Kapitel 13 – Teil 1

„Master Gryffindor, Ihr müsst etwas essen." Flehend sahen die dunkelblauen Augen Maylas Harry an. Seit drei Tagen war er nun hier. Und seit drei Tagen verweigerte er sämtliche Nahrung. Aus Angst man könnte ihm etwas untermischen, das seinen Kindern schaden könnte.

Ein kalter Blick war alles, was Mayla als Antwort erhielt. Dann wanderten Harrys Augen wieder sehnsüchtig aus dem Fenster. Er wusste, seine Hedwig saß da draußen. Gar nicht weit weg von ihm. Er hatte sie in den letzten Tagen schon ein paar Mal gesehen. Leider war es ihm nicht möglich, das Fenster zu öffnen.

Was für Auswirkungen das auf die Luft in diesem kleinen Raum hatte, war den hohen Herren, die hier lebten, offensichtlich egal.

„Master Gryffindor, Ihr schadet Euch damit nur selbst", versuchte das Mädchen es erneut.

„Lieber verhungere ich als zuzulassen, dass dieses Arschloch mir meine Kinder nimmt", fauchte Harry sie gereizt an. Es waren die ersten Worte die er, seit seinem Streit mit dem Mann, sprach.

Ein trauriger Blick aus blauen Augen traf ihn, ehe das Mädchen sich abwandte und das Zimmer wieder verließ.

Als Harry aus seinem Dämmerzustand, in welchem er gegen Abend verfallen war, wieder erwachte, erwartete ihn eine Überraschung. Auf seinem Bett saß, die schwarzen Augen traurig auf den Schwarzhaarigen gerichtet, Fawkes.

„Hey du", lächelte Harry den bekannten Phönix an. Erst dann fiel sein Blick auf das, was vor dem Phönix lag. Ein Packet und ein Brief.

Vorsichtig, um seinen geschwächten Körper nicht zu sehr zu belasten, erhob Harry sich und ging, leicht schwankend, zum Bett.

Mit zitternden Händen öffnete er den Brief.

[#]Hallo mein Schatz,

es tut mir Leid, dass ich nicht besser auf dich achten konnte. Und das wir versäumt haben, dich zu warnen. Allerdings konnten auch wir nicht damit rechnen, dass sie gleich zu so drastischen Mitteln greifen.

Der vampirische Hochadel ist ein...seltsames Völkchen der mächtigsten Vampire, die je geboren wurden. Viele von ihnen waren bei der Begründung der vampirischen Blutlinien beteiligt. Sie bissen mächtige Zauberer, um neue Vampire zu erschaffen, nachdem sie sich selbst fast vollständig ausgelöscht hatten.

Du musst vorsichtig sein, was du zu ihnen sagst.

Sie sind gefährlich.

Und wir können dir leider nicht helfen.

Ich liebe dich, mein Schatz, aber wenn sie es verlangen, dann musst du mich frei geben. Dein Leben ist wichtiger.

Fawkes wird ab jetzt bei dir bleiben. Es war seine Entscheidung und er hat sich freiwillig von Dumbledore gelöst. Leider kann er nur zu dir hinein teleportieren. Die Schilde sind zu stark, als dass er wieder heraus kommt.

Wir haben ihm deine Kleidung mitgegeben.

Lebe wohl, mein Schatz.

Erion.[#]

Ungläubig starrte Harry auf den Brief vor sich. Von ihm ging eindeutig der Geruch von Erion aus. Es konnte also keine Falle sein. Aber wie konnte er ihn einfach so sitzen lassen.

Weger dieser Idioten hier, die meinten, sie könnten sich alles erlauben.

Ein Knurren entkam Harry. Ließ Fawkes erschrocken auf den Schrank flattern.

Es war tiefer, als jemals zuvor.

Um Harry herum begann der Raum zu beben und die Luft schien zu verschwimmen.

Mit einem gewaltigen Knall wurde die Tür zu Harrys Zimmer gegen die Wand gestoßen und der violettäugige Mann stand darin. Sah Harry mahnend an.

„Halte deine Magie im Zaum!", knurrte er, bleckte dabei die Zähne.

„DAS IST ALLEIN DEINE SCHULD!", schrie Harry während er aufsprang. Die Augen auf den Mann vor sich fixiert, während ein weiteres, tiefes Knurren seiner Kehle entwich.

„Und was bitte soll meine Schuld sein?", fauchte der Ältere zurück.

Harry schmiss dem Mann den in seiner Hand verknüllten Brief, zu.

Geschickt fing der Ältere ihn auf, entfaltete ihn und las ihn.

„Sieht so aus, als wüssten wenigstens sie, was das Beste für dich ist", verkündete der Mann dann schnaubend.

Das war zu viel für Harry.

Mit einem Fauchen ging er auf den Mann los. Mit scheinbarer Leichtigkeit wich dieser aus. Ein spöttisches Grinsen erschien auf seinem Gesicht. „Ist das alles, was du drauf hast?"

Wieder entkam ein tiefes Knurren Harrys Kehle. Die eigentlich strahlend grünen Augen färbten sich binnen weniger Sekunden golden und seine Fänge begannen zu wachsen.

Mit großen Augen sah der Mann, wie auch die langen Haare des Jungen noch ein gutes Stück wuchsen. Nun fast bis zu den Knien reicht.

Ein weiteres Fauchen Harrys riss den Mann aus seiner Erstarrung. Nur knapp konnte er dem folgenden Angriff Harrys ausweichen. Wurde dabei immer weiter getrieben. Aus dem Zimmer raus, dessen Bann gegen Harrys Verlassen des Raumes einfach in sich zusammenfiel, als der Jüngere die Tür durchschritt.

Doch nicht nur den gefährlichen Krallen Harrys musste der Mann ausweichen, auch der konzentrierten Magie, die der Junge nach einiger Zeit ebenfalls auf den Älteren abschoss.

Rauchende Löcher in den Wänden, zersplittertes Holz und Scherben säumten den Weg, den Harry und der Mann beschritten hatten.

„Verdammt, Bengel, jetzt beruhig dich doch!", knurrte der Ältere.

„Sag du mir nicht, was ich zu tun habe!", fauchte dieser nur zurück, während er erneut eine Magiekugel auf den Älteren abschoss.

Dieser stand, mit dem Rücken zum Geländer, welches die Treppe in eines der unter ihnen liegendes Stockwerk säumte. Nicht fähig der Magie, die sich, kaum dass sie die Hand des Jungen verlassen hatte, wie ein Fächer über die Gesamte Länge der Empore ausbreitete, auszuweichen wurde der Ältere getroffen und durch das Geländer mehrere Stockwerke in die Tiefe geschleudert.

Benommen stand der Mann auf.

Konnte gerade noch sehen wie Harry mit einem sanften Klack seiner Schuhe auf dem Boden vor ihm landete.

Bedrohlich ging Harry auf den Mann zu.

„Du hast mir meine Familie genommen. Meinen Freund. Und du bedrohst das Leben meiner Kinder!", fauchte Harry. Ehe er vor dem Mann, direkt in der Mitte des Wappens welches den Boden der Halle in der sie sich befanden bedeckte, stehen blieb.

„Was für einen Grund habe ich, dich am Leben zu lassen?", knurrte er weiter und spürte nur nebenbei, wie andere mächtige Vampire sich ebenfalls zu ihnen gesellten.

Die feinen Linien des Wappens begannen zu leuchten, bis ihr Licht die Gesamte Halle ausfüllte. In ihrer Mitte die zierliche Gestalt Harrys, die den Vampir vor sich bedrohlich ansah und eine Hand hob.

Ein gewimmertes „Nein", sowie ein Gewicht um seine Hüfte ließ Harry innehalten. Seine goldenen Augen wandten sich von seinem Opfer ab und trafen direkt auf den bittenden Blick einer kleinen Mädchens mit lockigem, dunkelbraunen Haar und großen, violetten Augen.

„Bitte, bitte, du darfst meinem Papa nicht weh tun", schniefte die Kleine.

Vorsichtig legte Harry eine Hand auf den Kopf des Mädchens, welches allem Anschein nach nicht älter war, als seine kleine Lilien.

„Du hast Kinder", knurrte Harry, wenn auch wesentlich leiser als noch vor kurzem.

„Z…zwei, ein Mädchen und einen Jungen", brachte der Mann stotternd hervor.

Harrys Augen wandten sich von dem Mädchen ab. Durchsuchte die Halle nach der Mutter des Mädchens. Doch er konnte nur einen kleinen, vielleicht sechs Jahre alten Jungen sehen, der verzweifelt gegen die Arme einer schwarzhaarigen Frau ankämpfte.

„Lass ihn zu mir!", knurrte Harry die Frau an, die den Jungen sofort los ließ, so, als hätte sie sich verbrannt.

Schnell rappelte der Junge sich auf und rannte ebenfalls auf Harry zu.

„Nicht Papa weh tun, bitte", meinte auch der Junge mit bettelnden Augen.

Harrys zweite Hand wanderte auf den Haarschopf des Jungen, während seine andere Hand noch immer auf dem des Mädchens lag.

„Du hast Kinder und willst mir meine weg nehmen?", wandte er sich dann, leicht ungläubig, dem Mann zu.

Stumm und mit Horror in den Augen sah dieser Harry an.

„Wie würde es dir gefallen, wenn ich dir deine Kinder nehme? Antworte!", fauchte Harry.

„Tut mit ihnen, wie auch immer euch beliebt", hauchte der Mann.

Ein tiefes Knurren entkam Harrys Kehle.

„Wo ist ihre Mutter? Ich will hören, was sie dazu zu sagen hat!", fauchte er dann, an niemand bestimmten.

„Wir haben keine Mama", schniefte das Mädchen und versicherte sich so die Aufmerksamkeit Harrys.

„Nimm uns nicht auch noch unseren Papa, bitte", wimmerte der Junge und klammerte seine kleinen Hände um das Handgelenk Harrys.

„Du bist erbärmlich!", fauchte er dann den Mann an. „Ihr alle seid es!", wandte er sich dann an die übrigen Vampire in der Halle. „Ihr lasst eure Kinder kämpfen. Seid sogar bereit, sie zu opfern, nur um eurer eigenes, erbärmliches Leben zu verschonen. Ihr nennt euch mächtig. Nennt euch erhaben. Ihr seid nichts anderes als Feiglinge, die sich in einem Schloss hinter dicken Mauern und starken Schilden verstecken."

„Das ist ihr Leben. Alles was sie kennen und haben", hörte Harry eine zarte, bekannte Stimme hinter sich. Schnell wandte er sich um. Starrte ungläubig auf das kleine Mädchen, das ihm gegenüber stand, ein zaghaftes Lächeln auf den Lippen.

„Liliana", hauchte Harry, sein Blick wurde weicher und das Leuchten, das ihn umgab, verblasste etwas.

Mit wenigen Schritten war er bei seiner künftigen Tochter und schloss sie vorsichtig in die Arme.

Verließ somit das Wappen und brachte das Glimmen vollständig zum Erlöschen.

„Mäuschen, wie kommst du hier her?", fragte er sie, kniete sich vor sie hin.

„Bin Fawkes gefolgt", lächelte die Kleine. „Kommst du wieder heim? Daddy Erion ist ganz traurig und weint die ganze Zeit und Opa Godric und Opa Salazar sind auch traurig. Aber sie dürfen nicht traurig sein, weil doch Onkel Kerras geboren ist. Und da muss man doch froh sein."

„Ja, Mäuschen. Ich komm wieder mit heim. Ich wollte doch nie weggehen", hauchte Harry und schloss sein Töchterchen in den Arm. „Und es soll ja niemand wagen, das verhindern zu wollen", setzte er dann noch drohend an.

„Ho...Hoheit. Was...was soll mit...mit Noyn geschehen?", erklang eine zaghafte Stimme hinter ihm.

„Ähm...Mäuschen. Hat der...", leicht löste Harry sich von seinem Töchterchen und sah sie an. Zweifelte leicht an seinem Verstand.

„Ja. Hat er", grinste das Mädchen sichtlich glücklich.

Mit einem Blick, der mehr als deutlich sagte, dass sie sofort erklären sollte, was sie damit gemeint hatte, sah Harry das Mädchen an.

„Oma Lily war keine Muggelgeborene. Der letzte Vampirkönig starb vor etwas mehr als fünfhundert Jahren. Seine Gefährtin war bei der Geburt ihrer Tochter gestorben und er konnte den Verlust seiner Gefährtin nicht verkraften. Doch bevor er ihr in den Tod folgte, belegte er seine Tochter mit einem Zauber, der sie in eine liebevolle Familie bringen sollte. Weit weg von den Machtkämpfen unter dem vampirischen Hochadel, der nach seinem Tod ausbrechen würde.

Oma Lily war dieses Mädchen.

Und jetzt bist du hier und das Wappen hat allen gesagt, dass du der Thronprinz bist.

Bei uns haben sie es nicht gewusst. Erst als Jamie und ich hier her kamen, haben sie es erfahren.

Sie haben dich gejagt, weil du dich geweigert hast, dich ihren Gesetzten zu unterwerfen. Weil du Daddy Erion geheiratet hast, obwohl er nicht so mächtig war wie du. Aber jetzt werden sie dir nichts mehr tun", grinste Lilien glücklich.

Mit einem leidenden Wimmern ließ Harry sich auf den Boden plumpsen und vergrub sein Gesicht in den Haaren seiner Tochter.

Dieser kicherte nur fröhlich und blickte dann, mit leuchtenden Augen, in die Runde.

„Du, Daddy. Die warten noch auf deine Antwort", kicherte sie dann.

Ein unverständliches Gemurmel kam von Harry.

„Daddy sagt, ihr sollt ihn in Ruhe lassen. Er will einfach nur noch heim", übersetzte sie dann, den Blick in die Halle gerichtet.

„Wir werden sofort eine Kutsche anspannen", meinte eine der Frauen und verneigte sich leicht.

Binnen weniger Sekunden waren Harry und Lilien alleine in der Halle.

„Du hast falsch übersetzt", brummte Harry.

„Jaaa, aber Onkel Luzifer wäre sicherlich nicht begeistert gewesen, wenn er auf einmal eine Horde Vampire vor sich hätte stehen sehen", grinste Lilien. „Und glaube mir, die nehmen das: Scher dich zum Teufel, wörtlich."

„Woher willst du das wissen?", mit hochgezogener Augenbraue sah Harry seine Tochter an.

„Weil ich das mal zu Kyria gesagt hab. Sie ist meine persönliche Dienerin zu Hause", meinte Lilien naserümpfend. Sie schien es gar nicht zu mögen, eine persönliche Dienerin zu haben. „Onkel Lu war ziemlich genervt, als er sie zurückgebracht hat."

Ein ungläubiges Stöhnen entkam Harry, ehe sein Kopf wieder auf die Schulter seiner Tochter fiel. „Die haben doch einen Knall."

Das helle Lachen von Lilien war alles, was er als Antwort erhielt.

Sanftes Zupfen an seinem Hemd ließ Harry, langsam aber unausweichlich, in die Realität zurückkehren.

Er war eingeschlafen, kaum dass die Kutsche sich in Bewegung gesetzt hatte. Fawkes beruhigender und stärkender Gesang hatte sein übriges getan.

Als die inzwischen wieder grünen Augen sich öffneten, sahen sie in ihr größeres, unschuldigeres Äquivalent.

„Lil?", brummte er schläfrig.

„Wir sind gleich daheim", grinste sie ihn an.

Ein zustimmendes Trillern von Fawkes erklang.

„Gut. Ich muss deinem Dad noch die Ohren lang ziehen", brummte Harry dann, langsam wacher werdend.

„Warum?", neugierig sah das Mädchen ihn an.

„Weil er es gewagt hat wegen dieser Idioten vom vampirischen Hochadel per Brief mit mir Schluss zu machen", grollte dieser.

„Ihr solltet es ihm nachsehen, Hoheit.", erklang die sanfte Stimme von Mayla.

Überrascht sah Harry sich um und entdeckte die junge Vampirin sich gegenüber. Fawkes auf ihrem Schoß.

„Was machst du den hier?", entfuhr es ihm.

„Ich wurde als persönliche Dienerin für euch auserwählt. Dass ihr nun Thronprinz seid, ändert nichts daran", antwortete das Mädchen bestimmt. „Und ihr werdet jemandem brauchen, der euch hilft durch die wirren der Politik des vampirischen Hochadels zu blicken."

„Behalt sie", grinste Lilien breit.

„Warum?", wollte dieser mit einem schrägen Blick zu seiner Tochter wissen.

„Blaise wird sich freuen", grinste diese zurück.

„Du bist...", fragend blickte Harry das Mädchen an.

„Ja. Ich bin die Gefährtin von Blaise Zabini. Ich wurde kurz nach eurem vollständigen Erwachen aus meiner Kolonie entfernt, um euch dienen zu dürfen", schmunzelte das Mädchen.

„Sag nicht dienen", verzog Harry das Gesicht. „Eher helfen. Ich bin sicher, Blaise wird dir schon zeigen, dass ich nicht sooo schlimm bin."

„Wie ihr wünscht, Master Gryffindor", lächelte das Mädchen fröhlich.

Ein verzweifeltes Stöhnen war die Antwort.

„Erion Dellahr-Slytherin, du bewegst deinen Hintern auf der Stelle hier her." Harrys Stimme hallte durch die Große Halle. Sorgte so dafür, dass er sofort im Zentrum sämtlicher Aufmerksamkeit stand. Zusammen mit Lilien, die kichernd neben ihrem Daddy stand.

Mit bleichem Gesicht und vom Schlafmangel gezeichneten Augen, stand Erion langsam von seinem Platz auf und schlich auf Harry zu.

Dieser packte ihn, kaum dass er in Reichweite war, an seinem Hemd und zog ihm nach einem kurzen Blick auf Lilien, die Mayla gleich mit sich Richtung Slytherintisch zog, aus der Halle heraus in Richtung von Erions Büro.

„Was wünscht Ihr von mir?", fragte Erion mit belegter Stimme, kaum dass Harry ihn losgelassen hatte und die Tür hinter sich versiegelte.

„Hör auf mit dem Scheiß. Du hast mich die letzten Wochen nicht gesiezt, da musst du jetzt nicht damit anfangen. Und überhaupt, was fällt dir ein, einfach so mit mir Schluss zu machen? Per Brief um das Ganze noch unpersönlicher zu machen. Du hast mir eine Menge zu erklären, Freundchen!", fauchte Harry los.

„Ich verstehe nicht...", unsichere blaue Augen sahen Harry an.

„Ach, du verstehst nicht. Und was genau verstehst du nicht? Dass ich es nicht akzeptiere, dass du per Brief mit mir Schluss machst? Dass ich das halbe Haupthaus des vampirischen Hochadels zerlegt habe, nur um wieder bei dir zu sein? Oder aber dass Lilien und Jamie hier immer noch rumhopsen, da ich es verhindert habe, dass sie unseren Kleinen auch nur ein Haar krümmen?", fauchte Harry weiter.

„Du hast...aber...", blanke Panik war in Erions Augen zu sehen. „Sie werden dich töten...", hauchte er dann, zog Harry mit einer fließenden Bewegung in seine Arme.

„Werden sie nicht", brummte Harry, wesentlich beruhigter, als er endlich wieder in den Armen seines Liebsten lag.

„Du kennst sie nicht. Sie werden alles versuchen, ihre Ansichten durchzusetzen", meinte Erion verzweifelt.

„Sie werden ihrem Thronprinzen kaum ein Haar krümmen", schnurrte Harry leicht.

„Wa...", mit großen Augen löste Erion sich von Harry. „Thronprinz...?"

„Ja. Dieses dämliche Wappen in der Haupthalle hat geleuchtet, als ich drauf stand. Jetzt darf ich einen auf Thronprinz machen", meinte Harry und verzog leidend das Gesicht.

„Dann...solltest du jetzt gehen...", hauchte Erion. „Du solltest...jemanden finden der...dich auch beschützen kann...", kam es stockend von dem Blauäugigen, während er sich vollständig von Harry löste.

„Das ist mir egal. Es ist mir egal, was diese Idioten sagen oder alle anderen. Ich liebe dich, du Holzkopf. Und darum werde ich, wenn überhaupt, nur dich heiraten. Akzeptier es. Du wirst mich nicht mehr los", knurrte Harry bestimmt.

„Aber...", fing Erion erneut an.

„Nein. Kein aber. Du, oder keiner.", unterbrach Harry ihn.

Ungläubige, blaue Augen sahen Harry an, der mit entschlossenem Gesichtsausdruck vor ihm stand.

„Du bist unmöglich.", schmunzelte Erion und zog Harry wieder in seine Arme. „Aber genau deshalb liebe ich dich."

„Dann ist ja gut", schnurrte Harry. Kuschelte sich näher an Erion.

Jetzt war alles wieder gut.

„Hey Brüderchen. Du machst ja ganz schön verrückte Sachen", lachte Freya, kaum dass Harry den Gemeinschaftsraum der Slytherins wieder betreten hatte.

„Wir können gerne tauschen", grinste dieser breit.

„Lieber nicht. Aber sag mal, muss ich mich jetzt vor dir verneigen?", wollte Freya, mit vor Belustigung blitzenden Augen wissen.

„Wenn du das machst, häng ich dich an den Haaren aus dem Astronomieturm", knurrte Harry als Antwort, konnte sich dabei aber ein Grinsen nicht verkneifen.

„Aber...", durchbrach Maylas Stimme die gelöste Atmosphäre.

„Lass es, Engel. Das ist Harry. Der kriegt einen Anfall, wenn wir als seine Freunde sich vor ihm verneigen oder aber ihn siezen", kicherte Blaise, der seine Freundin fest in seine Arme geschlossen hatte.

„Amen", war alles, was Harry dazu zu sagen hatte.

Ein mehrfaches „Hä?", antwortete ihm, so wie unverständliche Blicke.

„Das heißt so viel wie: Blaise hat recht", kicherte Jamie, während er sich an seinen Daddy kuschelte, der sich inzwischen auf einem der Sofas gesetzt hatte.

„Und warum sagt er das nicht einfach?", wollte Draco stirnrunzelnd wissen.

„Muggelsprichwort. Da versteht das jeder.", grinste Harry den Blonden an.

Unverständliches Gegrummel seitens Draco folgte.

„Aber Leute, sagt mal, habt ihr irgendwas zu futtern hier? Ich hab die letzten Tage nichts gegessen?", wollte Harry dann in die Runde wissen.

„Was? Aber es ist wichtig, dass du ordentlich isst. Vor allem in deinem Zustand", regte Pansy sich auf.

„Ja, aber da diese Typen damit gedroht haben, mir meine Kinder zu nehmen, habe ich es vorgezogen, nichts zu essen", erklärte Harry düster.

„Ich werde euch...", begann Mayla und machte Anstalten aufzustehen. Was aber sofort von Blaise unterbunden wurde. „Gar nichts wirst du", schmollte der Braunhaarige.

„Schon gut. Dobby?", grinste Harry und die Runde.

Mit einem lauten Plop und begeistert schlackernden Ohren erschien der Hauself vor Harry. „Harry Gryffindor haben gerufen?"

„Kannst du mir was zu essen bringen?", wollte der Schwarzhaarige von dem Hauself wissen.

„Natürlich, Harry Gryffindor, Sir", grinste der Elf von einem Ohr zum Anderen.

„Will sonst noch jemand etwas?", wollte Harry in die Runde wissen.

Kopfschütteln antwortete ihm.

„Gut. Das wäre es dann", lächelte er den Elf an, der mit einer Verbeugung verschwand.

„Ich versteh nur immer noch nicht ganz, warum meine Haare noch mal länger wurden?", meinte Harry abschließend. Er hatte seinen Freunden, nachdem er von Dobby ein ganzes Tablett voll leckerer Sandwiches bekommen hatte, erzählt, was er in seiner Abwesenheit erlebt hatte.

Was nicht viel war, bedachte man, dass er gute drei Tage damit verbracht hatte, aus dem Fenster zu starren.

„Weil Schloss Blutfeld schon immer der königliche Sitz war. Die Magie unserer Vorfahren ist darin verankert und als sie gespürt hat, dass du, eine Nachfahre der Familie, Hilfe brauchst, hat sie geholfen. Du hast also vom Haus eine Magiespritze bekommen. Und die Magie, die du dazu bekommen hast, bleibt dir auch", erklärte Jamie, ehe er von einem der Sandwiches abbiss.

Die Erzählung hatte doch länger gedauert, als angenommen und so hatte die Gruppe, kurzer Hand beschlossen, das Abendessen ausfallen zu lassen. Deshalb hatten die anderen sich an dem reichhaltig gefüllten Tablett bedient.

„Harry?" Mit bettelndem Blick sah Milli den Schwarzhaarigen an.

Dieser, sich jetzt schon bewusst, was das Mädchen ihn fragen würde, verzog leicht leidend das Gesicht.

„Ach komm schon!", jammerte das Mädchen hingebungsvoll.

„Was, wenn ich aber nicht mehr warten will, bis du die Schule beendet hast", entgegnete Harry stirnrunzelnd.

„Dann nehmen wir die Freistunden und Abende zum Schreiben her und schicken es dann an den Tagespropheten", entgegnete das Mädchen wie aus der Pistole geschossen.

Ein Grinsen breitete sich auf Harrys Gesicht aus.

Vielleicht wäre das gar keine so schlechte Idee.

„Ich muss erst in Ruhe darüber nachdenken. Wenn dann natürlich nicht sofort. Aber vielleicht ist das eine Option, die wir uns offen halten sollten. Ach ja, Theo?" Ein spitzbübisches Grinsen breitete sich auf Harrys Gesicht aus.

„Ähm...ja?" Unsicher sah der Junge den Schwarzhaarigen an.

„Du suchst doch einen Meisterheiler, bei dem du eventuell in Lehrer gehen kannst, oder?", wollte Harry grinsend wissen.

Ein misstrauisches Nicken war die Antwort.

„Nun, Godric hat einen Meister im Heilen. Und das in Vampir-, Dämonen- und Magierheilkunst. Und er hätte nichts dagegen, einen Lehrling anzunehmen, wenn sein Kleiner ein bisschen größer ist", lächelte er dann sanft.

„Er...das...wow. Ich..ich werd ihn fragen, wenn ich ihn das nächste Mal sehe. Das...das wäre spitze!" Mit leuchtenden Augen sah Theo den Schwarzhaarigen an. Er war sichtlich sprachlos.

„Tu das", lächelte dieser und lehnte sich in das Sofa zurück.

„Gibt es einen Grund, dass du uns hier zusammengerufen hast?", wollte ein müde wirkender Salazar brummig wissen.

Harry hatte, gleich nachdem er sich von seinen Freunden im Gemeinschaftsraum verabschiedet hatte, den beiden Gründern, so wie Severus und Erion Bescheid gegeben, dass er sie sehen wollte.

Nun saßen sie zu fünft - nun ja, eigentlich zu sechst, schlief doch der kleine Kerran nur wenige Schritte von ihnen entfernt in seiner Wiege - in Salazars Büro.

„Eine angehende Reporterin hat mich schon zu Beginn des Schuljahres gefragt, ob sie nicht die Exklusivrechte an meinem Leben erhalten könnte. Nach sorgfältiger Überlegung bin ich dazu bereit, ihr Angebot anzunehmen. Ich meine, was würden die Menschen eher glauben, als ein Bericht über den Krieg aus der Sicht eines Beteiligten?", erklärte Harry sein Anliegen.

„Du gedenkst also, deine Geschichte in die Berichte der Boten der Finsternis mit einzubringen?", wollte Erion sichergehen.

„Ja. Es wird einige Zeit dauern, da sie nebenbei auch noch zur Schule geht, aber ich denke, die Menschen sollten die Geschehnisse der letzten Jahre aus meiner Sicht sehen. Ich meine, wer weiß mehr über das, was in den letzten Jahren in Hogwarts vor sich ging, als die Schüler, die hier waren, wie auch die beteiligten Lehrer?", wollte Harry dann mit unschuldig gespitzten Lippen und den Augen auf Severus von den anderen wissen.

„Ist sie vertrauenswürdig?", brummte der Tränkemeister.

„Wenn du einer Slytherin nicht vertraust, wem willst du dann vertrauen?", wollte Harry wissen.

„Gut. Ich bin bereit, zu helfen. Allerdings wünsche ich eine Absprache, wann das Ganze stattfinden soll. Immerhin habe ich Aufgaben zu bewerten und zu unterrichten", war Severus Kommentar dazu, nachdem er gründlich darüber nachgedacht hatte.

„Dann werde ich Milli Bescheid geben. Vielleicht lassen sich ja auch ein paar meiner früheren Freunde dazu überreden mit zu machen", lächelte Harry.

„Tu das. Es ist wohl der einfachste Weg den Menschen klar zu machen, welch Lügen sie den letzten Jahren auf den Leim gegangen sind", stimmte auch Erion dem Plan zu.

Auch von Godric und Salazar kam nur zustimmendes Gemurmel.

„Wie viele Schüler werden nach den Ferien nun zurückkehren?", wollte Professor McGonagall neugierig wissen. Es war die letzte Lehrerversammlung vor den Ferien. Da einige Klassenzimmer neu hergerichtet und die Schutzzauber erneuert werden würden, fuhren sämtliche Schüler nach Hause. Auch ein Großteil der Lehrer würde somit die Gelegenheit haben, ihre Ferien bei ihren Familien, sollte diese vorhanden sein, zu verbringen.

„Von allen 657 Schülern werden nach den Ferien 423 zurückkehren. Für das nächste Schuljahr haben wir bereits 68 Neuanmeldungen von Schülern, die unseren Ansprüchen entsprechen und bis jetzt zu Hause unterrichtet wurden oder andere Schulen außerhalb Englands besucht hatten", erklärte Salazar, mit einem Seitenblick auf Dumbledore, der ebenfalls anwesend war.

Dieser schien sich jedoch keiner Schuld bewusst zu sein, und blickte mit einem sanften Lächeln im Gesicht zurück.

„Was ist mit neuen Lehrern? Und wann erfahren wir näheres zu unserer Bewertung?", wollte Professor Sprout unsicher wissen.

„Deshalb möchte ich Sie bitte, noch eine Woche länger in der Schule zu bleiben. Ich werde morgen die Bewertungen erhalten und Ihnen die Ergebnisse separat mitteilen", antwortete Salazar.

„Mein Lieber, davon haben Sie mir ja gar nichts gesagt", wandte der ehemalige Direktor sich an Salazar.

„Weil Sie in dieser Zeit damit beschäftigt sein werden, zusammen mit meinem Sohn die Schutzzauber über Hogwarts zu überprüfen und die Mängel aufzulisten", entgegnete Salazar mit kalter Stimme.

„Wird Mister...Gryffindor uns ebenfalls helfen?", wollte der Mann mit blitzenden Augen an Harry gewandt wissen.

„Tut mir Leid, Sie enttäuschen zu müssen, Professor Dumbledore, aber ich werde schon heute Abend mit den restlichen Schülern das Schloss verlassen. Ein...vor kurzem eingetretenes Ereignis hat meine Ferienplanung leider beeinflusst", grinste Harry kalt zurück. Er würde die Ferien damit zubringen, mit Fudge über die derzeitige Situation mit den Vampiren zu reden, sich krönen zu lassen und im Schloss Blutfeld etwas... auszumisten.

„Was ist mit den beiden Kindern. Jamie Sal und Lilien Salane? Wir haben bis jetzt noch keine Möglichkeit gefunden, herauszufinden, wie sie hier her gekommen sind. Wo werden sie die Ferien verbringen?", wollte Madame Hooche wissen.

„Ähm...", eine feine Röte breitete sich bei dieser Frage auf Harrys Gesicht aus und er spähte, vorsichtig, zu seinem Gefährten.

„Wie sich herausgestellt hat, sind die beiden meine Kinder aus einer nahen Zukunft. Sie haben diesen Umstand zwar schon bei ihrer Ankunft hier bemerkt, allerdings nichts gesagt, da sie Angst hatten, ihre Zeugung zu verhindern", entgegnete Erion ruhig.

„Und wer ist dann ihre Mutter? Ich meine, Sie haben die Schule nicht ein Mal verlassen?", wandte McGonagall mit misstrauisch zusammengezogenen Augenbrauen ein.

„Ähm...das wäre...meine Wenigkeit", meinte Harry, leicht verlegen.

Augenblicklich richtete sich die Aufmerksamkeit aller anwesenden Lehrer auf Harry, der begann, leicht in seinem Stuhl zu schrumpfen.

„Sie sind schwanger, Mister Gryffindor?", fasste Professor Sprout sich als erstes.

„Ähm...ja", meinte dieser unsicher.

„Dann gratuliere ich ihnen ganz herzlich, Mister Potter.", lächelte McGonagall den Schwarzhaarigen an. Langsam beglückwünschten auch die restlichen Lehrer den jungen Mann, der sich etwas entspannte.

Jedoch entging ihm nicht Dumbledores Funkeln in den Augen. Harry war sich sicher, der Mann plante etwas.