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Disclaimer: Der Plot gehört mir - der Rest gehört J.K. Rowling
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XII. Stufe V: Feindkontakt die Zweite
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Impertinent.
Impertinent war das richtige Wort, um sie zu beschreiben.
Nachdem er absichtlich zu spät gekommen war, hatte eine extrem wütende McGonagall ihnen einen leeren Klassenraum aufgeschlossen und sie mit einem bissigen Kommentar alleine gelassen. Und nun saßen sie hier schon seit mindestens drei Minuten und Granger schien ernsthaft von ihm zu erwarten, dass er ihr wirklich den Stoff der letzten Woche beibrachte.
Er fixierte sie mit einem stechenden Blick und musterte sie. Natürlich nur, um sie zur Weißglut zu treiben, und nicht weil er ihr Aussehen betrachten wollte – das zugegebenermaßen um einiges gesünder war, als bei ihrer letzten Begegnung im Krankenflügel.
Stopp – in diese Richtung wollte er gar nicht erst anfangen zu denken. Besonders nicht, wenn sie so nahe vor ihm saß.
Sein Blick zeigte Wirkung und sie rutschte unruhig auf ihrem Stuhl hin und her.
„Wie wäre es, wenn wir mit Zaubertränke anfangen.", sagte sie zaghaft.
Schade. Er hätte sie gerne noch weiter betrachtet – ähm...observiert. Als er ihr nicht antwortete, fing sie an mit einer Locke zu spielen, was sie immer tat, wenn sie nervös war. Nein, er hatte sie natürlich nicht beobachtet!
„Ich habe mir schon für jedes Fach die Aufzeichnungen von Harry und Ron besorgt und ein wenig in der Bibliothek gestöbert, aber da ist eine Sache..."
„Du bist gerade einmal seit einem halben Tag aus dem Krankenflügel heraus und du hast wirklich nichts besseres zu tun, als in der Bibliothek herumzuhängen?", unterbrach er sie ungläubig.
Oh, man. Hatte die Frau keine Freunde, mit denen sie etwas unternehmen konnte?
„Zufälligerweise musste ich einiges nachholen, weil mich ein gewisser blonder Slytherin für eine ganze Woche in den Krankenflügel gebracht hat.", erwiderte sie zynisch.
„Wieso sollte mich das interessieren? Aber weißt du was, wenn du schon die kompletten Aufzeichnungen hast, dann ist unser Treffen überflüssig."
Erwartete sie jetzt von ihm, dass er sich schlecht fühlte? Da konnte sie aber lange warten. Sie war nur eines seiner namenlosen Opfer, und damit würde sie sich abfinden müssen – und das hoffentlich bald. Und dann besaß sie wirklich auch noch die Frechheit seine Zeit zu stehlen, obwohl sie bereits genug Informationen hatte. Wie schon gesagt, impertinent war das richtige Wort, um sie zu beschreiben.
Verärgert stand er auf und sie tat es ihm gleich. Wütend stellte sie sich zwischen ihn und die Tür und stemmte die Hände in ihre Hüften. Wenn er sie so betrachtete, hatte sie eine gewisse Ähnlichkeit mit einer kleinen Raubkatze – einer gefährlichen Raubkatze. Aber davon würde er sich nicht einschüchtern lassen, sie war nur ein kleines Mädchen.
„Du bleibst gefälligst hier, Draco Malfoy.", zischte sie.
Pah. Ihre erbärmlichen Machtspielchen zogen bei ihm nicht.
„Und wenn nicht? Will mich die kleine Hermine Granger aufhalten?"
Jetzt war er auf dem richtigen Weg. Genau so musste er sie behandeln. Noch zwei drei kleine Kommentare in dieser Richtung, und er würde sie endlich los sein.
„Das siehst du doch.", antwortete sie und ihre braunen Augen bohrten sich stechend in seine.
Lächerlich. Einfach nur lächerlich. Für so einen Kinderkram war seine Zeit einfach viel zu kostbar. Wie kam Blaise nur auf die Behauptung, dass er, Draco Malfoy, in diese kleine Furie verknallt sein sollte? Unfassbar. Mit Leichtigkeit schob er sie zur Seite und griff nach der Türklinke. So einfach war das.
„Netter Versuch, Granger."
Und wieder einmal überraschte sie ihn mit ihrer Reaktion. Urplötzlich klammerte sie sich an seinen Arm und versuchte ihn von der Tür wegzuzerren – natürlich nur eine vergebliche Bemühung ihrerseits.
„So leicht kommst du mir nicht davon.", keuchte sie atemlos und die Anstrengung, ihn festzuhalten, stand ihr ins Gesicht geschrieben.
Ein leichter Rotschimmer hatte sich auf ihre Wangen gelegt und ihre Augen blitzen ihm zornig entgegen. Ihre Unterlippe zitterte – was sie immer tat, wenn sie wütend war. Zugegeben, sie sah schon ziemlich niedlich aus, wie sie sich so verzweifelt an ihn klammerte. Er gab seinen Widerstand für einen Augenblick auf und sie verlor überrascht das Gleichgewicht. Kurz bevor sie auf den Boden aufschlug, packte er sie am Arm, zog sie hoch und presste sie zwischen sich und die Tür.
„Du weißt nicht, mit wem du dich anlegst.", knurrte er ihr bedrohlich ins Ohr.
Weiche Locken streiften sein Gesicht und ihr Duft stieg in seine Nase. Oh, wie unfair von ihr. Jemand sollte ihr verbieten so gut zu riechen – besonders wenn sie so nahe bei ihm stand.
„Oh, doch. Das weiß ich ganz gen...uff..."
Bei Merlin was tat er hier? Das zweite Mal innerhalb weniger Stunden, dass er die Gryffindor küsste und jetzt konnte er es noch nicht einmal mehr auf sie schieben. Es war eindeutig er gewesen, der den ersten Schritt gemacht hatte.
Sie schlang ihre Arme um seinen Nacken und zog ihn näher zu sich herunter. Wenigstens wusste er jetzt, dass es eine verlässliche Methode gab, sie zum Schweigen zu bringen – und da war er sich vorher nie so sicher gewesen.
Er hatte keine Ahnung wie lange sie in dem Klassenraum standen, aber irgendwann musste selbst ein Malfoy Luft holen und die beiden trennten sich. Erschrocken blickte sie ihm entgegen und presste sich eine Hand vor den Mund. Sie sah beinahe so aus, als ob sie kurz davor stand durchzudrehen – und wie aufs Stichwort.
‚Patsch'
Au, verdammt warum konnte sie nur so fest zuschlagen? Er fühlte bereits, wie sich ihr Handabdruck auf seiner Wange abzeichnete.
„Wie kannst du es wagen? Deine Slytherinfreundinnen kannst du so behandeln, aber nicht mich."
Mit diesen nicht wirklich überzeugenden Worten hatte sie ihn von sich gestoßen und war durch die Tür verschwunden.
Wie erstarrt blickte er ihr hinterher.
Na das hatte er mal wieder gut hinbekommen – er schien solche Situationen regelrecht heraufzubeschwören.
Einfach nur perfekt.
Ein weiteres Ereignis in seinem momentan sowieso schon komplizierten Leben, das nicht wirklich dazu beitrug, dass er sich besser fühlte. Was war nur in ihn gefahren? Gut, er hatte von Anfang an gewusst, dass das Treffen mit ihr in einer Katastrophe enden würde – aber das hier hatte alle Szenarien übertroffen, die er sich ausgemalt hatte.
So konnte das einfach nicht weitergehen.
Er brauchte einen klaren Kopf, und in einem klaren Kopf hatte sie nichts verloren.
Er musste sich auf seine Prüfungen in der nächsten Woche vorbereiten und da sah er nur noch einen Ausweg.
Er durfte keinen Gedanken mehr an sie verschwenden und würde sie ignorieren müssen.
Genau das war es. Granger ignorieren, dann würde wieder alles in Ordnung kommen.
Oder?
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V
‚Projektfortschritt: Feindkontakt?!'
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Please R&R
Nina
