A/N: Bitte hasst mich nicht für das, was in diesem Kapitel passiert!


Es war kurz vor sieben, als Rory bei Tristin ankam. Nachdem sie auch die letzten Schulstunden überlebt hatte, hatte sie den Großteil des Nachmittags gelesen und sich dann irgendwann für die Party fertig gemacht. Kurz nachdem sie an der Tür geklingelt hatte, öffnete Tristin ihr persönlich. Als Rory ihn sah, musste sie sich eingestehen, dass er wirklich gut aussah. Er trug eine schwarze Stoffhose und ein ebenso schwarzes Hemd, jedoch ohne Krawatte. Die oberen drei Knöpfe waren offen, so dass sich der trainierte Körper, der sich unter der Kleidung befinden musste, durchaus zu erahnen war.

„Hallo Rory schön dich zu sehen." Tristin lächelte ihr entgegen. „Du bist die Erste. Aber komm erst Mal rein!" Er hielt er die Tür auf.

Der Anblick, der sich Rory bot, als sie das Haus betreten hatte, war einfach unglaublich. Das Haus ihrer Großeltern war ja schon groß, aber gegen das, was Tristin sein zu Hause nannte, war es doch fast schon winzig.

Tristin bemerkte Rorys erstaunten Blick. Er stellte sich direkt hinter sie und fragte: „Und was denkst du?"

„Es ist unglaublich." Rory, die nicht bemerkt hatte, dass Tristin direkt hinter ihr stand, drehte sich zu ihm um. Überrascht stellte sie fest, dass sie unglaublich nah beieinander standen. Bevor Tristin jedoch irgendeinen Annäherungsversuch starten konnte, klingelte es erneut an der Tür. Von diesem Moment an, nahm der Fluss von Schülern, die durch die Tür strömten nicht im Geringsten ab. Tristin hatte anscheinend die gesamte Schule eingeladen.

Paris hatte sich, nachdem sie auch ins Haus gelangt war, zu Rory gesellt. Auch Madeline und Louise waren bereits da, doch waren sie die meiste Zeit dabei mit irgendwelchen Jungs zu flirten.

Nur Amilia hatte Rory noch immer nicht entdecken können, als sie plötzlich das Gefühl hatte, Jess unter den Anwesenden entdeckt zu haben. Rory sagte sich selbst jedoch, dass es nur ein Hirngespinst war, das aus der Anspannung der letzten Tage entstanden war.

Tristin war den gesamten Abend damit beschäftigt der perfekte Gastgeber zu sein. Dabei hätte er eigentlich viel lieber mehr Zeit mir Rory verbracht. Er schaute sich gerade nach ihr um als Amilia plötzlich vor ihm stand. „Hey Tristin! Das ist eine echt tolle Party!"

„Schön, dass sie dir gefällt Mia."

„Danke noch mal, dass du mich eingeladen hast."

„Gern geschehen!" Tristin hatte Rory in der Menge entdeckte. Er lächelt Amilia höfflich entgegen. „Würdest du mich bitte kurz entschuldigen? Ich muss dringend mit Rory reden." Er nickte ihr noch ein Mal zu und ging dann zu Rory. Sie stand mit dem Rücken zu ihm, während sie angeregt mit Paris diskutierte. Obwohl eigentlich Paris eher angeregt diskutierte und Rory ihr nur zu hörte.

„Entschuldigt bitte die Störung, aber könnte ich Rory kurz mal entführen Paris?"

„Ähm..." Paris schaute fragend zu Rory.

Tristin fasste dies jedoch als ein ja auf und griff nach Rorys Hand, um sie so mit sich zu ziehen.

„Tristin! Ich wäre auch mitgekommen, wenn du mich einfach gefragt hättest. Wo willst du überhaupt mit mir hin?" Rory schaute sich verwirrt um, als Tristin sie von der Party wegführte und plötzlich vor einer großen Holztür stehen blieb. „Tristin, wo sind wir?"

„Das wirst du gleich sehen. Ich weiß ja, dass du nicht so gerne auf Partys gehst. Also, dachte ich mir, dass dir das hier bestimmt gefallen wird." Tristin deutete auf die Tür.

„Ein große Holztür. Wow Tristin! Die ist echt schön! Was soll das alles?"

„Mach die Augen zu Maria."

Rory schaute ihn ungläubig an. „Wenn du mir nicht sofort sagst, was hier los ist, gehe ich sofort!"

„Bitte Rory, vertrau mir wenigstens ein Mal und mach die Augen zu! Ich verspreche dir, dass dir nichts Schlimmes passieren wird!"

Rory schnappte nach Luft, entschied dann jedoch, nichts zu sagen. Sie schloss ihre Augen und hoffte, dass sie diese Entscheidung nicht sofort bereuen würde.

„Einen Moment!" Rory konnte hören, dass die Tür geöffnet wurde. „So und jetzt ein paar Schritte nach vorn." Tristin legte ihr sanft eine Hand auf die Schulter, um sie zu führen. „Jetzt darfst du sie wieder aufmachen."

Rory öffnete ihre Augen und konnte im ersten Moment nicht glauben, was sie vor sich sah. Der Raum war bestimmt so groß, wie ein Geschoss des Hauses in dem Rory und Lorelai lebten. Mit dem Unterschied, dass dieser Raum voller Bücher war.

„Und was sagst du?" Tristin schaute sie erwartungsvoll an.

„Das ist kaum zu glauben! Ich habe noch nie eine so große private Bibliothek gesehen."


Lorelai konnte kaum glauben, dass ihre Eltern sie von dem Freitags-Essen befreit hatten. Seit Monaten konnte sie endlich mal wieder machen, wozu sie Lust hatte. Sie wollte Luke überraschen. Er dachte, sie würden sich erst am nächsten Abend sehen.

Lorelai hatte gerade nach ihren Schlüsseln gegriffen, als es an der Tür klopfte. Sie öffnete sofort, hätte sie aber am liebsten sofort wieder ins Schloss geschmissen, denn Christopher stand davor. Er hatte sich in der Woche nicht sehen lassen. Was wollte er also nun dort?

„Chris, was möchtest du?"

„Ich dachte mir, ich begleite euch zu eurem Essen. Es würde mich freuen, deine Eltern wieder zu sehen."

„Wir gehen heute nicht bei ihnen essen. Rory ist auf einer Schulparty und gehe jetzt zu Luke."

„Zu Luke? Wieso?"

Lorelai atmete tief durch. Was war passiert, dass Christopher sie so reizte? „Ich weiß zwar nicht, was es dich angeht, aber Luke und ich sind zusammen. Er denkt, ich bin in Hartford. Ich möchte ihn überraschen."

„Du bist mit Luke zusammen? Seit wann?"

„Kurz nach Sookies Hochzeit."

„Dann kann es dich ja nicht sonderlich verletzt haben, dass ich doch zu Sherry zurück gekehrt bin."

Lorelai schaute ihr Gegenüber sauer an. „Du hast doch überhaupt keine Ahnung! Es ging mir richtig scheiße! Rory war auch nicht da, um mir beizustehen. Luke war da, als es mir schlecht ging! Ich konnte mich an ihn lehnen und ich weiß, dass ich das immer kann, denn auf ihn ist wirklich Verlass! Er würde mich nie so verletzen, wie du!" Lorelai atmete schwer. Wahrscheinlich hatte die halbe Nachbarschaft gehört, aber das war ihr nun auch egal. „Du solltest jetzt gehen Christopher." Sie schob ihn zur Tür hinaus und verschloss diese. Dann machte sie sich ohne ein weiteres Wort auf den Weg zu Luke.


Tristin stand in der Tür der Bibliothek und lehnte sich locker gegen den Rahmen, während Rory durch den Raum ging und immer wieder ein Buch herauszog und wieder wegstellte. Er wusste, dass er es geschafft hatte, Rory eine Freude zu machen.

„Tristin, warum hast du mir das hier gezeigt?" Sie kam wieder auf ihn zu.

„Ich dachte mir, dass du hierher könntest um zu lesen, wenn dir zu langweilig wird."

Rory schaute ihn verblüfft an. Wann hatte er sich nur so sehr verändert, dass sie sogar glücklich über seine Gegenwart war.

Tristin lächelte ihr entgegen. „Freu dich nicht zu früh! Du musst wenigstens ein Mal mit mir tanzen!"

„Du hättest mich auch einfach bloß fragen müssen. Es wäre mir eine Ehre mit dir zu tanzen."


„Luke?" Lorelai stürmte in das Diner und hielt nach dem liebenswerten Besitzer Ausschau.

Er tauchte sofort aus der Küche auf. „Lorelai?" Er schaute sie besorgt an. „Ist irgendetwas mit Rory passiert?"

Lorelai schüttelte den Kopf. „Rory geht es gut."

„Was ist denn dann passiert?" Luke schloss Lorelai sanft in die Arme, welche sich daraufhin eng an ihn schmiegte.

„Ich wollte einfach bei dir sein." Lorelai atmete tief seinen Duft ein.

„Lass uns hoch gehen!" Luke nahm sie an die Hand und führte sie zur Treppe.

„Was ist mit Jess?"

„Er ist nicht da. Er und Mia sind unterwegs. Wir haben die Wohnung für uns."

„Was für ein Gedanke!" Lorelai lächelte verführerisch. Wenn sie mit Luke zusammen war, war alles andere vollkommen vergessen.

Die Wohnungstür war noch nicht ganz ins Schloss gefallen, als die Zwei in einen leidenschaftlichen Kuss verfielen.


„Du kannst gut tanzen Tristin!" Rory konnte es kaum glauben, dass sie sich in Tristins Gegenwart so wohl fühlte.

„Ich wurde von meinen Eltern zu Tanzstunden gezwungen. Was ist mit dir Maria?"

„Ballettstunden als kleines Mädchen."

„Wow das überrascht mich jetzt aber."

„Danke, aber ich war nie besonders gut. Um ehrlich zu sein war ich ..." Rory konnte nicht weitersprechen. Erneut hatte sie Jess gesehen, nur dass sie sich nun sicher war, dass er es war. Er stand am Rand der Tanzfläche und beobachtete sie. Als er bemerkte, dass Rory ihn entdeckt hatte, verschwand er in der Menge.

„Maria? Was ist los?"

„Entschuldige mich bitte kurz Tristin." Rory trennte sich von ihrem Tanzpartner und folgte Jess. Sie konnte gerade noch sehen, wie er in Richtung Bibliothek verschwand. Wenigstens gab es dort keine Möglichkeit für ihn einfach zu verschwinden. Zumindest hatte Rory dort keinen Ausgang gesehen.

„Jess, warte!" Rory lief schneller, um ihn einzuholen. „Du kannst mir nicht ewig aus dem Weg gehen." Vor der Bibliothekstür konnte sie endlich nach seinem Arm greifen, um ihn so am weiter gehen zu hindern. „Warum bist du nicht stehen geblieben?"

„Ich wollte dich nicht davon abhalten mit deinem neuen Prinzen zu tanzen." Jess Stimme klang kalt und verletzt zur gleichen Zeit.

„Was? Wovon redest du?" Rory verstand überhaupt nichts mehr.

„Ich meine diesen blonden Typen, der neulich auch bei Luke war."

„Tristin und ich sind nur befreundet. Er hat mich zu dieser Party eingeladen, was übrigens sehr nett von ihm war."

„Dir ist klar, dass er dich nur eingeladen hat, damit er an dich ran kommt?"

„Selbst wenn es so ist, hast du keinen Grund dich darüber aufzuregen! Du hast gesagt, dass wir uns nicht mehr sehen sollen. Du hast nie danach gefragt, ob ich das überhaupt möchte!"

„Rory, du bist mit Dean zusammen. Du musst dich entscheiden. Dean oder ich!" Jess schaute sie erwartungsvoll an. Als Rory jedoch nicht sofort antwortete, meinte er: „Alles klar!" Er riss sich von ihr los und ging zurück in Richtung Party.

Rorys Augen füllten sich mit Tränen. Verzweifelt reif sie ihm hinterher: „Jess, warte!"

Jess blieb jedoch nicht stehen, sondern ging einfach weiter und ließ Rory alleine zurück.

Sie ließ sich enttäuscht auf den Boden sinken.


„Paris? Hast du Rory gesehen?" Tristin schaute Paris bedacht an.

„Ich glaube sie ist vorhin Richtung Bibliothek weggegangen. Wieso? Ist etwas passiert?"

„Nein, ich hab mich nur gefragt, wo sie steckt. Danke!"

„Keine Ursache." Paris schaute Tristin nach, wie er in die genannte Richtung verschwand.


Rory wusste nicht, wie lange sie bereits auf dem Boden saß und weinte, als sie eine bekannte Stimme hörte. „Rory! Was ist passiert?" Tristin setzte sich neben sie auf den Boden.

„Nichts, ich hab mich nur mit jemandem gestritten."

„Willst du darüber reden?" Tristin schaute sie besorgt an.

Rory antwortete nicht. Ihr liefen noch immer Tränen über das Gesicht.

„Nicht weinen Rory. Es wird schon alles wieder gut." Tristin legte einen Arm um ihr Schultern und strich ihr tröstend über den Arm.

Rory hatte in diesem Moment kein Problem damit. Sie lehnte ihren Kopf an seine Schultern. Sie hatte nie daran gedacht, dass Tristin sie ein Mal trösten würde und dass sie darüber dankbar gewesen wäre.

Nach weiteren zehn Minuten hatte sie sich soweit beruhigt, dass sie wieder reden konnte. „Ich glaube, ich werde jetzt nach Hause fahren."

Tristin nickte und stand auf. Dann zog er Rory auf die Beine. „Alles okay?"

„Es geht, dankeschön Tristin!" Rory folgte einer plötzlichen Eingebung und umarmte Tristin.

„Gern geschehen!" Er löste sich aus Rorys Umarmung und schaute ihr direkt in die Augen. Er konnte nicht anders, als ihr eine letzte Träne aus dem Gesicht zu streichen und ehe er es sich versah, küsste er sie bereits.

Rory wusste selbst nicht warum, aber sie erwiderte Tristins Kuss. Lag es daran, dass es für sie normal geworden war Dean zu küssen? Sie konnte sich daran erinnern, dass sie sich auch bei dem Kuss mit Jess so wie in diesem Moment mit Tristin gefühlt hatte. Es war jedoch lange her, dass sie ein solches Kribbeln verspürt hatte, wenn Dean sie küsste. Letztendlich siegte jedoch die Vernunft und Rory trennte sich von Tristin. „Ich sollte jetzt wirklich gehen."

Tristin nickte verständnisvoll. Er wollte diesen unglaublichen Moment um keinen Preis der Welt zerstören. „Soll ich dich noch zur Tür bringen?"

„Nein. Du solltest dich jetzt wieder um die anderen Gäste kümmern. Ich hab schon zu viel von dir in Anspruch genommen. Wir sehen uns Montag!" Rory lächelte noch ein Mal kurz und verließ dann die Party.