Hi!

Das 14 Kapitel! (Wow – ich bin fasziniert – das sind viiiele Kapitel :-) )

Ich hoffe es gefällt euch noch immer und ihr denkt nicht, dass die Sch...-Geschichte bald mal aufhören könnte ...

Tjachen – dann lest erst mal und vergesst nicht zu reviewen! dackelblick !

Old Friends

Ihre Augenlider waren schwer wie Blei. Aber Lily wollte sie ohnehin nicht öffnen.

Sie wollte viel lieber wieder schlafen. Alles war so wohlig und warm um sie herum. Langsam kehrte auch ihre Erinnerung was geschehen war zurück: Voldemort, der sie gequält hatte. Sie hatte gedacht, sie müsse sterben.

Vielleicht bin ich ja tot, dachte sie. Sie zwang sich die Augen zu öffnen, schloss sie aber sofort wieder, weil das gleißende Licht sie blendete.

Hmm, helles Licht, Geborgenheit ... ich muss tot sein. Sie wollte sich Klarheit verschaffen und schlug diesmal entschlossener die Augen auf. Als sie sich an das Licht gewöhnt hatte, erkannte sie, dass sie im St. Mungo war.

"Du hast uns schon ziemlich Sorgen bereitet.", sagte eine erleichterte Stimme zu ihrer Linken. Sie drehte schwerfällig ihren Kopf und erkannte James. Langsam kamen auch ihre Sinne zurück.

Sie konnte James Hand auf der ihren spüren, aber leider auch die Bohrer in ihrem Kopf, die wie wild auf sie einarbeiteten.

"Wie fühlst du dich?", fragte James und klang noch immer besorgt.

"Ein bisschen schwach, aber sonst halbwegs lebendig. Was ist mit dir? Als ich dich das letzte Mal gesehen habe, hast du eine Mauer umarmt. Was ist passiert?"

"Ich hatte nur ein paar gebrochene Rippen.", er winkte ab, so als wäre das das natürlichste der Welt.

"Sirius hat gesagt, dass Dumbledore auftauchte, während ich bewusstlos war und du gefoltert wurdest. Sie haben sich eine ganze Weile duelliert, bis Voldemort den Rückzug angetreten hat."

"Und du hast nichts mitgekriegt?"

"Nein, wie schon gesagt, ich war bewusstlos. Ich bin erst hier wieder zu mir gekommen." James deutete zu einem leeren Bett, das neben Lilys stand. "So gegen fünf Uhr früh. Sirius und Remus waren da und haben mir alles erzählt."

Lily war kurz in Gedanken versunken und fragte dann: "Wie spät ist es?"

James warf einen Blick auf seine Armbanduhr. "Fast Mittag."

"Warst du die ganze Zeit hier?"

"So gegen halb sieben haben sie mich fast rausgeworfen, weil ich ja genesen war. Also bin ich mit Sirius und Remus zu unserem Appartement gefloht. Dort habe ich geduscht und was gegessen und war dann die ganze Zeit hier."

"Und die Anderen?", fragte sie und wunderte sich wo Sirius und Remus waren.

"Die sind vor ein paar Minuten einen Tee trinken gegangen."

Wie auf Befehl erschienen in diesem Augenblick Sirius und Remus. Als sie Lily erblickten breitete sich ein Lächeln auf ihren ernsten Gesichtern aus.

"Wie geht es dir?", fragte Sirius während er sich und Remus zu Lilys rechter Seite zwei Stühle heraufbeschwor.

"Ich habe Kopfschmerzen und mein Rücken tut weh. Ansonsten geht´s mir prima.", grinste Lily schwach.

Lily begann Sirius und Remus auszuquetschen, um noch einmal alles aus erster Hand zu erfahren.

Die Beiden waren gerade fertig mir ihren Erzählungen, als ein Heiler hereinkam und Lily alleine untersuchen wollte.

Zu Lilys Empörung wollte der Heiler sie bis zum nächsten Morgen zur Beobachtung im Krankenhaus behalten. Nach einer kurzen Debatte gab der Heiler auf und erlaubt ihr, dass sie schon am Abend nach Hause durfte.

00000000000000000000000000000000000000000000000000000000000

Zwei Wochen später (1. August)

Lily wurde unsanft aus den Träumen gerissen.

Verdammter Wecker, dachte sie mürrisch.

Irgendwie schaffte sie es den Wecker mit der Hand zu ertasten und zum Verstummen zu bringen.

Sonnenlicht durchflutete das Zimmer und erinnerte sie daran, dass sie ihren Arsch gefälligst erheben sollte.

Sie drehte sich auf den Bauch, steckte ihren Kopf unter den Polster und knurrte gereizt.

Dabei schien ihr Hirn sich einzuschalten. Ihr fiel ein, dass James nicht neben ihr lag.

Sie waren letzte Nacht lange aufgewesen und hatten die Hochzeit geplant. Der Termin stand bereits fest. Der 2. November ... wenigstens das hatten sie geschafft.

Sie warf den Polster auf den Boden und warf noch einmal einen Blick auf die andere Betthälfte. Die ängstliche Seite ihres Gehirns schaltete sich ein. James war tatsächlich nicht da.

"Wurde auch Zeit, dass du aufwachst.", sagte eine Stimme.

Lily konnte ein Grinsen nicht unterdrücken, als sie einen (überraschenderweise) fertig angezogenen James im Türrahmen erblickte. Er setzte sich an ihr Bett und gab ihr einen Kuss.

"Bereit für deinen Einstieg in die Berufswelt?", grinste er spöttisch.

"Und wie.", antwortete sie sarkastisch und stützte sich auf die Ellbogen.

"Hey, du brauchst gar nicht so wehleidig zu tun. Ich habe auch schon fast den ganzen Sommer lang Training."

"Wenn wir schon beim Thema sind – musst du nicht schon los?" Lily sah auf die Uhr. Es war kurz nach sieben.

"Jaaa, ich muss um halb acht dort sein. Und du?"

"In Marlenes stand, dass ich um Acht im Konferenzraum sein muss." Marlene McKinnon, ebenfalls Ordensmitglied, war die Heilerin, der es zufiel Lily und die anderen Anwärter auszubilden.

"Ich sollte gehen. Ich schaue noch kurz in meiner Wohnung vorbei, bevor ich ins Ministerium muss."

"Okay. Soll ich vorbeischauen, wenn ich Feierabend habe?"

"Natürlich!" Der zweite Kuss an diesem Morgen folgte. Nur dass dieser etwas länger ausfiel und Lily James zu sich heranzog. Er fühlte ihren Atem auf seinem Gesicht. Er nahm all seine Selbstbeherrschung zusammen und löste sich von ihr.

"Ich liebe dich.", murmelte Lily zufrieden.

"Ich dich auch. Bis später – und viel Spaß.", er grinste vielsagend. Lily warf einen Polster nach ihm, woraufhin er schnell verschwand.

Müde schleppte Lily sich aus dem Bett um zu frühstücken, sich anzuziehen, zu frisieren, zu duschen und die Zähne zu putzen. Um dreiviertel acht traf sie im St. Mungo ein.

Sie fragte die Dame am Empfang, wo der Konferenzraum war. Diese erklärte ihr geduldig, dass sie die Halle durchqueren musste und dann die fünfte Tür auf der rechten Seite nehmen musste.

Als Lily vor ebendieser Tür stand, warf sie einen Blick auf die Uhr. Fünf Minuten vor. Perfektes Timing, lächelte sie zufrieden und öffnete die Tür.

Aber ihr Lächeln verschwand so schnell wie es gekommen war, als sie sah, wer ihre Mitschülerin war.

Simone Lyn, eine der wenigen Personen, von denen Lily sagen konnte, dass sie sie leidenschaftlich hasste, saß an dem langen Konferenztisch.

Lily setzte sich Simone gegenüber. Diese sah so geschockt aus wie Lily sich fühlte. Aber glücklicherweise erschien Marlene bevor Lily oder Simone etwas sagen konnten. Marlene, eine große, freundliche Frau mit brünettem Haar ließ drei riesige Bücher auf den Tisch fallen.

"Hallo Lily, Simone,", sagte Marlene herzlich und schüttelte beiden die Hände. Dann setzte sie sich ebenfalls an den Tisch.

"Wie ihr vielleicht wisst, ist mein Name Marlene McKinnon und ich bin die Chefin des Ausbildungsprogramms für Heiler. Heuer wird alles ziemlich anders sein, als in den Jahren zuvor. Normalerweise starten wir mit etwa zwanzig Anfängern, von denen wir nur maximal zehn behalten. Die Ausbildung dauert ungefähr zwei Jahre, aber da ihr nur zu zweit seid, werdet ihr mir den ganzen Tag über folgen und so alles lernen. Schon bald könnt ihr leicht Verletzungen alleine behandeln und gegen Juli werdet ihr fertig sein.

Jeden Montag werden wir hier in diesem Raum sein und die Theorie machen. Die restliche Woche treffen wir uns hier und gehen dann durch die verschiedenen Abteilungen vom Krankenhaus, so dass ihr viele Erfahrungen sammeln könnt.

Nur diese Woche werden wir immer hier bleiben und die langweiligen Grundsätze des Heilens lernen. Außerdem ein paar einfache Heilzauber, die eigentlich kein Problem für euch sein dürften.

In meinen Akten steht,", fuhr Marlene fort und holte ein Pergament aus ihrer Tasche, "dass ihr im gleiche Jahrgang in Hogwarts wart. Lily in Gryffindor und Simone in Ravenclaw, also kennt ihr euch schon, richtig?"

Simone und Lily sahen sich kurz an und nickten dann. Ja, sie kannten sich allerdings ...

"Gut.", freut sich Marlene und gab Lily und Simone je ein Buch. "Dann lasst uns anfangen."

00000000000000000000000000000000000000000000000000000000000

Stunden später stieß Lily die Tür zum Appartement 221 auf und fand James, Remus und Elizabeth im Wohnzimmer vor, wo sie irgendetwas diskutierten. Erstaunt sahen sie auf, als Lily ihr dickes Buch auf den Boden fallen ließ (normalerweise hätte sie so nie ein Buch behandelt).

"Bist du okay?", fragte James von der Couch.

"Oh, mir geht es super. Wahnsinnig gut!", antwortete Lily und ihre Stimme triefte vor Sarkasmus. Lily ließ sich neben James auf die Couch fallen und verbarg ihr Gesicht in den Händen.

Elizabeth, die neben Remus auf dem Boden gesessen hatte, setzte sich auf Lilys andere Seite und strich ihr über den Rücken. "Was ist los, Lils?"

"Also, von Anfang an: Außer mir ist nur ein anderer Auszubildender. Will jemand raten, wer es ist?"

"Will Logan.", versuchte es Remus.

Lily lachte trocken auf. "Ich wünschte mir er wäre es."

Alle sahen sie überrascht an. Wer könnte noch schlimmer sein, als ihr Ex-Freund?

"Simone.", gab Lily tonlos die Antwort auf die ungestellte Frage.

James, Remus und Elizabeth starrten sich fassungslos an.

"Das muss ein Scherz sein!", behauptete Elizabeth.

"Wenn es nur einer wäre."

"Hat sie irgendetwas zu dir gesagt?"

"Ja, hat sie: Sie hat gemeint, dass wir uns jetzt ja noch öfter sehen würden. Erst habe ich ja gedacht, sie meint die Ausbildung, aber wie sie das gesagt hat ... ich weiß nicht ... als ob wir uns außerhalb des Krankenhauses sehen würden ..."

Lily und Elizabeth diskutierten, was Simone gemeint haben konnte, kamen aber zu keinem Schluss.

Schon nach kurzer Zeit ließen sie das Thema wieder fallen, weil Remus heute Abend das erste mal Eliazabeth´s Eltern treffen sollte und sie Beide sehr nervös waren.

Lily und James gaben ihnen viele Tipps und wünschten ihnen viel Glück, als Remus und Elizabeth schließlich aufbrachen.

Lily sah sich im Appartement um und dann fiel es ihr erst auf. Sie fragte James: "Wo ist Sirius?"

"Er hat ein Date."

"Mit wem?"

"Keine Ahnung. Ich habe nicht gefragt und er hat nichts erzählt."

Nachdenklich dachte Lily an Elizabeth. "Denkst du es geht alles gut? Mit Remus meine ich."

"Ich denke schon. Er ist fast ein perfekter Gentleman, also bezweifle ich, dass sie ihn nicht leiden können."

"Weiß Elizabeth, dass Remus ein Werwolf ist?"

"Ja, vor ein paar Wochen haben sie einen langen Spaziergang gemacht ... und ich bin sicher, dass du dir denken kannst, was danach passiert ist.", fügte er bedeutungsvoll hinzu.

"Ohhh,", grinste Lily, "Von dem Sex habe ich gehört, aber sie hat nie ein Wort über die Werwolf-Sache verloren."

"Willst du was essen gehen?"

"Sicher, wohin gehen wir?"

00000000000000000000000000000000000000000000000000000000000

Nachdem sie gegessen hatten, flohten sie zu Lilys Appartement wo sie die Hochzeitspläne vervollständigten.

Bis jetzt hatten sie den Trauzeugen (Sirius), Beistände für den Bräutigam (Remus und Peter), die Trauzeugin (Alice) und die Brautjungfern (Dorcas und Elizabeth) ausgewählt. Lily hatte dunkelgrüne Kleider für die Braujungfern ausgesucht, aber für sich selbst hatte sie noch immer nicht entschieden, ob sie einen weißen Festumhang oder ein Hochzeitskleid tragen sollte.

Sie hatten auch entschieden, wo die Hochzeit statt finden sollte (in einer alten Kapelle nah Lilys Heimatort), aber bis jetzt wussten sie noch nicht, wo die anschließende Feier steigen sollte.

Gegen zehn Uhr ging James nach Hause. Remus war nicht da und Sirius ... naja, Sirius hatte seinen normalerweise goldenen Türknauf silbern eingefärbt ... das Geheimzeichen für „Nicht stören".

Am nächsten Morgen versuchte James sich mittels Kaffe wach zu bekommen, als Sirius sein Date zur Tür begleitete. Er konnte sie sprechen hören und die Stimme kam ihm vage bekannt vor.

James versuchte einen Blick auf sie zu erhaschen und ihre Stimme einem Gesicht zuordnen zu können. Was er sah ließ ihn beinahe seine Kaffeetasse fallen.

00000000000000000000000000000000000000000000000000000000000

Lily wachte gut gelaunt auf. Sie und James waren bei der Hochzeitsplanung bedeutend weiter gekommen. Außerdem hatte sie beschlossen, dass sie Simone einfach weitgehend ignorieren wollte und ansonsten höflich aber nicht zu freundlich sein sollte.

James apparierte in Lily's Küche. Lily war überrascht James zu sehen.

Ohne Einleitung plumste James sich auf einen Sessel und sagte: "Es war Simone."

"Was? Wer?", fragte Lily verwirrt.

James holte tief Luft und erklärte: "Simone war Sirius Date."

Lily fiel beinahe vom Stuhl. Nach einer Weile hatte sie sich wieder einigermaßen gefangen. "H-Hast du sie gestern noch gesehen -", sie wollte es eigentlich gar nicht wissen, aber sie musste das jetzt einfach fragen: "oder heute Früh?"

James wich ihrem Blick aus. "Heute Morgen."

Der Raum begann sich zu drehen.

"Aber ich habe heute mit ihm gesprochen und er meinte, dass sie nur ein One-Night-Stand war." James hatte gedacht, dass das Lily etwas beruhigen würde, aber es schien sie noch mehr zu ärgern. Sie schüttelte den Kopf und rollte mit den Augen.

"Schnallst du es nicht, James?" Als sie fortfuhr redete sie sich immer mehr in Fahrt. "Wir haben auch als One-Night-Stand angefangen! Und schau uns jetzt an ... wir heiraten in drei Monaten. Was wenn sowas noch einmal passiert und wir Simone für immer am Hals haben?"

James lachte leise. "Denkst du nicht, dass du etwas überreagierst?"

Lily starrte ihn an. "Entschuldige mal, aber wenn ich mich richtig erinnere, waren es Sirius und du, die sich so aufgeregt haben, weil Peter eine Slytherin datet."

"Das ist nicht das Gleiche."

"Stimmt. Du warst schlimmer, weil du Josefine noch nicht mal gekannt hast. ICH weiß was für eine intrigante Schlampe Simone ist."

"Das ist aber nicht der Punkt.", sagte James und winkte ab. "Es wird schon nichts Ernstes zwischen den Beiden werden."

"Und warum nicht?"

"Ich will ja nicht klingen wie eine Mädchen-Zeitschrift, aber Sirius ist eindeutig nicht der Typ für eine ernsthafte Beziehung."

Lily sah ihn verärger an.

"Das warst du vor mir doch auch nicht.", sagte sie langsam und deutlich, damit James auch jedes Wort gut hören konnte.

"Schau,", lenkte sie dann etwas freundlicher ein, "ich gehe jetzt schnell duschen und dann ... bleibst du noch?"

"Nein." James stand auf. "Ich muss los. Wir sehen uns beim Treffen heute Abend?"

"Ja.", sagte Lily und ließ sich von James einen kurzen Kuss geben, bevor er ging. Sie schüttlete den Kopf. Er versteht einfach nicht, was ich meine, dachte sie nachdenklich und beeilte sich dann ins Bad zu kommen.

Mit der Aussicht auf einen Tag mit Simone und einem Ordenstreffen (also einem ordentlichen Schuss Tod und Zerstörung) verzweifelte Lily fast. Während das heiße Wasser über ihren Körper rann, hoffte sie, dass sie sich täuschte und der Tag nicht so schlimm werden würde, wie sie es sich ausmalte.