Kapitel 10: Between Reality and Fantasy
Man mochte es kaum für möglich halten, aber Mathew´s Idee trag kurz darauf schon die ersten Früchte. Und nach einer Woche konnte man fast täglich mit einem neuen Auftrag rechnen, sowie auch an diesem Morgen. Sebastian hatte es kaum geschafft die Tür aufzuschließen, als ihm buchstäblich eine junge Frau in die Arme fiel. Sie war leichenblass und während Ruvik sich noch über ihre Taktlosigkeit beschwerte, half Sebastian ihr auf die bequeme Couch, die er sich von seinem letzten Auftrag gegönnt hatte.
Sie zitterte am ganzen Körper und schaffte es kaum einen ganzen Satz herauszubekommen. Was auch immer passiert war, es hatte ihr einen fürchterlichen Schrecken eingejagt.
Bevor er überhaupt versuchte mit ihr zu sprechen, reichte er ihr ersteinmal ein Glas mit Whiskey, dass er für solche Fälle immer auf Vorat hatte. Aus Erfahrung wusste er, dass in solchen Momenten nur noch starker Alkohol half, um die Leute wieder runterzubringen.
„Danke," brachte sie flüsternd heraus.
Er setzte sich zu ihr: „Können sie mir sagen, was passiert ist?"
Sie nickte, wenn auch immer noch ein wenig zögerlich: „Ich hatte von ihnen gehört...dass sie auch ungewöhnliche Fälle annehmen...das war vor diesem verfluchten Alpraum...!"
Ihre Pupillen weiteten sich, als sie die Erinnerungen vor ihrem geistigen Auge noch einmal abspielte.
„Mein Freund und ich wir sind...waren Urban Explorer...wir hatten einen Zugang zu einem verlassenen U-Bahn-Schacht gefunden und wollten ein paar Fotos schießen...es war das Schrecklichste was ich jemals gesehen habe...diese...Monster, waren plötzlich überall...
Mein Freund hat mich noch aus eines der Fenster gehieft, aber er hatte es nicht geschafft mir zu folgen...Ich habe seine Schreie gehört und ich befürchte...das sie ihn getötet haben.
Ich...erinnerte mich an ihre Detektei und bin sofort hierhergerannt."
„Warum sind sie nicht zur Polizei gegangen?"
„Als ob die mir geglaubt hätten! Wenn ich denen gesagt hätte, dass mein Freund wahrscheinlich von Monstern gefressen wurde, hätten die mich doch sofort vor die Tür gesetzt. Sie glauben mir doch, oder?!"
Tat er das wirklich?
Früher hätte er sie wahrscheinlich für verrückt erklärt und genau das getan, was sie beschrieben hatte, aber nach seinen letzten Erfahrungen musste er diese Verhaltensweise nocheinmal überdenken.
Natürlich konnte es auch sein, dass sie sich das nur eingebildet hatte und die Angreifer wirklich nur normale Menschen, aber die Tatsache das sie davon überzeugt war, dass nur er ihr helfen konnte gab ihm den letzten Anstoß.
Nimm ihn ruhig an. Ich glaube nicht, dass sie in dieser Sache lügt.
Weißt du schon wieder mehr als ich?
Ich hoffe ich liege damit falsch...
Ruvik´s Andeutung ließ den Schluss zu, dass das hier vielleicht der Hinweis gewesen sein könnte, auf den sie gewartet hatten.
So oder so bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als uns die Sache einmal genau anzusehen...
„Ich glaube ihnen."
Diese drei kleinen Worte reichten aus, um ihre Anspannung ein wenig zu lösen. Scheinbar war auch sie nicht sicher gewesen, ob sie mit ihrer Entscheidung zu ihm zu gehen, das Richtige getan zu haben.
In Einzelheiten beschrieb sie ihm noch einmal alles so genau wie möglich und gab ihm eine Wegbeschreibung, wie er den Ort finden konnte, der wie sich herausstellte, sich mitten in einem Wohngebiet befand, versteckt vor aller Augen.
Und da er erst einmal vom Schlimmsten ausgehen musste, galt es schnell zu handeln. Noch mag es sich vielleicht nur um ein Opfer handeln, aber wenn diese „Monster wirklich an die Oberfläche kamen, könnte es zu einer Katastrophe ausarten.
Hat das vielleicht etwas damit zu tun, was du mir erzählt hast? Von wegen, dass sie deine Ideen weiterentwickelt haben?
Ich vermute du willst jetzt Details?
Das wäre jedenfalls ein guter Anfang. Ich habe nämlich keine Lust mich in die Höhle des Löwen zu begeben, bevor ich nicht wenigstens eine Ahnung davon habe, was mich erwartet.
Also gut, aber das verschieben wir auf heute Abend. Mir wäre es lieber das von Angesicht zu Angesicht zu besprechen.
Auf seine Frage, wie er das meinte, erhielt er jedoch keine Antwort mehr.
