12. Katerfrühstück
Keuchend war er auf ihr zusammengesunken. Auf ihrem wunderbaren Körper, den er so unermesslich genossen hatte. Und der sich an seiner Haut absolut herrlich anfühlte. Weich und reif und duftend und so, dass er sich nie wieder von dieser Frau trennen wollte.
Vorsichtig stemmte er sich auf den Ellenbogen, darauf bedacht, nicht aus Versehen auch noch seinen Bauch von ihrem zu lösen, und sah voller Ehrfurcht auf dieses wundervolle Geschöpf hinunter. Wie sie ebenso schwer atmend vor ihm lag, die Augen noch geschlossen, die Lippen rot und prall und feucht und offen ...
Er musste laut aufseufzen. Weil sein Mund schon wieder so unentrinnbar von ihr angezogen wurde. Weil sie so unsagbar wunderwunderschön war. Und weil er sie küssen musste, unbedingt, er musste sie küssen und nie wieder damit aufhören ...
„Ich liebe dich!", seufzte er inbrünstig an ihren Lippen vorbei und verteilte noch mehr Küsse in ihrem ganzen Gesicht.
Stockte, seinen Mund unwillkürlich noch fester auf ihre Wange pressend, als sie sich unter ihm zu winden begann. Hörte sie in seltsam widerstrebendem Tonfall beteuern: „Ich kann nicht anders, als dir zu gehören. Ich habe keine Wahl, du zwingst mich ja dazu. Ich werde nie mehr von dir weg können."
Äh ... Er sah auf. Wie meinte sie das? Wollte sie es denn nicht? Ihm gehören? Verwirrt suchte er in ihrer Miene nach dem Sinn ihrer Worte. Warum öffnete sie nicht endlich die Augen?
„Du bist so stark und brutal und grausam", hauchte sie mit tiefer Qual in der Stimme. „Du machst mit mir, was du willst, und ich kann nichts dagegen tun. Ich gehöre dir."
„Aber ... ich liebe dich doch, ich ... will dich doch nicht zwingen, ich ..." Betroffen wollte er ihr seine Hand an die Wange legen – als sie mit einem heftigen Ruck von ihm weg die Augen aufriss. „Was redest du da?", fragte sie scharf. „Hör auf!"
Er starrte sie an. Die ärgerliche Falte auf ihrer Stirn, den beleidigt verzogenen Mund mit den wunden Lippen ... die blutunterlaufenen Flecken an ihrer Halsbeuge, oh, verdammt! Und den Zahnabdruck an ihrer Schulter – hatte er so stark zugebissen? Dazu die blutigen Kratzer an den Oberarmen – oh gütiger Merlin, er hatte sie misshandelt! „Es tut mir so leid!", brach es aus ihm hervor. „Ich wollte dir nicht weh tun, ich weiß nicht, wie das passieren konnte ..."
„WAS?"
Tatze wusste genau, wie das hatte passieren können – und Bella wusste, dass er das wusste. Verflucht, diese Triebe musste er in sich ausmerzen, ein für allemal! „Ich weiß, das darf nicht wieder vorkommen, aber ... ich habe die Kontrolle verloren, es tut mir so leid ..." Er war aufgesprungen, entfernte sich von ihr mit hilflos erhobenen Händen.
Verfolgte entgeistert, wie auch sie auf die Beine sprang, die Hände in die Hüften stemmte, ihn wütend anblitzend: „Du warst ein MANN, ein wilder, mächtiger, animalischer Mann!", klagte sie ihn an.
„Es tut mir wirklich so leid!" Er ballte die Fäuste. Lockerte sie hastig wieder, als ihm das bewusst wurde.
Was halfen solche Beteuerungen? Gar nichts, er musste es irgendwie wieder gut machen! Und vorher sie dazu bringen, dass sie ihm die Gelegenheit dafür gab. Er holte tief Luft, legte sein demütigstes Flehen in seinen Tonfall: „Ich bitte dich, Bella, bitte gib mir noch eine Chance! Ich werde ganz sanft und zärtlich sein, ich verspreche es! Ich liebe dich, und ich würde alles dafür tun, damit du mir verzeihst, alles, ich schwöre!"
Ihre Antwort war ein lautes Schnauben. Ungläubig? Unendlich enttäuscht wahrscheinlich. Sie glaubte ihm nicht.
Machte Anstalten, sich ohne ein weiteres Wort von ihm abzuwenden – als sie, noch ehe er neue Worte zusammengeklaubt hatte, zu ihm herumfuhr, urplötzlich den Zauberstab wieder in der Hand.
„Incarcerus!"
Erschrocken schrie Sirius auf, im letzten Moment den lächerlichen Impuls unterdrückend, an den Fesseln zu zerren, die die gesamte Länge seines Körpers einnahmen. Er schwankte gefährlich.
Und Bella kam auf ihn zu, griff die noch immer an seinem nun lockeren Halsband hängende Leine, zerrte extra daran, ehe sie sie an den Bettpfosten knotete. „Du bist anscheinend doch nicht mehr als ein jämmerlicher Schuljunge", spuckte sie ihm ins Gesicht.
Dass er das nicht eklig fand, sondern lediglich in einen neuerlichen Hunger nach ihr gestoßen wurde, fühlte sich schrecklich demütigend an.
„Ein Kind in Gestalt eines dämlichen Schoßhundes – wie passend! Gryffindor, das sagt ja auch alles!"
Blitzschnell ließ sie ihr Bein vorschießen und hebelte ihn zu Fall.
Er prallte auf die Seite, ohne sich abfedern zu können, keuchte auf vor Schmerz und Schreck.
Mit einem weiteren verächtlichen Schnauben holte sie aus und trat ihn mit voller Wucht in die Seite. „Du bist ein Schlappschwanz, Sirius Black! Also zieh deinen Schwanz ein und kusch. Ich brauche einen richtigen Mann!"
Noch ein Tritt traf ihn am Hintern – und dann wirbelte sie herum, aus dem Raum. Nicht ohne die Tür mit aller Kraft hinter sich ins Schloss knallen zu lassen.
Sirius schloss gequält die Augen.
