Hallo ihrs!

Damit zwischen jedem Kapitel nicht immer so viel Wartezeit liegt, hatten wir uns entschieden, das erste Buch erst zuende zu übersetzen, bevor wir uploaden. Das jetzt doch etwas länger gedauert. °hust° Wir hoffen, dass uns in der Pause nicht all zu viele Leser verloren gegangen sind. Jetzt werden eure Reviews auch wieder regelmäßiger beantwortet. :-)

Also endlich gehts weiter mit:

Not Myself - Ein anderes Leben I:
Stein und Entdeckung

Original von: Saerry Snape
Kapitel übersetzt von: Mykene
Kapitel-Beta: TheSnitch

Kapitel 13
Der Verbotene Wald

Harry und Niamh saßen bei einem späten Frühstück am Slytherin Tisch, als zwei Eulen in die Halle geflogen kamen, die auf sie und Hermione zusteuerten. Als eine der Eulen auf dem Tisch vor ihnen landete, zuckte Niamh, die ganz vertieft in ihr Essen gewesen war, zusammen. Harry nahm sich den Brief, entrollte das Pergament und hielt es so, dass Niamh mitlesen konnte.

Sie werden um acht Uhr in der Eingangshalle von Mr Filch zu ihrer Strafarbeit erwartet.

M. McGonagall

„Ich habe das Gefühl, dass das nicht besonders spaßig wird."
Harry lachte rau. „'Türlich nich, Ni. 'S is ne Strafarbeit."

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„Ihr auch?"

Harry und Niamh nickten, als sie Ron und Hermione vor der Tür zur Großen Halle trafen.

„Mann", sagte Ron, „Ich frage mich, was ihr machen müsst."

Harry zuckte mit den Schultern. „Was auch imma, 's wird nichts Gutes sein. Das kann ich dir sag'n."

„Und wisst ihr, was das Schlimmste ist?", warf Niamh ein.

„Was?"

„Malfoy ist auch dabei."

„Malfoy? Er wurde erwischt?"

„Wollte eigentlich uns aufflieg'n lass'n."

„Wer hat euch denn dann erwischt?", fragte Ron verwirrt.

„Filch", sagten Harry, Hermione und Niamh gleichzeitig.

„Harry hat es allerdings geschafft, das Mrs. Norris verschwunden ist, ohne uns zu verpfeifen."

Ron sah seinen Freunden einen Moment lang bewundernd an, dann sagte er: „Erinnere mich daran dich mitzunehmen, wenn wir die Schule erkunden gehen."

Harry grinste. Dann sah er auf die Uhr und stöhnte: „Komm Ni. Zaubertränke."

„Ah, was für ein wundervoller Tag. Ich werde einmal mehr Malfoy sehen dürfen. Und danach noch mal, noch mal und noch mal. Ist es nicht wunderbar in demselben Haus zu sein wie er?"

„Ja, wunderbar", antwortete er todernst.

„Ich meinte das sarkastisch, Harry.

„Ich auch."

Niamh verdrehte die Augen, dann sagte sie: „Auf geht's, meine Freunde. Wir haben eine Zaubertränkestunde vor uns liegen!"

„Wie kann man da nur so gut gelaunt sein?", stöhnte Ron.

„Als eine Slytherin werde ich von Professor Snape nicht angemacht. Noch dazu…"

„Werden wir auch von den anderen Lehrern nicht angemacht", setzte Harry fort.

Niamh verpasste ihm eine Kopfnuss. „Beende nicht immer meine Sätze für mich!"

„Ach, leck mich."

„Harry!", kreischte Hermione auf.

Harry warf ihr ein halbherziges Lächeln zu. „'Tschuldigung. Auffer Straße sacht man solche Sachen halt, weißte."

„Was für Sachen?", fragte Ron, nur um sich gleich darauf einen Schlag auf den Hinterkopf von Hermione einzufangen.

„Au!"

„Sowas musst du nicht wissen, Ron!"

„Kein Grund mich zu schlagen."

„Hmpf."

Harry starrte die beiden an und fragte barsch: „Kommt ihr zwei oder wollt ihr zu spät komm'n?" Ron und Hermione schüttelten die Köpfe und liefen in Richtung Kerker.

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Um Punkt acht Uhr machten sich Harry und Niamh auf den Weg von den Kerkern in die Eingangshalle. Als sie ankamen, waren Hermione, Draco und Filch bereits dort. Der Hausmeister warf ihnen stechende Blicke zu, dann verließen sie das Schloss.

„Sie werden ihre Strafarbeit heute mit Hagrid verbringen."

Niamh und Hermione sahen sich an. Harry jedoch war damit beschäftigt, sich die höhnischen Blicke zu Draco zu verkneifen.

Kurze Zeit später tauchten Hagrids Hütte und Hagrid selbst in der Dunkelheit auf. Er sah sie an: „Ihr vier?"

„Ja, diese vier", sagte Filch. „Ich werde später zurück kommen, um sie abzuholen." Er lachte boshaft. „Oder eher das, was von ihnen dann noch übrig geblieben ist", fügte er noch hinzu. Dann verschwand er in der Dunkelheit. Niamh sah ihm verwundert hinterher.

Hermione wandte sich an Hagrid. „Was sollte das bedeuten?"

„Wir gehen in den Wald", antwortete Hagrid. „Ein Einhorn wurde schwer verletzt und ihr werdet mir helfen, es zu finden."

Draco rief verängstigt. „Der Wald! Wir können da nicht rein gehen! Da gibt es… Werwölfe!"

Harry grinste. „Sach nich, dass du Angst hast, Malfoy!"

Draco wandte sich ihm zu und der vorherige Ausdruck von Angst war einer überhebliche Miene gewichen.

„Ich habe keine Angst, Potter!"

„Das sah aber eben noch anders aus", murmelte Niamh.

Draco warf ihr einen bösen Blick zu und wollte antworten, doch Hagrid war schneller. „Okay, los geht's!"

So machten sie sich auf den Weg in den Wald, immer hinter Hagrid und Fang her. Die leuchtenden Zauberstäbe hielten sie hoch über ihren Köpfen, während sie wachsam die dunklen Bäume um sie herum beobachteten.

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„Okay. Hermione, Malfoy, kommen mit mir. Niamh, Harry, ihr nehmt Fang."

Harry und Niamh nickten und gingen davon, der große schwarze Hund trotte ihnen hinterher. Hagrids laute Stimme erklang noch einmal. „Und bleibt auf dem Weg!"

Niamh winkte ihm zum Zeichen, dass sie verstanden hatten, dann verschwanden Hagrid, Hermione und Draco in dem grauen Nebel, der über dem Wald lag.

„Okay", sagte Harry. „Wir such'n 'n verletztes Einhorn. Wenn's weiter nichts is."

Niamh schüttelte nur den Kopf. „Bist du niemals besorgt?"

„Nich wirklich. Warum?"

„Ich weiß nicht. Du scheinst immer so… furchtlos zu sein."

„Verdank' ich elf Jahr'n auffer Straße. Hey, schau!"

Harry zeigte auf einen Fleck auf dem Boden. Niamh kniete sich hin, um ihn zu betrachten und hielt dabei ihren Zauberstab ganz nah auf den Boden. Als sie erkannte, was es war, sah sie zu Harry auf und sagte: „Einhornblut." Langsam streckte sie ihre Finger aus und berührte die silberne Flüssigkeit.

„Es ist noch warm."

Harry nickte und hob seinen Zauberstab hoch, die Umgebung eindringlich musternd. „Dann sin' wir nah dran. Komm!"

Niamh nickte und stand auf, dann gingen die beiden weiter.

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„Ich wünschte Jardin wäre hier. Er könnte voraus fliegen und Ausschau halten."

Harry schüttelte den Kopf. „Nee. Jardin könnte hier drauß'n auch nich' besser seh'n als wir."

„Stimmt. Hey Fang, was ist los?"

Die ganze Zeit in der sie sich unterhalten hatten, war der große Hund mit der Nase auf dem Boden vor ihnen hergelaufen. Jetzt trat er winselnd den Rückzug an. Niamh versuchte ihn zu beruhigen, während Harry vorsichtig weiterging und um einen großen Baum herumspähte.

„Ni…"

„Was… Oh mein Gott."

Das Einhorn lag vor ihnen, die Beine ausgestreckt; das klare scheinende Weiß hob sich gegen den dunklen Boden ab. Der prächtige Kopf war zurückgeworfen, als ob es selbst im Fall noch gekämpft hätte. Und an seinem Nacken, den Kopf tief gesenkt, kauerte eine Gestalt, die in einen dunklen Umhang gehüllt war.

Fang stieß ein Heulen aus und rannte davon. Der Kopf der Gestalt schoss hoch und Harry konnte das silberne Blut sehen, dass von dem, was wie Fangzähne aussah, heruntertropfte. Neben ihm musste Niamh würgen und sackte zu Boden, den Inhalt ihres Magens auf den Waldboden entleerend. Harry warf sich vor sie und zog seinen Zauberstab in dem waghalsigen Versuch, seine Freundin zu schützen. Die Kreatur kam näher und mit ihr ein stechender Schmerz in Harrys Narbe. Er versuchte ihn so gut es ging zu ignorieren, doch als die Gestalt näher kam, ging das nicht mehr. Er brach vor Niamh zusammen und versuchte dabei, sie hinter ihm zu behalten. Wenn diese Kreatur sie umbringen wollte, dann musste sie erst an ihm vorbei.

Harry konnte den rasselnden Atem auf seiner Haut spüren, seine Narbe pochte so heftig, dass er fast bewusstlos wurde.

Plötzlich ertönte das Donnern von Hufen und etwas flog über ihre Köpfe hinweg. Die vermummte Gestalt wich zurück, als sich die dunklen Umrisse aufbäumten und heftig mit den Vorderbeinen schlug. Ein Licht schien in der Dunkelheit und Harrys Kopf wurde wieder klarer. Als er aufsah, war die Gestalt verschwunden.

An ihrer Stelle stand ein anderes Einhorn, pechschwarz mit kleinen grauen Flecken in seinem sonst so reinem Fell. Sein Horn war gekrümmt, trotzdem reflektierte es glatt wie Glas das Licht von Niamhs Zauberstab, den sie noch immer verkrampft in ihrer Hand hielt. Das Einhorn kam auf sie zu, die Augen glitzerten intelligent. Harry hatte gelesen, dass Einhörner Mädchen den Jungen vorzogen, doch das waren normale Einhörner. Dies war ganz offensichtlich ein Darkhorn, das als böse galt. Fasziniert streckte Harry zögerlich eine Hand aus und strich vorsichtig mit seinen langen Fingern über die samtweichen Nüstern. Er lächelte und flüsterte: „Danke." Das Darkhorn schien mit seinen Augen zu lächeln und zwickte vorsichtig in seine Finger. Dann drehte es sich um und verschwand in der Dunkelheit des Waldes. Harry sah ihm ehrfürchtig nach, dann drehte er sich zu Niamh.

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„Harry! Was ist passiert?"

Hermione fing an zu rennen, als sie ihre Freunde erkannte, die noch immer auf dem selben Fleck saßen. Hinter ihr kamen Fang, Hagrid und Draco. Der ältere Mann entdeckte das tote Einhorn und stieß ein Seufzen aus. Dann fragte er: „Biste okay, Harry?"

Der nickte. „Ja. Ich weiß aba nich, ob dis auch auf Ni zutrifft."

„Lass sie uns ins Schloss bringen. Kommt!"

Harry und Hermione halfen Niamh auf die Füße und gingen ein Stück, blieben jedoch wieder stehen, als ihre Knie nachgaben und sie in die Arme ihrer Freunde rutschte. Hagrid gab Harry seine Laterne, dann hob er Niamh auf seine Arme und ging weiter. Harry, Hermione und Draco folgten ihm schweigend. Harrys Gedanken verweilten im Wald.

Bei dem Darkhorn.

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Severus seufzte, als er sich auf einen der Stühle in seinen Räumen fallen ließ, seine rechte Hand lag auf einer Stelle seines linken Armes. Geistesabwesend starrte er ins Feuer und rieb immer wieder mit dem Daumen über diese Stelle. Ich war mir sicher, dass es gekribbelt hat, dachte er, und wandt den Blick vom Feuer auf seinen Arm. Unter seiner blassen Haut konnte er silbrig graue Schatten entdecken. Lauernd. Wartend. Wartend auf ihren Meister, dass er kommt und sie wieder belebt, dass er den Ruf erneut hinausschickt.

Severus lief ein Schauer über den Rücken.

Er hoffte, dass es nie dazu kommen würde. Er hoffte, dass der Ruf nie wieder an ihm zerren würde.

Seinetwegen.

Und wegen Harry.