Kapitel 13:
Ich ging mit dem Kerl weiter den Weg entlang, wobei
ich in Gedanken schwelgte. „Sag mal…Alucard. Wieso…wies ist es
noch zu früh, wie du sagst. Ich meine wenn ich wirklich…wieso?"
Ich sah kurz zu ihm, während er weiter gerade aus sah und ein
kleines Lächeln auf den Lippen hatte.
„Du weist nicht wie. Und
ich habe keine Lust das haufenweise Guhls hier rumlaufen." „Bitte
was?" Er schüttelte leicht mit dem Kopf. „Wirst du noch
kennenlernen. Nur Geduld." Ich zuckte nur mit der Schulter und sah
dann nach vorne. In Gedanken dachte ich immer noch an am meine
Eltern, und wieso das alles ausgerechnet mir passieren musste. Und
ich verstand so vieles immer noch nicht, Aber ich beschloss mein
bestes zu tun, um schnell wieder nach Hause zu kommen, und alles
nötige herauszufinden.
„Du machst dir unnötig Gedanken."
„Bitte?" Ich sah leicht fragend zu ihm, während er leicht
lächelnd weiter ging und nur nach vorne sah. Etwas sagen tat er
nicht, wobei ich mich immer mehr wunderte. Ich meine, woher wollte er
denn bitteschön wissen worüber ich gerade Nachdachte. Oder man kann
es mir so offensichtlich ansehen.
Ich musste leicht seufzen. Wir
gingen gerade an einem kleinen Spielplatz vorbei, der allerdings
Menschenleer war. Na gut, lag vielleicht daran das es bereits Nacht
war, und kein vernünftiges Kind um diese Uhrzeit draußen rumspielt.
Ich blieb jedenfalls davor stehen und ging dann zur Schaukel wo ich
mich draufsetzte. Alucard stellte sich neben mich, während ich
anfing ein wenig hin und her zu schwingen.
Man konnte ihm
richtig ansehen, das er lieber weitergehen würde als hier rum zu
stehen. Aber ich mochte es nun mal, und außerdem kann man mir nicht
alles verbieten. Ich schwang also weiter ein wenig hin und her und
dachte dabei weiter nach. „Alucard. Kannst du mir vielleicht sagen,
was du vorhin damit meintest, ich sei um einiges besser als andere
Vampire? Und ich könnte stolz darauf sein?"
Diese Aussage von
ihm ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Immerhin verstand ich eh wenig
von diesen Sachen, und dann noch solch eine Aussage. Ich dachte immer
es sei egal, das alle Vampire gleich seien. Ich sah nach dem ich die
Frage stellte zu ihm, während er nach oben zum Nachthimmel sah, und
ein sanftes Lächeln draufhatte. „Alucard?" Nun fing er an leise
zu lachen und sah dann zu mir runter. Ich blickte ihn in seine roten
Augen und legte meinen Kopf leicht seitwärts.
„Weil du ein
Reinblut bist. In dir schlummern Kräfte, dir andere niemals
erreichen können." „Und? Was denn für welche? Ne Tür aus den
Angeln zu schmeißen? Ich denke doch mal das dies auch andere
hinbekommen." Ich sah wieder nach vorne und fing erneut an zu
schwingen mit der Schaukel. „Du musst wirklich noch viel lernen."
„Schön, dann kannst du es mir ja beibringen." „Nach und nach."
„Och Menno. Ich will es aber wissen was du meintest." „Wirst du
auch."
Er drehte sich von mir weg und ging weiter. Ich seufzte
nur und sprang von der Schaukel runter, danach folgte ich ihm gleich.
Jetzt wusste ich genau so viel wie vorher. Und nach und nach wollte
ich es nicht wissen, sondern sofort. Immerhin geht es hier um mich.
Wir gingen zurück zu diesem großen Grundstück auf dem ich vorhin
schon war. Ich konnte wieder nur seufzen und ging geknickt den Weg
darauf zu. Lieber währe ich in ein Hotel gezogen, anstatt wieder in
irgend so einen blöden Keller dort.
Da viel mir ja auch ein, das
ich als ich dort unten war mir auch schon etliche Gedanken machte.
„Du Alucard, noch ne Frage. Wieso kann ich eigentlich bei
Tageslicht rumlaufen? Ich dachte sowas geht nicht?" „Normale
Vampire nicht." „Also bin ich nicht normal?...Toll. Kein normaler
Mensch, kein normales Vampir." Den letzten Teil nuschelte ich mehr
in mich rein.
Wir kamen bei der großen Villa, oder was es
auch immer ist, an und gingen an den Wachen an dem Tor vorbei. Danach
gingen wir gleich rein. Ohne auch nur zu fragen oder etwas zu sagen,
begab ich mich gleich nach unten in den Keller in mein mir zur
Verfügung gestelltes Zimmer. „Was hast du jetzt vor?" Ich
erschrak kurz, drehte mich dann aber mit hochgezogener Augenbraue zur
Seite um.
„Sag mal. Wie schaffst du das eigentlich immer?"
Alucard tauchte mal wieder plötzlich neben mir auf, und das ohne das
ich es merkte. Außerdem dachte ich er sei irgendwo anders
hingegangen. Aber was solls. Ich schüttelte nur mit dem Kopf und
ging dann weiter. „Ich leg mich jetzt schlafen. Immerhin will ich
morgen früh raus." „Morgen früh?" „Ja." Ich kam bei
meinem Zimmer an, und ging hinein. Ich ließ ihm die Tür offen, denn
irgendwie hatte ich auch das Gefühl, selbst wenn ich die Tür zu
mache, kommt er irgendwie hinein.
Drinnen ging ich auf den
Kleiderschrank zu und machte ihn auf. Zum Glück waren dort die
meisten meiner Sachen drinnen. Ich schnappte mir schnell mein
schwarzes Nachthemd raus und schmiss es über die Stuhllehne. Danach
drehte ich mich wieder zu Alucard um, der sich mit Rücken an die Tür
gelehnt hatte und zu mir sah. „Ist noch was?"
Ich drehte mich
wieder kopfschüttelnd um und kramte in meiner Tasche nach meinem
Zahnputzzeug, danach wollte ich mir schnell die Zähne putzen. Dafür
musste ich allerdings ins Bad welches außerhalb meines Zimmers lag.
Also ging ich auf die Tür zu, an welcher er stand und mich weiter
ansah. Ich blieb genau vor ihm stehen und bat ihn mich durch zu
lassen, was er auch machte und ich raus ging. Allerdings folgte er
mir dabei.
Ich ließ mich aber nicht davon stören und putzte mir
die Zähne. Als ich fertig war verließ ich das Bad wieder, und
musste feststellen dass er mir immer noch nach lief. Also so langsam
machte er mich doch verrückt. Ich ging wieder zurück in mein Zimmer
wo er, ach wie wunder, mir auch folgte und sich wieder mit Rücken
gegen die Tür lehnte und zu mir sah.
„Was ist denn noch?
Ich würde mich gerne umziehen, also bitte." „Es ist noch nicht
einmal Mitternacht, und du möchtest bereits zu Bett gehen?" „Ich
muss Morgen früh aufstehen." Ich ging zu dem Stuhl wo ich mein
Nachthemd drüber schmiss und wollte mich gerade ausziehen. Sah dann
aber nur etwas gereizt zu ihm, immerhin wollte ich alleine sein.
Anscheinend schien er mich nicht ganz zu verstehen, da er mich nun
ein wenig fragend ansah.
„Na ich muss doch morgen zur Schule.
Und die fängt nun mal früh an. Also, würdest du mich nun bitte
alleine lassen?" „Zur Schule? Du?" „Ja klar. Nur weil ich
hier festsitze, heißt es ja noch lange nicht das ich auch mein altes
Leben komplett aufgeben muss. So kann ich wenigstens unter halbwegs
normalen Menschen sein." Auch wenn ich dort unter diesen blöden
Klassenkammeraden bin. Aber ich empfand dies um einiges besser als
ständig von ihm beobachtet zu werden, oder sonst was. „Hast du
vergessen was du bist?" „Nein, habe ich nicht. Aber ich glaube
doch wohl, das ich dennoch das Recht habe ein normales Leben zu
führen. Also bitte, lass mich endlich alleine! Ich will mich
umziehen!"
Ich sah ihn nun etwas ernster an, und sprach
auch ein wenig energischer. Er stemmte sich von der Tür ab und kam
zu mir, blieb genau vor mir stehen und sah mir genau in die Augen.
Ich erwiderte seinen Blick einige Zeit lang, bis ich seufzend mich
umdrehte. „Dann eben nicht. Und was soll ich stattdessen machen?
Tags über schlafen und Nachts umherstreifen?" „Ich werde dich ab
Morgenabend trainieren. Dir einiges beibringen." „Wirklich?"
Ich drehte mich wieder zu ihm um, wobei er mir nur zunickte und dann
zur Tür ging.
„Wir fangen morgen nach Sonnenuntergang an."
„Ähm..ok. Und was soll ich bis dahin machen?" „Schlafen."
„Na toll. Das wollte ich eben doch selbst!" „Auch den Tag
durch." Mit den Worten verschwand er aus meinem Zimmer und ließ
mich hier alleine zurück. Nun konnte ich mir wieder mal überlegen
was ich mache. Aber ich entschloss mich einfach doch jetzt schlafen
zu legen. Morgen habe ich dann noch den ganzen Tag lang Zeit, um mich
über etliches zu informieren.
Ich wollte schnellst möglich
so viel wie nur möglich herausfinden. Jedenfalls über alles, was
mit mir zu tun hat. Als erstes mal diese blöde Sache mit dem
Reinblut, und warum ich deswegen anders sein sollte. Und als nächstes
versuche ich meine Eltern oder Großeltern zu erreichen. Von denen
will ich auch eine Erklärung haben, und wenn es nur die ist, wo sie
mich her haben. Vielleicht hilft mir das ja auch weiter. Aber na
gut.
Ich zog mich jetzt jedenfalls aus und zog mir danach mein
Nachthemd an, als nächstes legte ich mich gleich ins Bett rein und
wollte schlafen. Ich drehte mich etliche male darin um, denn
irgendwie schaffte ich es nicht. Also sah ich seufzend hoch zur Decke
und verschränkte meine Arme hinter meinem Kopf wo ich mich
drauflegte. Während ich so hochsah, und nachdachte, klopfte es
plötzlich an meiner Tür, wo ich hinsah.
