ist einfach nur scheiße langweilig. Hier passiert ja nix mehr. Was ist nu eigentlich los mit euch beiden Pappnasen?

Ginny zuckte innerlich mit den Schultern. Was mit Colin los ist weiß ich nicht….Mit Pappnasen meinte ich dich und den blonden Sexgott, du Trantüte! Oh…Äh….Na du kennst doch das Ende der Geschichte und das hat sich in den letzten Wochen auch nicht geändert, gab Ginny gereizt zurück. Es war immer wieder toll von Missy Elliott beschimpft zu werden.

Sie konnte direkt sehen, wie Missy die Nase rümpfte. Ich dachte dieser bekloppte Hut hätte dich aus einem bestimmten Grund nach Gryffindor eingeteilt. Hat das nicht irgendwas mit Mut zu tun? Und jetzt kommt eine klitzekleine Schwierigkeit, etwas was ein bisschen beängstigend ist und du wirfst gleich das Handtuch? Du wärst wirklich ein Aushängeschild für Feigheit!

Du musst ja nicht mit der Verachtung der Anderen leben! Ginny merkte wie sie ernstlich wütend wurde. Weißt du welche Hölle losbrechen würde, wenn die anderen Gryffindors und Slytherins das mitkriegen würden? So schnell kannst du gar nicht gucken, wie da die Intrigen gesponnen werden würden!

Missy zuckte gleichmütig mit den Schultern. So viel ich weiß, stecken deine Freunde und dein Bruder in der gleichen Klemme. Du wärst also nicht alleine. Und alle diese Leute sind tonangebend in der Schule. Es würde vielleicht erst einen Aufschrei der Empörung geben und dann würde man wieder zur Tagesordnung übergehen. Aber so weit hat dein Spatzenhirn anscheinend mal wieder nicht gedacht oder?

Und was ist mit Harry? Der rastet doch total aus und schleudert erst einen Cruciatus bevor er Fragen stellt! Ach der Weltenretter? Missy grinste ziemlich fies. Um den würd ich mir nicht ganz so viele Gedanken machen. Wie gesagt, wir haben alle unsere Geheimnisse oder?

Wie meinst du das? Fragte Ginny misstrauisch, bekam aber keine Antwort mehr. Na toll, lässt mich jetzt einfach so sitzen. Aber Missy's Worte hatten sie nachdenklich gemacht. War sie wirklich so feige? Was hätte sie einer Freundin in dieser Situation geraten? Neben ihr murmelte Colin leise im Schlaf: „ Ja so ist es gut Harry"

Ginny sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an. Geheimnisse hä?

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In der großen Halle herrschte der übliche Lärmpegel während des Abendessens. Zabini atmete innerlich auf. Draco schien heute etwas bessere Laune zu haben, als in den letzten Wochen. Jedenfalls ermordete er nicht mehr sein Essen, sondern schien tatsächlich heute mal ein wenig davon zu sich zu nehmen. Er wollte erst fragen, was der Grund für den Wetterwechsel war, entschied sich dann allerdings dagegen. Wer wusste schon, wie sein bester Freund auf diese harmlose Frage reagieren würde.

Dracos Laune war in der Tat um ein paar Nuancen besser geworden und das lag alleine an der Tatsache, dass die kleine Füchsin ihn heute auf dem Flur, als auf dem Weg zur Bibliothek gewesen war, angelächelt hatte. Kein strahlendes „Draco ich bin soooo verknallt in dich Lächeln" aber immerhin. Sie ignorierte ihn nicht mehr. Er wertete das als positives Zeichen. Und beim Essen hatten sich ihre Blicke auch schon 2x gekreuzt und dabei war sie leicht errötet. Das hatte er auch schon lange nicht mehr gesehen. Ja alles in allem sah Draco Malfoy Licht am Ende des Tunnels. Er wusste nur noch nicht, ob das jetzt tatsächlich der Ausgang war oder doch eher der herannahende Zug.

Vielleicht solltest du noch mal versuchen alleine, in etwas, sagen wir mal „netterer" Umgebung mit der Kleinen zu reden. Ah, da war sie wieder, seine Heißgeliebte innere Stimme. Aber vielleicht hatte sie Recht. Nur war dafür noch nicht der richtige Zeitpunkt. So etwas erforderte Planung und Strategie. Er wollte schließlich nicht noch einmal baden gehen.

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

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Harry wusste, dass es Wahnsinn war, was sie hier taten. Er war sich auch nicht ganz sicher, warum sie sich nicht einen weniger öffentlichen Ort gesucht hatten. Die Bibliothek war schon ziemlich leichtsinnig gewählt. Andererseits erhöhte es den Prickelfaktor um ein vielfaches und diese Ecke hier war wirklich sehr abgelegen. Wer würde hier schon herkommen?

„Du weißt schon, dass es ziemlich bescheuert ist so in der Öffentlichkeit rumzuknutschen, wenn man versucht etwas geheim zu halten, was du ja krampfhaft in den letzten Wochen versucht hast?" erklang eine spöttische Stimme an seinem Ohr.

Er quiekte panisch auf und sprang zur Seite. „Herm…äh was machst du hier?"

„Deinen Verstand suchen, den du offensichtlich verloren hast, wenn man deine Frage von eben gerade zu Grunde legt!" Hermione seufzte. Der arme Kerl war wirklich komplett durch den Wind. „ Herrgott Harry, das ist die Bibliothek! Ich bin dafür bekannt, meine Freizeit hier zu verbringen."

„War wohl nicht so schlau von uns oder?" bemerkte Colin Creevey, der nicht im Mindesten so aussah, als würde ihm das was ausmachen. Im Gegenteil, Hermione hätte schwören können, das Colin ein sehr zufriedenes Funkeln in den Augen hatte.

„Herm, du wirst es doch für dich behalten oder?" bettelte Harry mit flehenden Augen.

Sie betrachtete ihn einige Sekunden, dann strahlte sie ihn an: „ Aber natürlich Harry, wenn du das willst. Ist doch Ehrensache!"

Er atmete auf. Das war ja gerade noch mal gut gegangen. Nicht auszudenken, wenn sie jemand anderes erwischt hätte. Wie gut, dass er sich auf seine Freunde jederzeit verlassen konnte! Ihm war der zuckersüße Ton seiner besten Freundin in der ganzen Erleichterung allerdings völlig entgangen. Tja Harry war eben wirklich total durch den Wind.

Im Weggehen drehte sich seine beste Freundin noch einmal um: „Bedenke aber dabei bitte eines, die gleiche Nachsichtigkeit die ich deiner Geheimniskrämerei und deiner Wahl zukommen lasse, erwarte ich natürlich auch von dir!" Bei diesen Worten war ein stählerner Glanz in ihre Augen getreten, bei dem Harry angst und bange wurde. Er hatte diesen Ausdruck nur sehr selten bei ihr gesehen und meistens verhieß er nichts Gutes.

„Na klar" würgte er heraus und war sich sicher, dass das ganze noch ein Nachspiel hatte, bei dem er anscheinend mal wieder der einzige war, der weder die Regeln noch die Mitspieler kannte.

„Na siehst du, war doch gar nicht so schlimm" strahlte Colin ihn an. Harry nickte geistesabwesend. Er hatte wieder das Gefühl von drohendem Unheil. Würde er denn nie seinen Frieden haben? Der letzte Gedanke war allerdings nur noch sehr vage, da Colin wieder diese kleine, delikate Stelle hinter seinem Ohr küsste.

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Hatte ich schon erwähnt, dass mir endlich ein würdiger Schluss eingefallen ist?...;-)