So, da bin ich wieder. Ich wollte euch dieses Mal nicht so lange warten lassen. Dieses letzte Kapitel ist nicht sonderlich lang, aber ich denke es war ein guter Punkt um aufzuhören.

Das Ende kommt vielleicht etwas zu plötzlich eurer Meinung nach, aber ich hatte den Verlauf schon so von Anfang an geplant und in meinem Kopf stand die Geschichte so fest, dass ich auch nichts mehr daran ändern möchte.

Ich hoffe, euch gefällt das letzte Kapitel.

Schließlich hörten sie einen verzweifelten Aufschrei, der von niemand anderem als Legolas stammte. Er hatte sich in weiser Voraussicht die Hände vor das Gesicht gehalten und war somit einer der Ersten, die wieder etwas erkennen konnten...

Doch was er dort sah, gefiel ihm nicht im Geringsten.

Lydon lag tot am Boden...

Doch das beachtete er nicht.

Der Alchatar war zersplittert...

Doch auch das interessierte ihn nicht.

Was ihm das Herz zerbrach war Silith, die tot am Boden lag...

Kapitel 12 – Das Ende

Legolas eilte zu ihr, in der Hoffnung, dass sie doch nicht tot war. In der Hoffnung, dass sie nur ohnmächtig geworden war. In der Hoffnung, dass sie bald die Augen aufschlagen würde und ihn anlächeln würde.

Doch er spürte keinen Puls. Weder an ihrem Handgelenk noch an ihrem Hals.

Sie war tot. Unwiderruflich in Mandos Hallen eingegangen.

Er hatte ihr nicht helfen können. Er hatte nur zusehen können. Nichts dagegen unternehmen können. Nichts...

Gimli trat zu ihm und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Eine tröstende Geste, doch das einzige, was sie ihm brachte, war Schmerz.

Mit einer ruckartigen Bewegung schüttelte er die Hand ab. Das letzte, das er nun ertragen konnte, war die Nähe zu einer anderen Person. So sehr er Gimli auch schätzte, er konnte es nicht ertragen.

Er konnte keine Nähe, keine Wärme ertragen, während in seinem Inneren gähnende Leere und eisige Kälte herrschten. Es war einfach nicht möglich.

Ohne dass er es merkte, rannen Tränen seine Wangen hinunter. Er war zwar ein Elb, aber was sollte man erwarten? Dass er mit emotionslosem Gesicht danebenstand, wenn die Frau, die er liebte, tot am Boden lag? Das konnte er nicht.

Er strich ihr liebevoll eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Wie schön sie doch war...

Warum hatte sie sterben müssen?

Hatte es denn keine andere Möglichkeit gegeben?

War das der einzige Weg gewesen?

Er konnte nichts mehr sehen. Seine Sicht war vor lauter Tränen verschwommen geworden. Er wischte sie nicht weg. Wenn er ehrlich war, wollte er nichts sehen.

Er zog ihren noch warmen Körper in seine Arme, als ob er sie so wieder zu sich zurück holen könnte. Als ob er so das Geschehene wieder rückgängig machen könnte. Doch es geschah nichts dergleichen.

Wieder spürte er eine Hand auf seiner Schulter. Doch dieses Mal war es nicht Gimli, der ihn trösten wollte. Dieses mal war es Aragorn, der neben ihm stand.

„Lass sie los, mellon, sie ist tot. Silith ist tot", sagte er leise aber bestimmt.

Legolas senkte den Blick. Aragorn hatte Recht. Langsam ließ er sie wieder zu Boden sinken. Er wollte schon aufstehen, als ihm das leichte Glimmen in Siliths Hand auffiel.

„Was ist das?", fragte er. Seine Stimme hörte sich ungewohnt rau an.

Nun wurden auch die anderen darauf aufmerksam, doch keiner von ihnen konnte sich erklären, was sie dort sahen.

Das Licht breitete sich indessen weiter aus, bis es schließlich Siliths ganzen Körper einhüllte.

Es war, als würde Siliths Körper wieder mit Leben gefüllt, aber das konnte nicht sein. Sie war tot.

Legolas beugte sich zu ihr hinunter und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Das Leuchten konnte nur ihre übrig gebliebene Magie sein, nichts weiter. Dennoch brachte er es nicht über sich, sich abzuwenden. Er hatte das Gefühl, das noch etwas geschehen würde.

Was es war, wusste er nicht, aber er wusste, dass etwas geschehen würde.

Dann, als er schon glaubte sich zu irren, geschah etwas, womit er nie gerechnet hätte...

...Silith schlug die Augen auf.

Auf einmal war alle Trauer wie weggeblasen und pure Freude nahm ihre Stelle ein.

„Du lebst!", hauchte er und zog sie an sich, bevor sie noch etwas hätte erwidern können.

„Ja, das tue ich", flüsterte sie leise, doch er verstand es.

Legolas entließ sie ein Stück weit aus seiner Umarmung und sah sie fragend an. „Aber wie ist das möglich?", wollte er wissen.

Silith lachte leise. „Das ist eine lange Geschichte..."

Ende des 12. Kapitels und der Geschichte

Für alle, die es wissen wollen: Ihr erinnert euch vielleicht noch an die kleine Lichtgestalt aus dem 11. Kapitel, die Silith etwas gegeben hat. Dieses „Etwas" war eine Träne des Windes, die sehr viel Magie in sich trägt. Das war es auch, was Silith am Leben gehalten hat.

Ich habe das in dem Kapitel nicht geschrieben, da ich irgendwie nicht gewusst habe, wie ich das hätte schreiben sollen und wem Silith das hätte erzählen sollen und deshalb habe ich einfach mal Mut zur Lücke bewiesen.

Es freut mich, dass die Geschichte so gut bei euch angekommen ist und wer weiß? Vielleicht kommt ja bald schon die nächste?

Auch wenn die Ff jetzt zuende ist, straft mich bitte nicht und schreibt kein Review, das wäre einfach nur deprimierend. Also seid so nett und knuddelt ein letztes Mal den armen Button da unten im Eck, ja?