Jetzt. Sofort.
„Draco? Kommst du mal eben?" Lucius Malfoy war auf der Suche nach seinem einzigen Sohn, er brauchte unbedingt Hilfe. „Was ist denn so wichtig, Vater?" „Du musst mir helfen, die Pfauen sind verschwunden." Pfauen, Pfauen, Pfauen. Mein Vater und sein dämliches Hobby, dachte er. „Die kommen schon von alleine wieder…" „Tun sie nicht und jetzt komm und hilf mir. Wenn deine Mutter da wäre müsstest du mir auch nicht zur Hand gehen aber sie ist ja wieder irgendwo in London und kauft Kleidung…." Typisch Mutter. „Na gut, ich helfe dir." Er ging gemeinsam mit ihm bei der Hintertür raus, die in den großen Garten führte. „Leander, Valentina, Aurelius, wo seid ihr?" Es war einfach immer zu lustig, nach den Pfauen zu suchen. Als ob sie nicht für ein paar Tage ohne Essen aus kommen könnten. „Ich gehe nach links, du nach rechts. Wenn du sie gefunden hast, sprüh rote Funken aus deinem Zauberstab." „Mhm."
Draco dachte gar nicht daran, nach diesen bekloppten Viechern zu suchen, sonder ging seinen eigenen Weg. Er dachte wie immer viel über früher nach, über Aria. Und warum sie nie seine vielen Briefe beantwortete. Sie machte ihm auch nie die Türe auf, wenn er sich mal wieder die Mühe machte. Doch er hatte noch nicht aufgegeben, er würde um sie kämpfen, er würde sie zurückholen. Doch sie war unaufspürbar. Manchmal ging er einfach so durch die Straßen von London, in der Hoffnung er würde sie treffen. Einmal glaubte er sogar sie gesehen zu haben, aber als er genauer hinsehen wollte war sie schon wieder weg. Er hätte sein ganzes Gold darauf verwettet, dass sie kaum in der Winkelgasse anzutreffen war, weil sie glaubte dass sie in der Muggelwelt niemals ihm begegnen würde.
Seiner Mutter, die ja alles aufdeckte, schob er keinerlei Schuld zu denn nach der Schlacht wollte er mit Aria zu seinen Eltern gehen, um sie ihnen vor zustellen. Da hätte sie es so und so gesagt… Draco konnte sich noch haarklein an ihr geschocktes Gesicht erinnern. Sie schüttelte heftig den Kopf und beäugte ihn als ob er ein Fremder gewesen war. Sch*** drauf ob wir miteinander verwandt sind oder nicht, ich liebe sie trotzdem, dachte er. Er vermisste sie so sehr. Seine Eltern wollten ihn schon mehrmals verkuppeln, er ließ aber keine an sich ran.
Aria war so schnell weg und das letzte was sie sagte war „Lebewohl, Draco." Dabei liefen ihr Tränen runter und sie zitterte. Nur Stunden zuvor hatte sie ihre Schwester verloren und eigentlich brauchte sie jemanden, der sie trösten konnte doch sie war auf und davon gewesen, alleine mit ihrem Schmerz. Natürlich war er ihr nachgerannt aber es waren so viele Menschen hier gewesen dass er sie schnell aus den Augen verlor…
Aber sein Leben musste weitergehen, wenn auch ohne sie. Er blieb zu erst mit seiner Familie ein paar Wochen einfach nur zu Hause, dann konnte Blaise Zabini ihn überreden, dass sie gemeinsam eine Weltreise unternehemen. Aus jedem fernen Land schickte er ihr eine Ansichtskarte, in der Hoffnung sie würde ihm einmal einen Brief schreiben. Doch es kam nichts von ihr, rein gar nichts.
Es kränkte Draco sehr, denn er hatte die Hoffnung nie aufgegeben. Dafür war sie einfach zu wichtig für ihn.
Sehr gerne erinnerte er sich an ihre gemeinsamen Zeiten. Zu ihrem 17. Geburtstag hatte er ihr eine Goldkette gekauft, er sagte sie wäre billig gewesen, was aber nicht wirklich stimmte denn er würde ihr keinen wertlosen Schrott kaufen. Sie fragte ihn ob das Herz aus purem Gold wäre – die Wahrheit – aber er sagte es sei nur ein Goldüberzug, das beruhigte sie.
Draco dachte auch gerne an die wunderbaren Stunden, die sie gemeinsam am See, am Astronomieturm oder sonst wo verbracht haben. Einmal wurden sie von Snape in den Kerkern erwischt und er bekam ihre Unterwäsche zu Gesicht, Aria fand das nicht lustig aber D. konnte nur darüber lachen.
In den Osterferien 1997 durfte er ihre Unterwäsche genauer betrachten…
Er fand es echt schön mit Aria, sie hatten Ruhe weil seine Eltern nicht zu Hause waren und keine Störenfriede weit und breit ;)
Es fühlte sich so an als ob sie für einander geschaffen wurden, alles passte perfekt.
Weil Draco keine Lust mehr auf den Garten hatte, ging er wieder zurück, denn er wollte sich Bilder von ihm und Aria anschauen.
Sein Vater war sicher noch irgendwo da draußen, auf der Suche nach Tina, Ariel und Andreas oder wie diese Pfauen auch heißen mögen.
Draco's Mutter war immer noch nicht zu Hause, sie konnte nie genug vom Einkaufen bekommen.
Sein Zimmer war groß, hell und geschmackvoll eingerichtet mit einem großen, dunklen Bett, einem dunklen Kleiderschrank, einige Landschaftsbilder die seine Mutter ausgesucht hatte, ein Schreibtisch mit Sessel und durch die 2 Fenster kamen schwache Sonnenstrahlen herein. Neben und über seinem Bett hingen viele Fotos, wo er gemeinsam mit ihr abgebildet war.
Auf dem kleinsten standen sie dicht nebeneinander vor Hogwarts, Dumbledore hatte dieses Foto gemacht, er bestand darauf. Aria lächelte selig und er selbst sah etwas…genervt aus. Das musste Ende des 5. Schuljahres gewesen sein…
Auf einem anderen tanzten sie. Das war auf der geheimen Weihnachtsparty, die ein paar 7. Klässler organisiert hatten, für alle die nicht zum Slug-Club gehörten. Aria hatte ein furchtbar schönes, silbernes Kleid an und er selbst einen einfachen Anzug. Obwohl beide keine begeisterten Tänzer waren sahen sie ganz süß beim Tanzen aus.
Bild Nummer 3: Das hatte Goyle gemacht, kaum zu glauben dass er eine Kamera bedienen konnte. Die beiden hatten es nicht bemerkt, denn sie saßen am Seeufer und waren am knutschen.
Doch Goyle hatte ihm das Foto gegeben, weil er sagte es sei eine schöne Erinnerung für ihn, eine Art Geschenk ^^ Obwohl es…eigenartig ein Foto zu besitzen wo man sich mit seiner Freundin knutschen sah, wollte Draco es behalten, es war immerhin ein knallharter Beweis.
Auf dem größten und letzten Foto war es Winter und Aria & Draco hatten beide ihren Slytherin Schal um und er legte einen Arm um sie, während Aria ihre Arme um ihn gelegt hatte. Beide sahen ziemlich glücklich aus, darum hatte er es auch stark vergrößern lassen. Die Bilder waren alle mit einem Dauerklebefluch besetzt, so konnte er sie nie vergessen.
Eine Weile saß er einfach nur so da und starrte die Bilder an, als ob er erwartete dass Aria jeden Moment aus ihnen herauskommen könnte.
Doch sein Vater riss ihn aus seinen Gedanken. „DRACO! Ich habe sie alleine gefunden, vielen Dank für deine Hilfe!" Gern geschehen, deine Pfauen kümmern mich nicht. „Tut mir leid, Vater. Ich musste noch etwas anderes tun…" „Komm trotzdem runter, ich will mit dir reden." Draco stand auf und ging runter in den Salon. „So kann es nicht weitergehen, Junge. Vergiss endlich deine Kleine und lebe dein Leben. Du warst doch sonst nie so." „Das geht dich überhaupt nichts an." Zischte er. „Oh doch, ich bin dein Vater und ich will dir nur helfen. Sie tut dir nicht gut." „Sie war das Beste was mir jemals passiert ist! Wir haben gemeinsam einen Krieg überstanden, einen verdammten Krieg, der so schrecklich war wie noch nie! Du verstehst das nicht, ich kann die Person die ich liebe nicht einfach links liegen lassen!" „Und du bist dir sicher sie liebt dich auch? Sie hat nie ein Lebenszeichen von sich gegeben, obwohl du so viel für sie getan hast, all die Jahre-" „Sie tut es immer noch , das weiß ich.
Und jetzt lass mich in Ruhe." Draco wollte gehen, doch sein Vater hielt ihn zurück. „Pass auf, du kannst nicht ewig so weitermachen. Ihr immer nur nach trauern und so, das hat keinen Sinn. Hör auf deinen Vater, tu das Richtige." „Ich tue das Richtige, vielleicht ist sie nur noch nicht bereit. Es war für sie offensichtlich heftiger als für mich zu erfahren dass wir Cousins sind." „Jahh, das seid ihr. Und man heiratet heutzutage seine Cousins nicht mehr." „Das ist mir egal, ich habe sie kennen gelernt als meine Nicht-Cousine, und ich werde sie niemals als meine Cousine betrachten, sondern als die Liebe meines Lebens." Mit diesen Worten ging er endgültig raus, er machte sich auf den Weg nach London, er wollte unbedingt mit Aria sprechen. Jetzt. Sofort. Koste es was es wolle.
