13.Making Gestures of Life

Zwei Stunden nachdem Snape sie alleine in seiner Bibliothek hatte stehen lassen, betrat Hermine, zum ersten mal seit Wochen, ihr Schulsprecherinnenzimmer. Vorsichtig stellte sie die Schultasche, die sie selber getragen hatte, an die Seite ihres Schreibtisches und dann ließ sie sich in einem der Lehnstuhl drüben am Kamin nieder.

Sie wäre direkt hierhin gefloot, aber im Gegensatz zu ihrem Zaubertrankprofessor, hatte keiner daran gedacht ihren Kamin heimlich an das Floonetzwerk anzuschließen, und sie war nicht willig gewesen das Risiko eines offiziellen Eintritts in ihren Raum einzugehen.

Irgend etwas in ihr drin strebte danach, sich in die Weichheit ihres Stuhls zurück zu lehnen, ihre Augen zu schließen und sich selber einfach fallen zu lassen. Aber sie konnte es nicht erlauben. Mehr als jemals zuvor brauchte sie jede Unze der Stärke, die sie besaß, und über die Vorgänge in dieser Nacht nach zu brüten, würde sie von jeder Stärke befreien.

Sie würde nicht darüber nachdenken, würde sich nicht erinnern, wie sie ihm hinterher gestarrt hatte, als er durch die Feuerstelle marschiert war, wie sie, ohne zu sehen, da gestanden hatte, ein Teil von ihr immer noch gelähmt vom Schock, ein Teil in Angst, Schmerz und Horror heulend, hinter ihren mentalen Mauern, die sie in sich errichtet hatte. Und dieser letzte Teil, immer listig, immer berechnend, hatte sofort die Auswirkungen seines Abgangs registriert. Die Tatsache, das er, trotz seiner eigenen Worte, an das Floonetzwerk angeschlossen war. Die Tatsache, das es einen Weg aus seinen Räumlichkeiten gab.

Sie hatte lange in seiner Bibliothek gestanden, bewegungslos, nicht sitzend; ihren ganzen Willen auf ein Ziel gerichtet – hier heraus zu kommen. Aber obwohl sie nun den Weg kannte, fehlten ihr die Mittel. Da war kein Floopuder zu finden, obwohl sie sogar seinen privaten Schlafraum betreten hatte. Sie wagte es aber wie auch immer noch nicht die Banne seines Labor zu brechen. Sie fürchtete, dass dieses ihn sofort alarmieren würde. Sie brauchte jetzt nicht noch mehr Konflikte.

Dann, nach ungefähr einer Stunde war er zurück gekommen. Sie hatte gehofft, das der Besuch beim Schulleiter die Gefühle, die ihren Zaubertrankprofessor antrieben, gemildert hätten, aber Severus Snape sah in jedem Zentimeter genau so wütend und zielstrebig aus, wie vorher.

Selbst ohne an dem Gespräch teilgenommen zu haben, wusste sie genau, was geschehen war. Snape, den Schulleiter angreifend, verlangend, sie von ihren Spionagetätigkeiten zu befreien, sie sicher zu halten. Und die Ruhe des Schulleiters, kontrollierend argumentierend mit einer Spur von Bedauern, wie er seinem vertrauten Freund erzählen würde, das es keinen anderen Weg gäbe, und das sie es ohne sie nicht schaffen könnten. Hilflose Wildheit in Snapes Augen, als er sich danach sehnte, Dumbledore alles zu erzählen, was er in ihrem Verstand gesehen hatte. Aber ihre Worte stoppten ihn. Er wusste, zu was sie fähig war.

Sie hatten eine lange Zeit diskutiert, aber Hermine war es möglich gewesen die Antwort des Schulleiters in dem Gesicht ihres Lehrers zu sehen. Dumbledore würde sie nicht stoppen. Aber Snape war keiner, der so schnell aufgab.

„Ich verbiete es", hatte er geknurrt, hörte sich zum ersten mal, seit ihre Halluzinationen angefangen hatte, wieder an wie er selber, „Der Schulleiter mag denken, das er das Recht hat, diese Entscheidung für Sie zu treffen, aber Sie werden diese Bücherei nicht verlassen, bevor Sie Ihre Meinung geändert haben, Miss Granger!"

Sie hatte ihre Augenbrauen bei dieser Aussage gehoben, und ließ bedauernde Belustigung auf ihrem Gesicht spielen. „Versuchen Sie mich, zu meinem eigenen Wohl, zu erpressen, Professor?

„Ich werde Sie nicht weitermachen lassen, Miss Granger! Es wäre ein Verbrechen sie dieses tun zu lassen, und während ich in der Nähe bin, wird so ein Verbrechen nicht in Hogwarts geschehen."

„Dann sollten Sie in Betracht ziehen ihre Stellung aufzugeben", hatte sie geantwortet, und ging langsam hinüber zum Kaminsims. Seine Augen waren ihr gefolgt, aber er war sich zu sehr darauf am konzentrieren, sie zu überzeugen um irgend etwas zu merken.

„Sie werden diese Verrücktheit heute beenden, Miss Granger."

„Das glaube ich nicht."

Sie erreichte den Kaminsims, ihre Augen auf den Punkt fixiert, wo seine Finger den weißen Marmor berührt hatten. Plötzlich sprang ihr gesamter Körper zum Leben, als sie herumwirbelte und eine Hand zu Snape ausstreckte.

„Accio, Floopuder" rief sie, und bevor Snape reagieren konnte, war der kleine Beutel, mit dem grauen Puder drinnen, in ihrer Hand.

„Revoco!"

Vor Snapes erstaunten Augen, fingen ihre Fingerspitzen auf dem Kaminsims in einem grünen, hellen Licht an zu leuchten. Sie schienen wie die Finger eines Geistes, die den Marmor mit ihrer Berührung einbrennen. Sie warf etwas von dem Puder in die Flammen, und diese veränderten sich in grün, genau wie die geisterhaften Finger.

„Verwandlungsklassenraum", sagte sie in ihrer klaren Stimme und machte sich bereit, hindurch zu steigen.

Er hatte nicht versucht sie zu stoppen, entweder weil er nicht konnte, oder nicht wollte, sie wusste es nicht.

„Miss Granger", hatte er ihr nachgerufen, während sie schon halb durch war, „Wenn Sie jetzt gehen, werde ich mich nicht für Ihr Schicksal verantwortlich fühlen. Ich will nichts mit Ihrem pathetischen kleinen Krieg zu tun haben! Zählen sie nicht darauf, das ich Sie noch einmal von Ihrer närrischen Dummheit bewahre!"

Sie schnaubte wütend als diese Worte nun in ihren Verstand kamen. Was sollte sie mit ihm wollen? Hatte er irgendetwas getan um ihre zu helfen? All ihr Leiden waren von ihm verursacht. Er hatte sie entblößt, sie verletzt, sie mit jeder Bewegung gedemütigt. Nein, sie war besser dran ohne Severus Snape, der in den Schatten heraufstieg.

Das war, weswegen sie, ohne einen Blick zurück, durch das Feuer gestiegen war. Warum sie sich nicht herum gedreht hatte, um den hoffnungslosen, verlorenen Ausdruck auf seinem Gesicht zu sehen.

Der Verwandlungsklassenraum, den sie durch das Floo betreten hatte, war nicht weit von ihrem privaten Raum entfernt. Sie wusste, dass der Schulleiter wahrscheinlich ihren Report erwartete, aber das Bedürfnis nach Privatsphäre und Ruhe war jetzt größer, als jedes Pflichtgefühl.

Aber als sie ihren Klassenraum gerade verlassen hatte, verdunkelte ein Schatten den Türrahmen.

„Professor McGonagall", grüßte Hermine ruhig ihre Lehrerin, die Nervosität verengte ihre Kehle.

Ein Blick in das Gesicht der älteren Frau erzählte ihr das sie alles wusste, und sie machte sich auf die Flut von Gefühlen gefasst, die sie sicherlich nun angreifen würden. Sie konnte jetzt keine Dosis von der Gryffindorsentimentalität gebrauchen.

„Miss Granger", nickte die Professorin, ihre Stimme enthielt nichts außer der normalen krossen Effizienz, „Es ist gut sie wieder da und gesund zu sehen."

„Ich kann nicht sagen wie gut sich das anfühlt", antwortete sie, angenehm von der Selbstbeherrschung der anderen Frau erfreut.

„Das glaube ich", antwortete McGonagall und ein warmes Lächeln erhellte ihr Gesicht für einige Momente, „ Da gibt es etwas was ich Ihnen gerne zeigen würde, Miss Granger. Wenn Sie mich bitte für einen Augenblick begleiten wollen."

Sie hätte die Bitte gerne abgelehnt, aber diskutieren würde wahrscheinlich länger dauern, als einfach anzunehmen. So nickte sie und folgte ihrer Professorin hinaus aus dem Klassenzimmer und hin zu ihrem privaten Büro.

„Ich denke, das ein privater Platz, weg von den neugierigen Augen Ihrer Gefährten, Ihre Aufgabe vereinfachen sollten, Miss Granger", sagte McGonagall während sie eine Tür zur Rechten ihres Büros öffnete, „Und da es mir zu Ohren gekommen ist, dass ich Ihnen eine Lehrstelle angeboten habe, habe ich mir die Freiheit genommen diesen Raum für Sie vorzubereiten. Sie können ein Passwort nach Ihrem Willen auswählen, und eine Flooverbindung zwischen ihren Räumlichkeiten und diesem Raum kann einfach eingerichtet werden. Es würde für Sie nicht so schwer sein das Schloss zu verlassen und zu betreten. Fühlen sie sich frei, ihn, wann immer sie wollen, zu benutzen. Ich werde sie hier nicht stören."

Sprachlos hatte Hermine den kleinen, nett eingerichteten Raum vor ihr angestarrt, als ihre Augen plötzlich, mit nicht vergossenen Tränen, anfingen zu brennen. Die einfache Großzügigkeit dieser Geste hatte sie überwältigt, und sie wusste nicht, wie sie reagieren sollte.

„Professor, ich ..."

„Ich weiß, Miss Granger, dass dort Dinge sind, die einfach zu schrecklich sind, um wegdiskutiert zu werden. Ich werde Sie nicht mit meinen Emotionen oder Fragen belästigen. Keiner sollte eine Löwin von ihrer Jagt abhalten. Ich verstehe was Sie machen, und sollten Sie jemals Hilfe benötigen, kommen Sie zu mir. Egal zu welcher Uhrzeit oder Situation. Und nun", sagte die Professorin, platzierte kurz eine Hand auf ihrer Schulter, „ Ist es Zeit Papiere zu bewerten. Ich fürchte, Slytherins", sie lächelte und drehte sich, fertig zum gehen, um.

„Professor", rief Hermine ihr hinterher, „Wegen der Lehrstelle..."

„Ich verstehe Ihre Beweggründe, Miss Granger", antwortete die Professorin als ihre Augen noch einmal die ihrer Schülerin trafen. Die Wärme und das Vertrauen, was sie ausdrückten, ließen Hermine innerlich schmerzen, „Und wenn ich es so sagen darf, sollte jemals eine Zeit für diese Entscheidung sein, würde ich mich geehrt fühlen Sie als meinen Lehrling akzeptieren zu können. Schlafen sie gut, meine Liebe."

...

Tage wurden zu Wochen, als Hermine weiter kämpfte. Zu den Feierlichkeiten zurück zu kehren war schwer, schwerer als sie gedacht hatte. Sie hatte sich daran gewöhnt keine Schmerzen zu haben, nicht zu vergessen ihre kurze Erholungszeit in Snapes Räumlichkeiten. Aber sie schaffte es. Sie konnte alles schaffen, wenn die Leute sie nur alleine ließen, wenn sie sie nicht befragen und schwächen würden.

Sie vermied jeden persönlichen Kontakt, jedes Gespräch oder Geste der Freundschaft. Sie konnte es sich nicht leisten, noch einmal entblößt zu werden, und ihre Fähigkeit ein Schauspiel aufzuführen ließ dieser Tage nach.

Alleine McGonagall akzeptierte ihre brüske Kaltheit und ließ sie einfach in Ruhe. Es schien ihre Überzeugung zu sein, dass Hermine das Recht hatte damit umzugehen, wie sie es wollte. Sie betrat niemals ihren Raum, den sie ihrer Schülerin gewährt hatte, und Hermine war für ihre Diskretion dankbar. So dankbar wie sie sein konnte.

Der Schulleiter würde ihr einen Stuhl und heiße Schokolade anbieten, wenn sie zu ihrem Report der letzten Ereignisse kam, er würde ihre Wunden behandeln, die sie von Zeit zu Zeit auswählte ihm zu zeigen, nur um ihm das Gefühl der Kontrolle über ihren Zustand zu geben. Meist würde er nur da sitzen, während sie an ihrer Schokolade nippte, sie ansehen und darauf warten, dass sie sich ihm öffnete. Aber sie war weitaus mehr Druck gewöhnt, als die besorgten blauen Augen von diesem alten Mann, und so würde sie ihn anlächeln, die warme süße ihres Getränkes genießen und ruhig sein, bis er aufgab und sie gehen ließ.

Mit Draco war es am härtesten. Grausame Worte waren nötig, um ihn von ihr weg zu treiben, Worte der Kälte und der Abweisung, und sein Schmerz, seine fragenden Blicke würden sie heraussuchen, wann auch immer sie Unterricht zusammen hatten oder aneinander in der großen Halle vorbeistrichen. Sie wich seinen Augen aus. Da war zu viel Gefühl in ihnen, und sie fühlte sich dieser Tage so tot, dass sie Angst hatte, das sich das in ihrem Gesicht zeigen würde.

Sie hielt sich von allen fern, mit Ausnahme von Harry und Ron, die sie ertragen musste. Sie konnte es nicht riskieren, das die Möchte-Gern- Todesser zu ihrem Meister rannten und ihm erzählten, dass sie einen Streit mit denen hatte, die sie überwachen sollte. Aber es war hart ihrem Geschwätz und Gejammer zuzuhören, mit ihnen zu lachen und nicht ihre Unruhe zu zeigen.

Zum Wohle der Göttin, sie waren Kinder! Dumm und blind zu dem, was um sie herum vorging, und sie fand es schwierig mit ihnen Geduld zu zeigen. Sie wusste nun, wie Snape sich oft mit ihnen gefühlt hatte, und oft genug war sie verlangt Hauspunkte abzuziehen wegen ihrem Mangel an Reife.

Sie bemerkten natürlich etwas. Es war nicht möglich das Ausmaß an Müdigkeit, die Hermine fühlte, völlig von ihnen fern zu halten. Harry war im Gesamten, für ihren Geschmack, viel zu aufmerksam. Aber sie vergrub sich selber in ihrer wohl bekannten Rolle als Hermine Alleswisserin und gab vor, das die sich langsam nähernden NEWTS sie zum Wahnsinn trieben. Aber nichts könnte weiter von ihrem Verstand weg sein.

Hermine machte weiter, wie eine Maschine, nur Disziplin und Stolz trieben sie durch die Tage und Nächte der endlosen Mühe. Sie ruhte sich nicht aus, gab sich selber nicht die Zeit zu reflektieren und erinnern. Eine Stimme, winzig und schrill, rief sie aus dem inneren, sagte ihr, das sie nicht immer so weiter machen konnte, das sie sich selber in den Ruin trieb. Sie hörte nicht. Sie hatte begonnen, während Stunden oder Mahlzeiten, die sie vom schreiben abhielten, ihre Hausaufgaben in ihrem Gehirn vor zu formulieren, sie rezitierte Gedichte, während sie sich mit ihren „Freunden" unterhielt. All das, um die Stimmen in ihr davon abzuhalten, zu laut und kräftig, zu knurren

Irgendwo in der Dunkelheit lauerte Verzweiflung, ein Abgrund so schwarz das sie es nicht einmal wagte ihm nahe zu kommen. Sie hatte Angst, das er sie aufsaugen könnte. Angst, das sie alle Kontrolle verlieren würde, wenn sie sich selber zu sehr gehen ließ.

Sie erlaubte es sich nicht zuzugeben, wie sehr sie sich doch nach menschlicher Wärme sehnte, nach einer Berührung der Sympathie, die nicht dazu da war Angst und Schmerzen zuzufügen. Sie erlaubte sich selber nicht zuzugeben, wie sehr sie Snape vermisste.

Er sprach nie mit ihr. Sie würde in seiner Stunde ihre Hand nicht mehr heben, und er schien gar nicht mehr zu bemerken, dass sie da war. Seine Augen würden über sie hinüber schwenken, als ob sie nichts weiter wäre als ein leerer Stuhl und Tisch. Es machte sie wütend seine Arroganz zu erleben, die Effizienz mit der er sie aus seinem Leben entfernt hatte. Es sah so aus, als wären die Wochen in seinen Räumen nie geschehen und seine Gleichgültigkeit verletzte sie, als sie darüber nachdachte, wie viel er sie gekostet hatte.

Aber sie hatte andere Probleme als Snape. Voldemort wurde ungeduldig, seine Bestrafungen wurden schneller und grausamer. Er verlangte Informationen, Zugang zu Hogwarts und den Tod des Verräters Snape, und sie konnte ihm nicht geben, was er wollte. Zu der selben Zeit schien er ihr immer noch nicht komplett zu trauen, jedenfalls nicht genug, um ihren Plan vorzustellen, ihren großen Plan den Krieg und ihr Leiden zu beenden.

Andere Todesser stellten ebenfalls ein Risiko dar. Sie waren begierig ihren Lord zufrieden zu stellen, und unwillens, das ein Schlammblut sie übertrumpfte. Einige von ihnen beobachteten Hogwarts, platzierten Abhörsprüche, so gut versteckt und gesichert, das nicht einmal der Schulleiter sie ohne das Risiko, Hermine bloß zu stellen, entfernen konnte. Zu mehr als einer Gelegenheit war es Todessern gelungen die Ländereien von Hogwarts zu betreten, obwohl das Schloss selbst vor ihnen sicher blieb.

Aber nicht nur Todesser bereiteten ihr Kopfschmerzen, von allen Menschen, die sie versuchte zu beschützen, schienen Harry und Ron alles zu daran zu setzen ihren Job sogar noch schwerer zu machen.

Sie hatten angefangen Nachts um das Schloss zu streifen, und während das sogar in ihrem ersten Jahr Gewohnheit war, wurde es während der ersten Monate ihres siebten Jahres, schlimmer und schlimmer. Die Küche oder den Astronomieturm zu besuchen schien ihnen in diesen Tagen nicht genug zu sein.

Sie würden sich jeweils erdreisten in der Nacht in die Große Halle zu schleichen, Schach am Lehrertisch zu spielen, oder in den Kerker, wo Snape die Korridore unsicher machte. Das Leben schien für sie wie ein großes Spiel zu sein, nichts mehr, und wenn Hermine in den Nächten nach Hause hinkte, zerschlagen und gebrochen, musste sie sich beherrschen, sie nicht zu schlagen, da sie sie sie selbst durch die Tür, die ihr Zimmer von dem Gemeinschaftsraum der Gryffindors trennte, prahlen hörte.

Sie hielten sich nun öfter von ihr fern, da sie wussten, dass sie ihr Verhalten nicht tolerieren würde, dass sie von Disziplin reden würde, von Schularbeiten und all den anderen langweiligen Dingen die sie versuchten zu vergessen.

Sie versuchte ihren Ärger zu kontrollieren, sie versuche es wirklich, aber als sie hörte, was sie, drei Wochen nach ihrer Konfrontation mit Snape planten, schlug etwas in ihr um.

Sie wollten mitten in der Nacht hinunter zum Quidditsch- Stadion schleichen und dort ein Picknick machen. Das Schloss ohne Schutz zu verlassen, zu einem Platz zu gehen, wo die Schutzbanne reduziert waren, da dort öfter mal Besucher von außerhalb von Hogwarts zu den Quidditschspielen kamen!

Sie konnten genauso direkt vor Vodemorts Lager gehen und schreien:" Hier sind wir".

Und sie wollten das sie mitkam. Weil „eine Pause vom lernen" ihr gut tun würde. Weil „soviel Arbeit einfach nicht natürlich war". Alle Regeln zu brechen war es anscheinend.

„Ich habe die Schnauze voll von Eurer Dummheit!", knurrte sie, sich für Harry und Ron sehr nach Snape klingend, nachdem sie ihrem aufgeregten Gebabbel fünf Minuten lang zugehört hatte, „Wisst ihr nicht, dass jeder einzelne Todesser, der es wirklich will die Ländereien betreten kann? Wisst ihr wie gefährlich das ist?"

„Es ist nicht wirklich gefährlich,' Mine", hatte Ron unbekümmert geantwortet, „Da waren in letzter Zeit nicht so viele Todesseraktivitäten, und, wie auch immer, ein Typ muss ein bisschen Spass haben..."

„Nicht so viel Aktivitäten? Ihr wisst nichts von den Aktivitäten, da es Euch nicht kümmert! Menschen sterben da draußen um Euch zu beschützen, Menschen setzten ihr Leben aufs Spiel jeden einzelnen Tag und das ist es wie Ihr es ihnen dankt? In dem Ihr Jungen seid, die Scherze spielen, die Ihre Verantwortung ignorieren? Wie viele Leute müssen für Euch sterben, bevor Ihr Euch entscheidet erwachsen zu werden, könnt Ihr mir das sagen?"

Harry war während ihrer Worte blass geworden, während Rons Gesicht rot vor Ärger aufblitzte. Sie gaben ihr einen Blick völliger Abscheu und Hass, drehten sich auf dem Absatz um und verschwanden durch das Portraitloch.

Hermine seufzte und plumpste in eines der Sofas. Der Tod von Sirius Black war immer noch ein wunder Punkt für Harry, einer über den er nicht viel sprach. Er fühlte sich immer noch schuldig für den Fall seines Paten durch den Schleier, und mit ihren Worten hatte sie implizit seine Schuld bestätigt.

Aber es war die Wahrheit, nicht wahr? Sirius war so impulsiv und emotional wie Harry gewesen, herangeeilt, während er hätte bleiben sollen, um nachzudenken. Und Harry hatte das Chaos verursacht in dieser Nacht, wegen seinem „ich muss die Welt retten" Komplex und seiner Meinung, das den Erwachsenen nicht getraut werden kann.

Sie seufzte wieder. Was sie gesagt hatte war wahr. Aber sie würden sie nun hassen, und obwohl sie seit langer Zeit nicht in der Lage gewesen war mit ihnen offen zu reden, tat es doch weh ihre Freunde so zu verlieren.

Aber da waren andere Sorgen. Den nächsten Tag zu überleben zum Beispiel. Von Harry und Ron gehasst zu werden war nichts im Vergleich Voldemort das leichteste Missvergnügen zu bereiten.

Sie blieb die ganze Nacht, im Gemeinschaftsraum sitzend, wach, und starrte aus dem Fenster. Als sie so gegen sechs am Morgen zurückkehrten, war es mit einem Lärm und einer Explosion, und sie wusste, das ihr nächtliches Abenteuer nicht lange ein Geheimnis bleiben würde.

...

Ihre Ängste wurden noch so bald bestätigt. Sie hatte gerade den Verwandlungsklassenraum mit Harry und Ron, so viel Abstand wie möglich haltend, verlassen, als ein scharfer Schmerz in ihren Arm schoss.

Sie duckte sich weg, und in einen leeren Klassenraum. Sie musste nicht ihre Robe hoch rollen um zu sehen, was den Schmerz verursacht hatte, aber sie tat es trotzdem. Das dunkle Mal pulsierte auf ihrer weißen Haut, wie so ein Tier aus ihren Albträumen.

Sie fluchte, plazierte vorsichtig das Kleidungsstück wieder über das vielsagende Mal , und verließ den Klassenraum mit schnellen Schritten.

Vom Schloß weggehend und hin zu der Grenze des verbotenen Waldes, wo die Anti-apperations Banne nicht mehr am Platz waren, holte sie den Todesserumhang, den sie dort versteckt hatte, für Zeiten, wenn sie nicht in ihren Raum gelangen konnte, um einen zu holen.

Sie brauchte keine Maske. Es war ihr nicht gewährt. Keine Heimlichkeit für Schlammblüter.

Dann apperierte sie und fand sich wieder in einer Steinkammer, mitten in einem Zirkel von Grenzen, die mit schwarzem Marmor markiert waren. Es war der einzige Platz in Voldemorts „Palast" wo apperieren möglich war, und er war wie immer aufs heftigste bewacht. Sie folgte den verhüllten Männern, die ihr bedeuteten ihnen zu folgen, verschiedene Mengen von Treppen hinab, zum Kerker-Thronraum.

Sie hatte es still so benannt, aber der Name passte zu dem dunklen, fensterlosen Raum mit seiner tristen Majestät.

Die Todesser hatten eine melodramatische Tendenz und der Raum zeigte es all zu deutlich.

Sie hatte unzählige Male versucht seinen Standort zu bestimmen, aber es schien in diesem Gebäude kein Fenster zu sein, und alle Lokalisierungssprüche hatten versagt. Noch konnte sie von anderen von draußen lokalisiert werden, wie sie es eines Nachts mit Dumbledore versucht hatte. Das ganze Ding schien Narrensicher.

Jedoch Voldemort, in seinem Thron sitzend, wie ein Ding aus einer Horrorgeschichte, war sicherlich kein Narr.

Die Arrangements des Inneren Zirkel, an einer Wand der Kammer stehend und einen freien Platz direkt vor dem Dunklen Lord lassend, ließen keinen Zweifel daran aufkommen, das diese Nacht ihretwegen war. Sie war gerufen worden um bestraft zu werden, und sie würde froh sein, wenn sie sie lebend verlassen konnte. Dennoch, sich gegen die Dinge die kommen würden gefasst machend, betrat sie den freien Platz, und, auf ihre Hände und Knie fallend, kroch sie auf den Dunklen Lord zu.

Seine Stimme stoppte sie bevor sie den Saum seiner samtenen Robe küssen konnte.

„Es ist mir zu Gehör gekommen, dass Deine Freunde sich entschlossen hatten ein kleines Abenteuer zu unternehmen. Du wusstest davon nehme ich an?", die Stimme war leise, zischend und verursachten, das Schauer durch ihren Körper liefen.

Sie wusste was die Stimme befehlen konnte.

Das unausweichliche fürchtend, schüttelte Hermine dennoch den Kopf, „Ich habe es zu spät herausgefunden, mein Lord. Ansonsten hätte ich sie sofort informiert..."

„Du hast alles zu wissen, was in Hogwarts geschieht, kleine Schlammbluthure.", donnerte er, „Ich halte Dich nicht am Leben, um die niederen Instinkte meiner Todesser zu befriedigen! Jedenfalls ... nicht nur dafür."

Gekicher von den schwarz gekleideten Männern an der Wand beantworteten seinen Scherz.

Dann lächelte er und es war der erschreckenste Anblick den sie je gesehen hatten. Sie musste nicht das panische Wimmern spielen, das ihren Lippen entkam - es kam ganz natürlich zu ihr.

„Lass mich Dir einen kleinen Einblick geben was Dich erwartet, wenn Du scheiterst von Nutzen zu sein, mein Haustier."

Als die erste Welle des Schmerz sie traf, biss sie ihre Lippe um ruhig zu bleiben, aber bald konnte sie die Schreie nicht mehr daran hindern zu entkommen. Blut trübte ihren Blick, und ihr Körper schlug und erschütterte wie etwas das nicht mehr zu ihr gehörte.

Zwischen den Schreien und schluchzenden Atemzügen, schwor sie ihm Loyalität, dankte ihm für seine „angemessene Bestrafung". Das kam mittlerweile ganz natürlich zu ihr. Da war ein kleiner Teil in ihrem Verstand, der alarmiert blieb,der, egal was mit ihr passierte,die richtigen Worte sagte oder die richtigen Dinge tat, auch wenn der Rest von ihr vor Schmerzen heulen würde. Es war dieser Teil, der sie unzählige Male am Leben gehalten hatte.

„Macht mit meine loyalen Diener!", rief der Dunkle Lord schließlich zu seinem Inneren Zirkel, und ihre Augen weiteten sich in Panik. So war es noch nie gewesen. „Lasst uns der Schlammbluthure eine Lektion erteilen, die sie niemals vergessen wird!"

Und sie folterten sie, ihre blutunterlaufenen Augen rollten von einem Todesser zum nächsten.

Macnair. Eine Welle von Cruciatus, der ihren ganzen Körper in Flammen setzte.

Crabbe. Schneid- Zauber, der ihre Haut in eine blutige Masse verwandelte.

Goyle. Unsichtbare Messer die ihre Arme und Beine aufschlitzten.

Sie fand kein Erbarmen, kein Bedauern. Nicht einmal Lust oder Erwartung in ihren Gesichtern. Sie war kein menschliches Wesen, realisierte sie, als sie unter den Sprüchen kroch und sich wand. Sie war ein Stück Fleisch, ein respektloser Hund der zu seinem eigenen besten bestraft werden musste.

Sie traf Lucius Augen und fand fürchterlichen Ärger und Nervosität dort drinnen. Er hatte sie her gebracht, konnte sie in seinen Augen lesen, er hatte sie dem Dunklen Lord vorgestellt. Sie riskierte seine Position bei ihm. Jedes Fehlverhalten würde auf ihn zurückgeführt werden.

Nebenbei verunstalteten sie sein Spielzeug.

Und für einen Moment, mit der wenigen, unbedeutenden Macht die er ihr durch seine Angst über sich gegeben hatte, wurde sie Herrin über ihr Schicksal. Der Schmerz war in diesem Moment der Ruhe nichts für sie, nur etwas, was sie ihrem Körper antun konnten. Sie konnte sie immer noch manipulieren, und Malfoy, der Mächtigste unter ihnen, gehörte ihr. Ihre Augen verließen niemals sein Gesicht, während sie ihre Zunge, in einer fast sinnlichen Geste aus ihrem Mund flackern ließ und das Blut von ihren verletzten Lippen leckte.

Sie konnte die Erregung in seinen Augen sehen, in der Art, wie er seinen Zauberstab fester fasste und der Rauheit seiner Stimme, als er ihr Flüche zuschrie, und für einen Moment fühlte sie sich nach lachen.

Ich werde verrückt, realisierte sie in einem Moment der höchsten Klarheit. Nicht mehr lange und ich werde wirklich einer von ihnen sein. Ich fange an das zu genießen! Und als sie das dachte, konnte sie den dunklen Tunnel sehen, in den sie hinabstieg, weg von ihren Freunden, von Hogwarts und dem einfachen Frieden der Freundschaft, weg von der Vernunft, und einem Leben mit Sinn.

Irgendjemand helfe mir! Ich sterbe!

Dann traf sie ein neuer Schmerz und sie zerfiel in tausend Stücke der Qual.

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A/N So das war nun das neue Pitelchen. Hoffe es gefällt Euch. Auch an dieser Stelle mal einen ganz lieben Dank an meine Reviewer. Freue mich über jeden Kommentar.

Hoffe das meine Übersetzung bisher lesbar und verständlich ist.

LG