Man kann diesen OneShot als Fortsetzung von 103. Covet - Begehren lesen, oder als einzelnen "eigenständigen" OneShot :)
104. Detached – Getrennt
As I awoke this morning and realized you were gone
I wondered what life would be like if we were over and done
Mit einem lauten Keuchen erwachte Remus am Morgen und tastete erst einmal panisch neben sich im Bett umher. Leer.
Der gestrige Abend war kein Traum gewesen, so sehr Remus es sich auch wünschte, es sei nur ein Albtraum gewesen.
Nach 12 Jahren war es Sirius endlich gelungen auszubrechen, nicht die feine englische Art, aber immerhin war er „frei" gewesen. So sehr sich Remus auch zusammen genommen hatte, eines Abends war ihm sein Geständnis doch herausgerutscht.
Doch statt der eigentlich erwarteten Ablehnung, war Sirius auf ihn zugekommen und hatte ihn sanft geküsst und ihm gestanden, dass er seit ihrer gemeinsamen Schulzeit ihn Remus verliebt gewesen war.
Remus hatte sein Glück gar nicht glauben können.
Mit seiner Liebe hatte es der Werwolf geschafft Sirius schnell wieder auf die Beine zu bekommen.
Glücklich war kein Ausdruck für sie beide gewesen und umso schlimmer war es in diesem Moment für Remus, als er weinend in ihrem gemeinsamen Bett saß und den gestrigen Abend im Kopf wiederholte:
Der Moment indem Bellatrix' Zauberspruch Sirius traf, war der Moment, der alles veränderte. Langsam war Sirius Körper zusammen gesackt und im Nächsten in den weißlichen Schleier, der sich hinter ihm befand, gefallen.
Remus hatte Harry festhalten müssen, damit dieser nicht selbst in den Schleier rennt. Die Schreie von Harry waren so schmerzerfüllt, dass für jeden in diesem Moment ein Stück zerbrochen war.
Remus hatte versucht ein einigermaßen ruhiges Gesicht zu bewahren, doch in seinem Inneren war eine ganze Welt zerbrochen.
12 Jahre hatte er warten müssen auf seine Liebe und nun hatte er nur ein Jahr geschenkt bekommen, in der sie beide hatten glücklich sein können.
I can`t replace your face, your touch, your smile
I miss you like crazy, I`m lost inside
I promise I`ll wait for you wasting my time
trying to count all the tears I cry
Nachdem sich Remus ein wenig beruhigt hatte, setze er sich in seinem, in ihrem, Bett auf und starrte auf die leere Seite des Bettes.
Sirius würde niemals wieder kommen. Nach nur einem Jahr hatte man ihm seinen Geliebten genommen.
Erneut begannen Tränen die Wangen des Werwolfs hinab zu fließen. Hatte das Leben ihn nicht genug gestraft, indem es ihn zum Werwolf gemacht hatte?
Mit einem dumpfen Druck n in der Brust stand Remus nach einiger Zeit auf und schlich leise durch das gemeinsame Haus, was er sich mit Sirius gekauft hatte.
Jede Ecke, jede Wand, jedes Möbelstück borgte glückliche Erinnerungen und immer wieder musste Remus stehen bleiben um seine erneut aufsteigenden Tränen zu verhindern.
In ihrem gemeinsamen Wohnzimmer angekommen, konnte Remus sich jedoch nicht mehr zusammenreißen und viel auf dem Teppich vor dem Kamin auf die Knie. Immer stärkere Schluchzer schüttelten den dünnen Körper und die bleichen Hände krallten sich krampfhaft in den flauschigen Teppich.
Einige Stunden später saß Remus, noch immer mit Tränen in seinen Augen, auf dem Sofa und starrte in die Flammen des Kamins.
Wie oft in den vergangenen Stunden hatte sich Remus nun schon überlegt sein eigenes Leben zu nehmen und so zu seinem Geliebten zu gelangen?
Wie oft hatte er diese Idee schon verworfen? Zu viel hielt ihn hier. Harry würde ihn nun noch mehr als vorher schon brauchen.
Traurig seufzte Remus und ging das wichtigste Gegenargument durch: Sirius würde niemals wollen, dass er ihm in den Tod folgt.
„Ich verspreche dir, Sirius. Ich werde zu dir kommen, aber noch nicht jetzt. Warte auf mich!", flüsterte Remus leise und schniefte.
when I`ll rest my head tonight this house just won`t feel like home
and I`ll lay there helplessly yearning, staring all night at the phone
Wie sehr sich Remus auch geschworen hat glücklich zu sein, auch wenn Sirius tot ist.
Wie sehr Remus auch versprochen hat, nicht mehr zu weinen.
Als Remus jedoch am Abend langsam in ihr gemeinsames Schlafzimmer ging, brach die Trauer, zum wiederholten Male an diesem Tag, alle Mauern nieder.
Leise weinte Remus, als er sich in das Bett legte und sofort auf die Seite kroch, auf der Sirius immer gelegen hatte.
Langsam sog Remus den Geruch seines Geliebten in sich auf, vergrub sein Kopf in dem großen Kissen, auf dem Sirius immer geschlafen hatte.
Remus tat Alles um sich Sirius ein kleines bisschen näher zu fühlen. Das viel zu große Hemd, was er aus dem Schrank genommen hatte, sollte von da an Remus als Schlafanzug dienen.
Mit einem verzweifelten Seufzen schloss Remus die Augen. Die ganze Nacht über starrte er nun schon die Decke an. Der Werwolf konnte einfach nicht schlafen, wie sehr er es auch wollte – für Sirius. Er konnte nicht.
Remus wollte nicht mehr traurig sein, wollte lieber glücklich sein und sein Leben so fröhlich wie möglich gestalten, sodass Sirius keinen Grund haben würde, sauer mit ihm zu sein.
Remus hatte beschlossen sein Leben zu leben, für Sirius, für sich – für ihre Liebe.
