Ich sah ihn an. Er musste das Entsetzen in meinen Augen bemerkt haben. Er hatte ihn umgebracht. Er hatte den armen Mann umgebracht, der meine Prothese hergestellt hatte. Ich wollte meine neue Hand aus seinem Griff wenden, aber er hielt mich fest. Sein Blick fror mich an Ort und Stelle ein. Ich konnte keinen Muskel bewegen. Gerade eben hatte ich noch gedacht, dass er erträglich sein könnte, aber er war ein Monster. Ein Killer. Er war der Auserwählte. Er hätte das Gedächtnis des Mannes ohne weiteres im Vorbeigehen löschen können. Stattdessen hatte er ihn umgebracht. Und das auf blutige, wahrscheinlich grausame Weise. Wie konnte er nur? Er machte einen Schritt auf mich zu. Als er sprach, spürte ich den Luftzug auf meinem Gesicht.

„Ich bin kein Monster.", flüsterte er. Ich begann, zu zittern. Eine Weile konnte ich nichts tun außer Zittern und Atmen. Dann brachte ich endlich etwas heraus. „Töte mich nicht." Es war ein erbärmliches Flehen und ich hasste mich dafür. Ich war eine Jedi, verdammt. Wenn der Tod kam, dann kam er eben. Es gibt keinen Tod, es gibt nur die Macht. Genau. Er legte den Kopf in den Nacken und lachte schallend. Er war irre. Als er sich beruhigt hatte, legte er seine Lippen an meinen Hals, direkt über der Arterie. „Ich werde dich niemals töten.", wisperte er gegen meine Haut. Dann wich er ein paar Zentimeter zurück und sah mich belustigt an. „Warum zum Teufel sollte ich das tun? Nach dem ganzen Ärger, den du mir bereitet hast? Nachdem ich dich trotzdem zu mir zurückgeholt habe? Wieso sollte ich dich umbringen?" „Weil du gerade einfach so einen Mann getötet hast. Du brauchst keinen Grund, du mordest, weil es dir Spaß macht." „Das stimmt nicht. Ich habe ihn für dich umgebracht. Wir müssen diese Sache erst mit dem Imperator regeln, bevor das an die Öffentlichkeit gelangt. Sonst bist du in großer Gefahr. Ich werde dich mit allen Mitteln, die ich habe, beschützen. Schließlich habe ich dir versprochen, dass du hier sicher bist." Ich antwortete nicht, sondern starrte ihn nur weiterhin an. Es war ja lieb von ihm, dass er mich beschützen wollte, aber das war definitiv der falsche Weg. Die Flammen in seinen Augen loderten hoch. Ich erinnerte mich an den Sith-Kodex, von dem er mir an meinem ersten Tag hier erzählt hatte. Durch Leidenschaft erlange ich Stärke. Und man spürte, wie die dunkle Seite der Macht wie ein Malstrom um ihn wütete und alles in seinen Bann zog, was zu nahe kam.

Aber ich widerstand ihm – noch. Mein Widerstand bröckelte leicht, als er sich wieder vorbeugte und seine Lippen auf meine legte. Es war einfach so schwer. Ich gab auf und erwiderte den Kuss, tauchte aber gleichzeitig in die helle Seite der Macht ein. Es gibt keine Gefühle, es gibt Frieden. Es gab sehr wohl Gefühle. Ich hatte keinen anderen Namen für das, was er in mir auslöste. Es gibt keine Unwissenheit, es gibt Wissen. Na ja, ich wusste ganz genau, dass es mir hier gefiel, aber ich hatte keine Ahnung, was ich davon halten sollte. Es gibt keine Leidenschaft, es gibt Gelassenheit. Ich glaube, das beantwortet sich von selbst. Es gibt kein Chaos, es gibt Harmonie. Es gab beides. Das Chaos in meinem Kopf und die Harmonie unserer Lippen, die sich aufeinander bewegten. Es gibt keinen Tod, es gibt nur die Macht. Wenn er mich küsste, ergab nichts mehr einen Sinn. Unsere Auren, meine hell, seine dunkel, rangen miteinander, aber keine gab nach. Um uns herum tobte ein Kampf. Ich schlang meine Arme um seinen Hals und meine Beine um seine Hüfte, als er mich hochhob. Ich spürte die Fühler der Dunkelheit auf mir, aber sie taten nicht weh. Sie drangen nicht durch meine Haut, um mich zu zerstören und zu beherrschen. Stattdessen wickelten sie sich um meinen Körper und steigerten meine Sinne.

Vaders Hände an meinem Po fühlten sich so an, als ob sie schon seit dem Anfang der Zeit dazu bestimmt waren, dort zu liegen. Es fühlte sich richtig an. Er fühlte sich richtig an. Ich schaffte es nicht mehr, meine Gedanken zu sortieren und sie in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, als Vader mein Kleid hochschob und es mir über den Kopf zog. Ich habe keine Ahnung, wie er es auf die Reihe brachte, mich um meine rudernden Arme und Beine herum auszuziehen, aber schließlich spürte ich das kalte Leder seiner Tunika an meiner nackten Haut. Er warf sich rücklings auf mein Bett, während ich mich noch immer an ihn klammerte, zitternd von Angst und vor Leidenschaft. Dieser Mann war gefährlich. Er war rücksichtslos und hatte deutlich zu viel Macht über mich. Es sollte nicht so sein, es war falsch, aber es gefiel mir. Die dunkle Seite der Macht wirbelte noch immer um mich herum und meine Leidenschaft, mein Genuss rauschten in unermessliche Höhen, während mein Kern in Licht getaucht blieb. Vader drehte uns mit einer schnellen Bewegung um, sodass ich unter ihm lag.

Seine Berührung setzte meine Haut in Flammen und ich verbrannte mit Hingabe. Kurz vor dem Höhepunkt des Feuers stahl sich eine Ranke der Dunkelheit in meinen Geist. Aber sie war sofort wieder verschwunden. Dann explodierte ich im Licht. Als ich wieder zu mir kam, lag er schwer atmend, komplett angezogen und mit einer riesigen Beule neben mir. Ich sah ihn an und er sprang auf, schnappte seinen blutigen Handschuh, der einen roten Fleck auf dem Boden hinterließ und verschwand mit schnellem Schritt. Und ließ mich vollkommen verwirrt zurück. Sollte ich nicht eigentlich seinem Genuss dienen?