Kapitel 13: Verdammte Videospiele

(Sam)

"Hey! Ihr zwei!"

Der Ruf ließ Jessie und mich beinahe sofort voneinander wegspringen und wir drehten uns voneinander weg, als ein Wagen sich seinen Weg um eine Biegung in den Bäumen bahnte. Mein Gesicht fühlte sich noch immer warm an, aber ich war mir nicht sicher, was durch Jessie's Kopf ging. Der Mann, der vorne auf dem Wagen saß, brachte ihn neben uns zum halten. Ich fluchte leise, während ich zurück zu Jessie schaute, die eines ihrer Ohren in meine Richtung gedreht hatte.

Als der Wagen zum stehen kam, schaute ich zu dem Mann in der leuchtenden Rüstung auf. Er trug einen Helm, der wie einer von diesen mittelalterlichen Helmen aussah, die man in Büchern sieht. "Was wollt ihr?" fragte ich den Mann.

"Ist euer Name Sam, reisend mit der Fuchs-Keidran Jessie?" fragte der Mann, während er von einer Schriftrolle laß.

Ich nickte, während ich mein Gewehr von meiner Schulter nahm. Er zog seinerseits ein langes Schwert, das wie Excalibur aussah. "Unter den grundlegenden Gesetzen der Templer, seit ihr hiermit angewiesen euch und euer Eigentum zu ergeben. Die Anklagen sind der illegale Verkehr mit einem Keidran, euren Keidran erlaubend, ohne angemessene Gehorsamkeitszauber umherzuwandern, zusammen mit dem Mord von einem anderen Menchen."

Ich richtete mein Gewehr locker auf den Boden nahe des Pferdes, während ich erwiederte, "Und auf wessen Anordnung kommen diese Anschuldigungen?"

"Der Name des Mannes ist nicht von Bedeutung, werdet ihr euch jetzt ergeben, oder muss ich Gewalt anwenden?" fragte der Templer und ich konnte das blaue glühen in der Luft um ihn herum sehen.

Ich hob mein Gewehr, bis es auf seine Brust zielte und sagte, "Es ist sehr wohl von Bedeutung, da euer Auftrag verlangt, dass ihr Gerechtigkeit walten lasst. Hat dieser Mann zufälligerweise erzählt, wie er mich angegriffen hat und dass ich nur wegen den schnellen Handlungen von meinem Sklaven und dem Gastwirt noch am Leben bin?" Ich nahm eine meiner Hände von dem Gewehr weg und hob mein Shirt an. "Dieser Fleck ist, was von meiner Heilbehandlung übriggeblieben ist. Sein Schwert ging genau durch meinen Körper, vom Bauch bis zum Rücken."

Das schien die Meinung des Templers zu ändern, aber nur ein kleines Bisschen. Ich konnte sehen, wie sich ein kleiner blauer Ball in seiner linken Hand formte, während er sagte, "Falls das, was ihr sagt, wahr ist, woher sollte ich das wissen?"

"Der Name des Gastwirts ist Ramón und falls er eure Neugier nicht befriedigt, fragt die Heiler, die mir wieder auf die Füße halfen."

"Ich benötige sichtbare Beweise; jeder kann eine Narbe wie eure auf seinen Körper bekommen." erwiederte der Templer.

"Jessie, komm her und nimm mein Gewehr... erschieß ihn, falls er etwas versuchen sollte." Ich fühlte Jessie's Hand meine eigene streifen, als sie das Gewehr an sich nahm. Ich fiel auf ein Knie, als ich meinen Rucksack von meinem Rücken nahm. Ich öffnete eine Tasche und nahm meine Jacke daraus. Das schmutzige Ding überziehend, stand ich wieder auf und hielt meinen blutigen Ärmel aus. "Dieses Loch hier wurde durch einen vergifteten Pfeil verursacht, den ein paar Keidran auf mich geschossen haben... und der Mann, der mich höchstwarscheinlich angeklagt hat, griff mich an, als ich das Gasthaus erreichte. Er behauptete, dass ich ein Keidran-Liebhaber sei, weil ich die Hilfe von Jessie brauchte um zu laufen. Ist das Beweiß genug?"

Der Templer senkte sein Schwert und ich sah den blauen Ball anfangen, sein Licht in das umgebene Gebiet zu verstreuen, während er nickte. Meine Jacke wieder ausziehend, steckte ich sie wieder in den Rucksack und setzte ihn auf, während ich aufstand. "Habt eine sichere Reise..." Dann drehte der Templer die Pferde herum und der Wagen, auf dem er saß, schnellte wieder einmal den Pfad hinunter. Ich seufzte, als ich mich umdrehte und das Gewehr von Jessie nahm. Sie schien ebenfalls einen Strom aus Luft auszustoßen.

"Hey, uh, Jessie... Was wolltest du sagen, bevor dieser Typ vorbeikam?"

Ihre Ohren hingen etwas herab, während sie ihre Arme nervös verschränkte und in einem ebenso nervösen Ton sagte, "Es war nichts, Sam..."

Vielen Dank dafür Templer, dass du diesen Moment ruiniert hast...

Ich schüttelte meinen Kopf und nahm Jessie's Hand, nachdem ich mein Gewehr wieder über meine Schulter gelegt hatte. Wir liefen wieder einmal den Pfad hinunter. Während jedes Schrittes, festigte Jessie ihren Griff um meine Hand und ich fing wieder an nachzudenken. Die Leute in dieser Welt halten Keidran vielleicht nur für einfältige Sklaven, aber es muss einen oder mehre Andere geben, die nicht so über sie denken. Falls die Regel der Welt vorgibt, dass Keidran Sklaven und die Menschen ihre Besitzer sind, dann muss es einen Weg geben, diese Regel zu brechen. Ich frage mich, ob es überhaupt möglich wäre, meine Welt all den verschiedenen Rassen in dieser Welt zu erklären... und ob sie das überhaupt dazu bringen würde, mit der Sklaverei aufzuhören. Es wäre den Versuch wert, aber dann wiederum, würde ich höchstwarscheinlich hingerichtet, wenn ich soetwas versuchen würde. Nicht einmal meine Technologie würde etwas ändern, wenn sie auch nur annähernd wie Jessie und Ramón reagieren würden.

Ich fragte mich, falls wir die 'Basitin' besuchen, ob sie uns genauso wie die Menschen betrachten. Oder ob sie tatsächlich zivilisiert sind... Sind sie überhaupt Menschen oder sind sie ebenfalls Keidran? "Hey, uh... Wie sehen Basitin aus?"

Jessie schaute zu mir hinüber, als sie antwortete, "Ich weiß nicht... Ich habe nie einen gesehen. Sie leben auf einer Insel in dem Meer, daher sind sie hier nur extrem selten anzutreffen."

"Hmm..." Ich schaute wieder nach vorne, während Jessie mich weiterhin ansah. "Ich frage mich, ob ich jemanden bezahlen könnte, um uns zu ihrer Insel mitzunehmen, damit wir sie uns beide mal ansehen können."

Nachdem ich das gesagt hatte, fühlte ich Jessie ihre Hand aus meiner ziehen und ich drehte mich um, um zu sehen was los war. Stattdessen wurde ich von einer starken Umarmung von Jessie begrüßt. "Das wäre wunderbar!"

...

Ich beobachtete gerade die Flammen an den Holzscheiten lecken, während Jessie neben mir saß. Das Zelt war aufgebaut, unsere Säcke hineingelegt und etwas Fisch von dem nahegelegenen Fluss über dem Feuer. Als ich ein Eichhörnchen gesehen hatte, dass ich fangen wollte, bemerkte ich, dass ich mein Tomahawk nicht dabei hatte und es würde nicht gerade weise sein, den Weg wieder zurück zu gehen; Es wäre eine Zeitverschwendung gewesen. Wenn ich nur nicht mein Tomahawk vergessen hätte, dann hätte ich uns richtiges Fleisch besorgen können, anstelle von diesem für gewöhnlich geschmackslosen Fisch...

Jessie nickte fortwährend mit ihrem Kopf und ihre Ohren sackten nach unten, während ihre Augenlieder stark ermatteten. Ich lächelte, während ich dem Spektakel zusah und wusste, dass es nur eine Frage der Zeit war, bevor sie letztendlich einschlief. Ich fuhr fort den mystischen Tanz von Wind und Hitze von dem Feuer zuzusehen. Meine Augen fühlten sich schwer an, obwohl ich nicht müde genug war um zu schlafen und dann fühlte ich, wie meine Augen ihren Fokus verloren, während ich in die Flammen blickte. Springende, tanzende, wirbelnde und knisternde Flammen waren alles, dass ich sah, hörte, fühlte und vorstellte...

"Hier ist Echo Lima Charlie von dem 147. Battalion; Wir benötigen unverzügliche Unterstützung!" schrie eine Stimme neben mir. Ich schaute hinüber und sah einen Mann in grauer Uniform mit einem standart M16 Gewehr auf seinem Rücken. Mit einer Hand hielt er sich ein großes Funkgerät vor seinen duckte sich, als eine Explosion in der Nähe Schutt und Erde über uns verstreute und ich merkte, wie ich mich meinerseits auf den Boden warf. Aufschauend, sah ich einen anderen Mann, dieser mit einem LMG von irgendeiner Art über mir..

"Verstanden, Echo Lima Charlie. Zwei Helis sind geladen und rücken zur Unterstützung an." antwortete eine ruhige Stimme. Ich konnte es irgendwie durch das Geschützfeuer und den ständigen Explosionen hören. Gerade als ich aufstand, wechselte die Szenerie und ich schaute auf den toten Controller von einer Xbox 360, die Lichter alle ausgeschaltet...

Ich sprang leicht auf, als ich die markante Hitze auf meinem Gesicht fühlte und war schnell wieder in der Realität, aber das hielt mich nicht davon ab ,mich vor Erstaunen umzusehen. Jessie's Kopf hatte letztendlich seinen Weg auf meine Schulter gefunden und ich erinnerte mich, dass das Feuergefecht eine frühere Erinnerung war. Verdammte Videospiele...

Ich lächelte, als ich Jessie ausatmen hörte und ich sah ihr beim Schlafen zu, während sie gegen meinem Arm lehnte; Ich bemerkte ebenfalls dass die Halskette, die ich ihr gegeben hatte, hell im Feuerschein leuchtete. Sanft und vorsichtig, giff ich das Herz mit dem Juwel und hob es dichter vor mein Gesicht. Ich habe noch nie einen Stein so wie diesen hier leuchten gesehen... Ich fragte mich, ob es dieses magische Zeug in sich hat oder so.

Ich ließ das kleine Stück der Kette wieder auf Jessie's Shirt ruhen und seufzte, während ich sie hochhob und vorsichtig in das Zelt ging. Ich legte Jessie auf das Bett, während ich die Decke aus der Ecke nahm und sie gänzlich zudeckte. Dabei stellte ich sogar sicher, auch ihren Schwanz zuzudecken. Als ich fertig war, grinnste ich für einen Moment, lehnte mich vor und küsste ihre Stirn, bevor ich mich schnell zurückzog. Uh... Warum habe ich das getan?

Jessie lächelte in ihrem Schlaf, aber ich war immernoch höchst verwirrt, während ich darüber sinnierte warum ich Jessie gerade geküsst hatte. Ich hatte nicht geplant das zu tun... Warum habe ich das denn also getan? Und warum hat sich das so natürlich angefühlt? Ich habe mir es nicht einmal ausgesucht das zu tun...

Ich schüttelte meinen Kopf, während ich leicht meine Stirn runzelte, aber ich setzte mich einfach neben sie hin und schloss das Zelt mit den zwei Kordeln nahe dem Boden von dem Zelt. Dann lehnte ich mich zurück und legte mich neben Jessie auf den Boden. Es ist zu klein um so zu liegen zu bleiben... Ich verlagerte mich ein wenig und legte mich auf die Seite, mit meinem Arm unter meinem Kopf. Jetzt war ich Jessie zugewand, während sie friedlich neben mir schlummerte, In Ordnung, weiter geht's warum ich sie geküsst habe... Ich denke das Feuer sollte irgendwann mitten in der Nacht erlischen. Falls nicht, gute Sache, dass ich zehn Fuß zwischen es und allem brennbaren gelassen habe... Abgesehen vom Zelt natürlich.

Nun... Gute Nacht Welt, wir sehen uns morgen wieder... Und damit ließ ich mein Bewusstsein langsam blank werden und fing an einzuschlafen...

(Raven)

"Noch einmal! Wir sind die Basitin und Basitin sind die besten Kämpfer die es gibt! Es sei denn, du bist nicht einmal ein Basitin." Ich stand wieder auf und hob schwächlich meinen Kampfstab auf. Er war von einem einfachem hölzernem Design, genutzt um Basitin das Kämpfen beizubringen. Meine Seite umklammernd, während mein Trainer, oder Vater, anfing wieder auf mich zuzugehen, fühlte ich, wie ich leicht zitterte. Er hatte mich in letzter Zeit dazu angetreiben, das Kämpfen während der Nacht zu erlernen und es fing an, sowohl mental als auch physisch, stark an meinen Kräften zu zehren. Ich griff meinen Stab, schwang ihn seitlich aufwärts und blockte effektiv einen seiner Angriffe. Ich fühlte mein Ohr zucken und sprang, als er versuchte meine Füße unter mir wegzutreten. Wie üblich, krümmte ich meinen Rücken, schwang meinen Stab nach unten und blockte teilweise seinen Stoß; Nur teilweise, da er ihn verdrehte und ihn mir grob in die Seite schlug.

Ich fiel zu einem Haufen auf dem Boden zusammen und keuchte vor Schmerz, während ich inbrünstig meine Seite umklammerte, in der Hoffnung den Schmerz davon abzuhalten meine Sinne zu verkrüppeln. Ich konnte meinen Vater praktisch knurren hören, als er in seinem harschem Tonfall sprach, "Wie kannst du jemals erwarten Teil von unser königlichen Garde zu werden, wenn du nicht einmal halb so gut wie unsere Männer kämpfst?"

"Verzeihung, Vater." schaffte ich schwächlich zu antworten. Obwohl er mich heute Nacht im Grunde schon mehrere Male geschlagen hatte und dutzende Male mehr in den vergangenen Nächten, respektierte ich ihn immernoch in hohem Maße. Er war bei weitem kein gemeiner Basitin, er war nett, aber er war ebenfalls sehr streng, wenn es ums Training geht. Er hatte jedoch recht, ich war zum Äußersten entschlossen, Teil der Wache vom Königshof zu werden, aber ich brauchte dafür allerdings auch das Training um es zu schaffen.

Mein Vater griff meinen Arm und zog mich vom Boden hoch, dann entstaubte er meine Schultern, während er sich vorbeugte und den hölzernen Trainingsstab aufhob. "Das wird alles für diese Nacht gewesen sein, Raven... Was waren heute Nacht deine Fehler?"

Ich hustete, als ich sagte, "Scheitern, die Bewegungen meines Gegner vorherzusehen, zusammen mit einem Mangel an Reaktion..."

"Gut... zumindest falls du gut genug im Training bist, könntest du als unsere Intelligenz-Generälin enden, anstelle nur eine einfachen Wache." Ich fühlte mich selber lächeln, bevor es schnell wieder weggewischt wurde, "Aber sie würden dich nicht als Wache akzeptieren, wenn du nicht einmal kämpfen kannst."

Leise seufzend, nickte ich in Verständniss und Vater ging weg und plazierte die Stäbe in einen Vorratsschuppen. Dann begannen wir nach Hause zu gehen...