13. Happy End


Zusätzliche Warnings: Character Death, Gewalt, Fanatismus, Comic Book Science

Zusätzliche Pairings: GuardianCorp, PLATONISCHES Supercorp, Imra/Kara, Coville/Kara, Winniac-5


Die Priesterin war also nicht nur irgendeine Priesterin des Weltenkillerkults, deren Abbild man für die Weltenkillerfestung der Einsamkeit verwendet hatte, nein, sie war das Zentrum des Glaubens dieses Kults, sie war die Göttin, die man vor Rao auf Krypton angebetet hatte, wiedergeboren in dieser Gestalt. Zumindest behauptete sie das.

Und anders als bisher war sie nun nicht nur eine Projektion, nein, sie war wirklich hier. Denn zum ersten Mal überhaupt sonderte sie einen Geruch ab. Sie roch nach Alpha und nach dem Dunklen Tal. Sie war auf die Erde übergetreten.

Kara war natürlich nicht gewillt ihre Geschichte zu glauben. Nicht nur, weil sie Ketzerei war, sondern auch, weil sie Unsinn war! Selbst, wenn es diese geheimnisvolle Göttin vor Rao wirklich gegeben hatte, diese Priesterin war wohl kaum ihre wiedergeborene Auferstehung!

Doch im Grunde genommen, kam es nicht darauf an, wer oder was sie war, sondern nur darauf sie aufzuhalten, bevor sie dieses schwarze Loch fertig öffnete.

„Wir müssen sie aufhalten. Konzentriert euren Angriff auf sie. Gebt alles, was ihr habt!", meinte Kara und flog dann auch schon voraus, auf die schwebende Priesterin zu. Doch ihr Angriff auf sie prallte an ihr genauso wirkungslos ab, als wäre sie Reign hoch 3. Mon-El, der nach ihr ebenfalls einen Angriffsversuch startete, erging es genauso.

J'onn flog auf die Priesterin zu, wurde aber ebenfalls abgewehrt. Vasquez schoss mit der Kryptonit-Waffe auf sie, doch diese zeigte keine Wirkung. Guardian warf ihr das verstärkte künstliche Kryptonit genau in die Arme, doch sie fing den Stein einfach auf, betrachtete ihn einen Moment lang nachdenklich, und ließ ihn dann schulterzuckend fallen.

„Mehr habt ihr nicht zu bieten?", erkundigte sie sich dann. Wie auf Kommando eröffnete der Cruiser das Feuer auf sie, doch seine Geschosse prallten von ihr ab.

Dann bildete sich plötzlich um die Priesterin herum eine Psi-Plase. „Imra!", erkannte Kara und sah die Beta-Frau neben der Priesterin schweben. Offenbar war ihre Kurzzeitgeliebte doch mit den anderen gemeinsam in diese Zeit zurückgekehrt.

Die Priesterin runzelte die Stirn, legte ihr Hände dann gegen die Blase, die sie umgab, und brachte diese damit zum Zerplatzen.

„Sonst noch was?", wollte sie dann wissen.

„Ich ..:" Kara spürte altbekannte Verzweiflung in sich aufsteigen. Es war so unfair! Sie hatten bereits gewonnen gehabt! Und nun sollten sie und die Erde trotzdem verlieren?!

„Lena, Winn … irgendwelche Vorschläge?", fragte sie in das Com.

„Keine Ahnung … schneiden wir uns eine Scheibe von Pestilence ab und versuchen ein Krieg der Welten-Szenario?", meinte Winn dann etwas hilflos.

„Falls keiner von euch einem potenten sofort wirkenden Virus mit dabei hat, würde das zu lange dauern", gab Alex daraufhin über die Com-Frequenz zurück.

„Ich habe ein Idee, aber sie wird euch nicht gefallen", meldete sich Lena zu Wort, „Das hier ist ein Proto-Schwarzes Loch, wenn sie etwas umbringt, dann das. Wenn wir sie irgendwie hineindrängen können, dann…"

„… würde sich das Schwarze Loch um sie herum schließen", vervollständigte Kara den Satz ihrer (ehemaligen?) Freundin, „Das einzige Problem dabei, nicht mal die Schüsse des Legion Cruisers haben sie dazu gebracht sich auch nur einen Millimeter zu bewegen."

Kara dachte nach. Vielleicht gab es doch einen Weg. Vielleicht konnte sie die Priesterin irgendwie hineinstoßen. Wenn sie sie mit aller Kraft, die sie besaß, rammte und durch die Luft vor sich herschob. Aber was wenn meine gesamte Kraft nicht ausreicht?

„Ich werde es tun."

Für einen Moment war Kara zu verwirrt um zu realisieren, wer da gesprochen hatte. „Sam?", wurde ihr dann klar.

„Ich habe meine Weltenkillerkräfte noch. Doch im Moment habe ich das Sagen. Nur ein Weltenkiller kann einen Weltenkiller umbringen, wisst ihr noch? Und sie ist so eine Art Super-Weltenkillerin", erklärte die Beta-Frau im Alpha-Weltenkillerkörper.

„Mom, das ist viel zu gefährlich!", protestierte Ruby, die neben Kara und Sam stand.

„Sie hat recht, Sam. Nach allem, was du durchgemacht hast, erwartet keiner von dir...", begann Kara, doch Sam unterbrach sie: „Doch, ich erwarte es von mir. Es klebt so viel Blut an meinen Händen. … Als Lena mir die Wahrheit gezeigt hat, und mir klar wurde, was ich alles getan habe … Diese Schuld hat mich niedergedrückt und hat Reign dabei geholfen so leichtes Spiel mit mir zu haben. Ich will das wieder gut machen, ich muss. Versprecht mir nur eins: Dass ihr euch, egal was passiert, um Ruby kümmern werdet."

„Was? Nein, Mom, rede doch nicht so, du…", schaltete sich Ruby ein.

„Natürlich, werden wir das", erwiderte Kara zur gleichen Zeit, „Aber du musst nicht…" Weiter kam sie nicht, da Sam ihr überraschend einen gezielten rechten Hacken verpasste, und dann auf die Priesterin zuflog. Während sie sich ihr annäherte, schoss sie Hitzestrahlen aus ihren Augen auf sie und öffnete dann ihren Mund und ließ Puritys Schrei auf die Priesterin los. Und zum ersten Mal seit sie erschienen war, erzielte irgendetwas Wirkung auf die Priesterin. Tatsächlich wurde sie einige Meter zurückgedrängt und näherte sich damit den entstehendem Schwarzen Loch an.

„Du! Samantha, der Mensch, der nicht aufgeben wollte", stellte die Priesterin fest, „Ich kann deine minderwertige DNA riechen!" Und dann stürzte sie sich auf Sam - sie flog auf sie zu, packte sie an den Armen, und schleuderte sie von sich. Sam bremste ihren Fall wieder ein und schoss wieder auf die Priesterin zu, und packte nun ihrerseits diese an beiden Armen und flog dann in Höllentempo auf das Schwarze Loch zu.

„Vergiss nicht sie loszulassen, Sam! Du musst sie loslassen!", rief Kara ihr hinterher.

„Das ist also dein Plan", zischte die Priesterin, während sie versuchte Sam mit ihrer eigenen Version des Hitzeblicks das Gesicht wegzubrennen, „Ich verstehe, doch du vergisst eines: Ich werde hier nicht sterben. Ich werde lediglich wiedergeboren werden. Du hingegen, du hast nur dieses eine Leben!" Dann packte sie ihrerseits Sam mit aller Kraft und schien nicht vorhaben diese wieder loszulassen.

„Nein! Sam!" Kara wollten den beiden hinterher fliegen, als sie sich auf einmal in einer Psi-Blase gefangen wiederfand. Sie drehte sich wütend zu Imra um.

„Ich habe es dir gesagt", erwiderte diese nur schulterzuckend, „Ich will nicht, dass du stirbst."

Sam und die Priesterin verschwanden in der Struktur, die dabei war zu einem schwarzen Loch zu werden, und dann gab es einen hellen Blitz, und die Struktur verschwand. Und mit ihr Sam und die Priesterin.

„Neiinnnn! Mom!", schrie Ruby und rannte in die Richtung, in der das Schwarze Loch verschwunden war. Alex war bei ihr, bevor sie noch wirklich weit gekommen war, und fing sie ab. „Es ist zu spät, Ruby, sie ist fort. Es tut mir leid", erklärte sie und presste das schluchzende Mädchen an sich.

„Sam", murmelte Kara geschockt.

Rubys Weinen war für einen Moment lang das einzige Geräusch, das noch in der Wüste zu hören war.

Bis ein einäugiger Thomas Coville vor Kara trat. Er schien sich sein Auge selbst herausgerissen zu haben, nach seiner blutigen Hand zu urteilen, doch sein Verlust schien ihn nicht sonderlich zu stören. „Ich habe es dir gesagt: Reign wird uns alle retten", erklärte er.

„Das war nicht Reign, das war Sam Arias, eine tapfere Beta-Erdenfrau, die absolut nichts mit Reign gemeinsam hatte!", schleuderte Kara ihm wütend entgegen.

„Und du? Glaubst du nun wieder? Du hast Reign besiegt, nur du allein, kein anderer. Du hast Sam Arias zurückgebracht und sie dazu inspiriert sich für uns alle zu opfern. Du hast die Welt gerettet, Supergirl", verkündete Coville, „Glaubst du nun wieder an diese Welt und an deine eigenen Kräfte und Fähigkeiten? An deine Bestimmung?"

Kara erinnerte sich an einen Moment, Monate zuvor, bei der von Covilles Kult in Besitz genommenen Bombe, als Coville ihr in die Augen gesehen hatte und festgestellt hatte, dass der Ausdruck darin nicht mehr der gleiche war wie damals, als sie ihn gerettet hatte. Dass sie nicht mehr an sich selber glaubte und von ihrem Weg abgekommen sei.

War das alles … war das alles etwa seine Art mir eine Lektion zu erteilen? Sie konnte diesen Gedanken kaum fassen. Es war als hätte Coville ihn irgendwie gelesen, denn er erwiderte: „Ich weiß du denkst, ich wäre vom Glauben abgefallen, doch in Wahrheit habe ich nie aufgehört an dich zu glauben. Ich wusste immer, dass du uns alle retten würdest. Das Einzige, was du dafür gebraucht hast, war ein wenig … Ansporn. Und den habe ich dir geliefert. Ich habe mit dem Teufel paktiert um dir und allen anderen zu beweisen, dass Rao das Licht und das Gute ist, und du, die du ihn repräsentierst, über das Böse immer siegen wirst."

Kara war nun nicht mehr die Einzige, die ihn ungläubig anstarrte.

„Du glaubst mir wohl nicht, aber ich sage dir: Krypton ist nicht verloren, und du bist es auch nicht", fuhr Coville fort.

„Schafft ihn weg", meinte J'onn an dieser Stelle zu seinen Agenten, „Bei allen Göttern, verhaftet diesen Mann und schafft ihn weg, bevor das Mädchen noch hört, was er so von sich gibt."

„Ihr glaubt mir nicht, aber ihr werdet sehen, dass ich recht habe. Ja, das werdet ihr", meinte Coville dazu nur und ließ sich dann selig lächelnd von Vasquez und Deimos abführen. Rubys Schluchzen folgte ihm.


„Hi, ich bin's"; meinte Kara schüchtern und winkte zur Begrüßung. Sie war in ihrem Kara Danvers-Outfit bei L-Corp aufgetaucht, und scheinbar war Lena noch nicht dazu gekommen die „Kara Danvers darf immer in mein Büro vorgelassen werden"-Order zurückzunehmen.

„Wer ich – Kara Danvers oder Supergirl", gab Lena nur zurück und widmete sich wieder ihrem Papierkram auf dem Schreibtisch.

„Wir sind irgendwie dieselbe Person, weißt du?", gab Kara zurück und lächelte etwas gequält.

„Darauf wäre ich nicht gekommen", meinte Lena nur, „Immerhin hast du mich jahrelang glauben lassen, dass dem nicht so ist."

Kara trat nervös von einem Bein auf das andere. „Also, ich wollte dich nur bitten wegen der ganzen Geheimidentität-Sache nicht sauer auf James zu sein. Er hat dich wirklich gern, und es war nicht sein Geheimnis, er durfte es dir nicht erzählen, also…", begann sie.

„Oh, nein, keine Sorge. Ich mache James keine Vorwürfe. Ich meine, du hast recht: Es war nicht sein Geheimnis. Er hat es nur bewahrt, wie er auch meine Geheimnisse bewahrt hat. Das liegt in seiner Natur: Loyalität. Ich liebe James, und das weiß er auch. Nein, ihm mache ich keine Vorwürfe. Ich mache sie dir", schloss Lena und sah zum ersten Mal seit Kara das Büro betreten hatte wieder auf, „Und ich weiß nicht, ob ich jemals dazu in der Lage sein werde damit aufzuhören dir deswegen Vorwürfe zu machen. Ich meine, du kannst es rechtfertigen so viel du willst. Sagen, dass es zu meinem Schutz war. Aber du warst meine beste Freundin, Kara, ich hätte dir nie etwas derartig Wichtiges vorenthalten. Doch offenbar war ich nicht deine beste Freundin."

Kara wusste darauf nichts zu sagen. „Nun, ich schätze, wir sehen uns dann auf der Beerdigung", meinte sie schließlich.

„Ja, bis dann", mit diesen Worten widmete sich Lena wieder ihren Unterlagen.

Kara wandte sich zum Gehen, blieb dann aber noch einmal in der Türe stehen. „Lena? Wirst du mir jemals verzeihen können?", wollte sie wissen.

Lena sah noch einmal zu ihr auf. „Um ehrlich zu sein", meinte sie, „Ich weiß es nicht."


„Du denkst vielleicht, ich würde dir niemals verzeihen, aber das ist nicht wahr. Natürlich bin ich wütend auf dich, weil du mich davon abgehalten hast Sam zu retten, aber deswegen wünsche ich dich noch lange nicht zurück in die Zukunft. Ich wünschte, du würdest hierbleiben. Und ich sage das nicht nur, weil du Mon-Els Ehefrau bist", erklärte Kara.

„Ich weiß. Und das ist nicht der Grund, warum ich in die Zukunft zurückkehre. Und Mon-El trifft seine eigenen Entscheidungen. Genau wie ich. Ich muss einfach zurück. Die Titan-Allianz braucht mich, und ich brauche meine Schwester. Es tut mir leid", erwiderte Imra.

Kara nickte, als würde sie es verstehen, und vielleicht tat sie das ja auch.

„Wir werden euch auf jeden Fall vermissen", bot Winn an und wandte sich Brainey zu, „Ohne dich bin ich zumindest endlich die intelligenteste Person hier."

„Es ist rührend, dass du das denkst, Winn", meinte Brainey dazu, „Lass mich dich umarmen." Und dann griff er nach Winn Gesicht und umarmte ihn mit Kuss auf eine ganz und gar nicht brüderliche Art und Weise.

„Okay, das kam jetzt unerwartet", meinte Winn dann, „Bro-Umarmungen funktionieren ein wenig anders…"

Imra seufzte. „Es wundert mich nicht, dass Winn Single ist", meinte sie, „Ich warte im Schiff." Sie sah noch wie Brainey mit Kara sprach und wie Mon-El im Hintergrund herumlungerte. Dann setzte sie sich an die Steuerung des Cruisers und wartete ab, ob ihr Mann mit ihr in ihre Heimat zurückkehren würde, oder nicht.


„Nun."

„Nun."

Außer Kara und Mon-El befand sich plötzlich wie auf magische Weise niemand anderer mehr im Hangar des DEO.

„Du musst nichts sagen", meinte Kara dann, „Ich kann es fühlen. Alles."

Mon-El nickte. „Ich ebenfalls." Ihr Gefährtenband pulsierte stark zwischen ihnen und war erfüllt von Liebe und Kummer. Mon-El konnte alles spüren, was Kara empfand, und umgekehrt galt dasselbe.

„Ich sage es aber trotzdem: Ich werde immer zu dir zurückkommen", verkündete Mon-El dann.

Kara nickte. „Ich weiß", meinte sie schlicht.

„Moment mal, wenn du Han Solo bist, dann macht mich das wohl zu Prinzessin Leia… Wie … passend", wurde Mon-El klar.

„Bring Ordnung in dein Haus in deinem Zuhause in der Zukunft. Und dann komm zu mir zurück", erwiderte Kara nur, aber sie lächelte über seinen Witz. Ein strahlendes Lächeln, wie es nur ein Omega lächeln konnte, mit so viel Liebe für ihn erfüllt, wie sie nur Kara Danvers für ihn empfinden konnte.

Dann küsste er sie noch einmal innig zum Abschied und machte sich dann auf in den Cruiser, um mit seiner wahren Abschiedstour zu beginnen.


Nach Sam Arias' Beerdigung meinte Maggie zu Alex: „Das ist vermutlich nicht der richtige Moment um es zu erwähnen, aber ich finde, wir sollten Ruby adoptieren. Ich will nicht, dass sie bei einer Großmutter leben muss, die sie noch nie in ihrem Leben zuvor getroffen hat. Bei uns wäre sie besser aufgehoben."

Alex sah sie überrascht an. „Ist das dein Ernst? Ich dachte, du bist nicht bereit für Kinder. Und Ruby mag zwölf sein und viel verloren haben, aber im Grunde ist sie trotzdem noch ein Kind, ein Kind an der Schwelle zur Pubertät und damit zur schwierigsten Phase ihres Lebens", gab sie zu bedenken.

„Nun, dann ist das doch eine gute Übung für mich. Wenn ich das überstehe, dann bin ich danach sicherlich bereit für eigene Kinder vom Säuglingsalter an", erwiderte Maggie unbeeindruckt, „Nein, im Ernst, Danvers. Ich weiß, was ich gesagt habe, aber Ruby braucht uns jetzt. Sie braucht dich, weil du ihre Bezugsperson bist, und du brauchst mich, weil du dazu neigst in Panik zu geraten, wenn es in deinen Beziehungen schwierig wird, also würde ich sagen das hört sich nach einer perfekten Kombination an." Sie schenkte Alex ein unsicheres Lächeln.

Alex erwiderte dieses Lächeln um einiges selbstbewusster. „Ja, das tut es", gab sie zu.


A/N: Ja, ich habe Sam umgebracht. …. Sorry?

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