13. Selling the drama
Verdammt.
Dass Lestrade vorbeischaute konnte nur auf eine von zwei Dingen hinweisen. Nicht ganz. Vielmehr auf zwei von zwei Dingen und er hatte weder Lust sich mit dem einem oder dem anderem auseinander zu setzen. Glücklicherweise passte das gut in die Rolle, die er heute spielen musste.
,,Tut mir leid, Lestrade, aber ich bin ziemlich in Eile und in höchster Gefahr zu spät zu einer Verabredung zu kommen."
,,Nein, sind Sie nicht." sagte Lestrade sanft. ,,Ich habe Molly angerufen und ihr erzählt, dass Sie im Zeitplan ein wenig hinterher hinken."
Sherlock blinzelte ,,Warum haben Sie...".
,,Mein Gott, was, haben Sie keine Koffein - oder Nictionpflaster mehr? Haben Sie wirklich gedacht, niemand würde herausfinden, dass sie Molly nach Hause bringen? Oder dass Sie ihr lange Besuche abgestatten, mit ihr einen Film gucken und ihr Blumen schenken?"
,,Ihre kleine Rede impliziert, dass ich all diese Dinge geheim zu halten versucht habe, Detective Inspector, was wohl kaum der Fall ist. Es hätte mich ziemlich überrascht, wenn Sie Interesse an solch alltäglichen Dingen gezeigt hätten."
,,Alltägliche Dinge? Der größte kriminelle Verstand des Jahrhundert ist hinter Ihnen her wie ein Hund hinter einem Fuchs und sie nennen das alltägliche Dinge?"
,,Ich nahm Bezug auf ...meinen Umgang mit Molly."
,,Klar, wir werden gleich auf diese kleine Detail zurückkommen."sagte Lestrade.
,,Welche Kleinigkeit?"
,,Diese Kleinigkeit."
,,Was, die - das hat sie nichts anzugehen- Kleinigkeit?
,,Sherlock, wo ist Moriarty? Die Allgemeinheit hat immer noch eine gespaltene Meinung über Sie, das wissen Sie. Ihn zu fassen würde sie rehablilitieren."
,,Ich danke Ihnen Lestrade. Ich wäre niemals auf diesen Gedanken gekommen."
,,Was tun Sie um den Fall zu lösen?"
,,Oh, das übliche. Kaffee trinken, Nikotinpflaster tragen, wertvolle Zeit damit verschwenden mit dem Detective inspector-"
,,Das ist nicht komisch, Sherlock."
Sherlock trat einen Schritt näher an Lestrade, mit einem merkwürdigen Glimmen in den Augen.
,,Ich versichere Ihnen, Lestrade, ich scherze nicht. Sie wollen wissen, was ich tue? Gut. Ich suche nach Hinweisen. Ich gehe Theorien suche nach Antworten. Und ich bringe Molly aus dem Krankenhaus und frage sie nach einem echten Date. Kann ich Ihnen sonst noch irgendwie behilflich sein?"
,,Sherlock, Sie sollten besser keine Beweise zurückhalten...".
,,Das tue ich nicht. Ich weiß, er plant ein Spiel mit mir. Aber ich weiß bisher nicht, welcher Art. Wenn ich etwas zu erzählen habe, dann tue ich es."
,,Das sollten Sie besser tun, weil ….warten Sie mal: Haben Sie eben gesagt, sie fragen Molly nach einem Date?"
,,Nein, ich sagte, ich werde sie nach einem richitgen Date fragen. Passen Sie auf, Lestrade."
,,Ein Date. Sie wollen Molly ausführen. Molly Hooper."
,,Gibt es eine andere Molly Hooper, mit der wir bekannt sind?"
,,Sherlock, was zur Hölle spielen Sie da?"
,,Wie bitte?"
,,Warum fragen Sie Molly nach einem richtigen, oder irgendeiner Art von Date? Sie daten nicht. Sie sind mit Ihrer Arbeit verheiratet, Beziehungen sind Unsinn, war das nicht so?" Lestrades Augen verengten sich. ,,Oh, ich verstehe!"
,,Was verstehen Sie?"
,,Sie scheiß Idiot. Sie fragen Sie, weil sie sich schuldig fühlen, nicht wahr? Ein kleiner Knochen, den sie ihr hinwerfen, um ihr Gewissen zu erleichtern."
Sherlock warf ihm einen düsteren, wütenden Blick zu. ,,Mein Gewissen. Gemäß ihrer aller Meinung habe ich kein Gewissen. Oder eine Schuld, oder irgendeine Emotion!"
,,Das ist großer Scheiß, das wissen wir beide." schnappte Lestrade. ,,In Ordnung. Vielleicht kümmern Sie sich um Sie, auf ihre eigene verquere Weise. Aber Sherlock, sie liebt Sie. Verzweifelt, so traurig es klingt. Sie können Sie nicht einfach ausführen und dann umdrehen, um sie dann zu behandeln, wie gewohnt. Es würde sie auf so viele Arten verletzen, die sie sich nicht vorzustellen vermögen."
Sherlock seuftze und schloss für eine Minute seine Augen. Als er sie wieder öffnte, sah er Lestrade mit etwas an, das Lestrade bei jedem anderen Menschen als Traurigkeit gedeutet hätte.
,,Das denken Sie von mir?" fragte er leise. ,,Denken Sie wirklich so gering von mir. Dass ich Molly nur date, damit ich mich besser fühle? Dass ich so dumm bin, nicht zu wissen, ich könnte sie zerbrechen?"
Lestrade sah herunter. ,,Nein, das tue ich nicht, Sherlock, aber Sie müssen zugeben, dass es Wahnsinn ist. Was um Himmels willen hat sie zu der Entscheidung getrieben auf ein Date zu gehen?"
,,Lassen Sie uns einfach sagen, ich sehe mein Leben in einem anderen Licht, seitdem ich meinen Tod vorgetäuscht habe." sagte er vorsichitg ,,Und nachdem ich gesehen habe, wie Molly verletzt wurde, ist mir bewusst geworden, dass da Raum für Dinge sein könnte, von denen ich nie gedacht habe, sie zu wollen."
Lestrade schüttelte erstaunt seinen Kopf. ,,Nun gut, das freut mich für Sie, aber, verdammt, es ist furchtbar, dass sie sterben und Molly angegriffen werden musste, damit Ihnen ein Licht aufgeht."
,,Das Leben läuft nie nach Plan, Lestrade."
Lestrade lächelte schmal. ,,Nun, dann gehen Sie schon. Halten mich auf dem Laufenden, was den Fall betrifft."
,,Natürlich."
,,Und behandeln Sie Molly gut. Sie ist ein gutes Mädchen und verdient das Beste."
,,Ja, das tut sie." murmelte Sherlock als er an Lestrade vorbeigegangen war ,,Aber aus irgendeinem Grund will Sie mich...".
Tbc...
