Epilog – Es geht noch besser...

Die Tigerin rannte los als sie uns sah, vergeblich. Rosalie und ich gruben unsere Zähne von links und rechts in ihre Kehle. Und mit ihrem Blut beendeten wir unsere Jagd. Wir waren endlich wieder satt. Vor einem Jahr waren wir nach Moskau gezogen und Rosalie und ich hatten übers Wochenende einen kleinen Jagdausflug nach Sibirien gemacht. Ich machte in letzter Zeit viel mit Rose. Wir hatten die gleichen Vorlieben und das verband uns miteinander. Wir liebten beide die Geschwindigkeit, edle Pferde und teilten mittlerweile sogar schon unsere kulinarischen Vorlieben. Königliche und wilde Tiere mit Feuer, so wie Raubkatzen, Pferde oder Delfine. Wobei die beiden letzteren nie auf unserem Speiseplan standen.

„Komm Bella. Ich will nach Hause." Ja das wollte ich auch. Es war schon krass wie es mich nach zwei Tagen schon wieder zu Edward zog. Wie hatte ich es nur vierzehn Jahre ohne ihn überlebt?

Wir fuhren in einem Track durch die Pampa zum nächsten kleinen Flughafen und gingen zum Schalter.

„Bitte machen sie unser Flugzeug startklar." Sagte ich zu der Dame am Tresen die, die teuren Kunden in empfang nahm. Ja den Luxus mit dem Privatflugzeug hatten wir uns immer nach nicht abgewöhnt.

„Ihr Name bitte?" fragte sie mit einem unsicheren Lächeln.

„Cullen." Antwortete ich. Ich genoss es nach so vielen Jahren immer noch diesen Namen als meinen zu nennen. Dann setzte ich mich zu Rose.

Als wir in Moskau wieder landeten waren wir kaum die Gangway herunter als Edward mir von hinten die Augen zuhielt. Er zog mich an seine Brust und küsste mich. Seine Lippen zu berühren verfehlte seine Wirkung auf mich immer noch nicht aber ich konnte ihn mittlerweile auch zum schaudern bringen. Als wir zu Hause ankamen zog er mich sofort mit sich in unser Zimmer und warf mich aufs Bett. Ich wehrte mich nicht im geringsten. Warum auch? Er beugte sich über mich und küsste meinen Hals. Ich fuhr mit meinen Händen über seine Brust seinen ganzen Körper hinunter. Da, er erschauderte. Was hab ich gesagt? ;-)

Einen Monat später.

Ich kam mit Emmett aus der Schule nach Hause. Die Russen hatten ein so beklopptes Ausbildungsgesetz. Es besagte das nicht mehr als zwei Geschwister auf die selbe Schule gehen durften. (Pure Behauptung!) Deshalb gingen ich und Emmett auf eine Schule. Jasper und Rosalie und Edward und Alice. Übrigens wohnten Charles und der ganze Rest als eigene Familie auf der anderen Seite von Moskau. Trotzdem sahen wir und fast jeden Tag.

Zu Hause sprang ich aus dem Auto und lief in Edwards und mein Zimmer. Schule war so was von sinn frei. Wir wussten alles und jetzt waren wir auch noch auf getrennten Schulen. Auf dem Bett lag Edward und hörte Musik. Bob Marley. Ich setzte mich zu ihm und seufzte. Er zog mich zu sich hin und ich küsste ihn.

„Schule ist Sinn frei." Sagte er. Ich grinste.

„Ich dachte meine Gedanken kannst du nicht lesen." Neckte ich. Er grinste und legte seinen Kopf auf meine Brust. Aha wir kamen der Sache näher. Bitte merk es schnell, dachte ich. Und wie schnell. Er riss die Augen auf und starrte mich an.

„Dein Herz schlägt." Stieß er verwundert hervor. Ich lächelte.

„Jaaha." Sagte ich vieldeutig.

„Warum?" fragte er. Ach ich genoss es ihn auch einmal zu verwirren. Ich merkte wie mein Lächeln breiter wurde. Ich nahm seinen Kopf und legte ihn auch meinen Bauch.

„Horch." Befahl ich. Während er lauschte schloss er auf einmal die Augen. Da wusste ich das er es gehört hatte. Irgendwann richtete er sich wieder auf.

„Wie k..." weiter kam er nicht. Ich verschloss ihm den Mund mit einem Kuss.

„Egal." Hauchte ich zwischen zwei Küssen. „Es ist da." Er nahm meine Lippen wieder für sich an Anspruch und so sagte keiner mehr etwas.

Am Abend als ich mit Rosalie im Pool im Keller schwamm hörte ich auf einmal Blut durch ihre Adern pulsieren. Ich sah sie verdutzt an.

„Rose?" fragte ich vorsichtig. „Ist das dein Herz das da schlägt?" Sie starrte mich an. Dann spitzte sie die Ohren und hörte den Rhythmus meines Herzens. Ein lachen drang aus ihrer Kehle. Ihr Harfenlachen. Sie umarmte mich so fest das ich dachte sie würde mich zerquetschen. Jetzt lachte ich auch. Es war ein Lachen, eine Mischung aus einem Jauchzen, einem Jubelruf und einfach lachen. Es war ein laut des reinen Glücks...

„Oh es ist schön das ich jetzt nicht mehr als einzige Menschenessen essen muss." Grinste sie. Sie hatte den Nagel auf den Kopf getroffen. Heimlich Menschenessen essen hatte mich auch ganzschön genervt.

„Wie kann das sein?" fragten wir uns gleichzeitig. Rosalie überlegte kurz und sagte dann:

„Wir sollten Carlisle fragen." Also hüllten wir uns in unsere Handtücher und gingen danach zu Carlisle.

Diagnose des Chefarztes lautet wie folgt:

„Ihr müsst bei eurer letzten Jagd ein fruchtbares Weibchen, Rasse X, getötet haben und ihr Blut hat euch fruchtbar gemacht. Wenn ihr danach ein bisschen Wolllustig wart habt ihr das Erfolgsrezept für eure Wunderkinder." Er strahlte uns an. „Herzlichen Glückwunsch. Ach und noch eins: Findet ihr es gar nicht garstig mich in so jungen Jahren zum Großvater zu machen? Ich bin noch nicht mal vierhundert Jahre alt." Lachend ließen wir ihn allein.

Und ich hatte nach meiner Hochzeit gedacht mein Glück könne nicht noch größer werden... Wie falsch diese Annahme doch war...