In seinen Armen schwand all ihre Kraft dahin. Hatte sie bisher noch geglaubt, sie könne es irgendwann schaffen, ihn zu vergessen, so wurde ihr in jenem Moment bewusst, dass sie sich selbst belogen hatte.

Eine ganze Weile hielten sie einander nur schweigend in den Armen und genossen den wunderbaren Augenblick, dem Anderen nahe zu sein.

Ein Schluchzen ließ Grissom etwas erschrocken aufblicken. Sara hielt ihren Kopf gesenkt, und erst, als Grissom ihn sanft mit einem Finger anhob, sah er ihre roten mit Tränen gefüllten Augen. „Nicht weinen!" sprach er beruhigend, und küsste ihr zärtlich die Tränen weg. Sara schaute Grissom nur an, immer noch überwältigt, von den intensiven Gefühlen zu ihm, die sie in letzter Zeit versucht hat, zu verdrängen. Sie entspannte sich ein wenig und holte tief Luft. Etwas verlegen und mit gesenktem Blick, nahm er Sara's Hände in seine. Aus den Augenwinkeln konnte er seine Tasche sehen, die er beim Hereinkommen an der Tür abgestellt hat. Wie würde sie reagieren, wenn er ihr die Päckchen gibt? Würde sie sie annehmen? Sara bemerkte, dass er nachdenklich war. „ An was denkst du?" fragte sie daher unsicher. Ohne zu antworten ging er langsam zur Tasche und holte die bunten Päckchen raus. Als er sich zu ihr umdrehte und ihren skeptischen Blick sah, schien ihn der Mut verlassen zu wollen.

Er hielt ihr die bunten Verpackungen entgegen, und zuckte leicht mit den Schultern. Etwas verwirrt nahm sie sie entgegen. „Was ist das?" fragte sie irritiert, ohne dabei den Blick von Grissom zu wenden. Dieser wusste noch immer nicht, als was er dies bezeichnen konnte, also antwortete er nur. „Ein paar kleine Geschenke."

Sie musterte die Päckchen eingehend. „Gehen wir ins Wohnzimmer." schlug sie dann vor und Grissom folgte ihr mit zitternden Knien. Vielleicht würde sie ihm alles um die Ohren werfen? Oder sie würde später die Sachen bei ebay versteigern? Er malte sich schon die grauenvollsten Reaktionen aus. Aber warum sollte sie das tun? Er schüttelte heftig den Kopf, um diese Gedanken endlich los zu werden. Was ist nur los mit ihm? Bis jetzt hatte er sich doch wacker geschlagen.

Grissom blieb unschlüssig vor der Couch stehen. Er wollte das Ganze aus einem gewissen Abstand beobachten. Doch Sara reichte ihm lächelnd die Hand. „Setz dich zu mir."

Gespannt beobachtete Grissom, wie Sara das erste Päckchen auspackte. Er kniff die Augen zusammen, aufs Schlimmste gefasst. Aber nichts geschah. Er öffnete wieder die Augen, und bemerkte, wie Sara verträumt über einen Strampler strich. Immer wieder fuhren ihre Finger über den weichen, kuscheligen Stoff. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll." gab sie kaum hörbar zu, ohne Grissom an zu sehen. „Sag nichts…mach die Anderen noch auf." gab er ebenso leise zurück. Immer noch saß er unbeholfen neben ihr, und spielte nervös mit seinen Fingern.

Sara schien ebenso aufgeregt, was er an ihren zitternden Händen sehen konnte. Behutsam legte er seine Hand auf ihre, als könne er sie so beruhigen. Sie hielt kurz inne bevor tief einatmete, und sich den anderen Päckchen widmete. Ihre Augen bekamen ein Leuchten, als sie die Babysachen und Plüschtiere auf ihrem Schoß ausbreitete. „Sie sind hübsch…." gestand sie verlegen und streichelte die Plüschspinne. „…ich hab mich um so was überhaupt nicht gekümmert. Ich dachte, ich würde es eh nie brauchen." Grissom sah Sara gespannt an und fragte. „Aber jetzt brauchen wir so etwas doch, oder?" Er bekam nur ein geflüstertes „Ja." zur Antwort. Auf seinem Gesicht machte sich ein glückliches Lächeln breit. „Ist das wirklich wahr?"