bellovettrix: Unfortunately all stories have to come to an end. :)

NinaSays: Ich dachte schon, mein Email- Programm geht nicht mehr, dabei waren es so viele Benachrichtigungen zu deinen Reviews. Das hat mich wirklich sehr gefreut. Aber auf alle werde ich wohl nicht mehr antworten können. Da wäre die Reviewantwort länger als das Kapitel. *lol* Deshalb nur zum letzten etwas: Klar ist Bella hier nicht so verrückt wie in den Büchern. Sie kämpft ja nicht mehr für den Lord, sondern hat es gelernt, gewisse Dinge zu hinterfragen und hinter sich zu lassen. Die Eheberatung hat ihr geholfen, dass sie zu Rodolphus zurückfindet. Ihren Ehering wieder zu tragen, war ihre Art, ihrem Mann zu zeigen, dass sie sich geändert hat und dass er für sie wichtig ist.


Sechs Monate später

„Es ist eine Ewigkeit her, dass ich zum letzten Mal hier war", raunte Bellatrix, während sie ihren Blick gedankenverloren durch die Eingangshalle schweifen ließ.

„Ja, hat sich aber gar nicht verändert", sagte Rodolphus.

Das Lestrange- Anwesen war genauso, wie sie es vor fast zwanzig Jahren verlassen hatten. Alle Möbel standen noch dort, wie sie es in Erinnerung hatten, und alle Bilder mit den Vorfahren aus Rodolphus´ Familie hingen noch am ihrem angestammten Platz. Im Laufe der Zeit hatte sich nur eine dicke Staubschicht über alles gelegt und überall waren Spinnweben.

Sie durchquerten langsam die große, hohe Eingangshalle und gingen weiter in den Salon. Das Sofa und die Sessel waren mit Decken abgedeckt worden. Rodolphus zog sie vorsichtig herunter und klopfte die Kissen aus. Der Stoff spie Staubwolken aus.

„Es muss alles neu hergerichtet werden und ohne Zauberstab können wir nicht viel machen", meinte er mit einem Schmunzeln. „Wahrscheinlich müssen wir jemanden beauftragen. Das kann dauern."

„Gehen wir rauf", schlug Bellatrix vor.

Ihr Schlafzimmer sah noch genauso so aus, wie sie es verlassen hatten. Rodolphus staunte nicht schlecht, als er ihre grün- silberne Bettdecke sah, mit der sie vor ihrer Inhaftierung geschlafen hatten. Vor so langer Zeit…

Bellatrix öffnete ihren Schrank, wo sie ihre Umhänge aufbewahrt hatten. Ihre Kleidung lag noch genauso in den Fächern, wie sie sie damals zurückgelassen hatte. Sie sah ihre Kleider, die sie zu offiziellen Anlässen getragen hatte. Die meisten waren schwarz oder dunkelblau, wie sie es gerne mochte. Nur eines war blutrot. Rodolphus hatte es ihr zu einem Ball geschenkt. Sogar ihre Todesserumhänge waren noch da. Daneben lagen die Masken, die sie benutzt hatten, um ihre Gesichter zu verbergen.

Bellatrix nahm einen der Umhänge und ließ ihn durch ihre Hände gleiten. Einst hatte es ihr viel bedeutet, diesen Umhang zu tragen, doch heute war es einfach nur noch ein Umhang wie jeder andere.

„Unsere alten Sachen?", fragte Rodolphus und legte sanft seine Hände auf ihre Taille.

Bellatrix nickte. Rodolphus ergriff vorsichtig eine Maske und betrachtete sie. „Damit sind viele Erinnerungen verknüpft. Das war ein beträchtlicher Teil unseres Lebens. Willst du die Sachen aufbewahren?"

Bellatrix überlegte. Es stimmte, dass die alten Sachen aus ihrer Todesserzeit symbolisch für einen Lebensabschnitt standen, doch dieser war abgeschlossen. Dank Charlotte Lefay hatte Bellatrix gelernt, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und nach vorne zu sehen. Es schmerzte nicht mehr, die alten Sachen zu sehen und an alte Zeiten erinnert zu werden. Sie war bereit den Teil ihres Lebens anzunehmen und endgültig abzuschließen.

„Ich glaube, wir sollten… die Sachen nicht aufheben", sagte sie ruhig. „Packen wir alles in eine Kiste und… verbrennen wir alles."

„Ist das dein Ernst?", fragte Rodolphus überrascht.

„Ja. Wir sollten so eine Art… Ritual machen, um es abzuschließen. Ich glaube, Charlotte Lefay würde das gut finden." Bellatrix grinste.

Rodolphus lachte leise auf. „Ja, das wäre die Art von Therapie, die Charlotte vorschlagen würde. Ich suche mal eine Kiste."

Ein passendes Behältnis war schnell gefunden. Sie packten die alten Umhänge und Masken hinein und verschlossen sie. Sie trugen die Kiste nach unten in den Salon, wo sich der Kamin befand.

Rodolphus legte eine paar dünne Holzscheite in den Kamin, dann stellte er die Kiste in die Feuerstelle.

„Wie zündet man etwas ohne Zauberstab an?", fragte Bellatrix. „Kannst du das auf Muggelart?"

„Ich habe es gelernt, ja", sagte Rodolphus voller Stolz und zog eine Schachtel Streichhölzer aus seiner Tasche. „Jemand, der Pfeife raucht, hat es mir gezeigt. Er ist auch bei uns im Programm und hat auch keinen Zauberstab. Ich sag dir, er hat… geflucht, aber irgendwann hatte er den Dreh raus mit den Dingern. Ich hoffe, ich kriege es richtig hin."

„Ich verlass mich darauf, dass mein Mann das hinkriegt", sagte Bellatrix und klopfte Rodolphus auf die Schulter.

Ein paar Augenblicke später war das Feuer entzündet und die Flammen züngelten um die Holzscheite und drangen langsam durch die Schachtel. Ein angenehmer Geruch von brennendem Holz erfüllte die Luft.

„Da geht es dahin. In Rauch auf", meinte Rodolphus. „Unsere Vergangenheit."

„Es ist gut so", sagte Bellatrix. „Dann kann die Vergangenheit ruhen und auf das eine bessere Zukunft kommen möge."

Sie sahen gedankenverloren in die Flammen, bis das Feuer die letzten Reste der Schachtel verschlungen hatte. Beide hingen ihren eigenen Gedanken nach, für jeden von ihnen bedeutete dieser Moment etwas anderes. Doch in einem waren sie sich einig: Es war ein Abschluss. Ihre Vergangenheit lag hinter ihnen.


Bellatrix fühlte sich zurück in ihrem alten Haus sehr wohl und viel besser als in der kleinen, engen Wohnung in London. Sie war froh und überglücklich, dass das Ministerium ihren Antrag endlich bewilligt hatte. Die Renovierungsarbeiten gingen gut voran und ihr Haus war beinahe wieder in seinem alten Zustand.

Bellatrix hatte wieder regelmäßig Kontakt zu ihrer Schwester Narcissa und Rodolphus traf sich ab und an mit seinem Bruder und ein paar ihrer alten Todesserkollegen, die auch an dem Resozialisierungsprogramm teilnahmen. Langsam aber sicher kehrten sie zu ihrem alten Leben zurück, dass sie vor Askaban und dem Dunklen Lord gelebt hatten. Die einzige Ausnahme war, dass sie jetzt auch eine gute Ehe führten. Sie aßen zusammen, verbrachten die Tage miteinander und teilten das Bett. Es gab niemandem mehr, der zwischen ihnen stand. Auch der Dunkle Lord nicht.

Es war ein Sonntagabend und die beiden Lestranges saßen im Salon zusammen beim Abendessen. Neben ihnen im Kamin prasselte das Feuer. Draußen schneite es. Bellatrix schenkte sich Wein in ihr Glas, als ihr Mann das Besteck beiseitelegte.

„Bei Merlin, ich habe ja ganz vergessen, dass ich dir etwas erzählen wollte. Stell dir vor", sagte Rodolphus. „Rabastan und ich und ein paar andere haben uns doch gestern wieder im Tropfenden Kessel zum Kartenspielen getroffen."

„Ja. Irgendwas Besonderes?", wollte Bellatrix wissen.

„Und ob", sagte Rodolphus und grinste. „Rate mal, was Rabastan feierlich verkündet hat."

„Was?"

„Dass er Vater wird! Kannst du dir das vorstellen?"

Bellatrix blieb vor Staunen der Mund offen. „Rabastan wird… Vater? Ernsthaft? Mit diesem… Mädchen?"

„Ja, mit Hermine Granger. Ich konnte es selbst kaum glauben", sagte Rodolphus. „Das ist… Wahnsinn."

„Rabastan…", meinte Bellatrix und seufzte. Sie schüttelte den Kopf. „Was stellt der Kerl nur an? Müssen wir das jetzt gut finden?"

„Ich weiß nicht, wie ich das finden soll, aber ich habe durch das Programm und die Eheberatung… etwas mehr Gelassenheit gelernt. Wenn Rabastan mit ihr glücklich ist, dann freue ich mich für ihn."

„Was ist mit den anderen? Was machen die jetzt so?"

„Einige arbeiten, ein paar durften auch wieder in ihre Häuser zurück wie wir. Amycus und Vanessa wollen heiraten", erklärte Rodolphus.

„Was hält denn seine Schwester davon?", fragte Bellatrix belustigt.

„Naja, sie zickt ziemlich rum, aber es wird schon. Ich glaube, mit der Kleinen kommt sie schon ganz gut zurecht und Vanessa ist ja aus einer bekannten Reinblutfamilie, also… Kann sie eigentlich nicht viel machen."

„Aber Rabastan", seufzte Bellatrix. „Das hätte ich nicht erwartet."

„Ich genauso wenig. Ich hab ja Hermine Granger schon kennengelernt, sie ist ein ganz anständiges Mädchen, auch wenn sie… muggelgeboren ist. Ich meine, Rabastan ist offenbar richtig glücklich mit ihr und ich finde es toll, dass… er doch noch jemanden gefunden hat. Er ist völlig durch den Wind und schon ziemlich aufgeregt."

„Was sagen die Freunde des Mädchens?", wollte Bellatrix wissen, die sich nur allzu bildlich vorstellen konnte, wie wohl der Potter- und der Weasley- Junge auf die Beziehung von Hermine und Rabastan, einem ehemaligen Todesser, reagiert haben mussten.

„Ich habe Potter schon gesehen", sagte Rodolphus. „Begeistert sieht er nicht aus, aber er akzeptiert es, genau wie ich. Liebende soll man ja bekanntlich nicht trennen. Sie kaufen sich jetzt ein Haus zusammen." Er nahm einen Schluck aus seinem Weinglas.

„Verrückt…", sagte Bellatrix leise.

„Es hat sich viel verändert", bemerkte Rodolphus. „Aber ich würde es nicht anders wollen. Wir haben uns und es könnte nicht besser sein."

Bellatrix grinste, dann stießen sie an.

„Auf unser neues Leben und eine gute Zukunft", sagte Rodolphus.


„Das ist ja heute unsere letzte Stunde", sagte Charlotte Lefay. „Ein halbes Jahr habe ich Sie beide jetzt begleitet. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie zurücksehen?"

„Es ist richtig… komisch, dass wir uns jetzt nicht mehr sehen", sagte Rodolphus. „Ich hatte mich schon so daran gewöhnt, jede Woche zu Ihnen zu kommen. Wenn ich zurückblicke, dann habe ich ein sehr gutes Gefühl. Es hat sich so viel getan. Alles hat sich so gut entwickelt, ich kann es heute selbst noch kaum glauben. Sie haben so viel Positives bewirkt."

„Das freut mich zu hören", sagte Charlotte. „Wie steht es jetzt um Ihre Ehe?"

„Bellatrix und ich kommen sehr gut zurecht. Manchmal kommt mir das alles wie ein Traum vor", sagte Rodolphus überglücklich. „Bellatrix und ich hatten noch nie eine so… harmonische Beziehung. Wir führen endlich die Ehe, die wir die letzten 28 Jahre nicht hatten. Ich bin… zum ersten Mal in meinem Leben wirklich glücklich."

„Man sieht es Ihnen an, dass es Ihnen gut geht", sagte Charlotte. „Wie ist es mit Ihrer Frau?"

„Bellatrix hat sich sehr verändert", sagte Rodolphus. „Ich erkenne Sie gar nicht wieder."

„Gefällt Ihnen die Veränderung, die Ihre Frau durchgemacht hat?", wollte Charlotte wissen.

„Ja, auf jeden Fall. Sie erinnert mich wieder an die Frau, die ich mal geheiratet habe. In die ich mich verliebt habe und an die ich über all die Jahre geglaubt habe. Ich bin so froh, dass diese Bellatrix noch existiert."

Charlotte nickte. „Gutes Stichwort. Wo ist Ihre Frau eigentlich?"

„Sie wartet draußen. Sie kommt gleich."

Rodolphus überlegte, wie er sein Anliegen am besten formulieren sollte.

„Ich möchte Ihnen danken, Ms. Lefay", sagte Rodolphus und er war sich sicher, dass er eine solche Dankbarkeit noch nie zuvor in seinem Leben empfunden hatte. „Ich bin glücklich mit Bella. Es könnte nicht besser sein."

„Das freut mich zu hören", sagte Charlotte und lächelte. „Ich finde auch, Sie beide haben große Fortschritte gemacht. Und ich freue mich für Sie beide, dass Sie mit Ihrer Ehe zufrieden sind und dass Sie zueinander gefunden haben."

„Sie haben das möglich gemacht", sagte Rodolphus anerkennungsvoll. „Ich kann mich erinnern, als wir angefangen haben. Ich war so skeptisch, ob das irgendwie funktionieren kann, aber jetzt, wo ich sehe, was Sie bewirkt haben, bereue ich nicht, dass ich diesem Programm zugestimmt habe."

„Es war alles bei Ihnen da, Mr. Lestrange", sagte Charlotte. „Ich habe Ihnen bloß geholfen, es wiederzufinden."

„Das mag sein, trotzdem haben Sie so viel für uns getan, was ich Ihnen niemals vergessen werde. Ich möchte Ihnen gerne etwas geben. Als Dankeschön von Bella und mir."

Er schritt zur Tür, öffnete sie und ließ seine Frau herein. Bellatrix trug einen Strauß Blumen bei sich, die sie Charlotte überreichte. Charlotte lächelte verlegen und ihre Wangen erröteten sich.

„Vielen Dank!", sagte sie und nahm die Blumen entgegen. Eine Dankeskarte steckte zwischen den Blüten. „Das ist… wirklich sehr nett von Ihnen."

„Wir wollten uns… gebührend verabschieden", sagte Bellatrix. „Und uns bedanken, dass Sie so viel für uns getan haben."

„Bitte, gern geschehen", sagte Charlotte, die peinlich berührt war. „Ich wünsche Ihnen auf Ihrem weiteren Weg alles Gute. Passen Sie auf sich auf."

„Machen wir und sollten wir irgendwann wieder eine Eheberatung brauchen", sagte Rodolphus lachend und zwinkerte der jungen Frau zu. „Dann wissen wir ja, wo wir hingehen müssen."


Das Feuer knisterte im Kamin und tauchte den Raum ein flackerndes Licht. Das Ehepaar Lestrange saß bei einem Glas Wein zusammen im Salon auf dem Sofa. Bellatrix lehnte entspannt an Rodolphus´ Schulter und hatte bereits die Augen geschlossen. Mittlerweile verbrachten sie wieder viele Abende so, an denen sie nur die Nähe des anderen genossen. Rodolphus sah nachdenklich in die Flammen. Das Radio lief leise im Hintergrund. Der Sprecher beendete gerade die Nachrichtensendung und legte Musik auf.

„Der ersten Schritt haben wir geschafft", raunte Bellatrix. „Die Eheberatung ist zu Ende und wir sind zurück in unserem Zuhause. Jetzt müssen wir nur noch ein Jahr und ein paar Monate aushalten, dann bekommen wir unsere Zauberstäbe zurück."

„Es wird schon", sagte Rodolphus. Seine Stimme war heiser, weil er so lange nicht gesprochen hatte. „Die Zeit ist bis jetzt so schnell vergangen, der Rest wird auch wie im Flug vergehen."

Bellatrix richtete sie auf und gähnte ausgiebig. „Ich bin müde, ich werde ins Bett gehen", sagte sie und erhob sich.

Rodolphus nickte und tat es ihr gleich. Er wollte nach dem Radio greifen, um es auszuschalten. In diesem Moment wurde ein neuer Song angespielt und Rodolphus stutze.

„Kommst du?", fragte Bellatrix und drehte sich nach ihm um.

„Erinnerst du dich?", fragte Rodolphus mit einem Lächeln und drehte die Lautstärke etwas nach oben, sodass sie die Melodie hören konnte. „Das Lied wurde bei unserer Hochzeit gespielt."

Bellatrix verdrehte die Augen. „Natürlich, wie hätte ich das vergessen können? Wir mussten ja auch den ersten Tanz auf dem Parkett hinlegen. Bei Merlin, alle haben uns angestarrt, das war so peinlich!"

Rodolphus´ Grinsen wurde breiter.

„Was ist?!", fragte Bellatrix misstrauisch. „Du hast irgendwas vor, oder?"

Er kam auf sie zu und streckte seine Hand aus. „My Lady, darf ich um diesen Tanz bitten?"

Zuerst sah sie ihn ungläubig an. Rodolphus nickte ihr zu. Dann trat sie ihm langsam entgegen und nahm seine Hand. Er führte sie in die Mitte des Salons und sie begannen, zur Musik zur tanzen.

Bellatrix lehnte sich entspannt an Rodolphus und schloss die Augen. Die Zeit um sie herum war vergessen. Für den Moment gab es nur die beiden.

Die Vergangenheit lag weit hinter ihnen und nun war es an ihnen, in eine neue Zukunft zu gehen. Und Rodolphus war zuversichtlich, dass sie es schafften konnten. Zusammen.

Zum ersten Mal in ihrem Leben war alles gut.


The End

Vielen Dank an alle, die die Geschichte mitverfolgt und mir Reviews dagelassen haben. :)