Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.
Die Originalstory ist von Pam3.C.S.
Kapitel XIII Edwards POV.
Ich kam in dem Hotel an in dem ich reserviert hatte und informierte die Rezeptionistin sofort darüber, das ich nur eine Nacht bleiben würde. Ich hatte es Bella versprochen und ich würde sie nie wieder enttäuschen. In meinem Zimmer stellte ich nur meine Sachen ab, ging mir dann ein Auto mieten und machte mich direkt auf den Weg zu meinem Kunden.
Schnell war ich bei der Adresse angekommen zu der ich musste. Ich musste eine ganze Weile warten, unser Kunde schien es mit der Pünktlichkeit nicht so genau zu nehmen.
Dann rief mich endlich die Sekretärin und ich konnte in das Büro gehen. Ein Blick auf meine Uhr zeigte mir, das ich fast eine Stunde gewartet hatte.
„Oh ;Mister Black, es tut mir so Leid. Aber meine Tochter war ein wenig unruhig Heute und wollte nicht bei dem Kindermädchen bleiben." War das erste was er sagte und ich war sofort nicht mehr sauer auf ihn.
„Ist schon Ok Mister Hayes. Aber ich muss sie verbessern, ich bin Edward Cullen." Erklärte ich. „Jacob Black ist mein Partner und er konnte leider nicht kommen. Ich vertrete ihn."
„Perfekt, das ist kein Problem." Antwortete er freundlich.
Wir besprachen in den nächsten Stunden die Details die ich an Jake weitergeben musste, damit das Projekt weiter voran kam. Danach fuhren wir noch zu dem Gelände auf dem das neue Krankenhaus entstehen sollte. Um sieben Uhr abends waren wir mit allem fertig.
In meinem Hotelzimmer angekommen legte ich mich direkt aufs Bett. Es war ein anstrengender Tag gewesen. Irgendwann muss ich eingeschlafen sein und mein Handy weckte mich. Im Halbschlaf griff ich nach meinem Handy und ohne nach zu sehen wer es war, hob ich ab und bereute es sofort.
„Hallo?"
„Edward!" Ich setzte mich abrupt auf und stöhnte, was für ein Idiot ich doch manchmal war. „Bist du da?"
„Ich bin hier Tanya." Meine entspannten Tage waren direkt zum Teufel gegangen.
„Ich habe dich mehrmals angerufen Edward! Kannst du mir bitte mal verraten, was für seltsame Dinge bei dir passieren?" Ich habe meine Hörner gesehen, wollte ich am liebsten Antworten, aber ich zwang mich dazu ruhig zu bleiben.
„Ich wiederhole das, was ich dir schon ein paar mal gesagt habe, wärend du in Europa bist, bin ich am arbeiten. Ich habe keinen Urlaub, solltest du das annehmen!" Na das mit der Ruhe schien nicht zu klappen.
„Willst du damit andeuten, das ich hier Urlaub mache? Ich erinnere dich daran, das es deine Schwester war die mich weggeschickt hat!" Ich hielt den Hörer weg und schnaufte. „Hörst du mich?"
„Ja Tanya." Antwortete ich müde.
„Ich vermisse dich so mein Schatz." Sollten Bienen in ihrer Nähe sein, hätten sie sie jetzt angegriffen, so süß wie sie tat.
„Tanya, ich muss jetzt zu einer Besprechung und muss auflegen." Ich klimperte mit meinen Schlüsseln.
„Du willst mich auflegen? Was ist mit dir passiert Edward? Ich komme zurück!" Ihre Sicherheit alarmierte mich.
„Es ist nichts Schatz." Diese Worte lösten einen Brechreiz bei mir aus.
„Liebst du mich?" Ich verdrehte die Augen.
„Ja. Ich lege jetzt auf." Und das tat ich auch.
Mit einem langen und lauten Seufzer ließ ich mich aufs Bett fallen. Ich sah mich um. Allein! Als ich diese Information verarbeitet hatte, sprang ich sofort auf und ging zur Tür. Ich würde mich nicht von ihr runter ziehen lassen. Nicht nochmal!
Zu Fuß ging ich durch die Straßen von Port Angeles, mein Auto hatte ich am Hotel stehen gelassen. Es war an der Zeit die Sohlen meiner Schuhe ab zu nutzen, wie meine Mutter immer so schön sagte. Am Ende der Straße sah ich bunte Lichter und ging darauf zu. Dort war eine Kirmes aufgebaut. Es gab jede Menge Stände mit Essen, Spielen und Souvenirs.
Ein bunt dekorierter Laden erregte meine Aufmerksamkeit und ich ging rein. Hunderte von Tüchern hingen an der Wand. Meine Gedanken wanderten einige Kilometer weiter und ich dachte sofort an Bella. Erst wollte ich ihr ein kaufen, überlegte es mir dann aber anders. Vielleicht würde sie es nicht gut finden, oder ich würde ihren Geschmack nicht treffen. Und sie würde sich gezwungen sehen es anzunehmen, weil sie fürchtet die Bestie in mir wieder zu wecken. Ich lachte bei dem Unsinn den ich dachte.
„Überlege nicht solange mein Junge und nimm eins für deine Freundin mit." Sagte plötzlich die Verkäuferin, die ich gar nicht gesehen hatte.
„Sie...sie ist nicht meine Freundin." Erklärte ich und wollte aus dem Laden gehen, als ihre Stimme mich aufhielt.
„Dann wird sie es bald sein."
„Bitte?" Sie lachte.
„Wenn du ihr ein hübsches Halstuch mit nimmst, wird sie bald deine Freundin sein." Jetzt war ich dran zu lachen. Klar, sie wollte verkaufen.
„Danke, aber im Moment nehme ich nichts mit." Sagte ich und wollte gehen.
„Deine Augen lügen nicht. Sie wird mehr für dich sein als du dir je vorgestellt hast." Ich drehte mich wieder um, aber die Frau war weg.
Ok, das war merkwürdig gewesen. Zumindest, wenn sie keine anerkannte Sprinterin war und ich verrückt, dann war es merkwürdig. Ich ging zurück zum Hotel und dort direkt ins Restaurant, mein Magen wollte gefüllt werden. Ich setzte mich und nahm mir eine Zeitschrift von einem Stuhl. Nach wenigen Minuten schweiften meine Gedanken jedoch ab und ich musste wieder an die Frau in dem Laden denken. Warum hatte sie diesen Kommentar gemacht? Und war dann verschwunden? Ich wurde wirklich so langsam irre.
„Entschuldigung?" Ich hob meinen Blick und sah zu dem Mädchen das mich angesprochen hatte. Sie kam mir irgendwie bekannt vor. „Kann ich mich zu dir setzen?"
„Eh...ja." Antwortete ich verwirrt.
„Ich bin Jenny." Stellte sie sich vor. „Und du Edward, ich weiß."
„Kennen wir uns?" Fragte ich konfus.
„Ich bin die Rezeptionistin."
„Klar, ich wusste doch das ich dich schon mal gesehen habe."
Meine Bestellung kam und sie bestellte ihr Essen. Mir fiel der Blick auf den der Kellner ihr zuwarf, aber sie ignorierte ihn einfach. Ich beeilte mich mit dem essen. Nicht das mich die Gesellschaft des Mädchen störte. Aber war es korrekt mit den Gästen zu essen? Und vor allem, mit ihnen zu flirten? Ach wenn ich kein Experte war, das war mir dann doch aufgefallen. Mein Handy schellte und als ich sah das es Alice war, nahm ich schnell ab.
„Wo bist du?" Fragte sie, nachdem wir uns begrüßt hatten.
„In Port Angeles." Antwortete ich und ich sah wie der Kellner dem Mädchen an meinem Tisch etwas zuflüsterte.
„Und Bella?"
„Sie ist mit mir geflogen und dann weiter nach Forks."
„Was..?" Sagte sie so leise, das ich es fast nicht gehört hätte.
„Deswegen habe ich dich nicht gebeten sie aufzunehmen. Es war eine Überraschung, ich habe sie mitgenommen damit sie ihre Eltern sehen kann."
Wir unterhielten uns noch einen Moment und dann war ich gezwungen mich wieder meiner Tischnachbarin zuzuwenden. Sie schien eine Zukunft als Reporterin zu planen, es fehlte ihr nur noch, mich nach meiner bevorzugten Schlafstellung zu fragen. Da ich nicht unhöflich sein wollte, wartete ich bis sie mit ihrem Essen fertig war. Ich stand auf und wollte mich verabschieden, aber sie hatte andere Pläne und folgte mir bis in die Lobby.
„Was machst du jetzt?" Sie klimperte mit den Wimpern.
„Ich werde eine entspannende Dusche nehmen und dann schlafen. Morgen muss ich früh aufstehen."
„Ich lade dich auf einen Drink ein. Nur einen." Flehte sie schon fast.
„Tut mir Leid, aber ich bin wirklich müde." Versuchte ich es nochmal.
„Bitte." Sagte sie nochmal.
„Morgen hab ich eine lange Autofahrt vor mir." Und ich flehte Gott an, das er mir meine kleine Notlüge vergab. „Ich fahre Morgen zu der Familie meiner Freundin."
„Freundin? Oh! Ich hätte schwören können das du Single bist." Sie gab noch so einige Entschuldigungen von sich und ich währe am liebsten auf und ab gehüpft, weil ich mein Ziel erreicht hatte.
Schnell ging ich in mein Zimmer, zog mich um und legte mich ins Bett und da lag ich dann. Es verging eine Stunde und konnte nicht schlafen. Die Erleuchtung kam schnell, mir passierte das gleiche wie zu Hause. Mir fehlte der Duft der mich entspannte und den ich zum schlafen brauchte. Wütend setzte ich mich auf. Benahm ich mich nicht wie ein Irrer? Ein Psychopath? Ich schlug mir selber gegen den Kopf. Wie konnte mich etwas so beeinflussen, das vorher nicht da gewesen war und als es da war mich nicht berührt hat? Bella war schließlich eine ganze Weile im Haus gewesen, bevor es mir bewusst geworden war.
In der nächsten Sekunde kam mir eine neue, verrückte, Idee. Ich wusste gar nicht ob sie gut angekommen war und ich musste mich auch vergewissern, ob die Einladung noch stand. Sofort hatte ich mein Handy in der Hand wählte und legte wieder auf. Bei allen Heiligen! Ich benahm mich wie ein kleiner Junge. Als ich das Handy gerade wieder weg legen wollte, schellte es. Unbekannte Nummer...
„Ja?" Sagte ich knapp, für den Fall das es Tanya war.
„Edward? Bist du das?" Ich versteifte mich als ich Bellas Stimme hörte.
„Eh...ja...ich...Edward." Perfekt! Heute war ich der König der Idioten.
„Mein Handy schellte, aber die Batterie war leer und es ist ausgegangen." Lächelnd zwinkerte ich dem Himmel zu für das Geschenk.
„So so, und ich dachte schon das du mich einfach aufgelegt hast." Nahm ich die Chance wahr.
„Selbstverständlich nicht! Also, wenn du dich nicht wieder zu dem grünen Menschenfresser verwandelt hast..." Abrupt schwieg sie. „Oh! Tut mir Leid!" Schrie sie fast. Ich musste lachen.
„Danke für den Spitznamen." Scherzte ich. „Ich hatte angerufen weil...bist du gut angekommen? Alice hat nach dir gefragt."
„Gut. Ich habe gerade mit Alice gesprochen."
„Ach so." Murmelte ich und blieb dann stumm.
„Kommst du Morgen? Wenn du zu arbeiten hast..." Sie ließ den Satz in der Luft hängen.
„Bin ich noch eingeladen?" Vielleicht hatte sie es sich ja anders überlegt.
„Aber natürlich!" Rief sie und ich hörte ein seltsames Geräusch am anderen Ende, gefolgt von einem leisen Fluch. „Ich meine, Renee freut sich schon auf dich."
„Dann werde ich da sein." Sagte ich entschlossen.
„Dann werden wir uns hier sehen." Kam es von ihr und wir verabschiedeten uns.
Ich legte mein Handy weg, verschränkte die Arme hinter meinem Kopf und betrachtete die Decke. Und schnell schlief ich ein.
Ich nahm den letzten Schluck von meinem Kaffee, zog das letzte mal an meiner Zigarette und rieb mir die Hände um sie warm zu bekommen. Gestern war es auch bewölkt gewesen, aber Heute wollten die Temperaturen mich an Unterkühlung sterben lassen. Ich stieg wieder ins Auto und fuhr weiter. Nach der Beschreibung der Frau aus der Cafeteria, fehlten mir nur noch wenige Minuten bis ich in Forks ankommen würde. Als ich auf den Rücksitz sah, konnte ich es nicht vermeiden mich zu schütteln.
Ich war noch mal zu dem Geschäft vom Vortag gegangen und dieselbe Frau stand im Laden, als ob sie auf mich gewartet hätte. Aber dann wurde es erst richtig merkwürdig, ohne das ich überhaupt ein Tuch ausgesucht hatte, gab sie mir ein blaues, das sie als Geschenk einpackte.
„Es gibt viele Wege im Leben, dieses ist der richtige...deine Augen werden ihren alten Glanz wiederfinden." Sagte sie geheimnisvoll.
Kannten wir uns etwa? Ich fragte sie nicht, sondern rannte fast aus den Geschäft und sprang in mein Auto. In dem war ich noch immer und fuhr jetzt an dem „Willkommen in Forks" Schild vorbei.
Bei dem ersten Mutigen der draußen seine Zeitung las hielt ich an. Er saß fröhlich mit seinem Hund auf der Veranda und schien die Bedrohung des Regens, den die grauen Wolken ankündigten einfach zu ignorieren. Ich bekam eine äußerst detaillierte Beschreibung des Weges zum Haus der Familie Swan. Wenige Minuten später stand ich vor dem zweistöckigen Holzhaus. Es war zwar bescheiden, aber ein herrlicher Garten gab ihm einen beneidenswert heimeligen Touch.
Langsam ging ich auf die Haustür zu und da blieb ich erstmal stehen. Mein Verhalten war dumm, jetzt war ich schließlich hier. Und ich war davon überzeugt, das sich schon mehrere Augenpaare in meinen Rücken bohrten und als ich zum Nebenhaus sah, bewegten sich wie von Zauberhand die Gardinen. Ich klopfte.
„Ja?" Ich hatte Charlie Swan das letzte mal gesehen als ich ein kleiner Junge war, aber da er im Rollstuhl saß war ich mir sicher, das er es war.
„Hallo." Mehr konnte ich nicht sagen denn hinter Charlie erschien eine atemlose Bella.
„Edward." Sie lächelte mich an. „Papa, das ist Edward. Der Sohn von Dr. Cullen."
„Sehr erfreut." Begrüßte ich ihn.
„Die Freude ist auf meiner Seite." Jetzt schien er schon etwas mehr Vertrauen zu haben. „Komm rein." Geschickt lenkte er seinen Stuhl zur Seite und machte eine einladende Handbewegung.
„Edward?" Renee kam auf mich zu. Sie war immer noch Schön, aber man merkte das die letzten Jahre anstrengen für sie gewesen waren.
„Hallo Nené." Grüßte ich sie wie früher.
„Mein Junge!" Rief sie erfreut und fiel mir um den Hals. „Du bist ja ein richtiger Mann. Und ein richtig gut aussehender."
„Und du bist immer noch die schöne Nené." Antwortete ich.
Wir setzten uns auf das gemütliche Sofa in dem kleinen Wohnzimmer, um uns zu unterhalten. Ich musste mein Gedächtnis richtig anstrengen und ihr jedes kleinste Detail über meine Familie erzählen. Als ich von Alice, ihren Erfolgen und ihrer Familie erzählte, freute Renee sich sichtlich für sie. Renee war schon immer eine warmherzige und mitfühlende Frau gewesen und trotz allem was ihr passiert war, war sie das noch immer.
Während wir unser Gespräch genossen, lernte ich eine völlig ungezwungene Bella kennen, die ihren Vater anbetete. Sie war ständig um sie herum und kümmerte sich um ihn. Bella lächelte auf eine Weise, die ich noch nie an ihr gesehen hatte und ihr Vater himmelte sie an. Irgendwann erwischte sie mich dabei wie eich sie beobachtete und sie lächelte mich strahlen an. Das erste mal war ich mir hundert prozentig sicher, das alles wieder gut werden würde.
„Wir gehen einkaufen." Verkündete Bella, sie trug jetzt in einen Anorak, einen Schal, Handschuhe und eine Mütze, genau wie ihr Vater.
„Wenn du willst fahre ich euch." Bot ich an.
„Ist schon Ok Edward. Das ist Papas täglicher Ausflug und wir nutzen das, um gleichzeitig ein paar Nachbarn zu grüßen." Und damit verschwanden sie aus der Tür.
„Das haben sie täglich gemacht als meine Bella noch hier war." Erklärte Renee und sah ihnen, genau wie ich, aus dem Fenster hinterher.
„Du musst sie fürchterlich vermissen." Bemerkte ich.
„Du kannst dir nicht vorstellen wie sehr." Bestätigte sie. „Charlie ist fast durchgedreht als sie Gestern überraschend vor der Tür gestanden hat. Vielen Dank Edward."
„Wofür?" Ich hatte irgendwie den Faden verloren.
„Bella hat uns gesagt, das es von Geschenk von dir war. Du weißt gar nicht wie dankbar wir dir sind." Ich nickte einfach nur.
Und ich nickte nur, weil ich mich einfach zu sehr schämte um auf das Lob zu antworten. Es gab nichts wofür man mir danken konnte, vor allem wenn man mein Verhalten Bella gegenüber an ihren ersten Tagen in meinem Haus bedachte. Aber das schien sie ihren Eltern nicht erzählt zu haben und ich schämte mich noch mehr. Ich beschloss mein schlechtes Gewissen für später zu lassen. Seit langem hatte ich mich nicht mehr so gefühlt wie Heute und das wollte ich genießen.
Ich stand auf und betrachtete einige Fotos die meine Aufmerksamkeit erregt hatten. Es gab unheimlich viele und sie waren so aufgestellt, das sie die Entwicklung einer Frau darstellen. Von klein auf. Die Augen und die Haare waren unverkennbar, es war Bella.
Auf allen Fotos zeigte sie ein breites Lächeln und ich erwischte mich dabei, das ich die Fotos auf die gleiche Art anlächelte. Der offensichtliche Unterschied zwischen zwei Fotos erregten mein Interesse. Es schien ein Vorher und Nachher des Unfalls zu sein. Nicht das sich ihr Lächeln verändert hatte, aber das erste Zeichen war das erscheinen des Halstuchs und es war eine Veränderung an ihrem Körper zu erkennen.
Auf den ersten Fotos war eine schlanke Bella zu sehen, vielleicht schon fast zu dünn und dann war die Bella von Heute zu sehen. Sie hatte Gewicht zugelegt, nicht exzessiv, aber doch offensichtlich. Aber warum? Was hatte der Unfall damit zu tun, das sich ihr Körper so sehr verändert hatte?
„Sind dir die Unterschiede aufgefallen?" Fragte Renee neben mir.
„Mehr oder weniger." Antwortete ich, ohne zu wissen wie ich sie danach fragen konnte.
Renee betrachtete nostalgisch die Fotos.
„Es ist ein Vorher, Nachher, stimmts?" Sie sah mich verwirrt an, bestimmt weil Bella normalerweise nicht darüber redete. „Sie...hat mir alles erzählt." Sie nickte noch immer erstaunt.
„Sie redete nie darüber." Sagte sie leise. „Es erstaunt mich."
„Sagen wir mal...es war eine Extremsituation." Sie sah mich ängstlich an. „Nein Renee! Ihr ging es gut." Log ich damit sie sich nicht sorgte. „Das hatte mit mir zu tun."
„Mein Mädchen muss eine große Zuneigung zu dir haben. Ihre engsten Freunde und ihre Familie sind die einzigen mit denen sie mal darüber geredet hat." Ich fühlte mich nur schlecht bei ihrer Erklärung. Bis jetzt war ich mir dessen nicht mal bewusst gewesen.
„Renee, warum...?" Ich zeigte auf die Fotos, unfähig direkt zu fragen.
„Warum sich ihr Körper so verändert hat?" Ich nickte. „Das hat alles mit dem Unfall zu tun. Auch ihre Zukunftspläne und ihr Studium." Erklärte Renee.
„Das verstehe ich nicht."
„Komm, setzten wir uns." Sie nahm meine Hand und führte mich zum Sofa. „Das Einzige worum ich dich bitten möchte mein Junge ist, das du ihr nicht Erzählst was ich dir jetzt sage." Bat sie.
„Das bleibt zwischen dir und mir." Versicherte ich ihr.
„Charlie hat nach seinem Unfall viele Nächte lang nicht geschlafen. Sein vorzeitiger Ruhestand brachte verschiedene Konsequenzen mit sich. Die die ihn zum Verzweifeln brachte war die, das er viel weniger Geld nach Hause brachte und er Bella nicht helfen konnte ihren Traum zu verwirklichen. Die Monate vergingen und ich war von Tag zu Tag ausgelaugter. Es war mehr eine geistige Müdigkeit als eine körperliche. Ich musste jetzt die Base der Familie sein und mich so um Charlie kümmern, das Bella ihr Leben so normal wie möglich weiterleben konnte." Fing sie an zu erzählen.
„Ich ging zu einem Spezialisten und der diagnostizierte mir eine leichte Depression. Er verschrieb mir ein Mittel, damit ich wenigstens schlafen konnte. Deswegen bekam ich auch nicht mit, als Charlie, so gut er konnte, aufstand und versuchte zu beweisen, das er wieder der Mann sein konnte, der er mal war. Herzzerreißende Schreie weckten mich..." Bei ihren Worten zuckte ich unbewusst zusammen. „...und als ich in die Küche kam...dachte ich meine Welt würde zusammenbrechen Edward..." Ihr traten Tränen in die Augen.
„Die Marken dieser schicksalhaften Nacht blieben auf dem Körper meines Mädchens und auch in unseren, die Schmerzen der Kinder sind die Schmerzen der Eltern." Sie lächelte traurig. „Es war ein langer und schmerzhafter Prozess, aber meine Bella gab nie auf. Sie wurde zu einem Vorbild für alle. Sie kämpfte und stellte sich dem Leben."
„Was passierte dann?" Wollte ich wissen.
„Nach einigen Monaten kam sie aus dem Hospital und sie erteilte uns alle eine Lektion. Sie konnte nicht in die Schule gehen, aber um das Jahr nicht zu verpassen, beantragte sie zu Hause lernen zu können und auch alle Prüfungen abzulegen. Und trotzt ihrer Einschränkungen und Unannehmlichkeiten hatte sie die besten Noten."
„Sie lernte weiter?" Fragte ich erstaunt.
„Das tat sie und sie verkündete uns, das sie jetzt anstatt Literatur, wie sie immer wollte, Medizin studieren würde. Sie bat Charlie sich keine Sorgen zu machen, sie würde mit eigenen Mitteln studieren und wir würden irgendwann stolz auf sie sein, als ob wir das noch nicht währen."
Während Renee erzählte, verarbeitet mein Kopf all die Informationen und ich fühlte mich wie ein ekelhafter Feigling. Was in meinem Leben passiert war, war nichts weiter als ein gewöhnliches Stolpern und ich hatte gedacht die Welt würde zusammenbrechen.
„Ihre Veränderung?" Ich zeigte auf die Fotos. „In welchem Moment...?"
„In dem selben Moment, als sie aus dem Krankenhaus kam und beschloss Medizin zu studieren." Antwortete sie schnell. „Bedauerlicherweise Edward, haben Familien aus dem Mittelstand, so wie wir, nicht viele Möglichkeiten." Ich sah sie fragend an. „Um Bellas Narben operieren zu lassen, bräuchten wir ein unerschöpfliches Konto, oder wir müssten unter einer Brücke leben und nichts zu essen haben."
„Aber...wie..? Sollte man nicht annehmen das..."
„Solche Operationen kostenlos sind? Ja, wenn du so wenig verdienst, das du kaum leben kannst, oder so viel, das du ein ganzes Land ernähren kannst." Antwortete Renee wütend.
„Als klar war, das wir keine Möglichkeiten hatten sie operieren zu lassen, nahm Bella ihre Behandlung selber in die Hand. Um solche Narben wie Bella sie hat operieren zu können, werden normalerweise Ballons unter die Haut gepflanzt und mit ihnen die Hau gedehnt, die vernarbte Haut wir dann entfernt und die neu gewonnen Haut verpflanzt." Erklärte sie mir.
Ich hörte aufmerksam und schweigend zu. Nicht das ich nichts dazu zu sagen hatte, mir fehlte einfach der Mut es auszusprechen. Jedes Wort das Renee sagte war wie eine Lektion für mich. Für jemanden der nur das gesehen hatte was seine Augen ihm zeigten, ohne Wert auf das zu legen was sich hinter dem verbarg was er sah. Ich fühlte mich leer, von innen und von außen. Ich hatte kein Recht stolz auf mich zu sein, ich war ein nichts.
„Niemals hat sie vor mir oder ihrem Vater geweint, niemals hat sie sich über die Schmerzen, oder das was ihr passiert war beschwert. Im Gegenteil, sie ist gefallen und wieder aufgestanden ohne sich zu beklagen. Sie kämpfte einfach weiter um ihre Ziele zu erreichen. Ich dachte das es einfach eine Maske war die sie uns zeigte, damit wir uns nicht schuldiger fühlten als wir es schon taten, aber der Arzt der sie betreute sagte mir, das Bella ein außergewöhnlicher Fall sei. Bella gab niemandem die Schuld, sie nahm es einfach wie einen falschen Schritt im Leben, der aber eine positives Ergebnis hatte. Ihr Vater war gesund bei ihr. Uns sie würde es jeder Zeit wieder tun, wenn sie damit ihren Vater oder mich beschützen könnte."
Ich setzte mich auf den Rand meines Bettes, keine Ahnung zum wievielten mal ich das bereits tat, aber diesmal stand ich auf. Ich zog mir was über und ging vorsichtig die Treppe herunter, um niemanden zu wecken. Unten angekommen ging ich nach draußen, setzte mich auf die Treppe und machte mir eine Zigarette an. In Gedanken ging ich noch mal meine Unterhaltung mit Renee durch. Wir hatten sie beendet als Bella und Charlie wieder nach Hause gekommen waren, aber ich grübelte natürlich noch immer darüber nach.
Wieder hatte ich Vergleiche gezogen, aber diesmal im gegen gesetzten Sinne. Ich hatte mich leer gefühlt und ich war zu einer holen Person geworden, weil ich mich mit einer holen Person zusammengetan hatte. Ich hatte all das vergessen was meine Familie mir beigebracht hatte und eine parallele und oberflächliche Welt für mich erschaffen.
Was hatte ich? Was konnte ich geben? Was hatte ich geleistet? Was hatte ich zu bieten? Die Antwort war einfach, ich hatte zum Glück noch meine Familie und meine Freunde, war ihrer aber eigentlich nicht wert. In meiner Welt war kein Platz für Menschen mit so viel innerlichem Reichtum und ich hatte keinen Platzt in ihrer. Ich hatte mich in einen Mann verwandelt, für den nur noch Äußerlichkeiten zählten.
„Edward?" Ich zuckte zusammen als ich Bella hörte. „Was machst du hier? Ist das Bett nicht bequem?"
„Doch doch." Sagte ich schnell. „Ich wollte nur das." Ich hob meine Hand und zeigte ihr die Zigarette.
„Das wird dich eines Tages noch umbringen." Schimpfte sie und wirkte wirklich sauer.
„Wahrscheinlich." Gab ich ihr Recht. „Aber das tut nur wenig zu dem bei, was ich mir eh angetan habe." Verurteilte ich mich selber.
„Geht es dir gut?"Sie beugte sich zu mich, um mir ins Gesicht zu sehen.
„Ja das geht es." Sagte ich zweideutig und warf die Kippe weg. „Du hast mich gerettet." Gab ich dann zu und meinte damit viel mehr als die Worte ausdrückten.
„Ich habe dich nur davor gerettet deine Lungen noch mehr zu verseuchen." Sagte sie lächelnd.
„Das auch." Ich lächelte zurück. „Geh wieder rein. Es ist viel zu kalt hier draußen, du wirst noch krank."
„Du aber auch." Sie machte mir ein Zeichen mit ihr zu kommen. „Bist du sicher, das du sonst nichts brauchst?"
„Es ist alles Ok. Ich werde jetzt schlafen wie ein Baby."
„Ok. Gute Nacht Edward."
„Gute Nacht Bella." Bevor sie in ihr Zimmer ging, sah sie mich noch mal forschend an. „Mir geht es gut." Beruhigte ich sie. Bella lächelte mich noch mal an und verschwand dann in ihrem Zimmer. „Dank dir, geht es mir seit langem das erste mal wieder richtig gut." Murmelte ich leise. Jetzt wusste ich endlich welches der richtige Weg war.
