Silly Love Songs
„Es ist Zeit."
Blaine rollte sich herüber und rieb seine Augen. „Mmh?"
„Du hast vor Weihnachten über Kurt gesagt und ich zitiere ‚Vielleicht werde ich ihn am Valentinstag fragen. Das sind zweieinhalb Monate zum Erholen.'", zwitscherte Wes und ließ sich auf Blaines Bett fallen. „Also wie wirst du es tun? Ihm einen Regenbogenkuchen machen auf dem ‚Du bekommst Sex' steht?"
„Du verbringst zu viel Zeit im Internet." Blaine streckte seine Hand aus und schlug Wes Seite, das einzige was er liegend erreichen konnte.
„Komm schon, komm schon, komm schon. Liebe liegt in der Luft.", begann Wes Blaine zu schütteln. „Steh auf."
„Ich werde dir in die Eier treten.", drohte Blaine sich aufsetzend. „Wirklich, wirklich fest."
„Du kommst da nicht raus, Anderson. David und ich werden dich nicht lassen. Mir reicht es mit den innigen Blicken. Davon wird mir übel."
„Geh weg." Blaine zeigte auf die Tür.
„Nein. David hat mir einen Schlüssel gegeben. Er hat mich eingeladen."
„Hab ich nicht.", murmelte David in sein eigenes Kissen. „Dieb."
„Es ist zu früh dafür.", stöhnte Blaine.
„Warte. Du bist nicht aufgeregt, nur genervt.", sagte Wes mit sich weitenden Augen. „Was ist passiert? Seid ihr zwei zusammen gekommen?"
David setzte sich schnell auf und drehte sich zu ihm.
„Nein.", zuckte Blaine mit den Schultern und zog eine Decke über seinen Kopf.
„Weißt du, er hat Kurt in Französisch auch nicht mehr so angestarrt wie sonst.", sagte David nachdenklich.
„NEIN! Du!" Wes zeigte auf ihn. „Wen hast du getroffen und wo? Du hast vor zwei Wochen gesagt, dass ich still sein soll und dass du ihn am Valentinstag fragen würdest! Und ich hab nichts gesagt und du hast jemanden kennen gelernt?"
„Neuigkeit. Kurt und ich sind Freunde. Wir haben uns letzte Woche ein Musical angesehen und unsere Arme haben sich nicht einmal berührt. Nicht einmal. Wir sind nur Freunde." Blaine setzte sich auf. „Also lasst mich in Ruhe."
„Wie oft hast du diese neue Person getroffen? Wer ist es? Ist es der Typ aus Chemie? Weil Blainers, er aussieht wie ein Verrückter."
„Er geht nicht hier zur Schule."
„Nun wo geht er zur Schule? Deine alte Schule?"
„Er… hat seinen Abschluss."
„Letztes Jahr?"
„Uh… mehr oder weniger… vor drei Jahren?" Blaine biss sich auf die Lippe.
„Was?", fragte David.
„Wir haben so hart daran gearbeitet, dich und Kurt zusammen zu bekommen und wir sind so nah dran und du lässt uns im Stich? Blaine, du bist siebzehn."
„Nur noch zwei Monate.", höhnte Blaine.
„Wo hast du den Typen kennen gelernt?"
„Im Buchhandel. Wir haben beide nach demselben Buch gegriffen und -."
„Interessiert mich nicht.", unterbrach David. „Zu alt. Geh und frag Kurt nach einem Date."
„Nur Hipsters gehen zu der Buchhandlung. Nein." Wes schüttelte seinen Kopf. „Auf keinen Fall. Er trägt wahrscheinlich Klamotten aus dem Secondhand-Laden – und nicht dem tollen. Dem schlimmen."
„Eigentlich trägt er Klamotten von GAP, weil er dort arbeitet und wenn wir heiraten bekomme ich 50% Rabatt", schnappte Blaine.
„Das heißt, dass er ein Hipster ist." David schüttelte seinen Kopf. „Blaine, vertrau mir. Es würde nicht funktionieren. Hipsters mögen keine Pop-Musik. Sie hören Independent Zeug. Er lässt dich nicht Katy Perry oder Kelly Clarkson hören."
Blaine sah einige Sekunden alarmiert aus und rollte dann mit seinen Augen. „Ich könnte mir Independent Musik anhören."
„Wovor hast du Angst?", fragte David sehr ernst. „Dass du und Kurt euch wirklich verliebt? Dass er der Eine sein könnte? Dass du dich ihm öffnen müsstest? Das er dich nicht akzeptiert?"
„Ich wette es ist alles zusammen. Mit jemandem zusammen zu sein, der drei Jahre älter ist… Das schreit einfach nach Scheitern. Ganz davon abgesehen, dass er nur eine Sache wollen kann, wenn er mit einem Siebzehnjährigen rum hängt.", fügte Wes hinzu.
„Ihr Jungs seid nicht meine Eltern." Blaine stand auf, ging zu dem Schrank, den sie sich teilten und zog eine Uniformhose heraus. „Und ich mag den Typen wirklich… also hätte ich gerne, wenn ihr das nicht tun würdet, okay?"
„Aber du hast vor drei Wochen Kurt gemocht."
„Und jetzt mag ich Jeremiah."
„Sei nicht verrückt. Das ist zum Scheitern verurteilt." Wes rollte mit den Augen. „Du verdienst eine echte Chance für die Liebe und du schmeißt sie aus dem Fenster."
„Nun ich habe Kurt gestern schon gefragt und er denkt, dass es eine tolle Idee ist Jeremiah zu verführen."
„Was?", schrie David.
„Wusste er, dass du über jemand anderen geredet hast?", fragte Wes.
„Ich war nicht… besonders genau.", sagte Blaine langsam. „Wenn alle zustimmen, werden wir im GAP-Store ‚When I Get You Alone' für Jeremiah singen."
David brach in Gelächter aus.
„Das ist ein Witz, richtig?", fragte Wes mit ernstem Gesichtsausdruck.
„Sehe ich aus, als würde ich scherzen?"
„Es werden auf keinen Fall alle dafür stimmen. Mach dir keine Sorgen.", versicherte David Wes.
„Oh komm schon. Alle würden von der Brücke springen, wenn Blaine sie bitten würde.", höhnte Wes. „Das kannst du nicht tun, Blaine. Wenn du nicht genau warst, heißt das wahrscheinlich, dass Kurt meint, dass du ihn verführen wirst."
„Nein. Tut er nicht. Kann er sich nicht einfach für seinen Freund freuen, der einen eventuell-festen Freund gefunden hat?"
„Blaine, muss ich dich daran erinnern, dass Kurt einen 1,90 Meter großen Bruder hat? Möchtest du dich wirklich gegen ihn stellen?"
"Wisst ihr was?" Blaine stand auf. „Warum lasst ihr mich nicht meine eigenen Entscheidungen treffen?"
„Okay.", zuckte Wes mit den Schultern. „Viel Glück, Blainers. Übrigens du möchtest vielleicht deine Haare machen, bevor du raus gehst. Kurt ist im Flur."
„Ich muss niemanden beeindrucken." Blaine öffnete seine Tür, sah Kurt am Ende des Gangs und schloss die Tür wieder. „Aber wisst ihr was, ich bin ziemlich unvorzeigbar."
„Aha." David und Wes tauschten Blicke aus.
„Seid still."
…
„Ich kann nicht glauben, dass ihr mich das habt tun lassen.", stöhnte Blaine und öffnete sein Französischbuch. Wieso war er so dumm? Einen Typen mit einem Sexsong im GAP-Store verführen?
„Nun wenn man die innigen Blicke bedenkt, die du und Kurt während ‚Silly Love Songs' gemacht habt, bin ich mir ziemlich sicher, dass du bekommen hast, was du verdient hast.", sagte David, nicht besonders interessiert.
„Er hat mir gesagt, dass er mich mag.", sagte Blaine beeindruckt aussehend. „Das hat viel Mut gekostet, oder?"
„Das hat es.", sagte David.
„Vielleicht solltest du auch etwas Mut haben. Es sind noch immer zweieinhalb Stunden vom Valentinstag übrig.", grinste Wes.
„Was meinst du?"
„Ich meine warum schleicht du und Kurt euch nicht raus, holt Käsekuchen oder Kekse oder was auch immer Kurt so sehr mag?"
„Käsekuchen.", sagte Blaine ohne zu zögern. „Und ich weiß nicht. Ich meine ich denke nicht, dass es starke Gefühle sind, aber wäre das nicht komisch?"
„Nicht, wenn ihr zwei es nicht komisch macht. Es war nicht komisch im Lima Bean.", zeigte David auf. „Mach nur keine Witze darüber… und zahl."
„Zahlen?"
„Sieh den Tatsachen ins Auge, Blainers.", sagte Wes. "Irgendwann werdet ihr ausgehen. Es ist glasklar. Also verhalte dich auch so."
„Ich habe gerade einen anderen Typen im GAP-Store verführt.", sagte Blaine ausdruckslos.
„Weswegen du dich gerade so verhalten musst, als ob du Kurt magst. Wenn nicht, könnte er weiterziehen. Und du erinnerst dich, wer ein Auge auf ihn geworfen hat…"
„Gut." Blaine sprang auf, ergriff seinen Geldbeutel und ging hinunter in den Gemeinschaftsraum. Er blieb vor Kurts Tür stehen, klopfte laut und steckte seine Hände in seine Taschen.
Eine Minute später öffnete sich die Tür und Kurt streckte seinen Kopf heraus. Er sah schockiert zu Blaine, die blauen Augen geweitet.
„Also es sind noch zwei Stunden vom Valentinstag übrig. Meinst du wir können ihn retten?" Blaine lächelte ihm bezaubernd zu.
„Entschuldigung?", fragte Kurt.
„Nun ich hab deinen irgendwie ruiniert und ich hab gedacht, dass ich es vielleicht… wieder gut machen könnte?"
„Es ist zehn Uhr abends. Ausgangssperre ist in einer Viertelstunde."
„Nun ich weiß, dass sie heute die Zimmer der Achtklässler kontrollieren, nicht unsere. Ich werde David eine SMS schreiben und sie werden uns wissen lassen, ob es sicher ist durch mein Zimmerfenster hinein zu klettern, weil ich im Erdgeschoss bin."
Kurt starrte ihn unsicher an.
„Ich würde dich nicht in Schwierigkeiten bringen." Blaine streckte seine Hand aus. „Vertrau mir. Komm schon."
„Lass mich meinen Geldbeutel und meine Schuhe holen.", sagte Kurt und drehte sich um, um zurück in sein Zimmer zu gehen.
„Lass deinen Geldbeutel hier. Ich zahle." Blaine lächelte charmant.
Kurt sah ihn an, Verwirrung auf seinem Gesicht. Er protestierte allerdings nicht. Stattdessen griff er nach seiner Jacke und zog seine Schuhe an. Als er seine Zimmertür verschlossen hatte, nahm er Blaines Hand, die er wieder ausgestreckt hatte.
Blaine holte tief Luft, bevor er Kurt aus Dalton hinaus führte und sich fragte, wo genau das alles hinführen würde.
Und außerdem waren Kurts Hände so verdammt weich.
Danke für die Reviews!
Als nächstes: Blame It On The Alcohol
Dicht ist Pflicht
