Zusammenfassung
Hermione, die eine Hausarbeit für Professor Binns zu schreiben hat, stößt bei ihren Nachforschungen auf Texte aus Hogwarts. Unter anderem fällt ihr das Tagebuch Helga Hufflepuff's in die Hände, in der die genauen Begleitumstände beschrieben werden, wie es zur Gründung Hogwarts kam.
Die Tagebucheinträge beginnen mit jenen Begebenheiten, die im Sommer des Jahres 954 n.Chr. stattgefunden haben. Auf dem erfolgreichen Feldzug des englischen Königs Eadred gegen den norwegischen Königs Yorks Erik Blutaxt, wird die Familie von Helga Hufflepuff durch Soldaten des Eldorman von Cornwall, Solmen Slytherin, getötet. Helga, die zunächst durch die Hilfe des Halbelfen Richard Eriugena fliehen kann, wird durch den Fährtensucher Nadal Lynx, einem Werleoparden, den Solmen ausgesandt hatte, gestellt. Er soll dem Mädchen das Geheimnis um das sagenumwobene Schwert Hrunting abluchsen. Allerdings wird Nadal durch Godric Gryffindor, einem Schülers Richards, in die Flucht geschlagen, so dass Helga die Flucht nach Tenby gelingt. Währenddessen tritt bei Abt Dunstan, den engsten Berater des Königs Eadred, ein neuer Bibliothekar und dessen Schülerin Rowena von Ravenclaw im Kloster Glastonbury ihre Arbeit an. Während Bruder Flaewig den Entschluss nach Glastonbury zu gehen, bereut, gewinnt Rowena das Vertrauen Dunstans. Dunstan überlässt ihr die Bibliothek, denn er muss sich um das Wohl Englands kümmern. Dabei kann er nicht verhindern, das die geheime Zauberergemeinschaft, der Bund der Wölfe, ihrem Ziel, einen magischen König auf den Thron zu bringen, durch die Vergiftung von König Eadred näher kommt. Als Nachfolger wird durch die Witan Prinz Eadwig zum neuen König ausgerufen, wobei sein Bruder Edgar Eldorman von Mercien werden soll. Doch diese Wahl führt zu einigem Ärger, denn auch Aelfhere, Führer der Westsächsischen Fürsten und Onkel Eadwigs dürstet es nach diesem Titel. Und auch andere wollen ihre Macht auf den neuen König ausbauen. Während Aelfsiege, Bischof von Winchester, noch immer den unehelichen Sohn Edmunds, Eadberth, auf den Thron bringen möchte, möchte Ethelgiva, eine mächtige Konkubine, Eadwig mit ihrer zauberkundigen Tochter Edgiva verheiraten. Solmen, ebenfalls ein Ratsmitglied der Wölfe, steht dabei den anderen beiden im Weg. Da sein Sohn Salazar, sich in Cuthburh, einer Zofe Edgivas, verliebt hat, die Informationen an Dunstan als unbekannte C. weitergibt, soll dieses benutzt werden, um Solmen zu schwächen. Doch Solmen weiß um den Komplott und plant dagegen anzugehen.
Im Jahr 955n. Chr. eskaliert der Konflikt in Wales um die Könighäuser Deheubarth und Gwynedd, als in Tenby gwyneddische Truppen einfallen. Godric, der gerade mit Helga auf einem Ausritt war, lässt sie Hilfe holen. Er selbst wirft sich den Soldaten entgegen. Obwohl er fast den Prinzen Meurig ap Idwal besiegen kann, wird er überwältigt und ins Feldlager der Gwynedder verschleppt, wo er Melangell, die Tochter des gwyneddischen Hofzauberer Gwefrfawr kennen lernt. Helga, die dagegen Hilfe holen sollte, gerät in einen Dementorenangriff. Nur durch die Hilfe Nadals kann Helga ihre Seele behalten und gerät so in die Hände des Werleoparden.
In Glastonbury versuchen inzwischen Männer des schwarzen Eldorman Unterlagen über das Schwert Hrunting zu vernichten. Dazu können sie die Brüder Wilhelm und Flaewig gewinnen, die aus unterschiedlichen Gründen Rowena in der Bibliothek einschließen und diese in Brand setzen. Nur mit Mühe kann Richard Eriugena Rowena retten und den Brand verhindern. Während die Attentäter fliehen, beginnt Richard nach den Texten zu suchen und stellt dabei fest, dass es sich bei Hrunting, um ein legendäres Drachentöterschwert des Sigurd handelt.
12. Absichten und Pläne
Winchester, Halle des Königs, Winter 955 n. Chr.
„Mylords!"
Dunstan verneigte sich vor Iago von Gwynedd, Owain von Deheubarth und Morgen von Gwent und ließ die Könige Wales an einem runden Tisch, der dem Tisch Arthurs nachempfunden war, Platz nehmen. Jeder der Könige hatte zwei weitere Berater mitgebracht, die sich hinter den Königen anordneten.
„Ich danke euch, dass ihr dem Ruf unseres verstorbenen Königs Eadred gefolgt und nach Winchester gekommen seid, damit jener als euer König über den Konflikt in Wales richten kann. Leider bedurfte es allerdings einiger Zeit, denn nach dem Tod König Eadred, ruhe er in Frieden, der Totenwache und nach seiner Beerdigung, wie schließlich auch nach dem Zusammenkommen des Witan, hatten wir anderes zu tun…aber dennoch, der Witan, hat bezüglich der Frage über das Herrschaftsrecht in Wales entschieden. Wir werden natürlich nach diesen Verhandlungen mit ihnen, Mylords, unseren und… IHREN Souverän schließlich entscheidend beraten. Nach eingehender Behandlung dieses Themas mit dem Erzbischof Odo, den Eldormännern Ethelstan von Ost-Anglia und vor allem auch mit Aelfhere von Wiltshire, der wie bekannt ist, nicht nur der Onkel unseres noch zu krönenden Königs Eadwig, sondern auch dessen Ausbilder ist, sind wir übereingekommen…"
Dunstan machte eine kurze Pause und ließ seinen Blick auf die drei Könige ruhen, die ihn erwartend anschauten.
„… das bezüglich des Titels „König von Wales" englisches Recht gelte… das bedeutet, dieser Titel wird vom englischen König, ihrem Souverän, vergeben."
Die Könige schauten sich ungläubig an.
„Wie ist dies zu verstehen?", fragte Morgen von Gwent nach.
„Nun… als 928 ihr König Hywell Dda ap Cadell, der damalige König von Wales, sich König Aethelstan unterwarf, übernahm in seinem Auftrag der englische König seine Aufgaben… und schützte Wales vor einem Wikingeransturm. Damit wurde König Aethelstan Souverän über Wales."
„Aber mein Vater nannte sich danach immer noch König von Wales", warf Owain ein.
„Weil König Aethelstan ihm diesen Titel ließ… oder besser überließ."
„Was bedeutet das jetzt? Was heißt englisches Recht?", warf Iago von Gwynedd erregt ein.
„Der überlassende Titel des englischen Königs „König von Wales" wird nach englischem Recht vergeben… und vererbt."
„Was?... Das heißt, König Eadwig entscheidet, wer König von Wales ist… oder wird? Und… was heißt vererbt?"
„Vererbt heißt, dass der Titel von Vater an den ältesten Sohn übergeht. Also von Hywell auf Edwin. Dementsprechend ist Edwin ap Hywell der von König Eadred anerkannte König von Wales."
Iago sprang auf und starrte Dunstan wütend an.
„Wie könnt ihr wagen…"
„So wie ich als Sprecher des Rates des Witan von England es wagen darf… und muss, König Iago", entgegnete ihm Dunstan ruhig aber bestimmt.
„Entschuldigt, wenn ich mich einmische… aber nach meinen Informationen ist Edwin ap Hywell tot, oder Owain?", warf Morgen Hen von Gwent ein.
Owain ap Hywell war ruhig sitzen geblieben und hatte nichts weiter gesagt. Nun nickte er.
„Ja… mein Bruder starb bei Llanrwst, als er sein Recht auf den Titel ‚König von Wales' gegen die einfallenden Truppen von Gwynedd zu verteidigen suchte."
„Ihr werdet davon ausgehen können, Berater, dass wir Gwynedder keinen Hund aus Deheubarth mehr unseren König nennen werden", schrie Iago mit hochrotem Kopf in die Runde. Kaum hatte Iago dies gesagt, sprangen die beiden Fürsten aus Deheubarth auf und legten ihre Hände an die mitgebrachten Waffen.
„HALTET EIN!"
Dunstan hatte seine Stimme magisch verstärkt, so dass er jedes aufkommende Wortgefecht im Keim überschrie. Kaum hatte Dunstan dies gesagt, starten ihn alle an. Schnell korrigierte er seine Lautstimme stumm mit dem ihm Ärmel versteckten Zauberstab.
„Mylords… ich denke, wir sind hier um einen Kompromiss zu finden… wobei dieser Kompromiss allerdings nach geltendem Recht gefunden werden muss… nun, wir wissen, dass Edwin tot ist… denn ansonsten wäre er statt ihr hier, Owain. Eine Frage noch… hatte Edwin einen Nachfolger für sich bestimmt?"
„Nein… er war zwar verheiratet, aber besaß keine Kinder."
„Und er hat auch euch nicht zu seinem Nachfolger ernannt?"
„Nein… ich bin auf Grund seines Todes automatisch König von Deheubarth geworden."
„Das mag sein… doch nach englischen Recht, hätte über den Titel ‚König von Wales' eine Zusammenkunft aller beteiligten Fürsten, also einer Art Witan, erfolgen müssen, auf der ihr… oder jemand anderes…", er schaute dabei Iago von Gwynedd an, der immer noch giftige Blicke in die Runde warf, "… vorgeschlagen werden würde. Entsprechend dem Vorschlag hätte dann der englische König zugestimmt… oder nicht! Da kein direkter Nachkomme Edwins existiert, der den Anspruch direkt wahrnehmen kann, wird der Witan entscheiden, dem König vorzuschlagen, den Titel im augenblicklichen Zeitpunkt nicht zu vergeben."
Wieder sprang Iago wutentbrannt auf.
„Das soll euer Kompromiss sein? Ich, König Iago von Gwynedd, habe mir in zwei Schlachten das Recht erworben, mich Herrscher von Wales zu nennen."
Dunstan schüttelte den Kopf.
„Ich glaube, ihr versteht mich nicht, Iago von Gwynedd…."
Dunstan unterbrach sich, um die letzten Worte auf die anwesenden Könige wirken zu lassen. Dass ein einfacher Abt den König von Gwynedd nicht bei seinem Titel nannte, grenzte an einer Beleidigung.
„… aber nur der König von England kann jemand das Recht überlassen, sich König von Wales zu nennen. Solltet ihr diesem Recht widersprechen, Mylord… so wird euch euer Souverän entscheidend in die Schranken weisen. Ihr könnt es darauf anlegen. Ich bezweifele es allerdings, dass ihr aus der resultierenden kriegerischen Handlung dann noch als Sieger hervorgeht."
Rhodri ap Idwal Foel, der Bruder Iagos, versuchte auf seinen Bruder beruhigend einzuwirken. Nur mit äußerster Mühe konnte er Iago auf seinen Stuhl zurückzwingen. Dunstan schaute die anderen Könige an. Morgan lächelte keck, während Owains Mine versteinert war. Auch die Blicke der beiden anderen Fürsten hinter Owain blieben hart.
„Nun… wenn dies die Meinung des Witan ist, dann möchte ich hiermit den Souverän über Wales bitten, mir Schutz gegenüber Plünderern und einfallende Soldaten eines anderen Landes zu gewähren", antwortete schließlich Owain ap Hywell, "erst vor nicht mal wenigen Tagen wurden Höfe in Tenby, das zu Deheubarth gehört und dessen Herr mein Thegn ist, geplündert, die Bewohner dieser Höfe vertrieben, wenn nicht gar getötet… und sogar sein Sohn verschleppt."
„Wer sagt, dass dies Land nicht zu Gwynedd gehört?", erwiderte Iago gehässig.
Noch ehe Owain etwas sagen konnte, griff abermals Dunstan ein.
„So wie ich weiß, gehört Tenby zu Dyfed … und nicht zu Powy, dass ihr nach eurer Eroberung auch behalten sollt. Der Witan wird sich mit dieser Sache so schnell wie möglich befassen. Allerdings kann ich jetzt schon sagen, dass die Berater des Königs über diesen Waffengang sehr beunruhigt… ja entsetzt sind. Da der Thegn von euch Herr über Tenby war und noch IST, kann es eigentlich nur ein Urteil geben. Ich denke aber, dass die Truppen der gegnerischen Partei nicht wussten, wo sie sich aufhielten und nur auf eine gewisse feindliche Handlung eine Antwort finden mussten. Natürlich wird König Iago von Gwynedd dem entsprechenden Thegn eine entsprechende Abfindung zahlen, um den entsprechenden Schaden zu begleichen. Sollte dies der Fall sein, so wird der Witan über eine Strafe gegen die dort begangene Schuld hinwegsehen und den zukünftigen König mit dieser Sache nicht belasten. Solltet ihr allerdings noch weiteren Schutz benötigen, König Owain von Deheubarth, so wird er euch gegeben."
Wieder blinzelten die Augen Iagos von Gwynedd böse auf, doch nun hatte er sich erstaunlich besser im Griff. Allen war klar, dass der Witan die jetzt im Augenblick vorhandenen Grenzen anerkennen würde. Somit wurde das Königreich Powy, dass hier nicht am Tisch dass, von Gwynedd einverleibt.
„Und was ist mit meinem Sohn", fragte einer der Begleiter Owains und stand auf.
Dunstan schaute den großen breitschultrigen rothaarigen Mann an.
„Mit eurem Sohn?"
„Godric ap Maredudd… er wurde nach meinen Informationen aus Tenby verschleppt… zusammen mit unserem Mündel Helga Hufflepuff…"
Bei Dunstan schlug dieser Name wie ein Blitz ein. Erstaunt schaute er den Berater Owains an.
‚Helga Hufflepuff? Das Mädchen, dass der Bund der Wölfe sucht… das Mädchen, das von C. genannt wurde? Dieses Mädchen ist in Wales?'.
Die Gedanken über Helga beeinträchtigten Dunstans bisher sichere Haltung.
„Ehm… nun… König Iago, ich denke es nur rechtens, wenn der Sohn des Maredudds, zusammen mit dem Mündel, wieder nach Tenby zurückkehren könnte."
Iago kniff die Augen zusammen.
„Ich denke nicht daran, diesen Jungen zurückzuschicken. Er wird sich für seine Taten verantworten müssen. Immerhin tötete er mehrere meiner Männer…"
„Die im Unrecht waren… nun gut… ich mache euch einen anderen Vorschlag… um weitere kriegerische Maßnahmen von Seiten Gwynedd wie auch Deheubarth zu unterbinden, sollen Geiseln ausgetauscht werden. Da euer Sohn, Owain von Deheubarth, noch zu klein ist, soll der Sohn eures engsten Beraters… der sich im Augenblick im Gewahrsam Gwynedd befindet, als Geisel bei den Gwynedder verbleiben… bis ein König von Wales von König Eadwig bestimmt wurde. Im Gegenzug wird ein Sohn eines eurer Brüder, König Iagos, nach Dyfed gebracht werden, um dort als Geisel zu leben. Selbstverständlich dürfen den Geiseln nichts geschehen. Sollte dies aber der Fall sein, so sieht es der Witan… und dementsprechend König Eadwig als grobe Verletzung der Rechte der entsprechenden Könige an. Und somit ein Vergehen gegen den Souverän, was vergleichbar eines kriegerischen Aktes ist. Allerdings… solltet ihr das Mündel freigeben…"
Iago von Gwynedd schaute hasserfüllt Dunstan an, ehe er ruhig sagte: „Wir haben kein Mündel… kein Mädchen gefunden. Sollte sie nicht tot sein, wird sie sich noch dort befinden, wo unsere Truppen den Aufstand niederschlugen."
Dunstan schaute den König von Gwynedd an… und wusste, dass dieser ihm diesen Auftritt nie vergeben würde.
Ooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo
Gloucestershire, Winter 955 n. Chr.
Helga fror so stark, dass sie auf Hermes mit den Zähnen klapperte. Sie versuchte sich in ihren Mantel so klein wie möglich zu machen, doch dies gelang ihr nur bedingt.
„Können wir nicht eine Rast machen und uns etwas aufwärmen?", fragte sie den Werleoparden an ihrer Seite, der ohne Rast in einem Tempo weiterlief, so dass selbst Hermes auf Dauer seine Schwierigkeiten bekommen konnte. Nadal schaute sie an und schüttelte mit dem Kopf.
„Wir sind noch nicht da!"
„Wo bringt ihr mich hin?", fragte Helga erschöpft. Noch immer steckte ihr nicht nur der tagelange Marsch in den Beinen, sondern auch die Begegnung mit den Dementoren.
„Wollt ihr etwas?", fragte Nadal sie im Gegenzug und hielt ihr ein Stück eines Hasen hin, dem der Werleopard den Kopf abgebissen hatte. Helga schüttelte sich. Seit sie die Gefangene dieses Wesen geworden war, hatte sie nichts zu Essen angerührt… insbesondere als sie miterleben durfte, wie Nadal seine „Opfer" fing und sie verspeiste. Noch immer wurde ihr bei diesem Gedanken ungewöhnlich schlecht. Nur das gesüßte Wasser, dass Nadal ihr recht bald nach dem Dementorenangriff gegeben hatte, nahm sie an. Es half ihr ein wenig… allerdings wurde ihr nicht gerade warm dabei.
„Könntest du nicht wenigstens bei mir etwas für Wärme sorgen? Immerhin hast du meinen Zauberstab. Ich friere… und ich kann mir nicht vorstellen, dass diejenigen, wer sie auch immer sein mögen, zu denen du mich bringen willst, mich in diesem halberfrorenden Zustand befragen wollen", erwiderte Helga und versuchte sich mit ihren gefesselten Armen noch ein weniger gekrümmter auf den Sattel zu setzen, um dem eisigen Wind zu entgehen.
„Jetzt schneit es auch noch", stöhnte sie, als nur einen kurzen Moment später der erste Schnee in diesem Jahr auf sie herabrieselte.
Nadal schaute noch einmal zur zitternden Helga und grinste. Dann hob er seinen Zauberstab… und Helga wurde ein wenig wärmer. Ihre Sachen, die eben noch kalt gewesen waren, hatten nun eine gewisse Wärme angenommen.
„Dies wird allerdings nur eine zeitlang helfen… dann wird es wieder so sein wie zuvor", sagte er, nachdem er kurz stehen geblieben war. Doch nun griff er erneut die Zügel des Pferdes und führte Hermes in einem schnellen Schritt weiter.
„Wo bringt ihr mich hin?", fragte Helga noch einmal… und wieder erhielt sie keine Antwort.
„Warum konntet ihr mich dorthin, wo ihr hinwollt nicht apparieren?", fragte sie weiterhin, wobei es ihr egal war, ob sie mit den ganzen Fragen, die sie dem Werleoparden gestellt hatte, zur Weisglut gebracht hatte. Dabei hatte Nadal zum Anfang noch ausgiebig Auskunft gegeben, als Helga nach den Dementoren nachgefragt hatte.
„Sie sind magische Wesen, die sich brütender Weise fortpflanzen."
„Wie Hühner?"
Nadal hatte laut gelacht, ehe er weiter erzählt hatte.
„Nun ja, ich möchte einen Dementor nicht gerade mit einem Huhn vergleichen… sie ernähren sich nämlich von den glücklichen Gefühlen ihrer Opfer… und von deren Seelen."
„Von deren Seelen?". Helga starrte ihn an, oder besser gesagt, seinen Rücken, denn Nadal war während ihres Gespräches stets weitergelaufen, ohne sich dabei umzuschauen.
„Ja… zumeist folgen sie einem Krieg oder einer Krankheit, einer Seuche. Sie sind meist dort, wo Menschen sind, die schwach sind… Todkranke, Verletzte und Gebrechliche… und diesen nehmen sie dann noch das letzte Fünkchen Hoffnung. An ihre Seelen ist leichter heran zu kommen; sie sind zu geschwächt, um sich gegen den Todeskuss wehren zu können."
„Den Todeskuss?", hatte Helga Nadal sich schüttelnd gefragt.
„Ja, so nennt man es, wenn ein Dementor einem Menschen die Seele aussaugt", hatte Nadal erwidert.
Jetzt nach Stunden schauderte es Helga immer noch, wenn sie an dieses Gespräch dachte… und daran, dass sie fast das Opfer eines solchen Todeskusses geworden war.
„Aber warum sind die Menschen nicht weggelaufen?"
„Bist du es?", hatte Nadal sie gefragt, worauf Helga mit dem Kopf geschüttelt hatte. "Siehst du! Zudem können nur magisch begabte Wesen Dementoren überhaupt sehen. Nur sie sind in der Lage sich mittels Okklumentik und Patronuszauber halbwegs gegen diese Wesen zur Wehr zu setzen… Eigentlich dachte ich, da du deinen Geist in so vortrefflicher Art zu verschließen vermagst… in einer solchen Art, wie ich es bei niemand anderes je erlebt habe… dass du deine Gefühle auch gegenüber den Dementoren verschließen kannst. So, dass sie dich nicht hätten spüren können… aber dies ist scheinbar nicht der Fall. Nun, ja… so war es nur gut, dass ich dich die letzten zwei Monate beobachtet habe und auf eine Möglichkeit gewartet habe, dich abzufangen."
„Ihr hattet mich beobachtet?", hatte Helga überrascht nachgefragt.
„Ich sagte deinem kleinen Halbelfenfreund schon damals, dass mir ein Opfer kaum entkommt. Und das eine Jagd mehr als ein Jahr dauern kann. Als ich von meinen Auftraggebern eine zweite Chance bekam…", Nadal hatte laut geschluckt, ehe er weiter gesprochen hatte,"… nahm ich mir mehr Zeit. Ich war bei der ersten Möglichkeit vielleicht ein wenig leichtsinnig gewesen. Hatte nicht gedacht, dass ihr in so kurzer Zeit so mächtige Verbündete erwerben würdet. Was eigentlich die Jagd noch interessanter machte… wäre nicht der Misserfolg nicht so…"
Nadal hatte sich selbst unterbrochen und schwieg kurz.
„Nun ja, ihr werdet meinen Auftraggeber selbst kennen lernen. Ich habe mich jedenfalls entschlossen, dass dies mein letzter Auftrag in England sein wird. Das Wetter ist lausig und auch meine Arbeit wird nicht so geschätzt… ich denke, ich werde in mein Heimatland zurückkehren… oder nach Italien gehen… mal sehen. Vielleicht werde ich für den neuen Papst arbeiten, nachdem dieser Agapitus II das Zeitliche gesegnet hat… hihi… schön formuliert…"
„Ihr wusstet also, wo ich war?", hatte Helga noch einmal nachgefragt.
„Es war zunächst schwierig gewesen, die Spur von euch wieder aufzunehmen. Doch ihr habt einen Fehler gemacht… oder besser euer Freund. Wäre er in Tenby geblieben, wäre er nicht mit auf diesen Feldzug gegen die Gwynedder als Feldscherer mitgegangen… hätte er nicht versucht, das Leben von König Edwin ap Hywel zu retten, wäret ihr noch nicht in meiner Gewalt. Aber solche Sachen sprechen sich herum… ich wusste, dass dieser Animagus ein Waliser war und als ich schließlich von dem Halbelfen hörte, brauchte ich mich nur noch auf die Gebiete der Dyfeder zu beschränken. Mit etwas Druck und Schläue bekam ich dann heraus, wo er sich aufhielt. Der Rest war Beobachtung. Mir war klar, dass die Familie magisch begabt, ja äußerst mächtig ist. Also wartete ich auf eine Chance… wie sie sich nun bot. Gut, dass ich dann so schnell zur Stelle war und meinen Patronus, dem Raben, einsetzen konnte… ich weiß nicht, wie mein Auftraggeber reagiert hätte, wäre ich zu spät gekommen…"
Helga hatte nun geschwiegen… und auch Nadal hatte nichts mehr hinzugefügt.
„Du wirst schon sehen, wo ich dich hinbringe. Es ist nicht mehr weit. Ist für mich eine kleine Rückversicherung. Sollte ich diese bekommen, werde ich dich und mich nach Bodmin apparieren."
„Bodmin? Wo liegt das?"
„Tief im Süden Englands. Eigentlich eine Gegend, die etwas wärmer… und somit angenehmer ist als DIES hier. Aber nur eigentlich… wären da nicht die Sümpfe… und all dies Gesocks um den Sitz meines Auftragsgebers."
Helga sah wie es den Werleoparden in seiner schwarzen Kutte schüttelte, was sie nicht gerade erfreute.
‚Wenn dieses Wesen schon so angewidert ist… so angstvoll von den Sümpfen spricht… wie mag es dann erst für einen normalen Menschen dort sein?', fragte sich Helga.
Der Werleopard führte Hermes abermals einen kleinen Hügel hinauf, ehe plötzlich stehen blieb.
„Was ist?"
„Wir sind da!", erwiderte er
„Wo?" Helga schaute… und erblickte im leichten Schneeschauer einen kleinen Wald… von dem ein merkwürdiges Leuchten ausging.
„Hier bekomme ich meine Rückversicherung!", sagte Nadal, wobei er sich zu ersten Mal richtig umdrehte und Helga mit einem Lächeln ansah. Seine großen Reiszähne blitzen trotz des schlechten Wetters.
„Aber wo sind wir?"
„Bei der Hexe Oilell… der Gwrach-y-rhibin, der mystischen Königin der Sabberhexen"
oooooooooooooooooooooooooo
Abtei Sherbourne, Kellerräume, Winter 955 n. Chr.
„Und… hast du weiter mit deinen Zaubertränken herumexperimentiert?"
Cuthburh strich Salazar eine seiner schwarzen Strähnen aus dem Gesicht. Sie liebte diesen Anblick, sein markantes Gesicht, seine fast schon aristokratische Nase, seine tiefschwarzen Augen, die auf der einen Seite gefährlich glitzern konnten… und doch bei ihr sehr viel Wärme aussandten. Sein so wundervolles Lächeln, das eine Reihe markeloser Zähne offenbarte, erregte sie stets. Noch immer konnte sie sich nicht vorstellen, dass dieser gutaussehende junge Mann Solmens Sohn sein sollte. Der Sohn von jenem Mann, der einst ihre Mutter… sie mochte daran gar nicht denken. Sie mochte auch nicht an ihre Arbeit und an die Mutter von Edgiva, Ethelgiva denken. An jene hochmütige Hexe, die sich „hochgeschlafen" hatte… die aus ärmlichen Verhältnissen kam und sich nun anschickte, eine der wichtigsten Persönlichkeiten am Hofe Eadwig zu werden. Cuthburh hatte Dunstan gewarnt… und doch war diese Warnung wohl zu spät gekommen, denn Edgiva hatte den zukünftigen König Eadwig nicht vergessen… ja nicht vergessen können. Und Eadwig wohl Edgiva auch nicht.
Sie hasste diese Gedanken, wie sie auch Ethelgiva hasste… hasste, weil sie Cuthburh jeden Tag aufzeigte, dass nicht sie, die einst reinblütige Cuthburh aus einer edlen Familie am Hofe das Sagen hatte, sondern sie, Ethelgiva, von der niemand genau wusste, woher sie wirklich herkam. Jedenfalls aus keiner hohen Familie.
„Ja, habe ich, aber ich weiß nicht, ob der Trank wirklich zu etwas zu gebrauchen ist", meinte Salazar und schaute dabei auf Cuthburh hoch, die weiterhin mit seinen Haaren beschäftigt war. Er liebte es hier zu liegen… und wenn es auch noch der sanfte und warme Schoß eines so wundervollen Geschöpfes war, dann mochte er diesen Ort noch umso lieber.
„Willst du ihn mir zeigen?", fragte Cuthburh weich und stellte schließlich ihr Werk ein, nachdem sie die Strähnen schließlich gebändigt hatte und sein Gesicht von ihnen befreit hatte. Sanft beugte sich hinab und küsste Salazar flüchtig auf die Stirn.
„Willst du ihn wirklich sehen… er ist noch nicht fertig?"
„Vielleicht kann ich dir ja bei der Arbeit helfen?"
„Meinst du wirklich? Ich denke, du bist mit dem Mischen von Zaubertränken nicht so gut? Aber natürlich kannst du mir helfen…"
Salazar richtete sich auf und gab dann Cuthburh die Hand, um sie hochzuziehen. Als sie sich richtig aufgerichtet hatte, nahm Salazar sie plötzlich in die Arme und gab ihr einen Kuss.
„Wofür war dieser?", fragte Cuthburh lächelnd, als sie sich schließlich trennten und schaute Salazar neugierig an.
„Och… dafür das du einfach da bist", erwiderte Salazar, worauf Cuthburh kicherte. Als Salazar sie abermals küssen wollte, brach sie diesen aber recht schnell ab.
„Wolltest du mir nicht die neusten Experimente zeigen?", fragte sie ihn leise.
„Na… wenn du willst?", sagte Salazar ein wenig enttäuscht, ließ Cuthburh aber los, damit sie die Treppen des kleinen Turmes hinablaufen konnten, auf dem sie sich vergnügt hatten.
Sie kamen recht bald in jenem Keller an, in dem Salazar seine verbotenen Tränke braute… und versuchte neue zu erfinden. Schließlich blieb Salazar vor einer Wand stehen, die genauso aussah, wie die Wände, an denen sie schon vorbeigelaufen waren. Salazar hob seinen Zauberstab und schlug gegen sie.
„Ostium apparet."
„Willst du Einlass… so wähle deine Worte", hörte man eine Stimme sagen, die aus dem Nichts erschien.
„Lasst mich ein, den Sohn der Schlange", zischte Salazar auf Parsel… und schon begann eine Tür wie aus dem Nichts zu erscheinen, die langsam aufschlug und einen kleinen Raum offenbarte, in dem mehrere Tische standen an deren Enden sich jeweils ein Kessel befand. Viele dieser Kessel waren schon alt und verbeult… und doch brodelte es in einigen von ihnen. In manch einem waren klare Flüssigkeiten zu sehen, während in anderen die ganze Farbpalette sich an den Rändern spiegelte. Salazar steuerte nach hinten, wo auf einem kleineren Feuerplatz ein kleiner Kessel stand, an dem Salazar vor kurzem noch gearbeitet hatte.
„Und … was probierst du aus?"
„Nun, ich suche ein Gegengift für einer meiner Schlangen. Sie kann einen nicht so beißen wie andere… hat aber ebenfalls sehr giftige Zähne. Ich habe schon mit einigen Dingen herumexperimentiert und bin jetzt darauf gekommen, es eventuell mit der Haut dieser Schlange zu versuchen. Dazu habe ich noch etwas Knöterich genommen, da das Gift der Schlange anscheinend die Nieren angreift. Schließlich eine Prise eines Zweihorns. Und.. als besondere Zutat habe ich noch etwas Sophienkraut hinzugefügt."
„Sophienkraut?"
„Das Sophienkraut wird gern als Heilpflanze verwendet, da dieser Pflanze eine Beschleunigung der Heilung und Vernarbung von Wunden nachgesagt wird. Ich habe es letzten Freitagnacht gezupft."
„Warum nachts?"
„Weil es für mich am sichersten war, das mich dabei keiner sieht… leider hat der Trank bisher noch nicht die Wirkung gehabt. Das Gift der Schlange wirkt noch immer tödlich."
„Und was ist das hier…?"
Cuthburh zeigte auf eine kleine Flasche, die ganz in der Nähe stand. Sie nahm die Flasche auf und schaute gegen das Fackellicht, um zu erkennen, um was es sich hierbei handelte.
„Ein Extrakt eines anderen Zaubertrankes. Ein Sud von Fliegen und Blutegeln…"
„Igitt…", sagte Cuthburh und verzog ihren Mund, wobei sie die Flasche ungläubig anstarrte. Mit ausgestreckter Hand ließ sie das Fläschchen auf den Tisch sinken und drehte sich weg, wobei sie leicht gegen den Tisch stieß.
„Was machst du?", rief Salazar erschrocken, als sie ein wenig das Gleichgewicht verlor und griff noch rechtzeitig zu, ehe Cuthburh ohnmächtig auf den Kellerboden sank. In seiner Hektik stieß er ebenfalls gegen den Tisch und riss dabei die Hälfte der auf ihm stehenden Gefäße herunter. Nur mit Grauen konnte er noch sehen, wie das Fläschchen des Extraktes in seinen Kessel verschwand.
„Was… was ist passiert?", fragte Cuthburh Salazar, als sie schließlich wieder zu sich kam.
„Du bist ohnmächtig geworden. Ich glaube, es war keine so gute Idee hier herunter zu kommen…", sagte Salazar und lächelte Cuthburh an, "leider ist der Trank nun auch noch hinüber."
„Warum?"
„Das Fläschchen mit dem Extrakt ist in den Kessel gefallen. Ich denke mir der ganze Sud wird sich jetzt mit dem anderen Zaubertrank verbunden haben. Jedenfalls sieht der Trank jetzt aus wie ein dicker, dunkler, träge blubbernder Schlamm."
„Es tut mir leid, dass ich…"
„Nein, Cuthburh, es ist gut. Ich hätte dich nicht herunterbringen sollen. Die Luft ist hier nicht gut… und wenn man es nicht gewöhnt ist…"
„Nun vielleicht kannst du diesen ‚Vielschlammtrank' noch irgendwie benutzen", sagte Cuthburh und beugte sich über diesen.
„Komm dort lieber weg… sonst wird dir gleich wieder schlecht", sagte Salazar und brachte seine Freundin aus dem Kellerverlies.
ooooooooooooooooooooooooooWinchester, Räume des Bischofs von Winchester, Winter 955 n. Chr.
„Habt ihr das Pulver?"
Der Mann in dem dunklen Mantel nickte und übergab Bischof Aelfsige ein kleines Kästchen.
„Und es ist genügend darin, damit die Person letztendlich verstirbt?"
Wieder nickte der Mann.
„Für die üblichen Ohnmachtsanfälle setzt ihr dem Essen wieder ein oder zwei Prisen des Pulver bei… wollt ihr aber, dass die Person verstirbt, dann benutzt ihr das ganze Pulver. Doch denkt daran, die Person lebt noch rund eine Stunde, ehe sie schließlich in Ohnmacht fällt und zu Tode kommt."
„Oh… wunderbar. So in etwa habe ich es mir gedacht. Gut… hier eurer Entlohn. Auf euch Herbaristen ist doch immer wieder Verlass."
Bischof Aelfsige nahm ein kleines Beutelchen unter seiner Kleidung heraus und reichte sie dem Mann. Der schaute kurz hinein, um dann ein weiteres Mal zu nicken.
„Und denkt daran, ich habe mit euch keinerlei Kontakt gehabt, geschweige denn dieses Pulver von euch erhalten. Sollte man euch verhören, dann werdet ihr leugnen mit mich zu kennen. Es sei denn… ihr wollt in der Hölle schmoren", erwiderte Bischof Aelfsige kühl.
„Nein, Bischof, ich bin nicht dumm. Ich werde schon morgen nach London reisen… und für ein halbes Jahr dort bleiben. So wird man mich nicht verdächtigen, euch dieses Pulver beschafft zu haben."
„Sehr gut, Mann, sehr gut. Nun dann habt wohl… vielleicht kommen wir ja später noch einmal ins Geschäft."
Der Mann grinste, nickte, drehte sich rasch um und verließ das Zimmer.
„Meint ihr, wir bekommen es noch mal hin, dass diese Cuthburh dieses Pulver zu sich nimmt?", fragte eine weitere Person in dem Zimmer, die nun aus dem Schatten ins Licht trat.
„Aber sicher Aelfnoth, aber sicher. Ich denke, dass sie recht bald wieder Salazar besuchen wird… und dann werdet ihr wieder ihren Wein mit etwas von dem Pulverchen vermischen. Der junge Slytherin soll ruhig noch einmal mitbekommen, wie sein Herzelein ohnmächtig in seinen Schoß fällt. So wird er nach der Krönung des Königs, wenn wir ihm den Brief zustellen, voller Angst zu der vergifteten Cuthburh eilen… und somit am Ort sein, wenn der König von unserem Mann getötet wird. Und somit können wir ihm und dieser Zofe die Tat in die Schuhe schieben… und wenn sie dann erst die Unterlagen finden, in denen klar und deutlich der Komplott Solmens mit Dunstan dargestellt ist… wird nicht nur unser lieber Berater und Abt sich wieder im Kerker des neuen Königs wieder finden. Und Ethelgiva… die gute verliert nicht nur ihre Zofe… sondern auch ihren König. Sie wird natürlich abtreten und ins Kloster gehen. Eine wunderbare Lösung, die uns den Weg frei macht, sowohl im Rat, als auch im Witan. Schließlich, wenn dann auch Edgar beseitigt wird, steht unserem Eadberth niemand mehr im Weg."
Bischof Aelfsige begann laut zu lachen… worauf Bischof Aelfnoth ebenfalls nervös mitlachte.
„Nun kommt, Aelfnoth, seit kein Angsthase. Alles geht seinen Weg. Erstens ist unser Mann ein Könner auf seinem Gebiet. Er ist still und leise… und es wird für ihn kein Problem sein, den König zu töten. Und zweitens… niemand ahnt, vor allem nicht Solmen, dass er bald einen sehr zweideutigen Brief an Dunstan schicken wird, der natürlich abgefangen wird. Alles wird seinen Weg gehen… und schon bald wird England wieder um einen König trauern müssen."
„Ich hoffe dies wird es!"
„Oh, ja, es wird, lieber Aelfnoth, es wird!"
OooooooooooooooooooooooooFluffyDanke für dein Review. Es ist schön zu hören, dass die Protagonisten dir so langsam ans Herz gewachsen sind und du, wenn du von ihnen hörst oder liest an meine Geschichte denkst. Mein Sinn war es ja auch, zu hinterfragen, warum sie dies oder das getan und wie sie in jener Zeit gelebt haben. Nun ich hoffe, du hast etwas mehr wieder über die anderen erfahren, wobei im Augenblick ja alle vier unterschiedliche Handlungsstreifen haben. Aber das wird sich bald wieder ändern, denn bald werden die einzelnen Handlungsstreifen wieder miteinander verwoben. Hoffe das Kapitel gefällt dir.
NellAuch an dich ein Dank für dein Review. Wo ich immer die Hintergründe für meine Geschichte herhole. Nun… ich bin der Meinung, wenn man eine Geschichte wie diese schreibt, kann man sie nicht einfach in einem ‚Vergleichsuniversum' erzählen. Sie muss an geschichtlichen Daten fussen, muss sich an geschichtlichen Bedingungen halten. Und die habe ich langsam aber sicher mittels Internet und Büchern zu Rate gezogen. Sicher ist es manchmal nicht einfach, vor allem wenn man an Originalliteratur herankommen will. Vieles ist allerdings in den angelsächsischen Chroniken oder in den Annalen Cambrias verzeichnet. Allerdings weicht meine Geschichte natürlich etwas von der Wirklichkeit ab, aber ich versuche sie so nah wie möglich mit den Geschehnissen der damaligen Zeit zu verknüpfen.
Ich kann mir vorstellen, dass in Landshut alle vier Jahre ein Ausnahmezustand herrscht. Zum einen wahrscheinlich eine wundervolle Veranstaltung, die aber zum anderen oft einen auch nerven kann. ( Wenn in der Stadt alles zusammenbricht). Dennoch , ich weiß jetzt, was ich mir in den nächsten vier Jahren mal antun werde.
Hoffe, du bekommst den Job nicht nur als Urlaubsvertretung.
oooooooooooooooooooooooo
Informationen zum Nachlesen:
Gwent
Gwent ist ein Gebiet im Südosten von Wales, in den Welsch Marches. Es grenzt an den Wye-Fluss, der schon immer die Grenze zwischen England und Wales markierte. Anders als die anderen Bereiche Wales, war Gwent von den Römern erobert worden und galt als Bastion gegen den Osten und Norden Wales. Nach dem Rückzug der Römer verblasste die Wichtigkeit des Gebietes. Nachdem die Normannen 1066 England eroberten, teilten sie Gwent, wobei die westlichen Bereiche in England eingegliedert wurden. Heute ist Gwent in folgende Distrikte zerteilt: Blaenau Gwent, Islwyn, Monmouth, Newport and Torfaen.
Gwrach-y-rhibinDies ist der Begriff, der man im walisischen dieser Person gegeben hat. Angeblich soll es ein dämonischer Geist sein, den man im Volksmund auch Sabberhexe nennt. Er erscheint als alte hässliche Frau mit Hakennase, Buckel und langen Klauenfingern. Die Arme haben zuweilen Flügel und die Stimme des Geistes ist ein Omen, dass den nahen Tod verkündet. Bei JKR sind Sabberhexen oder „Hags" als "böse" Hexen bekannt: Die extrem hässlichen und widerlichen alten Weiber sehen furchterregend mit ihrem fiesen mal runzeligen, mal blauen Gesicht aus und verspeisen gern Kinder. So beobachtet Harry eine Sabberhexe, die an einem Tisch im Tropfenden Kessel gerade rohe Leber in sich hineinschlingt. Vom Zaubereiministerium werden Sabberhexen seit Jahrhunderten schon den Zauberwesen (im Original: Beings) zugeordnet. Die Entscheidung, sie als mitspracheberechtigt anzuerkennen, ist jedoch umstritten. Insbesondere Zentauren verwahren sich empört dagegen, mit derartigen Geschöpfen gleichgestellt zu werden.
Der Name Oilell stammt aus dem keltischen und bedeutet mystische Königin.
Ostium apparet
Die Tür erscheint
Vielsafttrank
Der Vielsafttrank, laut JKR, ist ein sehr mächtiger Zaubertrank, der diejenige Person, die ihn trinkt, für eine Stunde in eine andere Person seiner Wahl verwandelt. Zum Brauen des Trankes braucht es folgende Zutaten: Florfliegen (21 Tage lang geschmort), Blutegel, bei Vollmond gezupftes Flussgras, Knöterich, gemahlenes Horn eines Zweihorns, klein geschnittene Haut einer Baumschlange und schlussendlich ein Stück derjenigen Person, in die man sich verwandeln will. Die Herstellung des Trankes dauert ca. 1 Monat und ist nur für Verwandlungen in andere Menschen gedacht. Das Getränk sieht aus wie dicker, dunkler, träge blubbernder Schlamm. Nun, bis auf das Horn eines magischen Zweihorns sind alle anderen Zutaten real. Die Florfliegen (Chrysopidae) stellen eine Familie innerhalb der Insekten dar. Sie zählen zu den Netzflüglern. Es gibt viele Unterarten innerhalb der Gruppe, die meisten tragen jedoch nur lateinische Namen. Die bekannteste unter ihnen ist die Gemeine oder Grüne Florfliege (Chrysoperla carnea), aufgrund der großen hervorstechenden Facettenaugen am Kopfsegment auch als "(Gemeines) Goldauge" bezeichnet. Die Larven aller Florfliegen leben räuberisch und erbeuten kleinere Insekten und vor allem Blattläuse. Manche erbeuten bis zu 500 Blattläuse in ihrer Entwicklungsphase. Daher gelten die Florfliegen als Nützlinge. Der Darm der Larven ist blind geschlossen, es wird daher Unverdauliches wieder über die Mundöffnung herausgewürgt. Die Grüne Florfliege kommt auf der ganzen Welt mit Ausnahme von Australien vor.
Die Blutegel (Hirudinea) gehören zur Klasse der Gürtelwürmer und damit zu den Ringelwürmern, der bekannteste Vertreter unter ihnen ist der medizinische Blutegel (zool. Hirudo medicinalis), der schon seit Jahrhunderten bei der Blutegelbehandlung in der Medizin zum Einsatz kommt. Blutegel sind auf der ganzen Welt verbreitet, leben aber überwiegend im Wasser, die meisten im Süßwasser, nur wenige im Brackwasser und im Meer. Sie sind gute Schwimmer und benötigen sauberes Wasser als Lebensraum. Außerhalb des Wassers bewegt sich der Blutegel mit Hilfe von zwei Saugnäpfen an den Körperenden schreitend fort. Die Egel benötigen Säugetierblut um sich fortzupflanzen, die Eier werden dabei außerhalb vom Wasser abgelegt und in Kokons eingesponnen. Nach dem Schlüpfen ernähren sich die jungen Egel von kleinen Wirbellosen, die sie fressen oder aussaugen, sie saugen jedoch auch an Fröschen. Der Blutegel saugt sich an der Haut von Säugetieren fest, um dann meist schmerzfrei die Haut zu durchbeißen und in etwa 30 Minuten bis zum fünffachen seines Körpergewichts an Blut zu saugen. Dabei sondert er über den Speichel die Blutgerinnungshemmer Heparin und Hirudin in die Wunde ab - aus diesen Stoffen ergibt sich die medizinische Heilwirkung des Blutegels.
Bei Flussgras handelt es sich sehr wahrscheinlich um das Sophienkraut oder auch Besenrauke (bot. descurainia sophia), eine unscheinbare, gelb blühende Pflanze, die in Europa vorkommt und bevorzugt an Wegrändern oder auf Schuttplätzen wächst. Die Übersetzung „Flussgras" ist eine wortwörtliche Übersetzung des englischen Namens. Das Sophienkraut hingegen wurde gern als Heilpflanze verwendet, da dieser Pflanze eine Beschleunigung der Heilung und Vernarbung von Wunden nachgesagt wird. Weiter wurde sie benutzt, um Koliken und Durchfall zu heilen und sogar, um Schluckauf zu kurieren. Die (ähnlich wie Senf) scharf schmeckenden Samen galten als gutes Wurmmittel.
Der Knöterich (bot. polygonum aviculare) ist eine Pflanze, die bis auf wenige Ausnahmen auf der ganzen Welt verbreitet ist. Sie wächst bevorzugt auf Äckern, Wiesen und an Wegrändern. Bekannt ist sie auch unter den Namen Hühnergras, Saukraut, Säuwase, Tennengras, Wegkraut, Weggras, Unvertritt und Vogelknöterich. Die einjährige Pflanze wird bis 60 cm hoch, als Jungpflanze wächst sie aufrecht, später niederliegend. Sie hat kleine, rötlich bis grünlichweiß gefärbte Blüten. Es gibt in der Volksheilkunde verschiedenste Anwendungsbereiche, z.B. bei Rheuma, Blasen- und Nierenerkrankungen, Durchfall, Ruhr, Bandwürmern und Hämorrhoiden. Die Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend und harntreibend. Allerdings sind die Sprossteile und Früchte des Knöterichs giftig und daher eine Anwendung als Hausmittel nicht unbedenklich.
Baumschlangen leben hauptsächlich in Bäumen, aber auch in Dornbüschen, wo sie sich schnell und sicher bewegen können. Hauptsächlich Jungvögel, kleinere Vogelarten und Eier sind ihre Beute. Gereizt blähen sie ihren Kehlsack auf, um größer zu wirken. Es gibt unterschiedliche Farbvarianten und manche ahmen das Aussehen von Vögeln nach, um ihre Beute zu täuschen. Ihr Gift wirkt blutzersetzend. Die grüne Boomslang des tropischen Afrikas wird ca. 180 cm lang und gehört zur Gruppe der Trugnattern. Ihre gefurchten Zähne sitzen fast direkt unter den Augen und ihr kleines Maul kann sie enorm weit aufreißen. Trugnattern können den Menschen angeblich nicht so gefährlich werden, da ihre gefurchten Giftzähne weit hinten im Oberkiefer sitzen und den Menschen so nur schwer erreichen können. Aber sie können ihr Maul erschreckend weit aufreißen, einen Finger umspannen und das Gift einkauen. Lassen Sie es nur nicht auf einen Versuch ankommen. Unbehandelt kann zumindest der Biss der Boomslang zum Tode führen
Herbaristen
Die Herbaristen betätigten sich im Mittelalter lebhaft in der ärztlichen Kunst in allerlei Formen und trieben ihr Gewerbe mehr versteckt als offen. Ihren Patienten erteilten sie mit Vorliebe dunkel gehaltene Ratschläge, auch pflegten sie sich mit geheimnisvollen Symbolen und ähnlichen Attributen zu umgeben. Sie verordneten Kräuter, denen sie eine heilende, aber auch dunkle Kraft zuschrieben; daneben übten sie auch bei der Behandlung eines Kranken das Absingen von Psalmen.
Personen, die in dem Kapitel der Geschichte Nosce te ipsum vorkommen. Die Personen die kursiv geschrieben sind, sind erdacht (entweder von JKR oder von mir).
Aelfhere
Eldorman von Wiltshire, Führer der ostsächsischen Partei, Ausbilder Eadwigs
Aelfnoth
Bischof von Sherbourne, Mitglied der Wölfe
Aelfsiege
Bischof von Winchester, Mitglied der Wölfe
Aethelstan
ehemaliger König Englands bis 939
Cuthburh
Zofe im Hause Ethelgiva, Freundin von Salazar, Spionin von Dunstan
Dunstan
Abt von Glastonbury, einer unserer Hauptprotagonisten
Eadberth
unehelicher Bruder Eadwigs und Edgars, wurde von Bischof Aelfsige ausgebildet.
Eadred
(924 +955), König von England
Eadwig
ab 955, König von England, Sohn Edmunds
Edgar
Sohn Edmunds, Bruder Eadwigs, Prinz von England, Eldorman von Mercien
Edgiva
Tochter von Ethelgiva, mögliche Königin von England
Edwin ap Hywell
älterer Bruder Oweins, starb 954
Erik Blutaxt
( +954), norwegischer König von York
Ethelgiva
Konkubine, Mutter von Edgiva, Ratsmitglied der Wölfe
Ethelstan
Eldorman von East Anglia, Führer der Ostsäschsischen Partei, Ausbilder Edgars, auch der "Halb-König" genannt.
Flaewig
Bibliothekar in Glastonbury
Godric Gryffindor
sein richtiger Name ist Godric ap Maredudd, Sohn des Herrn von Tenby und Gryffindor, eine der vier Gründer Hogwarts
Gwefrfawr ap Sywno
Zaubermeister am Hofe Gwynedd. Vater von Melangell
Helga Hufflepuff
10 jährige Dänin, eine der vier Gründer Hogwarts
Hywell Dda ap Cadell
ehemaliger König von Wales
Iago ap Idwal Foel
König von Gwynedd
Melangell
Tochter von Gwefrfawr ap Sywno, Zaubermeister von Gwynedd,
Meurig ap Idwal
Prinz von Gwynedd, Bruder von Iago ap Idwal
Morgan Hen
König von Glywysing & Gwent
Nadal Lynx
Werkatze, Jäger von Solmen
Odo
Erzbischof von Canterbury
Owain ap Hywell
König von Deheubarth
Rhodri ap Idwal Foel
walisischer Prinz von Gwynedd, Bruder Iagos
Richard Eriugena
Heiler und Arzt, Ausbilder Helgas
Rowena Ravenclaw
Nonne von Glastonbury, eine der vier Gründer Hogwarts
Salazar Slytherin
jüngerer Sohn Solmens von Slytherin, Gründer Hogwarts
Solmen
Edorman von Cornwall, Graf von Slytherin, Vater Salazars, Ratsmitglied der Wölfe
Wilhelm
Bruder der Abtei von Glastonbury, Anhänger des schwarzen Eldormannes
