An Alle: Nun, dann werde ich mal wie angekündigt aufklären, was an meinem kleinen Rätsel falsch war. Der Knackpunkt ist tatsächlich die Erdachse. Die steht schief und rotiert. Natürlich um sich selbst, aber auch zum Zentrum unserer Galaxis, der Milchstraße. Eine Rotation dauert ziemlich genau 24000 Jahre. Das bedeutet, dass sich die Sternbilder alle 2000 Jahre um eins verschieben. Als unsere Sternbilder vor tausenden von Jahren eingeführt worden sind, waren sie tatsächlich zeitlich da angesiedelt, wo es der Kalender heute behauptet. Aber in Wahrheit, hat jeder Mensch auf der Erde ein falsches Sternbild, und schon deshalb ist Horoskop lesen ziemlicher Unsinn. Mein Geburtstag ist am 4. September, das heißt, dass ich kalendarisch Jungfrau bin. Tatsächlich geboren wurde ich aber im Sternbild Waage. Wenn man das bedenkt, ist der erste Teil des Rätsels also eine klare Falschaussage, da aber jeder, wenn er das Rätsel löst, den gregorianischen Kalender, und die dort eingezeichneten Sternbildzeiten zur Hilfe nehmen würde, führt es trotzdem zur richtigen Lösung.

Meta Capricorn: Du bist der Lösung ziemlich nah gekommen, deshalb kann ich den Erklärungsansatz als richtig akzeptieren. Der Neigungswinkel der Erdachse wird nicht immer größer, sondern schwankt hin und her. Zurzeit ist er allerdings am wachsen. Danke, dass dir mein Peter gefällt – irgendwie mag ich den Charakter – er hat eine Menge Potential. Ich denke, auch bei JKR wird er uns alle noch überraschen.

DKub: Ich bin sogar fest davon überzeugt, dass Pettigrew das nicht schaffen würde. Aber warum sollte Voldemort ihn nach Harry fragen? Und warum Harry nicht einfach durch das Mauerloch springt? Nun – Pettigrew sitzt mit seiner Silberhand eindeutig am längeren Hebel. Außerdem wird tief in Harry eher der Wunsch gesteckt haben, Pettigrew zu überwältigen. Das hat ihn von einem Fluchtversuch natürlich abgehalten.

Disclaimer: Nichts von dieser Geschichte gehört mir, außer einigen unbedeutenden Nebencharakteren. Alle Rechte bei J.K.Rowling.

Harry Potter

Die Jagd

Kapitel 13

Rückschlag

Lord Voldemort war bester Laune. Wenn man bei einem Mensche wie er es war überhaupt von so einem Gefühlszustand sprechen konnte. Heute war ein ganz besonderer Tag. Sowohl für ihn, als auch allgemein. Heute lagen Sommersonnenwende und Wintersonnenwende gleichweit entfernt. Es war ein Tag, der mit Magie angefüllt war und wie alle mächtigen Zauberer konnte Voldemort sie am ganzen Körper spüren. Diesem Tag sagte man ungewöhnliche Dinge nach. Der Legende zufolge konnten heute Vampire im Sonnenlicht wandeln und Werwölfe behielten, wenn die Nacht mit dem Vollmond zusammenfiel, was in diesem Jahr nicht der Fall war, während der Verwandlung ihren menschlichen Geist, waren ausgeglichen und konnten nach langer Zeit wieder das Mondlicht genießen.

Doch Voldemorts Laune hatte natürlich nicht damit zu tun. Was interessiert ihn schon Vampire und Werwölfe. Wenn man davon absah, dass sie recht brauchbare Werkzeuge abgaben, waren sie doch eigentlich egal. Und eigentlich hatte der Tag für ihn auch eine andere Bedeutung. Er hatte ihn sich ausgesucht, um seine Jagd auf die nächste Ebene zu heben. Er hatte seine Spione überall. Selbst in Hogwarts hatte er Informanten und die hatten ihm mitgeteilt, dass Potter nicht zu Beginn des neuen Schuljahres in der Schule erschienen war. Der Junge war also in den Untergrund gegangen. Er hatte beschlossen, endlich die Initiative zu ergreifen. Voldemort war das recht. Nach all den Jahren, in denen er Potter nachgejagt war, hatte der Junge stets nur unverschämtes Glück gehabt. Eigentlich war er ihm stets unterlegen gewesen, doch nun hatte er wohl beschlossen, dass sich dies ändern musste. Doch das würde ihm nichts nützen. Am Ende würde doch er triumphieren. Er war unsterblich, oder zumindest strebte er dies an. Und Potter würde ihn niemals besiegen können. Er konnte ihn noch so oft besiegen; er würde stets wiederkommen. Auf der anderen Seite musste er Potter nur ein einziges Mal besiegen. Nach allem, was der Junge auch geleistet haben mochte, war er immer noch ein normalre sterblicher Mensch, und das würde er auszunutzen wissen, wenn die Zeit endgültig gekommen war.

Und an diesem ganz besonderen Tag würde er damit anfangen, Potter aus seinem Versteck zu locken. Der Angriff auf seine Familie und die Entführung seiner Tante war anscheinend nicht ausreichend gewesen, doch jetzt würde er damit beginnen, den Jungen da zu treffen, wo es ihm wehtun würde.

Voldemort sah sich um. Gemeinsam mit einigen seiner Totesser war er in einen der besseren Stadtteile von London aus dem Nichts erschienen. Es begann bereits dunkel zu werden und so waren sie von keinem Muggel gesehen worden. Nicht, dass ihnen das irgendetwas ausgemacht hätte. Was waren schon ein paar weitere tote Muggel? Für seine Totesser wäre es allerhöchstens zusätzliche Unterhaltung an diesem Abend gewesen. Der Zauberer verzog das Gesicht. Die Gegend erschien ihm viel zu perfekt. Es war sehr sauber und unglaublich muggelhaft. Die Sonne war schon vor einiger Zeit untergegangen und elektrische Laternen erhellten die Straße. Ohne das künstliche Muggellicht wäre ein prächtiger Sternenhimmel sichtbar gewesen, der Tag war für Londoner Verhältnisse ungewöhnlich klar gewesen, aber selbst wenn dem so gewesen wäre, hätte Voldemort nicht darauf geachtet. Mit schnellen Schritten ging er auf ein mehrgeschossiges Haus zu, in dem viele Fenster erleuchtet waren. Ein Schild neben der Tür zeigte ihm, dass er am richtigen Ort war.

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„Schatz, bist du soweit?" Eine Tür hatte sich geöffnet und ein hoch gewachsener Mann mit dichtem braunem Haar, das an den Seiten bereits ein paar graue Stellen bekam betrat den Raum. Er trug einen langen weißen Ärztekittel und eine Brille mit Goldrand. Doktor Richard Granger hatte ebenso wie seine Frau Sarah einen harten Tag in ihrer gemeinsamen Zahnarztpraxis hinter sich gebracht. Nachdem der letzte Patient bereits vor Stunden die Praxis verlassen hatte, war er mit Dorothy, der Sprechstundenhilfe, die Zahlen des vergangenen Monats durchgegangen, während seine Frau die Praxis für den kommenden Tag vorbereitet hatte. Jetzt hatte er Dorothy nach Hause geschickt und war fest entschlossen, ebenfalls Feierabend zu machen.

Sarah Granger drehte sich um und lächelte ihrem Mann entgegen. Sie war ebenso wie ihr Mann in einen Kittel gekleidet. Ihre langen, dunkelblonden Haare trug sie zu einem Knoten zusammengebunden, der sich aber inzwischen, nach dem langen Tag, aufzulösen begann, so dass man erkennen konnte, woher ihre Tochter das buschige Haar geerbt hatte.

„Ich warte nur noch auf dich." Sie unterdrückte ein Gähnen, was ihr aber nur schlecht gelang. Tage wie dieser waren immer besonders anstrengend. Der Umgang mit den Patienten machte ihnen beiden nichts aus, immerhin hatten sie mit Absicht diesen Beruf gewählt. Und ihnen war schon immer klar gewesen, dass eine eigene Praxis sehr zeitraubend sein würde. Von daher war es eigentlich sehr praktisch, dass ihre Tochter auf ein Internat ging und nur zweimal im Jahr nach Hause kam. Gut, die Art des Internats mochte ein wenig ungewöhnlich sein, und in den ersten Jahren hatten sich die Grangers schon sehr an die ‚Eigenart' ihrer Tochter gewöhnen müssen, aber inzwischen hatten sie eingesehen, dass es für Hermine der einzige Weg war, ihre Zukunft zu bestreiten.

Hermines Mutter musste lächeln, als sie daran dachte, wie stolz Hermine gewesen war, als sie von ihrer Ernennung zur Schulsprecherin gehört hatte. Nach allem, was sie von den internen Abläufen in Hogwarts erzählt hatte, und aufgrund ihrer schulischen Leistungen, war das sicher keine allzu große Überraschung gewesen, immerhin war sie auch zwei Jahre lang Vertrauensschülerin gewesen, aber trotzdem war sie tagelang mit einem so strahlenden Gesicht herumgelaufen, dass man hätte meinen können, sie könne nachts ohne Lampe lesen. Als sie dann aufgebrochen war, um die letzten Wochen der Ferien bei der Familie ihres Freundes Ron zu verbringen, vor zwei Jahren war gerade Mr Granger von diesem Gedanken nicht so sonderlich begeistert gewesen, war es, als ob die Wohnung auf einen Schlag ein wenig düsterer geworden wäre.

Hermines Vater schaute durch das Fenster auf die erleuchtete Straße. Es war inzwischen dunkel geworden. Es war wohl später, als er angenommen hatte. Er seufzte. Wieder einmal ein Haufen Überstunden auf Dorothys Arbeitskonto. Er drehte sich wieder zu seiner Frau und runzelte die Stirn. Sarah stand noch immer in der Mitte des Raumes und er konnte an ihr vorbei durch die geöffnete Tür und den Flur die Tür des Büros sehen, in dem Dorothy arbeitete. Alles sah aus wie immer, aber für einen Moment hatte Dr Granger geglaubt, einen grünlichen Lichtschein unter dem Türspalt zu sehen. Wahrscheinlich war er nur überarbeitet, Dorothy war inzwischen sicherlich gegangen. Das Büro hatte zwei Türen, eine zum Praxisbereich und eine zur Straße, so dass er sie nicht hatte gehen sehen. Er beschloss nachzusehen.

„Geh doch schon mal nach oben, Schatz. Ich komme gleich nach." Damit verließ er das Behandlungszimmer wieder und ging durch den Flur auf die Bürotür zu. Er kam am Wartezimmer vorbei, in dem sich natürlich niemand mehr aufhielt. Als er noch wenige Meter von der Tür entfernt war, er hörte, dass seine Frau hinter ihm herkam, blieb er wie angewurzelt stehen. Die hölzerne, weiß lackierte Tür zersplitterte mit einem lauten Krachen. Dr Granger hob die Arme, um sein Gesicht vor herumwirbelnden Holzsplittern zu schützen und schloss die Augen. Er öffnete sie erst wieder, als er seine Frau hinter sich laut aufschreien hörte. Er wollte herumfahren, um nachzusehen ob sie vielleicht verletzt war, doch er konnte die Bewegung nicht vollenden. Sein erster Gedanke war, dass ein Sprengsatz im Büro detoniert war, aber dann sah er den schlanken, schwarz gekleideten Mann durch den sich langsam legenden Holzstaub und augenblicklich wusste er, was die Wahrheit war und dass sein Schicksal und das seiner Frau besiegelt war.

Hinter dem Mann standen zwei weitere, ganz in schwarz gekleidet. Einer von ihnen hatte einen Zauberstab in der Hand, der seitlich zu Boden gerichtet war. Als Mr Granger mit dem Blick Arm und Zauberstab folgte, sah er am Boden Dorothy liegen. Die Sprechstundenhilfe lag seltsam gekrümmt am Boden und gab keinen Laut von sich. Offensichtlich war sie tot.

Aus den Erzählungen ihrer Tochter wussten die Grangers nur zu gut, was augenblicklich in der magischen Gesellschaft vor sich ging, und das England, auch wenn der größte Teil der Bevölkerung es nicht wusste, in einem blutigen Bürgerkrieg lag. Bereits vor zwei Jahren und letztes und auch dieses Jahr wieder hatten sie überlegt, ob es gut sei, Hermine auf ihre Schule zurückkehren zu lassen, aber die Einstellung ihrer Tochter war in diesem Punkt so gefestigt gewesen, dass ihnen eigentlich gar keine Wahl geblieben war. Außerdem hatte Hermine immer wieder betont, dass Hogwarts wohl zurzeit der sicherste Ort in ganz England, wenn nicht sogar der ganzen Welt war.

Dieser und andere Gedankenfetzen schwirrten dem Arzt durch den Kopf, während er abwehrend die Hände hob und den Mund öffnete. Doch er kam nicht zum Sprechen, denn jetzt hörte er die grausame, ungesund heiser klingende Stimme des Zauberers vor ihm.

„Ich bin nicht hier, um zu reden, Muggel. Und du bist es auch nicht!" Er zog seinen Zauberstab und rief zwei Worte, die Mr Granger nicht verstand, doch augenblicklich raste ein grüner Strahl auf ihn zu, verfehlte ihn und flog mit einem zischenden Geräusch an seinem linken Ohr vorbei. Er wusste, wer dieser Mann sein musste; und er wusste, was der Strahl zu bedeuten hatte. Und augenblicklich begriff Hermines Vater, dass ihn der Fluch absichtlich nicht getroffen hatte. Er wirbelte herum, und sah gerade noch, wie seine Frau mit einem beinahe überraschten Gesichtsausdruck in sich zusammen sackte und still liegen blieb. Er wollte aufschreien; er wollte auf sie zustürzen, er wollte tausend Dinge tun, doch im selben Augenblick spürte er ein brennendes Gefühl zwischen den Schulterblättern und seine gesamte Welt wurde für einen Moment strahlend grün. Dass sein Körper auf dem Boden aufschlug, bekam er bereits nicht mehr mit. Unendliche Schwärze hatte ihn umfangen.

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Einige hundert Kilometer entfernt klappte Hermine Granger ihr Verwandlungsbuch zu. Sie saß auf einer bequemen Couch am Feuer des Gryffindorgemeinschaftsraums und hatte ihre Beine auf die Knie ihres Freundes Ron gelegt, der inzwischen völlig weggedöst war. Mit der langen Adlerfeder, mit der sie sich die letzte Stunde eifrig Notizen auf eine Blatt Pergament gemacht hatte, berührte sie ihn an der Nasenspitze und beobachtete, wie er mit der Hand im Schlaf über sein Gesicht fuhr, um das vermeintliche Insekt zu vertreiben. Nachdem sie das Spiel einige Male wiederholt hatte, musste sie auflachen und Ron fuhr aus dem Schlaf hoch.

„Du hast vollkommen Recht." Murmelte er mit einer Miene, die klar aussagte, dass er meinte er habe etwas, das sie gesagt hatte verpasst. Hermine lächelte ihn an. Für einen Moment war sie versucht ‚womit' zu fragen, aber dann verkniff sie es sich. Letztes Jahr, wäre aus dieser Situation bestimmt eine ihrer üblichen Streitereien geworden, aber Menschen veränderten sich. Stattdessen rückte sie näher an ihren Freund heran und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange.

Dann stand sie auf und räumte ihre Bücher und Pergamente zusammen. „Lass uns nach oben gehen. Es ist schon reichlich spät geworden. Und wenn du morgen in Zaubertränke wieder einschläfst, dann macht Professor Slughorn seine Drohung wahr und lässt dich deinen eigenen Trank trinken. Wer weiß, ob ich dich dann noch will." Fügte sie mit einem Kichern hinzu, küsste ihn aber erneut, als sie sah, dass er die Augen zu Schlitzen verengte. Dies war ein absolut perfekter Tag gewesen. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass er noch besser werden würde. Was hätte sie wohl mit ihrem Wissen von morgen in diesem Moment gedacht?

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Hallo Leute. Hat ja mal wieder etwas länger gedauert zu diesem Kapitel, aber ich habe ziemlich darüber gebrütet. Dummerweise bin ich selbst nicht so ganz damit zufrieden, aber dummerweise weiß ich nicht, was ich daran ändern müsste. Aber ich schreibe ungern düstere Situationen, und diese Geschichte wird alles andere als eine Komödie (keine Angst – es wird aber auch kein Schlachtfest). Ich hoffe, es hat euch trotzdem etwas ‚gefallen' und ich hoffe, ihr seht ein, dass es auch zu herben Verlusten auf der guten Seite kommen musste.

p.s. Bevor jetzt die Anfragen kommen, warum die Grangers nicht ausreichend beschützt wurden – darauf gehe ich näher ein.

Nach diesem Kapitel traue ich mich beinahe gar nicht, um Reviews zu bitten, da ich mir teilweise schon vorstellen kann, wie sie aussehen werden – also: überrascht mich :-)

mfg - Federwisch

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