Huhu!

Heute geht es weiter mit ein bisschen Action. Baywatch ist angesagt, falls das jemand von Euch noch kennt. Nein, keine Angst, ich stecke Severus NICHT in einen roten Badeanzug! Obwohl ich gerade ein wunderbares fake-foto vor Augen hab, bei dem er nur ein Handtuch trägt…… grins. Missy weiß, was ich meine!

Hoch leben die Tiefen des Internets, in denen man manchmal solche Schätze findet!

Ich hab das noch nie verstanden, wie das auf Hogwarts mit dem Waschen so läuft. Es gibt Gemeinschaftswaschräume für girls und boys. Aber da ist nie jemand drin. Und ich hab auch noch nie was von einer Dusche gelesen, nur dieses große Bad kenn ich.

Duschen die sich nie? Stinken die dann alle nach dem Quidditch?

Und was ist mit den Lehrern? Snape wohnt doch sicher nicht hinter all diesen schwefelig-stinkenden Kesseln seines Arbeitszimmers im Keller, oder? Dort sieht es jedenfalls nicht so aus, als gäbe es ein einladendes Badezimmer.

Na ja, ich hab ihm ja kurzerhand andere Privaträume angedichtet. Auch sonst nehm ich es nicht ganz so genau. Denn eigentlich spielt die Story schon ziemlich am Ende der Rowling-Bücher, aber dann müsste Snape ja eigentlich Verteidigung g.d.K. unterrichten. Aber mir ist er als Tränkemeister lieber. Und für die Geschichte ist es egal, mir zumindest, Euch hoffentlich auch.

Schönes Wochenende!

Legi, die sich immer noch über jedes review freut! Also bitte nicht schüchtern sein….

13 Der See

Die nächsten Tage verliefen ruhig.

Leana war allerdings meist tief in Gedanken versunken, was während der Arbeit manchmal nicht unbedingt vorteilhaft war. Einmal hatte sie verpasst, den Registrator rechtzeitig mit Tropfen und Salbe zu versorgen, was dieser mit ohrenbetäubenden Schreien quittiert hatte. Neville hatte vor Schreck sein Tintenfass umgeworfen und über Hermines Aufsatz verteilt, was ihm einen heftigen Klapps gegen die Schulter mit deren dicken Verwandlungsbuch einbrachte. Andere Schüler verließen die Bibliothek und kehrten erst wieder zurück, als der Registrator mit Madame Pinces Hilfe besänftigt worden war.

Leana wurde aus vielen Augen böse angestarrt und nahm sich vor, künftig nicht mehr während der Arbeit ihren Tagträumen vom lächelnden Snape nachzuhängen.

Zumindest war sie heilfroh, dass sich Draco Malfoy nie in der Bibliothek blicken ließ. Der Herr schickte natürlich seine „Diener" Crabbe und Goyle, wenn er ein Buch benötigte.

Beim Essen in der großen Halle saß Leana so weit vom Lehrertisch entfernt, dass sie kaum Blickkontakt mit den Professoren herstellen konnte. Filch war dafür umso gesprächiger, er war während der letzten Tage richtig aufgetaut. Mit einem Ohr hörte sie seinen Erzählungen zu, warf hin und wieder ein „Oh wirklich?" ein und beobachtete lieber die Schüler.

Harry erschien ihr recht bedrückt, der Junge hat es auch sicher nicht leicht. Die Meinungen über ihn gingen sehr auseinander, je nach Hauszugehörigkeit schwankten sie zwischen Angeber und Held. Leana fand ihn ganz sympathisch, er schien allerdings nur auf seine eigene Meinung zu hören und sich ein wenig zu wichtig zu nehmen.

Was sie immer wieder überraschte, waren die Vorfälle während der Zaubertränke-Klassen. Sie hörte in der Bibliothek ständig Erzählungen, wie Harry und Snape aneinander geraten waren.

Was da wohl dahinter steckte? Harry war doch intelligent, warum ließ er sich immer wieder zum Widersprechen und respektlosen Verhalten hinreißen? War es so schwer, einen Professor mit „Sir" anzusprechen? Und warum bekam er kein einziges Mal einen vernünftigen Zaubertrank hin, wo er doch von vielen anderen Lehrern als so schlau gelobt wurde?

Und Snape? Warum war es ihm so wichtig, Harry zu bestrafen? Den Slytherins ließ er es sogar durchgehen, wenn einem Schüler ein „Snape" als Anrede rausrutschte. Bei Harry wurde das kleinste respektlose Verhalten sofort gnadenlos geahndet.

Ob sie ihn mal fragen sollte? Sie schüttelte innerlich den Kopf. Sicher würde er ihr keine ehrliche Antwort geben, sondern ihr höchstens eine tiefe Stirnfalte präsentieren!

Außerdem wartete sie immer noch sehnsüchtig auf den Termin für die nächste Unterrichtsstunde bei Snape, er hatte sich nicht mehr bei ihr gemeldet seit dem Vorfall mit Malfoy.

Seltsamerweise war er trotzdem am darauf folgenden Abend im Musikzimmer aufgetaucht. Wie immer hatte er das Zimmer fast unhörbar betreten und grußlos Platz genommen. Dieses Mal hatte er über eine Stunde lang auf dem üblichen Stuhl neben der Türe gesessen und wortlos zugehört. Auch Leana hatte nichts gesagt, aber nach dem Erlebnis vom letzten Mal komplett auf allzu gefühlvolle Lieder verzichtet. Was ihr Repertoire allerdings empfindlich eingeschränkt hatte.

Seltsamerweise machte es ihr kaum noch etwas aus, vor ihm zu spielen und zu singen. Immerhin war es seine Entscheidung gewesen, hier wieder aufzutauchen. So furchtbar konnte er also ihre musikalischen Ergüsse nicht finden.

Und es tat ihr einfach viel zu gut, hier am Flügel ein wenig Energie zu tanken, als dass sie vorhatte, seinetwegen darauf zu verzichten.

Ebenso geräuschlos wie er gekommen war, war er irgendwann wieder verschwunden.

Wie immer.

Und obwohl sie sich das ungern eingestand, hinterließ jeder Kontakt mit ihm ein Gefühlschaos bei Leana.

Sie musste aufhören, an diesen Mann zu denken! Er war interessant, sicher!, aber auch seltsam. Und sie würde schließlich bald wieder heimkehren in ihre Welt.

Außerdem liebte er eine andere.

Leana dachte an die junge Frau, die sie in seinen Gedanken gesehen hatte. Die Frau, für die er offenbar so viel empfand. Sie fühlte einen schmerzhaften Stich in der Brust. Mit dieser Frau verband ihn weit mehr als eine Jugendliebe, sie schien immer noch all seine Gefühle zu beherrschen.

Wütend schlug Leana den Klavierdeckel zu. Verdammt, wenn er nur nicht so eine verführerische Stimme hätte…… und diese dunklen Augen……

Gut, dass sie zum Ablenken noch die Bücher von Professor Sinistra hatte, in die sie sich vertiefte, nachdem sie wieder in ihr Zimmer zurückgekehrt war.

Langweilig ohne Ende, diese Lektüre!

Leana konnte schon nach einer halben Stunde kaum mehr das Gähnen unterdrücken. Sie wollte die Wälzer gerade zur Seite legen, da fiel ihr schlagartig ein, dass Sinistra die Bücher ja wieder für den Unterricht am nächsten Tag zurückhaben wollte.

Also zog Leana eine Strickjacke über und marschierte zu später Stunde quer durch Howarts, um die Schmöker wieder abzugeben.

Auf dem Rückweg von Sinistras Büro kam ihr zu ihrer Überraschung Neville Longbottom entgegen, der sie abwesend grüßte und anscheinend in Richtung Eingangshalle unterwegs war. Leana hörte ihn im Geiste vor sich hinreden und ärgerte sich über sich selbst, dass sie nicht intensiver Okklumentik geübt hatte.

Auf keinen Fall wollte sie nochmals einen Tag erleben, an dem sie die Gedanken aller Mitmenschen in ihrem Kopf rumsausen hatte.

Na, mit etwas Übung würde sie das sicher wieder hinkriegen, es war ja auch nur ein Satz gewesen, den Neville mehrmals wiederholt hatte: „Ich muss mit Harry zum See".

Sie war schon fast wieder an ihrer Zimmertüre angekommen, doch Neville spukte ihr seltsamerweise immer noch im Kopf herum.

Wollte er jetzt zum See, so spät am Abend?

Durften Schüler jetzt überhaupt noch in der Schule herumlaufen?

Und warum klang dieser Satz so komisch, gerade so, als hätte Neville ihn gar nicht selbst…..

Die plötzliche Erkenntnis ließ Leana für eine halbe Sekunde erstarren, dann drehte sie sich blitzartig um und rannte los, die langen Gänge zurück bis zur leeren Eingangshalle.

Dort angekommen öffnete sie mit großer Mühe die Haupttüre und stürmte weiter in Richtung See.

Sah sie dort den Umriss eines Schülers?

Keuchend lief sie weiter und kam der vor ihr eilenden Gestalt allmählich näher.

Ja, es war tatsächlich Neville!

Er schien sie nun bemerkt zu haben und drehte sich langsam zu ihr um.

Leana rief ihm zu: „Neville, wieso soll Harry hierher kommen? Wer hat Dir befohlen, ihn an den See zu holen?"

Die Miene des Schülers blieb ausdruckslos, seine Augen leer.

Mit einem Mal lief es Leana eiskalt über den Rücken hinunter. Der Junge stand unter fremdem Einfluss, das konnte sie deutlich spüren. Sie musste irgendwie zu ihm durchdringen, ihn davon befreien!

Doch bevor sie weiter überlegen konnte, zog Neville seinen Zauberstab: „Petrificius totalis!".

Leana verspürte zwar keine Wirkung, ließ sich aber geistesgegenwärtig nach hinten umfallen und blieb einen Moment regungslos liegen.

Wie lange so ein Zauber wohl normalerweise anhielt?

Neville stand immer noch neben ihr. Abwartend. Den Blick auf die Schule gerichtet.

Nach einiger Zeit entschloss sich Leana, einen Versuch zu riskieren.

Sie drehte leicht den Kopf und sprach langsam zu Neville „Du hast Dich hier mit Harry verabredet?"

Mit tonloser Stimme antwortete er „Er wird gleich da sein."

Irgendwie musste sie ihn aus der Reserve locken, verunsichern, seinen Plan durcheinander bringen, vielleicht würde das den Fluch von ihm nehmen!

Eindringlich sprach sie zu ihm: „Was ist, wenn er genauso darüber Bescheid weiß wie ich? Wenn er merkt, dass das eine Falle ist? Er sitzt sicher oben am Fenster und wartet, bis du zurückkommst!"

Mal sehen, wie er darauf reagiert.

Neville begann plötzlich heftig zu atmen. Dann schleuderte er ihr mit schriller Stimme entgegen: „Harry Potter kommt immer, wenn ein Freund in Gefahr ist!"

Blitzartig drehte er sich um und rannte ans Ufer. Ohne stehenzubleiben oder sich auszuziehen stürzte er samt Jacke, Schuhe und Zauberstab ins Wasser.

Leanas Gedanken überschlugen sich.

Sie musste ihn zurückhalten! Er konnte doch nicht so ins Wasser gehen! Was machte dieser verdammte Fluch nur mit dem Jungen? War er ernsthaft der Meinung, dass Harry kommen würde, um ihn zu retten? Der wusste vielleicht gar nicht, dass er hier war!

Sie sprang auf und jagte hinter Neville her.

Warum war sie nur so idiotisch gewesen, allein herzukommen? Sie hätte doch einen Lehrer holen können!

Am Rand des Sees schlüpfte sie schnell aus ihren Sneakers, auch Jacke und Jeans ließ sie liegen. Dann watete sie ins eiskalte Wasser, in Richtung des mühsam vor ihr schwimmenden Nevilles.

Oh Gott, was soll ich nur tun?

Alles in ihr rief lautlos um Unterstützung, sie versuchte mit aller Macht ihre Gedanken auf das Schulhaus zu konzentrieren und entließ einen stummen Schrei in dessen Richtung: „Ich brauche hier HILFE!"

Gleichzeitig schwamm sie auf Neville zu. Leana war eine gute Schwimmerin und holte den Abstand schnell auf. Nach ein paar weiteren Zügen hatte sie den strampelnden Schüler fast eingeholt.

Doch plötzlich veränderte sich das Wasser.

Aus dem glasklaren See wurde eine zähe Masse, ihre Beine konnten sich nicht mehr frei auf und ab bewegen, sie hörte Neville aufschreien. Sie schaffte es, einen seiner wild umherschlagenden Arme packen und versuchte, ihn in Richtung Ufer zu ziehen. Doch die ölige Flüssigkeit wurde immer dicker, Leana fühlte sich plötzlich schwer und drohte zu versinken.

Panisch kämpfte sie dagegen an, bewegte sich immer schneller, fühlte ihr Herz im wilden Rhythmus schlagen, während ihre Beinschläge zunehmend anstrengender wurden

Mit aller Kraft versuchte Leana, Neville nach oben zu drücken, doch der Sog nach unten nahm mehr und mehr zu.

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