Loa: Naja, wie gesagt, im Prinzip sind sie wie die Werwölfe, nur halt Falken :-)

Asrael - Engel des Todes / peppone007: Ich nehme an, ihr seid die selbe Person? Wie auch immer, besser spät als nie :-) Danke für's Lob!

Bad Hermione: Bitte sehr :-)

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Zedernflug und Nachtschatten waren schon da. Sie hatten den toten Werfalken nicht so nahegestanden, aber dennoch betrauerten sie deren Tod.

Bei ihnen befanden sich zwei Kinder, ein Mädchen von ungefähr 13 oder 14 Jahren und ein kleinerer Junge.

„Da seid ihr ja.", sagte Nachtschatten leise. Zu Harry und Draco gewandt erklärte er: „Das hier sind Yumaq und Finn. Yumaq ist 14, sie wird sich wohl in ein bis zwei Jahren verwandeln. Finn ist gerade 7 geworden."

Morgenstern begrüßte die beiden mit einem Nicken. Finn wirkte, als sei er lieb und brav, was man von Yumaq, die seinen Blick selbstbewusst erwiderte, nicht gerade behaupten konnte. Sie hatte schwarze Haare, die aussahen, als wüsste sie nicht, was eine Bürste ist, und ihre weite Jeans hatte Löcher. Außerdem trug sie ein Jungen-T-Shirt. Es war das erste Mal, dass Harry Kinder von Gestaltwandlern sah, die für die Verwandlung noch zu jung waren. Er fragte sich, ob sie überhaupt in einem Haus wohnte, denn sie sah nicht so aus, als ob sie jemals eins von innen gesehen hätte.

„Wir sollten die Toten beerdigen.", meinte Rubinherz leise. „Auch für dich wäre es gut, Abschied zu nehmen, Sonnenuntergang." Sturmwind, Sonnenuntergangs Gefährte, war ebenfalls bei dem Massaker ermordet worden.

„Du hast recht", meinte Echonebel leise, während er tröstend Sonnenuntergangs Schulter drückte.

Sie wollten gerade aufbrechen, als über ihnen am dunklen Nachthimmel ein Flügelrauschen ertönte und ein großer dunkler Schatten zu ihnen herabsank.

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Ein paar Stunden früher:

Dave lief durch den Gang, der zu seinem Büro führte. Er fühlte sich erschöpft und war froh, dass bald Feierabend war. Es war hier immer recht laut, was er nicht leiden konnte. Auch jetzt riefen sich wieder einige Auroren etwas zu, anstatt einfach in das Büro des Gesprächspartners zu kommen.

„Jack, ich muss dich was fragen, komm mal kurz!"

„Geht grad nicht, Mark, der Minister will was mit mir besprechen und dann müssen wir Black sein Anti-Magie-Serum spritzen! Die 24 Stunden sind fast um. Ich komm dann danach zu dir."

Ein Grummeln ertönte aus Marks Büro, während Jack aus der Tür vor Dave eilte und Richtung Ministerbüro verschwand, ohne ihn zu bemerken.

Dave ging weiter und warf im Vorübergehen einen flüchtigen Blick in das Büro, welches Jack gerade verlassen hatte. Auf dem Tisch lag schon die Spritze mit dem Anti-Magie-Serum, das sämtliche speziellen Fähigkeiten und Eigenschaften der Werfalken blockierte – und sie auch ihrer körperlichen Kraft beraubte.

Dave blieb stehen. Er warf einen Blick in Richtung Ministerbüro und fasste dann wieder die Spritze ins Auge. Jack war bei Fudge – erfahrungsgemäß konnte das dauern . . .

Plötzlich hatte er es wahnsinnig eilig. Er schnappte sich die Spritze und eilte in den Raum, wo ein Vorrat an Zaubertränken aufbewahrt war, die die Auroren häufiger mal brauchten, ließ das giftgrüne Anti-Magie-Serum aus der Spritze verschwinden und ersetzte es durch ein Stärkungsmittel, welches er durch einen Zauber ebenfalls giftgrün färbte, sodass niemand den Unterschied bemerken würde. Rasch eilte er zurück und legte die Spritze wieder in dieselbe Position auf Jacks Tisch. Dann machte er, dass er fortkam.

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Sirius lag auf dem kalten Steinboden, als er aufwachte. Langsam richtete er sich auf und verzog das Gesicht. Sein ganzer Körper tat ihm weh von den Torturen der vergangenen drei Wochen. Er setzte sich vorsichtig auf, als er Schritte hörte. Dass seine Sinne unter dem Einfluss des Anti-Magie-Serums nur auf menschlichem Niveau waren, störte ihn sehr. Bald kamen fünf Auroren um die Ecke, darunter auch dieser Sadist Jack Gwenwood. Der Gestaltwandler verengte die Augen.

Zwei der Auroren richteten ihre Zauberstäbe auf ihn, während ein anderer die Tür öffnete und mit den Übrigen die Zelle betrat. Gwenwood holte aus seinem Umhang eine Spritze mit einer giftgrünen Flüssigkeit hervor. Das Anti-Magie-Serum! Der Auror beugte sich zu ihm runter und jagte ihm die Spritze in den Arm.

Doch anstatt dass der Werfalke sich jetzt schwächer fühlte, gab der Inhalt der Spritze ihm Kraft. Gerade so, als hätte sich ein Stärkungsmittel darin befunden. Konnten die Auroren es verwechselt haben? Aber seit wann war Stärkungsmittel giftgrün?

Geistesgegenwärtig bemühte er sich, sich nichts anmerken zu lassen. Stattdessen tat er so als hätte ihn das Mittel wie sonst furchtbar geschwächt und ließ sich auf den Boden fallen. Die Auroren grinsten höhnisch und Gwenwood trat ihm in die Rippen.

„So, Black! Das dürfte für die nächsten 24 Stunden reichen! Bis in einem Tag dann!"

Damit verschwanden sie hämisch lachend. Er wartete noch eine Weile, dann richtete er sich wieder auf und überlegte.

In der Spritze hatte sich eindeutig kein Anti-Magie-Serum befunden. Wie auch immer es dazu gekommen war, heute Nacht musste er von hier verschwinden. Plötzlich spürte er, wie seine ganze Kraft und Magie zurückkehrte. Die Wirkung des Serums von vor einem Tag war also verschwunden. Vorsichtig blickte er durch die Gitterwand in den Gang, bevor er sich verwandelte.

Es tat gut, wieder in das gefiederte Ich zu schlüpfen. Leider hatte er hier keinen Platz zum Fliegen, aber in wenigen Stunden würde sich das ja ändern. Er verwandelte sich zurück und merkte, wie seine zahlreichen Wunden sich zu schließen begannen. Jetzt funktionierte sein Körper wieder so, wie er sollte!

Tempus!", murmelte er.

Sofort wusste er, dass es jetzt kurz nach 18 Uhr war. Er beschloss, bis Mitternacht zu warten und dann die Nachtwachen vor dem Zellentrakt zu überwältigen um zu verschwinden. Halt! Sein Schwert musste er noch finden!

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Keiner Menschenseele begegnete ihm, während er durch das nächtliche Ministerium schlich, sein magisches Schwert in den Armen tragend wie ein neugeborenes Kind. Allmählich wurde ihm das Glück, das er hatte, unheimlich. Schließlich erreichte er die große Eingangshalle mit dem Brunnen der Magischen Geschwister, als er plötzlich die Präsenz einer anderen Person spürte. Rasch zog er sich in die Schatten des Ganges zurück und schickte mit Hilfe der Legilimentik seinen Geist auf die Reise, um herauszufinden wer sich erdreistete, nachts im Zaubereiministerium umherzuschleichen. Bald erkannte er, dass es Adams war, unter einem Tarnumhang verborgen. Er trat aus den Schatten hervor.

Accio Tarnumhang!"

Adams sah gesünder aus als bei ihrem letzten Treffen. Gut, das war keine Kunst, immerhin war er von Eiskristall geheilt worden, während mit Sirius das genaue Gegenteil geschehen war. Der Auror schien merkwürdigerweise kein bisschen überrascht, ihn zu sehen. Plötzlich kam dem Falken ein Verdacht. Er legte den Kopf schief und suchte in dem Gesicht des vor ihm Stehenden nach etwas, das ihm Recht gab.

„Sag mal, hast du an dem Anti-Magie-Serum herumgepfuscht?"

Daves Augen funkelten belustigt. „Es könnte sein, dass ich es aus Versehen durch ein gefärbtes Stärkungsmittel ersetzt habe." Dann wurde er jedoch ernst. „Ich dachte, ich . . . naja, ich hab da ja doch noch was gut zu machen und da dachte ich . . ." Er stockte. „Es tut mir leid, was ich dir damals angetan habe. Ich meine, ich hab ja die Erinnerungen in deinem Denkarium gesehen und auch viel mit deinen Gefährten gesprochen, jedenfalls . . . ich glaube dir."

Sirius neigte dankend den Kopf.

Dave betrachtete den Falken einen Augenblick aufmerksam, bevor er fortfuhr: „Du musst die Erinnerung an das, was ich vorhin getan habe, aus meinem Gedächtnis löschen. Sobald sie sehen, dass du entkommen bist, werden sie todsicher jeden von uns aufs Schärfste kontrollieren, vermutlich mit Veritaserum. Dies ist der einzige Weg, sie nichts davon wissen zu lassen."

Sirius nickte zögernd. „Das ist wahr. Dennoch . . .", er beschwor ein Kristallfläschchen, „ . . . solltest du die Erinnerung hier drin aufbewahren, dann kannst du sie eines Tages, wenn es ungefährlich ist, wieder aufnehmen."

Dave führte seinen Zauberstab an die Schläfe und ließ die Erinnerung mit dem Stärkungsmittel in der Spritze in das Fläschchen sinken. Er hexte es unzerbrechlich und gab es Sirius zurück.

„Pass bitte gut darauf auf. Du kannst es anschauen und auch den Anderen zeigen. Gib es mir, wenn die Zeit gekommen ist. Ich vertraue dir."

Sirius nickte ihm zu und ließ das Fläschchen in der Tasche seiner Jeans verschwinden. „Dreh dich um. Wenn ich die Erinnerung aus deinem Gedächtnis entfernt habe, solltest du mich besser nicht mehr sehen."

Er trat in einen der Kamine und streckte die Hand aus.

Obliviate."

Dann verschwand er rasch und lautlos.

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Der Flug nach Schottland wurde von einer quälenden Ungeduld begleitet. Aus irgendeinem Grund spürte er, dass er am Ziel nicht das finden würde, was er sich erhoffte. Als er nicht mehr weit weg war und gerade über Loch Lomond flog, erblickten seine scharfen Augen plötzlich an der Nordspitze ein paar Gestalten. Das wäre noch nichts Ungewöhnliches, aber er erkannte ihre Stimmen. Rubinherz und Echonebel! Was taten sie – und offenbar waren noch einige andere hier – an diesem Ort?

Er verfiel in einen Sinkflug und landete vor ihren erstaunten Augen im Gras.

„Nachtstern?"

Anstatt einer Antwort verwandelte er sich zurück in einen Menschen. „Was macht ihr hier?", erkundigte er sich verwundert. Da fiel ihm auf, dass sie alle irgendwie . . . gelähmt wirkten. Harry ging auf ihn zu und erdrückte ihn fast mit seiner Umarmung. Nachtstern löste sich vorsichtig von ihm und sah ihm in die Augen. Der dumpfe Blick gefiel ihm gar nicht.

„Was ist passiert?", fragte er scharf.

Zedernflug seufzte. „Benutze Legilimentik."

Er sah, wie sie ihre Schilde senkte und auf ein Nicken hin durchforstete er vorsichtig ihre Gedanken, bis er sah, was heute Abend passiert war. Die Ermordung Merlins. Zedernflugs verzweifelter Flug. Die Schlacht.

Er zog sich zurück und seine Augen blitzten vor Wut, Kälte und Entschlossenheit. „Das werden wir ihnen heimzahlen.", fauchte er.

„Haben wir schon. Es gibt nur noch knapp über fünf Dunkle Falken.", meinte Sternennacht.

„Wie bist du eigentlich entkommen?", fragte Harry interessiert.

„Das Ministerium hat ein neues Mittel gefunden, es heißt Anti-Magie-Serum. Es blockt bei uns die stablose Magie und auch alle anderen Fähigkeiten für 24 Stunden. Dann muss es erneut gespritzt werden. Wenn du das intus hast, kannst du dich weder verwandeln noch irgendeine Art von Magie wirken und du bist so schwach wie ein Mensch.

Dave hat heute Abend die Spritze heimlich mit Stärkungsmittel gefüllt, bevor sie sie mir verabreicht haben. Kurz darauf war die Wirkung des Serums vorbei. Aber zurück zu uns – was machen wir jetzt?"

„Beerdigung", erwiderte Sonnenuntergang tonlos. „Das heißt, wenn wir nochmal dorthin können."

Sie flogen los; Zedernflug und Nachtschatten trugen ihre Kinder auf dem Rücken. Schon waren bald in der Nähe ihres alten Zuhauses. Jetzt mussten sie sehr gut aufpassen. Augenscheinlich war zwar niemand in der Nähe, aber man konnte ja nie wissen. Als sie weiterflogen und Analysezauber sprachen, zeigte sich allerdings nichts.

Die Jagdhütte war dem Erdboden gleich gemacht und das Schlachtfeld voller Leichen. Offenbar hatten sich die überlebenden Todesser keine Mühe gemacht, ihre Toten in Würde wegzuschaffen.

„Sieh mal einer an! Das ist meine Cousine Bellatrix!", meinte Nachtstern überrascht, als er einen der dunklen Falken erkannt hatte.

„Traurig?", fragte Rubinherz, die neben ihm auftauchte.

Nachtstern sah sie von der Seite an und schüttelte den Kopf. „Sie war eine sadistische Todesserin, die Spaß am Foltern Unschuldiger hatte. Die Welt ist ohne sie besser dran", meinte er brüsk, bevor er sich abwandte und feststellte, dass auch Rodolphus Lestrange unter den Toten war.

Die Falken hoben Gräber aus für ihre Gefährten, wuschen sie, wickelten sie in weiße Tücher und legten jeden von ihnen in ein eigenes Grab. Dann schaufelten sie die Gräber wieder zu und ließen Grabplatten erscheinen, mit Name, Geburtsjahr und Todesdatum. Sobald das erledigt war, verbrannten sie die Leichen der Todesser unzeremoniell. Den Rest der Nacht hielten sie Wache an den Gräbern und schmückten diese mit Blumen.

Am nächsten Morgen waren sie alle todmüde. Dennoch, jetzt brauchten sie erst mal einen sicheren Unterschlupf.

„In unserem Haus ist es zu unsicher", meinte Nachtschatten bedauernd.

„Nein, das wäre nicht gut", stimmte Sonnenuntergang ihm zu. „Jederzeit könnten Todesser kommen, um euch zu rekrutieren. Wir brauchen etwas anderes. Etwas, mit dem niemand rechnet."

„Ich würde London vorschlagen", warf Harry ein.

„ London?!"

„Ja! Es wäre der letzte Ort, wo uns jemand vermuten würde. Am Besten noch in der Nähe der Winkelgasse."

„Da ist was dran", meinte Echonebel nachdenklich. „Aber wo?"

Da hob Nachtstern den Kopf und sah jedem Einzelnen von ihnen in die Augen.

„Ich weiß, wo."

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Professor Dumbledore sank in den Sessel vor seinem Schreibtisch und fuhr sich müde mit der Hand über die Augen. Voldemorts Rückkehr war immer noch nicht vom Ministerium anerkannt worden und wo Harry war, wusste er auch nicht. Er seufzte. Er hatte sich dem Jungen gegenüber wirklich etwas zu sehr wie ein Puppenspieler verhalten. Remus hatte Recht, Harry würde nie vor seinem Schicksal davonlaufen. Er, Albus Dumbledore, hätte ihm schon viel früher von der Prophezeiung erzählen sollen. Der Junge war stark, viel stärker als alle dachten und auch viel stärker als Harry selbst es sich je eingestehen würde.

Und es war auch ein Fehler von ihm gewesen, ihn im Ligusterweg aufwachsen zu lassen. Als Harry ihn kurz vor seiner Verwandlung angeschrien hatte, hatte er genau das ausgesprochen, was Albus auch schon ein schlechtes Gewissen bereitet hatte. Allerdings war es danach erst mal zu spät gewesen, um seinen Fehler zu korrigieren. Harry war jetzt stinksauer auf ihn und er konnte es ihm nicht mal verübeln. Aber er schwor sich, sollte er Harry das nächste Mal sehen, würde er sich bei ihm entschuldigen und es in Zukunft besser machen. Hermines Reaktion auf seine Frage nach dessen Aufenthaltsort hatte ihn nämlich nachdenklich gemacht. Er wusste, dass die kluge Hexe Autoritätspersonen immer sehr respektierte und nur dann eine Ausnahme machte, wenn besagte Person falsche Absichten hatte.

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Zur gleichen Zeit betraten Nachtstern, Morgenstern, Echonebel und Sonnenuntergang das Schloss. Sirius trug einen Hoodie und hatte die Kapuze aufgesetzt, die anderen hatten auf Tarnung verzichtet; da Osterferien waren, schliefen die Schüler noch, schließlich war es gerade mal 7 Uhr morgens.

Als sie am Wasserspeier ankamen, stöhnten Sirius und Harry synchron auf. Sonnenuntergang und Echonebel sahen sie fragend an – sie hatten die Schule seit Dumbledore Schulleiter geworden war, noch nicht besucht und wussten darum auch nicht, was es mit den Passwörtern auf sich hatte.

„Äh . . . Lakritzzauberstab . . . Bertie Botts Bohnen sämtlicher Geschmacksrichtungen . . . Getrocknete Kakerlaken . . .", versuchte Harry es.

Echonebel neigte sich zu Sirius. „Was macht er da?", fragte er mit offenkundiger Verwunderung.

„Das Passwort erraten."

„Ah . . ."

„Säuredrops – Schwachsinn, das hatte er schon mal . . . Pfefferminzpralinen in Krötenform . . . Zischende Wissbies . . . Getrocknete Kakerlaken . . . Zitronenbrausebonbons – ne, das war auch schon . . . Essbare Dunkle Male -"

Der Wasserspeier gab den Weg frei.

Essbare Dunkle Male? Dumbledore ist verrückt, total verrückt . . .", murmelte Sirius lachend, bevor die an die Bürotür des Direktors hämmerten.

„Herein."

Die Vier betraten das Büro. Dumbledores Gesicht war unbezahlbar, als Sirius die Kapuze abnahm und sich so zu erkennen gab.

„Sirius? Ich dachte, du sitzt im Ministerium fest? Wie bist du entkommen?"

„Alles eine Frage von Beziehungen." Er lachte, als er Albus' verwirrten Blick bemerkte. „Ich will es mal so ausdrücken: Kingsley und Tonks sind nicht meine einzigen Aurorenfreunde."

Albus wollte ihm gerade erzählen, dass die Beiden gefeuert worden waren, als er Harry erkannte. „Harry! Mr. Potter, meine ich. Ich muss mich bei Ihnen entschuldigen. Ich habe Sie zu Ihren Verwandten gesteckt, ohne Rücksicht auf Ihr leibliches Wohl, nur auf Ihre Sicherheit bedacht. Ich habe bewusst Informationen zurückgehalten, aus Besorgnis, Sie würden vor Ihrem Schicksal davonlaufen. Das tut mir sehr leid. Ich möchte mich dafür entschuldigen."

Harry sah ihn lange an. „Was hat Sie zur Vernunft gebracht?"

„Dumbledore seufzte. Wenige Tage nach Ihrer ersten Verwandlung habe ich versucht, durch Mr. Weasley und Miss Granger herauszufinden, wo Sie sich aufhalten. Die Beiden wollten mir nichts sagen, selbst unter dem Verzicht des Vertrauensschülerabzeichens. Die Tatsache, dass die junge Miss Granger, die Autoritätspersonen sonst sehr ernst nimmt, sich gegen mich stellte, hat mir die Augen geöffnet, da ich sie kenne und weiß, dass sie dies nur in begründeten Ausnahmefällen macht. Außerdem hat Remus mir, nachdem wir von der fehlenden Prophezeiung erfahren hatten, den Kopf vollends zurechtgerückt."

„Verstehe.", sagte Harry nach einer Pause. „Ich denk drüber nach. Aber Sie sollten wissen, dass Worte nichtssagend sind. Allein Ihre Taten können mich davon überzeugen, dass Sie es ernst meinen. Dann können wir gerne einen Neuanfang wagen."

„Womit wir schon beim Thema wären.", ergänzte Sirius, „Du kannst gleich mit diesen Taten anfangen, Albus, wir brauchen einen Zettel mit der Adresse vom Grimmauldplatz. Wir hatten vor Kurzem einen verlustreichen Kampf, weshalb wir beschlossen, in mein Haus einzuziehen."

Dumbledore sah sie an und nickte. Er nahm einen Zettel, schrieb etwas drauf und reichte ihn Sirius, der ihm am nächsten stand.

„Ich gehe nicht davon aus, dass ihr dem Orden beitreten wollt?", fragte er, nicht hoffnungsvoll, sondern einfach nur um sicherzugehen.

„Nein", bestätigte Sonnenuntergang. „Wir werden aber eure Privatsphäre achten und euch im Kampf gegen Voldemort unterstützen. Wohlgemerkt, nur als Verbündete, nicht als Untergebene!"

Dumbledore neigte den Kopf. „Gut. Wenn es euch nichts ausmacht, werde ich heute oder morgen mal vorbeikommen. Ich würde euch gerne näher kennenlernen."

„Alles klar. Vielleicht solltest du noch wissen, Albus, dass der junge Draco Malfoy sich ebenfalls verwandelt hat. Es war kurz nach Weihnachten. Er hat inzwischen die Seiten gewechselt und unterstützt uns. Nur damit du dich nicht wunderst. Ach, und noch was: Bellatrix und Rodolphus Lestrange sind tot!", sagte Nachtstern noch, bevor er mit den Anderen den Raum verließ und einen erstaunten Dumbledore zurückließ.

Dieser lehnte sich zurück und dachte nach, etwas, was er im Moment oft tat. Diese vier Gestaltwandler hatten ihn sehr überrascht. Offenbar hatten sie gerade etliche Gefährten verloren. Und Sirius war wieder frei. Arthur hatte einmal versucht, zu ihm zu gelangen, war aber aufgehalten worden. Jetzt hatten sie wieder eine Sorge weniger. Der Falke sah übernächtigt aus und in seinen Augen stand ein abwesender Blick. Albus fragte sich, was er wohl während dieser drei Wochen hatte erdulden müssen. Und was hatte er damit gemeint, dass er noch andere Auroren als Freunde hatte?

Dumbledore war froh, dass er mit Harry einen Neuanfang wagen konnte. Früher, als Mensch, war er oft impulsiv und aufbrausend gewesen, aber nun war davon nichts mehr zu sehen gewesen. Er war ruhig und gelassen geworden. Der junge Werfalke hatte ihn sehr beeindruckt, und dies hatte seinen Entschluss, ihn von nun an vorbehaltlos in seine Pläne einzuweihen, nochmal bestärkt. Der Schulleiter kam nicht umhin, stolz auf ihn zu sein.

Lichtfalken:

Harry – Morgenstern (m): goldenes Gefieder, 15 Jahre

Draco – Silberschweif (m): silbergraues Gefieder, 15 Jahre

Shira – Schneesturm (w): strahlend weißes Gefieder, 16 Jahre

Yael – Feuerflügel (w): braunes Gefieder mit rötlichen Flügeln; Shiras zweieiige Zwillingsschwester, 16 Jahre

Sirius – Nachtstern (m): nachtschwarzes Gefieder, 35 Jahre

Sternennacht (w): schwarzes Gefieder mit vielen einzelnstehenden weißen Federn, 116 Jahre, schwarze Haare

Rubinherz (w): braun-weiß gesprenkeltes Gefieder, 243 Jahre

Nachtschatten (m): schwarzes Gefieder, 503 Jahre

Zedernflug (w): hellbraunes Gefieder, 487 Jahre; Nachtschattens Gefährtin

Yumaq (14) und Finn (7), deren Kinder, noch Menschen

Sonnenuntergang (w): orange-braunes Gefieder, 737 Jahre

Echonebel (m): grauweißes Gefieder, 925 Jahre