Alles gehört JKR. Ich verdiene hiermit kein Geld, obwohl ich's dringend brauchen könnte.
Kapitel 12
Lily stand auf einem der Türme von Hogwarts und ließ über ihre Augen über das dunkle Gelände und die Silhouette des Verbotenen Waldes und der Berge gleiten. Sie zündete sich die dritte Zigarette an, um zu vermeiden zum Gryffindorturm zurückgehen zu müssen. Sie wollte nicht dort sein, noch nicht. Sie wusste nicht, was sie zu Dorcas sagen sollte, und so gab sie sich mit dem Gedanken zufrieden, dass sie es wissen würde, wenn sie einen beträchtlichen Anteil Nikotin im Blut haben würde.
Alles war so durcheinander, dass sie schreien wollte, wenn sie nur darüber nachdachte; nein, sie wollte weglaufen, weit weg von diesem Land, weg von Adam, Potter, Doras, ihrer zerbrochenen Familie, dem Aufstieg von Voldemort. Sie zog wieder an ihrer Zigarette und kämpfte gegen die Panik, die in ihr aufstieg.
"Miss Evans?" fragte eine Stimme hinter ihr. Lily drehte sich um; es war Professor Vektor, die Arithmantiklehrerin.
"Sie sollten wirklich nicht zu lange hier draußen bleiben", sagte Vektor zu ihr. „Sie werden sich erkälten."
Lily nickte langsam, drückte ihre Kippe aus und machte sich auf dem Weg zum Gryffindorturm. Als sie dort ankam, überblickte sie den vollen Gemeinschaftsraum, aber Dorcas war nirgends zu sehen, also ging sie hoch in ihren Schlafsaal. Die Lichter waren schon aus.
„Dorcas?" flüsterte sie. Keine Antwort. Sie ging langsam hinüber zu Dorcas' Bett, aber dann stolperte sie über einen Koffer und fiel mit einem dumpfen Geräusch auf den Boden.
„Verdammt nochmal, ich versuche zu schlafen", zischte Dorcas.
„Oh, es tut mir ja so Leid", murrte Lily leise als sie aufstand und sich auf Dorcas' Bett setzte.
„Hör mal zu, Dorcas... es tut mir Leid, wenn ich dich vorhin verletzt habe, das wollte ich nicht. Ich wusste nicht, dass dir dieser Witz über Voldemort so an die Nieren gehen würde-"
„Er ist mir nicht an die Nieren gegangen, Lily. Es ist nur, dass die ganze Geschichte mit Voldemort wirklich ernst ist und dass du keine Witze darüber machen solltest."
„Ich weiß, dass es verdammt nochmal ernst ist. Aber was hast du denn davon, wenn du zulässt, dass die Angst alles andere in dir besiegt? Merkst du nicht, dass du dich genau so verhältst, wie Voldemort es will?"
„Und wie genau verhalte ich mich?" fragte Dorcas, ihre Stimme kalt wie Eis.
„Du bist außer dir vor Angst! Das ist genau, was er will! Er will, dass die Leute so viel Angst haben, dass sie ihr Leben nicht mehr normal weiterführen können, damit er sie noch mehr terrorisieren kann-"
„Du verstehst es nicht, Lily", schrie Dorcas. „Du verstehst überhaupt nichts. Ich habe es gesehen, okay? Ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, wozu sie fähig sind. Du weißt nichts! Du kannst nicht begreifen, wie ernst es ist-"
„Ich bin verdammt noch mal gut in der Lage, den Ernst der Situation zu beurteilen", unterbrach Lily sie. „Die Leute nennen mich seit sechseinhalb Jahren ein Schlammblut. Denkst du, ich weiß nicht, dass die Todesser Menschen wie mich nur zu gerne erledigen würden wie... wie irgendein Ungeziefer und dass sie das auch bei jeder Chance, die sie kriegen, tun werden. Denkst du, ich weiß nicht, dass man mir meinen Zauberstab wegnehmen und mich in eine Zelle in Askaban stecken würde oder mich umbringen oder in den Wahnsinn foltern würde, wenn Voldemort jemals die volle Macht übernehmen würden? Weißt du, dass ich manchmal solche Angst habe, dass ich am liebsten weglaufen und nie wieder zurückkommen würde?"
Sie musste raus hier; ihr Hals brannte. Sie stand auf und ging, es war ihr egal, wohin sie ging; sie wollte nur weg.
X
Am nächsten Morgen wachte Lily mit schrecklichen Kopfschmerzen auf. Zuerst wusste sie nicht mehr, warum sie sich so schlecht fühlte, aber dann fiel es ihr wieder ein. Sie musste mit Benjy reden. Nachdem sie sich angezogen hatte, machte sie sich auf den Weg zum Ravenclaw-Gemeinschaftsraum mit der Absicht, einfach draußen auf Benjy zu warten oder jemanden zu bitten, ihn zu holen.
Aber der erste, der herauskam, war Adam. Lily hatte Mühe, ein Stöhnen zu unterdrücken.
„Hey, holst du mich zum Frühstück ab?" strahlte er.
„Ähm, nein, ich habe keinen Hunger", sagte sie schnell. „Ich-ähm-wollte dich fragen, ob du Benjy für mich holen könntest."
Er machte ein langes Gesicht. „Er ist schon zum Frühstück gegangen."
„Oh. Okay."
„Lily, was ist los?" fragte er verzweifelt. „Was ist in letzter Zeit mit dir los? Du meidest mich, du hast seit drei Wochen nicht mehr richtig mit mir geredet-"
Jetzt oder nie, sagte Lily sich. Beende diesen Scheiß und du hast ein Problem weniger.
Lily wollte sich selbst dafür ohrfeigen, dass sie das dachte, denn es war nicht Adams Schuld, aber sie konnte es nicht mehr aushalten.
„Adam- es- es tut mir wirklich Leid, aber ich muss damit Schluss machen."
„Schluss mit was?" fragte er nach einem Moment.
„Mit uns."
Es war lange still, bis Adam schließlich sprach.
„Das meinst du nicht ernst."
„Doch. Es tut mir Leid."
„Schön", sagte Adam, und plötzlich sah er wütend aus. „Tschüß, dann."
„Adam, bleib hier!" rief Lily ihm nach. „Lass uns in Ruhe darüber reden."
„Kein Interesse, danke", rief er ihr kalt zu, bevor um die Ecke und aus ihrer Sicht verschwand. Lily wollte schreien; noch eine Person, die sie verletzt hatte.
Sie ließ sich auf den Boden fallen und ein unangenehmes Gefühl füllte ihre Magengrube. Was zum Teufel war mit ihrem Leben los?
Danke fürs Lesen, hinterlasst mir bitte eine Review. Das nächste Kapitel sollte in den nächsten paar Tagen online sein.
