Mit harten Bandagen
Kapitel XII
Surrey, England
Als der erste Schuss fiel, befand sich Sara schon in Bewegung. Vollkommen automatisch, als würde sich ihr Körper selbst schützen wollen, brachte sie sich blitzschnell aus der Schussbahn und die Kugel sauste in das Holz der Arbeitsplatte. Dann war Sara an der Reihe, denn die Gefahr war noch nicht gebannt. Scheinbar wurde Croft Manor regelmäßig überfallen, jedenfalls war das auch so gewesen, als sie das letzte Mal mit Lara hier gewesen war. Sara stieß sich ab, hielt sich weiterhin geduckt, während der Schütze die Schussbahn korrigierte. Ihre Körper kollidierten und Sara brachte die Gestalt zu Fall. Sie war leicht, scheinbar eine Frau.
Dennoch klang ihre Stimme durch die Maske total verzerrt, als sie aufschlugen und sie ein dumpfes Ächzen von sich gab. Sara rappelte sich so schnell es ging auf und trat die Pistole weg. Die Gruppe der anderen Söldner war wohl schon weiter gezogen. Für Sara war es gut, denn somit hatte sie nur eine Gegnerin und nicht ein ganzes Dutzend. Aber für die Anderen konnte jede Hilfe zu spät kommen. Sara sah in letzter Sekunde noch die Faust aus dem Augenwinkel, ehe diese mit ihrem Kiefer Bekanntschaft schloss. Die Polizistin wurde von der Killerin geschleudert und landete hart neben der Pistole, die sie eben noch von sich getreten hatte.
Doch sie kam nicht dazu diese zu benutzen.
Innerhalb von wenigen Sekunden war die Frau wieder auf den Beinen und hatte von irgendwo ein Messer in ihre Hand gezaubert. Es sah nicht gut aus. Sara blieb nur noch ein Ausweg: Sie schrie!
Irgendwo an Laras Unterbewusstsein drang eine Stimme. Oder war das der Wecker? Ihr Geist wehrte sich gegen die Tatsache, dass ihr Wecker nach ihr rief. „Ummmh.", machte sie und hieb nach dem Wecker. Bis ihr auffiel, dass es gar nicht der Wecker war. Sondern tatsächlich eine Stimme. Eine Frauenstimme. Nein, ein Frauenschrei.
Sofort war Lara hellwach. Die Rebellion wurde unterbrochen und sie saß Kerzengrade in ihrem Bett. „Sara!", ihre Hand glitt unter die Matratze und fand die Pumpgun darunter. Schnell warf sie sich ein roten Morgenmantel aus Samt um und lud die Waffe durch. Irgendwas war ganz und gar nicht in Ordnung, denn als ihre Finger den Lichtschalter berührten, passierte nichts. So was bedeutete meistens nichts gutes. Denn das Croft Manor verfügte, im Falle eines allgemeinen Stromausfalls noch über ein Notstromspeicher, der über die Jahre einiges an Saft gesammelt hatte.
Erstaunlich, dass sie Sara überhaupt hören konnte. So wie ihr Schrei klang, befand sie sich irgendwo am anderen Ende, oder jedenfalls ein gutes Stück von den Schlafzimmern entfernt. Lara hastete zur Tür, ihre Finger berührten den vergoldeten Türknauf und sie hielt inne. Jemand war auf der anderen Seite. Sie hörte Atemgeräusche. Der Gegenüber schien hingegen noch nicht bemerkt zu haben, dass Lara nicht mehr schlief. Lara machte auf dem Teppichboden einige leise Hopser nach hinten und richtete die Pumpgun auf die Tür. Sie wollte diese nicht beschädigen und außerdem war sie so verarbeitet, dass Schüsse abgefangen wurden. Also wartete sie.
Langsam ging die Tür auf. Lara wand sich noch einwenig in dieselbe Richtung, in die auch die Tür aufschwang, so dass man sie nicht direkt bemerkte. Ein Scheinwerferstrahl zerschnitt kurz die Finsternis, wurde dann aber gelöscht. Lara machte im Inneren einen Vermerk: Achtung, Profis!
Das war ja eigentlich schon Tradition, dass Croft Manor überfallen wurde. Sie ahnte schon so leicht, wer das in Auftrag gegeben haben konnte. Corban! Sie kniff die Augen zusammen und wartete, bis die schwarze Gestalt vollkommen in dem Raum stand. Die Kleidung war schwarz, aber nicht unbedingt Kugelsicher, wie Lara erkannte. Scheinbar hatten sie nicht vermutet auf Gegenfeuer zu stoßen. Das Gesicht verdeckte eine schwarze Maske, wohl auch eine die Schlafgas und Tränengas von dem Besitzer fernhielt. Aber im Moment wirkte der Gegner mehr wie ein gruseliges Insekt.
„Hey.", rief Lara. Erschrocken wirbelte das Insekt herum und blickte sie an. Durch die roten Gläser schien sie einen Gewissen Grad von Erkenntnis zu sehen. Dann lud sie die Waffe durch und pumpte eine Ladung Schrott in den Körper des Gegners. Er war so nah an ihr gewesen, dass Laras Waffe ihn regelrecht durch die Luft schleuderte.
Mit einem Knall landete die Gestalt genau in Laras Kommode und der Spiegel zerbarst in viele, kleine Einzelteile. Der Schuss war sicher nicht ungehört geblieben. Also lud Lara die Waffe durch. Die leeren Patronenhülsen wurden aus der Waffe gespuckt und landeten noch leicht dampfend auf dem Teppichboden. Mit der Waffe im Anschlag machte Lara sich schließlich auf den Weg.
Sie verspürte ein leichtes Déjà-vu, als sie an Marco Bartolli und seine Schergen denken musste. Damals war sie ebenfalls mit einer Waffe durch ihr Haus gerannt und hatte sich wehren müssen, gegen den Ansturm der Feinde. Den Weg bis zur Tür, die in die Eingangshalle führte, legte sie ohne feindliche Übergriffe zurück. Erst als sie die Eingangshalle erreichte, presste sie ihr Ohr an die Tür. Sie hörte leise Stimmen und Schritte. Sie kamen die Treppe rauf. Lara verfluchte sich, dass sie ihren Ersatzmagnethaken in ihrem Zimmer bei dem Rest der Ausrüstung gelassen hatte.
Hinter ihr ging eine Zimmertür auf.
Allisters verschlafenes Gesicht blickte sie an: „Was ist denn hier los?!"
„Überfall!", zischte Lara leise: „Mach die Tür zu und verkriech dich irgendwo." Warum ausgerechnet jetzt? Die Leute auf der anderen Seite der Tür hatten Lara gehört. Die Schritte wurden schneller. „Sollten wir nicht die Polizei rufen?!", wollte Allister wissen. Scheinbar war er noch nicht wirklich aufgewacht.
„Ich will die Polizei da nicht mit hineinziehen. Hab eine Reihe schlechter Erfahrungen gemacht.", sie trat von der Tür zurück und wartete. Die Schritte verstummten und die Tür wurde aufgestoßen. In dem Moment riss Lara ihren Fuß hoch und trat aus. Die aufgestoßene Tür, stieß dem ersten der Männer wieder ins Gesicht und fiel krachend ins Schloss. Sie mussten den Geheimgang in der Bibliothek nehmen.
„Los, komm!", sie ergriff Allisters Hand und zog ihn mit sich. Dieser ließ es über sich ergehen, ohne wirklich zu wissen was los war. Sie erreichten Winstons Zimmer, was genau in der Biegung lag. Lara riss die Tür auf. Wie erwartet, zog der Butler sich bereits an, an seiner Seite lag eine Beretta Pistole.
„Die werden Sie nicht brauchen, Winston!", rief Lara ihm zu: „Erinnern sie sich an den Panic Room hinter der Büste der Diana im Flur?!", Winston nickte als Antwort: „Ich will das Allister und Sie sich dort einschließen, wenn er sich denn überhaupt noch öffnen lässt."
Der Panic Room besaß noch mal eine eigene, interne Stromversorgung, so dass man im Notfall dort einige Zeit verbringen konnte. Die beiden Männer schritten also los. Winston trug die Beretta dennoch bei sich.
In dem Moment wurde die Tür aufgestoßen und die zwei Männer von vorhin, zogen ihre Waffen. Die Lichter ihrer Maschinengewehre blendeten Lara. Aber sie wusste, was zu tun war. Gedämpfte Schüsse drangen in Winstons Zimmertür ein, doch da war Lara schon längst in Bewegung. Sie zielte ihr Schlafzimmer an.
Dort angekommen, stieß sie die Tür mit der Schulter zu, vernachlässigte die Leiche des ersten Killers und hastete rüber zu der geheimen Vorrichtung. Die Tür glitt auf und Lara griff noch schnell nach dem Lämpchen, welches sie normalerweise an den Rucksack befestigte, dann verschwand sie in der Tür. Als die Söldner den Raum betraten, war Lara Croft bereits weg.
Sara Pezinni schrie so gut sie konnte. Dies schien ihre Gegnerin zu verwirren, denn sie machte im ersten Moment keine Anstalten, sie zu erledigen. Das war Saras Chance. Sie konzentrierte sich und spürte, wie sich die Witchblade an ihrem Arm entfaltete. Dann ballte sie die Hand zur Faust und rammte den Handschuh in den Bauch der Gegnerin. Mit der Kraft der Witchblade konnte das schon eine ziemliche Wucht sein, die da auf den menschlichen Magen traf.
Die Gegnerin wurde aus der Tür geschleudert und knallte gegen die tapezierte Wand. Das Holz hinter der Tapete barst einwenig und Sara entschuldigte sich bereits im Inneren bei ihrer Freundin. Bewusstlos oder auch tot, Sara hatte keine Zeit dies zu kontrollieren, brach die Frau zusammen. Das war Saras Chance. Sie wusste, dass die Söldner womöglich den Krach gehört hatten und vor allem wusste sie: Das sie in der Haupthalle keinen Schutz finden konnte. Was lag links von der Küche? Sara dachte nach und rief sich den Plan des Croft Manor vor ihr inneres Auge.
Die Artefaktkammer. Dann waren sie wohl von dort gekommen. Wenn nicht gerade irgendwer den Rückzug sicherte, war sie dort am besten dran. Außerdem hatte sie ja immer noch die Witchblade, egal wie Lara darüber dachte. Im Moment war es leider ihre einzige Chance hier lebend heraus zu kommen.
Sara rannte los. Die Artefaktkammer stand tatsächlich offen. Lara hatte sie hoffentlich gehört, sie betete dafür, dass ihre Freundin noch lebte. Im vollen Lauf hastete sie in die Artefaktkammer. Die wenigen Stufen übersah sie, brachte sich mit einem ungeschickten Hopser aber in Sicherheit. Hier lagerte Lara also all ihre Schätze?!
Sara war bisher nur ein oder zwei Mal gewesen, aber hatte sich nie Zeit genommen die Artefakte zu bestaunen, aber das war jetzt leider nicht anders. Als Saras Augen auf ein Schwert an der Wand fielen, spürte sie die Kraft, die von dem Schwert ausging. Die Witchblade reagierte darauf.
Sie spürte, wie der Handschuh sich an ihrer Hand zu verändern begann und das ohne, dass sie den Befehl dazu gab. Aus dem Handschuh wurde eine Schwertklinge. Das war die zweite Version der Witchblade, wie Sara sie kannte. Der Handschuh, den sie meistens nutzte und eben das Energieschwert. Führen musste sie es mit dem gesamten Unterarm, aber es war verdammt kräftig und zerschnitt alles.
Sara konnte sich keinen Reim darauf machen, warum das Schwert ausgerechnet auf die Witchblade auswirken sollte? Doch für Rätselraterei war jetzt keine Zeit. Vielleicht war dieses Schwert ebenfalls eine der antiken Waffen, wie die Finsternis oder die Witchblade? Sara begann damit, die Wände abzusuchen.
Irgendwo hier gab es einen Geheimschalter, der ihr den Weg in den Keller öffnete, aber dafür musste sie erst mal wissen welcher das war. Sara wusste von Laras kleinem Fabel für Klischees und da hier ganzes Bücherregal stand, würde sie dort anfangen. Sie begann damit, die Bücher aus dem Regal zu ziehen.
Auch das würde sie Lara erklären, so bald sich ihr die Chance bieten würde. Falls sich ihr die Chance bieten würde. Als sie ein hellblaues Buch berührte, hörte sie wie ein alter Mechanismus zum Leben erwachte. Ach ja, Croft Manor und seine Geheimgänge, das war auch eine Sache für sich. Wozu Lara immer in fremde Länder reisen musste, wenn sie doch einen Haufen noch nicht gelöster Geheimnisse in ihrem Haus hatte.
Das Bücherregal schob sich zur Seite und Sara trat ein. Sie hörte ein Geräusch und wand sich um. Von der Decke, aus dem in die Glaskuppel geschnittenen Loch, wurde ein weiteres Seil herab gelassen. Scheinbar kam da Verstärkung. Sara überlegte noch, die Witchblade zu nutzen, aber in dem Schwertmodus konnte sie keine Blitze schießen oder andere Energiestöße ablassen.
Also sah sie nur, wie drei weitere Gestalten sich herabsenkten, ehe die sich schließende Geheimtür sie in vollkommener Finsternis zurück ließ.
Lara ließ das Licht aufflammen und rannte weiter. Sie kannte hier sämtliche Stufen und auch jede Biegung, aber dennoch war es immer besser sich zu orientieren. Die Geheimgänge machte Winston nicht unbedingt oft sauber, wie sie amüsiert feststellen musste. Dafür war Lara ihm nicht mal Böse. Der Weg führte sie in die Bibliothek. Dort würden wahrscheinlich auch Leute sein. Schließlich kamen die Stufen, die ihr das Ende des Ganges anpriesen. Lara erstieg diese und wartete, bis sich die Tür vor ihr fast lautlos zur Seite schob.
Oben auf der Galerie, in ihrem Büro, sah sie tatsächlich einen Lichtkreis tanzen. „Das sind meine Sachen.", murmelte sie leise und eilte die Stufen so leise sie konnte hinauf. Als sie an ihrer Tür angekommen war, blickte sie um die Ecke.
Ein weiterer dieser schwarzen Insektenmenschen hatte sich über ihren Schreibtisch gebeugt und durchsuchte Schubladen, kippte alles auf den Boden. Etwas blinkendes fiel zu Boden und Lara erkannte das Amulett, welches sie damals in Ghana gefunden hatte. Die Finger des Söldners griffen gierig danach und diesen Moment nutzte Lara, um zuschlagen zu können. Sie hastete aus ihrer Deckung hervor, riss ihr Bein in die Höhe und trat dem Gegner in die Kniekehle, ehe dieser reagieren konnte.
Sie hatten sich vielleicht über die Sicherheitssysteme informiert, aber über die Besitzerin des Anwesens oder die geheimen Türen wussten sie bei Gott nichts. Lara war unberechenbar und wenn es darum ging sich oder Geliebte zu verteidigen, dann war sie auch kaltherzig. Selbst wenn sie eigentlich nie gerne tötete. Doch besondere Umstände erforderten besondere Maßnahmen. Mit einem Aufschrei des Erschreckens ging der Söldner in die Knie und machte den Fehler, den Oberkörper aufzurichten.
Die Pumpgun zwischen die Hände gespannt, umfasste sie mit dem Metall den Hals des Killers und presste die Waffe mit aller Kraft gegen den Hals, so dass dieser keine Luft mehr bekam. Als er seinen vergeblichen Kampf endlich beendet hatte, ließ Lara den Leichnam los und hob das Amulett auf. „Sie suchen also wirklich meine Unterlagen.", Laras Vermutung wurde Gewissheit.
Diese Erkenntnis war kein gutes Zeichen, wenn Alexia Foster zu solchen Mitteln fähig war. Oder wenn sie so extrem unter der Fuchtel von Corban Frys stand. Denn diesem Machtbesessenen Schwachkopf traute Lara einfach alles zu. Seufzend machte sie sich auf den Weg, um den Rest der Bande zu erledigen. Sie hatte keine Ahnung, wie viele genau es waren, aber es war auch egal. Jedenfalls, so lange sie noch die nächsten sechs Schuss in ihrer Pumpgun sinnvoll verwendete.
Laras Sprint endete auf dem Flur, als sie sich einem weiteren Söldner gegenüber sah. Mit einem schnellen Sprung zur Seite, wich sie dem etwas verspäteten Schuss aus. Sie selbst konnte keinen guten Schuss anbringen, da der Gegner zu weit entfernt stand und die Waffe einfach zu sehr streute. Und somit war die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihn wirklich ernsthaft verwundete ziemlich gering.
Außerdem war das eine Waffe mit sehr geringer Distanz. Doch aus der Nähe war sie hundertprozentig tödlich. Lara hastete um die Ecke und presste sich an die Wand. Der Gegner war siegessicher, weshalb er sich Zeit ließ und sich nur langsam heran schlich. Vielleicht aber hatte er auch Angst vor der Waffe in Laras Hand. Das sie nutzlos auf die Entfernung war, hatte er wohl noch nicht erkannt. Die Archäologin blickte nach links und sah ihre Rettung direkt neben sich. An der Wand, in einen Rahmen eingespannt und mit einer Glasplatte versehen, lagen antike Wurfsterne aus Japan.
Angeblich soll die Kaiserin Jito damit gekämpft haben. Lara glaubte nicht daran, aber diese Waffen waren einfach sehr schön gearbeitet gewesen und vor allem: Sie waren ein Original. Keine Touristenartikel, die man in Japan und Umgebung oft fand. Lara zerbarst die Scheibe mit dem Ellebogen und schützte ihre Augen vor möglichen Splittern. Dann zog sie den ersten Stern heraus. Seine Vier Klingenartigen Auswüchse waren gebogen und Messerscharf. Lara hatte sie extra neu schleifen lassen.
Die Edelsteine im Griff des Wurfstern waren echte Steine und somit war der Wert dieser Ninja Waffe auf rund: 40.000 US Dollar geschätzt worden. Lara sprang hervor. Sie ging in die Hocke und wirbelte so gut sie konnte herum, ließ den Stern fliegen. Der Killer hatte keine Zeit zu reagieren, da steckte das schwarze Metallstück bereits in seinem Arm.
Mit einem schmerzvollen Aufschrei ließ er die Waffe fallen und Lara sprintete heran. Den Knauf ihrer Waffe rammte sie gegen den Unterkiefer des Mannes und fegte ihn mit einem Kick von den Beinen. Sie hatte kein Zeit sich um die schicken Waffen zu kümmern. Dafür hatte sie mit Glück nachher noch Zeit. Sie hastete den Flur hinab und riss die Tür auf. Ihre Schritte lenkten sie nach links. Im Eingangsbereich standen vier Söldner. Zwei schoben Wache, während zwei weitere die Umgebung sondierten. Scheinbar hatten sie das Geheimfach im Kamin noch nicht entdeckt.
Die Abenteurerin rannte so leise sie konnte nach rechts, zu den beiden Metallstreben, die dort in das Glasgebilde eingelassen worden waren. Die Waffe verstaute sie so gut sie konnte an ihrem Gurt. Dann sprang sie im vollen Lauf auf das Geländer und dann zu der Strebe. Ihr Schwung trug sie ein mal rum, während sie bereits den passenden Moment abwartete, um sich die nächste Strebe zu fassen.
Sie schaffte es ohne weiteres und landete auf der anderen Seite der Eingangshalle. In dieser Höhe und der Finsternis die in der Halle herrschte, hatten die Söldner ihre kleine Einlage nicht bemerkt. Lara wusste nicht, wo sich ihre Freundin aufhielt, aber sie wusste, dass sie sich in diesem Teil des Anwesens aufhalten musste. Jedenfalls hatte der Schrei sehr gedämpft geklungen. Sie hoffte nicht nur noch Saras Leiche zu finden.
Als sie gerade auf die nächste Tür zu ging, wurde diese aufgerissen und eine helle Faust schoss wie aus dem Nichts hervor. Lara wurde im Gesicht getroffen und fiel hin. Scheppernd schlitterte die Pumpgun einige Meter über den Fliesenboden. Als Lara aufblickte, sah sie in dieselbe Maske, wie sie bereits die anderen getragen hatten. Nur eines unterschied den Mann von den anderen Killern. Sein Auftreten war vollkommen anders, viel selbstsicherer. Und seine Haare: Sie waren weiß!
Fortsetzung folgt:
