Anmerkungen der Autorin:

BITTE LEST DAS: Mir ist aufgefallen, dass sich wieder mal fies verhält und ständig die ‚Chapter does not exist' (‚Das gesuchte Kapitel existiert nicht.' Meldung anzeigt, wenn ein neues Kapitel erscheint. Um dieses Problem zu kontern und auf das neue Kapitel zugreifen zu können, statt stundenlang herumzuwarten, müsst ihr einfach nur eine beliebige Zahl oder einen beliebigen Buchstaben hinter der Adresse in der Adresszeile eintippen, Enter drücken und dann müsste das neue Kapitel erscheinen. (A.d.Ü.: Das funktioniert mittlerweile aber nicht mehr, da die Art, wie sie die Adressen einer Geschichte angeben, geändert hat.)

Kapiert?

Ich habe keine Ahnung, wieso das funktioniert, aber anscheinend tut's das. Man könnte ‚frying12purpleguineapigs' (‚bratende12lilameerschweinchen') eintippen und es würde trotzdem funktionieren (glaubt mir, ich hab's versucht). Ich hoffe aber wirklich, dass das alle zukünftigen Probleme löst und es tut mir ehrlich Leid, falls diese ‚Kapitel existiert nicht' Meldung aufgetaucht ist, als ihr versucht habt auf das Kapitel zuzugreifen. (Was für ein Tritt in den Arsch).

Weiters bin ich nun endlich im Besitz einer Website, da ich auf den Rat einiger Leser gehört habe, die sich ständig über und ärgern müssen. Ihr könnt alle meine Fanfictions sowie sämtliche meiner Fanarts, die ich bisher fertig gestellt habe, dort auffinden. (Beachtet aber bitte, dass sie erst zwei Tage alt ist und so könnten ein oder zwei Fanfics vielleicht noch nicht hochgeladen sein.) Um die Seite zu besuchen müsst ihr einfach nur auf mein Profil gehen und den Link finden.

Oh, Squeakyinuears und LinaNverse sind beide Genies Ihr habt da wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen.

Kapitel 12

Das Recht zu Schweigen

„Oh, Bess, Bess, Bess, Bess …", sagte Kagome, während sie langsam ausatmete. „Du bist nicht unbedingt ein kompliziertes Wesen, oder?"

Besagtes, einfaches Wesen zerrte an seiner Leine und versuchte Kagome in Richtung eines Busches äußerst stechend riechender Blumen zu schleifen. Kagome roch an ihnen und wurde vage an den Geruch von Alkohol erinnert. So zog sie an Bess' Leine und zerrte sie von dem Busch weg, sodass sie ihren Weg durch die Gärten fortsetzen konnten.

Die Luft roch sauber und frisch, der Morgentau, der noch immer im Gras hing durchweichte ihre Schuhe, durchdrang das Material und befeuchtete ihre Socken. Kagome ignorierte dieses kalte Unbehagen während sie sich ihren Weg durch eine Reihe immergrüner Bäume suchte und eine große Lichtung betrat – es war ein kreisrundes Plateau, halb mit Gras und halb mit Wasser bedeckt, das entweder ein unheimlich großer Teich oder nur ein Minisee sein sollte.

Es war ein wunderschöner Morgen … und für gewöhnlich wären ihre Gedanken klar und hell gewesen beim Anblick der hübschen Blumen und dem Geruch himmlischen Düfte.

Doch stattdessen fühlte sie sich etwas niedergeschlagen.

Kagome hielt an und kniete sich nieder um die Leine von Bess Halsband loszumachen und ihr somit zu erlauben ihre Umgebung zu erkunden. Sie hob einen alten Stock aus dem Gras und warf ihn für einen Moment zwischen ihren Händen hin und her, bevor sie mit ihrem Arm ausholte und ihn soweit wie möglich warf. Der Wurf war nicht sonderlich gut und der Stock flog auch nicht sehr weit … doch Bess war das egal und sie flitzte ihm mit einem Bellen hinterher.

Sie hatte Sango das Kleid zurückgegeben, obwohl diese ihr versichert hatte, dass Kagome absolut dazu berechtigt war, es zu behalten. Es war ja nicht so, dass irgendjemand es jemals wieder tragen würde … doch irgendwie fühlte sich Kagome überhaupt nicht dazu berechtigt. Besonders nicht, wenn sie an InuYashas letzten Kommentar der vergangenen Nacht zurückdachte.

Bess kam zurückgetrottet, wobei sie den Stock neben sich her durch das Gras zog und ihn anschließend zu Kagomes Füßen fallen ließ. Das Mädchen bückte sich um ihn aufzuheben und sandte die junge Hündin schon bald den Weg, den sie soeben gekommen dem Stück Holz hinterher jagend auf zurück.

Während Bess unterwegs war nahm sich Kagome einen Moment für sich selbst und wandte sich einer Gruppe Büsche neben dem Teich zu. Einem schwachen Versuch Folge leistend, sich selbst aufzumuntern, roch sie an ein paar Blüten und pflückte ein paar der hübscheren, um sie mit in die Villa zurückzunehmen. Sie würde sie in ein Glas Wasser oder etwas in der Art stellen und sie morgen, als Geschenk für ihre Freunde, mit sich nach Hause nehmen. Blumen aus InuYashas Garten. Das würde ihnen gefallen.

Bess kam mit dem Stock zurück und Kagome bückte sich geistesabwesend um ihn wieder mit einer Hand fort zu werfen … und zwar schnurstracks in den Teich. Sie zuckte zusammen als sie das Platschen hörte und wandte sich gerade noch rechtzeitig um, um Bess zu sehen, die mit dem Kopf voran ins Wasser tauchte. „Nein! Die werden mich umbringen!"

Bess schien das egal zu sein, als sie wieder hinausgepaddelt kam, um den Stock zurückzubringen … und mit ihm ein paar unangenehm aussehende Teichpflanzen. Kagome rümpfte ihre Nase als die Hündin mitsamt ihrem Preis zurück ins Trockene kletterte und ihr Fell kurz vor Kagomes Beinen ausschüttelte, wobei sie das Mädchen mit vielen schlammigen Wassertropfen besprühte.

Kagome lugte auf ihren verdreckten Rock hinab und zuckte zusammen. „Jetzt kannst du ebenso gut ein weiteres Mal losplanschen, nun, da du dreckig bist." Sie hob den schleimigen Stock auf und warf ihn zurück in den Teich, bevor sie sich wieder den Blumen zuwandte.

InuYasha versteckte sich an diesem Morgen im Turnsaal und trainierte wie verrückt für seinen Kampf gegen Kouga. Kikyo hatte Sesshomaru bereits angerufen, damit er ihnen wieder ‚aushelfen' konnte, da, obwohl InuYasha die Nachwirkungen der Drogen nicht mehr spüren konnte, noch immer Spuren in seinem Körper vorhanden sein würden. Jedes Mal, da Kagome an den Heroinvorfall erinnert wurde konnte sie nicht anders, als sich von InuYasha enttäuscht und zornig zu fühlen. Wie konnte er nur so dämlich sein?

Die Antwort: Ziemlich leicht.

Dumm und schmollend, so war er.

Kagome war InuYasha beim Frühstück über den Weg gelaufen und hatte den Mangel an Augenkontakt, den er mit ihr aufgenommen hatte, bemerkt. Er hatte geschmollt und sie ignoriert und hatte sich sogar die Mühe gemacht, um den ganzen Tisch herumzugehen, um sich den Zucker zu holen, obwohl er einfach nur Kagome hätte fragen können, ihn ihm zu geben.

Natürlich wusste Kagome mittlerweile, dass er nur schmollte, um seinen Standpunkt klar zu machen. Er schmollte um ihr zu zeigen, dass er wütend auf sie war … es wäre einfach für ihn gewesen, nur zu lächeln und so zu tun, als ob es ihm egal wäre … vielleicht hätte sie ihm sogar geglaubt, wenn er an diesem Morgen die Stiegen heruntergekommen wäre und irgendjemanden fröhlich begrüßt hätte. Doch woher wusste sie, dass dieses Schmollen nicht auch einfach nur ein Akt war, nur damit sie sich schlecht fühlte?

Doch … Kagome hatte so ein Gefühl, und sie wusste, dass es kein schauspielerischer Akt war. Dieser Typ war stinksauer. Warum? Nun, sie konnte sich nicht sicher sein, aber prinzipiell konnte es einfach alles sein konnte. Vielleicht war er wütend, weil sie ihn beleidigt hatte, indem sie gesagt hatte, dass er wie ein Aschenbecher küsst? Oder vielleicht war er, wie Sango vermutete, einfach nur wütend, dass sie Kontakt zu Kouga, seinem eingeschworenen Feind, gehabt, ohne dass er davon gewusst hatte.

Kagome wurde aus ihren Gedanken gerissen, als eine ziemlich nasse Hündin sich zu ihren Füßen rollte, winselnd und dafür bettelnd, ihren Bauch gekratzt zu bekommen. Kagome kicherte beim Anblick des nassen Tieres und ging wie gewollt in die Hocke, um ihre Finger durch das weiche Fell, welches Bess' Bauch bedeckte, zu reiben. „Ich weiß nicht, wie ich ihn aufheitern soll …", wisperte sie an Bess gewandt. Vielleicht wollte sie ihn ja nicht einmal aufheitern? Sie hatte einfach keine Ahnung, wenn es um InuYasha ging. Sie wusste nicht, ob er traurig oder glücklich, zornig oder verletzt war … oder ob es ihre Schuld war, dass er unglücklich war, oder er einfach nur ein Rüpel war, der ihr Schuldgefühle einverleiben wollte.

Sie fand keine Antworten auf ihre Fragen während ihres Spazierganges. So seufzte Kagome ein weiteres Mal und hakte die Leine wieder an Bess fest, bevor sie sie, mit einem kleinen Strauß Blumen in der Hand, zurück zur Villa schleifte.

„Ach, da bist du.", begrüßte Miroku sie, als er sah, wie sie sich dem Haupteingang näherte. „Ich hab mich schon gefragt, ob diese Hündin dich vielleicht die Klippen hinuntergezogen hätte, oder so … aber es sieht so aus, als ob sie dich versehentlich in einen Teich gezogen hätte."

Kagome blickte auf ihren nassen, leicht stinkenden Schützling hinunter und schüttelte ihren Kopf. „Ich glaub, sie hat sich in irgendetwas gewälzt."

„Keine Sorge, ich werd ihr ein Bad verpassen. Ich spritz dich auch gerne einmal ab, wenn du-"

„Nein danke, ich hab ne Dusche in meinem Zimmer." Sie lächelte und reichte ihm die Leine. „Wo ist Sango?"

„Bei InuYasha."

„Ähm … ist er …" Kagome flocht ängstlich ihre Hände ineinander. „Ist er böse auf mich?"

Miroku versetzte ihr einen durchdringenden Blick, der sie mehr beunruhigte, als jemals zuvor. Dann lächelte er. „Natürlich nicht."

Er log. InuYasha war sauer, sehr sauer sogar. Kagome versuchte einen guten Eindruck ihres erleichterten Gesichtes zu machen. „Oh gut … danke." Auch egal, dachte sie, als sie sich die Stufen zu den Eingangstüren hinaufschlich und das kühle Foyer betrat.

„Da bist du!"

Kagome sah auf, um Kikyo zu sehen, die zielsicher auf sie zuschritt, ein Telefon in der ausgestreckten Hand. „Jemand will mit dir sprechen."

„Wer?", fragte Kagome die ganz natürliche Frage.

Kikyo zuckte nur mit den Schultern, schob das Telefon in ihre Hand und schritt wieder davon. Offensichtlich war sie eine sehr beschäftigte Frau. Kagome beobachtete sie für einen Augenblick bei ihrem Fortgang, bevor sie das Telefon neugierig an ihr Ohr hielt. „Hallo?"

„WAS ZUM TEUFEL HAT ES MIT DIESEM KUSS AUF SICH?! DIESER MASSAGE?! DU HAST EINE AUSZEICHNUNG VERLIEHEN, MÄDEL, WAS ZUM TEUFEL IST LOS MIT DIR?!"

Ah … Yuka hatte sie gefunden.

„Würdest du - bamm - dich bitte beruhigen - knall - Ich komm' kaum mit dir mit!!"

„Das Kleid hat meiner Mutter gehört!", brüllte InuYasha und schlug auf den Beutel ein, den Sango verzweifelt versuchte ruhig zu halten. Sie war stark für eine menschliche Frau, aber InuYasha war weder ein Mensch noch eine Frau. „Das war ihr Kleid! Wie konntet ihr es nur ihr geben?!"

„Tja, du hast es ja nicht verwendet, oder?", spuckte sie zurück. Ihr Gesicht war von der Anstrengung, den Beutel ruhig zu halten, rot geworden. „Deine Mutter ist vor sechs Jahren gestorben – wann wirst du endlich ihre Kleidung hinter dir lassen?!"

„NIEMALS!"

Er versetzte dem Beutel noch einen letzten Schlag, der Sango nach hinten stolpern ließ, während sie verzweifelt mit den Armen fuchtelte, um ihre Balance wiederzugewinnen. Ihre Hand fing sich an einer Seite des Trimm-dich Rades und sie schoss InuYasha einen durchdringenden Blick zu. „Was ist den los mit dir?!", fauchte sie. „Du nimmst das alles viel zu persönlich für dein eigenes Wohl!"

„Dieses Mädel hat einfach alles durcheinander gebracht!", zischte er, kochend vor Wut, die sich über Nacht in ihm aufgestaut hatte. „Hast du denn nicht gemerkt, dass seitdem sie hier ist, alles den Bach runtergeht?!"

„Du übertreibst.", sagte Sango abwehrend. „Nur weil es ein Mädchen gibt, dass nicht mit dir Knutschen will oder dir zu Füßen liegt … darum geht's doch, oder etwa nicht? Sie benimmt sich nicht so, wie du willst und deswegen bist du sauer."

„Das ist nicht das Problem!", knurrte er wütend.

„Dann was zum Teufel ist dein Problem?" Schweratmend, pflanzte sie ihre Hände auf ihre Hüften.

„Halt einfach die Klappe und hau ab." Er wandte sich blitzschnell von ihr ab und fuhr fort auf den Beutel einzuschlagen, wodurch dieser in einem neunzig Grad Winkel wegschwang, bevor er ihn wiederum schlug.

Sango sah ihn böse an bevor sie wütend zu den Bänken marschierte, ihre Jacke aufhob und hinausstürmte. „Du bist so ein Arsch. Ich schäme mich dafür, für dich zu arbeiten.", blaffte sie zum Abschied über ihre Schulter als die Tür zuschlug.

„Gute Reise.", murmelte InuYasha sich selbst zu.

Es hatte keinen Sinn ihn zu fragen, was mit ihm los war, weil er es selbst nicht wusste. Alles, das er wusste war, dass es irgendwie Kagomes Schuld war. Er war gar nicht so sauer auf sie, weil sie das Kleid seiner Mutter angezogen hatte … tatsächlich hatte sie gar nicht einmal so schlecht darin ausgesehen und rot stand ihr wirklich. Was ihn wütend machte war, dass sein Mund vergessen hatte sein Gehirn um Erlaubnis zu bitten, bevor er sprach und er eine ziemlich grausame, aber wahre Bemerkung gemacht hatte. Irgendetwas an ihr hatte ihn vergessen lassen, seine Zunge zu hüten … mit diesem letzten Kommentar über den Kuss war sie ihm direkt unter die Haut gekrochen und er hatte sie damit einfach nicht davonkommen lassen können, obwohl er genau wusste, dass er nicht sagen hätte sollen, was er wirklich über dieses Kleid dachte. Seine Fassade bröckelte von Tag zu Tag, den er in ihrer Gegenwart verbrachte.

Das war es, was ihn störte. Denn er wusste, dass wenn er noch länger mit ihr zusammen sein müsste, gänzlich aus der Fassung geraten würde. Das durfte nicht geschehen, icht nach all diesen Jahren der Kontrolle.

Er hörte auf, auf den Beutel einzuschlagen und fing ihn mit seinen Händen auf, bevor dieser gegen ihn prallen konnte. Er hielt ihn ganz fest und ließ die Spitzen seiner Klauen in den Stoff hineinsinken und versuchte so zu tun, als hätte er stattdessen Kagomes Form.

Irgendetwas war faul an diesem Mädchen. Für gewöhnlich prallten Beleidigungen wie Kleber von ihm ab … aber ihre Worte trafen ihn wie Pfeile, die seine Haut durchbohrten und direkt auf sein Herz zielten und ihn somit dazu provozierten zurückzuschlagen, wenn er für gewöhnlich die Sache sein lassen würde. Es kümmerte ihn wenig, was die Leute um ihn herum von ihm dachten, es kümmerte ihn wenig was auch nur irgendjemand von ihm dachte und es waren einzig und allein Kikyos Mahnungen, dass Unruhestifter nicht das Geld der Eltern Teenager Mädchen einbrachten, die ihn davon abhielten, in der Öffentlichkeit zu tun, worauf auch immer er Lust hatte. Doch dieses neue Mädchen, Kagome, aus irgendeinem Grund begann er sich darum zu sorgen, was sie von ihm dachte.

Nicht, dass er wollte, dass sie ihn für einen anständigen Menschen oder eine Art großzügige Person hielt. Auf gar keinen Fall würde sie jemals den Eindruck von ihm bekommen, dass er grundsätzlich ein guter Mensch war … und er wollte ihr auch nicht diesen Eindruck geben.

Doch er wollte auch nicht, dass sie anfing ihn als jemanden zu sehen, der bemitleidet werden musste, der Hilfe brauchte oder leise nach Aufmerksamkeit schrie.

Er wollte, dass sie ihn wie jeder andere sah; entweder bewundernd oder verhasst.

Die Dinge liefen so gar nicht nach Plan … also hatte Sango möglicherweise Recht. Vielleicht war es das, was nicht mit ihm stimmte.

Er versetzte dem Beutel einen letzten, halbherzigen Schlag, bevor er die Fernbedienung von dem Fensterbrett griff und die Lautstärke aufdrehte um nachzusehen, was gerade lief. Er schaltete an hunderten von Werbesendern vorbei, bevor er auf etwas traf, das interessant aussah …

InuYasha schaltete ein paar Sender zurück und blieb schließlich stehen, den Kopf zur Seite gelehnt.

Es war eines dieser Tagesfernsehprogramme die man äußerst pfiffig ‚Guten Morgen' genannt hatte. Diese spezielle Sendung war dafür bekannt, Klatsch und Mode der Superstars zu verbreiten und sie war hauptsächlich an eine reifere Zielgruppe gerichtet.

Und bezüglich unseres ‚Angezogen um zu Beeindrucken und Angezogen um zu Entsetzen' Viertels der Show zeigen wir Ihnen nun einige Clips der Preisverleihung der vergangenen Nacht.", erzählte die Frau mittleren Alters der Kamera mit einem gutmütigen Lächeln. Angezogen um zu Entsetzen kam zuerst und er war dankbar, dass er nicht in diese Reihe aufgenommen worden war. Er erkannte ein paar und stimmte mit ganzem Herzen zu … einige dieser Outfits waren grauenhaft. Jedoch kam ‚Angezogen um zu Beeindrucken' als nächstes dran und er war einigermaßen enttäuscht, dass er auch in diese Reihe nicht einbezogen worden war.

Aber dafür Twiggy.

Und, ach du lieber Himmel, würden sie ein trara darum machen.

Nun, das nenne ich eine interessante Wahl für ein Kleid, dass man zu einer Preisverleihung tragen würde, nicht wahr Isoki?" Die Frau wandte sich dem männlichen Moderator zu, als die Clips endeten.

Mm, wenn ich mich nicht sehr irre, wurde dieses Kleid das letzte Mal 1996 bei der Fashion World Show gesehen – getragen von keinem anderen, als dem Model Ribia, InuYashas Mutter.", bemerkte der Mann, als ob das alles nur Allgemeinwissen war … als ob er kein Skript lesen würden.

Von ‚Pier don Marche' gefertigt und höchstwahrscheinlich sogar das selbe Kleid, was denkst du, Ikimi?"

Ich denke dass du Recht hast und außerdem muss ich sagen, dass ich bemerkt habe, dass Kagome Higurashi und InuYashas Agentin sich außerordentlich ähnlich sehen."

Ja, das habe ich auch bemerkt. Vielleicht eine Verwandte?"

Was wiederum zu den Gerüchten führt, dass die Ziehung tatsächlich manipuliert war. Doch Quellen verraten uns außerdem, dass die ‚Überraschungs' Präsentation letzter Nacht durch Kagome in der Tat ein Fehler war. Die Produzenten der Verleihung berichteten uns, dass ursprünglich Fukiko Tanaka dafür vorgesehen war, die Auszeichnung zu präsentieren. Sie geben zu, dass es da vielleicht eine Verwechslung gegeben hat … oder vielleicht sogar einen Streich. Aber dass InuYasha ihr solch ein Kleid zum anziehen gegeben hat, das muss heißen dass das Paar sich näher steht, als wir erwartet hatten."

„Ha.", schnaubte InuYasha verächtlich.

Die Frau fuhr fort. „Natürlich war diese kleine Darstellung der Zuneigung vielleicht ein Hinweis darauf, dass sie etwas mehr als Freunde sind. Kagome scheint sich außerdem einen Kosenamen verdient zu haben, ebenso wie einen zärtlichen Kuss für die Präsentation eines Preises. Er war mit Sicherheit nicht so interessiert an Joi Ito, wie wir erwartet hatten."

Zärtlicher Kuss? Zuneigung? Kosename? InuYasha schnaubte und schüttelte seinen Kopf. Das war lächerlich. Er hatte sie nur geküsst, um sich zu rächen. Er wusste, dass sie es hasste, wenn er in ihre Nähe kam und dass er so etwas in der Öffentlichkeit tat, musste für sie die ultimative Schande sein. Außerdem … würde es vielleicht Kouga warnen, seine Hände von allem zu lassen, dass unter seinem Dach war.

Um uns Einblicke in diese Entdeckungen zu geben haben wir unsere InuYasha Expertin wieder in das Studio eingeladen.", sagte die Frau, als die Kamera zu einer dritten Person umschwang, die auf der ‚Guten Morgen' Couch saß. Eine junge Frau, nur um die siebzehn Jahre.

Er erkannte sie sofort und verengte die Augen. Sie war eine seiner alten Freundinnen, die prompt ihre Geschichte an alle Zeitungen verkauft hatte, in der Minute, als er sie fallen gelassen hatte. Alle schlechten Gerüchte stammten von diesem Mädchen … das waren schlechte Nachrichten …

Also, was halten Sie von dem Kosenamen Ästlein, Miss Asami?"

Ach! Asami! Jetzt konnte er sich an ihren Namen erinnern!

Ich denke, dass alles, was das wirklich bedeutet, Ikimi, ist, dass er sich nicht an ihren echten Namen erinnern kann. Das passiert immer wieder. InuYasha scheint sich niemals die Mühe zu machen, die Menschen um ihn herum näher kennen zu lernen.", erzählte die alte Freundin. „Und bezüglich irgendwelcher wachsender Beziehungen? Ich warne Kagome, sich zu hohe Hoffnungen zu machen – InuYasha ist der a-typische Frauenheld. Er hat eine Reputation dafür und schafft es trotzdem eine unglaublich hohe Anzahl an Mädchen für ihn zu begeistern, wenn er will. Ich hab gesehen, wie er auf einer Party Mädchen buchstäblich aus einer Menge auswählte und dann mit ihnen ins Badezimmer verschwand nur um rumzumachen."

„Hey – das hab ich nur einmal gemacht und danach hab ich mit dir Schluss gemacht!", schrie er den Fernseher an.

Er trifft sich nie zweimal mit dem selben Mädchen und er erinnert sich nie an ihren Namen.", fuhr das Mädchen fort. „Und irgendwie tut sie mir Leid, weil sie ja nur jung ist. Sie muss aus dieser Villa raus, bevor sie ihre Tiefe verliert."

„Niemand hört dir zu.", sagte InuYasha ihr flach.

Es klopfte an der Tür und er sah in ihre Richtung. „Wer ist da?"

„Ich." Kagomes Stimme.

InuYasha fummelte mit der Fernbedienung herum und schaltete schnell auf einen anderen Sender um, bevor sie womöglich ihren Namen hörte. „Komm herein!", rief er, als die Luft rein war.

Kagome drückte die Tür auf und trat in den Raum ein. Er bemerkte, dass sie sich seit dem Frühstück umgezogen hatte und ihr Haar nass war, als ob sie sich geduscht hätte. Sie schloss die Tür hinter sich und sah ihn lange an, während sie auf ihn zuging, wo er in der Mitte des Raumes stand.

Sie blickte für einen Moment auf den Fernseher, als sie neben ihm stehen blieb und sie öffnete ihren Mund um zu sprechen, doch als sie sah, was gerade lief, blieb ihr jegliches Wort im Hals stecken. Er verfolgte ihren Blick zum Bildschirm und klatschte sich augenblicklich mental mit der Hand auf die Stirn.

Von ‚Guten Morgen' weggeschaltet und zum Ausländischen Porno Kanal gewechselt.

„Siehst du dir immer Porno an, wenn du trainierst?", fragte sie verlegen.

„Jaah …", antwortete er langsam. „Das motiviert mich."

"Könntest du … es abdrehen?" Sie riss ihren Augen gewaltsam weg und sah alles andere an als den Bildschirm.

„Wenn ich muss.", sagte er mit einem enttäuschten Seufzer, als er die Fernbedienung nahm und den Fernseher abdrehte. „Was willst du?"

„Du redest nicht um den heißen Brei rum, was?", fragte sie audruckslos.

„Was willst du?", wiederholte er heftiger.

Sie verdrehte die Augen und verschränkte ihre Arme. Für einen Moment war sie still, bevor sie schließlich aufsah und seinem Blick begegnete. „Es tut mir Leid."

Es war schwer, jemanden zu finden, der so ehrlich wie sie war. Beinahe wurde er von dem Ausdruck in ihren Augen verzaubert. Also gab er einfach vor verwirrt zu blinzeln. „Was?"

"Es tut mir Leid.", wiederholte sie in demselben, heftigen Ton, den er verwendet hatte. „Ich hab dich letzte Nacht aufgebracht … ich bin noch immer nicht dahintergekommen, worüber du jetzt sauer bist, vielleicht ist es alles zusammen, aber es tut mir Leid und ich hoffe, dass du mit diesem Beleidigtem Getue aufhörst."

„Wer sagt, dass ich beleidigt bin?", forderte er sie heraus.

„Deine Körpersprache jetzt." Sie versetzte seinen fest verschränkten Armen einen deutlichen Blick. Er löste langsam die Verschränkung, aber starrte sie warnend an. Treib es diesmal nicht zu weit, Mädel …

„Also …" Sie wiegte ihren Kopf leicht nach links. "Also, es tut mir Leid, dass ich das Kleid deiner Mutter getragen habe. Ich hatte kein Recht dazu … es war nicht meins. Es tut mir Leid, dass ich diesen Kommentar über diesen dummen Kuss gemacht habe – für den mich meine Freunde übrigens töten wollen und über den meine Mutter ständig unangenehme Fragen stellt. Und … und es tut mir Leid, dass ich hinter deinem Rücken mit Kouga gesprochen habe, auch wenn ich dir wahrscheinlich einen Gefallen getan habe, ihn vor dem Kampf bereits zu verletzen und euch so zu gleichen Gegnern gemacht habe."

„Mm." Er zuckte mit den Schultern. „Wenn man es so sieht, dann denke ich, dass es nichts gibt, wegen dem ich schmollen müsste."

Sie sah erleichtert aus. „Genau! Also können wir diesen Streit beenden und meinen letzten Tag hier genießen?"

„Äh …" Er tat so, als würde er scharf nachdenken, als er vorgab ihren Vorschlag aus jedem Winkel zu betrachten. Schließlich sagte er unverblümt: „Nein."

„Entschuldige?", fragte sie mit schlitzartigen Augen.

„Glaub es oder glaub es nicht, aber du regst mich nicht damit auf, was du tust, du regst mich damit auf, was du bist." Er blinzelte. „Hey, das hat sich gereimt!"

"Was meinst du mit dem was ich bin?" Ihre Augen verengten sich zu noch dünneren Schlitzen.

„Du, für mich, bist wie ein nervendes Stück Spinat zwischen jemandes Zähnen. Du, für mich, bist wie ein Floh für einen Hund. Du, für mich, bist wie ein Tick in dem Gehirn eines Psychopaten. Du, für mich, bist was Deo für den fetten, schwitzigen Mann ist, der jeden Morgen am Café Blossom vorbeijoggt." Er schenkte ihr ein belehrendes Lächeln. „Verstehst du mich, Herzchen?"

„Bin ich nur eine Nervensäge für dich?", fragte sie ihn ruhig.

„Nun, weniger eine Nervensäge und mehr eine Bedrohung, würde ich sagen." Er streichelte nachdenklich sein Kinn. „Ich denke es ist unfair zu sagen, dass du mir nur im Weg bist. Du nervst, reizt, kriechst unter meine Haut und verursachst einen Ausschlag. Denn, wenn du es unbedingt wissen musst, musst du morgen von hier fort, sonst werde ich vielleicht etwas tun, dass ich bereue."

„Was zum Beispiel?" Sie verschränkte ihre Arme und sah ihm herausfordernd in die Augen. „Mich erwürgen, vielleicht?"

„Nein. Eher etwas wie mit dir reden." Er grinste und ging zur Bank hinüber um ein Handtuch aufzuheben. „Und übrigens hasse ich es zu reden."

„Hab ich bemerkt."

„Tatsächlich zittere ich schon vor Vorfreude darauf, wenn du endlich von hier fort bist.", sagte er mit einem schiefen Lächeln. „Ich denke nicht, dass ich mich jemals schon so auf etwas gefreut habe, wie das hier. Also wünsche ich dir bon voyage!"

Kagome trommelte verärgerte mit ihren Fingern gegen ihre Arme. „Offensichtlich bist du nicht reif genug, über dein eigenes Ego hinwegzukommen.", fauchte sie und steuerte die Tür an, doch hielt sie inne, bevor sie nach der Klinke greifen konnte und drehte sich um, offensichtlich hatte sie noch mehr zu sagen. Doch, wenn man nach der leichten Röte in ihrem Gesicht ging, würde es nicht etwas sein, mit dem sie sich wohl fühlte. „Und … nur um es klarzustellen … warum hast du mich geküsst?", fragte sie schüchtern.

Er konnte nicht anders und grinste. Fortschritt! „Würdest du das nicht gerne wissen?", fragte er ausweichend. Endlich wurde sie schüchtern … es hatte ja auch nur eine Woche gedauert.

„Ich will es nicht wissen!", sagte sie schnell. „Es war Yuka, die es wissen wollte."

„Nun, du kannst dieser ‚Yuki' sagen-"

„Yuka."

„Sag deiner Freundin, dass ich dich absolut umwerfend finde und ich kaum meine Hände von dir lassen kann." Er wartete darauf, dass sie rot werden und davonlaufen würde.

Doch stattdessen seufzte sie und versetzte ihm einen herabsetzenden Blick. „Warum gibst du dich eigentlich nie ernst …?" Sie schüttelte traurig ihren Kopf und ging nach draußen.

Da war es wieder. Dieses nervende Gefühl, dass er sie nicht das letzte Wort haben lassen konnte. Er bekämpfte den Drang, ihr noch eine Beleidigung hinterher zu rufen … doch nur hier zu stehen und zu versuchen, es zu ignorieren machte es nur schlimmer.

„Scheiß drauf.", murmelte er, warf sich zur Tür hinaus und kam schlitternd im Korridor zum Stehen. Er sah sich für einen Moment um, bevor er sie entdeckte, als sie gerade um die Ecke des Korridors biegen wollte. „Ich sag dir, ich meine es aber ernst!"

Ja. Wirklich toll gemacht, gratulierte er sich selbst trocken, als er sah, wie sie ihm einen verwirrten Blick zuwarf.

„Du bist seltsam.", rief sie ihm zu und verschwand dann um die Ecke und somit aus seinem Blickfeld.

„Nein – du bist seltsam!", rief er zurück … doch er wusste, dass sie ihm nicht mehr zuhörte, oder es sie einfach nicht mehr kümmerte.

Er wirbelte zischend wütend herum und schlug seine Faust gegen den Türrahmen.

„Das ist das letzte Mal, dass ich Kikyo für mich so eine dumme Fangirl Promotion machen lasse!"

Das Wiederholungsmatch verlief wie geplant, doch diesmal hatte sich Kagome nicht in Sesshomarus Auto versteckt. Kikyo fuhr diesmal mit Sango auf dem Beifahrersitz und mit zwei streitenden Bengeln auf der Rückbank; Kagome und InuYasha.

Miroku musste in Sesshomarus Auto folgen, da in Kikyos kein Platz mehr gewesen war. (Tatsächlicherweise hatte es noch Platz gegeben, doch InuYasha hatte darauf bestanden, den Sitz neben sich für seine Füße zu besetzen.) Außerdem hatte Sesshomaru diesmal die Kinder mitgebracht.

„Nettes Auto.", bemerkte Miroku über das Schreien der aufgeregten Kinder am Rücksitz hinweg.

Sesshomaru fuhr fort sich in die Kurven zu legen, ohne etwas zu sagen.

Miroku entdeckte etwas rotes, dass auf dem Armaturenbrett aufleuchtete. „Ooh – was macht denn dieser Knopf-?"

„Fass ihn nicht an.", sagte Sesshomaru eisig. Miroku zog seine Hand langsam zurück in seinen Schoß und stellte geistlich fest, dass Sesshomaru zweimal so kalt wie Kikyo und fünfmal so gruslig war.

„AU! HIKO HAT MICH GEBISSEN!"
"HAB ICH GAR NICHT!"

„HAST DU DOCH!"

„Hört damit auf!", bellte Sesshomaru seine Kinder an, doch er wurde ignoriert. Aus diesem Grund verwendete er eine etwas extremere Methode, den Streit zu beenden.

Er zog die Handbremse.

Miroku wurde nach vorne geworfen, als das Auto augenblicklich stehenblieb und er konnte drei erfolgreiche Bumper hören, als drei Kinder, die nicht gerne Gurte trugen nach vorne geschleudert wurden. Er wagte es nicht zu atmen, als Sesshomaru sich ruhig umdrehte, um seine geschätzten Kinder anzusehen. „Erinnert ihr euch alle an den Grand Canyon?"

„… ja …", kamen drei vage Stimmen von dem Haufen Jungen am Boden.

„Nun, wenn ihr euch nicht hinsetzt und die Klappe haltet, dann werde ich umdrehen und sofort dorthin fahren und euch alle drei über die Kante stoßen." Er wandte sich wieder dem Lenkrad zu. „Und schnallt euch an."

Die drei Jungen kletterten beleidigt zurück in ihre Sitze und schnallten sich mit übertriebenen Schmollgesichtern an.

„Nun, lasst uns das noch mal versuchen.", sagte Sesshomaru ruhig, als er die Handbremse nach unten drückte und wieder die Autobahn entlang fuhr.

Miroku versuchte für den Rest der Fahrt die Augen geschlossen zu halten. Es gab ein Limit dafür, wie viel Panik und Stress ein Herz ertragen konnte.

„Wusstet ihr, dass wenn Boxer in Pension gehen, oft die Hälfte ihres Gehirns beschädigt ist, von den vielen Schlägen, die sie während ihrer Karriere gegen den Kopf bekommen?", fragte Kagome InuYasha, als sie hinter ihm hertänzelte, als sie die Umkleidekabinen ansteuerten. Sie hatte irgendwo ein Flugblatt über Boxen herbekommen und rezitierte nun hilfreich interessante Aussagen. „Was für eine Schande, das heißt ja, dass du dann einen totalen Gehirnschaden haben wirst, wenn man bedenkt, dass du bereits am Anfang einen halben Gehirnschaden hattest."

„Wer hat dir das gegeben?" Er nahm ihr das Blatt weg und warf es in einen Papierkorb, an dem sie im Korridor vorbeigingen. „Das ist ein Haufen Mist."

„Boxer haben ungefähr di Hälfte ihrer Gehirnzellen am Ende ihrer Karriere verloren." Sie versetzte ihm einen entsetzten Blick. „InuYasha – du wirst nur noch eine haben."

„Wieso haben wir sie nochmal mitgenommen?", fauchte InuYasha Kikyo an.

Sango antwortete ihm. „Weil sie Moral an die Truppen weitergibt."

Sie lieh ihre Schultern einem ziemlich blassen Miroku. Er konnte kaum auf seinen eigenen Füßen stehen, so wie es aussah. „Sei nicht so sensibel, InuYasha.", sagte sie ihm. „Wir wissen alle, dass du mehr als zwei Gehirnzellen hast."

„Jaah.", sagte Kagome trocken. „Du hast mindestens fünfzehn."

Sie kicherten alle, bis auf InuYasha und Kikyo.

„Misshandlung.", sagte InuYasha mit einem Pusten. „Misshandlung ist alles, das ich von meinen Angestellten erhalte. Warum versuch ich es überhaupt?"

Er hielt vor einer Tür an, die vom Korridor wegführte, drückte sie auf und führte den Rest der kleinen Gruppe hinein. Kikyo hielt im Türrahmen an. „Ich werde fragen, wann sie dich in der Arena haben wollen.", sagte sie und ließ die Tür hinter sich zu schwingen, als sie davon stolzierte.

„Warum sieht Miroku so aus, als würde er sich gleich übergeben?", fragte Kagome, als InuYasha in den hinteren Teil der Umkleidekabine verschwand um … nun, um sich umzuziehen.

Sesshomaru fährt sehr …", Miroku setzte sich auf eine Bank, während er nach dem richtigen Wort suchte. „Aggressiv."

„Er fährt so, als wäre Godzilla hinter ihm her!", kam InuYashas körperlose Stimme aus dem hinteren Teil des Raumes.

„Oder seine Frau.", warf Sango ein und alle kicherten.

Alle bis auf Kagome, die den Witz nicht verstand.

„Warum würde er …?", begann sie.

„Lass es uns so ausdrücken: Sesshomaru und seine Frau sind nicht unbedingt frisch verheiratet.", sagte ihr Miroku. „Sie haben zwei Jahre bevor InuYasha geboren wurde geheiratet, ihr ältester Sohn hat gerade sein Studium auf der Universität abgeschlossen und in den letzten paar Jahren hat seine Ehefrau ihm Druck gemacht, noch mehr Kinder zu haben. Jetzt haben sie vier, drei Jungen und ein Mädchen und die machen die ganze Familie verrückt."

„Sie haben so getan, als wäre alles okay, aber in Wirklichkeit sind sie etwa zwei außereheliche Affären davon entfernt, sich scheiden zu lassen.", sagte Sango wissend. „Wir wissen alle, dass sie dem Pooljungen schon eine ganze Weile dabei ‚hilft' den ‚Pool zu putzen'." Sie machte kleine Anführungszeichen mit ihren Fingern.

„Armer, Sesshomaru."

"Ihm geht's gut.", sagte InuYasha, als er in seinem Mantel zurückkam. „Er ist total scharf auf seine neue Sekretärin. Sie hat nichts im Kopf außer Luft, aber sie hat die größten-"

„Ähm!" Sango räusperte sich lautstark.

„… Wimmerl.", beendete er und zeigte auf sein Gesicht. „Auf ihren Wangen. Sie ist wirklich süß, aber Sesshomaru will mich nicht in ihre Nähe lassen … ich kann mir nicht vorstellen warum …"

„Tja, warum nur …" Kagome versetzte ihm einen flachen Blick, in dem Moment, als sich die Tür öffnete und Kikyo hereinkam. Sie sah ernst aus. Tatsächlicherweise sah sie immer ernst aus, aber dieses Mal war um sie herum definitiv eine Aura der Ernstheit.

„Was ist denn los?", fragte InuYasha sie.

„Das Match heute wird nicht stattfinden.", sagte ihm Kikyo langsam.

„WAS?!", explodierte InuYasha, wie vorhergesehen.

Kagomes erster Gedanke war, dass sie aufgeflogen waren. Dass sie irgendwie von den Drogen erfahren hatten, obwohl Sesshomaru den Test gemacht hatte.

Sango war ein bisschen vernünftiger als Inuyasha. „Warum? Was ist passiert?"

Die Tür öffnete sich ein weiteres Mal hinter Kikyo und Kagome runzelte verwirrt die Stirn als zwei Polizisten eintraten, obwohl sie noch mindestens fünf andere draußen im Korridor stehen sehen konnte. Der ältere Polizist hinter Kikyo bewegte sich so, dass er mit InuYasha reden konnte. „Sir, Sie werden uns begleiten müssen."

„Warum? Worum handelt es sich hier?", sagte InuYasha verteidigend. Für all seine wunderbare schauspielerische Kunst verhielt er sich diesmal ziemlich schuldbewusst. Doch er hatte auch jeden Grund nervös zu sein …

„Ihr Gegner, Kouga, wurde ins Krankenhaus eingewiesen, nachdem er von einem fahrenden Auto aus heute Morgen angeschossen wurde." Der Mann ging vorwärts während die anderen Polizisten ihren Weg an Kikyo vorbei suchten um den Raum zu betreten. Die Agentin blieb ihnen stur im Weg stehen, egal wie sie auch umhergeschoben wurde. „Sie sind hiermit des versuchten Mordes an Kouga verdächtigt und festgenommen – alles was Sie sagen oder tun kann im Gericht gegen Sie verwendet werden. Wenn Sie Widerstand leisten wird es ihren Fall nur erschweren."

Für einen Moment dachte Kagome, dass er sich wehren würde. Vage konnte sie erkenne, wie er seine Schultern spannte, als ob er sich darauf vorbereiten würde, gegen sie alle zu kämpfen … doch durch ein leichtes Kopfschütteln Kikyos gab er nach.

„Fein." InuYasha zuckte unbeteiligt seine Schultern und begann in den hinteren Teil des Raumes zu gehen. „Lassen Sie mich nur mein Gewand holen."

Anmerkungen der Autorin: Ich glaube, diese Kapitel werden immer länger …