Kapitel 12 – Sonntag

Schläfrig blinzelte Tamara den Sonnenstrahlen entgegen, die sich durch einen kleinen Spalt zwischen den zugezogenen Vorhängen ihres Schlafzimmerfensters hindurchgeschummelt hatten, und sie an der Nase kitzelten.

Kaum, dass ihr Bewusstsein halbwegs vom Schlaf auf den Wachzustand umgeschalten hatte, drängten sich die Vorkommnisse der vergangenen Nacht wieder in ihre Gedanken.

Sie war gestern, unmittelbar nach Snapes rauschendem Abgang noch eine Weile bewegungslos dagestanden - unfähig, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass sie nun schon wieder mehr oder weniger verfeindet waren.

Nachdem es ihr unglaublicherweise gelungen war, ihm so nahe zu kommen, hatte sie fest damit gerechnet, dass dieser Zustand anhalten würde, und um so mehr litt sie unter dem erneuten Unfrieden.

Irgendwann hatte sie sich angezogen – wobei sie sich selbstkritisch fragte, warum sie das nicht gleich hatte tun können, ohne ihn mit ihrer, doch etwas unnötigen Weigerung zu verärgern. Danach war sie reichlich frustriert und ärgerlich - hauptsächlich über sich selbst - in ihre Wohnung zurückgekehrt.

Das Problem war eigentlich nicht seine Aufforderung gewesen, dass sie sich anziehen sollte, sondern hauptsächlich die Art, in der er diese vorgebracht hatte.

Sie konnte es einfach nicht ertragen, so abfällig von ihm behandelt zu werden – und schon gar nicht, jetzt – nachdem sie miteinander geschlafen hatten.

Ein steile Zornfalte bildete sich zwischen ihren Augenbrauen, als sie über sein Verhalten nachdachte, die sich erst dann glättete, als ihre Gedanken noch etwas weiter zurück wanderten, zu den wesentlich angenehmeren Erinnerungen der gestrigen Nacht.

Sie versetzte sich noch einmal zurück in das duftende, warme Wasser, und in die Arme des faszinierendsten Mannes, der ihr je begegnet war.

Bei dem Versuch, sich an das unbeschreibliche Gefühl zu erinnern, das seine Hände auf ihrem Körper ausgelöst hatten, verspürte sie ein aufregendes Kribbeln auf der Haut, fast so, als würde sie tatsächlich berührt.

Sie drückte ihr Rückgrad durch und wand sich unruhig unter den Laken hin und her. Die leichte Reibung der glatten Bettwäsche auf ihrer nackten Haut, bescherte ihr eine wohlige Gänsehaut.

Langsam ließ sie ihre Fingerspitzen vom Brustbein über ihren Bauch nach unten wandern – den gleichen Weg, den gestern seine langen, eleganten Finger genommen hatten – schloss die Augen und begann sich zwischen den Beinen zu streicheln.

Nüchtern betrachtet hätte sie nach den Vorkommnissen der letzten Nacht eigentlich vollauf befriedigt sein müssen - zumindest vorerst – aber in der Realität schien das Gegenteil der Fall zu sein. Wie es aussah, hatte die wilde Unterwassernummer ihr Verlangen erst richtig entfacht.

Mit präzisen, rhythmischen Bewegungen ihrer Finger brachte Tamara sich innerhalb kürzester Zeit ans Ziel ihrer Bemühungen, während ihr inneres Auge noch einmal der Szene im Schwimmbecken einen Besuch abstattete.

Als sie später, nachdem sie noch ausgiebig gedöst hatte, endlich doch aus dem Bett stieg, um zu duschen und sich danach anzukleiden, war es schon Mittag.

Sie beschloss, ihr verspätetes Frühstück in der großen Halle einzunehmen, in der stillen Hoffnung, Snape eventuell dort, oder auf dem Weg dorthin zu treffen.

Sie wollte die Unstimmigkeiten von gestern so schnell wie möglich aus der Welt schaffen, zumal bei näherer Betrachtung, ihre eigene Sturheit einen nicht zu geringen Beitrag dazu geleistet hatte.

Es war jedoch weder auf den Fluren, noch in der Halle eine Spur ihres einzigen, menschlichen Mitbewohners zu entdecken.

Nach einem ausgiebigen aber einsamen Frühstück, ging sie schließlich nach draußen, um sich ein wenig vom Sonnenschein aufmuntern zu lassen.

Am späten Nachmittag machte sie sich leicht verärgert klar, dass sie nun schon seit mehreren Stunden systematisch das Schlossgelände nach ihm absuchte.

Zuerst war sie beim See gewesen, hatte diesen umrundet und war sogar zu der kleinen Insel hinausgeschwommen. Sie hatte die Gewächshäuser durchkämmt, war um das gesamte Schloss herumspaziert, hatte so ziemlich jeden Baum und jeden Strauch inspiziert, und schließlich noch die Gegend um die Wildhüterhütte abgesucht, um sich schließlich seufzend am Stamm einer großen Kastanie niederzulassen.

Er würde doch wohl bei so einem Wetter nicht den ganzen Tag im Kerker verbringen?

Sicher war er irgendwo draußen – und es sah ihm ähnlich, dass er ihr schon wieder so unverschämt hartnäckig aus dem Weg ging.

Tamara wurde von Minute zu Minute ärgerlicher.

Als einige Zeit später ihr Blick zum Waldrand schweifte, und sie tatsächlich Snapes Gestalt zwischen den Baumreihen hervortreten sah, überwog der Zorn bei weitem die Wiedersehensfreude.

Auch die - für seine Verhältnisse - erstaunliche Tatsache, dass er nicht so tat, als hätte er sie nicht bemerkt, sondern direkt auf sie zukam, konnte ihre Laune nicht merklich verbessern.

„Sieh an – der Herr Professor höchstpersönlich!", sagte sie spitz, sowie er in Hörweite gekommen war.

„Ach du bist es", entgegnete er spöttisch, „ich hätte dich fast nicht erkannt – du siehst irgendwie anders aus... Ich hab's! Du bist angezogen!"

„Sehr witzig, Severus!", fauchte Tamara. „Und...? Hattest du einen schönen Tag?"

„Ja! Danke der Nachfrage!", sagte Snape gelassen. „Und du?"

Tamara blieb ihm die Antwort schuldig und musterte ihn dafür von oben bis unten. Von seiner üblichen Kleidung trug er heute nur Hose und Hemd, dieses zudem an den Ärmeln hochgekrempelt.

„Was hat dich denn bewogen, so rumzulaufen...ich meine, so halbnackt?", sagte sie anzüglich.

„Der Wald!", sagte Snape. „Im Unterholz sind Umhang und Jacke definitiv störend."

„Was hast du im Unterholz zu suchen?", fragte Tamara.

„Pilze, Kräuter, Wurzeln...", sagte Snape.

„Zaubertrankzutaten?"

„Erkannt!"

„Und was hast du dir für den Rest des Tages vorgenommen?", fragte Tamara bissig. „Du hast doch sicherlich einen guten Plan, der es rechtfertigt, mir weiterhin aus dem Weg zu gehen."

„Was treibt dich zu der Annahme, ich würde dir aus dem Weg gehen?", fragte Snape, nun auch etwas gereizt. „Und wenn ich es täte – wie kommst du auf die Idee, dass ich mich dafür rechtfertigen müsste?"

Anstatt ihm zu antworten rupfte Tamara wütend eine Handvoll Gras aus und zerpflückte es mit fahrigen Bewegungen in kleine Einzelteile.

„Ist es erlaubt?", fragt Snape belustigt und deutete neben ihr auf den Boden.

„Aber selbstverständlich", sagte Tamara gespreizt, „Ich habe dir den Platz nur deshalb nicht angeboten, weil ich davon ausging, dass es dir Spaß macht, auf mich herabzusehen."

Er ließ sich neben ihr im Gras nieder.

„Was macht dich denn so schrecklich wütend?", fragte er in einem herablassenden Ton, der sie auf der Stelle noch wütender machte.

„DU!", stieß sie heftig hervor.

„Oh – und ich dachte tatsächlich schon, das Gras hätte dir irgendetwas Schlimmes angetan", sagte er lächelnd mit Blick auf ihre Hände, die sich schon wieder an einem neuen Büschel zu schaffen machten.

Tamara funkelte ihn mit zornig zusammengekniffenen Augen an und warf die Grasteilchen in hohem Bogen weg.

„Okay – es ist nicht das Gras – soviel habe ich verstanden", sagte Snape. „Was also macht dich so wütend auf mich?"

„Du bist...du hast...ach Scheiße!", zischte Tamara. „Hör sofort auf, mich so anzugrinsen! Das ist wirklich das Letzte!"

Snape stellt das Grinsen auf der Stelle ein – nur noch die Mundwinkel zuckten ein Wenig, und die Augenbrauen wanderten verdächtig in die Höhe.

„Wie du mich gestern hast stehen lassen, dass war schon ein starkes Stück", sagte Tamara misstrauisch, die immer noch befürchtete, gleich wieder ausgelacht zu werden, „aber dass du dich heute den ganzen Tag nicht hast blicken lassen, das setzt dem Ganzen noch die Krone auf."

„Ach ja? Waren an den Beischlaf irgendwelche weiteren Verpflichtungen geknüpft?", sagte Snape launig. „Das muss mir entgangen sein. Bist du denn sicher, dass du das erwähnt hattest?"

Tamara starrte ihn fassungslos an. Das konnte doch nicht war sein, dass der Mann, der sie gestern so liebvoll in die Arme genommen hatte, ihr heute so gemeine Worte an den Kopf warf.

Snape war scheinbar zufrieden mit ihrer Reaktion, denn auf seinem Gesicht erschien erneut ein spöttisches Grinsen.

Er besaß sogar noch die Frechheit, seine Hand auszustrecken und ihr spielerisch über die Wange zu streichen.

„Reg' dich doch nicht so auf", sagte er dabei betont mitleidig.

Wütend schlug Tamara seine Hand weg.

„Was denn?", sagte Snape unschuldig. „Gestern hattest du an meinen Streicheleinheiten doch auch nichts auszusetzen."

Dieser unverfroren zur Schau gestellte Zynismus trieb Tamara unvermittelt die Tränen in die Augen. Schnell wandte sie sich ab und stand auf, um ihm nicht auch noch die Genugtuung zu bereiten, sie weinen zu sehen.

Snape erhob sich ebenfalls.

Bevor sie wusste, wie ihr geschah, packte er sie bei den Schultern und drehte sie um, so dass er ihr Gesicht sehen konnte.

Sie widerstand ihrem ersten Impuls – nämlich, ihm kräftig vors Schienbein zu treten – sondern begnügte sich damit, die Arme abwehrend vor der Brust zu verschränken.

„So – und jetzt noch mal langsam von Vorne", sagte Snape ruhig. „Mein gestriger Abgang hat dir also nicht gepasst?"

„Nein – absolut nicht!", knurrte Tamara.

„Mir hat dein kindisches Benehmen nicht gefallen – das war der Grund, warum ich gegangen bin", sagte Snape, „...und damit wäre dieses Thema auch schon erledigt!", fügte er warnend hinzu, als er sah, dass sie zu einer Erwiderung ansetzte.

„Der Umstand, dass ich mich heute den ganzen Tag über nicht im Bereich des Schlosses aufgehalten habe, ist auch nicht außergewöhnlich – das tue ich oft, an meinen freien Tagen", fuhr er fort. „Ich bin – entgegen meiner Gewohnheit - nicht einmal besonders früh aufgebrochen, aber als ich beim Frühstück in der Halle war, hast du wahrscheinlich noch tief und fest geschlafen, und ich sah keine Veranlassung, dich dabei zu stören."

„Ich dachte...", begann Tamara zögernd, ließ aber dann verzagt den Kopf hängen.

„Was dachtest du?", fragte Snape geduldig.

„Ich dachte, ...nein, ich hoffte, dass du vielleicht auch den Tag mit mir verbringen möchtest", sagte Tamara leise, „nachdem, was gestern zwischen uns ...vorgefallen ist."

„Das, was gestern zwischen uns vorgefallen ist, macht mich – so gut es auch war – nicht zu einem anderen Menschen", sagte Snape, „und du kannst nicht ernsthaft erwarten, das ich den Rest der Ferien ständig in deiner Gesellschaft verbringen will."

„Nein..., natürlich nicht...", sagte Tamara resigniert.

„Das heißt aber noch lange nicht, dass ich dir aus dem Weg gehe", fuhr er fort. „Den heutigen Abstecher in den Wald, hatte ich schon seit Tagen geplant – ab und zu muss ich meine Vorräte nun mal auffüllen, und manche Pflanzen wachsen sehr tief im Wald, was bedeutet, das ich einige Zeit brauche, um dort hinzugelangen – und daher bietet sich eben der einzig unterrichtsfreie Tag der Woche an, um diese zu besorgen."

„Du hättest mich auch mitnehmen können", sagte Tamara vorsichtig.

„Wir wollen es mal nicht gleich übertreiben", schnaubte Snape.

„Wäre ein gemeinsames Abendessen für dich im Bereich des Erträglichen?", sagte Tamara beleidigt.

„Durchaus - wenn du aufhörst herumzumaulen", sagte Snape.

„Du behandelst mich schon wieder wie ein Schulmädchen, Herr Oberlehrer", sagte Tamara giftig, und starrte stur nach unten, auf ihren Fuß, mit dem sie missmutig im Gras herumpulte.

„Du benimmst dich wie ein Schulmädchen", gab Snape amüsiert zurück.

„Pfff!", machte Tamara abfällig, und bohrte weiter ihre Ferse in den Boden.

„Welch ein schlagendes Argument!", sagte Snape ironisch. „Ich werde nun hineingehen, und das, was ich gesammelt habe weiterverarbeiten. Wenn du möchtest, kannst du mitkommen, und mir dabei helfen."

Mit diesen Worten ließ er sie stehen, und ging an ihr vorbei, auf das Schloss zu.

Tamara sah ihm mit sehr gemischten Gefühlen hinterher.

Einerseits hätte sie ihn gern begleitet, andererseits war er schon wieder so eklig zu ihr gewesen, dass ihr Stolz ihr genau das strengsten verbot.

Sie stampfte wütend auf, bevor sie ihm eilig hinterhermarschierte.

„Da bist du ja – ich dachte schon, mein Angebot hätte für dich zu sehr nach Arbeit geklungen", sagte Snape lächelnd, als sie neben ihm auftauchte.

„Ich bin sogar sicher, es bedeutet Arbeit", schnaubte Tamara.

„Kluges Kind!", meinte Snape anerkennend.

„Severus?"

„Tamara?"

„Hast du es wirklich gut gefunden ...ich meine ...gestern Nacht...?", fragte Tamara zögernd.

Sie waren mittlerweile am Eingang angekommen, und Snape blieb stehen um die Tür zu öffnen.

Er drehte sich kurz zu ihr um, und strich ihr mit einer kleinen zärtlichen Geste eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

„Aber ja!", sagte er samtig.

Schon diese minimale Berührung seiner Fingerspitzen an ihrer Schläfe, ließ sie erschauern – die feinen Härchen auf ihren Armen standen trotz der sommerlichen Temperaturen gerade, wie ein gut gedrillter Trupp Soldaten.

Snape registrierte es mit dem üblichen, amüsierten Hochziehen der Augenbrauen. Vielleicht hatte sie ja zudem auch wieder eine ihrer unverkennbaren nonverbalen Botschaften ausgesandt.

„Die Arbeit ruft!", erinnerte er sie, und machte eine auffordernde Handbewegung in Richtung Einganshalle.

Die von Snape gesammelten Pflanzen und Wurzeln weiterzuverarbeiten, so dass sie über längere Zeit hinweg aufbewahrt werden konnten, stellte sich tatsächlich als mühevolle und zeitraubende Aufgabe heraus – vor allem auch deshalb, weil der Meister der Zaubertränke eine äußerst genaue Vorstellung davon hatte, wie das Ergebnis dieser Aktion auszusehen hatte.

Nachdem er Tamara einige Male angefaucht hatte, weil sie etwas nicht peinlichst genug gesäubert, oder nicht fein genug gehackt hatte, war sie drauf und dran, den Kerker fluchtartig und Verwünschungen ausstoßend zu verlassen.

Unter Aufbietung all ihrer Selbstbeherrschung schaffte sie es aber schließlich doch, ihre Frustration hinunterzuschlucken, zumal die Aussicht auf einen weiteren gemeinsamen Abend sie doch erheblich zum Durchhalten motivierte.

Als endlich alle Zutaten verarbeitet und im Vorratsschrank verstaut waren, stieß sie einen lauten, erleichterten Seufzer aus.

Snape warf ihr einen vorwurfsvollen Blick zu – wie sie fand, einen typischen Oberlehrer-Blick.

„Was?", fragte sie gereizt.

„War das jetzt wirklich so eine Zumutung für dich, ein bisschen zu helfen?", fragte Snape ranzig.

„Nein – aber ich hatte nicht gedacht, dass das so viel Arbeit ist", sagte Tamara, ...und dass du mich dabei ständig anpflaumst..., fügte sie in Gedanken hinzu.

„Hast du angenommen, die Zutaten, mit denen du im Unterricht so verschwenderisch umgehst, wachsen im Schrank nach?", fragte Snape spitz.

„Aber nein, natürlich nicht, Herr Professor", flötete Tamara. „Außerdem habe ich durch diese Sonderaktion, an der ich das Vergnügen hatte teilzunehmen, ja auch wieder einmal etwas gelernt – vor allem durch deine geduldige, sanftmütige Art, mir die genaue Vorgehensweise nahezubringen. Meinen verbindlichsten Dank, Sir!"

Snape warf ihr einen scharfen, missbilligenden Blick zu.

„Ich sehe da ab morgen früh einige Probleme auf uns zukommen, werte Schülerin", grummelte er finster.

„Du bist selber ein wandelndes Problem", murmelte Tamara zurück.

„Wie bitte?"

„Ich sagte – Probleme sind da, um aus der Welt geschafft zu werden", sagte Tamara mit einem freundlich-falschen Lächeln.

„Das ist eine sehr löbliche Einstellung!", sagte Snape gnädig.

„Nachdem wir jetzt alle Blümchen, die du gepflückt hast, geputzt, noch mal geputzt, und schon wieder geputzt haben", sagte Tamara lieblich, „sie pulverisiert, püriert, oder in exakt gleichgroße – ach was sag' ich - gleichwinzige Fizzelchen geschnitten haben, und nachdem wir das Zeug dann in mindestens dreimal sterilisierten Gläsern verstaut haben, die wir natürlich peinlichst genau, mit Datum, Uhrzeit, und genauer Angabe des Fundortes, und des Sonneneinfallwinkels beim Pflücken versehen haben, und nachdem wir diese Gläser dann in alphabetischer Reihenfolge geordnet, und jeweils haargenau fünfzehn Millimeter vom Nachbarglas entfernt in das Vorratsregal eingereiht haben, natürlich mit dem Etikett nach vorn – und ich meine wirklich exakt in gerader Linie nach vorn, und nicht nur annähernd – und nachdem wir nun auch unsere Finger nach unendlich langem Schrubben wieder von der ekligen Grünfärbung befreit haben – spräche nun noch irgendetwas dagegen, dass wir gemeinsam zum Abendessen gehen? Ich sterbe nämlich vor Hunger!"

Snape belohnte ihren langen ironischen Vortrag mit einem sehr amüsierten Lächeln.

„Das können wir tun!", meinte er. „Könnte es sein, das du mir – in deiner unnachahmlich dezenten Art – eine gewisse ..Pingeligkeit unterstellst?"

„Ich weiß gar nicht, wie du darauf kommst", sagte Tamara unschuldig und lächelte ihn strahlend an.

„Weist du was...", sagte Tamara, als sie kurz darauf gemeinsam die Treppe zur Eingangshalle hinaufstiegen, „nachdem ich jetzt so viel Übung im zerschnippeln von Zutaten habe, könnte ich uns eigentlich mal etwas kochen. Was hältst du davon?"

„Vielleicht dieses Süppchen, das du schon einmal erwähnt hast", sagte Snape launig, „mit schlampig geputztem, und unordentlich zerkleinertem Gemüse darin – sehr verlockend!"

„Du böser, undankbarer Mann!", sagte Tamara strafend.

Sie blieb abrupt mitten auf der Treppe stehen, wobei er fast auf sie auflief, und grinste ihn an.

Eine Stufe über ihm stehend, befand sie sich nun etwa in gleicher Höhe mit ihm.

„Willst du mich aus Rache die Treppe runterschubsen?", raunte Snape.

„Nein, aber mir ist gerade bewusst geworden, dass du dich noch nicht mal für meine Hilfe bedankt hast", sagte Tamara vorwurfsvoll, „und dann machst du dich auch noch über meine Gemüseverarbeitungsmethoden lustig – pfui!"

„Danke!", sagte Snape knapp.

„Das wird nicht reichen!", säuselte Tamara.

„Was willst du denn noch hören?", fragte Snape skeptisch.

„Wer sagte denn, dass ich etwas hören will?", schnurrte Tamara.

Snape sah sie mit einem übertrieben verstehenden, anzüglichen und Augenbrauen hochziehenden Gesichtsausdruck an.

„Hier? Auf der Treppe? Sofort?", fragte er spöttisch.

„Was...? NEIN! DAS habe ich nicht gemeint!", sagte Tamara aufgebracht.

„Ach nein?"

„NEIN! Und hör' sofort aus zu grinsen!", sagte Tamara barsch.

„Na dann...", sagte Snape freundlich, und machte eine einladende Handbewegung, die Treppe hinauf.

Wütend blitzte Tamara ihn an, drehte sich um und stapfte weiter die Stufen empor.

„Du bist heute wirklich so was von charmant – kaum auszuhalten", knurrte sie vor sich hin.

Die Antwort erhielt sie Sekunden später, in Form einer Hand, die zielsicher und begleitet von einem satten, klatschenden Geräusch auf ihrem Hintern landete. Mit einem erschrockenen Quietschen sprang sie die letzten paar Stufen hoch.

„Ich wollte mich nur noch einmal bedanken", sagte Snape grinsend.

Das Abendessen in der großen Halle gestaltete sich völlig anders, als Tamara es sich gewünscht hatte.

Snape war zwar nicht unbedingt schlecht gelaunt, aber trotzdem ziemlich wortkarg. Seine Reaktionen auf Tamaras Versuche, ein einigermaßen lockeres Gespräch zu führen erstreckten sich, je nach Thema, vom stummen Nicken bis hin zu mäßig interessierten Nachfragen, häufig gespickt mit kurzen, zynischen Anmerkungen.

Tamara empfand sein Verhalten als abwertend – es deutete überhaupt nichts darauf hin, dass dieser Mann gestern mit ihr intim gewesen war. Er machte nicht einmal im Ansatz den Versuch, mit ihr zu flirten.

Frustriert stellte sie die, für sie anstrengende Konversation nach kurzer Zeit ein.

Im Gegensatz zu Tamara, schien sich Snape nicht im Mindesten an dem dadurch entstandenen Schweigen zu stören.

Als er sein Essen beendet hatte, stand er auf.

„Du entschuldigst mich...? Ich habe noch etwas zu erledigen", sagte er knapp aber höflich, und trat vom Tisch zurück.

Tamara sah ihn ungläubig fragend an. Er konnte sich doch jetzt nicht tatsächlich verdrücken wollen!

„Falls du unser kleines Zwischenspiel von gestern gerne fortsetzen möchtest, komm um Zehn in meine Wohnung", sagte er beiläufig, schon halb im Weggehen.

Von Sprach- und Fassungslosigkeit gebeutelt starrte Tamara ihm hinterher.

Auf halbem Weg nach draußen drehte Snape sich noch einmal kurz um - ein unverschämtes Grinsen stand ihm ins Gesicht geschrieben.

„Und sei pünktlich!", sagte er spöttisch.

Einen Moment später war er durch die großen Flügeltüren verschwunden.

Wütend zerknüllte Tamara ihre Serviette zwischen den Fingern.

Dieser verfluchte Bastard!

Dieses arrogante Arschloch!

Wie konnte er es nur wagen, sie so zu behandeln!

Sie sprang auf und begann mit großen, zornigen Schritten in der Halle auf und ab zu laufen.

Ab und zu blieb sie stehen, um einen großen Schluck von dem Wein zu nehmen, den sie zum Abendessen getrunken hatte, und mit dem sie ihr Glas nun schon zum dritten mal auffüllte.

Ich werde noch zur Alkoholikerin wegen diesem Mistkerl!

Mit einem lauten Wutschrei warf sie ihr Glas gegen die Wand – nur um kurz darauf die Sauerei mit dem Zauberstab wieder zu beseitigen und sich selber eine Idiotin zu schelten.

Sie würde sich das einfach nicht gefallen lassen!

Er würde schon sehen, was er davon hatte, so mit ihr zu reden!

So würde sie mit sich nicht umspringen lassen!

Kleines Zwischenspiel... Um Zehn... Und sei pünktlich... Pah!

Darauf konnte er lange warten!

Sie würde nicht zu ihm gehen! Auf gar keinen Fall!

Der Teufel soll ihn holen!

Pünktlich um Zehn stand Tamara vor Snapes Wohnungstür.

Er ließ sich Zeit, um auf ihr Klopfen zu reagieren. Als er ihr endlich öffnete, hätte sie ihn am liebsten geohrfeigt.

Allein schon das wissende Lächeln, mit dem er sie bedachte, als er schweigend zurücktrat, um sie einzulassen, hätte ihr bei einem Mord mildernde Umstände einbringen müssen. Eine Frau, die ohnehin vor Wut kochte so anzuschauen, war mit Sicherheit ein Risiko, das man nicht leichtfertig einging - außer, man war lebensmüde.

Sie warf ihm einen kurzen, eisigen Blick zu und marschierte an ihm vorbei, um dann steif und mit verschränkten Armen mitten im Raum stehen zu bleiben.

Snape schloss die Tür und trat hinter sie. Sehr nah hinter sie...

Er legte seine Hände auf ihre Oberarme. Obwohl der dünne Stoff ihrer Bluse dazwischenlag, brachte sie allein schon diese Berührung wieder durcheinander. Sie beschloss umgehend, dieses Gefühl einfach zu ignorieren.

„Schön, dass du da bist!", flüsterte Snape ihr ins Ohr. „Und noch dazu pünktlich!"

„Ich bin nur hier, um dir mitzuteilen, dass ich nicht vorhabe, mich von dir weiter so abfällig behandeln zu lassen", sagte Tamara energisch.

„Natürlich! Nur deshalb! Warum auch sonst?", raunte Snape, und platzierte einen sanften Kuss an der hochsensiblen Stelle, wo ihr Hals in den Nacken überging.

„Das kannst du mit mir nicht machen!", sagte Tamara, nun schon etwas weniger energisch.

„Wieso – gefällt es dir denn nicht?", fragte Snape, nachdem er sie nochmals an die selbe Stelle geküsst hatte.

„Nicht DAS! Wie du mit mir umspringst!", sagte Tamara scharf. „Du kannst mich doch nicht einfach hierher bestellen, wie's dir gerade passt!"

„Kann ich nicht?", sagte Snape verwundert. „Aber es funktioniert doch!"

Wütend fuhr sie herum und stemmte die Hände in die Hüften.

„Das ist..." Weiter kam sie nicht, denn das, was sie hatte sagen wollen, blieb ihr im Halse stecken, als Snape, wie selbstverständlich begann, ihre Bluse aufzuknöpfen.

„Severus..." krächzte sie überrascht, und zumindest vorläufig unfähig, sich auf andere Art zur Wehr zu setzten.

„Tamara?" Er hatte bereits alle Knöpfe, schnell und mühelos geöffnet, und machte sich nun daran, die Träger ihres Büstenhalters nach unten zu streifen.

„Du kannst doch nicht einfach...ich will doch ...ich ...", stammelte Tamara unbeholfen, und ärgerte sich gleichzeitig mächtig darüber, dass sie nicht die Courrage hatte, im einfach eine zu kleben, oder wenigstens einen Schritt zurückzutreten. Aber nicht einmal das brachte sie fertig, aufgrund der Tatsache, dass ihr Körper gerade dabei war, sich als fieser Verräter zu entpuppen.

„Ich weiß schon – du bist nicht deshalb zu mir gekommen", sagte Snape samtig, während er seine Hand in ihr BH-Körbchen gleiten ließ, „aber ich dachte mir - wo du doch nun schon mal da bist..."

„Aber ich..."

„Ja?" Er streifte ihr die Ärmel der Bluse von den Armen und griff mit beiden Händen um sie herum, um die Häkchen des Büstenhalters auf ihrem Rücken zu öffnen.

„Ich will gar nicht mit dir schlafen", keuchte Tamara.

„Ach nein?" fragte Snape und öffnete den Reißverschluss ihrer Jeans.

Er fuhr mit beiden Händen unter den Hosenbund und umfasste mit einem kräftigen Griff ihre Pobacken.

„Nein...", flüsterte Tamara.

„Du kannst jederzeit gehen", sagte Snape, während er sie an sich presste, wobei sie deutlich zu spüren bekam, das er durchaus bereit war, mit ihr zu schlafen.

Er hob sie hoch, und automatisch schlang sie die Arme um seinen Hals, und die Beine um seine Hüften.

Sie ließ es auch ohne Widerspruch zu, dass er sie in sein Schlafzimmer trug, und sich dort mit ihr auf dem Schoß auf den Rand des Bettes setzte.

Mit beiden Händen, die immer noch unter ihrem Hintern lagen, drückte er ihr Becken hoch, und brachte damit ihre Brüste in die Höhe seines Gesichts.

„Willst du gehen?", raunte er heiser.

Wortlos schüttelte sie den Kopf.

Langsam begann er mit der Zuge eine ihrer, bereits steil aufgerichteten, harten Brustwarzen zu umkreisen, um sich bereits einen Moment später wieder zu unterbrechen.

„Bist du sicher?", fragte er.

„Ja, ganz sicher!", hauchte Tamara und zog seinen Kopf wieder an ihre Brust.

Er machte dort weiter, wo er aufgehört hatte, wechselte von der einen Seite zur anderen und von der sanften zur intensiveren Stimulation.

Tamara gab leise keuchende Geräusche von sich und zerwühlte seine Haare.

Nach einer Weile packte Snape sie bei den Schultern und legte sie rücklings aufs Bett.

Er zog ihr die Schuhe aus, und schälte sie geschickt aus ihrer Jeans. Obwohl Tamara danach rückwärts rutschte, in der Absicht ihr Höschen vorerst noch zu behalten, ereilte dieses, Sekunden später, das selbe Schicksal.

Es war ein seltsames, und etwas unbehagliches Gefühl für Tamara, völlig nackt vor ihm zu liegen, während er noch angezogen war, aber andererseits auch ein, auf subtile Art erotisierendes.

Dies schien Snape auch durchaus bewusst zu sein, dem berechnenden Blick nach, mit dem er sie musterte. Er ließ sich Zeit, mit dem Ablegen der eigenen Kleidung.

Nachdem sie gestern, im Wasser, nicht all zu viel von ihm zu sehen bekommen hatte, beobachtete Tamara ihn neugierig dabei.

Ob sich seine Schülerinnen wohl je Gedanken darüber machten, was sich verbarg, unter den zugeknöpften Gewändern und dem unvermeidlichen Umhang, der wie ein Markenzeichen hinter dem finsteren Zaubertränkemeister herwallte, wenn er auf Hogwarts' Fluren unterwegs war, immer bereit, Schüler bei Fehltritten zu erwischen und zu bestrafen.

Sicher war sie die einzige seiner Schülerinnen, die dieses Geheimnis je gelüftet hatte.

Das, was sie zu sehen bekam, entsprach durchaus ihrem Geschmack. Snape war nicht extrem schlank, und erst recht nicht hager – was man aus den asketischen Gesichtszügen vielleicht hätte schließen können – er hatte breite Schultern, männlich-schmale Hüften und einen relativ flachen Bauch. Außerdem war er für einen Lehrer überraschend durchtrainiert, ohne jedoch in irgendeiner Weise muskelbepackt zu wirken. Die für ihn so typische, eilige Gangart, in der er durch das Schloss zu rauschen pflegte schien in ziemlich fit zu halten.

Und das, was sie zu sehen bekam, als er schließlich auch die Unterwäsche ablegte, war erst recht nicht zu verachten, und überdies eindeutig einsatzbereit.

Snape nahm ihre eingehende Inspektion gelassen zur Kenntnis.

Als er das letzte Kleidungsstück abgelegt hatte, stieg er ebenfalls ins Bett und näherte sich Tamara von vorne. Er spreizte ihre Beine, und versenkte, ohne weitere Zeit mit langsamem Herantasten zu verschwenden, seinen Kopf zwischen ihren Schenkeln.

Im ersten Moment war das Gefühl seiner Zunge auf ihrer empfindlichen Klitoris so extrem, dass sie mit einem überraschten Keuchen versuchte, ihm ihren Körper zu entziehen.

Er verhinderte dies, indem er die Arme eng um ihre Beine schlang, und ihren Hintern mit festem Griff nach oben drückte, was bewirkte, dass ihr Becken bewegungsunfähig, und ihr weit gespreizter Schambereich ihm völlig ausgeliefert war.

Allerdings wurden seine Berührungen gleichzeitig sanfter, sodass sie aufhörte sich gegen ihn zu wehren, und sich in die Kissen zurücksinken ließ - zwar immer noch angespannt, aber bereit, sich von ihm verwöhnen zu lassen.

Er gab sich nicht damit zufrieden, ihre Klitoris zu bearbeiten sondern fuhr zwischen durch mit seiner Zunge immer wieder zwischen ihre Schamlippen auf und ab, und erforschte den Eingang ihrer Vagina.

Tamaras Erregung wuchs so schnell und heftig zu einer unaufhaltsamen Welle heran, dass Snape sie kaum halten konnte, als sie sich stöhnend, von einem ekstatischen Höhepunkt geschüttelt in seinen Armen wand.

Er ließ ihr ein paar Sekunden Zeit, wieder zu Atem zu kommen, bevor er sie auf den Bauch drehte, an den Hüften packte, um ihren Hintern zu sich hochzuziehen, und mit einer fließenden, energischen Bewegung in sie eindrang.

Als er begann, sie mit kräftigen Stößen von Hinten zu nehmen, krallte Tamara ihre Finger in die Bettdecke und grub auch ihre Zähne hinein, um die Intensität dieses Gefühls zu ertragen, das schon nah an der Schmerzgrenze und vielleicht gerade deshalb so verstörend lustvoll war.

Kurz bevor sie meinte, diesen schon fast an Folter grenzenden Zustand nicht mehr länger aushalten zu können, erreichte auch Snape den Gipfel der Lust und entlud sich, tiefe animalische Laute ausstoßend, während er ein letztes Mal hart in sie hineinstieß.

Schweratmend sank er neben ihr in die Laken, und zog Tamara gleichzeitig an sich.

„Damit nicht wieder Nachspiel-Beschwerden kommen!", raunte er ihr ins Ohr.

„Ich bin viel zu erledigt, um mich zu beschweren", seufzte Tamara, ließ ihren Kopf auf seinen Brustkorb sinken, und lauschte erschöpft zufrieden dem schnellen Takt seines Herzschlags.

Fortsetzung folgt...

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