Joeys POV
Endlich geschieht das, worauf wir so lange gewartet haben. Worauf diese Welt so lange gewartet hat.
Da Krönungen in unserer Welt ja so gut wie ausgestorben sind, ist es überwältigend jetzt eine hautnah zu erleben. Alle haben sich auf dem riesigen Platz vor dem Thronsaal versammelt: die Bürger aus Minas Tirith, alle die aus Rohan an der Schlacht teilgenommen haben und natürlich die Gefährten und wir.
Sogar Elrond und ein paar seiner Begleiter sind gekommen. Und sie haben Arwen mitgebracht; was allerdings Aragorn und auch Katja noch nicht wissen.
Aragorn steht zusammen mit Gandalf auf den Stufen vor dem Saal. Er sieht jetzt aus, wie ein König aussehen soll, und es steht ihm ziemlich gut. Dass Katja natürlich ganz meiner Meinung ist, versteht sich von selbst.
Gandalf tritt nach vorne und setzt ihm seine Krone auf. „Und nun kommen die Tage des Königs. Mögen sie glückselig sein."
Ich kann sehen wie Aragorn tief durchatmet und sich dann umdreht. Das ist genau das Zeichen, auf das alle gewartet haben und ohrenbetäubender Applaus bricht aus. Aragorn kann sich nur schwer Gehör verschaffen um seine ersten Worte als König zu sagen. „Dieser Tag gehört nicht einem einzelnen Manne. Lasst uns zusammen diese Welt wieder aufbauen, damit wir sie uns teilen können in Zeiten des Friedens." und dann fängt er an zu singen. Natürlich verstehe ich kein Wort, leider hat sich mein Elbisch nicht sehr verbessert.
Aragorn tritt die Stufen herunter und bahnt sich einen Weg durch die Menge, um vor meinem Prinzen stehen zu bleiben. Mein Prinz... Legolas trägt so einen albernen Haarreifen, aber er hat mir erklärt, dass das seine Krone ist. Denn heute ist Legolas Grünblatt, Prinz von Düsterwald als offizieller Vertreter seines Vaters hier, um dem neuen König die Ehre zu erweisen.
Die beiden teilen einen Moment, der sie wahrscheinlich alle anderen drumherum vergessen lässt; wie es nur zwei enge Freunde können, die durch die Hölle gegangen und heil wieder rausgekommen sind.
Dann dreht Aragorn sich plötzlich um, denn er hat Arwen entdeckt. Und eh ich mich verseh, liegen sich die beiden in den Armen.
Ich lächle Legolas an und wische mir heimlich eine Träne aus dem Augenwinkel.
Charlys POV
Wir stehe nahe bei den Hobbits und so bekommen wir hautnah mit, als Aragorn und Arwen auf sie zugehen. Die vier verbeugen sich tief, und ich kann die Emotionen in Aragorns Augen sehen. „Meine Freunde... Ihr verneigt euch vor Niemandem." Und dann kniet er vor ihnen nieder. Die Menge macht es ihm nach, und ich tue automatisch das Selbe. Als ich mich wieder erhebe und die erstaunten und fassungslosen Gesichter der Hobbits sehe, muss ich lachen, aber durch meine Tränen hört es sich ein bisschen wie ein Glucksen an.
Wir sind am Ziel, wir haben es geschafft.
Am Abend verabschieden wir uns alle voneinander. Die Hobbits wollen so schnell wie möglich nach Hause und Joey und ich haben noch einiges mit unseren Elben vor.
Kurz bevor unsere Wege sich endgültig trennen, stehe ich Frodo gegenüber. „Wir werden und wiedersehen, Frodo Beutlin." Frodo blickt mir tief in die Augen, nickt dann leicht. Er hat mich verstanden. Er scheint noch etwas sagen zu wollen, aber da springen Merry und Pippin um uns herum und der Moment ist vorbei.
Und so geschah es, dass das vierte Zeitalter in Mittelerde anbrach; und die Gemeinschaft des Ringes, obgleich ewig verbunden in Liebe und Freundschaft, löste sich auf.
