AN: Hi Ihr! Ein neuer Tag und ein neues Kapitel! Ganz viel Spass bei "Shocking"!

Disclaimer: CSI NY gehört den Produzenten und nicht mir!
Tom und die Flying Doctors gehören auch nicht mir :(

Special Guest Starring: Dr. Tom Callaghan!

Zum Kapitel:
Tom operiert David, Stephen und der Rest muss warten!


Alle Anwesenden trugen blaue OP-Kleidung, einen weißen Mundschutz und weiße Latexhandschuhe.

Tom säuberte die Schusswunde mit einem Tupfer, der mit Jod getränkt war. Das Narkosemittel hatte seit 10 Minuten vollständig eingesetzt und David schlief tief und fest auf dem OP-Tisch. Ein Arzt saß am Kopfteil des Tisches und überwachte alle lebenswichtigen Funktionen, wie Puls- und Herzschlag. David war bis zum Bauchbereich mit einer blauen OP-Decke abgedeckt.

Sein linker Arm lag ausgestreckt auf einer Art kleinem Tisch, der eine Mulde in der Mitte hatte, damit der Arm nicht verrutschen konnte. In seiner Vene hing eine Nadel in die eine durchsichtige Flüssigkeit sickerte. Auf seinem blassen Gesicht lag eine Sauerstoffmaske. Sein Brustkorb hob und fiel im Rhythmus des Sauerstoffgerätes, das neben dem Tisch stand. Man konnte ein gleichmäßiges Pumpen und Rauschen hören. So als ob Jemand langsam eine Luftmatratze aufpumpen würde.

Das grelle Licht der großen Lampe, die über dem Tisch hing, leuchtete den gesamten Operationsbereich aus. Ein kleines Rolltischchen, auf dem die verschiedensten Instrumente aufgereiht nebeneinander lagen, stand etwa auf Höhe der Knie des Patienten. Es war still in dem Raum, nur das eintönige Piepgeräusch der Lebenserhaltungssysteme war zu hören.

Tom sah sich kurz nach seinen Kollegen um. Sie alle waren wieder bereit ein Leben zu retten. Doch diesmal war es etwas Besonderes. Es ging um den Sohn des Chefarztes der Unfallchirurgie ...

„Skalpell, bitte. Holen wir diese Kugel raus." Er nickte dem Narkosearzt zu, der die Geste erwiderte.

Die Schwester reichte ihm das Instrument. Tom nahm es entgegen und begann zu schneiden. Ein Schnitt etwa drei Zentimeter tief.

In der Zwischenzeit stand Det. Mac Taylor mit seinem Sohn an dem Kaffeeautomat in der Cafeteria des Krankenhauses. Seit fast zwei Minuten stand der braune Becher unter der Einspritzdüse. Und seit fast zwei Minuten blieb der Becher leer, ebenso wie der Becher, der noch wartend neben dem Automaten stand. Mac schlug wütend gegen die schwarze Außenseite des Gerätes. Es knallte laut, doch mehr tat sich nicht. Der Cop war wütend.

„Verdammtes Ding! Wieso heute? Wieso jetzt? Komm schon," er brüllte die Maschine an und schlug ein zweites Mal dagegen, ohne Erfolg.

Jason, der gegenüber an dem Colaautomaten stand, hatte da etwas mehr Glück. Nachdem er einen viertel Dollar eingeworfen hatte, gab es ein lautes Geräusch und eine Dose Pepsi kullerte aus dem Auswurf. Er nahm die Dose, öffnete sie und drehte sich zu seinem Dad um, der immer noch kochend vor Wut, vor dem Gerät stand und es mit stechenden Blicken zu durchbohren schien. Doch die Maschine schien das wenig zu kümmern, denn es spuckte weder den dringend benötigten Kaffee, noch das Geldstück, das Mac hineingeworfen hatte, wieder heraus. Der Polizist holte jetzt mit dem, auf Hochglanz polierten Designerschuh aus und trat zu. Es knallte laut und andere Besucher und Patienten, die auf dem Gang saßen, spähten zu ihnen hinüber.

„Willst du ne Pepsi," fragte sein Junge unsicher, darauf bedacht, dass sein Vater äußerst miese Laune hatte, obwohl es keinen triftigen Grund dafür gab. „Die ist sogar eiskalt."

Mac schlug noch einmal mit der Handfläche gegen die rechte Außenwand und wartete einen kurzen Moment, doch nichts geschah. Dann drehte er sich zu Jason um.

„Okay." Er nickte, kramte drei ein viertel Dollar Münzen aus seiner Brieftasche, ging vier Schritte über den öden Krankenhausflur und warf das Geld in den anderen Automaten. Einige Sekunden später spazierten Vater und Sohn mit vier Dosen Pepsi und drei Hühnersandwiches in den Wartesaal zurück.

„Hier," sagte Mac und reichte seinem Freund ein Sandwich und eine Dose Pepsi über den Tisch. „Kaffee war aus. Habt ihr kein Geld für einen neuen Automaten, der auch funktioniert?"

Stephen nahm beides dankend entgegen, ohne auf den bissigen Kommentar seines Freundes zu reagieren. Dann öffnete er die Dose, trank gierig einige Schlucke und stellte sie zurück neben das Sandwich. Der Polizist seufzte und lehnte sich erschöpft gegen die unbequeme Rückenlehne. Dann sah er von seinem Freund zu Alex, der noch kein Wort zu ihm gesagt hatte.

Er saß einfach nur da, stumm und still. Er hatte noch nicht einmal aufgesehen, als die Beiden zurück gekommen waren. Sein Sandwich und seine Pepsi standen unberührt auf dem kleinen Tisch.

Sein Vater stand auf, ging aus dem Warteraum heraus und fing an, den langen Flur auf und ab zu laufen. Er hatte nicht mehr die Kraft einfach so herum zu sitzen und nichts zu tun. Langsam setzte er einen Fuß vor den anderen. Einige Schwestern kamen ihm entgegen und grüßten ihn. Er nickte nur. Als er das Ende des Flures erreicht hatte, stand er vor dem großen Fenster und sah hinaus. Der gesamte Parkplatz war unter einer weißen Schneedecke verschwunden. Er konnte Macs Auto sehen, das unten stand, auch auf ihm lag eine Schneeschicht, da es wieder angefangen hatte zu schneien. Plötzlich fiel ihm ein, dass sein BMW immer noch auf dem Grundstück der Schule stand, da er ja mit dem Krankenwagen zurück gekommen war. Doch er würde ihn abholen ... irgendwann ... Höchstwahrscheinlich noch heute, wenn alles vorbei war.

Eine Etage tiefer hatte Tom die Kugel aus Davids Bauch entfernt. Die Kugeln von Revolvern waren etwas größer als andere. Jetzt lag sie sicher auf einem weißen Tuch gebettet, in einer silbernen Schale, die neben den Instrumenten stand. Der Austauscharzt war konzentriert bei der Arbeit. Er tupfte auf der Wunde herum, ließ absaugen und holte totes Gewebe heraus. Dann streifte er mit dem Skalpell versehentlich eine Arterie. Das Gefäß platzte und Blut sickerte heraus. Verdammter Mist! Muss das jetzt passieren! Scheiße! Hektisch versuchte er die Blutung zu stoppen. Mit Tupfern und Tüchern. Er nahm Klammern heraus und setzte sie wo anders wieder hinein. Doch was er als nächstes hörte, ließ ihm einen Schauer über den Rücken laufen. Es war ein Piepton, den er kannte.

„Kammerflimmern, Doktor," rief der Narkosearzt hektisch, bestätigte somit seinen Gedanken und fummelte an seinen Geräten herum. Tom sah auf, nur um sicher zu gehen, dass der Arzt Recht hatte. Auf der Maschine war eine Linie zu sehen, die keine Linie mehr war, sondern sich wirr von oben nach unten schlängelte. Der Herzschlag war äußerst unregelmäßig. Callaghan griff sofort nach den Platten des Defibrillators, der immer einsatzbereit, an dem Tisch stand. Während er die Handplatten aufhielt, spritzte eine Schwester eine Ladung durchsichtiges Gel darauf. Tom rieb die Platten aneinander und sah auf David hinab, der ganz ruhig auf dem OP-Tisch lag.

„Auf 150 Jules. Weg vom Tisch," befahl der Arzt und setzte die beiden Platten an Herz und Lunge an. „Und Schock!" Er drückte auf den Auslöser. Man konnte ein Knacken hören. Davids Körper zuckte durch den Elektroschock zusammen. Tom nahm das Gerät zurück und starrte auf den kleinen Monitor das Elektrokardiogramm.

„Komm schon, David. Tu mir das nicht an," flüsterte Callaghan unruhig.

Dann endlich. Nach quälenden drei Sekunden hörte er das erlösende Geräusch. Das gleichmäßige Piepen, das den Herzschlag darstellte. Ein Raunen ging durch den Raum. Die beiden OP-Schwestern, die mit ihm am Tisch standen, um die Instrumente zu reichen, nickte ihm anerkennend zu.

„Wir haben wieder einen Puls," bemerkte der Narkosearzt grinsend. „Er ist wieder bei uns."

Tom lächelte, als er die Platten zurück legte. „Wehe, du machst das noch mal, David."

Dann setzte er die letzte Klammer und spülte die Wunde aus. Als er fertig war, nahm er alle Klammern heraus und vernähte seinen Patienten sorgfältig. Fünfzehn Minuten später schoben sie David aus dem OP hinaus in den Aufwachraum. Eine Schwester deckte ihn mit einer warmen Decke zu und sah noch einmal auf das EKG-Gerät. Puls- und Herzschlag waren normal.

Tom stand im Waschraum, ließ sich den Kittel abnehmen, streifte die Haube und die Handschuhe ab und starrte in den großen Spiegel, der über den Waschbecken angebracht war. Er zog sich den Mundschutz herunter und warf alles in einen Mülleimer unter den Becken. Er atmete tief durch.

„Fast hab ich ihn verloren," sagte er zu sich selber und begann sich die Hände zu waschen. Als er damit fertig war, sah er ein zweites Mal in den Spiegel. „Aber nur fast."

Dann drehte er sich um, trat aus dem Waschraum heraus und suchte den Chefarzt der Unfallchirurgie, um ihm zu sagen, dass sein Sohn durchkommen würde.

Der Gesuchte saß inzwischen wieder auf einem der Stühle bei seiner Familie. Alex wischte sich gerade mit einer weißen Serviette über den Mund. Dann warf er die durchsichtige Plastikbox, in der das Sandwich eingepackt war, in den kleinen Mülleimer. Eigentlich hatte er nicht vorgehabt etwas zu essen. Er war nicht hungrig gewesen, doch sein Dad hatte darauf bestanden, dass er etwas aß. Und er hatte gute, überzeugende Argumente geliefert. Stephen trank den Rest Pepsi aus und stellte die leere Dose auf den Tisch. In diesem Moment sah er aus den Augenwinkeln heraus, Tom auf sie zu kommen. Connors sprang sofort von seinem Stuhl und ging auf Tom zu. Mac sah verschreckt auf. Er hatte eine Weile geschlafen, auch wenn dieser blaue Sessel nicht seinen Ansprüchen genügte.

Als er seinen Freund mit Dr. Callaghan reden sah, stand er auf und ging zu ihnen hinüber. Die Kinder sahen ihm nach, aber blieben sitzen. Als Mac bei den Ärzten ankam, konnte er Stephens Gesichtsausdruck erkennen. Er war wie versteinert.

„Was ist," fragte der Cop und legte einen Arm um Stephens Schultern.

Stephen schluckte, drehte sich dann aber zu Mac um. „Er," begann er stockend. „Er hatte beinahe einen Herzstillstand ... Kammerflimmern ... Er war fast für kurze Zeit tot, Mac."

Dann passierte es. Stephen konnte die Tränen nicht länger zurück halten. Er lag weinend in den Armen seines Freundes. Taylor streichelte ihm über den Rücken und flüsterte in sein Ohr. Er versuchte ihn zu beruhigen. Und es gelang. Nach ein paar Minuten wurde Stephen ruhiger und löste sich aus der Umarmung. Mac reichte ihm ein Taschentuch und dann noch ein Zweites.

Dann wandte sich Mac an Tom. „Ist jetzt alles in Ordnung. Ich meine ... geht's ihm gut?"

Tom nickte. „Ja, es geht ihm gut, Detective Taylor. Er liegt jetzt im Aufwachraum. Er müsste bald wach sein."

Callaghan wandte sich um und ging ein paar Schritte. Dann drehte sich zu Stephen um. „Kommst du mit?"

Connors nickte und ging hastig hinter Tom her zu den Aufzügen, die sie in den Keller bringen würden.

Alex, Jason und Mac blieben zurück und warteten.

Während sie mit dem Aufzug nach unten fuhren, konnte der Chefarzt den Gedanken nicht verdrängen, dass er Angst hatte. Davor seinen Sohn zu sehen, wie er hilflos in einem Krankenhausbett lag. Vielleicht hatte Tom ihm auch nicht alles gesagt! Vielleicht war etwas geschehen, während der OP, das Tom vor ihm verheimlichte! Er verwarf diesen Gedanken schnell wieder. Jetzt war David das Wichtigste für ihn. Und nur David!

Die Türen des Aufzugs öffneten sich und die Männer gingen ein paar Schritte. Tom öffnete die Tür des Aufwachraumes und Stephen trat ein. Langsam ging er zum Bett, das in der Mitte stand. Als er näher kam, konnte er einen Schlauch erkennen, der in den Arm von David führte. Die Schwester, die an dem Bett gestanden hatte, sah auf, nickte kurz und verließ dann das Zimmer. Stephen setzte sich vorsichtig auf die Kante des Bettes und betrachtete seinen Sohn eingehend. Seine Augen waren geschlossen. Der Brustkorb machte gleichmäßige Bewegungen. Ein dicker Verband zeichnete sich unter dem weißen Hemd ab. Er sah friedlich aus, so wie er da lag.

Stephen beugte sich zu ihm.

„David," flüsterte er sanft und strich ihm über die Wange. „Ich bin hier."

Er wusste, dass die Narkose in ein paar Minuten nach lassen würde. Er ging an die Tür, um nach der Schwester zu rufen. Die schwarzhaarige Krankenschwester kam herein und gemeinsam schoben sie das Bett durch den Flur in den Aufzug. Nach ein paar Minuten stand das Bett in einem kleinen Raum mit Fenster, einem Schrank und einer Kommode. Neben dem Bett standen drei Monitore. Auf dem einen war der Puls- und Herzschlag zu sehen. Die Linie des Sinusrhythmus, des normalen Herzschlages, wanderte gleichmäßig in Zick-Zack-Bewegungen von unten nach oben. Solange sie nicht schneller wurde oder sogar eine durchgehende horizontale Linie, die Nulllinie, anzeigte, war alles in Ordnung.

Die beiden anderen Bildschirme waren Teil eines Beatmungsgerätes, das in Kopfhöhe neben dem Bett aufgebaut war. Ein dünner Schlauch führte von einer Pumpe und einem weißen Kasten zu einer durchsichtigen Sauerstoffmaske, die über Davids Mund und Nase lag. Auf dem Monitoren über dem Kasten konnten die Parameter abgelesen werden. Da die Intensivstation nicht voll belegt war, bekam David ein Einzelzimmer. Es lag direkt neben dem Schwesternzimmer und war so immer schnell zu erreichen. Graue Jalousien, die über den Fenstern angebracht und heruntergelassen worden waren, gaben ihm etwas Privatsphäre. Die Schwester stellte die Bremsen des Bettes ein, richtete das Kopfkissen und hängte den Tropf auf der anderen Seite des Bettes auf.

„Danke," sagte Stephen freundlich. „Können sie mir noch einen Gefallen tun. Unten im Wartesaal sitzen Detective Taylor, sein Sohn und Alex." Die Schwester mit dem weißen Kittel nickte. Stephen fuhr fort. „Sagen sie ihnen wo ich bin und dass Detective Taylor meinen Sohn nach Hause bringen soll. Er kann seinen Bruder später besuchen." Wieder nickte die Schwester. „Sagen sie ihnen," fuhr Connors fort. „Dass ich gleich runter komme. ... In etwa einer halben Stunde."

„Ja, Doktor Connors," erwiderte die zierliche, junge Krankenschwester mit einem Kopfnicken und verschwand, um ihrer Aufgabe nach zu gehen.

Stephen seufzte und sah seinen Sohn an, der ruhig zu schlafen schien. Der Arzt stand auf, ging ans Fenster und zog einen schwarzen Besucherstuhl, der eine große bequeme Rückenlehne aus dickem, schwarzen Stoff hatte, an das Bett. Er ließ sich müde hineinfallen und gähnte. Doch er wollte und durfte jetzt nicht einschlafen! Was war, wenn sein Junge aufwachen und etwas brauchen würde? Oder wenn er Schmerzen hatte? Wenn die Monitore plötzlich anfangen würden zu piepen?

Stephen versuchte sich trotzdem zu entspannen und streckte seine Beine aus. Das tut wirklich gut! Ich darf nur nicht einschlafen! Er drückte seinen Rücken gegen die weiche Lehne und schloss für einen kurzen Moment die müden Augen. Nur ganz kurz ... Der heutige Tag war der schrecklichste und anstrengendste in seinem bisherigen Leben gewesen und er war leider noch nicht vorbei. Stephen brauchte jetzt viel Kraft um die nächsten Stunden durchzustehen.

Tbc ...

AN2: Ahw da tut mein Herz weh, wenn ich Stephen so sehe *schluchz* ...David hat es jetzt geschafft - dank Tom! Jetzt beginnt die Erholungsphase, die David braucht, um wieder zu Kräften zu kommen. Leider ... nimmt David die Anweisungen und den Rat seines Vaters nicht wirklich ernst :) Wir lesen uns! Alles Liebe eure Vanessa