Hallo Leute, ein neues Kapitel ist online. Ich hoffe es gefällt euch. Ist ein bisschen länger. Ich hoffe ihr habt so viel Spaß beim Lesen, wie ich beim Schreiben! ;)

Strafarbeit

Das Halloweenessen war schnell beendet und ich lief recht rasch in mein Zimmer oben im Turm und legte mich auf mein Bett. Tiger kam heran und sprang auf meinen Rücken und maunzte mir ins Ohr: „Na, was sollte denn deine Aktion heute Nacht. Das sieht gar nicht nach dir aus?!" Ich stöhnte leise in mein Kissen. „Nicht du auch noch!", ich schüttelte leicht den Kopf und seufzte tief. „Ich wollte Quirrell überprüfen, der hat sich so komisch verhalten und ich wollte ihn verfolgen. Er war im dritten Stock, aber Prof. Snape war auch da und Quirrell ist abgehauen. Ich war nicht mal in der Nähe des blöden Trolls." „Du hast Quirrell verfolgt? Das ist nicht sehr umsichtig. Sei um den extrem vorsichtig, eine dunkle Aura umgibt ihn.", schnurrte Tiger leise und sprang neben meinem Kopf aufs Kissen. Ich nickte nur und drehte mich auf den Rücken, bevor ich noch mehr sagen konnte, kamen Emily und Lauren ins Zimmer. Ich seufzte abermals, streichelte Tiger am Kopf und zog mein Nachthemd an. „Anna?", Emily schaute mich vorsichtig an. „Alles in Ordnung? Die Woche geht bestimmt schnell rum. Du wirst sehen. Wir können auch ein bisschen mehr Zeit hier im Zimmer verbringen, dass kann Prof. Flitwick doch nicht verbieten." Lauren blickte auf und sagte: „Ja eben. Die Tage gehen schnell rum und deine Arbeit im Gewächshaus, sieh sie einfach als Hilfestellung für dein fehlendes Wissen in Kräuterkunde.", Lauren grinste frech. Ich nickte ihr zu, streckte ihr zum Spaß die Zunge raus und lächelte. Alle zusammen machten wir uns Bettfertig und bald schliefen die beiden tief und fest in ihren Betten.

Tiger lag wiedermal ganz nah bei mir und ich unterhielt mich mit ihm im Flüsterton, als ich nur noch das regelmäßige atmen meiner Freundinnen hörte. „Was ist bloß in diesem dritten Stock?", wunderte sich Tiger und ich zuckte meine Schultern. Noch kann ich ihm nichts sagen. Wir sind über diesen blöden Stein noch nicht gestolpert. Der Abend ist irgendwie für die Katz gewesen. Schade! Ich sah durch das Fenster in den Sternenhimmel. „Vielleicht ist dort ein Schatz versteckt oder so.", mutmaßte Tiger weiter. Ich schüttelte den Kopf: „Gringotts ist doch sicherer als Hogwarts, hier sind viele Menschen und keiner kann überprüfen wo sich wer aufhält. Ich würde etwas Wertvolles in Gringotts verstecken und der Schulleiter hat auch noch am ersten Abend alle gewarnt, den dritten Stock zu betreten, da wüsste doch jeder Dieb, wo er zu suchen hat.", flüsterte ich leise. Tiger nickte und sah mich dann ernst an: „Du vermutest also auch das dort etwas ist und das Quirrell es stehlen will. Deswegen hast du ihn beschattet." Ich sah ihn lange an und dann nickte ich. „Ja." „Aber wieso hast du das Flitwick nicht erzählt? Dann hätte er dich bestimmt nicht bestraft.", sagte Tiger irritiert. „Weil ich nichts beweisen kann, sondern nur mutmaße und ich hätte zugegeben, dass ich mich mit dem verbotenen Korridor beschäftige und das hat Flitwick uns untersagt. Also hätte das auch Ärger gegeben." Ich kuschelte mich tiefer in meine Decke. Tiger nickte zustimmend und sagte dann ernst: „Naja, ändern können wir es nicht mehr, aber versprich mir, dass wenn du wieder so etwas planst, dass du mich mitnimmst. Ich kann dich schließlich beschützen oder im Notfall Hilfe holen." Ich versprach es ihm und dann schliefen auch wir beide ein.

Der nächste Morgen kam und ich stand widerwillig auf. Emily, Lauren und die anderen sprachen alle aufgeregt über das bevorstehende Quidditchspiel: Gryffindor gegen Slytherin. Ich aß leise und hörte ihnen zu. Als ich mir ein weiteres Brötchen nehmen wollte, erschien aus dem Nichts ein kleines Stück Pergament auf dem folgendes stand: Prof. Sprout erwartet dich in einer Stunde im Gewächshaus 1. Trage am besten alte Kleidung. Unterzeichnet war das Pergament von Prof Flitwick. Ich sah zum Lehrertisch auf und blickte direkt in Prof. Flitwicks ernste Augen. Ich nickte leicht und aß stumm weiter. Nach dem Frühstück lief ich zurück auf mein Zimmer und suchte in meinem Schrank nach den Latzhosen und einem der Pullis, die ich damals im Sommer gekauft hatte. Als ich mich umgezogen hatte, sah ich in den Spiegel und dachte an den Sommer auf dem Land zurück.

Es ist unglaublich. Es sind bereits 3 Monate vergangen, seit ich in diese Welt gefallen bin. Soviel ist bereits passiert, aber eins ist sicher, der Sommer war einfacher, als die Zeit hier in Hogwarts. Das Lernen macht zwar Spaß, aber an Tagen wie gestern, zeigt sich deutlich, wie schwierig es ist, mein Wissen zu verbergen. Es ist ein großes Glück, dass ich in Ravenclaw bin und nicht in Slytherin oder Gryffindor, sonst wäre es noch schwerer. In den Büchern waren Emily, Lauren, Stephen und all die anderen nicht wirklich beschrieben, aber das ist ja auch kein Wunder. Harry scheint wirklich abgekapselt zu sein. Er verbringt seine Zeit wirklich nur mit Ron, nicht mal zu unseren Switchspielen kommt er oder nur sehr selten.

Ich seufzte tief, als Tiger hereinkam. Er sah mich von oben bis unten an und maunzte dann: „Du siehst aus, wie im Sommer!" ich lachte und meinte: „Ja, der Gedanke kam mir auch. Ich muss Dora unbedingt schreiben. Ich habe es die ganze Zeit aufgeschoben." Tiger nickte und meinte: „Naja, jetzt hast du ja Zeit." Ich schüttelte den Kopf: „Nicht jetzt. Ich muss mich mit Sprout treffen. Kommst du mit und leistest mir Gesellschaft?" „Gerne." So machten wir uns auf zum Gewächshaus 1.

Prof. Sprout wartete schon auf mich und wies mich ein, dann gab sie mir eine Liste mit allen Aufgaben für dieses Wochenende. „Für dieses Wochenende harken Sie die vorderen sechs Beete und danach bestreuen Sie sie mit Gründünger. Danach müssen sämtliche 15 Beete gejätet und gewässert werden. Haben Sie noch Fragen?" Ich schüttelte den Kopf.

„Wenn Sie mit diesen Aufgaben fertig sind, haben Sie für dieses Wochenende ihre Strafarbeit erledigt. Arbeiten Sie sorgfältig und dabei denken Sie am besten über Ihr Verhalten nach!", sagte Prof. Sprout streng. „Dort im Schrank ist ihr Mittagessen. Ich werde Sie vor dem Abendessen abholen. Sie verlassen nicht ohne Erlaubnis dieses Gebäude. Haben Sie mich verstanden?" Ich nickte und sie verließ das Gewächshaus und schloss die Türen. Ich seufzte und sah auf die endlos langen Beete vor mir und machte mich am ersten Beet an die Arbeit. Wenn ich bloß Musik hätte. Ich harkte zunächst die sechs vorderen Beete. Als ich damit fertig war und mich streckte, hörte ich das Johlen von vielen Kindern. Das Quidditchspiel beginnt also.

Ich blickte auf meine Uhr und sah, dass bereits 3 Stunden vergangen waren. Es war nun 13 Uhr mittags und so ich machte eine kleine Pause und aß mein Mittagessen. Für Tiger hatte ich einen kleinen Snack mitgebracht. „Zum Glück habe ich dich. Sonst wäre das hier verflixt langweilig." „Immer gern." Nach der kurzen Mittagspause machte ich mit dem Dünger weiter. So ging es weiter, weiter und weiter, als nach Stunden Prof. Sprout endlich kam, spürte ich jeden Knochen und war total erschöpft, aber zumindest war die erste Aufgabe komplett erledigt und 5 von den insg. 15 Beeten waren gejätet. Ich sah auf die Uhr, es war 17.45 Uhr. Also bin ich seit 7,5 Stunden hier drin. Ich streckte mich und verließ erleichtert das Gewächshaus. Prof. Sprout war zufrieden und befahl mir, morgen um 10 Uhr wieder hier zu erscheinen. Ich nickte und lief schnell hoch hinauf in den Turm. Ich duschte lange unter der heißen Dusche und versuchte meine angespannten Muskeln zu entspannen. Dann ging es schnell nach unten in die große Halle um noch zu Abend essen zu können.

Völlig erschöpft viel ich früh abends in mein Bett und war fast am Einschlafen, als Emily und Lauren ins Zimmer kamen. „Ist alles in Ordnung mit dir? Möchtest du lieber schlafen oder wollen wir uns unterhalten?", fragte Lauren besorgt. Emily ging derweil zu ihren Schildkröten und versorgte sie. Ich drehte mich auf die Seite und meinte: „Ich würde gern mit euch reden. Ich glaub ich spür jeden Knochen in meinem Körper." „So schlimm?", fragte Emily. Ich nickte. „Was musstest du denn machen?", fragte Lauren. Ich zählte es auf und Lauren pfiff. „Ohje, dann wirst du morgen nochmals deine Knochen spüren." Ich nickte müde. „Prof. Flitwick ist wahrhaftig kreativ oder extrem streng, wenn es um unsere Sicherheit geht und das Einhalten der Regeln. Man sollte ihn wirklich nicht herausfordern." Ich nickte abermals. „Wie war das Quidditchspiel?", fragte ich neugierig.

Emily und Lauren fingen sofort an zu berichten. Sie beschrieben die Manöver und Tricks, die Fouls die gespielt worden waren, aber allen voran sprachen sie über Harrys bockenden Besen. „Kannst du dir das vorstellen. Ein Nimbus2000 und er verhielt sich total verrückt –buckelte und wetzte von einer Ecke in die andere- es ist das neueste Modell auf dem Markt." „Ja, Potter wäre beinahe heruntergefallen." „Ich hatte vielleicht Angst und man hat es erst gar nicht bemerkt. Stephen hat mich drauf aufmerksam gemacht. Ich war so gebannt von dem Spiel." „Stell dir das vor 30 m über dem Boden, sich nur an einem Stil festhaltend. Merlin sei Dank, dass er sich festgehalten hat." Ich hörte aufmerksam zu. Quirrells zweiter Versuch. Hermine/Snape sei wohl eher Dank, dass das nichts geworden ist.

„Und was ist dann passiert? Ich mein, wurde das Spiel abgebrochen?", unterbrach ich die beiden. „Nein, irgendwann hörte der Besen auf zu spinnen und Harry ist wieder raufgeklettert und dann ist er im Sturzflug runter auf die Erde. Ich dachte gleich küsst er den Erdboden." Lauren nickte und fügte hinzu: „Ja, ich dachte der Besen spinnt noch immer und dann ist Potter vom Besen geknallt und hat sich mehrmals überschlagen." Ich versuchte erschrocken auszusehen. Offensichtlich erfolgreich, denn die beiden beschwichtigten sofort und meinten es wäre ihm nichts passiert. „Im Gegenteil", erklärte Emily weiter: „Harry hatte den Schnatz gefangen und Gryffindor hat gewonnen." „Wow, scheint ich habe ein spannendes Spiel verpasst."

„Oh nicht nur das. Aber ich weiß nicht, ob ich dir das erzählen soll. Du wirst sauer sein. Bestimmt.", meinte Lauren zaghaft und sah zu Emily. Ich sah die beiden verwundert an. Was könnte denn noch passiert sein. Ich habe gestern doch nicht ins Geschehen eingegriffen. Vielleicht etwas das nicht in den Büchern steht? „Was ist denn noch. Erzähl es mir. Ich werde nicht sauer. Versprochen!", drängte ich Lauren und setzte mich in meinem Bett auf. Lauren seufzte, sah zu Emily, die herankam und sich neben Lauren aufs Bett setzte und mich dann ernst ansah: „Doch du wirst sauer werden, aber das ist in Ordnung. Es ist auch wirklich nicht sehr fair." Ich sah von der einen zu anderen und wurde ein wenig ungeduldig. „Jetzt spannt mich nicht so auf die Folter!" „Nun ja, gestern ist noch etwas geschehen und es hat mit den Gryffindors zu tun, eher gesagt, mit zwei bestimmten." Ach darauf wollen sie heraus. Jetzt kann ich es mir denken. „Potter und Weasley waren gestern auch draußen unterwegs und haben sich mit dem Troll angelegt und ihn naja… besiegt." „Wohl eher k.o. geschlagen.", wand Emily ein. Lauren nickte zustimmend. „Aber das dicke Ende kommt noch. Sie haben dafür Punkte bekommen, weil sie das Grangermädchen retten wollten... Angeblich!", sagte Lauren verächtlich.

Ich sah sie stirnrunzelnd an. „So solltest du nicht reden, Lauren. Ich finde es ja auch unfair, wenn ich drüber nachdenken, sogar sehr, aber das ganze Fiasko ist nicht Harrys oder Rons Schuld. Die Punkte hat ihnen ja wohl ein Lehrer gegeben.", meinte ich ernst. „Ja, vielleicht. Trotzdem ist das nicht gerecht. Sie verstoßen gegen die Regeln und werden belohnt. Du warst nicht mal in der Nähe des Trolles und hast 1 Woche Arrest und 2 Wochenenden voll Gartenarbeit.", erboste sich Lauren. Ich seufzte. Sie hat ja Recht. Es ist nicht fair, aber es ist nicht Harrys Schuld. Er hatte ja erwartet bestraft zu werden. Es war McGonogall. Sie hat ihnen Punkte gegeben und auch nicht viele. 5 Punkte insgesamt, das haben wir in einer Schulstunde wieder aufgeholt. Aber vielleicht bricht Harry deswegen so oft die Regeln, weil es keine Konsequenzen für ihn hat. Zumindest keine schwerwiegenden. Ich glaube wäre er in Ravenclaw oder Slytherin würde es nicht so sein…. Vielleicht…. Vielleicht auch nicht. Ach, ich habe keine Ahnung. „Anna…Anna. Hey, wo bist du mit deinen Gedanken?", fragte mich Emily. „Ach nur, irgendwo.", ich schüttelte den Kopf. „Nichts Wichtiges." „Du bist doch sauer, oder?", Lauren setzte sich neben mich und nahm meine Hand in ihre. Ich zuckte mit den Schultern und sagte leise: „Vielleicht…Aber nicht auf Harry und Ron, sondern auf McGonogall." Lauren nickte und drückte meine Hand. Ich sah sie an und lächelte. Es tut gut Freunde zu haben.

Der nächste Tag kam und wieder arbeitete ich im Gewächshaus. Doch diesmal nicht alleine. Neville Longbottom arbeitete am Ende des Gewächshauses bei ein paar der seltenen magischen Pflanzen. Ich jätete und wässerte die restlichen 10 Beete. Tiger und ich konnten uns nicht weiter unterhalten, denn Neville hätte mich hören können. Ich sah ein paar Mal zu ihm herüber und lächelte, aber immer, wenn er mich ansah wurde er rot und senkte schnell den Kopf. Während es später Nachmittag wurde kam ich immer näher zu seinem Beet, sodass wir zum Schluss direkt nebeneinander arbeiteten. Ich nickte ihm zu: „Hallo, du bist Neville, nicht wahr?", fragte ich ihn freundlich. Er nickte hastig und blickte kurz zu mir bevor er sich wieder der Pflanze vor ihm widmete. „Ich heiße Anna.", versuchte ich es erneut. Er nickte nur wieder. Ich seufzte leise. „Du bist ziemlich gut mit Pflanzen.", bemerkte ich. Er wurde noch etwas röter und arbeitete umso emsiger. Ich gab auf und arbeitete stumm weiter, bis auch endlich das letzte Beet gewässert war. Dann stand ich auf und streckte mich. „Na dann bis bald, Neville.", verabschiedete ich mich von ihm und verließ das Gewächshaus. Der ist ja noch scheuer, als eine Maus.

Die nächste Woche kam und sie wurde extrem langweilig. Außer zum Unterricht und für die Mahlzeiten durfte ich mein Zimmer nicht verlassen, also lernte ich eine Menge in dieser Woche, machte meine Hausaufgaben sorgfältiger als sonst und las einige Kapitel in meinem Zauberkunstbuch vor. Am Mittwoch schrieb ich den lange überfälligen Brief an Dora und ihren Mann. Tiger leistete mir die Woche über Gesellschaft. Es schien ihm zu gefallen, dass ich mehr Zeit für ihn hatte, als die letzten Wochen, vor allem ungestört, denn Emily und Lauren verbrachten doch viel Zeit in der Bibliothek oder im Gemeinschaftsraum. Abends saßen wir zusammen in unserem Zimmer, fragten uns gegenseitig unsere Schulaufgaben ab, aber in erster Linie machten wir uns eine gute Zeit, mit Tee und Keksen.

Der Freitag kam und ich war mehr als froh darum, denn es bedeutete, dass nur noch das Wochenende vor mir lag und dann wäre ich wieder frei, wie ein kleines Vögelchen. Als ich um die Ecke bog, knallte ich fast mit Ron zusammen, der zusammen mit Harry unterwegs war. Warum wundert mich das nicht. „Hey Anna, wir haben dich ja lange nicht mehr gesehen. Geht´s gut?", fragte Ron. Ich nickte: „Ja, ich war in letzter Zeit ziemlich beschäftigt." Ron grinste: „Das Quidditchspiel war doch super, nicht? Harry ist ein super Sucher. Dieses Jahr gewinnt Gryffindor sicher den Quidditchpokal." Harry blickt unsicher zu Boden, aber ein Lächeln war zu sehen. „Ich habe das Spiel nicht gesehen. Aber Lauren und Emily haben mir davon erzählt. Ich bin froh, dass dir nichts geschehen ist, Harry. Hat sich rausgestellt, was mit deinem Besen nicht in Ordnung war?" Harry sah mich an und wollte gerade antworten, als Ron ihn entsetzt unterbrach: „Du hast das Spiel nicht gesehen? Warum denn nicht? Wie kann man denn das Spiel nicht sehen?" „Das war kaum meine Entscheidung.", meinte ich gereizt. Harry blickte überrascht auf. „Was ist denn geschehen?"

Ich sah ihn an und sagte: „Nun, ich war in der Nacht von Halloween nicht sofort im Gemeinschaftsraum und daher habe ich eine Strafe von Prof. Flitwick erhalten. Dadurch konnte ich nicht zum Spiel." Harry sah mich lange an und ich wich seinem Blick nicht aus. „Bist du sauer auf mich?", fragte Harry. Ron sah verwirrt von mir zu Harry und wieder zurück. Ich schüttelte den Kopf: „Nein, nicht auf dich!" „Auf wen dann?", fragte Harry. Ich murmelte: „Prof. McGonogall." „Prof. McGonogall!", entfuhr es Ron. „Wieso bist du sauer auf sie. Sie hat nichts getan." „Doch! Sie hat euch Punkte gegeben, nachdem ihr schon wieder gegen die Schulregeln und die direkten Anweisungen von Prof. Dumbledore verstoßen habt. Das ist nicht gerecht!" „Das ist total gerecht! Wir haben Hermine gerettet!", entrüstete sich Ron. Harry blieb stumm. „Und warum brauchte sie Rettung?", fuhr ich Ron an. „Wer hat sie beleidigt?" Ron wurde rot, aber blickte mich weiter sauer an.

Ich holte tief Luft: „Ich war nicht mal in der Nähe des Trolls, aber ich habe gegen die Regeln verstoßen und das kann Prof. Flitwick nicht haben. Aber wenn es um Harry Potter geht, scheinen alle Lehrer beide Augen zuzumachen und glaubt mir ihr beiden, wenn ich euch sage, dass darüber nicht alle Schüler glücklich sind." Ich wendete mich an Harry. „Ich weiß, dass das nicht deine Schuld ist. Du hast darum nicht gebeten, aber es ist nun mal so. Die Lehrer haben ein blindes Auge, wenn es um dich geht. Du kannst daran nichts ändern, deswegen bin ich nicht sauer auf dich. Ich bin froh, dass ihr Hermine gerettet habt und offensichtlich seid ihr nun Freunde, das ist sehr schön. Allerdings wäre es auch schön gewesen, wenn ihr Freunde geworden wärt ohne diese todesbringende Aktion."

Harry nickte und nun war Ron endlich stumm. „Ich habe darum wirklich nicht gebeten und ich dachte auch das McGonogall uns bestrafen würde. Dass sie es nicht getan hat, war ein Schock. Glaub mir Anna." Ich nickte nur. „Vielleicht könnten wir mal zusammen Zeit verbringen. Seit der Zugfahrt haben wir kaum Zeit miteinander verbracht. Leider bist du in Ravenclaw." „Wieso leider? Nur weil ich in einem anderen Haus bin, heißt das doch nicht, dass wir keine Freunde sein können. Du kapselst dich ab, Harry.", unterbrach ich ihn. Harry sah mich verdutzt an. „Es tut mir leid, aber ich muss los. Wenn ich nicht bald auf meinem Zimmer bin, bekomme ich Ärger. Komm einfach mal am Samstagnachmittag zum Switchballspiel. Diesen Samstag kann ich nicht, aber nächsten. Dort kannst du viele Schüler von den anderen Häusern kennen lernen." Ich nickte beiden zu und lief schnell in den Ravenclawturm.

Das Wochenende kam und wieder saß ich im Gewächshaus fest. Ich putze die Fenster, stutze ein paar Sträucher, beschnitt die Äste eines blühenden Baumes, dessen Früchte wertvoll waren in verschieden Zaubertränken, und räumte und sortierte den Geräteraum. Am Sonntagnachmittag kam Neville wieder ins Gewächshaus, als ich dabei war ein paar Pflanzen der Gattung Conseruisse virent Rosacea zu entstacheln. Das war eine schweißtreibende Arbeit, denn dieses kleine Pflänzchen hatten lange Schlingen, die sich ständig um meine Handgelenke wanden und das Arbeiten recht schwierig gestalteten. Neville sah mir eine Weile zu, wie ich immer wieder versuchte die Schlingen von meinen Händen zu schieben. Blödes Mistzeug. Bleibt doch einfach mal ruhig liegen.

Er kam näher heran. Ich stieß frustriert die Luft aus. „Wenn du sie oben am Stängel kurz unterhalb der Blüte festhält, dann halten sie still." Ich sah erstaunt nach oben. Neville stand dicht hinter mir und lächelte mich schüchtern an. Ich lächelte zurück. „Vielen Dank!" Er kniete sich neben mich. „Ich kann dir helfen, wenn du willst." Ich zögerte kurz. „Naja ich wollte ja nur… bis später." Er stand wieder auf und wollte sich abwenden. „Halt, nein, danke. Ich weiß nur nicht, eigentlich ist das eine Strafaufgabe… und Prof. Sprout… ich weiß nicht, ob sie das gutheißen wird.", versuchte ich zu erklären. Neville setzte sich wieder zu mir herunter und fing an die Stacheln abzusammeln. „Ich helfe dir." „Danke!" Ich packte den Stängel kurz unter der Blüte und konnte nun problemlos die Stacheln abtrennen.

Wir arbeiteten eine ganze Weile schweigend nebeneinander, als Neville mich leise fragte: „Warum musst du hier eine Strafarbeit machen?" Ich lächelte. „Weil ich mich an Halloween in der Nähe des verbotenen Korridors aufgehalten habe." Neville sah total erschrocken auf und stammelte: „Du warst im dritten Stock? Das… das würde ich aber nicht. Ich mein, da ist ein Hund… ein großer Hund." Ich sah auf: „Was für ein Hund? Wovon sprichst du?" Neville wurde ein wenig blass. „Im dritten Stock da ist…also wir sind da über einen…damals nach der Flugstunde…da war…Hermine hat die Tür geöffnet und wir haben uns versteckt. Und dann war hinter uns ein rießiger Hund. Der hat uns fast aufgefressen.", erklärte Neville mit Unterbrechungen. Also wenn ich nicht schon wüsste, was los ist, hätte ich kein Wort verstanden. Das er mir das erzählt finde ich aber toll, auch wenn es aus Versehen war.

Ich schluckte. „Ich war nicht im Korridor nur davor. Ich bin nicht direkt in meinen Gemeinschaftsraum gegangen und naja Flitwick war nicht begeistert.", erklärte ich. Neville nickte und arbeitete stumm weiter. Ich seufzte und arbeitete auch weiter. Er ist sehr nett, aber so schüchtern. Na mal sehen, vielleicht wenn sein Selbstvertrauen schon jetzt aufgebaut wird… „Woher weißt du so viel über Kräuterkunde?", fragte ich ihn neugierig. Neville wurde noch röter, aber lächelte: „Ich habe zu Hause selbst ein Gewächshaus und naja verbringe darin viel Zeit. Großmutter liebt meine Orchideen. Sie stellt sie überall im Haus auf." „Das ist cool. Ich war in Botanik nie richtig gut. Es fällt mir schwer die ganzen Namen und so zu lernen." Neville sah mich an. Nach einer Weile meinte er leise: „Ich kann dir ein bisschen helfen, wenn du magst. Aber du bist so gut. Ich dachte du brauchst keine Hilfe. Ich mein, du bist eine Ravenclaw."

Ich schaute überrascht auf. „Wenn du auf Klugheit und Weisheit anspielst, dann kann ich nur sagen, dass die nicht von ungefähr kommen. Das muss man, wie alles, erarbeiten." Ich erntete die letzten Stacheln ab, richtete mich auf und streckte meinen Rücken durch. Neville sah zu mir auf und sah traurig dann zu Boden. „Was ist?", fragte ich ihn vorsichtig. „Nichts. Es ist nur… ich bin… ich weiß nicht warum ich in Gryffindor bin. Ich mein, ich wollte, aber ich bin nicht mutig." Ich sah ihn weiter an, da erklärte er weiter: „Ich bin nicht mutig, ich kann mich keinem Troll stellen oder dass was meine Großmutter von meinem Vater erzählt, das werde ich nie können. Ich bin schlecht im Zaubern." Ich setzte mich zu ihm auf die Kante des Beetes und legte meine Hand auf seine Schulter. Er sah erstaunt auf. „Ich erzähl dir jetzt etwas, was mich mein Vater gelehrt hat. Mut bedeutet nicht, dass man keine Angst hat, sondern das man erkennt, das etwas wichtiger ist, als die Angst! Mut hat die verschiedensten Gesichter. Und sich blindlings in Gefahr zu stürzen, ist -meiner Meinung nach- nicht Mut, sondern Dummheit. Außerdem ist die Angst eine nützliche Emotion, sie hält uns nämlich davon ab, unser Leben in Gefahr zu bringen! Wie man so schön sagt, wer die Höhe fürchtet, wird niemals zu nahe an den Abgrund gehen und abstürzen."

Nach dieser Rede schwieg Neville eine ganze Weile und ich sah mich um. Das Gewächshaus, vor allem die Beete, sah jetzt richtig ordentlich aus. Ich war mit mir zufrieden, aber in nächster Zukunft brauchte ich das bestimmt nicht nochmal! „So habe ich das nie gesehen." Ich zuckte mit den Schultern. „Dann fang eben an. Und was das Zaubern angeht, wie wärs denn mit einem Deal?" „Was für ein Deal?", fragte Neville. „Ich helfe dir beim Zaubern und du hilfst mir in Kräuterkunde.", ich streckte ihm die Hand entgegen. Neville sah mich an, dann auf meine Hand und schlug dann ein. „Gerne." In dem Moment kam Prof. Sprout herein. „Ah, da sind Sie ja." Sie sah sich um und inspizierte die Beete. „Das haben Sie sehr gut gemacht.", lobte sie und nahm dann den Eimer mit den Stacheln entgegen. „Damit ist Ihre Strafe zu Ende." Ich nickte erleichtert: „Danke, Prof. Sprout." Prof. Sprout sah von mir zu Neville und lächelte. „Nun das Abendessen steht vor der Tür. Nehmen Sie beide eine heiße Dusche, wechseln Sie ihre Kleidung und genießen sie den Rest vom Sonntag." „Natürlich, Prof. Sprout.", antwortete wir beide und verließen das Gewächshaus. Wir liefen in unsere Türme, als wir uns trennten, lächelte Neville und ich fragte: „Morgen nach dem Mittagessen in der Bibliothek?" Er nickte und dann trennten sich unsere Wege. Fürs Erste!

Na, hat´s euch gefallen. Dann schreibt mir bitte reviews :)

Wenn ihr Wünsche habt was vlt. noch passieren soll dann schreibt mir einfach.

PS: Ja ich weiß, Harry und Ron stehen nicht so als die Helden da, aber ich wollte es mal anders schreiben. Keine Sorge, ich schreibe die Geschichte nicht komplett um, nur hier und da kleine Änderungen und manchmal einen etwas anderen Blick auf das Geschehen! ;)