Wow - ein riesen Danke an alle die ein Review hinterlassen haben und das trotz nich funktionierender Alerts. Ganz besonders auch an unsre neuen Leser/innen. :) Wir haben uns riesig über jede einzelne gefreut.

Als Dank für eure so tollen Reviews gehts heut schon weiter und nicht erst Morgen, oder Übermorgen. Haben uns extra ins Zeug gelegt mit dem tippen und besonders auch mazipaan mit dem Abschlussbetan.

Zu der Bitte, das wir eine Szene schreiben, in der Lucius und /oder Severus ihr Dunkles Mal erhalten - aber sicher doch! Das wird es auf jeden Fall zu lesen geben, wenn es soweit sein wird.

Dann, jeder der möchte das ich ihn / sie in Zukunft sofort über ein Update informiere, hinterlässt mir doch bitte im Review seine / ihre Mailadresse. Die füge ich dann zu einer eigenständigen Alertliste zusammen und so verpasst keiner mehr was. Egal wie sehr die hiesigen Alerts nun spinnen. - Morti

Kapitel 12

Es war der letzte Schultag vor den Osterferien. Zwei Monate waren vergangen, seit dieser ersten Nacht mit seinem Sklaven und nun würden ganze zwei Wochen folgen, in denen er sich diesem uneingeschränkt widmen konnte.

Lucius freute sich bereits auf diese zwei Wochen, auch wenn er sich gut vorstellen konnte, dass sein Sklave darüber anders dachte.

Sein Sklave …

Der Gedanke, einen anderen Menschen vollkommen zu besitzen, war ihm nun nicht mehr fremd. Im Gegenteil, fühlte es sich vollkommen richtig an. So, als hätte es schon immer so sein müssen. Außerdem bot ihm dieser ein Ausmaß an Annehmlichkeiten, die er sich zuvor nicht einmal hätte erträumen können.

Lucius konnte nun unumwunden zugeben, dass es ihm ein wahres Vergnügen war, über Severus' Tun und Sein bestimmen zu können. Besonders aber genoss er die Hogsmeade Wochenenden, denn seinen Sklaven auch des Nachts unter der Woche zu sich zu rufen, barg einfach zu viele Gefahren möglicher Entdeckung, die der junge Aristokrat nicht bereit war einzugehen. Wobei es bisher nur ein weiteres Wochenende gegeben hatte, das für den Freigang der Schüler bestimmt gewesen war und da es auffallen würde, wenn ein Sechstklässler sich auch außerhalb der offiziellen Ausgangszeiten außerhalb des Schulgeländes befand, so wie es den Volljährigen Siebtklässlern zustand, musste sich Lucius mit dem begnügen, was offiziell für einen Sechstklässler möglich war.

Nächstes Jahr sähe das dann schon anders aus. Er selbst hätte die Schule beendet und Severus konnte - da Siebzehn und somit in der Zaubererwelt als Volljährig geltend - ihn jedes Wochenende in seinem Haus in Hogsemade, oder auch in Malfoy Manor, seinem Familienstammsitz aufsuchen.

Auch wenn es nun nicht mehr ganz so verwunderlich gewesen wäre, hätte er mehr als die ein oder andere Stichelei mit dem Halbblut ausgetauscht, trafen sie einmal in Anwesenheit Dritter aufeinander, vermied es Lucius, das Halbblut zu sehr zu provozieren. Wollte er doch keinerlei Handlung von diesem riskieren, der sie beide verraten hätte. Leider war das ein oder andere Zusammentreffen nicht zu vermeiden gewesen, befanden sie sich doch nicht nur innerhalb derselben Schule, sondern auch im selben Haus.

Das der fetthaarige Junge zu Geld gekommen war, brachte ihm ein paar offene Schmähungen weniger ein, auch wenn sich einige Unverbesserliche in weiteren Mutmaßungen über den plötzlichen Reichtum ergingen, den dieser zu besitzen schien. Waren die Kleidung und schulischen Utensilien doch nur noch vom Feinsten, auch wenn die Meisten den aufgekommenen Gerüchten, dass dieser aus einem unerwarteten Erbe herrührte, durchaus Glauben schenkten.

Sich geschickt das heute dunkelgrüne Haarband umbindend, so dass seine glatten, weißblonden Haare hinten locker zusammengebunden waren, strich sich Lucius kurz mit einem Zeigefinger über die rechte Wange, wo ihn vor eineinhalb Monaten die Katze erwischt hatte. Zum Glück war keinerlei Narbe zurückgeblieben und Lucius kam nicht umhin, darüber sehr erleichtert zu sein. Auch wenn er zugleich einen leisen Stich der Enttäuschung verspürte.

War doch niemand mit ihm in Kontakt getreten, wie er es sich eigentlich erhofft hatte.

Als auch nach der ersten Woche nichts weiter geschehen war, als der tagtäglich allübliche Schulalltag, hatte Lucius damit begonnen Zeitungen zu wälzen, doch auch dort war er nicht fündig geworden. Anscheinend war der Todesser wirklich entkommen, so wie es auch im Tagespropheten, der Hexenwoche und dem Klitterer stand. Auch wenn Lucius Malfoy niemals zugegeben hätte, die letzten beiden Blätter auch nur anzufassen, geschweige denn zu lesen.

Seufzend schnitt er seinem Spiegelbild eine Grimasse. Konnte es - wenn es ihm schon derart bravourös gelang, einen Todesser vor dem sicheren Ende in Askaban, oder gar schlimmer, einem Dementorenkuss zu bewahren - nicht einer mit ein wenig mehr Grips sein?

Nun, er würde einen anderen Weg finden müssen. Irgendwie - ein Malfoy ließ sich schließlich nicht so schnell durch die Inkompetenz Anderer entmutigen.

Seine Gesichtszüge wieder glättend, wandte sich Lucius um und verließ sein Schulsprecherzimmer in Richtung der Großen Halle, wo das Ferienessen stattfinden würde, das die Schüler anschließend in die Osterferien entlassen würde.

Severus saß bereits am Tisch und war wieder, genau wie fast immer in den letzten Wochen, den Blicken einiger seiner Hauskameraden ausgeliefert, die offen darüber nachdachten, ob er jemanden ausgeraubt oder vergiftet hatte, um an das Geld zu kommen. Doch achtete er nicht weiter darauf. Schweigend wartete er darauf, dass das Essen beginnen würde.

Als der Schulsprecher eintrat, der auch sein Meister war, senkte sich der Kopf des Schwarzhaarigen noch tiefer herab, um ihn keinesfalls anzusehen. Für andere wirkte es sicherlich so, als würde er Malfoy fürchten. Doch da dieser ihn in den ersten fünf Jahren in Hogwarts dermaßen gedemütigt und mit sarkastischen Sprüchen über seine Halbblütigkeit hergezogen war, war es nur zu verständlich.

Sich an den wie üblich reich gedeckten Tisch setzend, ignorierte Lucius wie fast immer das ausschweifende Gerede des Schulleiters Albus Dumbledore, war es doch Jahrein wie Jahraus derselbe von Muggelliebe verblendete Schwachsinn über die Gleichheit der Zauberer und Hexen untereinander. Gleich ihrer Abstammung und ihrer Blutreinheit. Auch wenn dieser idealistische Narr niemals wirklich solche Worte benutzt hätte, war es dennoch jedem Slytherin, der etwas auf sich hielt, bewusst, dass genau dies gemeint war.

Man solle mehr auf das Neue eingehen, die neuen Möglichkeiten nutzen, die einem durch die Zusammenarbeit und Förderung der muggelgeborenen Zauberer und Hexen eröffnet würden und nicht so sehr an Altem hängen, dass es zu Missverständnissen führte, die mit einem besseren Miteinander gewiss schnell aus der Welt wären. Offen sein … Lucius' Gesichtszüge waren derart bemüht ausdruckslos, dass es ihn fast schon schmerzte.

Dennoch wartete er wie alle anderen Schüler auch, bis der weißhaarige Narr seine Phantastereien beendet hatte, sich erst dann dem Essen zuwendend. Da er einen doch recht beträchtlichen Appetit verspürte - wenn auch nicht wirklich auf das Essen vor ihm - langte Lucius reichlich zu.

Auch Severus hatte nur halb zugehört. Es stand ihm nicht zu, derartige Entscheidungen zu treffen. Er würde sich so verhalten, wie es von ihm erwartet wurde... wie sein Meister es verlangte. Nichts anderes zählte.

Dann gab es endlich Essen und auch der Schwarzhaarige griff ordentlich zu. In den letzten Wochen war es schon deutlicher geworden, dass er nicht mehr ganz so dürr war.

Nachdem sich das Essen wie zu jedem Ferienbeginn regelrecht in die Länge gezogen hatte und gar kein Ende mehr zu finden schien, es sei denn man ließ sich auf das wilde Geplauder über die möglichen und auch eher unmöglichen Ferienaktivitäten ein, wurde auch diese Tafel einmal aufgehoben und die Schüler eilten nach draußen. Ihr Gepäck aus den Zimmern holend, liefen sie vor das Eingangstor des alten Gemäuers auf den Platz, auf welchem bereits die Kutschen bereitstanden, die, so wusste Lucius, von für ihn unsichtbaren Thestralen gezogen wurden. Angeblich sah man die Fleischfressenden und flugfähigen Rösser nur, wenn man jemanden hatte sterben sehen.

Es war nicht das erste Mal, dass Lucius sich fragte, ob es einen Unterschied machte, ob man nur dabei war, wenn jemand starb, oder ihn selbst umgebracht hatte. Sah man die Rösser dann deutlicher, als in dem anderen Fall?

Die Kutsche besteigend, teilte sich Lucius die Fahrt mit einigen anderen Schülern seines Hauses, wobei besonders Narzissa Black ihm eher positiv auffiel. War es doch die einzige Hexe, die bisher noch keinerlei Versuch unternommen hatte, ihn für ein Date, oder mehr zu erobern. Etwas, das Lucius äußerst angenehm an der blonden, blauäugigen jungen Hexe fand. Nun, es hätte ihn auch sehr gewundert, waren die Blacks doch bis auf diesen einen missratenen Sohn namens Sirius alle eine durchweg respektable Reinblutfamilie.

Nur flüchtig erhaschte Lucius einen Blick auf seinen Sklaven, der das Pech hatte, sich mit zwei Gryffindors eine Kutsche teilen zu müssen, als sich die Thestrale auch schon in Bewegung setzten und sie zum Bahnhof, etwas außerhalb von Hogsmeade brachten. Schließlich wollten die ansässigen Zauberer und Hexen nicht durch das ständige ein- und abfahren des Zuges belästigt werden.

Severus hatte gar nicht mitbekommen, mit wem er zusammen in die Kutsche stieg, da er viel zu gefangen von dem Anblick des Tieres war, welches das Gefährt zog. Sie waren pechschwarz, wirkten pferdeähnlich und hatten Flügel. Er musste sich unbedingt genauer informieren, was das für Tiere waren, die er zu Beginn des Schuljahres noch nicht gesehen hatte.

Erst im Wagen sah er sich den beiden Gryffindors gegenüber, die ihn misstrauisch zu mustern schienen. „Was willst du hier, Schlange?", zischte einer der beiden, woraufhin Severus sich nur in die Ecke seiner Bank drückte und hoffte, dass die Fahrt schnell vorbei sein würde. „Das geht dich gar nichts an.", erwiderte er jedoch bissig, wie es seine Art war. Nun ja, zumindest, wenn er allein war.

Als sie schließlich bei dem roten Zug hielten und alle Schüler aus den Kutschen eilten, um ja auch nur ein gutes Abteil für sich und ihre Freunde zu erhaschen, hielt sich Lucius aus dem allgemein losbrechenden Chaos heraus.

Eigentlich musste er sich diese Fahrt nicht erneut antun, hatte er dieses Jahr doch seine Apparierprüfung abgelegt. Und als er sich umblickte, sah er, dass er nicht der einzige Siebtklässler war, der nun außerhalb des Hogwarts umgebenden Apparierschutzes die Gelegenheit beim Schopfe griff und sich auf diesem, weit angenehmeren Wege nach Hause begab.

Dennoch blieb er, bis er Severus aus seiner Kutsche aussteigen sah. Zumindest äußerlich schien er unversehrt zu sein, sah Lucius doch weder blaue Flecken, noch eine blutige Nase. Den Gryffindors traute er schließlich alles zu, was nur irgend mit roher Gewalt zusammenhing und so rein gar nichts mit den Feinheiten eines gut überdachten Fluches zu tun hatte.

Erst als er seinen Sklaven in den Zug einsteigen sah, disapparierte auch er selbst nach Hause.

Severus suchte lange nach einem leeren Abteil, fand aber keines. Und wo immer er fragte, ob die freien Plätze auch wirklich noch frei waren, hieß es, sie seien besetzt. Allerdings war das schwer möglich, da dann mehr als doppelt so viele Schüler im Zug fahren würden, als sonst.

Im Endeffekt zog er seinen Zauberstab und warf einige Erstklässler aus seinem Haus aus deren Abteil, um sich zu setzen. Seine Laune war im Moment mehr als schlecht. Und sie besserte sich auch nicht, als er nur kaum zehn Minuten später wieder rausgeworfen wurde, weil diese Mistbälger sofort zu einem Vertrauensschüler gerannt waren.

So kam er alles andere als zufrieden in Kings Cross an. Was sollte er nun tun? Wie sollte er seinen Meister finden?

Es war das erste Mal, dass sich Dobby wirklich über einen Auftrag von Master Malfoy freute - so richtig, richtig dolle freute. Sollte er doch Severus vom Bahnhof in London abholen und nach Hause bringen.

Mit einem Plop erschien der Hauself auf Gleis 9 ¾ und sah sich suchend um, fand den Schwarzhaarigen Hausmenschen jedoch recht schnell. War er der einzige, der ziemlich allein unter all den miteinander schwatzenden und in Grüppchen von dannen ziehenden, angehenden Zauberern und Hexen stand.

Noch einmal teleportierte Dobby, diesmal direkt vor den Jungen: „Dobby soooo glücklich dich nach Hause bringen zu dürfen!", quietschte er auch gleich los, kaum dass er sich wieder materialisiert hatte.

„Hallo, Dobby.", meinte Severus auch sofort und lächelte leicht, ehe er sich kurz hektisch und doch möglichst unauffällig umsah. Immerhin könnte es durchaus sein, dass jemand den Elfen erkannte, und das wäre doch mehr als negativ. „Lass uns gleich gehen.", murmelte er deshalb.

Heftig nickend sah sich Dobby kurz um und dann auf den Koffer blickend fragte er: „Das alles sein an Gepäck? Master sagen Dobby, dass er alles mitbringen soll."

„Ja.. das ist alles.", bestätigte Severus und nahm Dobbys Hand, damit dieser sich endlich beeilte.

Lucius sah von dem Brief auf, den er eben auf dem kleinen, neben dem Eingangsbereich befindlichen Abstelltisch in der Eingangshalle von Malfoy Manor vorgefunden hatte, als er die Rückkehr seines Hauselfen registrierte, welcher wie von ihm befohlen seinen Sklaven und dessen Gepäck gleich mitgebracht hatte.

Mit einer Geste auf den Schwarzhaarigen wies Lucius seinen Hauself kurz angebunden an: „Bereite sein Zimmer vor und dann ab in die Küche mit dir!"

Anschließend reichte er den eben geöffneten Brief an seinen Sklaven weiter: „Nun …, was hältst du davon?"

Als Dobby verschwunden war, trat Severus etwas unsicher näher und nahm das Pergament entgegen. Mit einem sichernden Blick in die grauen Augen seines Meister begann er zu lesen:

Lucius Malfoy,

du hast unsere Aufmerksamkeit erlangt, wie es ohne Zweifel deine Absicht gewesen war. Zwar zeugen deine Taten von jugendlichem Übereifer, doch wird sich das legen. Deine Worte haben unser Interesse geweckt.

Finde uns bei Mondwechsel an einem Ort, den du kennst, an dem du uns schon oft vergeblich gesucht hast. Die Geburt des neuen Tages bringt vielleicht ein neues Leben.

Komm allein und ohne Stolz, wenn du leben willst.

GA

PS: Ich hoffe, die Katze hat es nicht überlebt.

Mit trockenem Mund las Severus nochmals. „Bei Mondwechsel.. das ist übermorgen. Und die Geburt des Tages ist Sonnenaufgang... Wo habt Ihr... nach wem gesucht, Meister?"

Sich das in die Stirn gefallene Haar aus dem Gesicht wieder nach hinten streichend erwiderte Lucius: „Nun … es gibt einige sehr interessante Gesprächsthemen im Eberkopf, die, wenn man nur zuhört, doch mehr Wahrheiten als Lügen enthalten."

Flüchtig strich er sich über die Wange, an der ihn die Katze erwischt hatte. Vielleicht war - wer immer GA sein sollte - doch nicht so dumm, wie er es schon angenommen hatte. Was hätte er auch von Hogwarts aus tun können? Nichts … jetzt, da zwei Wochen lang Ferien waren, konnte man sich doch weit besser mit derlei Angelegenheiten befassen. Sich gegenseitig kennen lernen, mehr über einander und die angestrebten Ziele erfahren.

„Und... wer ist dieser... GA?", fragte Severus weiter, der nicht umhin konnte, sich um seinen Meister zu sorgen. Schon allein, weil der Sklavenbund ihn in der Hinsicht stark beeinflusste. Das Wohlergehen des Meisters war mit das wichtigste im Leben eines Sklaven.

„Du erinnerst dich an unser erstes Hogsmeade Wochenende, an die Winkelgasse? Was an dem Tag noch passiert ist?", fragte Lucius, statt eine Antwort zu geben, nach.

Severus überlegte einen Moment. „Ja, Meister. Jemand wurde ermordet und... Ihr habt mit den Auroren geredet und wart verletzt worden. Hat es damit etwas zu tun?"

Lucius lächelte leicht versonnen: „Ich nehme es stark an … nein, ich bin mir sogar sicher", und mit dem Finger auf den noch von seinem Sklaven gehaltenen Brief tippend, „da möchte sich wohl jemand bei mir bedanken."

„Ihr habt dem ... Mörder geholfen, Meister?", fragte Severus nun sichtlich entsetzt nach und starrte Lucius aus großen Augen an, ehe er sich zusammen riss. Es war nie gut, die Entscheidungen seines Meisters in Frage zu stellen. „Was... ist damit gemeint, dass Ihr ohne .. Stolz kommen sollt?"

Flüchtig runzelte sich Lucius' Stirn, hatte er doch nicht mit einer solch deutlichen Reaktion gerechnet, doch lenkte ihn die gleich darauf folgende Frage für den Moment ab. „Ich bin mir …", er zögerte kurz, „… nicht sicher. Vielleicht ja, dass nur anerkannt wird, was man bereits für die Sache getan hat und nicht so sehr, wer man ist. Zumindest so lange man kein Schlammblut oder dergleichen ist."

Severus nickte leicht, auch wenn ihm ein Gefühl tief in ihm sagte, dass es nicht so einfach war. „Was wünscht Ihr jetzt von mir, Meister?", fragte er schließlich, während er Lucius das Pergament wieder hinhielt.

Die Einladung entgegennehmend, durchquerte Lucius den Eingangsbereich seines Manors, seinem Sklaven bedeutend, ihm in den seitlich gelegenen Wohnraum zu folgen. Besser, es war eines von mehreren dieser Zimmer, die sich hier befanden. Alle ein wenig anders eingerichtet, aber grundsätzlich zur Entspannung gedacht.

Mit einer flüchtigen Geste das Kaminfeuer entzündend, warf Lucius den Brief in die das Papier gierig verschlingenden Flammen. Zusehend wie es verbrannte, beantwortete er schließlich die Frage des Schwarzhaarigen: „Ich erwarte, dass du niemals jemandem meine wahren Ambitionen verrätst. Dass du offen bist für die einzig richtige Einstellung, die es über kurz oder lang als einzige in der Zaubererwelt geben wird."

Und sich zu seinem Sklaven umwendend und diesen eindringlich in die schwarzen Augen blickend sprach Lucius das aus, was er schon vorhin hatte sagen wollen: „Und sei nicht so entsetzt über die ein oder andere Leiche. Ich bin mir sicher, dass der Ladenbesitzer etwas getan hat, wofür er den Tod verdient hat."

Langsam nickte Severus, auch wenn er sich nicht so sicher war, ob es wirklich so kommen würde, wie Lucius und andere es gerne wollten. Die helle Seite war ziemlich mächtig, auch wenn das oft unterschätzt wurde, weil sie keine wirklichen Todesflüche hatten.

„Ich werde gehorchen, Meister.", murmelte der Sklave dennoch. Immerhin hatte er keine andere Wahl.

Lucius nickte zufrieden. „Gut ..", an eine kleine Bar seitlich des Kamins herantretend, füllte er ein Glas mit goldgelbem Feuerwhiskey und nahm einen Schluck, die Augen kurz ob des seinen Rachen und seine Kehle hinab fließenden Brennens halb schließend.

Als er sie schließlich wieder geöffnet hatte, zog er seinen Zauberstab und nahm den Glamour Zauber von seinem Sklaven, mit dem nun natürlichen, besseren Aussehen desselbigen weitaus zufriedener seiend, als mit dem hässlichen Halbblut zuvor.

„Geh und sieh dir das Manor an, wenn du möchtest. Innerhalb meines Besitzes kannst du wenn nötig Dobby, oder einen der anderen Hauselfen auf dem üblichen Wege rufen. Dobby zeigt dir dann auch, wo du ab jetzt leben wirst. Wir sehen uns dann beim Abendessen im kleinen Salon."

Lucius hatte sich bereits schon abgewendet, als er sich wieder halb seinem Sklaven zuwendend ergänzend anfügte: „Ach ja .. ehe ich es vergesse. Zieh dir was Hübsches an."

„Ja, Meister.", erwiderte Severus heftig schluckend, ehe auch er den Raum verließ und sich wie befohlen umsah. Doch war es auch eignes Interesse und nicht nur Gehorsam. Das Manor stellte sich als riesiges Gebäude heraus, das schon beinahe an ein Schloss erinnerte. Überall gab es Marmor und Gold und Silber. Gemälde schmückten die Wände zusammen mit edlen Wandteppichen. Jeder Raum, den er betrat, schien prachtvoller als der vorige zu sein.

Nachdem alles vorbereitet war, konzentrierte sich Dobby auf den neuesten Mitbewohner des Manors und erschien im nächsten Augenblick auch schon vor diesem. „Alles fertig … Dobby kann nun Zimmer zeigen."

„Gut.. dann zeig mir, wo ich wohnen soll.", murmelte Severus nur, schenkte Dobby aber ein kurzes Lächeln. Er hoffte, dass es keine Zelle oder dergleichen war.

In die Hände klatschend vor Begeisterung rief Dobby: „Kommen mit … nicht weit von hier …"

Damit flitzte der Elf auch schon los aus dem Essenssaal hinaus, in den mit Marmor verlegten Gang, die nächste Treppe rechts nach oben und links den Flur entlang, um schließlich vor der dritten und letzten Türe im Gang stehen zu bleiben.

Severus musste ziemlich schnell gehen, um mitzuhalten und keuchte leicht, als er neben Dobby zum Stehen kam. „Das.. ist es also!?", murmelte er leise, während er sich in dem Flur umsah.

Heftig nickend strahlte Dobby regelrecht von einem Ohr bis zum anderen, als er erklärte: „Das seien neues Zuhause … Dobby sich große Mühe gemacht hat."

Damit streckte sich der Elf, griff nach der Türklinke und öffnete diese für den Hausmenschen, glücklich dass dieser so geehrt wurde und wie ein normaler Zauberer wohnen durfte.

Der Raum, der hinter der Türe erschien, war mit einem blauen, flauschigen Teppich ausgelegt und enthielt neben einem großen Kamin, eine gemütliche Sitzecke direkt vor dem Kamin, einen Kleiderschrank, eine Zaubertruhe mit mehreren Fächern, ein noch leeres Bücherregal und zwei weitere Türen, die beide offen standen und so einen Blick in das dahinter befindliche ermöglichten.

Ein weiß und braun gefliestes Bad mit einer großen Eckwanne, Dusche und was sonst noch in ein gut ausgestattetes Badezimmer gehörte und die andere Türe führte in ein mit dunkelgrünem Teppich ausstaffiertes Schlafzimmer, in dessen Mitte sich ein Himmelbett befand, das denen in Hogwarts in nichts nachstand.

Mit Augen so groß wie die eines Fünfjährigen an Weihnachten trat Severus durch die Tür. „Das... das muss ein Fehler sein.", murmelte er leise und drehte sich wieder zu dem Elfen um. „Bist du sicher, dass das mein Zimmer sein soll?"

„Master Malfoy sehr deutlich zu Dobby gewesen.", bestätigte der kleine Elf hastig versichernd.

„Aber... ich versteh nicht.", murmelte Severus weiter, während er langsam durch die Zimmer ging und sich genau umsah. Das war doch wohl nicht das Zimmer eines Sklaven. Es musste sich einfach um einen Irrtum handeln.

Dem anderen hinterher trippelnd rang Dobby fast schon verzweifelt mit seinen großen Händen: „Du nicht zufrieden sein mit Zimmer? Dobby was ändern sollen?"

„Nein... es ist ,... unglaublich. Aber..." Severus wusste einfach nicht, was er davon halten sollte. Andererseits war sein Meister so reich, dass er es wohl als seine Pflicht ansah, selbst seinem Sklaven nur das Beste zu geben. „Wenn das mein Zimmer ist, wie.. würde dann ein Prinz hier untergebracht werden?", murmelte er mehr zu sich selbst.

„Es leid tun. Dobby keinen Zauberer Prinz kennen …", seufzte der Elf mit vor Traurigkeit weit geöffneten, verdächtig glänzenden Augen, konnte er die Frage doch nicht beantworten.

„Schon gut, Dobby... es war keine wirkliche Frage.", murmelte Severus, als er aus dem Schlafzimmer kam. "Ich werde erstmal auspacken und mich umziehen."

Erleichtert seufzte der Hauself auf: „Kann Dobby helfen?"

„Ich habe nicht so viel, Dobby.", murmelte Severus lediglich, als er seinen Koffer öffnete. Als erstes nahm er die Bücher heraus, die ihm sein Meister in der Winkelgasse gekauft hatte.

„Wenn Dobby helfen kann, dann einfach rufen." Kaum ausgesprochen, war der Elf auch schon verschwunden.

Es dauerte kaum zehn Minuten, bis Severus alle seine Besitztümer... nein, auch diese Dinge gehörten seinem Meister, wie ihn ein leises Zupfen des Bundes an seinem Geist schnell korrigieren ließ. Alles war verstaut und nun stand der Schwarzhaarige vor einem Spiegel und überlegte, ob er das grüne oder das blaue Hemd anziehen sollte, entschied sich aber schließlich für grün. Immerhin sollte er sich hübsch machen und grün stand ihm nun einmal neben schwarz am Besten.

---

TBC