Kapitel 13

Dumbledore wusste, dass irgendetwas mit diesem Mann nicht stimmte.

Dieses Pantherwesen, dieser Phönix, seine Gesamte Art und Weise wie er sich gegenüber anderen verhielt.

Der Direktor schüttelte den Kopf als er sich an ein Gemälde wandte.

„Nun, was ist mit unserem neuen Lehrer?"

„Er ist unheimlich", antwortete das Bild.

„Das war mir klar."

„Sein Haustier streift auch die ganze Zeit durch das Schloss als würde es etwas suchen. Er selbst nimmt häufig einen Muggelgegenstand auseinander und baut ihn wieder zusammen, so als sei es ein Tätigkeit die er schon immer gemacht hätte."

Ah. Snape hatte ihn von diesem Gegenstand erzählt. Und er hatte ihn auch erzählt, dass es sich dabei um eine Art Waffe handeln musste.

Das Bild zuckte die Schultern. „Ich weiß nur leider nicht, was er in seinem Raum tut. Er hat keinerlei Bilder dort."

Dumbledore nickte langsam.

-oOo-

Dolores Umbridge war sich sicher. Dieses Mal würde sie das selbstherrliche Grinsen aus dem Gesicht dieses Lehrers wischen.

Oh ja!

Nach der wahrhaft schändlichen Demütigung bei der angesetzten Inspektion des Lehrstoffes und mehreren Stunden durch das Schloss gejagt werden wie ein Hund, war das Gefühl jetzt wirklich berauschend.

Mit einem festen Schritt trat sie in die große Halle, gefolgt von mehreren Auroren.

Es war gerade Frühstückszeit und die meisten Schüler waren anwesend.

Ebenso wie fast alle Lehrer.

Ein Gemurmel erhob sich als die Gruppe Richtung Lehrertisch schritt.

Auf der Hälfte des Weges blieben sie stehen als Dumbledore sich erhob.

„Was ist der Grund Eures Erscheinen?", fragte er freundlich, aber bestimmt.

„Einfach", zwitscherte Umbridge mit einer Stimme die bei Diabetikern sofort einen Zuckerschock auslösen würde, „Das Haustier von Professor Altaїr wurde als Bedrohung für die Allgemeinheit erkannt und soll nun aus dem Verkehr gezogen werden."

Einer der Auroren hielt den Beschluss in die Höhe.

„Zeigen Sie mal her", kam es von einem Ende des Tisches. Sharra blickte die Auroren amüsiert an.

Der Auror bewegt sich jedoch keinen Schritt, er wollte dass dieser Mann gefälligst auf ihn zu kommen würde.

Plötzlich schien sein Schatten zu explodieren, als ein riesiger Vogel sich daraus heraus schälte.

Mit einem lang gezogenen Schrei, nicht unähnlich dem heulenden Geräusch eines Dementoren, schoss der Vogel so knapp an diesem Auror vorbei und riss ihm den Beschluss aus den Händen.

Mit nur einem einzigen Flügelschlag überwand er die Distanz zwischen Auroren und seinem Meister und ließ das Papier in seine Hand fallen.

Danach landete er auf dessen Stuhllehne und starrte die Auroren eisig an.

Sharra las das Schreiben und begann dann, unheimlich zu lachen.

„Wirklich sehr amüsant", meinte er als er sich nach vorne lehnte und seine Finger ineinander verschränkte. Ein dämonisches Grinsen war auf seinem Gesicht.

Seine Pose ließ es einigen Schülern eiskalt den Rücken hinunter laufen.

„Was soll daran so witzig sein?", fauchte Umbridge wütend.

„Nur die Tatsache, dass in diesem Wisch kein Wort darin steht, dass ich Meo einfangen soll", kam die Antwort. „Und wenn sie ihn innerhalb von drei Tagen nicht einfangen, dann ist der Beschluss ungültig. Viel Spaß beim Suchen."

Er nahm den Zettel zwischen zwei Finger. „Und außerdem", meinte er als er seinen Finger unter das Papier hielt, „Ohne diesen Wisch können sie gar nichts."

Mit einem Schnippen entzündete er das Papier und ließ es brennend auf seinem Teller zurück.

Wie ein Schatten glitt er den Gang hinab und blieb dann neben Umbridge stehen.

„Bemühen sie sich nicht", meinte er, „Von ihrem Schreiben wird nichts übrig bleiben, das man reparieren kann."

Er drehte sich nicht um als er mit fester Stimme nach seinem Phönix rief.

„Aestor!"

Sofort kam das riesige Wesen herangeschwebt. „Finde Meo und sag ihm, er soll sich die nächsten drei Tage nicht in der Nähe dieser… grauenhaften Person blicken lassen."

Verstanden, Meister"

Der Vogel tauchte in den Schatten einer Sitzbank ein.

Harry starrte den Mann entsetzt an.

Er schien wirklich keine Angst zu kennen, wenn er so mit Auroren umging.

Plötzlich hörte er ein Geräusch. Ein lautes Krachen und Filch kam entsetzt in die große Halle gestürmt.

Bevor er jedoch etwas sagen konnte, wandte sich Sharra an Umbridge.

„Wenn sie wirklich ein magisches Wesen unschädlich machen wollen, würde ich vorschlagen, sie fangen mit dem Bergtroll da drüben an."

-o-

Mit einem ohrenbetäubenden Krachen brach ein riesiger Bergtroll in die Halle. Brüllend und seine Keule schwingend.

Kinder schrieen entsetzt auf und sprangen auf ihre Beine, um von dem rasenden Monster davon zu kommen.

Das Ministerium starrte entsetzt auf das Wesen, das sich nun daran ergötzte, die Tische zu zertrümmern.

„Kann ich davon ausgehen, dass dieser Angriff überhaupt nichts mit eurer Anwesenheit zu tun hat?", fragte Sharra belustigt.

Er griff in seinen Mantel und zog seine Beretta M9 aus der Tasche und lud durch.

„Nun denn", rief er damit man ihn auch verstand, „Der da gehört mir. Ich habe viel zu lange niemanden mehr unter die Erde gebracht."

Er setzte sich in Bewegung.

Der Troll bemerkte den herannahenden Lehrer und schlug mit seiner mächtigen Keule in seine Richtung.

Sharra wich elegant mit einem Sprung zur Seite aus und setzte dann noch einmal über die Keule hinweg, als der Troll versuchte, ihn mit einer Seitwärtsbewegung zu erwischen.

Der Höllendämon blendete alles andere aus.

Nur Laufen. Springen. Kämpfen.

Das war jetzt wichtig.

Viel zu lange ist ein solches Erlebnis fort gewesen. Er würde sich an diesem Gefühl noch ein wenig ergötzen.

Der Troll brüllte auf als er versuchte, den Silberhaarigen zu zertreten.

Aber der Mann war einfach zu schnell.

Den einen Moment stand er noch da und im nächsten war er schon wieder woanders.

Frustriert schlug der Troll die Keule auf den Boden, dort wo der Mann eben noch stand.

Sharra kalkulierte genau. Er wich dem Angriff geschickt mit einem Schritt zur Seite aus und wartete einen kleinen Moment.

Dann trat er mit dem Fuß auf die Keule um sich, sobald der Troll wieder ausholen würde, mithilfe des Schwungs nach oben zu befördern.

Der Troll spielte mit, aber mehr aus dem Versuch heraus ihn abzuschütteln. Sharra grinste als er von der Keule erst auf den Unterarm und dann auf die Schulter des Trolls sprang. Er rammte beide Füße in die rechte Schulter des Trolls und katapultierte sich in die Luft.

Er drehte sich nach unten und zielte mit der Beretta in seiner linken Hand auf den Hinterkopf des Trolls. Dort, wo sein dicker fleischiger Nacken auf den kleinen Kahlen Kopf stieß.

Dann drückte er ab.

-o-

Die beiden Schüsse klangen wie Donner in der vor Schreck verstummten Halle.

Nur wenige Schüler erkannten überhaupt, was das für eine Waffe war. Hermine war wohl die erste, die die Situation begriff.

Ihr Lehrer hatte genau zwei Schüsse in den Hinterkopf des Trolls abgegeben, durchtrennte damit den Hirnstamm und schaltete das Monstrum aus.

Eine sauberere Exekution.

Als der silberhaarige Lehrer einige Meter hinter dem Troll auf dem Boden landete, wankte das Ungeheuer und gab einige unverständliche Laute von sich.

Und dann- wie ein Sack Kartoffeln- kippte er einfach nach vorne um.

Und bewegte sich nicht mehr.

Diese Auseinandersetzung war vorbei.