Kapitel 7

„Fleur, können wir reden?", fragte Harry als er die Schar französischer Mädchen die über den Innenhof ging, aufholte. Fleur sah zu ihm und sogar aus ein paar Metern Entfernung war die Traurigkeit in ihren Augen offensichtlich zu sehen. Sie sagte ein paar Worte zu einigen ihrer Freunde und die Schar löste sich auf.

„Harry, ich schwöre, ich habe niemanden ein Wort gesagt.", begann sie sofort als sie alleine waren.

Harry lächelte sie sanft an, verschwendete aber keine Zeit und schlüpfte in ihren Geist. Er überflog ihre Gedanken und warf einen Blick darauf wie sie Kimmkorn's Artikel an diesem Morgen las. Sie war verärgert, vor allem bei dem Teil der Harry beschuldigt 'mit dem Herzen der armen, kleinen Französin gespielt' zu haben.

Sie hatte wirklich keine Ahnung wie Kimmkorn an diese Information gelangt war. Fleur verriet es definitiv nicht.

Harry zog sich aus ihren Gedanken zurück und lächelte weiter; dieses Mal nur aufrichtiger. „Ich glaube dir.", sagte er bloß mit einem ruhigen Schulterzucken.

„Oh Harry! Diese Frau ist eine abscheuliche Ziege! Sie schreibt Lügen und Erfindungen! In Frankreich würde sie für solche Verleumdungen zur Verantwortung gezogen werden!"

Harry schmunzelte und zuckte mit den Schultern. „Ja... weißt du, du hast ja recht. Ich frage mich ob ich mir einen Anwalt zulegen sollte um den Propheten zu verklagen."

„Du solltest!", sagte sie während sie ihre Arme arrogant vor ihrer Brust verschränkte.

Harry gluckste. „Obwohl sie dieses Mal nicht annähernd so viel über mich log und übertrieb, wie sie es sonst in ihren Artikeln tat..."

„Nun, sie log über mich! Und sie deutete an dass du mich in die Irre führtest und mein Herz gebrochen hast. Dumme Frau."

„Nun ja, auf eine Art und Weise habe ich dich auch in die Irre geführt. Ich meine... ich habe dir nicht gesagt das ich Schwul bin."

„Das musstest du auch nicht. Ich wusste es bereits.", meinte Fleur. „Ich wusste es schon bevor ich deine Einladung akzeptierte. Ich bin nicht so ein dummes, naives kleines Mädchen das den Jungs erlaubt mit meinen Gefühlen zu spielen. Ihre Andeutungen über meinen Charakter waren mirgegenüber beleidigend."

„Dann solltest dusie vielleicht wegen Verleumdung anklagen.", sagte Harry und gluckste leicht.

Fleur seufzte, und das Feuer ihres Zorns erlosch ein wenig. „Ich kann nicht verstehen warum du nicht wütender bist, Harry. Wäre ich es gewesen, über den sie solchen Müll geschrieben hätte, wäre ich rasend vor Wut!"

Harry zuckte mit den Schultern. „Ich gewöhne mich daran. Die Meinung der Öffentlichkeit ist ein launiges Monster. An einem Tag lieben sie mich, am Nächsten Tag hassen sie mich, und in der darauffolgenden Woche erwarten sie von mir ihr Retter zu sein. Es war eine Achterbahnfahrt, und ich realisierte dass ich sie nicht fahren musste. Also stieg ich aus. Zur Hölle mit dem was alle anderen denken. Ich kann versuchen den Schaden einzugrenzen, aber mich darüber aufzuregen hilft mir dabei nicht weiter."

Fleur's Augen weilten für eine Minute prüfend auf Harry bevor sie ihren Kopf schüttelte und schwach grinste. „Du bist erstaunlich Erwachsen für jemanden der erst vierzehn ist, Harry."

Er lachte. „Danke... denke ich."

Sie lächelte breit, trat einen Schritt nach vorne und schlang ihre Arme, in einer freundschaftlichen Umarmung, um ihn. Harry blinzelte erschrocken. Für einen Moment erstarrte er, zwang sich dann aber seine Arme schwach um ihre Hüfte zu legen um die Umarmung zu erwidern.

Schließlich ließ sie wieder los und trat einen Schritt zurück. „Wenn dir irgendjemand eine schwierige Zeit bereitet, werde ich deine Ehre verteidigen, Harry. Du warst eine fantastische Verabredung und ich bin froh darüber mit dir zum Ball gegangen zu sein."

„Danke.", erwiderte er grinsend.

Sie verabschiedeten sich und gingen ihrer Wege. Er sprach ein schnelles Tempus und sah dass das Mittagessen bereits vorüber war. Er schnitt eine Grimasse. Als nächstes hatte er Wahrsagen. Oh wie sehr er Wahrsagen doch hasste.

„Hey Schwuchtel! Rennst du zu deinem Liebsten, Weasley?", rief eine lästige Stimme als Harry später am Tag den Gang hinunter ging nachdem er etwas länger in Zauberkunst geblieben war. Harry drehte sich um und stand Draco Malfoy gegenüber, der einige Schritte von ihm entfernt an der Wand lehnte. Ein prüfender Blick auf seine Umgebung war alles was er brauchte um zu sehen dass sie alleine waren. Nicht einmal Malfoy's Kumpanen waren anwesend. Ein verschwörerisches Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus.

„Ich und Ron? Bist du wahnsinnig? Ich habemeine Ansprüche, Draco. Also wirklich.", sagte Harry und rollte dramatisch mit seinen Augen während er eine spöttische, unmännliche Bewegung mit seiner Hand machte.

Draco starrte ihn mit offenem Mund an und sein verwirrter Blick amüsierte Harry sehr. Harry kicherte und stolzierte näher zu dem Blonden, welcher sich durch das unerwartete Verhalten merklich anspannte.

„Und ernsthaft? Schwuchtel? Fällt dir nichts Besseres ein? Ist das alles was du drauf hast? Ich dachte du wärst klüger, Draco."

„Halt die Klappe, Potter." spuckte der Blonde verächtlich aus und trat einen Schritt zurück als Harry sich ihm weiter näherte.

„Tsk, tsk, Draco. Wo sind deine schlauen Erwiderungen für die du so berühmt bist?", fragte Harry während er ein bisschen seiner Magie an die Oberfläche rief. Es war absolut delikat und er grinste breiter.

Er hob eine Hand, was den anderen Jungen dazu brachte die Augen darauf zu richten und seinen Körper weiter anzuspannen. Er sah wie Draco seine Hand um den Zauberstab ballte, ihn hielt und ihn langsam hob.

§Bewege dich nicht,§ zischte Harry als er seine Magie zu dem Jungen schickte. Draco erstarrte und seine Augen weiteten sich entsetzt.

„Also", begann Harry und legte eine Hand auf die Wand neben Malfoy's Kopf, lehnte sich vor und presste den anderen Jungen völlig an die Wand. Malfoy's Augen weiteten sich noch mehr als er erkannte dass er sich nicht bewegen konnte. „was wolltest du?", flüsterte Harry, sein Gesicht nur wenige Zentimeter von Malfoy's entfernt.

„W-was?", stotterte Malfoy.

„Du hast mich gerufen. Was wolltest du?", erklärte Harry schmunzelnd und presste seinen Oberkörper noch fester an den des anderen.

Malfoy zischte erschrocken als er inniger an die Wand gepresst wurde, als er jemals erwartet hatte. „Was zur Hölle tust du, Potter?", fragte Malfoy aber seine Stimme war überraschend schwach und deutlich panisch.

„Nun, du hast mich gerufen, Draco. Fragtest mich ob ich zu meinem Liebsten rennen würde oder so. Ich fragte mich ob du vielleicht eifersüchtig bist. Bist du an ein wenig Spaß interessiert, Draco?"

„Du bist verrückt! Was hast du mit mir angestellt? Warum kann ich mich nicht bewegen?"

„Du kannst dich nicht bewegen weil ich es dir so gesagt habe", spottete Harry während er noch mehr Magie in seinen Fingerspitzen sammelte. Dann hob er seine Hand und fuhr seinen Knöcheln zärtlich über Malfoy's Wange. Der blonde Junge keuchte und sein Körper wölbte sich unfreiwillig von der Wand.

„Was war das?", keuchte Malfoy.

„Das war Magie.", flüsterte Harry in Malfoy's Ohr. Er ließ seinen Atem über Malfoy's Ohr und Nacken streifen und schickte noch mehr seiner Magie zu dem anderen Jungen; ließ sie verlockend um ihn herum wirbeln.

Malfoy's Atmung wurde schwer und seine Augen rollten in seinen Kopf. „Das ist nicht nur Magie.", keuchte er als sein Körper gegen seinen Willen zu krampfen und zucken begann. Mehr und mehr von Harry's Magie begann über Malfoy's Haut zu tanzen und er schwelgte in der intensiven Reaktion, die er durch so eine geringe Reizung aus dem Blonden hervorrufen konnte. Es war herrlich und einfach, und bei Merlin, wie viel Spaß er hatte!

„Oh? Nicht nur Magie?", fragte Harry gespielt neugierig.

„Das ist... das ist dunkle Magie.", keuchte Malfoy bevor er schwach stöhnte.

Harry stoppte und zog sich stirnrunzelnd zurück. Ein Teil seiner Magie wich mit ihm zurück und Malfoy wimmerte durch den plötzlichen Verlust. Es war aber offenbar genug für ihn, um wieder einigermaßen zur Besinnung zu kommen. Seine Augen öffneten sich und sie waren gefüllt mit Schock und Entsetzen.

„Geh von mir runter!", knurrte er verärgert.

Harry sah zu Malfoy zurück, sein Blick eine desinteressierte Maske. Er seufzte und rollte seine Augen. „Fein. Du Spaßbremse.", meinte er, entfernte sich komplett und wedelte mit einem Finger um die Parselmagie, mit der er Malfoy festgehalten hatte, aufzulösen.

In dem Moment als sein Körper wieder frei war, huschte er einige Meter von Harry weg und stellte sich in einer defensiven Haltung vor ihm – Zauberstab fest in seiner Hand.

„Was in Merlin's Namen denkst du was du da tust, Potter?", spuckte der Blonde wütend aus, aber die Furcht in seinen Augen war noch deutlich zu sehen.

„Ich wollte nur etwas Spaßhaben, Draco. Und um das Warum zu klären? Ich tat es einfach. Es ist einfach.", sagte Harry schmunzelnd.

„Seit wann spielt Dumbledore's Goldjunge mit dunkler Magie?"

Harry knurrte und machte einen schnellen Schritt nach vorne der Malfoy zusammenzucken lies.

„Ich bin Niemandes Goldener Junge!", zischte er. „Schon gar nicht Dumbledore's", spottete er.

Malfoy blinzelte. Sein Gesichtsausdruck war zuerst geschockte Überraschung; verwandelte sich in Verwirrung und dann in etwas Ähnliches wie Interesse.

Er nickte und schmunzelte leicht. „In Ordnung Potter. Wenn du das sagst."

Er lächelte ihn erneut höhnisch an, aber der Effekt wurde durch sein Augenrollen vermindert. „Ich bin hier fertig.", sagte er, winkte mit der Hand und wandte sich wieder in die Richtung, die er vor dieser Unterbrechung, entlang ging. Draco rief ihm etwas hinterher aber Harry war bereits weg.

Er ging um eine Ecke und schlüpfte hinter einen der Wandbehänge der zu einem versteckten Gang führte. Er presste seinen Rücken an die Wand, schloss fest seine Augen und drückte seine Fäuste in seine Augenhöhlen.

Was zur Hölle war das!", dachte er innerlich und leicht panisch. Woher war diese... diese Wut gekommen? Die Leichtigkeit mit der er mit Draco spielen konnte war leicht befremdlich, aber das war nichts im Vergleich zu dem Zorn der ihn bei dem Gedanken an Dumbledore füllte.

Warum?

Noch nie hatte er so viel Hass gegenüber den Mann empfunden als in diesem Moment. Und er konnte absolut nicht feststellen warum er sich so gefühlt hatte.

Und was sollte Malfoy's Kommentar über die dunkle Magie? Er hatte nicht versucht eine Bestimmte Art seiner Magie zu rufen, er wollte lediglich seine eigene Magie zu sich rufen. Sie bewusst zu befehligen, aber ohne dabei Zauber oder Sprüche zu verwenden. Könnte die Magie eine... Zugehörigkeit haben, sogar wenn kein Zauber angewendet wurde? Es war nur rohe Magie. Wie konnte sie dunkelsein?

Harry seufzte und rutschte langsam an der Wand hinunter bis er auf dem Boden saß, und seine Füße von sich streckte. Er musste nachdenken. Er musste ausgerichtete Magie besser verstehen lernen. Sein Wissen über die Grundsätzliche Theorie der verschiedenen Arten der Magie war bestenfalls Lückenhaft. Wenn er darüber nachdachte, wares ziemlich seltsam dass nicht mehr darüber im Unterricht gelehrt wird.

Es war ein Grundsatz in der Magischen Theorie und sie haben dieses Thema im Unterricht noch nicht einmal überflogen.

Er schüttelte seinen Kopf und konzentrierte sich wieder auf seine Sorge. Der Hass,den er gefühlt hatte.

Harry dachte in letzter Zeit eigentlich wenig über Dumbledore nach. Das einzige Mal wo er ihm in den Sinn gekommen war, war im Zusammenhang mit seinem Bestehen bei der ersten Aufgabe, und danach im Grunde nicht mehr. Jetzt, wenn er seine Gedanken auf seinem Direktor verweilen lies, hinterließ es einen faulen Geschmack in seinem Mund und einen Finsteren Blick auf seinem Gesicht. Die reine Vorstellung daran von irgendjemand als Dumbledore's Goldjunge bezeichnet zu werden, machte ihn stinkwütend.

Warum?

Bis jetzt hatte ihn so etwas nicht wütend gemacht. Nicht wirklich. Diese ganze 'Goldjunge'-Sache war zwar immer recht nervig gewesen, aber selbst Harry musste zugeben dass der Direktor ihn mehr als nur einmal Bevorzugte. Für den Rest der Schüler war es ziemlich offensichtlich, also konnte er verstehen woher sie auf diese Idee kamen.

Aber er tut doch viel mehr, außer mich gelegentlich zu Bevorzugen. Dachte Harry verbittert. Jedes Jahr war wie ein neuer Test. Einige eingerichtete Herausforderungen, um Harry's Leben komplizierter zu machen. Um ihn an seine Grenzen zu bringen, um ihn in eine bestimmte Richtung zu drängen. Und diese Dinge konnten immer auf Dumbledore zurück geführt werden.

Aber das war kaum genug um dieses rasende Inferno des Zorns zu rechtfertigen, welches durch den bloßen Gedanken an seinen Direktor in ihm fegte. Dieser Zorn konnte niemals von ihm alleine sein. Das konnte einfach nicht sein.

Warum kann es nicht sein? Flüsterte die Stimme seines Begleiters in seinem Kopf und er seufzte glücklich über die plötzliche Anwesenheit. Er spürte wie ihn die Anspannung in seinen Schultern verließ und er entspannte sich gegen die Wand.

Was meinst du?"

Warum... denkst du dass dieser... Zorn... nicht gänzlich...deiner sein kann?

Er... Er hat mir nicht wirklich genug angetan dass diese Wut gerechtfertigt wäre.", dachte Harry grummelnd.

Er hat genug getan. Und jetzt... hat er dich im Stich gelassen.

Huh?"

Er... hätte das hier stoppen können. Dieses Turnier. Du bist jung...Harry. Zu jung..

Aber Mr. Crouch sagte dass ich teilnehmen müsste. Die Regeln waren klar, oder sowas in der Art."

Dumbledore hätte es aufhalten können. Du... bist Minderjährig.

Crouch sagte das der Feuerkelch wie ein Magischer Bindungsvertrag ist.", sagte Harry und sah finster auf seine Hände während er über diese Halloween-Nacht nachdachte, die sein Leben wieder einmal so auf den Kopf gestellt hatte. „Wenn es ein Magischer Bindungsvertrag ist, bedeutet das nicht dass ich meine Magie verliere wenn ich ihn breche?"

Du bist zu jung für einen... Magischen... Bindungsvertrag. Dein Magischer... Vormund... hätte einschreiten können. Du kannst dich nicht binden... nicht ohne... die Zustimmung deines Vormundes.

Magischer Vormund?"

Dumbledore.

Wie kommt er dazu mein Magischer Vormund zu sein?", fragte Harry zweifelhaft.

Er ist... dein Direktor. Du hast sonst keinen... Vormund in der Zaubererwelt... also bekommt er... die Vormundschaft über dich... während du in seiner Schule bist. So... funktioniert es.

Harry blinzelte und versuchte seine Gedanken um diese Aussage zu wickeln. „Woher weißt du das alles?"

Ich tue es einfach.

Harry rollte seine Augen, fragte aber nicht weiter nach.

Okay... aber ich wusste nichts von all dem Zeugs, wie könnte es mich also Wütend machen?"

Vielleicht... weil ich... wütend... darüber bin. Ich wusste es. Ich wusste... er könnte... es gestoppt haben. Aber er tat es nicht. Er... testet dich... schon wieder. Er testet dich immer. Manipulativer alter Mann... betrügerischer... Bastard...

Harry blinzelte überrascht über die Wut die er aus der Stimme seines Flüsternden Begleiters heraushören konnte. Er hatte noch nie wirkliche Gefühle in der Stimme seines Begleiters hören können. Bis jetzt.

Er dachte über diese neu gelernten Informationen nach und machte ein finsteres Gesicht. Wenn es wahr war, könnte es bedeuten, dass es wirklich wieder einer von Dumbledore's absurden Tests war. Zur Hölle, vielleicht war es sogar Dumbledore der seinen Namen in den verdammten Kelch geworfen hatte! Aber nein... es war deutlich das Voldemort mit Harry's Teilnahme zu tun hatte. Außerdem scheint dieser Mann, 'Barty', mit darin verwickelt zu sein. Als wäre er dafür verantwortlich Harry einzusammeln und ihn zum Dunklen Lord zu bringen.

Er knurrte frustriert und schüttelte seinen Kopf. Also gut, er fühlte definitiv gerechtfertigtes Misstrauen und Ablehnung seinen Direktor gegenüber. Harry realisierte auch, dass der tiefgründige Hass, den sein Begleiter für diesen Mann empfand, der Grund für Harry's plötzlichen, unerwarteten Gefühlsausbruch war. Trotzdem war es seltsam dass seine eigenen Gefühle so einfach von denen seines Begleiters überschattet werden konnten... aber er vertraute seinem Begleiter. Es störte ihn also nicht zu sehr.

Schließlich seufzte er und stand auf. Bevor er unterbrochen wurde, war er auf dem Weg in die Kammer. Er zog seinen Umhang und die Karte aus der Tasche, bereitete sie vor und machte sich auf den Weg zum Gang im zweiten Stock.

Harry kletterte später in der Nacht erschöpft durch das Portraitloch, und war mehr als nur eifrig auf ein bisschen Entspannung in seinem Bett. Er konnte nicht glauben dass es erst Dienstagnacht war. Wie konnte es sein dass erst zwei Tage vergangen waren, obwohl es sich für ihn so viel länger anfühlte? Natürlich, seine Tage waren ziemlich vollgestopft mit Klassen, zusammen mit seinem persönlichen Training in der Kammer. Er musste so viele Dinge gleichzeitig machen, dass er kaum Zeit für Schlaf und Hausaufgaben hatte.

Er hörte Seamus' und Dean's Stimmen und sah wie die Beiden oben an den Treppen verschwanden, gerade als er den Gemeinschaftsraum betrat. Neville war nirgends zu sehen und lungerte über einem der Tische, ein offenes Verwandlungsbuch vor ihm und ein Stapel Pergamente daneben. Hermine saß ihm gegenüber und es sah aus als versuchte sie ihm etwas zu erklären, nur um dann durch seine Unfähigkeit es zu verstehen, frustriert zu seufzen. Es war eine ziemlich normale Situation für die Beiden.

Ron's Kopf hob sich als seine Augen einen Blick auf Harry erhaschten und er grinste erleichtert.

„Harry!"

Harry hob eine einzelne Augenbraue fragend hoch und näherte sich den beiden vorsichtig.

„Hey Ron, was gibt's?"

„Bist du schon mit dem Verwandlungsaufsatz fertig?"

„Ronald Weasley!", warnte Hermine sofort.

„Was?", rief Ron defensiv.

„Erledige deine eigene Arbeit!"

„Ich habe ihn noch nicht mal für etwas gefragt! Ich habe lediglich gefragt ob er schon damit fertig ist!"

„Ich bin kein Idiot Ron. Es gab einen Grundwarum ich mich weigerte dich abschreiben zu lassen! Du musst es selbst lernen, Ron! Es ist wichtig!"

Harry betrachtete das zankende Paar und gluckste.

Ron machte ein finsteres Gesicht, veränderte seinen Ausdruck aber dann in einen Hoffnungsvollen. „Also... hast du?"

„Hmm?", fragte Harry.

„Es fertig.", wiederholte Ron.

„Oh. Ja, ich habe es gestern Nacht fertig gemacht.", meinte Harry desinteressiert.

„Kann ich-"

„RON!", knurrte Hermine.

Harry lachte offen und begann seinen Kopf zu schütteln. „Nein Ron, erledige deine Arbeit selbst."

Ron's Gesicht verfinsterte sich sofort wieder und er lehnte sich schmollend in seinen Stuhl zurück.

Harry wandte sich ab und ging Richtung Treppen.

„Wohin gehst du?", fragte Ron und richtete sich wieder auf, ein enttäuschter Ausdruck auf seinem Gesicht.

„Ins Bett. Ich wollte noch etwas lesen, und ich bin erschöpft.", rief Harry über seine Schulter ohne stehen zu bleiben.

„Ja... ich auch. Ich meine, ich bin auch erschöpft. Ich denke ich werde auch ins Bett gehen."

Hermine grummelte frustriert und schlug ihr eigenes Buch recht hart zu.

Harry wartete nicht auf ihn. Er betrat den Schlafsaal der Viertklässler und ging zu seinem Bett.

Neville lag schon im Bett, aber seine Vorhänge waren nicht zugezogen. Er saß aufrecht gegen einen Kissenberg und las ein Buch. Dean stand neben seinem Bett, grub in seinem Koffer herum und Seamus schien seine Tasche durchzusortieren. Beide, Seamus und Dean stoppten ihre Tätigkeiten und sahen zu als Harry den Raum betrat.

Er konnte ihre Augen auf sich spüren und machte ein finsteres Gesicht. Wählte aber, es nicht anzuerkennen bevor wenigstens einer der Beiden genug Mut hatte etwas zu sagen.

Er öffnete seinen Kleiderschrank und zog seine Schlafhose und ein T-Shirt heraus. Dann entkleidete er sich bis auf seine Boxershorts und schlüpfte in seine Schlafklamotten. Der Raum war unheimlich Still und er konnte ihre Augen immer noch auf seinem Rücken fühlen.

Er kletterte in sein Bett, stützte sich auf seinen Kissen ab und zog das Buch, Auf Zehenspitzen durch den Geist der Unwissendenvon Clair Videre, heraus um es zu lesen. Bis jetzt war er noch nicht weit darin gekommen, und er hoffte dass er etwas weiter kam bevor er sich letztendlich schlafen legte.

„Er... Harry?", hörte er Seamus' Stimme von der anderen Seite des Raumes. Harry sah auf und betrachtete die Beiden mit einer hochgezogenen Augenbraue.

„Ja?"

„Musst du... uh... aufs Klo, oder so?"

Harry blinzelte. „Was?", erwiderte er komplett verdutzt.

„Oder, könntest du deine Vorhänge schließen?", schlug Dean schnell vor.

Harry sah zwischen den Beiden hin und her und versuchte herauszufinden was zur Hölle denn ihr Problem war. Er sah wie beide an ihren Betten standen, Nachtklamotten zurechtgelegt und bereit zum getauscht werden. Und doch standen beide noch völlig angezogen da.

Ein Verdacht beschlich ihn und er verengte seine Augen.

In diesem Augenblick betrat Ron den Raum und Unterbrach den Moment. Er grummelte etwas über 'dumme, herumkommandierenden Alleswisser' und ging direkt zu seinem Bett. Ron verschwendete keine Zeit damit sich auszuziehen und dann in seinen braunen Flanell-Pyjama zu schlüpfen. Trotzdem, Dean und Seamus standen immer noch unbeholfen neben ihren Betten und zappelten unkomfortabel.

„Ihr wollt euch nicht umziehen wenn ich im Raum bin, nicht wahr?", fragte Harry lässig ohne seinen Blick vom Buch abzuwenden.

Beide Jungs sahen für einen Augenblick verlegen aus. Ron sah auf und war deutlich verwirrt durch diese plötzliche Aussage. Er sah erst Harry an, dann auf die Beiden stehenden Schlafsaalmitbewohner.

„Was?", war Ron's eloquente Erwiderung.

„Dean und Seamus", sagte Harry und zuckte sein Kinn in die Richtung der zwei, richtete seinen Blick dann aber sofort wieder auf das Buch in seinem Schoß. „Sie fühlen sich nicht wohl dabei sich vor mir umzuziehen."

„Was? Warum?", frage Ron und sah die beiden verwirrt an.

Dean wandte sich deutlich geniert ab und fuhr eine Hand durch seine dichten braunen Locken. Seamus knurrte frustriert und verschränkte die Arme vor seiner Brust.

„Nun, weil er... du weißt schon!", sagte er und zeigte mit seiner Hand in Harry's Richtung.

Ron, dieser selige Idiot, war immer noch verwirrt. Harry jedoch, verstand genau worum es ging und begann zu glucksen.

„Nein, weiß ich nicht. Er ist was?", rief Ron frustriert, da er es nicht verstand und wegen der Andeutung das mit Harry etwas nicht stimmte.

„Sie wollen sich nicht vor mir ausziehen weil ich Schwul bin, Ron", erklärte Harry gleichgültig und blätterte seine Seite in seinem Buch um.

Ein erschrockenes würgendes Geräusch ertönte von Neville's Seite des Raumes und Harry konnte aus seinen Augenwinkel heraus erkennen wie Seamus' Gesicht tiefrot wurde.

Ron drehte sich mit einem Wütenden Blick zu Dean und Seamus.

„Ist das wahr?", kreischte er.

„Oh, nun komm schon, Ron!", verteidigte sich Seamus.

„Nein! Wie könnt ihr... ich meine... er ist bloß Harry! Wie... Errrgh!", knurrte Ron frustriert und Harry lachte. Alle Köpfe drehten sich verdutzt zu ihm.

Harry rollte seine Augen und schloss sein Buch.

„Hört zu, Jungs", begann er in einem gereiztem Ton, „ja, ich mag Kerle. Große Sache. Trotzdem schwärme ich von keinem von euch, also kommt darüber hinweg. Ich habe jeden von euch dutzende Male in den Duschen gesehen. Und das für die letzten dreieinhalb Jahre; ich habe in dieser Zeit nichts Abnormalesgemacht und ich werde damit auch jetzt nicht anfangen, nur weil diese dumme Kuh Kimmkorn mich geoutet hat.

Verdammt, Seamus – was denkst du – das ich anfange meine Fantasien an deiner Schwarzen und Roten Ballycastle Bats-Unterwäsche ausübe oder was?", fragte er mit kaum zurückgehaltener Belustigung. „Ich bin an keinem von euch interessiert. Kommt damit klar."

Das gesagt, winkte er mit der Hand, zischte einen leisen Befehl zum Schließen seiner Vorhänge, schlug sein Buch wieder auf und begann wieder zu lesen.

Harry's Woche blieb überaus voll. Je mehr Unterrichtsstunden er besuchte, desto größer wurde sein Hausaufgabenberg. Und gegen Ende der Woche hatte er Probleme damit Zeit zu finden, um in der Kammer seine Verwandlung zu üben.

Bis jetzt hatte er es geschafft dass seine Augen zu Schlitzen wurden, und sogar ein paar Schuppen erschienen an verschiedenen Stellen auf seiner Haut. Er begann auch ein kribbeln in seinen Gliedern zu fühlen, aber sonst war noch nichts weiter geschehen. Er wusste, der nächste Schritt würde beinhalten, seine Arme ins Nichts zu verkleinern – wenn er genau darüber nachdachte, machte ihn diese Aussicht etwas nervös.

Er fragte sich ob seine Nerven seinen Prozess behinderten.

Am Samstag, bekam er von Ron und Hermine Hilfe wegen des Positionszaubers. Der erste Versuch, verlangte von ihm zu wissen was von ihm genommen wurde. Sie wählten das Spickoskop welches er von Ron vor ein paar Jahren zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Dann verschwanden sie aus dem Gemeinschaftsraum und versteckten es irgendwo in der Schule.

In Anbetracht der Größe des Schwarzen Sees, dachte Harry, sollte er das Spickoskop nicht finden, würde ihm der Zauber auch während der zweiten Aufgabe nicht helfen.

Harry saß im Gemeinschaftsraum und las sich Notizen aus dem Buch durch, aus dem er den Positionszauber hatte, während er auf ihre Rückkehr wartete. Er wollte es nicht riskieren dieses Buch in der Gesellschaft von anderen zu lesen, also ließ er das Buch selber in der Kammer zurück.

Das meiste davon war geistig. Die Formel war unglaublich einfach. Er musste nur ein 'finde' und das gewünschte Objekt, in Parsel sagen. Der schwierige Teil war sein Fokus und wie er seine Magische Energie kontrollierte und lenkte.

Er überdachte ein paar Ideen in seinem Kopf und übte den Zauber ein wenig an der Feder die auf dem Tisch vor ihm lag. Danach wiederholte er die Prozedur an einem Buch das auf den kleinen Tischen neben dem Kamin lag.

Er fühlte das Ziehen seiner Magie in die korrekte Richtung jedes Mal, und die Magie selbst fühltesich an als würde sie ordentlich kooperieren.

Schließlich tauchten Ron und Hermine im Portraitloch auf, leicht errötet, als wären sie zum Gemeinschaftsraum zurück gerannt.

„Alles klar, Kumpel! Es ist getan.", meinte Ron mit einem breiten Grinsen.

Harry gluckste über Ron's Enthusiasmus und dankte ihnen für ihre Hilfe. „In Ordnung Leute, danke.", antwortete Harry, stand auf und ging zum Portraitloch.

„Können wir nicht mitkommen?", fragte Ron und seine Augen lagen enttäuscht auf Harry's zurückziehender Form.

„Ich denke nicht dass es eine gute Idee ist... Ich meine, ihr zwei wisstbereits wo es ist. Das könnte den Zauber vielleicht beeinflussen. Im See werde ich auf mich alleine gestellt sein. Es wird das Beste sein wenn ich unter denselben Umständen übe.", erklärte Harry.

Ron schmollte, nickte aber. „Ja, vermutlich."

„Ich komme, sollte der Zauber nicht funktionieren, in einer Stunde zu euch."

„Okay, Kumpel."

„Danke nochmal.", meinte er und lächelte sie breit und überzeugend an bevor er sich umdrehte und durch das Portraitloch joggte. Er zauberte ein schnelles Tempus und merkte sich die Uhrzeit. Eine Stunde. Wenn er das Spickoskop innerhalb einer Stunde nicht finden würde, müsste er sich etwas anderes ausdenken.

Und natürlich musste er dann noch einen Testlauf durchführen, in dem er nicht wusste was von ihm genommen wurde.

Daswar sicherlich enorm schwieriger zu schaffen.

Harry atmete tief durch und zwang sich seine Nerven zu beruhigen. Er konzentrierte sich auf das Mentale Bild einer großen Schwarzen Schlange, kriechend und schlitternd. Er fühlte wie sich die Parselmagie in ihm ansammelte und rief sie nach draußen, wickelte sie um ihn wie die große schwarze Schlange in seinem Geist. Dann konzentrierte er sich auf das Bild des Spickoskops.

Als er sich sicher war das korrekte Bild zu haben und seine Konzentration etabliert war, zischte er §finde das Spickoskop§.

Als er seine Augen öffnete, füllte das verschwommene, verzerrte Bild einer großen Schwarzen Schlange seine Sicht. Es war wie Rauch der durch Flüssigkeit durchfloss, aber mit einer Form. Es schlitterte schwebend vor ihm, drehte seinen Kopf von einer Seite auf die andere, als suchte es nach etwas.

Plötzlich schoss die Schlange wie eine Pistolenkugel durch die Luft. Harry raste ihr schnell hinterher damit er sie nicht aus den Augen verlor.

Und auch wenn er wusste dass andere Schüler die Schlange nicht sehen konnten, verspannte er sich jedes Mal wenn er einem begegnete. Es war eine Erscheinung die nur er sehen konnte. Trotzdem machte ihn dieser Zauber, in Gegenwart von anderen, nervös.

Die Schlange schlitterte schnell über die Große Treppe runter in den Gang des vierten Stocks. Sie kam zu einem der bodenhohen Spiegel und schlüpfte direkt hindurch.

Harry blinzelte als er sah wie die Schlange verschwand bevor seine Erinnerung ihn einholte. Der Spiegel war eine Geheimpassage die aus der Schule führte. Fred und George hatten ihm erzählt dass der Gang während seines zweiten Jahres einstürzte, deshalb hatte er sich auch keine Mühe gemacht ihn zu erkunden.

Er grinste breit. Er musste zugeben dass Ron hin und wiedermal ein paar gute Einfälle hatte. Er bezweifelte dass Hermine dahinter steckte, denn sie wusste bestimmt nichts von dieser Geheimpassage. Fred und George hatten Ron wahrscheinlich davon erzählt.

Harry strich seine Finger über den Rahmen des Spiegels während er versuchte herauszufinden wie er durchkommen sollte. Er fühlte die Magie darin und fragte sich ob es dafür wohl ein Passwort gab sowie jenes bei der Einäugigen Hexe im zweiten Stock, der in den Honigtopf führte.

Dissendium wurde benutzt um den versteckten Eingang zum Tunnel zu öffnen, er bezweifelte aber dass es hier funktionieren würde, da der Spiegel höchstwahrscheinlich eine Türe war und nicht so etwas wie ein Abstieg.

Er trat einen Schritt zurück und zog seinen Zauberstab. Dann tappte er ihn auf den Spiegel und dachte „Cantio Revelio."

Die Magische Energie die er spürte, reagierte nicht direkt auf ein Wort, aber was er erhielt war mehr als genug um weiterzumachen. Er stellte sich die Magische Signatur vor, welche er von dem Zauber spürte und presste seine Magie gegen den Spiegel.

Er hörte ein leises Klickenund der Spiegel öffnete sich wie eine Türe.

Dann schlüpfte er rein und sah dass die schwarze Schlange in dem kleinen Raum dahinter, auf ihn wartete. Es war nun auf dem Boden und schlitterte in Kreisen um das Spickoskop, welches direkt vor ihm, in der Mitte des Raumes stand.

Harry grinste, ging darauf zu und hob es auf.

Er zauberte ein erneutes Tempus und sah dass erst 18 Minuten vergangen waren.

Dieser Versuch war definitiv ein Erfolg. Nun musste er nur noch sehen, ob er es auch schaffte wenn er nicht wusste was von ihm genommen wurde.

In dieser Nacht viel Harry müde und mit mieser Laune ins Bett. Trotz seines ersten Erfolges mit dem Positionszauber, schlugen sämtliche anderen Versuche fehl. Sobald er nicht wusste wonach er suchte, sah es so aus das es keinen Weg gab es zu finden.

Aber sicherlich würden sie ihm nicht einfach nur erzählen in den See zu springen und 'etwas suchen was dir gehört'. Oder?

Er hoffte nicht.

Aber selbst von seinem lausigen Nachmittag abgesehen, war er gerade zusätzlich launisch. In einer Stunde würde er die nächste Dosis des Beschleunigungstrankes zu sich nehmen. Und selbst mit der Möglichkeit während der unerträglichen Schmerzen in seine Gedankenwelt zu flüchten, änderte es nichts daran dass er keinen Schlaf bekommen würde. Er hoffte danach nicht allzu erschöpft zu sein.

Er lag im Bett und kämpfte für ungefähr eine Stunde gegen das Verlangen einfach einzuschlafen, um sicher gehen zu können dass alle anderen schon eingeschlafen waren. Sein Umhang, die Karte und die Tasche waren bereits vorbereitet und nach einem schnellen Stillezauber auf sich selbst, schlüpfte er aus dem Raum, in den Gemeinschaftsraum und aus dem Portraitloch.

Harry war gerade dabei die Große Treppe runterzugehen und die Karte nach Zeichen von Filch oder Peeves zu überprüfen, als etwas Seltsames seine Aufmerksamkeit erregte.

Bartemius Crouch.

Was tat Mr. Crouch nach Mitternacht in Hogwarts? Sogar noch merkwürdiger war aber die Tatsache das Bartemius Crouch in diesem Moment durch Snape's Zaubertrankvorräte kramte. Der kleine Punkt mit Crouch's Namen schwebend daneben, bewegte sich in der kleinen Kammer hin und her; alle paar Sekunden hier und da stoppend.

Harry's Neugierde war geweckt. Er beschleunigte seine Schritte und eilte über die Treppen zum Eingang in die Kerker. Er schlüpfte in den Gang und um eine Eckte und kam mit kurzer Distanz zur Zaubertrankvorratskammer zum stehen.

Harry drückte sich sofort zurück an die Wand, und in eine Nische, auch wenn er wusste dass er bereits unsichtbar war.

Was er sah ließ sein Kiefer nach unten fallen.

'Mad-Eye' Moody schritt mit einigen Dingen unter seinem Arm, schnell durch den Gang. Er sah sich misstrauisch um und Harry fühlte wie sein Blut in seinen Adern gefror. Er wusste dass dieses Auge durch Unsichtbarkeitsumhänge sehen konnte. Alles was er in diesem Augenblick tun konnte, war zu hoffen dass Moody nicht in seine Richtung sehen würde.

Der Verteidigungslehrer sah rastlos den Gang hinunter, der Richtung Gemeinschaftsraum der Slytherins und Snape's Büro führte, dann wirbelte er schnell herum und eilte Richtung Ausgang.

An die kalte Steinwand gepresst und den Atem haltend, blieb Harry einige Minuten auf seiner Position. Schließlich fühlte er sich sicher zu Atmen und rannte aus den Kerkern zu der Großen Treppe.

Er aktivierte erneut die Karte und eilte zu Myrte's Badezimmer. Fünf Minuten später war Harry im Arbeitszimmer von Slytherin und ruhte seinen Kopf in seinen Händen.

Was zur Hölle bedeutete das?

Es gab keinen Punkt der besagte das Alastor Moody auch nur in der Nähe der Kerker gewesen war. Fakt war, als Harry die Karte wieder aktiviert hatte, dass Moody's Name in seinem Büro zu sehen war, während Bartemius Crouch noch für Minuten durch die Gänge wanderte.

Aber er hatte Moody gesehen. Nicht Crouch.

Harry beschloss Alastor Moody's Aufenthaltsort auf der Karte näher im Auge zu behalten und zusätzlich, ein wachsames Auge auf Bartemius Crouch zu werfen.

Ausgelaugt kletterte Harry auf seine Beine. Zu sagen sein Körper würde weh tun, wäre eine Untertreibung. Mittlerweile wusste er eine passende Beschreibung für das Gefühl unter dem Beschleunigungstrank zu stehen. Es fühlte sich an als würde brennend heißer Stacheldraht durch jede einzelne Ader in seinem Körper gezogen werden.

Wie zur Hölle konnte auch nur irgendjemand diese Schmerzen aushalten, ohne zu flüchten wie Harry es tat? Sicherlich würde man sonst doch verrückt werden von den Schmerzen alleine...

Harry schüttelte seinen Kopf, bereute es aber sofort wieder als sein Kopf sich drehte und ihm schlecht wurde. Einen Moment später, nachdem er sich wieder gefasst hatte, ging er zu dem langen Spiegel auf der anderen Seite des Büro's.

Wieder einmal war seine Haut übersät von schnell verblassenden blauen Flecken, aber von der leichten Verfärbung abgesehen, musste er sich eingestehen dass er sehr zufrieden mit dem war was er sah.

Seine Schultern waren ein wenig breiter, er hatte ein paar Zentimeter an Höhe erlangt, seine Haut sah gesünder aus als je zuvor und seine Muskeln nahmen sprunghaft zu.

Verschwunden waren jegliche Anzeichen von Knochen. Sein Körper war an den richtigen Stellen gepolstert und sah solide aus, anstatt dünn und zerbrechlich.

Das war bereits seine vierte Dosis des Beschleunigungstrankes. Er war also bereits zur Hälfte fertig und doch war er schon begeistert von den Ergebnissen.

Er fuhr seine Finger durch sein Rabenschwarzes Haar. Sogar das sah gesünder aus. Es hatte einen glänzenden Schimmer an sich der zuvor noch nicht dagewesen war. Außerdem war es dicker und sanfter. Es erschien nicht mehr annähernd so unzähmbar als sonst und Harry fragte sich ob er ab sofort wohl Versuchen konnte, es zu stylen.

Er schob den Gedanken beiseite, streckte seine steifen und schmerzenden Muskeln und sammelte seine Sachen zusammen. Er würde es noch zum Mittagessen schaffen und danach direkt in sein Bett gehen. Hoffentlich würde er keine unterbrechenden Zusammenstöße mit Ron oder Hermine auf dem Weg haben. Er braucht Schlaf, verdammt nochmal, und wenn sie versuchten ihn zu befragen, würde er sie höchstwahrscheinlich anschnauzen.

Seit ihrer 'Wiedervereinigung', haben sich auch die Vorwürfe seiner Hausgenossen über seinen dunklen Werdegang gelegt. Und seit seinem gezwungenen Outing in der Öffentlichkeit, hielten sich auch die Hufflepuffs mehr zurück. Warum genau das der Fall war, konnte er nicht mal ansatzweise ergründen.

Die Slytherins hatten zwar genug Schwulenwitze die sie ihm zuwerfen konnten, aber Draco Malfoy hatte kein einziges Wort zu Harry gesagt seit ihrer Begegnung im Gang außerhalb des Zauberkunstklassenraumes am Tag nach dem Outing.

Allerdings warf der Malfoy einige Male verstohlene, neugierige Blicke zu Harry, und wenn die anderen Slytherins Harry öffentlich verspotten wenn Malfoy in der Nähe war, war er es der es gestoppt hatte. Er würde den Schuldigen mit dem Ellbogen in die Rippen schlagen und sie böse ansehen, oder sie einfach von Harry wegzerren.

Harry war sich nicht ganz sicher was er davon halten sollte, würde einem Geschenkten Gaul nicht ins Maul sehen. Er würde nehmen was er kriegt.

Gerade jetzt jedenfalls, war Schlaf alles was er brauchte.

Montagmorgen fühlte sich Harry ausgeruht genug von seiner Episode mit dem Beschleunigungstrank. Die Ermüdung und die Schmerzen in den Muskeln waren komplett verschwunden und er fühlte sich stärker und energiegefüllter als je zuvor. Sein Körper fühlte sich einfach nur gut an. Nie hatte er realisiert wie viele Schmerzen sein Körper erleiden musste bis er sie los wurde.

Er hatte nie das gesamte Ausmaß des Schadens von einem Jahrzehnt an Unterernährung geschätzt. Es machte ihn schwach, seine Knochen brüchig, seine Muskeln schmerzend und er war schnell ermüdet. Er war begeistert zu wissen dass er dies alles jetzt los werden würde.

Harry folgte Ron zum Frühstück und beide wurden von Hermine, welche bereits da war und neben Neville und Ginny saß, begrüßt. Er und Ron setzten sich zu ihnen und eine bequeme Unterhaltung brach unter ihnen aus. Harry trug nicht wirklich dazu bei, nickte aber mit seinem Kopf zu angebrachten Zeiten, und Kicherte wenn es erwartet wurde, auch wenn er ihre Unterhaltung für Sinnloses Geplapper hielt.

Ungefähr halbwegs durch die Mahlzeit durch, kamen die Posteulen und Harry wurde mit einem Mittelgroßen Paket, getragen von zwei braunen Eulen, begrüßt. Harry entnahm ihnen begierig ihre Last und gab ihnen etwas von dem Schinken.

„Was ist das?", fragte Ginny und sah das Paket neugierig an.

„Wahrscheinlich Bücher.", grummelte Ron und rollte seine Augen in offensichtlicher Abscheu.

Ginny sah Harry mit einer stummen Aufforderung zur Bestätigung erwartungsvoll an. Harry nickte nur mit seinem Kopf. „Bücher", sagte er mit einem Grinsen.

„Was für Bücher?", fragte Neville zwischen zwei Bissen seines Würstchens.

„Verschiedene. Ich habe vor kurzem damit angefangen Bücher aus einem Bestell-Eulen Katalog eines Verlegers zu bestellen. Es fing an mit einem Zaubertrankbuch aber nachdem sie mir diesen Katalog geschickt haben, sah ich dass sie jede Menge sehr interessanter Bücher über Verschiedene Themen im Angebot hatte. Ich habe lediglich alles bestellt das mein Interesse geweckt hat."

„Er macht nicht sanderes mehr. Er ist schon genauso schlimm wie Hermine.", grummelte Ron mit einem finsteren Blick.

„Harry schafft sich eine beeindruckende Büchersammlung zu.", meinte Hermine mit einem stolzen Lächeln und ignorierte Ron's Bemerkung nur.

Harry schnaubte. „Ja, aber zu diesem Zeitpunkt, bin ich nicht sicher wie ich all diese Bücher mit zurück in den Ligusterweg nehmen soll. Ich habe bereits zu viele die nicht mehr in meinen Koffer passen.", Harry stoppte und sah neugierig zu Hermine. „Wie stellst du es an?"

„Hmm?"

„Du hast massenhaftBücher. Mehr als ich. Wie verstaust du alle?"

„Oh! Nun, ich habe einen speziellen Koffer mit einem dehnbaren Abteil für die Bücher."

Harry blinzelte sie an. „Huh?"

„Also, im Sommer vor meinem ersten Jahr nahmen meine Eltern mich zum ersten Mal mit in die Winkelgasse. Wir verbrachten natürlich viel Zeit in Flourish und Blotts, und ich habe so viele Bücher gefunden die ich haben wollte um die Magie besser zu verstehen. Als wir dann zu dem Gepäckladen gingen um einen Koffer zu kaufen, sah der Ladenbesitzer die vielen Taschen mit Büchern die mein Dad trug und empfahl einen speziell angefertigten 'Bücherei Koffer'. Er hat zwei Abteilungen. Die normale, die sich öffnet wenn du den Schlüssel im Uhrzeigersinn drehst, und ein Zweites, welches sich öffnet wenn man einmal gegen den Uhrzeigersinn dreht. Das zweite Fach ist magisch gedehnt und extra dafür gefertigt worden um Bücher zu transportieren. Ich weiß nicht was ich all die Jahre ohne diesen Koffer gemacht hätte."

„Huh. Das klingt wundervoll.", meinte Harry nachdenklich. „Ich werde wohl einen Blick darauf werfen. Hey, ist nicht bald ein Hogsmeadewochenende?"

„Diese Woche, eigentlich.", antwortete Ginny nickend.

Er summte gedankenverloren und wandte sich zurück an Hermine. „Gibt es in Hogsmeade auch ein Geschäft für Magisches Gepäck?"

„Ich denke schon."

„Nun, ich denke ich werde dem Laden mal einen Besuch abstatten.", sagte Harry mit einem kleinen Grinsen und konzentrierte sich dann wieder auf sein Essen.

Lafole und Pokeby's Lagerung und Reisen war ein Geschäft das von außen ungewöhnlich klein aussah, und doch war es überraschen groß im Inneren. Die Besitzer waren scheinbar auf Raumdehnungszauber spezialisiert. Lagerung vieler Dinge in sehr kleinen Plätzen.

Es war Harry's erster Stopp bei seinem Besuch in Hogsmeade an diesem Samstag während Ron im Honigtopf war und Hermine Scrivenshaft einen Besuch abstattete. Er ging direkt zu der Gepäckabteilung und begann durch die verschiedenen Angebote an Koffer zu stöbern. Er wurde dabei schnell von einem großen Mann unterstützt, welcher sich als Mr. Lafole vorstellte.

Harry kam direkt zur Sache, da er nicht wusste wie viel Zeit er hatte bis Ron und Hermine ihn suchen würden, und er war Neugierig über die Verzauberungen, die auf so einen Koffer gesprochen werden können.

Wie sich herausstellte, waren es sehr viele. Lafole bot sogar Kundenspezifische Dienste an. Harry konnte eine Liste davon machen was er haben wollte, und der große, ältere Zauberer würde sie genau so hinzufügen können, wie er es benötigte. Er bekam eine Liste mit den verschiedenen Zusatzangeboten, welche Aufzeichnungen davon enthielten, welche Zauber nicht zusammen benutzt werden könnten weil sie nicht kompatibel waren, oder sich auf einer Art und Weise entgegen wirken.

Er überflog die Liste, markierte exakt dass was er haben wollte und zwang sich nicht über den Preis dafür zu sorgen. Wenn dies hier so lief wie er es sich erhoffte, würde er diesen Koffer noch Jahre nach Hogwarts benutzen.

Als er mit der Selektion fertig war, lies ihn Mr. Lafole wählen, welches Design der Koffer, auf dem die Zauber angewendet werden sollen, haben sollte. Er entschied sich für einen einfachen Brauen. Er sah keinen Grund für ein extravagantes Design. Das würde nur Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Je einfacher er erschien, desto unauffälliger würde er sein.

Lafole erzählte ihm dass es nur drei Stunden dauern würde die Zauber darauf zu sprechen und Harry war begeistert darüber den Koffer noch am selben Tag mitnehmen zu können. Er bezahlte die Hälfte des Preises voraus, und würde den Rest bezahlen wenn er den Koffer abholte.

Er verließ den Laden gerade als Hermine, mit gefüllten Taschen, aus Scrivenshaft's, kam. Zusammen gingen sie auf die Suche nach Ron und als sie ihn fanden statteten sie dem Drei Besen einen Besuch ab.

Als sie dort ankamen, zog ein merkwürdiger Anblick Harry's Aufmerksamkeit auf sich. In einer Ecke des Gasthofes sah er Ludo Bagman, umrundet von einer Gruppe ziemlich Zwielichtiger Goblins. Hermine und Ron waren beide unglaublich neugierig warum zum Henker Ludo Bagman wohl von Goblins umgeben ist, aber Harry wusste genau warum.

Ihm war bereits bewusst das Bagman ein paar Probleme mit Wettschulden hatte. Die Tatsache das Bagman in der Schuld der Goblins stand, war der Grund warum er Harry im November so bereitwillig Informationen über die erste Aufgabe mitteilte.

In diesem Moment ging Harry ein Licht auf und ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Das Problem war nur Ron und Hermine loszuwerden – und wie er Ludo von den Goblins weglocken konnte – sodass Harry mit dem Mann reden konnte.

„Ah, hallo, Mr. Potter!", rief Ludo während er den Goblins einen nervösen Seitenblick zuwarf.

„Hallo Mr. Bagman.", antwortete Harry höflich. Ron und Hermine sahen ihn bedenklich an.

„Ich fragte mich ob ich Sie kurz sprechen könnte", begann er und zögerte kurz bevor er einen Blick auf Harry's Begleiter warf, „alleine."

Harry versuchte verwirrt und leicht besorgt auszusehen, innerlich aber sprang er vor Freude. Er warf den Beiden einen Blick zu, der Fragte ob es in Ordnung wäre ihn kurz alleine zu lassen und beide zuckten nur mit den Schultern, und gingen.

„Lassen Sie uns dort rüber gehen.", meinte Bagman als er Harry zu einer menschenleeren Seite des Gasthofs führte. „Ich wollte Sie Beglückwünschen wegen ihrer außergewöhnlichen Performance mit den Drachen, Harry", begann Bagman.

„Danke, Mr. Bagman. Ihr Tipp darüber wie die Drachen zugewiesen wurden halfen mir ungemein.", sagte Harry und schmunzelte.

„Oh? Wirklich?", antwortete Bagman mit einem Überraschten Blick. „Nun, ich bin froh, dass es Ihnen half. Und wenn wir schon dabei sind, Harry, ich frage mich wie Sie mit dem Hinweis für die Zweite Aufgabe voran kommen?"

„Ich habe es schon vor einiger Zeit herausgefunden und arbeite derzeit an ein paar Strategien dafür."

Für einen Moment erhellte sich Bagman's Gesicht mit einem Ausdruck erleichterter Hoffnung bevor er sich wieder unter Kontrolle hatte.

„Ah, nun, das... das ist wunderbar, mein Junge. Wenn es irgendetwas gibt wo Sie Hilfe benötigen, egal was-"

„Eigentlich, jetzt wo Sie es erwähnen, ich frage mich ob Sie mir eine Frage beantworten können."

„Wirklich? Worum geht es?"

„Der Hinweis besagt das etwas von mir genommen wird und irgendwo im Schwarzen See versteckt wird. Ich fragte mich ob Sie eine Ahnung haben was genau von mir genommen wird? Und ob es, bevor die Aufgabe beginnt, bekannt gegeben wird, oder ob ich mich auf eine Blinde suche einstellen muss?"

„Oh! Oh, das. Das ist einfach."

Harry zog seine Augenbraue erwartungsvoll an.

Bagman sah sich für einen Moment um bevor er sich vor lehnte und ihm zu flüsterte. „Sie werden nicht etwas nehmen, sie werden jemanden nehmen."

Harry runzelte verwirrt die Stirn. „Jemanden?"

„Richtig. Jemanden der sehr wichtig für Sie ist wird direkt vor der Aufgabe von ihnen genommen. Er, oder sie, wird in einen magischen Stillstand versetzt und irgendwo auf dem Grund des Sees versteckt. Soweit ich es verstanden habe, irgendwo im Dorf der Meermenschen."

Harry sah den Mann verdutzt an. Jemand!

„Wie wird die Person die sie nehmen bestimmt?"

„Der Kelch bestimmt es. Durch eine Zeremonie, welche nur von den Direktoren einige Tage vor der Aufgabe beigewohnt wird, wird der Name der Person aus dem Kelch ausgeworfen."

Harry nickte langsam und dachte über diese neue Entwicklung nach. Er würde den Positionszauber erneut testen müssen. Dieses Mal an einer Person, nicht an einem Objekt.

„Oh! Wird mir auch gesagt wer genommen wird?", fragte Harry plötzlich.

„Ich denke nicht. Nein." Bagman schüttelte langsam seinen Kopf.

Innerlich stöhnte Harry. Großartig, dachte er bitterlich.

Er schnaufte leicht genervt bevor er sich fasste und Bagman mit Dankbarkeit ansah.

„Oh, eine Sache noch."

„Ja, Mr. Potter?"

„Werden die Leute dazu in der Lage sein zu sehen was im See vor sich geht? Ich meine, hat Dumbledore eine Art Überwachungszauber, sodass die Zuschauer zusehen können?"

„Nein, nein... nichts dergleichen. Wir werden wirklich nicht sehen können was die Champions dort unten treiben. Es ist nicht wirklich ein Zuschauerfreundliches Event. Ich hatte vorgeschlagen, eine andere Aufgabe deswegen zu nehmen – etwas wo die Zuschauer auch zusehen konnten, aber niemand hörte mir richtig zu."

Harry grinste erleichtert und nickte. „Ah, das ist zu schade. Aber trotzdem, vielen Dank, Mr. Bagman."

„Keine Ursache, Mr. Potter", sagte er mit einem großen Grinsen, dann zögerte er und sah wieder besorgt aus. „Ich... es ist wirklich kein Problem."

Harry gluckste und warf dem anderen ein freches grinsen zu. „Keine Sorge. Diese Unterhaltung wird unter uns bleiben. Und übrigens, viel Glück mit den Goblins."

Bagman machte ein finsteres Gesicht und sah zurück auf die Gruppe der furchteinflößend aussehenden Kreaturen die auf der anderen Seite des Raumes saßen und Bagman mit verschiedenen Stufen von Abscheu, ansahen.

Die zwei verabschiedeten sich und Harry ging zu Hermine und Ron, die bei dem vor reservierten Tisch saßen, und bestellte sein Mittagessen.

„Also, worum ging es?", fragte Hermine.

Harry schnaubte. „Bagman hat heftige Schulden bei den Goblins. Er braucht dringend Gold, also hat er eine rein Spekulative Wette abgeschlossen. Über mich. Er bot mir ein paar Hinweise und Tipps an, um das Rätsel des Eies zu lösen, für den Fall dass ich es noch nicht herausgefunden habe."

Hermine keuchte und sah ihn entsetzt an. „Das ist Schummelei!", kreischte sie.

Harry warf ihr einen harten Blick wegen ihrer Lautstärke zu und sie senkte ihren Kopf in Verlegenheit.

„Ich weiß das Hermine. Es ist nicht so als hätte ich sie angenommen. Ich meine, ich habe das Eierrätsel schon vor einer Ewigkeit gelöst. Ich brauche in dieser Hinsicht sicherlich keine Hilfe."

Hermine war immer noch entsetzt, beruhigte sich aber letztendlich ein wenig und konzentrierte sich auf ihr essen, als dieses serviert wurde.

Nachdem sie das Mittagessen beendeten, beschäftigte Harry sich mit ein paar Schaufenstereinkäufen und besuchte einen Kleidungsladen mit dem Namen Schott's Gelegenheitskleidung Kleidung. Bis jetzt hatte er es noch nicht für nötig gehalten dieses Geschäft zu betreten, da er in den vergangenen Jahren nicht wirklich über die Qualität seiner Kleidung, die er unter den Schulroben trug, nachgedacht hatte.

In Ergänzung zu einer netten Auswahl an lässigen Roben und anderer Zauberer-Kleidung, hatten sie eine kleine Sektion für Muggel Kleidung. Und genau wie das Geschäft für Magisches Gepäck, bot der Ladenbesitzer an, die Kleidung gegen Bezahlung mit Schutzzaubern zu versehen. Selbst-säubernd, wärmend, kühlen, Schmutz-abweisend, Wasser-abweisend und automatische Größenanpassung waren nur einige der Angebote.

Harry entschied sich dafür den automatischen Größenanpassungs-Zauber auf jedes Paar seiner Hosen machen zu lassen. Es könnte sein dass er noch ein paar Zentimeter wachsen würde bis er mit dem Beschleunigungstrank fertig war, und die Aussicht darauf dass man vielleicht seine Knöchel sehen konnte weil die Hosen zu kurz waren, war nicht wirklich schön.

Er kaufte sich fünf Jeans und zehn verschiedene T-Shirts. Es war nicht sein Ziel sich etwas Extravagantes zu besorgen, es sollte nur etwas sein das ihm passte und nicht voller Löcher war.

Als er fertig war, war auch genug Zeit vergangen um seinen fertigen Koffer abzuholen, also machte er sich auf den Weg zurück zu Lafole und Pokeby's.

Unter den Verzauberungen auf dem Koffer, war einer mit dem er den Koffer automatisch mit einem tappen seines Zauberstabes, verkleinern konnte. Das war sehr praktisch da er den Koffer außerhalb der Schule nun vergrößern und verkleinern konnte. Er konnte ihn in seine Taschen stecken und musste sich nicht darüber sorgen das Vernon ihn stehlen würde um ihn unter den Besenschrank einzusperren.

Er legte seine neuen Kleidungsstücke in den Koffer, tappte seinen Zauberstab darauf und er verkleinerte sich sofort. Harry grinste.

Er zahlte Mr. Lafole den restlichen Betrag und ging zurück zur Schule. Durch den Haupteingang durch, eilte er direkt in ein leeres Klassenzimmer und begann den Positionszauber mit der schwarzen Schlange. Nur dieses Mal, konzentrierte er sich darauf Hermine zu finden.

Er spürte wie seine Magie anfing zu arbeiten, und sah wie die Schlange erschien und anfing Richtung große Treppe zu schlittern.

Der Aspekt nicht zu wissen wer genommen wird stellte aber immer noch ein Problem dar. Vielleicht könnte er es eingrenzen bevor die Aufgabe startete. Im Grunde würde jeder, der nicht anwesend war wenn die Aufgabe begann, wahrscheinlich jemand sein der genommen wurde. Er könnte versuchen diese Personzu suchen. Hoffentlich würde es funktionieren.

Er folgte der großen, schwarzen Schlange durch das Schloss hinauf in den siebten Stock und direkt durch das Portraitloch. Als er den Raum betrat, schlitterte die schwarze Erscheinung um eine ahnungslose Hermine. Es war ein äußerst merkwürdiger Anblick und er war froh dass niemand sonst die schwarze Schlange sehen könnte. Er konnte sich vorstellen was für eine Panik hier ausbrechen würde wenn sie sichtbar wäre. Er kicherte bei dem Gedanken und beendete den Zauber.