Als Harry mit Mad Eye im Tropfenden Kessel ankam, war ungewöhnlich viel los. In den letzten Wochen hatten sich die Leute kaum noch auf die Straße gewagt oder sich in einer Kneipe auf einen Feuerwhisky oder ähnliches getroffen. Moody ging direkt zum Wirt und fragte, was der Anlass sei.
• „Hallo Mad Eye, der vereitelte Überfall hat sich schnell herumgesprochen und die Leute sind froh, dass endlich mal jemand den Anhängern von Du weist schon wem Einhalt geboten haben. Seit ein paar mehr Auroren hier auf Patrouille gehen und Ollivander sein Geschäft wieder geöffnet hat sind auch ein paar mehr Zauberer in der Winkelgasse."
Sie
verabschiedeten sich vom Wirt, dnn gingen Mad Eye, dicht gefolgt von
Harry weiter durch die Geheimtür in die Winkelgasse, wo sie
zielstrebig den Landen von Mr. Ollivander aufsuchten. Harry wandte
sich an Mad Eye:
• „Das hatte ich ja schon wieder total
vergessen. Seit wann ist Mr. Ollivander eigentlich wieder zurück?"
• „Er tauchte vor 3 Wochen genauso unauffällig wieder auf, wie er vor einige Monaten verschwunden war. Ich bin auch direkt danach bei ihm gewesen, als mir einer unserer Leute erzählte, dass Mr. Ollivander wieder in seinem Geschäft wäre. Als ich bei ihm war, rückte er nicht so recht heraus, warum und wohin er so heimlich verschwunden war. Er erzählte mir, er wäre unterwegs gewesen unter anderen um sehr spezielle Zutaten für neue Zauberstäbe zu beschaffen."
• „Das klingt ja wirklich sehr geheimnisvoll. Können wir ihm denn dann noch vertrauen?"
• „Der Orden hat Ollivander und sein Geschäft die letzten drei Wochen ständig überwacht und nichts verdächtiges beobachten können. Doch ein gesundes Misstrauen kann in der heutigen Zeit nichts schaden. Außerdem sind wir ja aus geschäftlichen Gründen bei ihm."
Als sie das Geschäft von Mr. Ollivander betraten, blickte sich Harry verwundert um. Es erinnerte nichts sehr viel an den säuberlichen Laden, der nach Holz und geheimnisvollen Zutaten duftete. Auch Moody blickte sich irritiert um. In den letzten drei Wochen schien sich hier im Geschäft nichts verändert zu haben. Auf den Schränken lag noch immer eine dicke Staubschicht und nur die Verkaufstheke war oberflächlich sauber gemacht wurden. Das Geschäft wirkte noch immer verlassen und auch Kundschaft schien nicht da zu sein.
Es
dauerte einen Augenblick bis Mr. Ollivander aus einem Hinterzimmer
angeschlurft kam.
• „Schön
sie wieder zu sehen, Mr. Potter, ah und Alastor Moody, ich habe von
der Auseinandersetzung gehört, endlich mal ein Lichtblick."
• „Alles in Ordnung?", fragte Mad Eye und deutete auf die Schränke.
• „Oh, sie meinen die Unordnung, nun ja. Ich bin noch nicht zum Saubermachen gekommen und außerdem wirkt das Geschäft so unauffälliger. Es streicht immer noch eine Menge Gesindel auf der Straße herum."
Die Männer unterhielten sich einen Augenblick über die Ereignisse der vergangen Stunden und schließlich erklärte Moody den Grund ihres Besuches. Harry reichte Mr. Ollivander seinen Zauberstab, den dieser genauestens untersuchte.
• „Äußerlich kann ich an ihrem Zauberstab nichts feststellen, es ist daher wahrscheinlich, dass es an der Abstimmung auf ihre Person liegt."
Verwundert blickte Harry den Mann an.
• „Ich dachte immer der Zauberstab sucht sich den Zauberer und ist damit genau passend."
Mr.
Ollivander lächelte,
•
„so ist es auch im allgemeinen. Aber
es gibt Zauberer, deren Macht sich im Laufe der Zeit verändert,
z.B. sie werden Mächtiger oder erschließen sich neue
Bereiche usw. Trifft etwas davon auf sie zu, Mr. Potter?"
Harry
überlegte, was sollte er Mr. Ollivander sagen.
•
„Ich würde
sagen vielleicht von allen ein wenig."
• „Nun gut Mr. Potter, dann müssen wir ihren Zauberstab neu abstimmen. Dafür ist es notwendig, dass sie einige Zauber ausführen. Zunächst werden sie 3 mal den Stupor auf diese Box ausführen. Danach wird der Kasten drei Zauber auf sie abschießen, die sie bitte mit eine Protego abwehren. Wenn wir damit fertig sind, müssen sie mir den Stab allerdings für einige Tage überlassen, damit ich ihn neu einstellen kann. Ich muss auch dazu sagen, dass sich Zauberstäbe nicht unbegrenzt verändern lassen. Ist eine Abstimmung nicht mehr möglich, braucht der Zauberer einen neuen Zauberstab.
Moody
schaute skeptisch als Mr. Ollivander auf das Abgebend des
Zauberstabes zu sprechen kam und auch Harry war sich nicht sicher.
•
„Wir der Stab bis Montag fertig?", fragte er daher vorsichtig.
Mr.
Ollivander schien kurz zu überlegen, doch dann antwortete er:
•
„Bis Montag Mittag solle ich mit dem Stab soweit sein, dass sie ihn
abholen können."
Nachdem das geklärt war, gingen sie in ein Hinterzimmer, wo Harry die notwendige Prozedur durchführte und kurz darauf verabschieden sich Harry und Mad Eye von Mr. Ollivander. Die Beiden verließen das Geschäft und gingen einige Schritte ziellos durch die Winkelgasse.
• „Und du bist sicher, dass es eine gute Idee war, deine Zauberstab aus der Hand zu geben. Es kann jederzeit einen neuen Angriff geben!"
Harry
blickte zu Mad Eye,
• „Das würde ich nicht unbedingt
sagen aber es ist nötig. Apparieren kann ich im Notfall auch
ohne den Stab."
• „Wahrscheinlich hast du Recht, wir sollten uns aber langsam auf den Weg in den Grimmauld Place machen. Bis ich mit Arthur geredet habe, wird das wohl erst mal dein neues Zuhause sein. Aber du bist ja nicht allein und hast einen Gast im Haus."
• „Fili, stimmt, die habe ich ganz vergessen. Ist sie allein im Grimmauld Place?"
• „Nein, keine Sorge. Tonks ist dort geblieben und die Beiden wissen wahrscheinlich noch nicht einmal was von den Ereignissen!"
Harry
war stehen geblieben und dachte nach.
• „Du Moody, ich würde
gern noch etwas erledigen. Ich habe wegen der ganzen Ereignisse noch
nicht einmal nachgesehen, was mir Professor Dumbledore mir
hinterlassen hat. Können wir uns nicht halb Neun im Grimmauld
Place treffen?"
Man
konnte es Alastor Moody förmlich ansehen, dass ihm die Idee
nicht gefiel.
• „Ich halte es für keine gute Idee, doch
ich kann dich auch verstehen. Wenn du mir versicherst, dass du an
einem sicheren Ort bist und nichts unüberlegtes machst, bin ich
einverstanden."
Überrascht
schaute Harry den Mann an, er hatte nicht mit einer Zustimmung
gerechnet.
• „Ich verspreche ich passe auf und versichere dir,
dass der Ort so sicher wie der Grimmauld Place selber ist." Dann
verabschiedete er sich und apparierte in das kleine Kaminzimmer im
Grimmauld Place.
Wie schon bei den letzten Besuchen, entzündete sich in dem Augenblick, als Harry den Raum betrat und auch ein gemütliches Licht erhellte das Zimmer. Harry's machte es sich am Kamin bequem. Der Rucksack lag noch immer in einem Sessel und Harry zog ihn zu sich heran. Als er ihn öffnete fielen ihm zunächst die Sachen von Fili ins Auge und es war ihm fast peinlich zwischen den Frauensachen nach dem Kästchen von Professor Dumbledore zu kramen. Als Harry den Kasten schließlich herausgeholt hatte, schwebte Sir Francis herein.
• „Hallo Harry, schön dich wieder zu sehen. Fehlt dir etwas, du siehst ziemlich müde aus."
Als ihm Harry von den Ereignissen erzählte, war auch dem alten Hausgeist die Bestürzung anzusehen.
• „Werden sich deine Freunde keine Sorgen machen, wenn du einfach verschwindest."
• „Ich brauche ein wenig Zeit für mich um auf andere Gedanken zu kommen und das habe ich Mad Eye auch gesagt und er hat zugestimmt. Meine Freunde kennen mich gut genug, um sich nicht zuviel Sorgen zu machen."
• „Wie wäre es, wenn ich dir den Rest des Hauses zeige, vielleicht bringt dich das auf andere Gedanken."
• „Das klingt wirklich gut", erwiderte Harry und stellte die Schachtel mit den Hinterlassenschaften auf den kleinen Tisch. Dann stand er auf und folgte dem Hausgeist, der ihn diesmal nach oben führte.
In
der zweiten Etage erklärte Sir Francis:
• „Das meiste auf
dieser Etage ist bereits zugänglich. Du kennst bereits die
Bibliothek und das Schlafzimmer von Sirius Mutter. Des weiteren gibt
es noch ein weiteres Privatzimmer der Familie Black neben dem
Schlafzimmer und zwei geheime Zimmer die an die Bibliothek grenzen.
Da gibt es aber nicht viel zu sehen."
Sie
stiegen eine weitere Etage höher und Sir Francis schwebte zu
einer Tür. Als sie durch diese Tür traten, verschlug es
Harry die Sprache. Auch dieser Raum war seit Jahren nicht mehr
betreten worden. Es gab überraschender Weise nicht so voll Staub
und Schmutz und so war die alte Pracht noch vorhanden. Es war ein
riesiger Saal in dem von allen Seiten durch Fenster und Türen
Licht herein fiel. Der Boden bestand aus hellem polierten Marmor
genau wie die vielen Säulen, die aber in ihrem braunen Farbton
wie große Baumstämme wirkten. Auf den glatten Säulen
waren Ornamente von Zweigen, Blättern und Blüten
eingearbeitet und von den Kapitellen gingen Bögen in Form von
dicken Ästen auseinander, welche die Decke trugen. Alles war so
angelegt, dass man das Gefühl hatte in einem verwunschenen Wald
zu stehen.
Obwohl dieser Teil des Hauses viel sauberer war, hatte
die Zeit aber auch hier ihre Spuren hinterlassen. Einige Reparaturen
und neue Farbe würden sich auch hier gut machen.
Harry stand immer noch fassungslos direkt hinter dem geheimen Eingang und konnte sich von dem Anblick kaum losreisen.
• „Ich hatte dir ja gesagt, warte bis du den Rest des Hauses siehst. Schau dich ruhig um und falls du dich wunderst, ja die beiden Hauselfen haben den Raum die letzten Jahre sauber gehalten."
Langsam schlenderte Harry durch den großen Saal. Durch die Fenster konnte er sehen, dass es außen eine große Terrasse gab. Die Wände des Saals waren vor langer Zeit sicher einmal weiß gewesen und es gab eine Vielzahl riesiger Spiegel, wodurch der Raum noch größer wirkte. Als Harry eine breite Treppe sah, die nach unter führte, schaute er sich verwundert zu Sir Francis um.
• „Ganz recht, das ist der eigentliche Eingang zum Ballsaal, doch auch dieser wurde versteckt und ist seit Jahrzehnten unbenutzt."
Genau auf der gegenüberliegenden Seite des Eingangs führten zwei große Flügeltüren nach draußen. Als Harry die Tür erreichte, schwangen die beiden Flügel von selbst auf und warme Abendluft strömte in den Saal. Der Außenbereich schien den Elfen nicht zugänglich zu sein, denn der Zustand der Terrasse war einfach nur erbärmlich. Von der Fassade bröckelte der Putz und das steinerne Geländer war stellenweise nicht mehr vorhanden. Auf dem Geländer und dem Dach saßen oder standen die unterschiedlichsten Figuren, die zu bedauern waren. Ihnen hatten die vergangenen Jahre wohl am heftigsten zugesetzt. Einige fehlten Gliedmaßen, andere hatten Löcher und eine kleine Gruppe geflügelter Knaben sahen inzwischen aus wie kleine Neger. Harry tat es weh, wenn er eine solche Pracht in einem so trostlosen Zustand sah. Am liebsten hätte er sofort Hand angelegt, doch es wäre wohl sogar über seine Kräfte gegangen, diese Schäden auf die Schnelle zu beheben. Stattdessen ging er weiter und nährte sich der baufälligen Balustrade.
Es war jetzt das zweite Mal, dass Harry nicht glauben wollte was er jetzt sah. Einige Meter neben ihm führte eine Wendeltreppe in einen großen Garten. Das Haus hatte tatsächlich einen Garten und dieser musste vor Jahren prächtig gewesen sein. Jetzt war davon kaum noch etwas zu erkennen. Auf der einen Seite hatten Rosen die angrenzende Mauer völlig überwuchert doch gleichzeitig verbreiteten die wilden Rosenblüten einen betörenden Duft, der bis nach oben stieg.
Der Garten war in drei Terrassen angelegt und vom Haus zog sich ei Wasserlauf bis auf die unterste Terrasse, wo er in einen kleinen Teich mündete. Wasser floss hier aber schon geraume zeit nicht mehr, wenn man von dem anfallenden Regenwasser absah. An einigen Stellen gab es noch ein paar gelbgrüne Pfützen und auch der Teich war mit einer grünen Brühe angefüllt. Harry war neugierig und stieg die lange Wendeltreppe nach unten.
Die
Treppe endete auf einem kleine Podest genau neben einem großen
Bassin, angefüllt mit stinkendem schwarzgrünem Schlamm. Man
konnte nur vermuten, dass vor Jahren von hier Wasser in den Garten
geflossen war. Auch die Gruppe Nymphen, die neben dem Becken
versammelt war, scheinen der alten Zeit nachzutrauern.
Harry
folgte dem Weg in den Garten und schaute sich um. Als er sich das
Haus der Blacks von dieser Seite ansah, hätte er nie geglaubt,
dass es in einer Londoner Straße zu finden war. Doch zunächst
stach der Zustand ins Auge, das Haus hatte auch schon bessere Zeiten
erlebt. Von der Fassade war der Putz abgefallen und von den reichen
Verzierungen war kaum noch etwas erhalten. Die vielen Figuren, die
auf den Zinnen, Absätzen und Mauervorsprüngen verteilt
waren, schienen alle traurig in den Garten zu schauen und Harry
fühlte sich plötzlich ziemlich beobachtet. Dann fiel sein
Blick auf einen kleinen Turm, der das große Gebäude noch
um einige Meter überragte.
Sir Francis war stillschweigend hinter Harry hergeschwebt und hatte dem Jungen Zeit gelassen, sich alles anzusehen. Jetzt, da Harry stehen geblieben war, kam er wieder näher.
• „Was ist das für ein Turm?", fragte Harry den Hausgeist. „Ich hatte nicht erwartet, dass es noch höher gehen könnte."
• „Oh, der Herrenturm, den hatte ich schon fast vergessen. Es muss Jahre her sein, dass ich das letzte Mal dort gewesen bin."
Harry
blickte abwesend in Richtung Haus. Sir Francis war sich nicht sicher,
ob Harry überhaupt zugehört hatte, daher fragte er:
•
„Harry, alles in Ordnung?"
Dieser
schreckte auf,
• „Ja schon, ich habe mir nur gerade
vorgestellt, wie es hier einmal ausgesehen haben kann. Wir müssen
unbedingt etwas unternehmen, am liebsten würde ich gleich
anfangen, doch nachdem was heute schon passiert ist, fühle ich
mich doch ein wenig ausgelaugt. Aber können wir noch einen Blick
in den Turm werfen?"
• „Du bist der Herr des Hauses, du kannst sehen was immer du möchtest."
Als
sie die Treppe hinauf stiegen, schien Sir Francis plötzlich zu
lächeln und dann sagte er,
• „ich glaube du wirst in
nächster Zeit hier eine Menge neuer Freunde finden."
Harry
schaute neugierig zu dem Hausgeist.
• „Wie meinst du das?"
• „Lass dich einfach überraschen.", erwiderter dieser nur geheimnisvoll und Harry folgte ihm zurück durch den Saal in das Geheimzimmer. Von hier führte eine weitere versteckte Treppe nach oben und über diese erreichten sie das Turmzimmer.
Das kleine Turmzimmer erwies sich als Sammelsurium für die unterschiedlichsten Dinge. Es gab Vitrinen mit seltsamen Gegenständen und einige Reale mit sehr alten Büchern. An der einen Seite des Raumes gab es einen kleine Kamin vor dem ein Schreibtisch und einigen Sesseln.
• „Weißt du Harry, hierhin hat sich der letzte Hausherr oft zurückgezogen um nachzudenken oder irgendwelche besonderen Dinge zu erforschen. Es gibt daher auch sehr unterschiedliche Gegenstände hier und manche von ihnen sind auch nicht ungefährlich."
Harry war vor einem schmalen Sims stehen geblieben auf dem eine strahlend weiße Schatulle stand. Auf dem Deckel war ein dunkler Phönix abgebildet und eigenwillige Schriftzeichen waren zu sehen. Als er die Schatulle in die Hand nahm, glaubte Harry ein leichtes Vibrieren zu spüren, doch es gelang ihm nicht, den Deckel zu öffnen.
• „Die Schachtel hat den letzten Hausherrn ebenfalls sehr beschäftigt, doch es gelang auch ihm nicht, sie zu öffnen.", erklärte Sir Francis.
Harry hatte die Schatulle zurückgestellt und war zur nächsten Vitrine gegangen. Gebannt blickte er auf einen Gegenstand, der ihm seltsam bekannt vorkam.
Unter
einem Tuch ragte ein heller Griff hervor und als Harry das Tuch
beiseite zog kam ein seltsamer Stab zum Vorschein. Der Größe
nach erinnerte er an eine Zauberstab aber das war auch schon alles,
denn er bestand überhaupt nicht aus Holz. Der vordere Teil hatte
einen dunkelgrünen, transparenten Kern der von weißen und
schwarzen, verzweigten Bändern eingerahmt als wären sie
darum gewachsen. Diese Zweige waren am mit grünen,
durchscheinenden Blättern bedeckt und einige trugen orange
Blüten.
Der helle elfenbeinfarbige Griff wurde von zwei
Schlangen umwunden, deren Köpfe sich am oberen Ende des Griffes
trafen. Die Augen der weißen Schlange waren zwei kleine grüne
Steine und die der Schwarzen waren rote.
Sir
Francis hatte inzwischen bemerkt, was Harry so fasziniert
betrachtete.
• „Harry, nicht anfassen!", konnte er noch
hervorstoßen, doch es war bereits zu spät.
In der Zwischenzeit in der Küche des Grimmauld Place
Tonks war den ganzen Tag im Haus geblieben und hatte tatsächlich von den aktuellen Ereignissen nichts mitbekommen. Jetzt saß sie am Küchentisch bei einer Tasse Tee und dachte nach. Fili war am Nachmittag aufgewacht und sie hatten sich ein wenig unterhalten.
Rückblick auf den frühen Nachmittag
Filipulla Tesla hatte wirklich den ganzen Tag tief und fest geschlafen und Tonks, die es sich nicht nehmen ließ, in der Nähe ihrer Freundin zu bleiben, begann sich langsam Sorgen zu machen. Sie wollte vermeiden, dass es für Fili ein zu großer Schreck werden würde, wenn sie in einer fremden Umgebung aufwachte. Doch Fili wurde genau in dem Moment munter, in dem Tonks in die Küche gegangen war, um frischen Tee zu kochen.
Fili
hatte schlecht geträumt, doch wie immer konnte sie sich nach dem
Aufwachen an nicht mehr erinnern. Jetzt schaute sie sich verwundert
um. Es erinnerte beim besten Willen nichts mehr an ein
Krankenhauszimmer. Sie lag in einem kleinen Zimmer mit alten
Schränken und zwei großen Betten. Über dem anderen
Bett hing eine ganze Reihe Bilder mit Quidditchspielern
und an der Tür prangte ein Poster von Viktor Krumm.
Auf dem
Nachtisch neben ihrem Bett lag ein Stapel Bücher. Als sie das
oberste Buch vom Stapel nahm, stellte es sich als Schulbuch der
vierten Klasse heraus. Aus dem Buch ragten eine Vielzahl von
Lesezeichen und bunten Markierungszetteln. Sie schlug das Buch auf
und auf dem Einband stand fein säuberlich ‚Hermine Granger,
Gryffindor'. Seltsam, dachte sie aber diesen Namen habe ich schon
mal irgendwo gehört.
Bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, wurde leise die Zimmertür geöffnet und Tonks kam herein.
• „Oh Mann bin ich froh dich zu sehen. Was ist denn nun schon wieder geschehen und wo bin ich hier."
• „Nun das ist eine lange Geschichte und die Details kenne ich auch noch nicht. Jedenfalls haben wir herausgefunden, dass du entführt werden solltest doch du wurdest im letzten Augenblick in Sicherheit gebracht."
• „Ich sollte entführt werden, wer sollte mich denn entführen und wer hat mich hierher gebracht."
• „Sagen wir mal so, du hast wohl einen persönlichen Beschützer.", und dabei grinste Tonks ihre Freundin an.
• „Tonks, du weist ich mag das nicht, wenn du mich so veralberst, wer soll mein Beschützer sein?"
Tonks
lachte,
• „Du stellst dich aber manchmal auch an, wen werde
ich wohl meinen?"
Fili's
Gesicht bekam einen auffälligen rosa Teint,
• „Du meinst
nicht etwa Harry?"
• „Wem denn sonst, was ist das bloß mit euch Beiden?"
• „Wie meinst du das?"
• „Du fast sonst eigentlich nicht so schnell Vertrauen zu Jemandem aber mit Harry kommst du sofort klar. Im Krankenhaus war er sogar dein Vertrauter."
• „Das hab ich dir doch schon gesagt, schau ihm in die grünen Augen und du weist du kannst ihm vertrauen."
• „Mir machen diese Augen neuerdings manchmal fast Angst. Doch auch ich vertraue Harry, vielleicht kommt er ja heute nochmal hier vorbei, z.B. einen Krankenbesuch machen.", und dabei schenkte sie ihrer Freundin ein Schmunzeln wofür sie von Fili ein Kissen an den Kopf bekam. „Wenn du schon wieder so fit bist, dann werde ich mal sehen, ob ich in der Küche etwas Eßbares für dich finde und später können wir dir vielleicht auch noch das Haus zeigen. Doch dafür müssen wir erst mal noch was zum Anziehen für dich besorgen. Deine Sachen hat wahrscheinlich immer noch Harry."
Wieder war eine rötliche Verfärbung ihres Gesichtes zu sehen und mehr als ein „Oh" wusste sie im Moment nicht darauf zu antworten.
Tonks wollte es dann aber doch nicht übertreiben und verschwand aus dem Zimmer um etwas Essbares zu besorgen.
Rückblick Ende
Tonks war froh, dass Fili noch nicht zu viele Fragen gestellt hatte. Sie wusste nicht, was man ihr alles erzählen durfte, darüber hatten sie sich mit Mad Eye noch nicht verständigt. Fili war glücklicherweise noch so müde, dass sie nach einigen Happen Essen sofort wieder eingeschlafen war.
Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen als die laute Glocke der Eingangstür erschallte und Remus und Mad Eye auftauchten. Die Beiden wirkten ziemlich mitgenommen und Remus trug noch immer den zerrissenen Umhang mit den Kampfspuren.
• „Wie seht ihr denn aus?", stieß Tonks erschrocken hervor.
• „Nun, das wird eine längere Geschichte, vielleicht können wir das in Ruhe beim Abendessen machen, wenn Harry auch dabei ist.", erwiderte Moody.
• „Harry kommt noch hierher?", wunderte sich Tonks.
• „Der Ligusterweg wurde überfallen und es gab heftige Kämpfe.", versuchte Remus zu erklären.
• „Ist mit Harry etwas passiert, geht es ihm gut." Tonks konnte vor Aufregung nicht mehr sitzen.
• „Ihm ist nichts passiert und er musste noch etwas erledigen. Lass uns erst mal Luft holen." Mad Eye versuchte Tonks zu beruhigen, was aber nicht so richtig gelingen wollte.
Zurück bei Harry
Als Harry den Griff des Stabes in der Hand hielt, spürte er eine seltsame Bewegung in seiner Handfläche und dann konnte er auch sehen, dass die kleinen Schlangen begonnen hatten, sich zu bewegen. Die beiden Köpfe drehten sich zu Harry und nach dem zunächst nur ein leises Zischen zu hören war, leuchten die Augen beider Schlangen kurz auf und eine leise Stimme konnte Harry hören, „Akzeptiert!"
Genau in diesem Augenblick begann das Innere des Stabes zu leuchten.
Sir Francis hatte gebannt auf das Geschehen gestarrte ohne eine Möglichkeit zu haben etwas zu unternehmen. Als der Stab zu leuchten begann, war er herangeschwebt und auch Sniff hielt es nicht länger aus. Er war an Harry's Arm wieder sichtbar geworden und der Hausgeist wusste nicht wohin er zuerst blicken sollte, auf den noch glimmenden Stab oder die goldene Schlange an Harry's Arm.
• „Es ist ungewöhnlich, bisher wurde Jeder, der den Stab in die Hand nahm von den Schlangen gebissen und eine ganze Reihe sind daran auch gestorben," erklärte Sir Francis und schaute noch immer staunend auf Harry.
Da
meldete sich überraschend Sniff:
• „Ich kenne den Stab!"
• „Du kennst ihn, wie kann das sein?"
• „Das ist ganze einfach, der Stab ist der Stab der Mächte und stammt aus meiner Heimat. Der Mann mit dem ich hierher kam hat den Stab wahrscheinlich mitgebracht."
Sir
Francis, der sich ein wenig verunsichert fühlte, seit er die
Schlange an Harry's Arm entdeckt hatte und der dann auch noch
begonnen hatte sich auf Parsel mit Sniff zu unterhalten, fragte:
•
„Wo kommt denn plötzlich diese Schlagen her und wieso kannst
du Parsel sprechen?"
Harry unterbrauch sein Gespräch mit Sniff, „Oh entschuldige bitte, das ist Sniff. Sniff kommt aus einer fremden Welt und erzählte mir gerade, dass auch der Stab von dort stammen würde. Und das Parsel ist sozusagen ein Geschenk von Lord Voldemort auch wenn nicht beabsichtigt."
Dann fiel Harry auch ein, woran ihn der Stab erinnert hatte. Er zog den Dolch, welchen er wie immer unter seinem Shirt trug, hervor und tatsächlich war eine gewisse Ähnlichkeit unverkennbar. Das Material der Griffe und die Kristallkerne schienen aus dem gleichen Material zu bestehen und auch die seltsamen Schriftzeichen ähnelten einander.
Besonders
Sniff blickte neugierig auf den Dolch,
• „Du hast nie erzählt,
dass du so etwas besitzt. Der Dolch stammt sicher auch aus meiner
Heimat."
Harry musste sich eingestehen, dass er selbst nicht mehr an den Dolch gedacht hatte. Es war in den letzten Tagen immer wie ein Reflex gewesen, wenn er sich den Dolch umgehängt hatte.
Sir
Francis hatte inzwischen den Dolch auch genauer betrachtet.
•
„Eine wunderschöne Arbeit und er hat tatsächlich
Ähnlichkeit mit dem Stab."
Harry
blickte auf,
• „Über den Dolch weis ich leider auch nicht
sehr viel. Ich habe den Dolch an dem Tag geschenkt bekommen, an dem
ich auch Sniff getroffen habe. Mr. Filius, der mir den Dolch
geschenkt hat, wusste nur, dass er wahrscheinlich heilende Kräfte
entwickelt."
Harry hatte den Dolch seit damals bei Mr. Filius nicht wieder in die Hand genommen. Jetzt zog er ihn aus der Scheide und spürte sogleich wieder das angenehme Gefühl, das seinen Körper durchströmte. Der Kristall hatte ebenfalls wieder zu leuchten begonnen und diesmal konnte Harry auch sehen, dass die feinen Linien, die den Griff durchzogen auch leuchteten.
Sniff
hatte genau beobachtet, was soeben geschehen war und sagte:
•
„Was ich gerade sehen konnte, bestätigt nur, was ich schon
seit einiger Zeit vermute. Wir haben darüber schon mal
gesprochen, weist du noch Harry?"
• „Du meinst dem Abend, als wir über elementare Magie sprachen und du etwas vermutet hast, was du dann aber nicht mehr erklären konntest."
• „Genau das meine ich. Ich habe damals schon vermutet, dass du vielleicht in der Lage seien könntest, elementare Magie anzuwenden. Die Fähigkeit, Gegenstände aus meiner Heimat zu aktivieren und zu nutzen beweist das, denn dafür ist elementare Magie eine Voraussetzung."
• „Und was bedeutet das jetzt für mich?"
• „Nun
das ist schwer zu sagen. Wir müssen nach und nach herausfinden,
welche Elemente dir besonders liegen. Es sollte dir aber eigentlich
mit ein wenig Übung möglich sein, dich auf die gleiche
Weise unsichtbar zu machen wie ich mich und das auch ohne deinen
Zauberstab.
Der Stab der Mächte ist auch so etwas wie ein
Zauberstab. Ich weis allerdings nicht, ob du deine Zauber damit
ausüben kannst, doch du solltest es auf alle Fälle
versuchen."
Harry staunte immer mehr. Da musste er heute seinen Zauberstab abgeben und das Schicksal spielte ihm einen neuen Stab in die Hände. Er war neugierig, ob er damit auch Zaubern konnte.
>Lumos und der Kristall des Stabes erhellte den ganzen Raum in einem grünen Licht. Harry zielte auf den Kamin >Stupor und ein grüner Strahl schlug in das Kaminfeuer ein.
• „Ein wenig ungewöhnlich sehen die Zauber schon aus aber ich kann den Stab doch zumindest benutzen."
Ein leises Glockenspiel unterbrach die Übung, dann schlug die Wanduhr acht Mal.
• „So spät schon, lasst uns zurückgehen, ich möchte noch etwas ansehen und habe versprochen halb Neun zurück zu sein."
Einige Minuten später erreichten sie das kleine Kaminzimmer, wo die Schachtel immer noch unberührt auf dem kleinen Tisch stand. Harry setzte sich in einen der Sessel und öffnete die Schachtel. Oben auf lag ein Brief, der mit Dumbledores Siegel versehen war. Harry nahm den Brief und begann zu lesen.
Lieber Harry,
ich
werde in den nächsten Tagen mit dir zusammen auf die Suche nach
dem dritten Horkrux aufbrechen. Wenn du diesen Brief jetzt liest, ist
es nicht so verlaufen wie ich es geplant hatte. Ja ich muss sagen,
dass eine ganze Reihe von Dingen anders verlaufen sind. Es tut mir
Leid, dass es so viele Dinge gibt, die du erfahren musst und die ich
dir viel lieber persönlich gesagt hätte. Da ich aber nun
nicht mehr diese Möglichkeit habe versuche ich wenigstens einen
Teil davon, dir an dieser Stelle mit auf den Weg zu geben.
Du
wirst in der Schachtel verschiedene Dinge finden und ich möchte
dich an dieser Stelle bitten, dir zunächst alles allein in Ruhe
anzusehen. Das soll nicht bedeuten, dass du niemanden sagen darfst,
was du erhalten hast, denn das ist deine Entscheidung und besonders
deine Freunde halte ich persönlich für unbedingt
vertrauenswürdig. Doch für alles gibt es einen passenden
Zeitpunkt. Du wirst in der Schachtel auch etwas finden, was ich
selbst nie benutzen konnte und das Wichtigste ist eine kleine Schale.
Diese sieht zwar auf den ersten Blick nicht so aus aber es handelt
sich dabei um ein Denkarium. Gleichzeitig findest du einige
Fläschchen mit Gedanken und Erklärungen, die ich dir mit
auf den Weg geben möchte. Ich will deshalb an dieser Stelle auch
gar nicht länger lange Reden schreiben, Harry, wenn du denkst es
wäre ein passender Zeitpunkt, nimm dir das blaue Fläschchen,
gieß den Gedanken in das Denkarium und den Rest kennst du ja.
Wir sehen uns bald, Dein Freund Albus Dumbledore
Harry war verblüfft, so etwas Wertvolles wie ein Denkarium hatte er nicht erwartet, doch gleichzeitig freute es ihn, dass Prof. Dumbledore für ihn persönliche Gedanken hinterlassen hatte. Er blickte auf die alte Wanduhr, es war kurz vor halb neun, das Ansehen der Sachen musste warten und an Sniff gewandt:
• „Ich würde gern probieren, ob ich es schaffe mich unsichtbar zu machen, kannst du mir sagen, was ich dafür tun muss?"
• „Jetzt? Na gut, eigentlich ist es einfach, du musst dich nur auf das unsichtbar werden konzentrieren. Wenn du über ein genügend hohes Potential besitzt und dich genug konzentrierst, sollte es funktionieren."
Harry schloss die Augen und ein wenig später hatte er wieder das Gefühl, welches er bei seinen Übungen hatte und von Sir Francis kam ein beeindrucktes, „Nicht schlecht!"
Harry
öffnete die Augen und schaute sich um, es schien sich nichts
geändert zu haben.
• „Sniff, hat es funktioniert?"
• „Woher soll ich das wissen, ich bin noch immer an deinem Arm und somit genauso unsichtbar."
• „Francis, kannst du uns sehen?"
• „Nein Harry, keine Spur, es gab ein goldenes Flimmern und du warst verschwunden."
Harry konzentrierte sich und erschien vor Sir Francis wieder.
• „Ich finde das geht ganz einfach, da kann ich doch gleich noch mal Jemanden überraschen"
Dabei schmunzelte Harry und zwinkerte dem Hausgeist zu. Er verabschiedete sich von Sir Francis und apparierte direkt auf sein Zimmer. Sniff musste nicht auch noch den ganzen Abend an seinem Arm zu verbringen. Dieser war froh, sich wieder frei bewegen zu können und Harry machte sich wieder unsichtbar, um dann nach untern in die Küche zu schleichen.
In der Küche wurde bereits heftig diskutiert.
• „Wie konntest du ihm nur erlauben einfach so zu verschwinden.", konnte Harry die Stimme von Remus hören.
• „Wir können dem Jungen nicht ständig alles verbieten. Ihr habt selber gesehen, wie Harry sich verändert hat und ich vertraue ihm." Dabei blickte Moody kurz auf die Wanduhr, die inzwischen kurz nach Halb anzeigte.
Harry
huschte leise in die Küche und die Bewegung der Tür war
Moody's magischem Auge nicht entgangen. Der Exauror drehte sich um,
konnte aber nichts erkennen.
• „Ich hätte schwören
können, Jemand ist eben durch die Tür gekommen."
• „Du siehst wohl schon Gespenster.", doch in diesem Augenblick wurde Harry sichtbar und setzte sich wie selbstverständlich an den Küchentisch."
• „Was gibt's zum Abendessen?" und dabei grinste er die Drei an.
• „Harry muss das sein!", schimpfte Remus. „Irgendwann bekommst du mal einen Fluch an den Hals. Seit wann kannst du dich eigentlich desillusionieren und wie geht so etwas ohne Zauberstab. Moody hat erzählt, du musstest deinen abgeben."
• „Er war nicht desillusioniert.", mischte sich Moody ein. „Desillusionierte oder Zauberer, die sich unsichtbar gemacht haben, kann mein magisches Auge sehen. Also Harry, wie hast du das gemacht?"
Harry
bereute es schon, dass er es mal wieder nicht hatte lassen können
und so blieb ihm nichts Anderes übrig als ein paar Dinge zu
erklären.
• „Ich habe Jemanden kennen gelernt, der mir
viel über elementare Magie erzählt hat und wir haben
gemeinsam herausgefunden, dass ich in gewissem Maße fähig
bin, diese einzusetzen. Dieses unsichtbar machen gehört dazu."
Der
alte Exauror schaute skeptisch auf den jungen Mann.
• „Also
langsam beeindruckst du auch mich, Harry.", sagte Mad Eye. „Hast
du deine Sachen erledigen können?"
• „Einen Teil aber ich fühle mich besser.", sagte Harry. „Hat sich in der Zwischenzeit etwas ereignet und was macht Fili."
Tonks
die in der Zwischenzeit den Tisch gedeckt hatte und das ohne
irgendwelches Geschirr zu zerbrechen hatte sich jetzt wieder mit zu
den Anderen gesetzt:
• „Fili schläft wieder, sie ist
vorhin kurz munter geworden und wir haben eine wenig geredet. Sie
wird sich bestimmt freuen dich zu sehen. Was mir dabei einfällt,
hast du Fili's Sachen aus dem Krankenhaus mitgenommen?"
• „Ja hab ich und äh, die sind noch in meinem Rucksack, ich werde ihn schnell holen."
• „Das hat Zeit, Fili schläft noch. Vergiss nur nicht sie herauszulegen falls jemand einen Blick in deinen Rucksack wirft und dann auf komische Gedanken kommt."
• „Tonks! Denk an Hogsmeade."
• „Hab ich, aber du hast deinen Zauberstab nicht hier!", wobei sie ihr frechstes Lachen aufgesetzt hatte.
• „So ein zwei Zauber schaff ich vielleicht auch ohne!" entgegnete Harry und seine Augen schienen vor Begeisterung zu funkeln.
Ein
wenig verunsichert schaute Tonks zu Remus, doch der zuckte nur mit
den Schultern:
• „Halt mich da
raus, ich weis sowieso nicht, wovon ihr da gerade redet."
Plötzlich
war aus dem Hintergrund eine Stimme zu hören.
• „Ich habe
Stimmen gehört und denen bin ich hierher gefolgt. Was ist das
für ein unheimliches Haus?"
Die Vier schauten zur Tür und konnten eine verschlafene junge Frau im Bademantel stehen sehen.
• „Hallo Filipulla, wie fühlen sie sich?", fragte Mad Eye. „Sie sind in Harry's Haus und in Sicherheit. Wir wollten eben essen, wollen sie sich nicht zu uns setzen?"
Harry, Remus und Tonks schauten überrascht auf Moody, es war ungewöhnlich, dass er so schnell Jemandem vertraute. Doch sie waren froh, dass Fili jetzt darüber Bescheid wusste, wo sie untergebracht war und man sich nicht irgendwelche Dinge ausdenken musste.
Fili
war misstrauisch näher gekommen.
• „Harry's
Haus? Das versteh ich nicht."
Sie setzte sich zu den Anderen und
warte auf eine Antwort.
Mad
Eye erklärte:
• „Sie sind im Haus der Familie Black.
Sirius Black war der Pate von Harry und hat testamentarisch Harry als
Erben bestimmt. Formel kann Harry sein Erbe natürlich erst
antreten, wenn er siebzehn ist, doch vom Prinzip ist es Harry's
Haus."
• „Das habe ich verstanden aber wieso bin ich ausgerechnet hier?"
• „Für das Haus wurden besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen, wir benutzen es für den Widerstand gegen Voldemort als Hauptquartier für den Orden des Phönix."
• „Der Orden des Phönix und Harry's Haus ist das Hauptquartier? Ich glaube, dass muss ich zunächst erst einmal verdauen. Sagt nur noch, Harry ist Mitglied des Ordens."
• „Natürlich nicht, nur volljährige Zauberer dürfen Mitglied werden.", erklärte jetzt Tonks, „aber jetzt verstehst du hoffentlich, warum ich dir gegenüber manchmal so geheimnisvoll tun mußte." fügte sie sichtlich erleichtert hinzu.
• „Das erklärt einiges, aber wieso ist es hier so gruselig?"
Harry,
der bisher nur zugehört hatte, vor allem da auch er nicht wußte,
wieviel man Fili sagen durfte, erklärte jetzt:
•
„Wir haben in den Ferien vor zwei Jahren begonnen, das Haus
zu entrümpeln. Im letzten Jahr ist dann nicht mehr besonders
viel gemacht worden. Doch wenn ich jetzt öfter hier bin, sollten
wir wirklich etwas gegen den düsteren Anblick unternehmen."
• „Du bist jetzt öfter hier?", fragten beide Frauen gleichzeitig.
• „Man könnte sagen, meine Verwandten haben mich rausgeschmissen.", und an Fili gewandt, „hast du Lust, dir das Haus anzusehen."
• „Ich fühle mich immer noch total erschlagen, können wir das nicht morgen machen?"
• „Ja gern, gar kein Problem."
In
der Zwischenzeit war auch das Essen fertig und am Tisch kehrte
zunächst Ruhe ein. Nach dem Essen brachte Tonks, die noch immer
erschöpfte Fili zurück auf ihr Zimmer und nachdem das
erledigt war, fragte sie:
•
„Nun erzählt mir doch endlich mal, was heute passiert
ist!"
Die drei Anderen schilderten abwechselnd die Geschehnisse des Nachmittags und Tonks konnte kaum glauben, was sie zu hören bekam.
• „Und das erzählt ihr mir so nebenbei, nachdem ihr zunächst in aller Ruhe Abendbrot gegessen habt. Ist ja kein Wunder das Remus sich vorhin aufgeregt hat, dass Harry sich nach so einem Tag irgendwo herum treibt."
Mad
Eye versuchte Tonks zu beruhigen:
•
„Die Sache ist zunächst einmal überstanden, auch
wenn wir noch nicht den Grund der plötzlichen Aktivität
kennen. Auch die Schäden halten sich in Grenzen und zum Glück
gab es keine Toten. Ich treffe mich jetzt gleich mit Arthur im
Fuchsbau, es gibt noch einiges zu bereden. Darüber gebe ich euch
morgen Bescheid."
Damit verabschiedete er sich von den Anderen und verschwand in Richtung Haustür.
Tonks
jedoch war immer noch aufgeregt,
•
„ich sitze den ganzen Tag hier herum, während draußen
gekämpft wird."
• „Ich weis überhaupt nicht, warum du dich beschwerst. Mal abgesehen davon, dass es wichtig war, Filipulla hier nicht allein zu lassen, war die Hälfte des Angriffs eine große Show.", beschwichtige Remus.
Harry
begann die ganze Diskusion langsam zu stören, außerdem
waren ihm schon zweimal die Augen fast zugefallen.
•
„Also ihr Beiden, hört blos auf zu streiten. Ich gehe
jedenfalls jetzt ins Bett, es war glaube ich genug für einen
Tag."
Remus
blickte schuldbewusst auf:
• „Tut mir leid, ich mach dann noch
mal los, wir sehen uns morgen beim Frühstück. Gute Nacht,
Harry."
• „Remus, warte ich komme mit.", erklärte Tonks. „Ich denke ihr beiden kommt alleine durch die Nacht, bis morgen."
So kehrte schlagartig Ruhe im Haus ein. Harry räumte noch den Tisch ab, bevor er auf sein Zimmer ging. Es war ein seltsames Gefühl, bisher waren immer seine Freunde mit im Grimmauld Platz gewesen und doch fühlte er sich nie richtig wohl. Heute, wo er abgesehen von Fili, allein im Haus war, fühlte er sich zu Hause.
Harry lag auf seinem Bett und obwohl ihm vor einigen Minuten noch die Augen zugefallen waren, streiften jetzt seine Gedanken durch den vergangen Tag. Voldemort würde sicher nicht begeistert sein. Harry vermutete, es würde eine kurze Nacht werden und versuchte seinen Geist zu leeren, was aber auf Grund der Aufregung in den letzten Stunden kaum möglich schien.
Dennoch dauerte es nicht lagen, bis Harry eingeschlafen war.
Wieder stand er auf dem bereits bekanten Potest und schaute auf eine große Gruppe Totesser, von denen sich einige unter Schmerzen am Boden wälzten. Dann hörte er auch die bekannte Stimme.
- „Es ist nicht zu glauben, von wie viel Inkompetenz ich umgeben bin. Man plant, organisiert und dann endet es damit das Zwölf unserer Anhänger verhaftet wurden, drei weitere sogar sterben mussten und wofür."
Harry hatte das Gefühl genug gehört zu haben und tatsächlich schien er sich vom Geschehen zu entfernen und wachte einen Augenblick später auf. War ja nicht anders zu erwarten, und gleichzeitig spürte Harry eine gewisse Genugtuung. Plötzlich war ein leises Wimmern zu hören und im gleichen Moment glitt die kleine goldene Schlange durch die angelehnte Tür ins Zimmer.
• „Nun Sniff, warst du auf Erkundung?"
• „Ich habe Sir Francis getroffen und er hat mir ein paar Geschichten erzählt. Zu schade, dass er mich nicht verstehen kann. Doch du solltest vielleicht nach deinem Gast sehen, ich glaube sie weint."
Harry stand auf und schlich auf den Flur. Tatsächlich war aus dem Mädchenzimmer ein leises Schluchzen zu hören. Vorsichtig klopfte Harry an die Tür.
• „JA", kam es nach einige Sekunden aus dem Zimmer und Harry öffnete langsam die Tür und blickte ins Zimmer.
• „Ist mit dir alles in Ordnung?", doch als er genauer hinsah, konnte Harry sehen, dass Fili verschwitz und angezogen Beinen auf dem Bett hockte und ins Leere starrte.
Harry
lief nach unten in die Küche und kam mit einer dampfenden Tasse
Tee zurück, welche Fili mit zittriger Hand entgegen nahm und
einen großen Schluck trank. Harry blickte in das blasse Gesicht
mit schweißnassen Haaren, etwas was er selber nur zu gut
kannte.
• „Es war ein Alptraum, hab ich Recht? Du
kannst mir glauben, mit so etwas kenne ich mich inzwischen aus."
• „Mir erschien alles so real und ich hatte solche Angst."
Da
Fili immer noch zitternd auf ihrem Bett saß, hatte Harry sich
neben sie gesetzt und den Arm um sie gelegt. Wie schon im Krankenhaus
beruhigte sich Fili ein wenig und begann zu erzählen:
•
„Ich war im Ministerium mit einigen Akten unterwegs, als mir zwei
Männer auffielen, die mit der Einrichtung unserer neuen
Wechselsprechanlage betraut waren. Es war reiner Zufall, dass ich
unbemerkt in ihre Nähe gelangt war und jetzt so dicht bei ihnen
stand um einige Sätze aufzuschnappen.
Seine Lordschaft wird
mit uns zufrieden sein. Es wird wohl keiner auf diese Idee kommen.
Selbst wenn sie nach einem Spion suchen und das ganze Ministerium auf
den Kopf stellen, werden sie niemanden finden können.
Der
angesprochene drehte sich um und er entdeckte mich. Bevor ich
irgendetwas machen konnte, hatte er bereits seinen Zauberstab gezogen
und dann erinnere ich mich erst wieder, dass ich auf dem Fußboden
in einem kalten Keller munter werde.
Ich
rapple mich auf und sehe, dass vor mir vier Männer stehen und
miteinander reden. Derjenige, welcher mit dem Rücken zu mir
steht ist wütend und schreit die anderen an:
Muss man den
alles selber machen. In letzter Zeit funktioniert nichts mehr ohne
irgendwelche Zwischenfälle.
Da deutet einer der drei anderen auf mich und der vermutliche Anführer dreht sich um. Ich habe noch nie so etwas schreckliches gesehen. ..."
Fili
hatte wieder begonnen am ganzen Körper zu zittern. Harry wusste
nur zu gut, vom wem sie sprach und genauso kannte er das Gefühl,
was der Anblick von Voldemort bei ihm auslöste. Er drückte
Fili's Hand und flüsterte:
• „Keine Angst, du bist
nicht allein. Hier wird dir nichts passieren."
Dankbar
für die Nähe, rutschte Fili noch ein wenig dichter an Harry
und erzählte weiter:
• „Ich kann zwar das Gesicht nicht
richtig sehen, aber mich starrten zwei grauenvolle rote Augen unter
der Kapuze an. Dann spüre ich einen unvorstellbaren Schmerz ..."
Wieder
hatte Fili kurz aufgehört zu erzählen, doch schließlich
holte sie tief Luft:
• „... ich weis nicht mehr wie lange der
Schmerz anhält, es erscheint mir wie eine Ewigkeit bis mir
wieder schwarz vor Augen wird. Als ich dann die Augen aufmache warst
du hier."
Sie drehte ihr Gesicht zu Harry und schaut ihm in die Augen. Harry empfand in diesem Augenblick ein unglaubliches Mitgefühl für diese junge Frau und dieser Schmerz, den der feuchte Glanz in ihren hellbraunen widerspiegelte, riefen auch bei Harry eine gewisse Beklommenheit hervor.
• „Weist du, ich glaube, dass das was du geträumt hast, wirklich geschehen ist. Das würde auch erklären, warum du entführt werden solltest. Wir müssen unbedingt morgen mit Tonks und Remus darüber reden."
Fili schaute immer noch einfach in Harry's Augen. Diese Augen strahlten im Moment so viel Kraft und Ruhe aus, das es ihr ein Gefühl der Sicherheit gab. In diesem Augenblick wollte sie auf keinen Fall allein sein und war unendlich froh, dass Harry in ihre Nähe war.
Fili und Harry unterhielten sich noch bis in den frühen Morgen doch irgendwann waren beide eingeschlafen. Harry immer noch halb sitzend auf Fili's Bett und sie in seinen Armen.
