Kapitel 14: Snowland (Teil 7): Vertrauen

Hey Dante, hast du meine Halskette gesehen?" Fragte sie mich.

Hast du sie nicht an?" fragte ich, während ich zur Hälfte erwartete, dass sie 'Ja' sagen würde.

Natürlich nicht! Ich muss sie irgendwo verloren haben..." Wow, dachte ich, wir sind gerade eingezogen und sie hat bereits etwas wertvolles verloren. Stell dir vor.

Okay, lass uns einen Moment innehalten und danach suchen. Wo glaubst du, dass du sie verloren haben könntest?"

Sie brauchte eine Weile um zu antworten, aber dann tat sie es. „Entweder im Wohnzimmer oder in der Küche."

Okay, such weiter im Wohnzimmer; Ich durchsuche die Küche." Gerade jetzt etwas wichtiges zu verlieren... Sie war nie vom Glück verfolgt. Das ist eines von den Dingen, die einem am meisten beängstigen, die einen passieren können, wenn man in ein neues Haus einzieht. Und uns ist es von allen Leuten natürlich passiert.

Ich suchte überall in der Küche nach dieser gottverdammten Halskette: Ich öffnete jede Schublade, schaute in jedes Regal, sogar unter den Möbeln um zu sehen, ob sie sie vielleicht fallen gelassen hatte... nichts. Während ich allerdings meine Zeit damit verschwendete diesen Gefallen für meine Freundin zu tun, hielt ich inne und stellte mir eine Frage, die ich mir zuvor schon eine Millionen Mal gestellt hatte: Warum liebte Alice mich? Was könnte sie möglicherweise an mir... attraktiv finden? Ich weiß dass das nach einer ziemlich zufälligen Frage in dieser Situation aussehen mag... aber es gab einen Grund, vertraut mir.

Was auch immer, ich hielt einen Moment an und fragte meine Geliebte, „Alice?" Sie stieß ein kurzes Geräusch aus, was bedeutete dass ich fortfahren konnte. „Warum hast du dich dazu entschieden mit mir zusammen zu leben?" Nicht ganz was ich sie fragen wollte, aber dicht genug.

Kurz darauf hörte ich ein Krachen aus dem Wohnzimmer: Sie muss etwas um geschmissen haben... nicht das erste Mal dass das passiert ist. Ich hoffte einfach nur dass es nichts wichtiges war. Was auch immer, sie fragte mich im Gegenzug, „Warum fragst du mich das?"

Nun, ich... ich weiß nicht wie ich es erklären soll. Ich kann mir... einfach nicht erklären warum du gerade mich von allen Leuten aussuchst..."

Fragst du mich das gerade im ernst? Gerade jetzt?" Sie bevorzuge es mir von der Ungewissheit des anderen Raumes aus zu antworten.

Schau, ich... ich will eine klare Antwort. Und ich will sie jetzt." Ich versuchte imposant zu klingen, aber es funktionierte nicht sonderlich gut.

Weil ich dich liebe du Idiot!" Zu einfach, meiner Meinung nach.

Sei bitte etwas ausdrücklicher."

Ausdrücklicher? Oh, das ist lustig." Sie klang ein wenig wütend. „Schau, ich liebe dich und das war's. Ich brauche dich in meinem Leben, nicht mehr und nicht weniger. Gibt es irgendeine 'ausdrücklichere' Erklärung als das?" Ich wünschte mir dass es eine gäbe, um ehrlich zu sein.

Aber... warum? Ich bin niemand wichtiges, du hättest jemand besseren als mich finden können."

Ha! Das schlägt alles andere, dass du bisher gesagt hast." Sie betrat die Küche und schaute mich liebevoll an. „Wir sind schon seit... was? Sechs Monaten zusammen? Du hast gesehen wer ich wirklich bin. Du weißt dass ich nicht die Art Frau bin, die man küsst und dann am nächsten Tag verlässt: Ich benötige einen geduldigen Mann, weil ich sie nicht habe. Und du, nun... du bist der erste verdammte Typ den ich getroffen habe, der allen meine Ansprüchen entspricht. Plus, du bist gut aussehend: Das ist immer gut in einem Mann zu finden."

Also... hast du mich ausgesucht, weil es niemand Anderen gab?" Fragte ich, ein wenig ruhiger.

Nun, das ist eine Weiße das zu betrachten..." Sie kam auf mich zu und fuhr fort. „...Entweder das oder du könntest annehmen dass es niemanden wie dich gibt. Deine Entscheidung, großer Junge." Sie umarmte mich und sagte schließlich, „Ich brauche dich. Ich bin nichts ohne dich... und, falls du mich wirklich liebst, dann sollte das auch für dich so sein. Also bitte, hör auf dich mit dieser verdammten Paranoia zu plagen."

Das werde ich." Versprach ich ihr.

Wir kehrten zu unserer Suche zurück, bis ich sie irgendwann fragte, „Übrigens, was ist in dem Wohnzimmer runter gefallen?"

Nichts wichtiges, nur ein paar Teller die ich in die Küche bringen wollte..." Sie klang ein wenig nervös und ich wusste genau warum. „Ist mein... Lieblingsteller auch runter gefallen? Die mit der schwarzen Rose, die kunstvoll in die Mitte gemalt worden ist und den Blütenblättern rundherum?"

Vielleicht..." Quietschte sie leise.

Ich gebe dir drei Sekunden, bevor ich dich töten komme."

Oh zum..." Ich hörte sie hinaus in den Garten rennen und ich rannte sofort hinter ihr her: Ich würde sie dafür büßen lassen... oder sie wahrscheinlich nur zu Tode verängstigen und dann gehen lassen. Ich war nicht so grausam!


(Asriel)

„Lass mich das richtig verstehen: Du möchtest gegen mich kämpfen, ist das korrekt? Und aus welchem Grund, frage ich mich?" Fragte ich ihn neugierig.

„Weil mir danach ist, das ist alles." Antwortete er einfach. „Keine Sorge, ich bin nicht daran interessiert das kleine Mädchen anzugreifen... Ich bin kein Arschloch. Und ich bin auch nicht daran interessiert mir deinen Kopf zu holen, also werden wir nicht bin zum Tod kämpfen. Aber ich bitte darum mit... Frisk zu reden, nachdem wir mit dem Sparren fertig sind."

Ich wog für einen Moment meine Optionen ab: Ich könnte sein Angebot annehmen und kämpfen, das Angebot ablehnen und weitergehen oder sogar davonrennen, falls er sich dazu entscheidet uns anzugreifen, nachdem ich mein Einverständnis nicht gegeben habe... Ich musste zudem auch erwägen wie verdächtig und mächtig dieser Mann war. Das war keine einfache Entscheidung.

Letztendlich antwortete ich, „Ich nehme deine Herausforderung formell an und wir können in einem Moment anfangen."

„Warte, was? Asriel, das kann nicht dein Ernst sein!" Sagte Frisk verängstigt zu mir.

„Sorge dich nicht, mir wird nichts passieren." Versicherte ich ihr.

*Endlich! Oh mein Gott, du hast keine Ahnung wie lange ich auf diesen Moment gewartet habe!* Er schien sich nach einen Kampf zu sehnen, egal gegen wen ich kämpfen würde.

Nun, ich war mehr als zuversichtlich, dass ich in der Lage war diesen Mensch zu besiegen: Ich war theoretisch zumindest, stärker als jeder Mensch sich vorstellen konnte... Dieser Mann, hingegen, schien sich darum allerdings nicht zu kümmern, oder vielleicht wurde er nie davon unterrichtet wie gefährlich ein Monster, das im Besitz einer Menschenseele ist, sein kann.

Wie auch immer, ich bat Frisk sich hinter einem Baum zu verstecken, ein dutzend Fuß von der Straße entfernt. Sobald sie das Gebiet, welches bald zu einem Kampfplatz werden würde, verlassen hatte, beschwor ich ein paar schwarze Feuerbälle und warnte den Mensch. „Das ist deine letzte Gelegenheit um dich zurückzuziehen: Bist du dir sicher, dass du gegen mich kämpfen möchtest?"

„Natürlich bin ich das." Antwortete er ausdruckslos. „Hab mich noch nie in meinem gesamten Leben vor etwas zurückgezogen, um ehrlich zu sein. Dein Zug, Goat-Bro."

Ich schleuderte meine Feuerbälle auf den Mensch, dessen Seele sich schnell von einem Herz in einen Schild verwandelte, um meinen Angriff mühelos abzuwehren: Ich hätte ihn jetzt fragen können, wie er das tun konnte... aber stattdessen fragte ich ihn, ein wenig verlegen, „Woher kennst du diesen dummen Spitznahmen?"

„Ich bin euch für eine Weile gefolgt." Antwortete er nonchalant.

Ich versuchte es erneut mit dem gleichen Angriff. „Seit wann? Wann hast du angefangen uns nachzuspionieren?" Er blockte ihn erneut, während er antwortete. „Vor einer Stunde oder so, irgendwann nachdem ich das Gefühl hatte nicht mehr in Amerika zu sein." Ich hörte Frisk von ihrem Versteck aus kichern, was bedeutete, dass er gerade etwas unterhaltsames gesagt hatte... Den Witz nicht zu verstehen überraschte mich kein Stück: Der Humor von der Oberfläche war für mich unverständlich.

Ich entschloss mich dazu, mein Muster zu verändern: Anstelle ihn von vorne anzugreifen, schickte ich zwei Feuerbälle zu ihm, die von beiden seiner Seiten auf ihn zukamen. Er hatte nur einen Schild, daher war es nicht möglich, dass er alle meine Angriffe abwehren konnte. Allerdings wehrte er meine Angriffe überhaupt nicht ab: Stattdessen nutzte er die Abwesenheit von Flammen vor ihm und stürmte mit seinem schwarzen Schwert, in das sich sein Schild verwandelt hatte, auf mich zu.

Ich hielt ihn auf, indem ich einen Schwall aus Feuer losließ, kurz bevor er mich erreichen konnte: Er war dazu gezwungen seinen Schild wieder zu beschwören, um zu vermeiden geröstet zu werden. Ich brauchte eine Strategie, aber ich musste ihm zudem auch ein paar Antworten entlocken. „Was ist es, was du wirklich von uns willst?" Fragte ich ihn, während die Flammen von seinem Schutz abgewehrt wurden.

„Nichts, abgesehen von ein paar Antworten... und einer Versicherung. Ich arbeite gerade an letzterem..." Ich konnte seine Antwort unglücklicherweise nicht nachvollziehen. Bevor ich weiter nachfragen konnte, hörte ich Chara mich etwas in meinem Kopf fragen... angsterfüllt. *Schau dir seinen Status an, jetzt. Das musst du sehen...* Ich tat worum Er mich gebeten hatte und... das Ergebnis gab mir beinahe einen Herzanfall: LV 30, was völlig absurd war, eine enorme Menge an HP und ein ungewisse Menge an Macht... Nie zuvor hatte ich solch eine Person angetroffen, nicht einmal Er ist je so gewalttätig gewesen.

Während ich darüber nachdachte, wie er so stark sein konnte, hörte ich ihn rufen, „Hey, bist du okay? Du siehst so aus, als ob du noch schlafen würdest." Er stand in der Mitte der Straße, mit nicht einmal seinem Schild in der Hand. Ich muss aufgehört haben anzugreifen, während ich mir seine Psyche angesehen hatte, aber er hat sich meine Ablenkung nicht zu nutze gemacht.

„Was tust du?" Fragte ich. „Warum greifst du mich nicht an?"

„Ich warte darauf, dass du den ersten Schritt machst." Antwortete er nonchalant.

*Interessant... dieser Typ weiß nicht gegen wen er kämpft: Er unterschätzt uns, er denkt dass das alles hier nur ein Spiel ist... Lass uns diesem Idioten zeigen wer wir wirklich sind, Bruder!* Spornte Chara mich an.

*Warum bist du auf einmal so sehr interessiert?* Fragte ich Ihn.

*Ich mag es zu gewinnen! Ernsthaft, lass uns das zu Ende bringen: Ich kann nicht erkennen was mit diesem Typen los ist und das lässt mich ganz schön unwohl werden. Wir müssen diesen Kampf so schnell wie möglich beenden.* Eine für mich gute Antwort: Wenn Er ihm zeigen wollte dass er einen Fehler begangen hatte, indem er uns herausgefordert hatte, dann würde ich Ihn nicht aufhalten.

Ich beschwor mehr Flammen, die sowohl von Vorne als auch von den Seiten auf ihn zuströmten: Er schaffte es erneut sich zu verteidigen, indem er zurück schritt, wobei er die Feuerbälle von den Seiten vermied, während er die von Vorne mit seinem Schild abwehrte. Dieser Mann war gut, ich brauchte eine neue Strategie.

„Ich muss zugeben, du bist wesentlich widerstandsfähiger als ich zuerst angenommen hatte." Erzählte ich ihm ein wenig aufgeregt.

„Danke, du bist auch ziemlich gut: Ich dachte dass ich dich, inzwischen, schon ein- oder zweimal getroffen hätte."

*Hey, ich habe eine Idee.* Ich hörte meinem Bruder aufmerksam zu. *Erinnerst du dich an den einen Angriff, den ich gegen Frisk benutzt hatte? Der mit den zusammenlaufenden Feuerringen? Ich wette dass er nicht in der Lage sein wird dem auszuweichen.* Auch wenn Frisk es geschafft hatte diesem Muster auszuweichen, so nahm ich an dass es nur daran lag, weil sie so talentiert im Ausweichen ist: Er, hingegen, besaß nicht den Anmut der ihre Bewegungen Charakterisierte. Vielleicht hatte Er recht, ich sollte seinem Plan folge leisten.

Ich beschwor mehrere Ringe aus dunklem Feuer um den Menschen herum, die ihn alle vollkommen einschlossen: Er konnte nirgendwo mehr hinlaufen und ich war mir sicher dass er unter seiner ruhigen Fassade in Panik geriet. „...Cazzo. E adesso?" [...Scheiße. Was nun?]

„Verzeihung, was hast du gerade gesagt?" Ich hatte nicht ein Wort von dem was er gesagt hatte verstanden. Die Wörter, die er aussprach, waren wie nichts dass ich je zuvor gehört hatte.

„Oh, nichts wichtiges. Es ist nur dass... ich das hier nicht erwartet hatte, um ehrlich zu sein." 'Das ist es.' Dachte ich mir. 'Ich habe ihn.' „Mal schauen ob das hier funktionieren wird..."

Ohne vorherige Warnung verschwand der Mensch in einem schwarzen Vortex, wobei er nur ein wenig schwarzen Staub an seiner Stelle zurückließ. Er tauchte kurz darauf ein paar Schritte vor meinem Angriff wieder auf. Er sah allerdings nicht sonderlich gut aus: Er zitterte und sein linkes Auge hatte eine dunkle schwarze Färbung angenommen, während das rechte Auge grau geblieben ist. Dies hielt allerdings nicht lange an, da sein linkes Auge bald schon wieder grau wurde und er wieder seine übliche Haltung und Attitüde annahm.

„W-Was hast du gerade getan? Was für eine Zauberei ist das?" Fragte ich ihn sprachlos.

„Ich bin... teleportiert... aber das kann nicht sein: Er hatte gesagt, dass ich mich nur zu sehr bestimmten Stellen teleportieren kann... aber das hier ist sicherlich keine davon. Vielleicht hat er vergessen mir etwas zu sagen?"

„Wer ist diese Person von der du sprichst? War er derjenige, der dir beigebracht hat diese Kraft zu nutzen?" Fragte ich verwirrt. Was ging hier bloß vor, fragte ich mich? Nichts, das in den letzten Minuten passiert ist, machte Sinn: Diese Kraft... Ich hatte noch nie ein Monster damit gesehen und ganz gewiss keinen Menschen.

„Hey, kann ich dich um einen Gefallen bitten?" Fragte Dante mich.

Ich erwartete nicht dass er mich etwas fragen würde, aber ich erlaubte ihm fortzufahren. „Sicher, was ist es?"

„Kannst du bitte diesen Angriff nochmal benutzen?" Er grinste. „Ich will sehen ob ich das nochmal machen kann. Keine Sorge, ich werde dich nicht angreifen während wir das hier ausprobieren."

*W-Was ist nur mir diesem Kerl los?* Fragte ich mich sprachlos.

*Vielleicht... vielleicht ist nicht einmal er selbst sich seiner ganzen Kraft bewusst. Er benutzt diesen Kampf sowohl zum Training als auch um seine zuvor genannten Ziele zu erreichen. Man, ich bin noch nie so aufgeregt gewesen!* Chara hörte sich in der Tat sehr Enthusiastisch an. *Komm schon, lass uns mal sehen was er mit seiner 'blinzeln' Kraft so machen kann.* Hatte Er gerade dieser Kraft einen eigenen Namen gegeben? Das war etwas, dass Er seit einer langen Zeit nicht mehr getan hatte... Durch diese Reise erinnerte ich mich mehr und mehr an den Chara, den ich einst gekannt hatte.


(Sans)

Ich hatte endlich meinen Bruder Papyrus Zuhause gefunden, wie er auf unserem Sofa saß und sich eine von Mettatons Sendungen ansah; Sobald er mich gesehen hatte, begrüßte er mich wie immer, allerdings war seine Stimme viel weniger laut. „Hallo, mein geliebter Bruder!" Er schaute mich für einen Moment an, bevor er mich fragte, „Warum schaust du mich so an?"

Ich antwortete nicht sofort, sondern rannte stattdessen zu ihm und umarmte ihn fest, froh darüber, dass er immer noch gesund und munter war. „Diese Blume, ich... für einen Moment hatte ich gedacht, dass du sterben würdest..." Er umarmte mich zurück, aber es war eher um mich zu beruhigen, als dass er wirklich an dass, was ich gesagt hatte, glaubte.

„Sans, ich wäre nicht gestorben! Ich... hey, hast du mir nach spioniert?" Fragte er misstrauisch.

„Nah, ich war beschäftigt, als dieser Mensch in Schwarz zu mir kam und mir gesagt hat was passiert ist." Ich bin schon immer gut darin gewesen Ausreden zu erfinden. „Papyrus... tu mir einen Gefallen und versprich mir von dieser Blume fern zu bleiben, solange wie du lebst."

Er war noch immer ein wenig misstrauisch, aber er wusste dass ich mir wirklich Sorgen um ihn machte. „Nun, wenn du so besorgt bist, dass du nicht einmal schlechte Witze machst... Dann nehme ich an, dass ich dir das Versprechen kann." Er schaute mir in die Augenhöhlen: Seine rechte Augenhöhle glühte in einem hellen Orange. „Aber, falls ich ihn in nächster Zeit doch treffen sollte... dann werde ich eine kleine 'Unterhaltung' mit ihm haben, über dass, was vor ein paar Minuten passiert ist." Kurz darauf verschwand es. Bis heute bin ich mir nicht sicher, was das für ein Licht gewesen ist, dass ich gesehen hatte.

Wie auch immer, ich hatte kurz darauf eine Benachrichtigung auf meinem Handy bekommen, was sicherlich nichts gutes war: Es war eine Kameraaufnahme von gleich außerhalb von Snowdin. Und noch einmal war ich froh darüber, dass ich kein Herz hatte, da es ansonsten augenblicklich stehen geblieben wäre.

„Ich muss gehen, Pap. Pass auf dich auf, tschau!" Ich verließ augenblicklich das Haus und rannte in den Keller, bevor er etwas einwenden konnte.


(Asriel)

*Nun, ich hätte nicht gedacht dass dieser 'Dante' so gut sein würde: Er ist bis jetzt allen unseren Angriffen ausgewichen oder er hat sie abgewehrt, aber andererseits haben wir ihn außerhalb der Nahkampf-Reichweite gehalten... Entweder ändern wir jetzt unsere Strategie oder dieser Kampf wird nie zu Ende gehen.* Nun, ich nahm an dass Er alles nötige gesagt hatte: Wenn sich nichts ereignen würde, dann war dieser Kampf dazu bestimmt endlos zu sein.

Ich hatte Chara noch nie zuvor so mit mir kämpfen gesehen: Er kämpfte nicht für seine Ideale, seine Wahrheiten... nein, Er kämpfte nur zum Sport, um Spaß zu haben. Ich hatte noch nie gesehen, dass Er sich so benahm, und ich war mir nicht sicher ob ich mich für Ihn freuen oder ob ich mich auf den Kampf konzentrieren sollte.

„Können wir alle mal für einen Moment aufhören?" Frisk rannte zwischen mir und Dante, dankbarer weise in einem Moment, in dem wir nicht damit beschäftigt waren uns gegenseitig anzugreifen. „Schau, wenn du mir etwas sagen willst, warum tust du dass nicht einfach jetzt und beendest diesen sinnlosen Kampf?"

„Nun, ich möchte auch mit dir reden..." Versuchte er sich zu erklären. „...Aber ja, wenn du möchtest, dann können wir einen kurzen Waffenstillstand haben und für eine Weile reden." Er schaute mich an, immer noch so ruhig wie immer. „Also, wirst du..."

„Ja, ich nehme diesen Waffenstillstand an. Schließlich warst du es, der sich diesen Kampf gewünscht hatte."

Er begab sich zu dem Mädchen und ich folgte ihm: Ich wollte sicher gehen, dass dieser Mann keine dubiosen Dinge tat, während er mit dem ihr redete. Er hockte sich hin um auf ihre Höhe zu sein und erklärte sich. „Also, ich arbeite in einer Bank, einer großen. Ein netter Job, auch wenn ich persönlich ihn hasse. Was auch immer, meine Vorgesetzten kamen vor zwei Tagen zu mir und befahlen mir eine große Summe an Geld von einer einsamen, kinderlosen Frau einzutreiben, die am Rand vom Nirgendwo lebt und das Geld vor zehn Jahren geliehen hatte..." Frisks Gesichtsausdruck veränderte sich, sie war sich nicht mehr sicher, was sie sagen sollte. Mir erging es ebenso. „...Also ging ich zu dem Haus, in dem diese Frau lebte... und fand sie in ihrem Sterbebett. Sie erzählte mir nicht wo das Geld war oder ob sie es überhaupt hatte, aber sie erzählte mir dass ihre 'Tochter' alle Antworten hätte, die ich brauche..." Er hörte auf, sobald er bemerkte, dass Frisk ihm nicht mehr zuhörte: Sie bedeckte ihr Gesicht mit ihren Händen und Tränen liefen an ihrem Gesicht herunter. „Nein... nein... nein..." Sagte sie immer wieder zu sich selbst.

Wenn Dante solch eine Reaktion von ihr bekam... war es dann möglich... dass er die Wahrheit sagte? War Frisks Mutter...

Ich versuchte sie zu beruhigen, sie zu umarmen, aber sie weigerte sich und stieß mich von sich. „Bleib weg von mir!" Schrie sie mich an und ich konnte nur tun, worum sie mich gebeten hatte. Sie wandte sich zu dem anderen Menschen und schrie auch ihn an, „Du bist ein Lügner! Du kannst mit niemanden geredet haben! Sie war bereits... und du..." Sie versuchte wegzurennen, aber sie stolperte beinahe sofort und fiel in den kalten Schnee. Sie blieb liegen und versuchte erst gar nicht wieder aufzustehen.

„Frisk!" Ich wollte zu ihr, ihr helfen, aber Dante ergriff mich an der Robe und riet mir, „Tu es nicht. Du wirst es nur schlimmer machen, fürchte ich. Lass sie weinen: Ich denke sie hat es nötig."

„Aber... ich kann sie nicht einfach so dalassen!" Versuchte ich einzuwenden.

„Doch, dass kannst du und das wirst du. Inzwischen..." Er beschwor sein schwarzes Schwert. „Warum beenden wir nicht, womit wir angefangen hatten?"

Ich schaute zu Frisk: Sie war noch immer am weinen und es sah nicht so aus, als ob sie in nächster Zeit aufhören würde. Ich könnte genauso gut dieses Duell beenden, während sie noch immer in diesem Zustand war, dachte ich mir.

Ich beschwor viele kleine Flammen, die miteinander assimilierten und eine lange, düstere Sense aus Feuer erschufen. „Lass und dies ein für alle Mal beenden."

Als Antwort 'blinzelte' er ein paar dutzend Fuß davon und hielt seine Waffe bereit. „Ist mir recht! Bereite dich auf deine Vernichtung vor!"

Wir rannten aufeinander zu, Waffen in den Händen. Sobald wir in Nahkampf-Reichweite waren, griffen wir einander mit unseren Waffen an; Das Geräusch von Magie schnitt durch die kalte Luft und hallte in der gesamten Höhle wieder. Meine Sense war nur wenige Zoll von seinem Gesicht entfernt und sein Schwert von meinem. Ich gestehe es ihm zu: Er hatte sich an sein Wort gehalten und weder Frisk noch mich verletzt.

*Was für eine Schande, ich hatte gehofft dass das hier blutiger ausgehen würde!* Rief Chara in meinem Kopf. *Ach, was auch immer: Ich bin mit dem Endergebnis zufrieden.*

„Ich nehme an dass das hier ein Unentschieden ist." Wies ich darauf hin.

„Jup, sieht so aus. Guter Kampf." Seine Waffe verwandelte sich erneut in eine schwarze Seele zurück und verschwand in seinen Körper, danach lies ich auch meine Sense verschwinden. Ich konnte noch immer nicht verstehen, wie er solche... einzigartigen Kräfte besitzen konnte, wie die Fähigkeit seine eigene Seele in ein Waffe zu verwandeln oder auf kurze Distanzen zu teleportieren. Ich fand schon recht bald heraus, dass es an seiner ungewöhnlichen Seelenfarbe lag... aber, genauso wie ich Frisks Fähigkeiten nicht gänzlich nachvollziehen konnte, waren die des Mannes zu ungewöhnlich für mich, als dass ich sie auf der Stelle entziffern könnte.

„Nun denn, jetzt, wo wir mit dieser Farce fertig sind... würde es dir etwas ausmachen mir deine wahren Motive für diesen Kampf zu verraten?" Ich stellte höflich eine Frage, die auf eine ganz andere Art hätte gestellt werden müssen.

„Natürlich." Er starrte mich für ein paar Sekunden an, bevor er mich fragte, „Kann ich dir vertrauen? Klar, das Mädchen tut es... aber kann ich dir wirklich die Sicherheit eines kleinen Mädchens anvertrauen?" Er deutete mit seinem Zeigefinger auf meine Brust. „...Ihm anvertrauen?"

„W-Warum würde dich das überhaupt interessieren? Du hast es selber gesagt: Du hast Frisk noch nie zuvor getroffen!" Er beantwortete diese Frage nicht: Er wartete noch immer darauf, dass ich ja sagen würde.

Ich seufzte. „Na schön, du kannst mir vertrauen. Ich habe Frisk versprochen, dass ich ihr niemals wehtun werde, also nehme ich an, dass ich das gleiche auch dir versprechen kann."

„Gut. Jetzt kann ich dir den Rest von der Geschichte erzählen." Er nahm sich ein wenig Zeit um sich daran zu erinnern was er bereits erzählt hatte und fuhr dann von wo er aufgehört hatte fort. „Also, ich betrat das Haus und fand eine Frau in ihrem Sterbebett. Wie ich schon erzählt hatte, hatte sie keine meiner Fragen beantwortet und mich stattdessen angebettelt ihre Tochter zu finden, die nach Mount Ebott davongelaufen war... und die, anscheinend, alle antworten hätte, die ich benötigte. Nun, ich hätte ihr gerne gesagt, dass sie sich ins Knie ficken könnte... wenn da kein Kind verwickelt gewesen wäre. Also nahm ich ihre Bitte an und jetzt bin ich hier, weil ich gestern Nacht nicht gut genug aufgepasst habe..."

„Also ist Frisks Mutter..." Ich wollte diese Frage nicht vollenden, allein daran zu denken fügte mir bereits unerträgliche Schmerzen zu.

„Tot, seit gestern. Ich hatte einen Krankenwagen gerufen, aber ihr Herz hatte bereits aufgehört zu schlagen. Armes Kind..." Wir beide schauten zu Frisk hinüber: Sie hatte aufgehört zu weinen und war nun beinahe am schlafen, nur selten schniefte oder schluchzte sie noch. „Es ist schlimmer Liebe zu kennen und sie zu verlieren, als dass man sie nie kennen lernt." Merkte Dante an.

*Wow, er versteht es tatsächlich! Ich mag diesen Typen bereits!*

*Wie auch immer, was sollen wir nun tun?* Fragte ich meinen Bruder. *Wir wollten Frisk zu ihren Eltern auf der Oberfläche bringen... aber jetzt, wo wir wissen dass sie keine hat, wäre es nicht reiner Unsinn sie an die Oberfläche zurückzubringen? Wäre es nicht besser wenn sie hier unten bei uns bleiben würde?*

*Asriel, du bist so nervig: Nein, wäre es nicht! Sie gehört in die Menschenwelt, du musst das endlich mal in deinen Kopf rein kriegen! Ob sie irgendwelche Verwandte hat ist irrelevant!*

Ich wusste dass Er es nicht würde haben wollen, dass sie bei uns bliebe, daher entschied ich mich dazu stattdessen mit Dante weiterzureden. „Wie auch immer, was wirst du nun tun?" Fragte ich ihn neugierig. „Wirst du Frisk aufwecken, die Informationen, die du brauchst, von ihr bekommen... und dann verschwinden? Weißt du von einem Weg, auf dem Menschen den Untergrund verlassen können?" Fragte ich, aber ich wollte es eigentlich gar nicht wissen.

„Nun, ich weiß nicht wie man hier wegkommt... aber das ist okay, glaub ich. Mein Freund hingegen... er hat mir gesagt dass etwas passieren würde, wenn du Frisk zur Barriere bringst."

*Siehst du? Wenn du nicht auf mich hören willst, dann hör zumindest auf diesen Typen!* Wies Er mich an.

„Oh, und ich will die Info nicht jetzt gleich haben." Informierte er mich. „Im Moment habe ich... dringendere Geschäfte zu erledigen." Sagte er in einem sonderbaren, finsteren Ton.

„Was meinst du damit?" Fragte ich ihn.

Er flüsterte in mein Ohr, um sicherzugehen, dass niemand sonst ihn hören konnte. „Da ist so ein Typ, eine Pflanze, um genau zu sein... die sowohl dich als auch Frisk tot sehen will. Er nennt sich anscheinend 'Flowey' und er sieht wie eine golden Blume mit Augen und Mund aus... Ich empfehle es ihn anzugreifen, sobald du ihn siehst: Er ist ein kranker, manipulativer Bastard, der anscheinend einen Groll gegenüber dem Mädchen hat und ihre Seele absorbieren will. Ich habe die letzte Stunde damit verbracht ihn aufzuspüren, während ich ein Auge auf euch behalten habe und habe herausgefunden dass er es gewesen ist, der Papyrus dazu überredet hatte euch anzugreifen."

„Moment, warte einen Augenblick... das ist ein wenig zu viel an Informationen, um alles auf einmal in sich aufzunehmen..." Eine Pflanze... die Frisk und mich tot sehen wollte? Wie kommt es, dass ich ihn nie persönlich getroffen habe? Ich stellte diese Frage dem Mann und er antwortete, „Wie ich gesagt habe, er ist manipulativ: Er hat Papyrus als eine Schachfigur benutzt und ich bin mir sicher, dass er bald irgendeinen anderen kranken Plan durchziehen wird."

„Was soll ich machen?" Frage ich ihn gedankenverloren: Falls sich das, was er mir gerade erzählt hatte, als wahr erweisen sollte, dann... wäre meine Reise um einiges beschwerlicher geworden, als ich es zuerst angenommen hatte.

„Du? Nichts: Ich werde mich um ihn kümmern, alleine. Ich bitte dich nur das Mädchen zur Barriere zu bringen, dann... keine Ahnung. Irgendetwas wird passieren, nehme ich an."

*Das wird jede Minute interessanter... Es ist eine Schande, dass es in deiner Seele kein Popcorn gibt: Ich hätte sie wahrscheinlich bereits aufgegessen, wenn es so wäre.*

*Das hier ist wirklich nicht der richtige Zeitpunkt für Witze, Chara.* Wies ich ihn zurecht.

„Kann ich dir vertrauen?" Fragte ich den Menschen.

„Absolut." Antwortete er ruhig. „Tu worum ich dich gebeten habe und ich werde sicher gehen, dass dieses idiotische Unkraut dich nicht mehr belästigen wird." Er zog ein kleines Gerät aus seiner Tasche und sagte, „Wow, schau auf die Zeit! Ich muss gehen, tschau!" Er verschwand in einer kleinen Wolke aus schwarzem Staub, genauso wie er es zuvor getan hatte.

Ich hatte alle möglichen Fragen und Fetzen an Informationen in meinem Kopf am herumschwirren, aber woran ich am meisten dachte war der Tod von Frisks Mutter. Sie hatte solch ein schreckliches Trauma durchlebt... Sie hatte es nicht verdient ihre eigene Mutter sterben zu sehen. Das hatte sie wirklich nicht.

Allerdings war es nicht die Zeit um darüber nachzudenken: Wir hatten eine Reise zu vollenden. Ich begab mich zu Frisk, hob sie in meine Arme hoch und sagte, „Komm, Frisk, es ist an der Zeit zu gehen."


(Sans)

„Du hast WAS getan?" Fragte ich den Menschen wütend.

„Ich habe getan, was getan werden musste." Antwortete er ernst. „Er musste über die Pflanze informiert werden und über dass, was ich tue: Er muss wissen, dass da ein verdammter Blumen Psychopath ist, der ihn und das Mädchen tot sehen will!"

„Du mischst dich in die Zeitlinie ein!" Schrie ich ihn an. „Es mag dir zwar nichts bedeuten, aber du musst verstehen, dass nun nichts mehr gewiss ist! Wegen dir ist alle Gewissheit, die ich noch hatte, weg!" Ich hatte die letzten Jahre alleine damit verbracht mich auf diesen Tag vorzubereiten... und ich verlor sehr schnell die Kontrolle von allem.

„Fick dich und deine dummen Zeitlinien!" Antwortete er mir, so wütend wie ich ihn noch nie zuvor gesehen hatte. „Wenn sie wahr wären, dann wäre ich nicht hier, der Prinz wäre nicht hier und alles hätte sich ganz anders zugetragen! Ich habe all diese Dateien, die du mir geschickt hast, gelesen und sie sind vollkommener Schwachsinn!"

„Sie mögen sich bis jetzt als falsch herausgestellt haben..." Versuchte ich meinen Standpunkt zu vertreten. „Aber das ist womit ich die letzten Jahre gearbeitet habe! Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass sie korrekt sind, es ist nur.."

„Hundertprozentig korrekt, hm? Senti, vaffanculo." [Hör zu, fick dich selbst.] Ich verstand diese letzten Worte nicht, aber ich war mir sowieso nicht sicher, ob ich ihre wahre Bedeutung wissen wollte. „Schau, ich werde weiterhin deinen Spion und so spielen... aber du musst aus wo auch immer du dich versteckst herauskommen und dir die Welt um dich herum selbst ansehen, weil sie ganz anders ist als du vielleicht glaubst!" Er brach die Unterhaltung ab, indem er sein Handy auflegte.

Ich war mir nicht sicher, ob ich ihn zurückrufen und weiterhin anschreien oder ob ich seinen Rat annehmen und meine Optionen überdenken sollte. Am Ende starrte ich für eine gefühlte Ewigkeit in die Leere meiner Bildschirme.