Monicas Apartment
Montagmorgen 06:00
„Wasser!" Sie erwachte und spürte diesen Durst in ihrem Hals. Noch im Halbschlaf und fast automatisch griff sie mit der linken Hand in Richtung Nachttisch wo neben dem Radiowecker immer eine Flasche Wasser stand. Doch ihre Hand erreichte nicht wie erwartet den Tisch, sondern den Rücken von John Doggett. Dieser kleine Irrtum ließ Monica nun doch vollends wach werden. Sie beugte sich vorsichtig über ihn hinweg, um ihn nicht aufzuwecken, und nahm die Flasche. Nachdem ihr Durst gestillt war, ließ sie sich wieder zurück in die Kissen gleiten. Einschlafen konnte sie nicht mehr, dazu war es bereits zu hell im Zimmer und in einer dreiviertel Stunde mussten sie sowieso aufstehen, denn es war wieder Montag und somit ein normaler Arbeitstag. Johns Atemzüge waren schwer und gleichmäßig, er war noch im Tiefschlaf. Die Bewegung unter seinen geschlossenen Augenliedern verriet, dass er träumte.
Zu gerne würde sie wissen was, oder wovon er träumte. Ihre Gedanken wanderten zu den vergangenen Tagen. Sie und John hatten ein wirklich schönes Wochenende. Beide Tage hatten sie zusammen verbracht. Den Sonntag allein, zuerst bei John im Haus und dann im Park bei einem Picknick. Am Abend waren sie essen gewesen und die Nacht verbrachten sie gemeinsam bei ihr. John hatte eine Reisetasche mit frischen Sachen für den nächsten Tag mitgenommen. Am Samstag waren sie bei Mulder und Scully gewesen. Nach dem Frühstück hatte Mulder ihnen noch mal von seiner „Flucht", diesmal mit mehr Details und Informationen erzählt. Den Vormittag saßen sie im Garten des Hauses, den man von der Straße aus nicht einblicken konnte und genossen die letzten warmen Strahlen der Sonne. Auch berieten sie, wie sie weiter vorgehen sollten, denn in einem waren sie sich einig, Mulder sollte nicht länger ein Versteckspiel spielen müssen. Nach langem überlegen und verwerfen vieler Ideen kamen sie schließlich zu einer Lösung.
Mit Skinners Hilfe wollten sie eine Art Erpressung an die Schattenregierung senden,. John warf natürlich ein, dass sich keine Regierung der Welt erpressen ließe, womit er ja auch bei jeder „normalen" Regierung Recht hatte, doch diese „Regierung" war definitiv nicht normal und hatte auch keine „normalen" Absichten oder Pläne, darüber waren sie sich am Ende alle einig. Der Plan wurde bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, solange bis bei keinem mehr Zweifel bestanden.
Am Ende war sogar John vom Gelingen überzeugt. Monica schmunzelte bei diesem Gedanken.
John war anders in dieser Hinsicht. Er bezeichnete sich selbst als Skeptiker und das war er auch. Sie selbst hingegen glaubte eher. Zumindest gab sie vielen Dingen eine Chance, auch wenn es sich gelegentlich als falsch erwies. Sie bezeichnete sich als „Offen". Unterschiedlich sind sie beide, aber das machte ihre Beziehung durchaus interessanter. Nicht nur privat, sondern auch beruflich. Beiden X-Akten war es hilfreich, wenn einer glaubte und der andere zweifelte, so konnten sie sich die Waage halten und oftmals objektiver handeln.
Bei Mulder und Scully waren die Rollen anders herum verteilt, dort war es Mulder der glaubte und Scully, die zweifelte, oder lieber eine wissenschaftliche Begründung finden wollte. Genau diese Mischung macht wohl ein gutes und erfolgreiches Team aus, dachte sie bei sich.
Sie grübelte noch etwas und fühlte sich in ihrem Bett so richtig wohl, fast hätte sie sich gewünscht, dass der Wecker heute gar nicht mehr klingeln würde. Auch kamen ihr Gedanken zu John. Sie spielte einmal sogar mit dem Gedanken, sich vorstellen zu können immer neben ihm aufzuwachen. Sie wusste, dass es eigentlich noch zu früh für solche Gedanken war, aber irgendwie ließ sie dieses Gefühl nicht mehr so ganz los.
Was sich in den letzten paar Tagen alles verändert hatte…
Sie war richtig glücklich.
