Heyhey,

hier kommt ein neues Kapitel;) Ich bedanke mich bei ViSissi für den netten Review :D

Viel Spaß beim Lesen...Ich hoffe, es gefällt euch :)

LG Marit


Kapitel 2 – Die Universität

In seinem Zimmer angekommen, legten wir uns früh zu Bett. Eng aneinander gekuschelt ließ ich meinen Gedanken freien Lauf.

Wie würde der morgige Tag wohl werden? Nahmen wir das Studentenwohnheim oder mussten wir uns doch nach einer Wohnung umschauen? Wie würde es mit Edward und mir weiter gehen, wenn wir den nächsten Schritt wagen würden?

Mir kamen noch Tausende dieser Gedanken ehe ich an Edwards Brust geschmiegt einschlief.

Der nächste Morgen kam viel zu früh. Mein Handywecker ging um Punkt acht Uhr los. Am liebsten würde ich jetzt einfach so liegen bleiben und so tun, als wenn nichts wäre. Leider war unser Besichtigungstermin für das Studentenwohnheim aber sehr früh, weswegen es jetzt höchste Zeit war, sich fertig zu machen.

Unter mir bewegte sich Edward auch schon. Er streichelte über meinen Rücken und verursachte dabei eine heftige Gänsehaut bei mir.

„Guten Morgen, meine Süße", flüsterte er mir ins Ohr.

„Morgen", nuschelte ich. Es war definitiv zu früh für mich. Ich liebte es auszuschlafen, aber das ging wohl heute nicht. Edward lachte und ich spürte das Vibrieren seiner Brust unter meinem Kopf.

Nach nur wenigen Minuten raffte ich mich dann endlich auf und ging ins Bad. Ich duschte schnell, föhnte und zog mir anschließend ein blaues Top und eine lange Hose an. Auch wenn es Sommer war, wollte ich keinen schlechten oder billigen Eindruck an der neuen Uni machen.

Als ich aus dem Bad kam, saß Edward auf dem Bett und sah mich an.

„Hast du nicht irgendwas vergessen?", fragte er vieldagend. Im ersten Moment dachte ich, dass ich wirklich etwas Wichtiges vergessen hatte, aber sein Grinsen im Gesicht erklärte alles.

Ich schritt auf ihn zu, um kurz vor seinem Gesicht Halt zu machen. Ich drückte ihm kurz – aber wirklich nur kurz – meine Lippen auf seine, um dann zu meiner Tasche zu gehen und meine alten Sachen reinzupacken.

Ich konnte mir sein verblüfftes Gesicht nur zu gut vorstellen, dazu brauchte ich ihn nicht anzusehen.

„Hey! Was war das denn?", beschwerte er sich auch schon, „das war doch kein richtiger Kuss!"

Ich konnte mir ein Grinsen nur schwer verkneifen, als ich mich zu ihm umdrehte.

Ich hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass er direkt hinter mir stand und ich gegen seine Brust prallte. Er beachtete es aber gar nicht, legte beide Hände an meine Wangen und presste seine Lippen auf meine. Es war leidenschaftlich und berauschend. Ich konnte gar nicht genug davon bekommen, aber leider waren die menschlichen Bedürnisse da anderer Meinung und wir mussten beide Luft holen.

Der Termin war um zehn Uhr. Wir wollten uns um viertel vor mit den anderen am Haupteingang treffen, also hatten wir noch etwas Zeit.

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten Edward und ich uns auf den Weg. Wir nahmen wieder mein Auto und fuhren ein Stück bis wir an der Harvard University ankamen. Dank dem Stadtverkehr schafften wir es sogar pünktlich zu sein, sonst wären wir zu früh gewesen.

Die anderen waren noch nicht da, also warteten wir wie besprochen am Eingang auf sie.

Nach fünf Minuten tauchte auch schon Jaspers Wagen auf. Er sah ein wenig genervt aus.

Alice saß auf dem Beifahrersitz und sah auch nicht so fröhlich aus, wie sie sonst immer war.

Sie stiegen beide aus und kamen auf uns zu. Wir begrüßten uns kurz.

„Hey, was ist los?", fragte ich dann.

„Der Stadtverkehr ist los oder besser gesagt ist nicht los!", antwortete Alice, „Eigentlich wollten wir nochmal kurz in die Mall und sind deswegen etwas früher losgefahren. Aber das konnte man sowas von vergessen. Irgendwo war ein Unfall und wir standen eine Ewigkeit. Gar nichts ging mehr! Und da die Zeit dann knapp war, mussten wir direkt hierher kommen und sind trotzdem zu spät!"

Sie war wirklich sauer. Jasper nahm sie in die Arme. Er schaffte es immer, sie zu beruhigen und auch bei anderen gelang es ihm. Das war auch der Grund, warum er Psychologie studieren wollte.

„Schau mal, da kommen Rose und Emmett", versuchte er Alice abzulenken. Und es klappte wirklich. Sie war nicht mehr sauer, stattdessen diskutiete sie mit Rose, dass sie unbedingt wieder shoppen gehen müsste, bevor die Ferien vorbei waren. Ich lehnte mich an Edward und schaltete für einen Moment ab. Ich war immer noch ein wenig müde.

„Ich will ja nicht drängeln", erklang Jaspers Stimme, „aber wir sollten jetzt wirklich mal reingehen, sonst sind wir zu spät."

Er hatte recht. Also gingen wir alle zusammen in die Universität rein.

Es war ein altes Gebäude aus rotem Backstein, aber innen sah alles sehr modern aus.

Wir wurden bereits erwartet. Ein circa 30-jähriger Mann und eine etwas älterere Frau warteten auf uns.

„Guten Tag", brgrüßten sie uns. Wir grüßten zurück und schon begann die Führung. Mädchen und Jungen wurden aufgeteilt, damit es schneller ging, schließlich waren wir nicht die einzigen, die sich hier umsehen wollten.

Die Frau, die sich als Mrs. Parker vorstellte, zeigte uns ein großes Zimmer, indem wir locker zu dritt reinpassten. Es standen ein Etagenbett, ein Einzelbett und sogar ein Sofa im Raum. Perfekt für uns. Der Campus war nicht weit entfernt. Aus dem schön großen Panoramafenster konnte man schon die Grünanlage sehen. Die Aussicht war wunderbar und auch die Inneneinrichtung war voll in Ordnung. Es gab sogar eine kleine Küchenzeile mit Kühlschrank. Wenn man das ganze noch etwas persönlicher einrichten würde, wäre es wirklich perfekt für uns. Zumal die Jungs nur einen Stock über uns ihre Zimmer haben würden.

Meiner Meinung nach war die Sache geklärt. Eine gute nicht zu teure Wohnung hier in Boston, am besten noch in Campusnähe zu finden, wäre unmöglich. Das hier war also die beste und einfachste Lösung.

Alice war so begeistert, dass sie im Geiste schon am einrichten war. Es war klar, dass ihr der Schrank, der ihr zustand, zu klein war.

Nach einer weiteren viertel Stunde entschlossen wir uns, nach den Jungs zu sehen. Sie waren noch in ihrem Zimmer und machten es sich bereits auf den Betten bequem, zumindest Emmett. Er hatte sich auf dem Einzelbett ausgebreitet.

Jasper inspizierte die kleine Küchenzeile und Edward sah aus dem Fenster. Sie hatten den selben Ausblick auf den Campus wie wir.

Rose klopfte an die Tür, da die Jungs uns noch nicht bemerkt hatten. Ihre Köpfe schnellten in unsere Richtung.

„Ihr seid schon fertig?", fragte Jasper.

„Jap", kam es einstimmig von uns zurück.

„Und?", fragte jetzt auch Edward. Er kam gerade auf mich zu, um mich in seine Arme zu schließen.

„Wir wollen es haben", sagte Alice fest entschlossen. Die Jungs lachten.

„Was?" Sie war ein wenig eingeschnappt. „Gefällt's euch etwa nicht?" Das wäre wirklich nicht gut. Ich war völlig zufrieden mit dem Zimmer und hatte nicht vor, jetzt noch nach einer Wohnung zu suchen.

„Wer hat gesagt, dass uns das Zimmer nicht gefällt?", stellte Emmett die Gegenfrage.

„Ihr wollt es also auch nehmen?" Sofort erhellte sich Alice' Miene wieder. Daraufhin lachte jeder im Raum.

„Ich liebe dich", flüsterte Edward mir ins Ohr, sodass nur ich es hören konnte. Meine Wangen erröteten natürlich sofort. Ich schmiegte mich fest in seine Arme. Auch die anderen lagen sich mittlerweile in den Armen.

Ich sah zu Edward hoch und in seinem Blick lag so viel Liebe und Zärtlichkeit, dass ich einfach nicht widerstehen konnte, ihn zu küssen. Ich schloss die Augen, als sich mein Gesicht dem seinen näherte. Es war ein sehr zärtlicher Kuss, indem genauso viel Liebe lag – wie in seinen Augen.

„Ich liebe dich auch", flüsterte ich ihm zu. Als wir uns trennten.

„Bäh! Hört mit eurem Liebesgesülze auf! Da wird einem ja schlecht von!", kam es auf einmal von Emmett hinter uns. Rosalie verpasste ihm einen ordentlichen Schlag in die Seite, sodass er sich fluchend krümmte. Jetzt lachten alle, nur Emmett nicht. Er schaute trotzig vor sich hin.

„Ich denke, er wollte sagen, dass es schön ist, dass ihr euch gefunden habt, stimmt's Emmett?" Rose sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an.

„Deswegen müssen sie aber nicht immer und überall rumknutschen oder sich andauernd ihre Liebe gestehen. Es weiß doch jeder, dass die beiden die wohl verknalltesten Knallköpfe auf der ganzen Welt sind." Und damit verschaffte er sich einen weiteren Schlag von Rose, diesmal nur gegen den Oberarm.

„Ich würde sagen, es ist entschieden", entschärfte Jasper die Situation, „wir gehen ins Studentenwohnheim." Und schon quietschte Alice rum, hüpfte wie ein Flummi durchs Zimmer.

„Ich glaub, wir sollten jetzt Bescheid geben, dass wir die Zimmer nehmen, sonst werden sie nachher noch an jemand anderen vergeben." Rose hatte recht und so gingen wir ins Sekretariat, um die Formalitäten zu klären.

Es dauerte noch etwa eine halbe Stunde, bis wir mit den Zimmern in der Tasche aus dem Gebäude traten. Wir alle waren zufrieden und wollten unsere neue Bleibe für die nächsten Jahre feiern gehen.

Den Nachmittag verbrachten wir in der Mall, wo auch fürs Mittagessen ein Restaurant gefunden hatten, am Abend gingen wir in eine Bar und ließen den Tag gebührend ausklingen.

Heute war auch vorerst unser letzter gemeinsamer Abend. Edward musste wieder zurück nach Chicago, um seine Sachen zu holen und auch die anderen wohnten nicht ganz in der Nähe. Ab morgen früh würde ich wohl ein paar Tage allein sein und das stimmte mich irgendwie traurig. Ich musste mir immer wieder einreden, dass es nur eine Woche sein würde, bis ich sie wiedersah, aber ich vermisste sie jetzt schon – vor allem Edward.

Und als ob er es auch fühlen würde, nahm er mich kurzerhand in die Arme und drückte mich fest an sich. Wir standen ewig ineinandergeschlungen in der Bar, in die wir eigentlich zum feiern gegangen waren. Die anderen waren alle auf der Tanzfläche.

Der restlichen Abend verlief sehr ruhig. Edward und ich tanzten ein wenig, auch wenn ich ihm davon abriet, aber seit dem Schulball vor den Ferien ließ er keine einzige Ausrede mehr gelten. Und so tanzten wir bis in die Nacht hinein.

Ich fuhr Edward zurück zu seinem Hotel. Er musste morgen recht früh auschecken, deswegen würde ich heute Nacht wieder in der Wohnung meiner Mum verbringen.

Die ganze Fahrt über herrschte ein betretenes Schweigen.

Ich stieg noch mit aus und begleitete ihn bis zum Eingang. Dort blieben wir stehen.

„Na dann", sagte ich, um endlich dieses unangenehme Schweigen zu durchbrechen.

„Ja", murmelte er.

„Wir sehen uns in einer Woche." Ich sah ihm nicht ins Gesicht.

„Eine Woche", kam es nachdenklich und etwas wehmütig zurück.

„Ich geh dann mal." Ich hasste Abschiede, egal für wie lang. Ich wollte es lieber so schnell es ging hinter mir haben. Ich wollte gerade wieder Richtung Auto gehen, als ich von ihm festgehalten wurde.

„Bella?", flüsterte er.

„Hm?" Jetzt sah ich ihm doch in die Augen. Aber ich bekam keine Antwort. Stattdessen nahm er mein Gesicht in beide Hände und küsste mich.

„Das werde ich ganz besonders vermissen", sagte er, als wir und voneinander lösten. „Aber am allermeisten werde ich dich vermissen."

„Ich werde dich auch vermissen, Edward." Ich sah ihm mit all der Liebe, die ich für ihn fühlte in die Augen und hoffte, dass er es bemerkte.

„Ich liebe dich", flüsterte er und küsste mich erneut. Diesmal etwas leidenschaftlicher.

„Wir telefonieren morgen, versprochen?" Ich sah ihn erwartungsvoll an.

„Sobald ich wieder da bin. Dann ruf ich dich sofort an", antwortete er.

„Ich liebe dich", sagte ich ihm zum Abschluss, drehte mich um und lief schnell zum Auto.

Edward blieb stehen, bis ich ihn nicht mehr sehen konnte. Es war ein seltsames Gefühl, als ich ihn dort stehen sah. Beide Hände hatte er in der Hosentasche.

Um nicht gleich in Tränen auszubrechen, redete ich mir wieder ein, dass ich ihn in einer Woche wiedersehen würde. Es war ein Wunder, dass ich vorhin schon nicht geweint hatte, aber jetzt konnte ich nicht mehr verhindern, dass mir eine Träne über die Wange lief.

Als ich in der Wohnung ankam, ging ich schnurstracks in mein Zimmer und legte mich ins Bett. Ich war nicht mal mehr in der Lage, mich umzuziehen. Stattdessen fiel ich sofort in einen tiefen Schlaf. Ich träumte von Edward und meinen anderen Freunden, die ich in der nächsten Woche alle missen müsste. Aber wir konnten ja täglich telefonieren. Und ich träumte von schönen Dingen, wie zum Beispiel die Universität, unser Zimmer im Studentenwohnheim und an die glückliche Zeit, die uns noch bevorstand.


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