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Teil 14 – Ey Mann, wo is' mein Auto?

Es hatte noch eine Weile gedauert bis Hermine endlich schlafen konnte. Zumal sie die richtige Position auf dem Sofa erst hatte finden müssen. Die Polster waren zu weich und die Liegefläche zu schmal, so dass sie bei jedem Umdrehen fast herunter fiel. Sogar beim Aufwachen ärgerte sie sich noch über Snape, der einfach vorausgesetzt hatte, dass sie diese ungünstige Schlafstätte nehmen musste.

Natürlich lief schon wieder der Fernseher. Er musste ihn angeschaltet haben, ohne dass sie etwas davon mitbekommen hatte. Gähnend rieb sie sich die Augen und zwinkerte, bevor sie sich ächzend erhob. Ihrem, von guten Hogwartsmatratzen verwöhnten Rücken tat die weiche Schlafmöglichkeit überhaupt nicht gut. Allerdings erheiterte sie der Gedanke wie sich das bei einem älteren Mann wie Snape ausgewirkt hätte. Allein die Vorstellung wie er krumm, mit einer Hand im Rücken, wie sie es jetzt tat, zum Bad schleichen würde, trieb ihr trotz der Schmerzen ein Lächeln auf die Lippen.

Was sie jetzt brauchte war eine warme Dusche und dann einen ordentlichen Kaffee. Normalerweise bevorzugte sie ja Tee oder Kürbissaft, aber sie musste wach werden, da konnte man schon mal eine Ausnahme machen.

Sie gähnte noch einmal herzhaft, drückte die Klinke zum Bad herunter und nur eine Sekunde später entfuhr ihrer Kehle ein quietschendes Geräusch.

„Guten Morgen, auch endlich munter?"

Hermine war nun wach. Mehr als das. Vor dem Spiegel stand, nur mit einem Handtuch um die Hüften, ihr Lehrer für Tränkekunde und rasierte sich. Teile des Rasierschaums waren noch an seiner Kinnpartie und gekämmt hatte er sich wohl auch noch nicht, was die Strähnen wild in seine Stirn fallen ließ.

Ihre Kinnlade klappte nach unten und irgendwie hatte sie das Gefühl, dass ihrem Mund plötzlich jegliche Flüssigkeit fehlte. Ihre Gedanken purzelten nur so durcheinander, aber sie war unfähig ihren Blick von ihm zu lösen. Es war nicht so, dass sie nicht schon mal einen nackten – ähm, halbnackten – Mann gesehen hätte. Aber wo war der Zauberer, den sie unter den sonst üblichen Roben erwartet hatte?

Es war schon ein Unding sich einzugestehen, dass sie sich Gedanken darüber machte wie Snape nackt aussah, aber wenn – und es war ja nicht so, dass sie das jemals getan hätte – dann wäre es nicht das gewesen, was da in zwei Metern Entfernung vor ihr stand. Wo war das bleiche Gerippe? Die schwabbelige, fahle Haut? Zumindest irgendwelche Anzeichen von fortgeschrittenem Alter?

Gut, er war sehr schlank, wie man an den Rippen erkennen konnte, aber längst nicht so klapprig wie sie gedacht hatte. Unter der – und das war das einige Klischee, welches zutraf – blassen Haut zeichneten sich deutlich Sehnen und Muskeln ab. Außerdem war er nicht überall behaart wie ein Affe. Lediglich an den langen, schlanken und dennoch muskulöseren Beinen zeigte sich ein dunkler Flaum.

„Uglmpf", entwich ihr, wobei es eigentlich ein Morgengruß hätte werden sollen. Irgendwie schien sich ihr Sprachzentrum ohne Sauerstoffversorgung zu befinden.

„Eine Minute, dann bin ich fertig." Es schien ihm nicht einmal etwas auszumachen, dass im Rahmen seine Schülerin stand und ihn angaffte, als wäre er eine Zirkusattraktion.

„Hmpfff", war die einzige Antwort, die sie geben konnte.

„Hast du gut geschlafen?" Mit einem Einwegrasierer schabte er sich die letzten stoppeligen Reste vom Kinn und sah sie nicht einmal mehr an.

Seit wann legte er bitte Wert auf einen gute morgentliche Konversation? Sie war immer davon ausgegangen, das er ein Morgenmuffel war. Dazu ein Tagmuffel und ein Nachtmuffel.

„Hmm." Zumindest konnte man dieses Geräusch mit etwas gutem Willen als ein 'ja' interpretieren.

Nur kurz darauf war sie endlich allein im Bad und sie fragte sich zum ersten Mal, ob vielleicht der schlechte Schlaf ihr Sehvermögen eingeschränkt hatte. Gähnend stellte sie sich vor das Waschbecken, drehte den Wasserhahn auf, damit sie sich die Zähne putzen konnte und schreckte zurück, als sie in den Spiegel sah.

Sie sah entsetzlich aus. Dunkle Ringe zeichneten sich um ihre Augen ab. Die Haare hatten sich zu einem Wust aus Knoten und Filz verdreht und lagen wirr um das leichenblasse Gesicht.

Ein Anblick, der vermutlich einen Troll schreiend in die Flucht geschlagen hätte.

Überhaupt war das alles nur Snapes Schuld! Wütend griff sie nach der Zahnbürste und beseitigte erst einmal den Geschmack von toten Ratten in ihrem Mund. Was musste er jetzt für einen Eindruck von ihr haben? Das sie morgens aussah wie Trelawney, die einen Grimm in ihrer Vision hatte?

Und warum machte sie sich überhaupt Gedanken welchen Eindruck sie auf ihren Lehrer machte, überlegte sie ein paar Minuten später in der Dusche, während das warme Wasser auf sie niederprasselte.

Es war schon verwunderlich, dass ein einziger Blick auf den Professor im Handtuch ihr gesamtes Denken übernahm. Mit der Bürste versuchte sie der Katastrophe auf ihrem Kopf Herr zu werden, doch ohne Einsatz von Magie war dieses Unterfangen gleich zum Scheitern verurteilt.

Energisch rief sie sich ins Gedächtnis wie sehr sie ihn verabscheute.

Seine überhebliche Art, wie er alle um sich herum behandeln konnte, als wären sie lästige Insekten

Das arrogante Auftreten, wenn er meinte im Recht zu sein.

Die furchtbare Nase, die er ständig überall reinstecken musste.

Diese fast schwarzen, stechenden Augen, die einem dass Gefühl gaben, sie könnten bis auf den Grund der Seele blicken.

Ganz abgesehen von seiner Stimme. So etwas sollte verboten werden. Ein Satz und man hatte Gänsehaut am ganzen Körper. Die hatte sie allein schon bei dem Gedanken daran...

Objektiv betrachtet, dachte sie und verzog gequält ihren Mund als die Bürste in den verdrehten Haaren wieder hängen blieb, war er ein durch und durch verabscheuungswürdiger Zauberer.

Gut, vielleicht war sie doch etwas hart.

Er war schon selbstbewusst, aber konnte man ihm dafür einen Vorwurf machen? Manche Schüler waren ja auch wirklich nervtötend unbegabt, das musste sie zugeben.

Die Nase war bei genauer Betrachtung auch nicht so schrecklich, irgendwie machte sie ihn sogar interessant, weil er sich von der breiten Masse abhob. Dass er als Lehrer und Ex-Doppelagent immer informiert sein musste, lag ja auf der Hand, vermutlich ließ sich so etwas nicht einfach abstellen. Und die Augen, Hermine seufzte unbewusst, waren letztendlich sehr faszinierend. Wenn man wagte länger hinzusehen.

Für die Stimme gab es allerdings keine Entschuldigung. Die war einfach verboten...Ihr fiel nicht auf Anhieb das passende Wort ein und sah ihr Spiegelbild böse an... erotisch?

Sie erstarrte mitten in der Bewegung und sah zur Tür, als hätte sie Angst, dass er ihre Gedanken bis in den angrenzenden Raum hören konnte. Zumindest hatte ihr Gesicht nun wieder einen gesunden Farbton angenommen.

Wann bitte, hatte sie damit angefangen ihn aus einem anderen Blickwinkel zu sehen? Unsicher schnupperte sie an der Zahnpasta. Hatte sich jemand einen Scherz mit ihr erlaubt und dort irgendwelche Aphrodisiaka herein getan?

Ein hartnäckiges Klopfen ließ sie die Tube ins Becken fallen lassen.

„Bist du bald fertig? Frühstück ist fertig."

Frühstück? Snape hatte Frühstück gemacht? Hastig stellte sie alles wieder an Ort und Stelle, schlüpfte in ihren Schlafanzug, da frische Sachen sich noch im Schlafzimmer befanden.

Ihre Haare ähnelten zwar immer noch eher einem Vogelnest, aber darum würde sie sich später kümmern. Was sie viel mehr interessierte war, was ihr Lehrer unter Frühstück verstand.

Viel war es nicht, was ihr Vorratsschrank hergegeben hatte, aber Walli hatte an das Nötigste gedacht. Es gab Tee, Kaffee, Toast und Marmelade. Was wollte man schon mehr?

Erstaunlich war allerdings, dass er bereits alles vorbereitet hatte, als wäre es selbstverständlich.

Sekunden später erinnerte sie dies alles allerdings mehr an eine Henkersmahlzeit.

„Wilbur war schnell. Um neun kommt ein Bote mit einem Wagen und den Eintrittskarten für das Spiel heute Abend."

Wagen? Sie hatte völlig vergessen, dass die Verkehrsbetriebe streikten. Ob es was bringen würde, wenn sie sich krank stellte? Sicher würde er dann auf eigenen Faust losfahren und ihr würde man Vorwürfe machen, dass sie ihn in einer solch brenzligen Situation allein gelassen hatte.

Nein, man konnte ihr viel nachsagen, aber mangelndes Pflichtbewusstsein ganz sicher nicht.

Und woher wusste er, dass Wilbur alles besorgt hatte?

Ihr fragender Blick schien Bände zu sprechen.

„Ich habe die elektronische Post gelesen."

Moment mal. Er hatte die emails gelesen? Wie war er an ihr Passwort gekommen? Das hatte sie ihm bei ihrer Einführung nämlich nicht gesagt.

„Auch das war ich schwer zu finden. Du solltest nicht unbedingt den Namen deiner Katze nehmen."

Argh! Sie schrie in Gedanken auf. Seid wann war er Gedankenleser? Sah man ihr eigentlich alles an der Nasenspitze an? Vor allem aber, woher kannte er den Namen ihres Katers?

Eine gute Stunde später war Hermine froh, dass sich ihr Marmeladentoast bereits tiefer in ihrem Verdauungstrakt befand um nicht umgehend wieder hervorzuschnellen. Wilbur hatte ganze Arbeit geleistet. Pünktlich um neun stand ein Bote vor ihrer Tür mit den gewünschten Karten und den Schlüsseln für einen fahrbaren Untersatz.

„Es ist ein Zivilfahrzeug, welches wir normalerweise für Beobachtungen nehmen. Mr. Harrison meinte, er wäre ideal für ihre Zwecke."

Hermines geheimer Wunsch nach einem Panzer war also nicht erfüllt worden. Das einige Fahrzeug, in dem sie sich halbwegs sicher gefühlt hätte.

„Wenn Sie mir folgen würden, dann mache ich Sie mit dem Nötigsten vertraut."

Sie folgten dem Beamten schweigend. Hermine mit einer Leidensmine und Snape mit einem diabolischem Lächeln auf den Lippen. Im Gegensatz zu ihr schien er keine Angst um Leib und Leben zu haben.

Direkt vor Wallis Haus parkte ein kleiner roter Porsche und sie stöhnte innerlich auf. Wenigstens starben sie stilvoll, soviel war sicher, doch der Beamte führte sie nicht zu dem Sportwagen, sondern zu einem rostfarbenen Bulli, der in etwa das gleiche Baujahr hatte, wie Hermines Geburtsjahr.

Bei näherer Betrachtung entpuppte sich die Farbe allerdings als echter Rost, die ursprüngliche schien einmal orange gewesen zu sein.

Sie errechnete blitzschnell, dass sich ihre Lebenserwartung aufgrund des Fehlens von Mechanismen wie Airbags oder elektronisches Stabilitätsprogrammes auf ein Minimum reduzierte. Vor allem mit einem Zauberer als Fahrer, dessen Erfahrung sich vermutlich auf das Steuern von Besen berief. Wahrscheinlich nahm man im Ministerium das Gleiche an und hatten ihnen deshalb diese Rostlaube zugeteilt.

Kannte er überhaupt die Grundregeln des Straßenverkehrs? Ob sie noch schnell eine Eule mit ihrem Testament an ihre Familie abschicken durfte?

Sie durfte nicht, denn ihr Gatte war offensichtlich immer noch gewillt sie möglichst schnell sterben zu lassen, wie sie bemerkte, als er sich zielstrebig hinter das große Steuer setzte.

„Es ist ein Schaltwagen, sie kennen sich damit aus?"

Auch wenn die Frage nicht an sie gerichtet war, quietschte Hermine ein deutliches 'Nein' – wurde aber ignoriert, da der Staatsbeamte sich durch ein einfaches Nicken seitens des Professors einlullen ließ.

Vermutlich lag es am Testosteron, was alle Männer glauben ließ sie wären zum Autofahren geboren.

Wenige Minuten später verschwand der junge Mann, wünschte ihnen eine gute Fahrt und Snape sah Hermine auffordernd an, die immer noch neben dem Bulli stand und auf ein Wunder hoffte.

Vielleicht sprang der Wagen ja nicht an?

„Worauf wartest du? Steig ein", befahl er mürrisch und Hermine sah stöhnend in den Himmel. Gab es denn keine göttliche Fügung? Sollte ihr Leben denn wirklich schon vorbei sein?

Da es vergebens war zu lamentieren, holte sie tief Luft und kletterte umständlich auf den Beifahrersitz. Nach ihrem Geschmack war definitiv zu wenig Knautschzone zwischen ihr und der Straße. Hastig schnallte sie sich an, was ihr wenigstens einen dünnen Hauch von Sicherheit gab.

Der Schlüssel steckte bereits und als de Professor ihm umdrehte schloss sie schon einmal die Augen. Ein röhrendes Krachen ertönte und das Gefährt machte einen gewaltigen Satz vorwärts bevor der Motor wieder erstarb.

„Der Gang ist noch drin", murmelte Hermine und war froh, dass sich vor ihnen kein anderes Auto befunden hatte, welches nun sicher einige Zentimeter kürzer gewesen wäre.

Snape überlegte kurz, trat dann eine der Pedalen durch und startete erneut. Diesmal ohne Bocksprung. Der kam zwei Sekunden später, als er das Pedal losließ und sich der Bulli ruckartig nach vorn bewegte.

„Wir können auch zu Fuß gehen", warf Hermine noch einmal ein, aber sie wurde natürlich ignoriert. Snapes Gesichtsausdruck konnte man inzwischen schon verbissen nennen. Vermutlich hatte er es sich einfacher vorgestellt.

Buckelnd bewegten sie sich vorwärts und als er an dem Lenkrad drehte, um den Bulli auf die Straße zu bewegen, ertönte auch schon ein langgezogenes Warnsignal in Form einer Autohupe neben ihnen.

„Vielleicht sollte man den Blinker setzen, bevor man ausschert?"

Sein Blick hatte etwas von dem Ich-fresse-kleine-Kinder-zum-Frühstück, den sie bereits aus dem Unterricht kannte und sie nicht wirklich mehr beeindruckte. Im Angesicht des nahenden Todes wurden solche Dinge schlichtweg bedeutungslos. Lediglich die schleichende Geschwindigkeit mit der sie sich fortbewegten gab ihr etwas Trost. Mit dem Tempo einer Landschildkröte konnte letztendlich nicht ganz soviel passieren.

„Wo müssen wir lang?"

Zitternd krallte sich Hermine in das zerschlissene Polster unter ihr und ruckte mit dem Kopf zur Seite. „Die nächste Straße links", hauchte sie kaum hörbar. Aber das Gehör des Professors war geschult genug sie trotzdem zu verstehen.

Eigentlich hatte Hermine die Augen schließen wollen, aber sie war froh es nicht getan zu haben, denn so konnte sie ihn davon abhalten wirklich die nächste Straße abzubiegen. „Das ist eine Einbahnstraße", quietschte sie und riss im letzten Moment das Lenkrad wieder geradeaus.

„Du hast gesagt die nächste links", schimpfte Snape und schüttelte seinen Kopf, bevor er sie fragend ansah. „Was ist eine Einbahnstraße?"

Hermine sackte noch ein wenig mehr in sich zusammen, schloss ihre Augen und weinte still in sich hinein.

Er überfuhr zwei rote Ampeln, drei Stoppschilder und streifte beinahe einen Lastwagen, aber wie durch ein Wunder – es konnte aber auch an der Durchschnittsgeschwindigkeit einer Weinbergschnecke liegen- gelangten sie unversehrt an ihr erstes Ziel. Dass sie vermutlich zu Fuß in etwa die gleiche Zeit gebraucht hätten, verriet sie dem Professor allerdings nicht. Er schien völlig in seiner neuen Rolle als Autofahrer aufzugehen.

„Na, war doch gar nicht so schlimm, oder?"

Die Freude noch am Leben zu sein überwog das Hochgefühl, dass es etwas gab, was er nicht beherrschte um ein Vielfaches.

Bedauerlicherweise lernte er schneller, als es der Hexe lieb war. Nach weiteren zwei Stopps konnte er sich bereits dem fließenden Verkehr anpassen, (Was die Geschwindigkeit nicht unbedingt erhöhte, da dank der Streiks mehr Stau als Vorwärtskommen herrschte) obszöne Flüche gegenüber anderen Autofahrern auszusprechen, die wagten ihn zu kreuzen und halbwegs ordentlich einparken.

Wobei Parken im eigentlichen Sinn nicht richtig war, denn Snape nahm keine Rücksicht auf Bushaltestellen, Hydranten, Behindertenparkplätze und Ausfahrten, so dass sie innerhalb eines halben Tages die stattliche Anzahl von sechs Strafzetteln hinter der Windschutzscheibe vorfanden. Das Ministerium würde seine helle Freude haben...

Hermine schaffte es sogar Teile der Strecke nicht die Hände vor den Augen zu behalten und Snape begann sich auch schon für andere Fortbewegungsmittel zu interessieren – vorzugsweise Sportwagen und Motorräder. In manchen Dingen unterschieden sich Zauberer und Muggelmänner eben gar nicht.

Nach einem Halt an einem Restaurant, in der sie einen Kellner auf seine Abstammung überprüften und gleichzeitig eine Kleinigkeit zu sich nahmen, mussten sie allerdings feststellen, dass der Bulli nicht mehr da stand, wo Snape ihn eingeparkt hatte.

„Ich weiß ganz genau, dass ich ihn hier abgestellt habe", brummte der Professor ungehalten. Dass dies eine Zufahrt zu einem Krankenhaus war, schien ihn weniger zu interessieren, allerdings hegte Hermine den Verdacht, dass man den Wagen vermutlich abgeschleppt hatte, was man ihr einen Anruf von einem Münztelefon später auch bestätigte.

War dies das verspätete Wunder? Missmutig warf sie einen Blick in den Himmel. Wenn, dann kam das ein wenig spät – außerdem befanden sie sich gut zwanzig Meilen von ihrem Apartment entfernt. Nicht gerade eine Strecke für einen gemütlichen Fußmarsch.

„Zauberstab?"

Zunächst hatte sie gar nicht verstanden was er mit diesem Wort andeutete, aber nur Sekunden später stampfte sie wütend mit ihrem Fuß auf.

„Nein! Keine Zauberei! Du hast nicht nach den Gesetzen geparkt und man hat uns den Wagen abgeschleppt – das Ministerium wird sich bedanken. Den Schlamassel hast du uns eingebrockt, jetzt seh' zu wie wir da wieder herauskommen und zwar ohne MAGIE!"

Hermine war wirklich wütend. Zu allem Überfluss fing es auch noch an zu regnen, was an sich in London nichts Besonderes war, allerdings hatte sie – ja sie, die sonst immer an alles dachte – keinen Regenschirm, oder eine geeignete Jacke mitgenommen, denn sie war ja davon ausgegangen ein Dach über dem Kopf zu haben.

Ohne ihren Begleiter eines weiteren Blickes zu würdigen, drehte sie sich um und ging in den nächstbesten Pub, der sich direkt an der Straßenecke befand. Es war ihr auch egal, dass man ihr als seltsame Blicke zuwarf. Klatschnass und schnaubend vor Wut, setzte sich an die Theke und bestellte sich einen doppelten Scotch...

Äh ja, irgendwie hat sich die Story in eine andere Richtung bewegt als ich ursprünglich gedacht habe. Ich hoffe ihr hattet trotzdem Spaß ... Im nächsten Teil – (mit dem Titel: Bettgeflüster) - gibt es ein böses Erwachen für Hermine... sofern es da draußen noch Leser gibt, die interessiert sind ;-)