-14- Das Paradies auf Erden

„Hermione, Wasser, sofort!"

Parvati hatte sich einfach nur ins Gras fallen lassen und streckte nun fordernd die Hand aus.

Sie, Hermione und Lavender hatten sich am Abend zuvor geeinigt in einen Rucksack alle Getränke und Lebensmittel zu füllen, den sie dann abwechselnd tragen würden.

Sehr vorausschauend in Anbetracht von McGonagalls Wanderwut.

„Hol es dir!"

Hermione lehnte sich an den Stamm des Baumes und nahm sich vor für die nächsten drei Stunden keinen Finger, vor allem aber keinen Zeh, zu rühren.

„Sollten wir nicht Lavender aufwecken? Immerhin kann es bei so einer Ohnmacht zu Schäden kommen… so Sauerstofftechnisch mein ich…"

Mit „wir" meinte sie eigentlich nur irgendjemand anderen als sich selbst. Snape zum Beispiel!

„Dazu, Miss Granger, bräuchte Ihre Wasserflasche, oder die von Mr.Malfoy."

„Warum nehmen Sie nicht Ihre?" Wenn es um sein Eigentum ging, war Draco schon immer sehr wagemutig gewesen. Hermione vermutete, dass das an den Genen lag.

„Weil sie leer ist." Schnappte der Meister der Zaubertränke genervt zurück.

„Dann haben wir ja was gemeinsam."

„Miss Granger?"

„Ich bin ebenfalls in die bedauernswerte Situation gekommen, etwas mit einem Malfoy gemeinsam zu haben."

„Och nö, dann haben wir ja kein Wasser…"

„Klappe, Patil!"

„Halt dich da raus, Malfoy."

„Ruhe!"

Schweigen.

Schließlich sah Hermione Snape schüchtern an.

„Sir, wir haben dann wohl nichts mehr zu trinken, was sollen wir jetzt tun?"

„Wer hat denn gesagt, wir hätten nichts zu trinken, Schlammblut?" Draco kaute träge an einem Grashalm herum. „Wir haben nur kein Wasser."

Nun wurde Parvati hellhörig. „Was hast du denn noch? Du gibt's uns doch was ab, oder? In der Wildnis und wenn es ums Überleben geht, müssen sogar Gryffindors und Slytherins zusammen halten."

Draco verdrehte die Augen. „Erspar mir deine ruhmreichen Reden." Zur großen Überraschung aller begann er plötzlich in seinem Rucksack zu wühlen.

„Also ich hab noch Bananensaft und…"

„Jahaaa, Safttag habt ihr… du und Haaaary….", kam es plötzlich schwächlich von der Seite.

„Professor, diesen Safttag verzeihe ich Ihnen nie. Sie haben meinen Ruf ruiniert. Und du Brown… pass auf was du sagst, mein Saft ist nämlich das einzig Trinkbare, was wir bei diesen Temperaturen haben."

Lavender achtete allerdings nicht auf Dracos böse Blicke, sondern fasste sich theatralisch an die Stirn. „W-was ist passiert?"

„Aufgrund der Hitze und der Überanstrengung sind Sie ohnmächtig geworden, Miss Brown. Daraufhin habe ich mir die Freiheit einer Pause genommen. Ihre Hauslehrerin wird auch eine Weile ohne uns auskommen."

Lavender achtete auch nicht im Geringsten auf Snape. Sie war vollkommen in ihre Rolle verstrickt. „Jemand hat mich aufgefangen. Ich bin sanft in seine starken Arme geglitten", hauchte sie hingerissen und hob vorsichtig den Kopf, um sich nach ihrem vermeintlichen Retter umzusehen.

„Das war ich."

BUMM. Lavenders Kopf hatte den Weg zurück auf die Erde gefunden und ihre Augen weiteten sich panisch. Sie hatte gerade zugegeben, dass Draco Malfoy starke Arme hatte.

„Warum immer ich?"

„Ich weiß nicht, was Sie meinen, Miss Brown?" Snape hatte sich an den Wegrand gestellt und hielt nach Harry Ausschau. Nicht, dass er seinen „Lieblingsschüler" so sehnsüchtig zurückerwartete, doch er traute seiner werten Kollegin zu, seine Autorität zu untergraben und Harry bei sich zu behalten.

„Sie hat sich schon wieder bis auf die Knochen blamiert."

Hermione grinste ein bisschen hämisch. DAS würde Lavender Parvati bestimmt nie verzeihen!

„Malfoy, hat Potter noch was Trinkbares wie Saft oder Wasser bei sich?"

„Ähm… also ich weiß nicht Professor äh…Ich hab ja noch genug." Der junge Slytherin wühlte eifrig in seinem Rucksack und warf Lavender ein großes Tetrapack Bananensaft zu, ohne groß auf die erstaunten und teilweise entsetzten Blicke zu achten.

„Könnt ihr euch mal wieder einkriegen? So fies bin ich auch wieder nicht, dass ich euch nichts geb. Naja eigentlich schon, aber nicht nachdem, was McGonagall mit uns veranstaltet."

Er setzte sich gemütlich im Gras zurecht und beobachtete ein Amselnest, aus dem eine Vogelmutter lugte und ihn seinerseits beäugte.

So tranken sie alle schweigend bis Snape sie mit einem „Da kommt, Potter" auf den dunklen Fleck in einer Bodensenke aufmerksam machte.

Nach ein paar Minuten konnte man den Fleck als Harry identifizieren. Der Junge-der-lebte wirkte äußerst zufrieden und schlenderte gemütlich auf die ungewöhnliche Gruppe zu, die sich unter dem großen Baum versammelt hatte.

Allerdings wirkte er unter der Last seines Rucksackes etwas gebeugt und Hermione fragte sich, was er da wohl alles drin haben mochte.

„Hey, habt ihr etwa alles ausgetrunken?" Harry deutete empört auf die sichtbar leere Bananensaftverpackung.

„Nee, fang!" Draco holte weit aus und warf Harry eine weitere Saftpackung entgegen.

„Warum habt ihr eigentlich so viel Bananensaft mit?" Erkundigte Lavender sich etwas irritiert.

„Och", Harry winkte ab, „der war heute im Sonderangebot. War nen Tipp von Ron. Den hab ich übrigens gefragt, ob er mit hierher kommen will und…"

„Du hast WAS?"

„Sie haben WAS?"

Manchmal, fand Hermione, waren sich Draco und sein Pate erschreckend ähnlich.

„Beruhigen Sie sich, er wollte ja nicht." Harry ließ sich auf den Boden plumpsen. „Ach Hermione, hast du dich mit Rubén gestritten?"

„Ich wüsste nicht, was dich das angeht!" Kam es etwas spitz zurück.

„Ist ja schon gut. Ach Professor, auf dem Rückweg hab ich ein nettes Plätzchen mit viel Wasser und Schatten entdeckt. Wollen wir da nicht hingehen?"

„Och nö. Noch mehr laufen." Parvati rekelte sich demonstrativ und blinzelte in die Sonne, doch Harry grinste nur hinterhältig.

„Da gibt es genug Wasser zum schwimmen."

Schlagartig saßen Draco, Hermione, Lavender und Parvati aufrecht. „Schwimmen?" Echote es Harry entgegen.

„Jap, schwimmen!"

Snape sah sich gezwungen der Mehrheit nachzugeben, und als er so hinter der begeisterten Meute einherschritt (andere Leute wurden wohl eher trotten sagen, doch wie wir alle wissen trottet ein Snape nicht), bereute er, sich überhaupt auf eine „Verbrüderung" mit den Schülern gegen McGonagall eingelassen zu haben.

Doch bereits 10 Minuten später änderte er seine Meinung völlig.

Harry hatte sie durch dichtes Gestrüpp geführt und mehr als einmal war die Frage laut geworden, was er denn bitte schön für einen Rückweg genommen hätte, doch letztendlich waren alle von seiner Entdeckung begeistert.

Urplötzlich erstreckte sich unter ihnen eine… ja man konnte sagen Lagune.

Ungefähr 10 Meter unter ihnen glitzerte das Wasser im hellen Sonnenlicht und an den schattigen Plätzen konnte man bis auf den Grund der Lagune sehen.

Das Wasser war klarer als alles was die Schüler und ihr Lehrer je zuvor gesehen hatten und zusätzlich war es von einer Felswand umgeben, auf der sie gerade standen und verzückt auf die glitzernde Oberfläche starrten.

Ein paar Meter von der Gruppe entfernt führte ein ausgetretener Pfad den ansonsten senkrechten Steilhang hinunter. Dieser Weg führte zu einer Art Steg, der ins Wasser hineinreichte und wunderbar zum Sonnenbaden einlud. Vor diesem Steg lag ein breiter Grasstreifen, den man fast schon als kleine Wiese bezeichnen konnte.

Ansonsten konnte man das kühle Nass nur durch direktes Springen erreichen.

Fast die ganze Felswand war mit Efeu und anderen Kletterpflanzen berankt und viele der Bäume, die auf der Felswand standen, waren schräg gewachsen, so dass ihre Zweige weit über das Wasser ragten und so eine Art Dach bildeten, dass angenehm viel Sonne durchließ.

An manchen dieser Bäume hingen starke Seile, die wohl von der heimischen Jugend dazu verwendet wurden, sich schwungvoll über die kannte der Steilwand zu schwingen und schließlich ins Wasser fallen zu lassen.

„Potter…"

„Ja, Sir…"

„Manchmal sind Sie wirklich recht nützlich."

„Danke, Sir."

Es musste wirklich eine Fügung des Schicksals sein, dass Potter diesen Ort gefunden hatte.

Snape sah sich zufrieden um.

Es gab genug Schatten, aber auch angenehm viel Sonne. Der ganze Ort drückte eine unglaubliche Ruhe aus und man hatte das Gefühl vom Rest der Welt abgeschnitten zu sein.

Das ideale Versteck vor McGonagall Dachte Snape und atmete in Gedanken auf.

„Ich finde wir sollten schwimmen gehen!" Im nächsten Moment stürzte Lavender den kleinen Pfad hinunter. Man merkte ihr die Ohnmacht gar nicht mehr und sie stürzte wirklich.

Nein, kugeln ist wohl etwas treffender.

In Ihrem Eifer hatte die junge Frau den losen Kies übersehen und rollte nun begleitet mit kleinen AUs den Abhang hinunter.

Unten blieb sie seufzend liegen.

„Miss Brown… haben Sie sich was getan." Mit hochgezogener Augenbraue sah Snape den Hang hinunter.

„Nein, Sir, alles in Ordnung, aber seien Sie beim Runterkommen vorsichtig."

„Da wäre ich nie draufgekommen", ertönte es von Draco, der schadenfroh grinste. „Na los, Leute, hoffentlich habt ihr alle Badesachen mit."

„Was glaubst du denn?" Als nächsten schlidderte Parvati den Hang hinunter. Ihr folgten Harry und Draco.

Zum Schluss standen nur noch Hermione und Snape oben und sahen zu den anderen, die sich schon fleißig auszogen hinunter.

„Schade, dass Sie keine Badehose mithaben. Nach der Hitze wäre ein Bad sicher gut für den Kreislauf gewesen."

Und ich müsste mich nicht mehr Dinge fragen, dich mich eigentlich nichts angehen. Zum Beispiel, wie er oben ohne aussieht Hermione schob die Zweideutigkeit ihrer Gedanken schuldbewusst auf die viele Sonne.

„Zum Glück für meine Gesundheit HABE ich eine Badehose mit, Miss Granger."

Hermione klappte der Mund auf und sie hätte schwören können, so etwas wie ein vergnügtes Blitzen in Snapes Augen sehen zu können, aber auch das schob sie auf die Hitze.

„Sie… Sie haben eine Badehose?" Irgendwie klang das jetzt zu geschockt.

„In der Tat, aber wenn es sie beruhigt: Noch nicht lange."

Damit begann auch Snape den Abstieg und verfluchte ein weiteres Mal Dumbledore, dem er nun zu verdanken hatte, dass seine Schüler- darunter vier Gryffindors- ihn gleich in einem nahezu unbekleideten Zustand sehen würden.

Ebony-zoot: Jaja Lehrer sind schon komisch. ;) Wir hatten das Vergnügen im strömenden Regen marschieren zu dürfen. Da haben sogar die wasserfesten Rucksäcke kapituliert und wir durften aufgeweichte Jugendherbergsbutterbrote essen. bäh Aber irgendwie nen geiles Wort, oder?

Tineoida: Verlaufen haben wir uns auf einer Chorfahrt. Sollte eigentlich ne Nachtwanderung sein, aber irgendwie sind wir immer wieder auf der gleichen Lichtung gelandet. Und saukalt war es. schauder

Yuy: So ein großes Lob aus deinem Munde. rotwerd

Carabina: Ich war schon seit dem ersten Filmd er Meinung, dass in McGonagall mehr steckt, als wir alle vermuten. g

TrangOulsAvatar: Ich muss aufpassen, dass Sev nicht zu nett wird. Aber Hitze macht einen halt unberechenbar.

SilverSnake: Das Wassersuchen hat ja jetzt Harry übernommen, aber keine Angst… jetzt sind sie erst mal von der großen Gruppe weg. Irgendwie find ich schon ne Möglichkeit Herm und Sev auch noch von der kleinen Gruppe zu trennen… oder ihnen wenigstens ETWAS zweisamkeit zu verschaffen. sich die Hände reibt

Dark.Trinithy: Das war jetzt aber länger, oder? hundeblick aufsetzt

Ninaissaja: Also eigentlich wollte ich die beiden schon etwas näher zusammenbringen. Kannst du mir verzeihen? g Und trotzdem weiter lesen und mich mit Reviews überschütten? ;)

Monocerus: Was Rubén angestellt hat, erfahren wir auch noch. Er war nicht nett, gar nicht nett! Und Hermione ist schwer beleidigt und irgendwer mit mehr Lebenserfahrung muss sie jetzt trösten, findest du nicht auch?

DarkPrincess of Slytherin: na ja weiß nicht… so schnell wird es wohl nicht…

Darkshadowydancer: Es wird noch heißer… so viel sei gesagt…

Meta Capricorn: Hab von dem Buch gehört, es mir aber noch nicht angetan zu lesen. Und das Kapitel ist länger geworden! fingerzeig

Edjen: Snape braten lassen, hört sich gut an… ob er wohl genug Sonnencreme mit hat?

Jessy2104: Diesmal war es nicht ganz so lustig, aber es muss ja mal ernst werden zwischen ein paar Personen…

MomoSnape: Wenn Herm umgekippt wär und Sev sie aufgefangen hätte, wäre das doch wieder nach allen Klischees gewesen. Nein, so einen Kitsch schreib ich nicht. g Ich denk mir neuen aus. ;)

Mirija: Schweißausbrüche sind gut… hab ich auch… immer wenn ich HP guck g

Christina: Du willst was zu lachen…mhm… Snape im Nachthemd? Nein, das ist nicht zum lachen, sondern zum sabbern…

Weihnachtskeks3: Hary und Draco… weiß noch nicht was ich mit den beiden mache…vielleicht ein bisschen mehr andeut oder doch ein bisschen weniger…? Bin da etwas ratlos.

Lady-Claw: In MG schlummern ungeahnte Kräfte. Lehrer neigen dazu, wenn es um ihr Hobby geht, unerwartet sehr aktiv zu werden. sich an böse Erlebnisse erinnert

Anonym: Wenn Snape MG den Kopf waschen soll, muss er sie erst mal einholen. Und da liegt ja bekanntlich das Problem. g