Eine neue Macht erhebt sich
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren öffnete Harry einen zweiten Wirbel. Danach wandte er sich noch an seine Soldaten.
„Männer. Ihr habt das Reich würdig vertreten. Wegtreten! Die Soldaten und Rainald salutierten noch einmal und traten durch den ersten Wirbel. Harry und die anderen verließen das Ministerium durch den anderen. Kurz darauf stand die gesamte Gruppe im Grimmauldplatz in London. Fast die gesamte Gruppe ging sofort in die Küche um eine Feier vorzubereiten. Nur Harry und Sirius blieben noch einen Augenblick in Gang stehen. Einige Augenblicke sagte keiner von beiden was, dann umarmte Sirius Harry und murmelte.
„Danke. Dein Vater wäre sehr stolz auf dich."
Harry lächelte ihn an. „Das glaube ich auch. Genauso stolz, wie er auf dich wäre. Aber jetzt hoffe ich einmal, dass der Minister nicht doch noch eine Aktion startet um mich in die Finger zu kriegen."
Sirius nickte stumm. „Aber heute Abend soll uns das erst mal nicht beschäftigen. Jetzt feiern wir."
Mit diesen Worten gingen beide in die Küche und halfen den anderen bei den Vorbereitungen. Im Lauf des Abends kamen sogar Moody, Mundungus und Dumbledore vorbei. Letzter brachte einen nicht sehr glücklich schauenden Snape mit sich. Snape und Sirius sahen sich furios an. Bis Snape auf einmal die Hand ausstreckte und leise nuschelte. „Gratuliere zur Freiheit." Sirius nahm die dargebotene Hand und schüttelte sie kurz. Harry, der beide beobachtet hatte, musste dabei lächeln. Nach den Glückwünschen nahmen alle am großen Küchentisch platz und luden sich das Essen auf die Teller. Während dessen unterhielt man sich angeregt. In einem unbeachteten Moment beugte sich Snape zu Harry und fragte flüstern „Was ist diesem düsteren Kasten passiert, Potter?"
„Tonks und Remus sind passiert." antwortete er lachend. Beim Tränkeprofessor zuckte kurz ein Mundwinkel nach oben und er nickte kurz. Während des Essens tauchten noch die Zwillinge auf und sorgten für etwas Tischfeuerwerk. Die Bewohner und Gäste des Grimmauldplatzes feierten noch lange und die letzten die ins Bett gingen waren Sirius und Harry. Beide leicht wackelig auf den Füßen. Nachdem beide die Treppe gemeistert hatten, schlich Harry in sein Zimmer und fiel auch sofort in sein Bett. Sirius ging es ein Stockwerk höher genauso. Am nächsten Morgen wurde Harry durch ein helles Lachen geweckt. Er blinzelte vorsichtig und sah Ginny am Fußende des Bettes stehen. Diese rief vergnügt. „NA DU SCHLAFMÜTZE! ENDLICH AUSGESCHLAFEN?"
„Bitte nicht so laut." Murmelte Harry „ich bin grad erst aufgewacht." Ginny grinste daraufhin breit. „So nennt man das also. Na vielleicht hat ja Sirius einen Kopfschmerztrank für dich."
Darauf grinste Harry ziemlich teuflisch und schlüpfte in das Bad. Dort sorgte eine ausgiebige Dusche dafür, dass seine Lebensgeister halbwegs geweckt wurden, während Ginny schon hinunter in die Küche ging. Als nächstes schnappte er sich seinen Zauberstab und schlich zu Sirius hoch. Leise öffnete er die Türe, richtete den Zauberstab auf Sirius und dachte an einen kleinen Verwandlungszauber. Nachdem er diesen lautlos vollendet hatte Danach ging er ebenfalls hinunter in die Küche. Dort warteten bereits Tonks und Remus auf die anderen. Harry beschwor kurz jedem eine Tasse Kaffee herauf uns setzte sich. Kurze Zeit später hörten sie die Treppe knirschen und Augenblicke später kam ein verschlafener Hausherr in die Küche. Zuerst schwiegen alle, dann platzte aus Ginny, Remus und Tonks das lachen heraus. Sirius sah sie erst völlig irritiert an, doch dann sah er einen Spiegel neben der Tür und knurrte „In Ordnung. Wer hat meine Haare so verunstaltet? Wer hat es gewagt mir eine Dauerwelle zu verpassen und mich mit dieser Farbe zu quälen (orange). Wen soll ich...? HARRY!!!!" Das letzte Wort schrie er lachend in die Küche. Der Angesprochene lag inzwischen auch schon vor lachen auf dem Boden. Sirius versuchte mehrmals Harrys Zauber aufzuheben und seine Haare wieder schwarz zu färben. Jedoch musste er entnervt aufgeben. Schließlich hatte Harry ein einsehen und hob den Spruch wieder auf. Nun sah auch Sirius wieder etwas glücklicher aus und die nun versammelten Bewohner konnten das Frühstück genießen.
Nachdem der morgendliche Hunger etwas gestillt war, richtete Sirius sein Wort an Harry.
„Nun. Nachdem du gestern dem Minister…sagen wir mal seine Grenzen aufgezeigt hast" Hierbei lächelte er „Wie willst du nun weitermachen. Beziehungsweise was vermutest du, wird der Minister tun?"
Der Angesprochene überlegte einen Augenblick
„Ich weiß nicht wie Scrimgeour reagieren wird. Aber ich befürchte, dass er sich mit der Situation nicht unbedingt abfinden will. Im Moment kann er jedoch nichts direkt unternehmen. Und wenn er sich zu ungeschickt anstellt, könnte es vielleicht sogar passieren, dass er die öffentliche Meinung gegen sich aufbringt, nachdem er diese nicht mehr nach gut dünken durch den Tagespropheten steuern kann. Allerdings kenne ich den Minister auch nicht wirklich gut genug um ihn entsprechend beurteilen zu können. Wie sieht es da bei dir aus Sirius?"
„Hmmm… ich hatte früher nicht unbedingt viel mit Scrimgeour zu tun. Er war zu meiner Zeit einer der Einsatzleiter der Auroren und auf jeden Fall sehr ehrgeizig. Allerdings schien er mir nie rücksichtslos bei der Wahl seiner Mittel zu sein. Was das geändert hat weiß ich nicht. Aber wir könnten diesbezüglich einmal die Fühler ausstrecken. Vielleicht finden wir ja etwas heraus."
Harry nickte hierzu. Mit der Zeit haben sich die einzelnen Bewohner im ganzen Haus verteilt und Sirius und sein Patensohn saßen alleine in der Küche.
„Sag mal Sirius" fing Harry an „wie sieht es denn bei dir aus?" Ich meine, du kennst Aurora schon seit deiner Schulzeit. Oder? Ihr hattet, soweit ich weiß, auch nach Ihrem Wegzug regen Kontakt. Was hältst du von ihr?"
Das Oberhaupt der Blacks blickte seinen Patensohn überrascht an und grinste dann.
„Naja. Wie du sicher schon gehört hast, war ich während der Schulzeit kein Unschuldslamm, was Mädchen anging. Bei ihr war das jedoch anders. Sie war die erste bei der ich mir Blessuren geholt habe. Und das nicht nur bildlich. Sie war die einzigste, die mir wirklich kontra gegeben hat. Und das hat damals ziemlich an meinem Ego gekratzt. Wegen ihr bin ich nicht nur einmal im Krankenflügel gelandet." Hier grinste er schief. „Ich hätte damals auch nie geglaubt, dass mir ihr Umzug so zu schaffen macht. Wer weiß wie es weitergegangen wäre, wenn der Kontakt nicht abgebrochen und ich in Askaban gewesen wäre." Dann schwieg er eine Weile und Harry vermied es weiter danach zu fragen.
Gegen Mittag beschlossen Sirius und Harry, dass es Zeit für einen Ausflug in die Winkelgasse wäre. Also machten sich alle straßenfertig und eine halbe Stunde später apparierten sie in die Winkelgasse. Als erstes ging es zu Gringots. Am Schalter sprachen Sirius und Harry mit Gryphook. Dieser führte sie dann zum Verwalter für die Erbschafts- und Vermögensangelegenheiten. Dort bat man Sirius erst um Verzeihung, dass Gringots der Fehler mit seinem Tod unterlaufen sei.
Doch hier schaltete sich Harry ein. „Es war nicht unbedingt ihr Fehler. Mr. Black war tatsächlich dort, wo die Geister der Menschen nach dem Tod landen."
Nachdem er dem Kobold grob erklärte, was es damit auf sich hat, wurde das Black-Erbe wieder an Sirius übertragen. Bis auf die Beträge, die er den anderen zur Verfügung gestellt hatte. Als letztes hob Sirius etwas Geld ab und beide verließen die Bank. Als nächstes lief Sirius zu Madame Malkiens und deckte sich mit neuer Kleidung ein. Er kaufte etliche Roben, Hosen, Hemden und sonstige Kleidung. Sie verbrachten alleine mehr als zwei Stunden damit, mit den Verkäufern über die passenden Farben und Schnitte zu diskutieren. Harry musste zugeben, dass Sirius' Geschmack wirklich zielsicher war. Als Harry und Sirius das Geschäft verließen, trafen sie auf Draco. Dieser nickte Harry relativ freundlich zu. Danach sah er Sirius an. Dieser musterte ihn erst sehr verschlossen, bis Draco meinte „Hallo Sirius." Da musste Sirius lachen. „Hallo. Draco." Bevor sie Draco jedoch weiter ansprechen konnten, wurde er durch die Passanten beinahe mitgerissen. Danach begaben sich die Beiden in den Tropfenden Kessel. Auf dem Weg dorthin trafen sie auf die Weasleys, die scheinbar ebenso einen Ausflug in die Winkelgasse gestartet hatten. Sirius und Harry schauten sich kurzerhand an und meinten dann synchron „Wenn wir schon alle hier sind, können wir auch gleich essen" und ignorierten jeden von Mollys Protesten. Nach dem Essen gab es noch einige Diskussionen, da die Weasleys zahlen wollten und der Wirt meinte, dass dies nicht mehr nötig sei, da die Rechnung schon beglichen worden wäre. Als die Weasleys sich keinen Reim darauf machen konnten und in Richtung der Kamine gingen grinsten sich Sirius und Harry wieder einmal an. Die beiden hatten auch im Bekleidungsgeschäft eine Überraschung vorbereitet.
Einen Augenblick später trat die Gruppe nach und nach aus dem Kamin am Grimmauldplatz und kurz darauf legte Molly schon los.
„Harry! Sirius! Wer von euch beiden hat die Rechnung bezahlt? Das können wir doch unmöglich annehmen!!"
Die beiden schauten sich an. Harry sprach als erstes.
„Ich weiß nicht was du meinst."
Sirius setzte mit einer Unschuldsmine dazu.
„Ich bin absolut unschuldig Molly."
Daraufhin musste die ganze Küche lachen. Nach zwei bis drei Minuten hatten sich alle wieder soweit beruhigt und zogen sich in die jeweiligen Räume zurück um die Einkäufe zu verstauen oder sich auszuruhen. Mrs. Weasley machte sich derweil daran, das Haus weihnachtlich zu schmücken, da heute ja schon der heilige Abend war. Sie wuselte unermüdlich durch das gesamte Haus und verteilte Lametta, Kugel, Girlanden, Mistelzweige, Tannenkränze und singende Spielzeugnikoläuse. Unterdessen ging Harry mit Sirius in dessen Büro. Dort angekommen fläzte sich der Hausherr genüsslich auf seinen Bürosessel. Harry beschwor sich ebenso einen und tat es seinem Paten gleich. „Nun Harry. So wie es aussieht bist du den Potters nachgefolgt und nicht aus der Reihe getanzt." neckte Sirius ihn.
„Was?" entgegnete der Patensohn intelligent.
„Na ich meinte Ginny. Ein hübsches rothaariges Mädchen. Wer weiß wie viele Marauder daraus hervorgehen." grinste sein Pate.
„ Da könntest du allerdings Recht haben. Aber das mit Kindern hat noch ein wenig Zeit. Was mich wundert ist unter anderem Malfoy, also Draco. Er hat sich schon verändert. Es scheint mir fast so, als wolle er sich von seinem Vater unterscheiden. Er ist nicht mehr feindselig mir gegenüber. Wir haben sogar einen Waffenstillstand geschlossen. Er selbst sagte mir, dass er nicht zu Voldemort wolle."
„Es könnte sein. Und Narzissa war, was wenige wissen, auch nicht völlig überzeugt, als man sie mit Lucius verheiratete. Wäre ja gut möglich, dass die beiden ihre eigenen Wege gehen." murmelte Sirius
„Ja. Das wäre nicht unmöglich. Vielleicht sollten wir versuchen das herauszufinden. Aber zu etwas anderem. Ich bin gespannt auf die Gesichter der Weasleys morgen früh, wenn sie ihre Schränke sehen." lachte Harry. Sirius stimmte sofort mit ein. So unterhielten sich die beiden Männer noch eine ganze Weile. Gegen Abend wandte sich Harry wieder an seinen Paten. „Sag mal. Wie sieht es bei dir aus? Wäre es nicht mal Zeit, es mir gleichzutun? Such dir doch endlich eine Hundetrainerin." Darauf grinste Sirius.
„Wer weiß. Vielleicht hab ich das ja schon längst."
„Aha. Unterrichtet diese Hundetrainerin vielleicht auf Hogwarts?" fragte Harry.
Sein Pate entgegnete teuflisch grinsend. „Da könntest du nicht falsch liegen."
„Und weiß diejenige auch schon davon?" hakte Harry nach.
„Mist. Ich wusste, da war noch was." überlegte Sirius gespielt. „Aber das kriege ich schon hin. Ich muss vor meinem Versuch nur sicherheitshalber mal ein Bett bei Poppy buchen."
Plötzlich ertönte das Glockenspiel der großen Uhr in Sirius' Büro.
„Harry. Wir sollten jetzt aber hinunter zum Essen. Nicht das uns die anderen noch vermissen." Sprach der Hausherr. Harry nickte sofort und beide begaben sich hinunter. Im Treppenhaus trafen sie auf die anderen Bewohner, während alle beim laufen die Dekoration bewunderten. Schließlich betraten alle die Küche und nahmen am großen Küchentisch platz. Molly ließ sofort die Schüsseln und Platten mit dem Essen auf den Tisch schweben. Nachdem alles angerichtet war nickte sie Sirius zu. Dieser erhob sich und meinte. Als erstes möchte ich am heutigen Heiligabend meinem Patensohn das Wort erteilen" und er setzte sich wieder. Harry erhob sich und räusperte sich.
„Ich weiß, dass in der magischen Welt zwar oft Weihnachten gefeiert wird, aber der religiöse Hintergrund dieses Festes nicht bekannt ist. Ich habe mich in letzter zeit etwas über die Traditionen in meiner neuen Heimat informiert. Es scheint dort ein Brauch zu sein, in dieser Zeit eine Weihnachtsgeschichte zu erzählen, die in der christlichen Bibel nieder geschrieben steht. Auch wenn diese vielleicht in der magischen Welt nicht sehr bekannt ist, finde ich es eine schöne Tradition und habe mich entschieden, diese Geschichte heute zum Besten zu geben. Sie handelt, wie euch wahrscheinlich bekannt ist, von der Geburt des Gottessohnes, Jesus, am heutigen Tag vor fast 2000 Jahren.
Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung1 war die aller erste und geschah zurzeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe;2 die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Und als acht Tage um waren und man das Kind beschneiden musste, gab man ihm den Namen Jesus, wie er genannt war von dem Engel, ehe er im Mutterleib empfangen war.
„So. Dies war diese Geschichte. Niemand weiß, was daran wahr ist. Aber mir hat sie gleich gefallen." Damit setzte er sich wieder. Die anderen Gäste blickten ihn lächelnd an, denn auch ihnen schien zumindest diese Tradition zu gefallen, auch wenn denjenigen, die sich im christlichen Glauben nicht so gut auskannten, die Zusammenhänge nicht klar waren. Dann ergriff Sirius wieder das Wort.
„Ich danke Molly für dieses absolut beeindruckende Weihnachtsmahl. Nun. Die Tafel ist hiermit eröffnet. Oder um es mit den Worten eines alten Zausels zu sagen. Haut rein!" Danach nahm er wieder Platz und alle taten sich von Mollys guten Gerichten auf. So saßen sie lange Zeit und schwatzten und schmatzten. Nachdem auch wirklich jeder, sogar Ron, feststellte, dass kein Bissen mehr hineinging trat Sirius kurz an die Hausbar und füllte etliche Gläser mit einem guten Feuerwhiskey und ließ vor jeden ein Glas schweben. Sogar diejenigen, die noch nicht volljährig waren, bekamen eines. Molly begutachtete das zwar mehr als kritisch aber nickte schließlich zustimmend. Alle hoben dann schweigend die Gläser und blickten lächelnd zu Sirius. Dieser musste sich bei dieser Geste sogar eine kleine Träne verkneifen. Danach tranken sie etwas vom Whiskey und setzten sich hinüber in den Salon und unterhielten sich in kleineren Gruppen. Harry fiel dabei auf, dass Sirius und Aurora sehr oft verstohlene Blicke austauschten. Darüber machte er sich eine geistige Notiz für die Zukunft.
Bevor er jedoch etwas sagen konnte, blickte er in ein bezauberndes paar brauner Augen. Ohne ein Wort zog er Ginny auf seinen Schoß und küsste sie. Kurze Zeit später kam Sirius zu ihnen herüber geschlendert. Bei ihm war Aurora. Als die beiden vor Harry und Ginny standen, murmelte Sirius in Gedanken „Man könnte fast neidisch werden…" Aurora sah ihn unergründlich an, sagte aber nichts, da sie zu sehr in ihren eigenen Grübeleien verfangen war. Nachdem Ginny wieder von Harrys Lippen abgelassen hatte, setzten sich Sirius und Aurora zu den beiden und die Gruppe unterhielt sich lange über die Schulzeit der älteren. Mit der Zeit leerte sich der Salon immer mehr, da das reichhaltige Essen seinen Tribut forderte und ein jeder reichlich müde war. Am Ende waren nur noch Harry, Sirius und Arthur im Salon.
Die drei Männer setzten sich zusammen und unterhielten sich. Unter anderem hieß Arthur Harry nochmals in der Familie willkommen. Nachdem sie sich noch ein paar Minuten unterhalten hatten, wurden auch die Männer schließlich von der Müdigkeit übermannt. Schließlich verabschiedeten sie sich voneinander und schlichen langsam in ihre Zimmer zurück. Harry betrat leise das Schlafzimmer. Dort lag bereits Ginny in seinem Bett und schlief. Leise zog er sich bis auf die Boxershorts aus und schlüpfte unter die Decke. Kaum lag er darunter, rutschte Ginny auch schon im Schlaf an ihn heran und kurze Zeit später lag schon ihr Kopf auf seiner Brust. Nach wenigen Minuten befand sich Harry auch schon im Reich der Träume.
Aus diesem wurde er jedoch am nächsten Morgen unsanft gerissen, als ein schrilles kreischen erklang.
„Harryyyy! Schau dir das an. Wo kommen die ganzen Päckchen her?"
„Mmmmh. Nicht so laut kleiner Phoenix. „ erwiderte dieser schläfrig und drehte sich noch mal um.
Sofort wurde ihm die Bettdecke weggerissen und Ginny stand vor ihm; die Hände in die Hüftengestemmt und funkelte ihn an.
„Was soll das Harry? Hast du was damit zu tun?"
Dieser grinste sie nur an und hob eine Augenbraue. Danach stand er auf und stellte sich dicht vor sie,
„Mein Spatz, es würde weitaus bedrohlicher wirken, wenn man nicht jedes Detail von dir sehen könnte."
Die Angesprochene blickte an sich herunter und errötete leicht. Doch bevor sie zu einer Antwort ansetzen konnte, versiegelte Harry ihre Lippen mit den seinen. Nach fünf Minuten löste er sich wieder von Ginny und beide machten sich daran den jeweiligen Geschenk-Berg auszupacken. Wie nicht anders zu erwarten war, fand Ginny in ihren Geschenken eine große Auswahl an Kleidung für die verschiedensten Anlässe. Sie fand aber auch ein ausgezeichnetes Besenpflegeset und zum Schluss ein kleines bordeauxrot verpackten Schächtelchen. Darin lag eine schlichte silberne Kette mit einem Phoenixmedaillon. Darinnen war ein Foto von Harry, der ihr fröhlich zuwinkte. Als Ginny dies sah setzte sie sich zu Harry und legte den Kopf auf seine Brust. Er hielt sie fest in seinen Armen und beide genossen den Augenblick. Wenn jemand von diesem Moment ein Foto hätte machen können, so hätte man meinen können ein Bild von Harrys Eltern vor sich zu sehen.
Eine Weile später zogen sich beide um und gingen hinunter in die Küche. Dort warteten schon die versammelten Weasleys auf ihn. Molly legte auch schon los.
„Harry! Sirius! Hattet ihr was damit zu tun? Das können wir doch nicht annehmen. Das ist zu teuer. Ihr müsst die Sachen wieder zurückgeben!" So ging es in einem Atemzug.
Sirius und Harry sahen sich beide an und fingen an zu grinsen.
Harry tat einen Schritt nach vorne und meinte „In Ordnung Mrs. Weasley. Ich lass die Sachen gleich verschwinden. Ach ja. Ginny, deine alten Sachen liegen oben." Daraufhin wollte er seinen Zauberstab schwingen, doch Molly hielt ihn davon ab, mit den Worten, dass sie es sich anders überlegt hätte. Dies veranlasste Sirius zu einem fiesen lachen. Nachdem die Sache mit der Kleidung so schnell geklärt war, tat Molly das Frühstück auf. Genauso ruhig wie das Frühstück verbrachten die Bewohner den restlichen Tag. Im Hintergrund hörte man hin und wieder ein weihnachtliches Lied aus dem magischen Radio. Alle genossen den Weihnachtstag und hatten viel Spaß. Der schönste Augenblick war jener, als die Posteule eine Ausgabe des Tagespropheten brachte. Auf der Titelseite prangte eine einzige Zeile.
SIRIUS BLACK-UNSCHULDIG!!!!
In einer Gerichtsverhandlung am vergangenen Samstag wurde der Fall des vermeintlichen Terroristen und Massenmörders Sirius Black aufgerollt. Während dieser Verhandlung wurde die Unschuld des Angeklagten eindeutig bewiesen. Mehr hierzu im Innenteil.
Dies brachte Sirius nochmals zum Jubeln. Nun wusste es ganz Britannien. Er war unschuldig und frei. Unter dem Gelächter der Anwesenden gaben die Zwillinge und Harry eine neue Version des Liedes ‚Er ist frei!' zum Besten. So vergingen die Tage bis Sylvester und alle Gäste des Grimauldplatzes bereiteten ein großartiges Feuerwerk vor. Die meisten Kracher wurden von den Zwillingen geliefert. Harry und Sirius erhielten einige mit dem Hinweis, dass es noch Prototypen bzw. Versuchkracher wären, die noch nicht sicherheitsüberprüft wären. Die beiden grinsten sich nur schelmisch an und freuten sich schon auf die Gesichter der anderen.
