Hi ihr treuen Leser!

Danke, dass ihr so brav gewartet habt und meine Story trotzdem noch weiterlest.

Vielen lieben Dank an meine liebe Betaleserin Drachen-Fan! *dich knuddel*

Vielen lieben Dank an alle treuen Reviewer: AuroraSky, myHeartache, zissy, blub und Reinadoreen!

Ich freue mich auch immer über neue Leser, die mir ein Review schreiben wollen, egal wie lange ihr die Story schon verfolgt!

Wünsche Euch viel Spaß beim Lesen und Reviewen – habe meinem Titel wieder alle Ehre gemacht!

Lg,

Die Schwarze Lady!

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13. Godric's Hollow Teil 2

Wie versprochen kam Miss Ollivander täglich zu Bathilda ins Haus. Sie hatte Draco auch in ein heilsames Koma versetzt und überprüfte mit ihrem Zauberstab seinen Gesundheitszustand.

Harry löcherte sie nach jeder Visite, um sein Wissen über die Magie des Heilens zu erweitern. Geduldig erklärte sie dem jungen Zauberer alles und gab ihm einen neuen Beruhigungstrank, den er selbst vor dem Schlafengehen zu sich nehmen sollte.

So vergingen fast eineinhalb Wochen, bis Draco an einem Sonntag endlich aus seinen Tiefschlaf geholt werden konnte. Harry hatte die Ruhe, die Spaziergänge zum Grab seiner Eltern und die Freundlichkeit der Menschen sehr gut getan. Vielleicht wäre ja Godric's Hollow der richtige Ort, um nach seinem „Sieg" mit seinem Geliebten hierher zu ziehen …

Ein Klopfen unterbrach seine Gedanken und Mrs Bagshot, Miss Ollivander und Mr Fyndann traten zu ihm ins Wohnzimmer. Nach einer herzlichen Begrüßung beobachtete er still die Dorfheilerin, die den Aufwachzauber sprach. Gute zwanzig Minuten warteten sie gespannt, bis der Blonde sich regte und langsam seine Lider aufschlug.

Blinzelnd gewöhnten sich seine Augen an das helle Tageslicht und die verschwommenen drei Gestalten vor ihm nahmen Formen an, aber das half ihm auch nicht weiter. Wo war er und wer waren der Zauberer und die zwei Hexen?

Verunsichert musterte er seine Umgebung nochmals, als er sanft von einer ihm bekannten Stimme angesprochen wurde.

„Ganz ruhig Draco, du bist hier in Sicherheit. Wie geht es dir?"

Sogleich drehte er seinen blonden Schopf nach links und versank glücklich in den heißgeliebten Smaragden seines Freundes. Harry war da, Harry war bei ihm. Erleichtert seufzte Draco auf und der Dunkelhaarige küsste ihn zärtlich und zog ihn behutsam in seine Arme.

Edvard schmunzelte amüsiert, konnte sich aber ein Räuspern nicht verkneifen, da noch einiges besprochen werden musste. Verlegen löste sich Harry von Draco und blickte mit geröteten Wangen zu den grinsenden dreien auf. Unsicher sah auch der Blonde auf und Mr Fyndann ergriff das Wort.

„Wie geht es ihnen Mr Malfoy?"

Erschrocken zuckte Draco in Harrys Umarmung zusammen. Sie kannten seinen Namen!

„Keine Sorge mein Schatz, du bist hier in Sicherheit. Mr Fyndann ist der Oberzauberer von Godric's Hollow, Miss Ollivander die Dorfheilerin und Mrs Bagshot eine alte Freundin meiner Eltern. Sie haben uns geholfen und dich geheilt. Wir sind hier willkommen, auch du mit deiner Vergangenheit."

Harrys beruhigende Worte zeigten ihre Wirkung und der Blonde entspannte sich zunehmend.

„Wie fühlst du dich?", fragte ihn Miss Ollivander, nun zum dritten Mal.

„Ganz gut … glaube ich …", Draco betrachtete seine Arme und griff sich an den Kopf. Allmählich erinnerte er sich wieder an den Vorfall in der Black-Bibliothek.

„Alle deine Verletzungen müssten vollständig verheilt sein, wenn dir aber etwas auffällt, sag es mir einfach", schloss die Hexe und lächelte ihm aufmunternd zu.

Draco nickte dankbar und Vertrauen keimte in ihm auf. Ein Gefühl, das er schon gar nicht mehr kannte.

„Herzlich willkommen in meinem Haus, mein Lieber. Du bist sicher hungrig – ich werde euch ein köstliches Abendmahl zubereiten. Hilfst du mir dabei Alice?" Die alte Hexe verschwand mit der Heilerin durch eine Tür, sodass nur noch der Oberzauberer vor ihnen stand.

Draco hatte großen Respekt vor dem älteren Zauberer, da ihn seine „Aura" an Professor Dumbledore erinnerte.

„Ich möchte euch erzählen, was der Dorfrat und die Bewohner in eurem Fall entschieden haben."

Harry schluckte und wollte eine Zwischenfrage stellen, aber Edvard schüttelte seinen Kopf und fuhr fort.

„Wir haben unsere Schutzzauber, die das ganze Dorf vor Eindringlingen bewahren sollten, nachgeprüft und konnten keine Schwachstelle entdecken. Anscheinend hast du durch deine Eltern so eine starke Verbindung zu Godric's Hollow, dass du sogar mit einem Todesser hierher apparieren konntest."

Jedesmal wenn Draco „Todesser" genannt wurde, tat es ihm furchtbar weh, weil er es nicht freiwillig geworden war und nicht mit den anderen Verbrechern auf dieselbe Stufe gestellt werden wollte.

„Oder es funktionierte, weil Mr Malfoy sein „Dunkles Mal" herausgeschnitten hatte und auch tief in seinem Inneren nie ein Todesser gewesen war."

Verblüfft über diese Aussage, starrte Draco Mr Fyndann aus großen Augen an.

„Beides zusammen könnte natürlich auch dazu geführt haben, dass ihr zu uns kommen konntet. Ich habe den Rat und den Bürgern das Wichtigste eurer Geschichte erzählt und ihr dürft bei uns bleiben. Ihr könnt euch frei bewegen und müsst euch vor niemanden verstecken. Der Schutzzauber lässt ja keine „Todesser" durch", meinte er grinsend. „Fühlt euch wie zu Hause und lasst es euch gut gehen."

Harry und Draco nickten stumm und konnten ihr Glück kaum fassen. Mrs Bagshot betrat das Wohnzimmer mit einem vollbeladenen Tablett.

„Ich habe euch oben ein Gästezimmer hergerichtet, wo ihr auch ungestört essen könnt."

„Danke", stammelte Harry und überlegte ernsthaft, ob er vergessen hatte, dass heute Weihnachten war. So viele Überraschungen und Geschenke waren doch nicht normal?! Nichtsdestotrotz half er seinem Freund beim Aufstehen und folgte Mrs Bagshot in den ersten Stock hinauf.

Ihr Zimmer war im selben Stil gehalten wie das Wohnzimmer. Überall sprossen ihnen geblümte Muster entgegen, nur die Möbel waren schlichter. Aber mehr als ein großes Bett, einen Kasten, zwei Stühle und einen Tisch benötigten sie sowieso nicht.

Harry konnte erst glauben, dass sie ihnen ihre Privatsphäre so schnell gönnten, als er mit dem Tablett in der Hand vor der verschlossenen Türe stand. Bathilda hatte ihnen noch einen schönen Abend gewünscht und war gegangen. Zwei Arme schlangen sich von hinten um ihn, er seufzte zufrieden auf und lehnte sich gegen Draco.

Es war kein Traum – es war Wirklichkeit! Sein Drache lebte und sie hatten Zeit für einander.

Lächelnd wandte er seinen Kopf nach rechts und Draco küsste ihn sogleich. Zuerst ganz schüchtern, fast zaghaft, aber als Harrys Zunge über Dracos Lippen strich, war es um ihn geschehen. Verlangend presste er seinen Mund auf den des Dunkelhaarigen und eroberte ihn mit seiner Zunge.

Das Tablett schwankte gefährlich in seinen Händen und Harry löste sich unwillig von seinem Liebsten, um es auf dem Tisch abzustellen.

„Hast du Hunger?", fragte er und deutete auf die leckeren Speisen.

„Ja", schnurrte Draco, „auf dich!"

Überrumpelt wurde Harry von Draco auf das Bett gedrängt und sofort in ein leidenschaftliches Zungenduell verwickelt. Die Lust, die seinen ganzen Körper reizte, drohte seine Gedanken zu vernebeln. Es war so verlockend, … so … falsch! Abrupt unterbrach Harry ihren Kuss und sah seinem verwirrten Gegenüber direkt in die Augen.

„Was?", keuchte der Blonde und Harry bemerkte, dass dieser ihm schon die Hose geöffnet hatte.

„Ich …", er zögerte, „ich will dich, aber … nicht jetzt."

„Was?!"

Bestimmt schob er Draco von sich herunter und musterte ihn eindringlich.

„Es geht mir gut … ich … ich habe keine Schmerzen mehr, Harry. Willst du nicht nachsehen, ob alles gut verheilt ist?", forderte ihn der Blonde auf.

Dracos Verhalten irritierte ihn völlig, so als wollte er etwas vor ihm verbergen, etwas überspielen.

„Nein, ich will wissen, wieso ich dich erneut zusammen flicken musste?"

Schlagartig wich jegliche Farbe aus dem Gesicht des Blonden und Harry fühlte sich bestätigt.

„Das kann ich dir nicht sagen – aahh!" Die Magie des Armreifens bestrafte ihn sofort, weil er Harrys Forderung nicht befolgt hatte. Reflexartig schloss sich seine Linke um sein rechtes Handgelenk und er sah schmerzvoll in die wartenden, hellgrünen Augen auf.

Cessar!", fluchte Harry, da er nicht nachgedacht hatte und fügte hinzu, „sag was du willst – ich will es aber trotzdem wissen – bitte."

Draco hasste diesen Schmerz und war dankbar, dass Harry so schnell reagiert hatte.

„Ich kann … will es dir nicht sagen. Es war nur eine „kleine" Meinungsverschiedenheit zwischen Ron und mir."

„Klein! Du wärst fast draufgegangen! Wenn du mir jetzt nicht freiwillig sagst, warum ich schon wieder um dein Leben bangen musste, werde ich dich dazu zwingen!" Harry war nahe dran vor Wut zu explodieren.

Draco schluckte schwer. Solange er die teuflischen Reifen nicht abbekam, war er Harry vollkommen ausgeliefert. Auf derselben Stufe würden sie bis dahin sicher nicht stehen.

„Schön, dass du mir noch eine Wahl lässt, schön, dass ich noch einen eigenen Willen haben darf", wisperte er sichtlich verletzt und wischte sich über seine wässrigen Augen.

„Draco ich …"

„Vergiss es Harry! Dieses Mal hast du es absichtlich getan, also spar dir deine Entschuldigung!", fauchte Draco aufgebracht und erzählte ohne Umschweife von den beiden Zusammentreffen mit Ron in der Bibliothek und dem Runenbuch.

„Und deswegen bringt dich Ron fast um?!" Harry konnte nicht glauben, was er soeben gehört hatte. „Er ist so ein verbohrter Idiot – wenn es ihm sogar Hermine erklärt hat, dass es absolut lächerlich ist, euch eine Affäre anzudichten! Wenn er mir das nächste Mal über den Weg läuft, wird er sich wünschen, mich nie im Zug nach Hogwarts kennengelernt zu haben!"

„Genau deswegen wollte ich es dir nicht sagen."

„Was?"

„Ich wollte nicht, dass die Kluft zwischen dir und Ron noch größer wird. Ich habe es ja bei Hermine gesehen, wie wichtig dir deine Freunde sind. Und es tut mir leid, dass du durch mich deinen besten Freund verloren hast."

„Bist du bescheuert?! Dir braucht überhaupt nichts leid zu tun! Dem Einzigen, dem es noch sehr leid tun wird, ist Ron! Ich werde …"

„Harry nicht", bat Draco und ergriff dessen Hand. „Ich will nicht, dass du mich rächst. Ron, sowie noch viele andere, brauchen etwas länger, um zu akzeptieren, dass wir ein Paar sind. Du musst ihnen diese Zeit geben und vielleicht hilft es ja, wenn du mit Ron in Ruhe darüber sprichst – ohne Zauberstäbe und ohne Fäuste – versteht sich."

Seine funkelnden Smaragde verengten sich zu Schlitzen und Harry provozierte ihn: „Und du lässt dir das gefallen? Einfach so? Du hattest womöglich die Lösung für unsere verdammten „Handschellen" gefunden und dann willst du dich nicht bei Ron rächen,weil er das Buch verbrannt hat?"

„Hättest du früher mit ihm geredet, hätte er es wahrscheinlich nicht getan. Und es wird sicherlich noch mehr Exemplare dieses Buches geben, also suche ich einfach weiter …"

Empört schnaubte Harry auf und entriss Draco seine Hand.

„Jetzt gibst du mir die Schuld für alles?! Ich wusste ja, dass du mir meinen Fehler mit den Reifen nicht verzeihen kannst, aber dass ich jetzt auch noch für die „Blödheit" meines Freundes verantwortlich sein soll …"

„Es tut mir leid, Harry. Ich werde ein anderes Buch finden."

„Nein, wirst du nicht!"

„Was?"

„Es reicht mir, dass du dich ständig in Gefahr begibst und ich dein Kindermädchen spielen muss! Ich habe einen Krieg zu gewinnen und brauche dich dabei. Wenn Voldemort tot ist, ist auch das Problem der Reifen gelöst, also kümmern wir uns beide jetzt nur noch um die Horkruxe."

„Das kannst du nicht machen …"

„Oh – doch kann ich! Hiermit verbiete ich dir weiter nach diesem Runenbuch zu suchen!"

Draco betrachtete seinen „Herrn" mit unterkühlter Miene. Er hatte es ihm versprochen, … er hatte es ihm versprochen, seine Macht nicht mehr auszunutzen! Seine Tränen hielt der Blonde nun nicht mehr zurück, als er feststellte: „Gib doch zu, dass du darauf stehst mich zu beherrschen und zu unterdrücken."

Harry Gedärme verknoteten sich, bei den eisigen, ernstgemeinten Worten und ein kalter Schauer lief seinen Rücken hinab.

„Draco, ich …", stammelte er und wollte diesen in die Arme nehmen.

„Lass mich!", zischte Draco ihn böse an. „Oder befiel es mir doch einfach, dass ich dich umarmen soll, mit dir schlafen soll oder was immer „du" möchtest! Denn das was „ich" möchte, ist ja vollkommen egal!"

„Es ist nicht egal, was „du" möchtest, aber ich will dich nicht verlieren, sondern nur beschützen."

Draco schnaubte abfällig und würdigte ihn keines Blickes.

„Ich liebe dich", flüsterte Harry mit verzweifelter Stimme, „bitte Draco – ich brauche dich so sehr. Du bist in dem ganzen Chaos meine einzige Konstante, mein Freund, mein …"

„Dein willenloser Sklave …"

„Nein – mein hilfloser Geliebter", beendete Harry den Satz und schluckte seine Tränen hinunter. „Aber das wird sich ändern."

„Wie denn?", verhöhnte ihn Draco. „Ich habe erstens keinen Zauberstab und zweitens kann ich durch Moodys „Extrazauber" niemanden von der „guten Seite" verletzen oder verhindern, dass ich verletzt werde."

„Doch kannst du schon", erwiderte Harry und seine hellgrünen Augen begannen zu leuchten, als ihm etwas einfiel.

Stirnrunzelnd wartete der Blonde auf eine Erklärung.

„Ich habe dir doch in der Hochzeitsnacht gesagt, dass du mit mir machen kannst, was du willst, und daran hat dich der „Extrazauber" auch nicht gehindert. Das heißt, dass die Macht meines Reifens größer und stärker ist, als der zusätzliche Zauber. Also erlaube ich dir ab jetzt, dass du mit den Mitgliedern der „guten Seite" machen kannst was du willst", lächelte Harry.

„Und du glaubst das funktioniert?", fragte Draco skeptisch.

„Falls wir sie wieder treffen, probieren wir es einfach aus", grinste Harry verschmitzt. „Dann werde ich gleich morgen Mrs Bagshot fragen, wo man einen Zauberstab kaufen kann und … dann kannst du weiter nach dem Runenbuch suchen", fügte er kleinlaut hinzu.

„Wie bitte? Ich glaube, ich habe das jetzt nicht richtig verstanden."

„Tu was du willst – nur pass bitte auf dich auf."

Der Blonde verzog seine Lippen zu einem triumphalen Grinsen.

„Wo willst du denn danach suchen?"

„Bei mir zu Hause … oder in Hogwarts", meinte Draco nachdenklich.

„Was?! Malfoy Manor? Spinnst du? Voldemort hat sicher ein paar Späher dort gelassen! Wenn dann eher in der Schule, aber dort bringen mich derzeit keine zehn Thestrale hin. Dort würden uns die anderen sofort finden. Am besten wir konzentrieren uns zuerst mal auf die Horkruxe. Ich hab das Buch von Salazar Slytherin mitgenommen, nur das Medaillon hatte Hermine noch in der Hand."

Unsicher sah er direkt in die silbergrauen Augen und fragte abschließend: „Bist du damit einverstanden?"

Draco grübelte hin und her und nickte nach einigen Minuten zustimmend. „Aber falls sich eine Möglichkeit ergibt, werde ich beide Bibliotheken durchsuchen."

„Geht in Ordnung – versprochen." Harry senkte seinen Blick und fügte verlegen hinzu: „Es tut mir leid wegen vorhin … ich bin einfach nicht fähig dazu mit dieser „Macht" umzugehen. Ich verletze dich absichtlich und bin so …" Er schluchzte auf.

Liebevoll schlangen sich Dracos Arme plötzlich um ihn und zogen ihn fest an den Körper des Blonden.

„Schhh, schhh", flüsterte Draco und streichelte über den Rücken des heulenden Gryffindors. „Du bist das Beste was mir bis jetzt passiert ist Harry und es ist nicht leicht, die Verantwortung über ein anderes Leben zu haben. Ich werde dich schon darauf aufmerksam machen, wenn du wieder zu weit gehen solltest. Wir schaffen das Harry – bitte gib jetzt nicht auf. Wir werden „Ihn" besiegen und dann haben wir endlich unsere Ruhe."

Verzweifelt klammerte er sich an Draco und dachte gequält an die Prophezeiung. Draco würde ihm nicht helfen können – er musste es alleine tun – ganz alleine.

o O o O o O o

Eng umschlungen wachten die beiden am nächsten Morgen in ihren Klamotten auf und ihre Mägen knurrten rebellisch, da sie gestern auf das Abendessen vergessen hatten.

„Duschen?", fragte Harry verschlafen und rieb sich seine Augen.

„Nicht nur duschen", schnurrte der Blonde und verschloss leidenschaftlich die Lippen seines Löwen. „Wir haben so einiges nachzuholen", nuschelte er an Harrys Ohr und dieser stöhnte auf, als Draco seinen Hals hinab leckte und die Hand unter sein Shirt schob. Die Luft knisterte und füllte sich mit erregten Gerüchen. Nichts störte ihr lustvolles Keuchen, ihre liebevollen Berührungen und ihren unbeschreiblichen Höhepunkt …

Eine Stunde später verließen sie völlig ausgelaugt und hungrig, zufrieden grinsend Hand in Hand ihr Zimmer. Bathilda erwartete sie bereits mit einem üppigen Frühstück und verwöhnte sie, wie ihre eigenen Enkelkinder, die sie leider nie gehabt hatte.

„Mrs Bagshot, wissen sie zufällig, wo man außerhalb der Winkelgasse einen neuen Zauberstab kaufen kann?"

„Normalerweise nirgends Harry, aber du hast Glück, dass Alice' Bruder vor den Häschern des Dunklen Lords zu ihr nach Godric's Hollow geflüchtet ist."

„Wer?"

„Mr Ollivander, er ist der Bruder unserer Dorfheilerin und verkauft jetzt in ihrem „Heilzauberladen" auch seine Zauberstäbe. Er fürchtete, dass der Dunkle Lord von ihm einen allmächtigen Zauberstab hätte haben wollen. Nur so ein Wunderding kann selbst er nicht anfertigen."

Die beiden freuten sich riesig über die gute Nachricht und beschlossen einen ausgiebigen Spaziergang im Dorf zu machen. Mr Fyndann hatte nicht untertrieben, dass sie hier gerne gesehen waren. Sie wurden von allen Hexen und Zauberern, die ihnen begegneten, freundlich gegrüßt, als sie durch die Straßen und Gassen der schmucken Häuser schlenderten. Überall blühten herrliche Blumen, wuchsen stolze Sträucher und das reife Obst hing an den Bäumen. Das erste Mal in ihrer Beziehung, fühlten sie sich in der Öffentlichkeit wohl, glücklich und bestätigt.

Der Dorfplatz bildete den Mittelpunkt von Godric's Hollow und die verschiedenen Einkaufsläden, ein Gasthaus, ein Pup und ein Café waren rundherum angeordnet.

Miss Ollivander begrüßte sie herzlich und erst nach einem kurzen Gesundheitscheck, durfte sich Draco bei ihrem Bruder einen neuen Zauberstab aussuchen. Währenddessen füllte Harry sein „Erste-Hilfe-Päckchen" mit neuen Salben und Heiltränken auf, er wollte stets auf alles vorbereitet sein und Alice prüfte ihn auch noch einmal die Heilzauber ab, die sie ihm beigebracht hatte.

Etliche Galleonen leichter traten sie nach einiger Zeit wieder auf den Platz hinaus und Draco nannte einen stolzen zwölf Zoll Zauberstab aus Rosenholz mit einem eingearbeiteten Einhornhaar sein eigen.

„Ich werde ihn dir zurückzahlen, sobald …"

„Er ist ein Geschenk, also mach es bitte nicht", erwiderte Harry und wählte seine Worte mit Bedacht, um Draco nicht zu verletzen.

Dieser hatte es sofort bemerkt und hauchte ein „Danke" auf die sinnlichen Lippen seines Freundes, bevor er ihn zärtlich küsste. Nachdem sie sich wieder voneinander gelöst hatten, zeigte ihm Harry noch den Rest des Dorfes und ganz zum Schluss seinen geliebten Friedhof, wo er seine Eltern immer besucht hatte.

Andächtig standen sie vor dem großen Engel und Draco überkam plötzlich einen Nervenzusammenbruch. Heulend sackte er auf seine Knie und vergrub sein Gesicht mit den Händen. Er würde nie das Grab seiner Mutter besuchen können, da der Dunkle Lord ihre Leiche sicher irgendwo verscharren hatte lassen. Es würde kein sichtbares Andenken an sie geben, aber in seinem Herzen würde er sie stets lieben und ehren.

Tröstend umarmte ihn Harry und konnte sich denken, was in seinem Liebsten vorging. Sie hatten die Zeit um sich herum vergessen und schreckten erst hoch, als die Dorfglocke zur Mittagsstunde schlug.

Harry blickte fragend in Dracos gerötete Augen, aber dieser verneinte. Er wollte und konnte nicht darüber sprechen und er war froh, dass Harry es kommentarlos akzeptierte.

Dankbar ergriff er die Hand des Gryffindors und ließ sich von ihm hochziehen. Draco hatte zwar schon viel von Harry gelernt und konnte in ihrer Beziehung seine Gefühle mit Worten ausdrücken, aber im Bezug auf seine Eltern, die ihm dies immer verboten hatten, war er noch nicht so weit.

Schweigsam gingen sie zum Haus der alten Hexe zurück und Harry erklärte ihr die Situation in knappen Sätzen, während sich der Blonde sogleich in ihr Zimmer zurück zog. Bathilda stellte ihm das Mittagessen auf ein Tablett und schickte den Dunkelhaarigen ebenfalls hinauf. Harry war froh über ihr Verständnis und tröstete den restlichen Tag lang, seinen liebesbedürftigen Drachen.

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Ganze zwei Wochen vergingen, in denen sich die beiden erholen und es sich gutgehen lassen konnten. Ihre Beziehung und ihr Vertrauen ineinander vertiefte und verwurzelte sich zunehmend. Harry überlistete die Reifen bei jedem seiner Sätze und Draco fühlte sich wieder gleichberechtigt. Sie hatten gemeinsam einen soliden Grund geschaffen, auf den sie nun aufbauen und sich lieben konnten.

Doch eines Morgens, am letzten Tag im September, holte sie die Realität wieder ein. Bathilda, Harry und Draco saßen wie immer scherzend bei ihrem leckeren Frühstück, als eine Eule durch das geöffnete Küchenfenster flatterte und genau vor dem Dunkelhaarigen landete. Er nahm ihr die Pergamentrolle ab und gab ihr einen Keks.

„Oh – die ist sicher von Edvard, vielleicht möchte er sich noch einmal mit dir unterhalten", meinte Bathilda.

Harrys Miene verdunkelte sich, bei den wenigen Zeilen und Draco sah schon die Gewitterwolken aufziehen.

„Nein – sie ist von Hermine!", zischte er kalt, knallte das Pergament auf den Tisch und rauschte aus der Küche.

Tbc…