Cheerio, Freunde!

Ich bin gerade nicht zu Hause, sondern in der "Schule" und arbeite an einem fremden Laptop. Shame on me. :D Egal.

Also, ist zwar noch nicht allzu lange her, dass es ein neues Kapitel gab, aber das macht ja nichts. Dafür wird das 14. Kapitel etwas später kommen. Außerdem komme ich langsam in Bedrängnis, weil ich bald nichts mehr zum Hochladen habe. Schreibe ja vor und im Moment bin ich in Kapitel 16, das unerwartet lang wird (zumindest habe ich so das Gefühl). Ich muss also langsam mal weiterschreiben, aber ich weiß nicht, wie ich meine Notizen umsetzen soll. NAja egal, also: das hier ist Chapter 13. Viel Spaß beim Lesen! :)


Chapter 13
Who's The Stronger One Now?

Stärke ist stets eine Frage der Perspektive."

Severus saß immer noch im Sessel und starrte in den erloschenen Kamin. Mittlerweile war es kurz nach sechs Uhr. Er dachte andauernd an die vielen Szenarien von Elijahs Rückkehr, die er sich damals überlegt hatte. Er fand es erstaunlich, dass er sich noch an die meisten erinnerte, oder sogar alle. Damals wäre er nie auf die Idee gekommen, dass Elijah in dreißig Jahren auf einmal vor seiner Tür stehen und ihn um Verzeihung bitten würde. Auf so eine Idee kam man auch nicht. Dafür war sie viel zu surreal. Zumindest für Severus.

Severus seufzte und erhob sich aus dem Sessel. Er hatte eigentlich keine Lust seine Räume heute zu verlassen. Vielleicht sollte er sich krank melden, aber dann würde Dumbledore seinen Unterricht vertreten lassen und das wollte er nicht riskieren. Gut, da spielten noch andere Faktoren eine Rolle, wieso er es nicht tat. Also ging, oder viel mehr schlurfte, er ins Bad, um sich für diesen Tag fertig zu machen. Immerhin war Freitag.

Elijah kam aus dem Bad und nahm sich aus dem Schrank einen Anzug und zog sich an. Halb sieben, es wurde Zeit. Er wollte schließlich noch mit Damon raus. Sein Blick viel aus dem Fenster. Die Sonne ließ noch auf sich warten. Elijah seufzte. Er fragte sich, wie der Tag werden würde. Nachdem Severus ihn gestern durch seinen plötzlichen Abstecher zu ihm überrascht hatte, fragte sich Elijah, ob diese plötzliche Nettigkeit weitergehen würde. Er hoffte es. Vielleicht konnte er dann mit Severus mal ganz in Ruhe irgendwo reden. Wahrscheinlich auf dem Astronomieturm, das schien ja einer der besten Orte zum Nachdenken zu sein. Elijah nickte und pfiff dann kurz. Damon sprang auf und kam zu ihm.

Mit Damon im Schlepptau verließ Elijah seine Räume. Es war Freitag, Wochenende war da. Das würde genug Gelegenheiten für ein Gespräch mit Severus geben. Mit viel Glück war Severus auch mal aufgeschlossen und bereit dazu. Elijah zweifelte zwar ein bisschen daran, aber die Hoffnung starb bekanntlich zuletzt (manchmal lag sie auch nur im Koma).


Elijah freute sich darüber, dass er am Nachmittag keinen Unterricht mehr hatte. So fing das Wochenende doch halbwegs gut an. Blöd war nur, dass es angefangen hatte zu regnen. Der Himmel war dunkel und man hätte denken können, es wäre schon sechs Uhr durch. Der Regen kam mit harten Tropfen dicht vom Himmel und bildete einen verschwommenen Vorhang. Elijah fand das nur dezent nervig, hatte er doch seine freie Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang nutzen wollen. Nun gut..., dachte er, als er das Kaminzimmer betrat und dort außer die Professoren McGonagall und Sprout und Madame Hooch niemand weiter antraf. Die drei Frauen stoppten allerdings schnell und etwas abrupt ihr Gespräch, als Elijah das Zimmer betrat. Sie sahen ihn abschätzig und nachdenklich an und Elijah kam sich so vor, als würde er bei Gericht vor den Geschworenen stehen, auf ein Urteil wartend.

„Ehm, guten Tag", sagte er zögerlich. „Guten Tag", sagten die Frauen nacheinander und betrachteten ihn weiterhin mit diesem abschätzigen Blick. Hier war doch etwas definitiv faul. Elijah hob eine Augenbraue und öffnete den Mund, um etwas zu sagen. Aber er sagte nichts und drehte stattdessen auf dem Absatz um und ging aus dem Zimmer. Vor dem Zimmer prallte er geradewegs in Severus. „Elijah...!", zischte dieser leise drohend. Elijah strich seinen Anzug glatt, drehte kurz seinen Kopf und richtete sich dann an Severus. „Ich würde da besser nicht rein gehen", meinte er. „Wieso?", fragte Severus verwundert. „Hm, sonst passiert dir wahrscheinlich dasselbe wie mir."

Severus sah ihn verständnislos an und schob ihn dann zur Seite, um das Kaminzimmer zu betreten. Elijah schüttelte den Kopf und wartete neben der Tür. Nicht sehr viel später kam Severus wieder aus dem Zimmer, schloss die Tür und sah Elijah mit zusammengezogenen Augenbrauen an. „Das war... gruselig", meinte er langsam und Elijah nickte. „Und wenn ich das sage, will das was heißen", fügte Severus nachdenklich hinzu. „Glaubst du...", fing Elijah an. „... dass es um uns geht?", unterbrach Severus ihn, Elijah nickte. „Definitiv." „Gut oder schlecht?" „Frage der Perspektive."

Severus drehte sich um und ging zurück Richtung Große Treppe. Elijah folgte ihm schnell und hatte Mühe mit ihm Schritt zu halten. „Hey, ehm, Severus", sagte er schließlich, als sie in der Eingangshalle angekommen waren. „Was ist?", entgegnete Severus und blieb stehen. Elijah sah ihn einen Moment nachdenklich an. „Ich... Ich wollte mit dir reden." „Immer noch?" „Nicht darüber. Da gibt es nichts mehr zu bereden." „Oh wow, wir sind uns tatsächlich mal bei einer Sache einig." Wieder, fügte Severus in Gedanken hinzu.

Elijah verdrehte gedanklich die Augen. „Ich wollte dich eigentlich etwas fragen." Severus hob eine Augenbraue. „Weißt du, ich habe heute einen guten Tag. Frag schon." Oh wow, erstaunlich, dachte Elijah überrascht und dachte einen Moment über seine Worte nach. „Elijah, heute noch wenn's geht." „Eh, ja. Also... Ich weiß nicht, ob du dich noch an den Brief erinnerst, den ich..." „Den du hinterlassen hast? Auf deinem Bett? Doch doch, erinnere mich sehr deutlich daran. Und weiter?" „Also, der Inhalt..." „Elijah, worauf willst du hinaus? Spuck's schon aus!" „Ich habe doch geschrieben, dass du... naja..." „Dass ich der Stärkere von uns beiden wäre?" Elijah sah Severus verwundert an. „Du... erinnerst dich daran?" „Ja. Worauf willst du also hinaus?!"

Elijah brauchte einen Moment, um sich zu sammeln. Dass diese Konversation so verlaufen würde hatte er nicht erwartet. Also gut, gerade heraus, sagte er sich in Gedanken und holte tief Luft. „Kannst du bitte ehrlich sein?", fragte Elijah noch. Severus sah ihn verwirrt an. „Was?" „Sei bitte ehrlich bei deiner Antwort, egal ob dir die Wahrheit missfällt oder nicht." Severus sah ihn einen Moment nachdenklich an, dann nickte er ergeben. „Von mir aus. Also...?" Elijah holte tief Luft. „Ich habe geweint, wenn Tobias uns geschlagen hat, du nie. Kann es sein, dass ich mich da getäuscht habe? Kann es sein, dass du... nun... heimlich geweint hast...?"

Severus' Augen weiteten sich überrascht. Was sollte er darauf jetzt sagen? Elijah hatte ja schließlich recht, aber er wollte das nicht zugeben. Auf irgendeine Weise war er dafür einfach zu stolz. Und was sollte er nun tun? Nichts zu sagen war auch keine allzu gute Variante. Severus entschloss sich einfach dazu, seinen Weg runter in die Kerker fortzusetzen. „Keine Antwort ist auch eine Antwort, Severus!", rief Elijah ihm nach und Severus blieb abrupt stehen. Nach einem Moment der Stille drehte er sich um und sah zu Elijah. „Was willst du hören, Elijah?", fragte er aufgebracht. „Dass du recht hast? Gut, schön! Du hast recht, Elijah! Zufrieden?" Damit hatte er Elijah sichtlich aus dem Konzept gebracht. Ein paar Schüler kamen und das war für Severus Grund genug, um nicht weiter auf das Vorangegangene einzugehen, sich wortlos umzudrehen und hinab in die Kerker und zu seinen Räumen zu laufen.

Elijah blieb verwundert zurück in der Eingangshalle und sah ihm nach. „Ich hab recht? Ich hab recht", murmelte er verwundert. Er stand noch einen Moment regungslos mitten in der Eingangshalle und sah auf den Gang der runter zu den Kerkern führte. Damit hatte er wirklich nicht gerechnet. Severus gab ihm tatsächlich recht. Er gestand tatsächlich, dass er... Elijah konnte sich gerade noch so davon abhalten „Oh Merlin" zu schreien, stattdessen lief er schnurstracks hoch zu seinen Räumen.

Als er die Tür hinter sich schloss, atmete er tief durch und ließ sich dann in seinen Sessel fallen. Er seufzte und legte den Kopf in den Nacken. Er hatte recht gehabt. Das war auf der einen Seite ein tolles Gefühl, auf der anderen Seite war es aber auch traurig. Severus hatte nicht vor ihm weinen wollen. Er hatte es heimlich getan. Aber wieso? War er zu stolz gewesen? War das eine Möglichkeit? Elijah dachte ernsthaft darüber nach. Es klang sogar irgendwie logisch. Severus war damals schon ziemlich stolz gewesen, zumindest manchmal.

Elijah seufzte und sah sich dann verwundert um. Es fehlte etwas. Naja, nicht etwas, sondern jemand. „Damon?" Elijah stand auf und ging ins Schlafzimmer, wo sein Husky ausgestreckt auf dem Bett lag. Er hob den Kopf und... grinste. Ja, er grinste. [A/N: Können Hunde grinsen? Ich glaube schon, zumindest sieht es manchmal danach aus.] „Du bist unmöglich", meinte Elijah lachend und ging zurück, um sich wieder vor den Kamin zu setzen.


Severus saß zusammengesunken in seinem Büro am Schreibtisch und starrte an die graue Steindecke. Er fragte sich, wie Elijah darauf gekommen war. Nur wegen diesem Satz? Dann war Elijah doch klüger als Severus bisweilen vermutet hatte. Oh, es war niederschlagend, dass Elijah dieses bis jetzt gut behütete Geheimnis von ihm wusste. Severus erahnte, dass damit die Sache noch nicht gegessen war. Da würde noch mehr kommen. Im schlimmsten Fall Mitleid. Darauf konnte er bei bestem Willen verzichten. Ja, er hatte heimlich geweint. Meistens hatte er für eine Weile das Haus verlassen und war zum Fluss gegangen. Was hätte er anderes tun sollen? Es war schwer gewesen die Tränen zu unterdrücken und er hatte nicht vor Elijah weinen wollen. Wieso wusste er nicht mehr.

Severus seufzte und warf einen Blick auf die Uhr. Vielleicht sollte er das Abendessen ausfallen lassen? Schadensbegrenzung betreiben? Er würde mit Sicherheit einer peinlichen Stille zwischen Elijah und sich aus dem Weg gehen. Zur Zeit war das eine wirklich reizvolle Lösung. Außerdem hatte er eh ein paar Hausarbeiten von Ravenclaws zu überprüfen. Dann musste er das nicht aufs Wochenende verschieben. Allerdings hatte er wiederum keine Lust heute Abend irgendwelche Arbeiten durchzulesen und zu korrigieren, obwohl es bei den Ravenclaws oft eigentlich recht schnell ging und er wenig zu korrigieren hatte – zumindest weniger als bei Gryffindor.

Erneut ließ Severus einen Seufzer verlauten. Diesmal länger und dann richtete er sich auf und öffnete die Schublade des Schreibtisches. Ein paar Papiere lagen darin. Er hob sie an und zog einen gefalteten Zettel unter ihnen hervor. Er entfaltete ihn und las ihn seit dreißig Jahren das erste Mal wieder durch. Es war Elijahs Abschiedsbrief. Severus fragte sich, wieso er ihn eigentlich all die Jahre aufgehoben hatte. Er zuckte die Schultern und legte den Brief auf den Tisch. Er nahm seine Schreibfeder zur Hand, schraubte das Tintenfässchen auf und tauchte die Schreibspitze in die dunkle Flüssigkeit. Den Überschuss streifte er am Rand des Fässchens ab und dann schrieb er in feiner, geschwungener Schrift darunter: Who's the stronger one now, brother? Severus wartete bis die Tinte trocken war und faltete den Brief dann wieder zusammen.


Severus ging hingegen seines vorigen Entschlusses zum Abendessen. Dieses gestaltete sich entgegen seiner Vermutung eigentlich ziemlich normal. Das einzige „Abnormale" war das Verhalten von McGonagall, Hooch und Sprout, die alle drei ihn und Elijah wohl zu beobachten schienen. Oder musterten. Severus stutzte. Das stellte ein Problem dar, da er definitiv nicht wollte, dass herauskam inwiefern er mit Elijah verbunden war.

Als er sein Abendessen beendet hatte, holte er im Aufstehen den Brief aus seinem Umhang und warf ihn vor Elijah auf den Tisch, dann verließ er die Halle durch die Hintertür. Er wollte Elijahs Reaktion gar nicht sehen. Er wusste, wie er reagieren würde.

Elijah sah Severus verwirrt nach und sah dann auf den leicht vergilbten, zusammengefalteten Zettel vor sich auf dem Tisch. Er stutzte. Was hatte das denn jetzt zu bedeuten? Elijah unterbrach seine Mahlzeit und nahm den Zettel. Er entfaltete ihn und als er die ersten Zeilen las, weiteten sich seine Augen. Was...? Er hat... Nach all den Jahren hat er ihn immer noch? Aber was..., dachte Elijah und sprang mit dem Blick zu dem einzigen Teil des Briefes, der ihm nicht bekannt vorkam. Severus' Handschrift, wobei er sich wohl bemüht hatte leserlich zu schreiben. Elijah sog scharf die Luft ein als er den einen Satz „Who's the stronger one now, brother?" am Ende der Seite las. Sein Blick fiel zur Hintertür, dann wieder auf den Brief und er schluckte. Er faltete den Brief wieder zusammen, verstaute ihn in der Innentasche seines Anzuges und stand dann auf.

„Elijah, was ist los?", fragte Albus überrascht und sah ihn an. Eigentlich richteten fast alle Lehrer ihren Blick auf ihn. Er verzog das Gesicht. „Mir ist der Appetit vergangen", meinte er nur und verließ auf gleichem Weg wie Severus die Große Halle. Sollte er oder sollte er nicht Severus folgen? Elijah entschied sich dagegen. Er verstand, was Severus damit bezweckt hatte. Er wollte nicht weiter auf dieses Thema eingehen. Außerdem hatte sich die Frage erübrigt. Elijah kam zu dem Schluss, dass sie beide gleich stark waren.


So, das war's. Chapter 14 ist mein Lieblingskapitel (habe ich ja schon im vorigen Kapitel erwähnt). Etwas klischeehaft, aber ich finde es schön.

Aso, hoffe das Kapitel hat euch gefallen.